Angelika Gulder: Der Seelen-Navigator

Untertitel: In 7 Schritten zu deinem wahren Lebensplan

Das Buch gefällt mir sehr gut! Ich kann vieles aus meinem eigenen Seelenweg bestätigen. Mehr noch: Es hätte mir das eine und andere erleichtert, wenn ich das Buch schon vor 5 Jahren hätte lesen können.


Das Buch spricht Leser in einer bestimmten „Übergangsphase“ an, Menschen, die nicht mehr im Ego-Leiden verstrickt sind, sondern ihr Leben so weit in Ordnung gebracht haben, so dass sie jetzt frei sind, ihre Potenziale (aus der Seele) bewusst leben zu können. Vielleicht ist es besonders für „Erdenengel“ gedacht (die Autorin schätzt, dass dies 10% der Menschheit sind), also Menschen, die als Engel auf der Erde inkarniert sind, um der Menschheit zu helfen, diese kritische Phase in der Evolution schöpfungsgerecht zu transformieren. Hier hilft das Buch sehr, auf seinen Seelenweg und seine Bestimmung zu kommen, ohne noch große Umwege gehen zu müssen. Es ist nicht nur für Erdenengel gut, dass es dieses Buch gibt!

Das Buch ist sehr praktisch orientiert, keine „Lese-“ , sondern ein Arbeitsbuch.

Der erste Teil „Die Geistige Welt“ ist zwar ein „theoretischer Teil“, führt in das Wissen ein, das unbedingt notwendig ist, um sich im großen Raum der Seele orientieren zu können. Er ist eine grobe Orientierungshilfe für den „Sternenhimmel“ von „Grundannahmen“ bis zu „Seelenfamilien“. Es geht nicht um eine philosophisch untermauerte „Seelenlehre“, sondern ein grobes Zurechtfinden im Raum der Seele.

Der zweite Teil „Der Seelen-Navigator“ präsentiert ein in sich schlüssiges Konzept, seinen Seelen-Navigator zu finden, um bei den großen Entscheidungen des Lebens sich von der Seele führen zu lassen. Die Autorin konzentriert sich dabei auf Methoden, die schnell zielführend sind wie die Kombination aus Numerologie, Tarot und die Stadien einer mythologischen Heldenreise.

Am Ende dieses „Durcharbeitens“ (das vielleicht nur einmal im Leben in dieser Tiefe notwendig ist und dann nur noch modifiziert werden muss) steht das Selbst-Bewusstsein über:

  1. die eigene archetypische Seelenrolle (von insgesamt sieben) „über alle Leben hinweg“
  2. die archetypische Seelenrolle für das jetzige Leben (aus denn 22 Themen des Tarot numerologisch berechnet)
  3.  die Formulierung des eigenen Genius (sein „Schöpfungsgeist“) in wenigen Sätzen (Was kann ich in meiner Kreativität am besten?)
  4. Die Formulierung der eigenen Berufung in wenigen Sätzen
  5. Die noch anstehenden 5 Hauptaufgaben („Big Five“) der Seele für den Rest dieser Inkarnation
  6. die Lernaufgabe in dieser Inkarnation zu verstehen (Welche Schattenthemen sind zu erleuchten?) und
  7. den so gefundenen „Seelen-Navigator“ in den Alltag zu integrieren.

Der dritte Teil „Den Weg der Seele gehen“ gibt noch drei wesentliche Hilfen mit auf den Weg:

  • Erkenntnisse in Ziele umwandeln
  • die Visualisierung des Seelen-Navigatore (Bild-Collagen)
  • die geistige Welt um Hilfe bitten (Meditationen)

Die Autorin schreibt über ihren Seelen-Navigator (S. 177 f.):

Alles, was du dir vornimmst, kannst und solltest du mit deinem Seelen-Navigator vorab überprüfen. So verhinderst du, dass du Ziele verfolgst, die aus dem Ego stammen und dich von deinem Seelenweg eher entfernen, und kannst stattdessen deine ganze Energie auf die Ziele richten, die wirklich zu dir und deiner Seele passen. Je bewusster du mit deiner Seele in Verbindung bist und ihren Weg gehst, desto glücklicher und erfolgreicher wirst du sein. Das ist es, wonach sich alle Menschen tief im Innersten sehnen. Du hast es jetzt in der Hand.

Die Autorin schreibt vieles aus ihrer eigenen Lebenserfahrung. Als Leser muss man mit dieser „Hommage der Autorin an sich selbst“ (ich war die erste, die …) umgehen können. Doch es sind alles sehr hilfreiche Beispiele aus ihrem Leben, um das weitgehend konzeptionelle Buch insgesamt doch sehr anschaulich zu halten.

Mein Fazit: Das Buch ist ein Werkzeug für den Herz-Verstand (ein vom Herzen geführter Verstand), den Weg im engen Kontakt mit der Seele zu gehen. In diesem Sinne ist er sehr praktisch und EINFACH – auch umzusetzen. Einfach genial!

Wenn ich sage, das Buch ist sehr geeignet für eine Übergangsphase, dann meine ich damit (aus eigener Erfahrung), dass wir nach der Übergangsphase keinen Navigator IN die Seele mehr brauchen, sondern mit dem NAVIGATOR DER SEELE SELBST verbunden sind. Dann ist unser Leben aus der Seele nicht mehr indirekt (über das Konzept eines Seelen-Navigators), sondern wir können DIREKT und „konzeptionsfrei“ aus der Seele selbst leben. Eine „Übergangszeit“ dahin (den eigenen Seelenweg zu finden und ihn sicher zu gehen) ist kaum zu vermeiden. Und dafür ist das Buch super!


Der Seelen-Navigator: In 7 Schritten zu deinem wahren Lebensplan (Klick mich)

Julia Cameron: Der Weg des Künstlers

Untertitel: ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität

Wie bespricht man ein Buch, das schon ein Vierteljahrhundert alt ist und nach wie vor ein Bestseller? Was gibt es da noch zu sagen? Ich bin in der merkwürdigen Lage, meine Buchbesprechung zu rechtfertigen, bevor ich sie überhaupt begonnen habe. Das Buch ist längst entdeckt, ich brauche keinen Beitrag zu seiner Entdeckung mehr zu leisten. Vielleicht liegt der Sinn meiner Buchbesprechung darin, meine ganz subjektive Erfahrung mit dem Buch zu beschreiben.
Manchmal verwende ich in meinen Buchbesprechungen große Worte wie „Pflichtlektüre für jeden, der …“ Dieses Buch ist wirklich eine Pflichtlektüre. Weniger im Sinne eines Lehrbuches als im Sinne eines Reiseführers: Wer sich auf die Abenteuerreise seines kreativen Selbst begeben will, der ist gut beraten, das Buch als Reiseführer für den spirituellen Pfad zu nutzen, um Fallen zu entgehen und den Pfad sicher zu meistern, den Pfad des Lebenskünstlers sozusagen.

Mein Zugang und meine Erfahrung

Ich habe das Buch schon seit über 10 Jahren unberührt in meinem Regal. Jetzt hat es sich mir aufgedrängt und mich gleich auf einer „Seelenreise von Frankreich nach Deutschland zurück“ gepackt, einer Reise mit Flugzeug, Bus und Bahn. Ich habe es in vier Tagen gelesen und gleich mit den verordneten „Morgenseiten“ begonnen. Und gleich am zweiten Tag mich zum „Künstlerteffen“ verabredet. Ich habe mein ganzes Leben noch nicht so intensiv „Tagebuch“ geführt wie mit dem Lesen dieses Buches. Es ist mir alles SOFORT einsichtig. Viele Autoren, die sich im Literaturverzeichnis angibt, gehören zu meinen Lieblingsautoren: Melody Beattie, Betty Edwards, Shakti Gawain, Susan Jeffers, Ken Keys, Alice Miller, Sheila Ostrander und Lynn Schroeder, M. Scott Peck, Sanaya Roman und Duane Packer, nicht zuletzt: Anne Wilson Schaef. Ich fühle mich längst als Teil dieser Seelenfamilie.

Das Buch trifft mich zu einer Zeit, da ich mein Leben um die SEELE neu formiere:

  • Kreativität ist für mich eines der wichtigsten Facetten der Seele. Das Buch behandelt diesen Aspekt der Seele wie kein anderes.
  • Ich überarbeite meinen Workshop und meinen eKurs „spirituelles Schreiben“ in meiner Autorenschule und habe hier ein Buch in den Händen, das hohe Maßstäbe setzt, an denen ich mich selbst messen lassen will.
  • Mein eigenes Schreiben bereitet sich auf ein neues Niveau vor. Das ist das Buch, das mir diese Transformation (früher hieß es „Quantensprung“) ermöglicht.

Nach dem ersten Lesen habe ich sofort mit dem zweiten Durchgang begonnen. Ich habe mich verpflichtet, es in 12 Tagen (statt 12 Wochen) so durchzuarbeiten, dass ich das für mich jeweils Wichtigste jedes Schrittes erfasse und mir erarbeiten kann. Das geht auch! Gleich beim ersten Tag habe ich meine größte Blockade als „Schattenkünstler“ erkannt und sinnvolle Schritte zur Heilung begonnen. Gleichzeitig habe ich mir vorgenommen, in diesen 12 Tagen kein neues Buch mehr zu lesen, um meine Lesesucht zu besänftigen.

Niemandem wird es beim Lesen des Buches so ergehen wie mir. Es „trifft mich“ in einer einzigartigen Situation mit einer ganz speziellen Hilfe. Doch jeder kann mit dem Buch seinen Schatz finden, so wie ich ihn in diesem Buch gefunden habe. 

Gehe unbeirrt und geführt deinen Pfad

Wenn das Buch dir in die Hände fällt, dann hat es eine tiefe Bedeutung. Ich scheue mich nicht zu sagen: eine heilige Bedeutung. Es ist nicht nur eine Aufforderung, deinen Weg zu gehen, sondern ist auch ein Führer, ihn unbeirrt und vertrauensvoll gehen zu können. Deine Seele kann dir kaum deutlicher eine Botschaft überbringen. Mit diesem Buch bist du auf dem Pfad deiner Seele. JEDER von uns ist ein Künstler, wenn er aus seiner Seele lebt. JEDER ist ein Schöpfer, je mehr er sich mit seinem kreativen Selbst identifiziert. Das Buch ist für jeden geeignet, der in seine Seele erwacht. Du wirst deine Blockaden erkennen und lösen, deine Potenziale frei legen, das Leben leben, für das du bestimmt bist. Das Buch wird es dir nicht leicht machen, sondern die Arbeit mit ihm einfordern. Doch es wird dir Freude bereiten mit jeder Seite des Buches, die du in dein Leben integrierst. Das Buch ist nicht ohne Grund ein Bestseller. Es liegt an dir, dass es DAS BUCH deines schöpferischen Lebens wird, wie es für viele andere Menschen auch schon geworden ist. 



Julia Cameron:
Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität (klick mich)


 

In meinem wp.Seele.blog habe ich zwei Beiträge zu diesem Buch geschrieben:

  • eine kurze Buchbesprechung (> MEHR)
  • eine ausführliche Besprechung als „Seelen-Geschenke“ mit vielen Zitaten (> MEHR)

 

Rüdiger Dahlke und Christoph Hornik: Die 4 Seiten der Medaille

Untertitel: Eine einfache Methode, um unsere wahre Mitte zu finden


Gleich vorweg: Das Buch ist ein reines Praxisbuch zur Selbsterforschung, eine Methode, sich aus der Schwarz-Weiß-Polarität und -Dualität zu befreien. Es ist nicht ganz voraussetzungslos. Hilfreich ist, „Die Schicksalsgesetze“ und „Schatten-Prinzip“ von Ruediger Dahlke zu kennen bzw. mit dieser Thematik vertraut zu sein. Das Buch führt zwar noch kurz in die „Grundlagen der Spielregeln des Lebens“ ein (1. Teil) – für Kenner eine kurze Wiederholung bzw. Zusammenfassung von Vertrautem – doch im Wesentlichen ist es ein Führer für die ernsthafte Selbsterforschung und Überwindung von Energieblockaden durch festgefahrene emotionale und mentale Muster.

2. Teil: Warum hat die Medaille jetzt 4 Seiten?

Dass alles seine 2 Seiten hat, ist ja sprichwörtlich. Diese Schwarz-Weiß-Sichtweise greift für einen tiefgreifenden Heilungsprozess aber zu kurz. Das, worunter wir leiden (Seite 1) hat nicht nur einen erwünschten Gegenpol (Seite 2). Auch unsere Wünsche und Sehnsüchte (also: Seite 2) haben ihre Schattenseiten (Seite 3). Hier verbirgt sich der wirkliche, nämlich noch unbewusste Schatten. Doch in diesem Prozess ist es im 4. Schritt sogar möglich, auch dem ursprünglichen Leiden (also Seite 1) eine positive Seite (die Seite 4) abzugewinnen. Erst wenn alle 4 Aspekte berücksichtigt sind, finden wir in unsere MITTE und damit zur Gelassenheit.

Wir können nicht nur in Opposition zu jemandem stehen, sondern auch mit ihm über Kreuz sein.  Durch den direkten Gegenpol werden Schattenthemen meist sofort deutlich, aber das, womit wir über Kreuz sind, enthüllt noch mehr und manchmal tiefere Schattenaspekte. (S. 41)
Das Spiel mit der Opposition haben wir oft im Schatten-Prinzip  geübt, die dritte und vierte Seite der Medaille, die nun ebenfalls einbezogen und gewürdigt werden, erleichtern es, klarer zu sehen und schließlich in die Mitte zu gelangen. (S. 42)

3. Teil: Mit den vier Seiten der Medaille arbeiten

Dieser Hauptteil erläutert – noch recht abstrakt – den vierstufigen Prozess:

  • Das Thema benennen und die emotionale Ladung einschätzen
  • Die vier Seiten aufschlüsseln und im Tetragramm (4 Quadranten-Tabelle mit 4 Feldern im Kreuz) darstellen
  • Durch Symbole die Botschaft der Seele in den einzelnen Feldern wahrnehmen und den SINN des Ganzen wahrnehmen
  • Das Erkannte körperlich und energetisch integrieren.

Beim Aufbau und Weg durch das Tetragramm beziehen Sie die inneren Bilderwelten und den intuitiven Zugang ein sowie die Gefühlsebene. … Wenn der Weg durch das Tetragramm erfolgreich abgeschlossen ist, erfolgt automatisch die Integration auf physischer und feinstofflicher Ebene. Somit wirkt die Methode ganzheitlich und nachhaltig. (S. 56)

4. Teil: Praktische Beispiele zu 12 Stressfeldern

Dieser 4. Teil (ab S. 57) umfasst die Hälfte des Buches, legt also großen Wert auf anschauliche Fallbeispiele aus 12 typischen beruflichen und privaten Stressfeldern, die ich hier gerne aufführe:

  • Desinteresse – Interesse
  • Rücksichtslosigkeit – Rücksichtsnahme
  • Launenhaftigkeit – Ausgeglichenheit
  • Egoismus – Selbstlosigkeit
  • Unordnung – Ordnung
  • Lustlosigkeit – Lust
  • Misstrauen (Eifersucht) – Vertrauen
  • Maßlosigkeit – Bescheidenheit
  • Härte/Strenge – Weichheit/Milde
  • Ohnmacht – Macht
  • Abseits stehen – Zugehörig sein
  • Festhalten – Loslassen

Wer hier ein emotionales Stressthema erkennt, was einen immer wieder aus der Mitte bringt, dem ist dieses Buch auf jeden Fall empfohlen. Und wer ein berufliches oder privates Stressthema hat, der mag sich fragen, ob er das Thema in diesem Polaritäten vielleicht wiederfindet. Das kann ja schon der erste Schritt der Erkenntnis sein!

Dieser gnadenvolle Prozess bedarf der Zeit der Besinnung und Übung, ja!, doch er ist so genial, dass es eine praktische „Kurzzeit-Selbsthilfe“ ist. Ein aktuelles Thema kann somit in ein bis zwei Stunden erlöst sein. Das Buch führt durch den Ausgleich der Spannungspole zu einem inneren Frieden und emotionaler Gelassenheit – und damit zur bewussten Selbstentwicklung.



Ruediger Dahlke und Christoph Hornik:  Die 4 Seiten der Medaille: Eine einfache Methode, um unsere wahre Mitte zu finden (Klick mich)

 

Anselm Grün und Wunibald Müller: Was ist die Seele?

Untertitel: Mein Geheimnis – meine Stärke

Ich habe schon viele Bücher über die Seele gelesen, doch dieses ist mir merkwürdigerweise erst spät in die Hände gefallen. Es kommt mir vor wie der Höhepunkt meiner Erforschung der Seele. Kein anderes hat das Mysterium der Seele für meine Wahrnehmung dermaßen tiefsinnig erfasst.

Anselm Grün ist Benediktinerpater, Wunibald Müller ist Theologe, Psychologe und Psychotherapeut. Beide sind bekannte spirituelle Autoren, die schon Wichtiges zur Thematik selbst veröffentlicht haben. Dieses Buch ist in Dialog-Form geschrieben. Das Buch ist inhaltlich bereits sehr tiefsinning, und dieser dialogische Seelen-Austausch der beiden Autoren schafft noch einmal eine ganz besondere Tiefe.

Beide sind sehr kritisch gegenüber der „Entkommunizierung“ der Seele aus der Theologie und der Psychologie. Sie kritisieren, dass die Theologie und die Psychologie seelenlos geworden sind; so seelenlos wie unsere Gesellschaft selbst. Wir alle sind auf der Suche nach einer neuen Spiritualität, und ein tiefes Verständnis der Seele ist wohl das, was uns alle – unabhängig von Religion, Psychologie und Philosophie – eint und verbindet. Das Buch berührt die Seele und ist sehr hoffnungsvoll.

Das Buch spricht viele Facetten der Seele an:

 

  • Seele und Leben
  • Seele und Gewissen, Intuition
  • Seele und Kosmos
  • der seelenlose und der beseelte Mensch
  • Unsterblichkeit der Seele
  • das ewige Leben
  • Kontakte ins Jenseits (die Seele von Verstorbenen)
  • Seele und Gebet
  • Seele und Gott
  • Seele und Schweigen
  • Seele und Bestimmung
  • Seele in der Musik und Kunst
  • Wege in die Seele
  • Seelsorge und Psychotherapie
  • die Seele zwischen Ich und Du
  • die Erschaffung der eigenen Seele durch Mitleid
  • die Seele als Quelle der Liebe

Einige Zitate:

Während unser Körper immer mehr verfällt, wird die Seele reicher, tiefer, stärker. (S. 57)

Das Gewissen ist keine von außen herangetragene Norm, sondern der Ort, an dem Gott zu unserer Seele spricht. (S. 45)

Ich kann Gedanken nicht durch Nachdenken erzwingen. Es braucht die Berührung mit der eigenen Seele, damit sie fließen. (S. 174)

Wenn wir uns für unsere Seele sorgen, dann nehmen wir uns Zeit für uns UND engagieren uns für andere Menschen. (S. 208)

Die seelischen Wunden sind die eigentlichen Wunden. Sie brauchen lange Zeit der Heilung. (S. 209)

Ich kann dieses Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen, der sich die Frage stellt: Was ist die Seele? Vorweg: Es gibt keine endgültige Antwort. „Bei allem Sprechen über die Seele bleibt eine Unschärfe. Man kann den Begriff nicht klar definieren.“ (S. 22)

Die Seele bleibt ein Mysterium und ein Geheimnis, das irgendwann nicht weiter in Frage gestellt werden will. Wenn man Wunder versucht rational zu verstehen, entzaubert man sie. Die Seele ist und bleibt ein Wunder, das über unseren Verstand hinaus geht. In ihr begegnen wir dem Göttlichen und begegnet das Göttliche uns. Das Buch ist eine solche Begegnung.

 


Anselm Grün und Wunibald Müller:

Was ist die Seele?: Mein Geheimnis – meine Stärke

Bahar Yilmaz: Empower yourself

Untertitel: Werde zum glücklichsten Menschen, den du kennst.

Wenn Bahar Yilmaz ein Buch schreibt, so kann es durchaus ein in der spirituellen Szene „gängiges Thema“ sein, sie bringt es aber immer auf ein höheres Niveau. So auch ihr neues Buch.

Das Buch gehört in das bekannte Genre „Ratgeber – Selbstverwirklichung“, oder etwas konkreter: Komm in deine Macht, ermächtige dich selbst!

Das Englichsprachige des Titels zieht sich im Buch durch, was mich anfangs etwas befremdet hat. Da ist die Rede von „Lifestyle“, „Challenge“, „good habits“, „bad habits“, „Power Move“, Feel-Good-Ansätze“, „Black-List“, „White-List“, „Why-Diamond“, „Believe Gap“ und andere. Darüber hinaus hat sie auch im Deutschen neue Begriffe definiert. So spricht sie statt von „Komfortzone“ von Gravitationszone. Gut, jüngere Menschen gehen mit dem Englischen leichter um, doch ich habe für mich einen anderen Effekt festgestellt, der mich eher überrascht hat: Für mich ist z.B. ein Begriff „Challange“ neutraler als „Herausforderung“, „Power Move“ etwas anderes als „Körperübung“. Mit anderen Worten: Das Begriffs-System der Autorin hat für das Buch eine große Bedeutung! Sie können in einem zunächst neutralen Status neu besetzt werden. Das Buch bringt vieles erst einmal auf NULL, auf NEUSTART.

Es ist für mich sogar mehr als „Software-Aktualisierung“ (danach ist in der Regel auch ein Neustart notwendig), eher – wenn wir in diesem Bild bleiben – die Installation eines neuen Betriebssystems. Das neue Betriebssystem ist DIE SEELE. Ein Schlüsselsatz:

Ich glaube nicht nur, sondern ich weiß, dass du aus einem höheren Grund hier bist, dass du dich für dieses Leben entschieden hast, weil du ganz genau wusstest, dass du hier wachsen und einen Beitrag leisten kannst für mehr Frieden und Liebe auf der Erde. Ich weiß, dass deine Seele, dein Höheres Selbst, dein Herz oder wie auch immer du diese höhere Instanz in dir nennen möchtest, danach lechzt, deine ganz persönliche seelische Signatur auf der Erde zu hinterlassen, um sie zu einem besseren Ort werden zu lassen. Ich weiß das. Und ich denke, du weißt das auch. (S. 64)

Gleichzeitig ist dieses Buch wohl das „geerdetste“ Buch von Bahar Yilmaz, wenn ein Vergleich überhaupt sinnvoll ist. ENERGIE und GEIST (ihre Hauptthemen) ergreifen in diesem Buch das ganz konkrete LEBEN, bis hin zur Einflussnahme auf Zwirbeldrüse, Mitochondrien und DNA. Darum geht es letztlich: Die Einheit von Körper, Geist und Seele in einem Leben in innerem Frieden, Demut und Liebe. Das ist für mich sehr überzeugend. Und Bahar Yilmaz weist darauf hin, dass der mentale Wechsel von Überzeugungen (oder gar nur neue Informationen) nicht ausreicht: Es geht um das TUN und das HANDELN. Das Buch von ihr ist ein Praxis-Buch im besten Sinne. Es ist von 21 Challange-Übungen begleitet, die es in sich haben!

Was mir besonders gefällt:

  • Bahar Yilmaz ist seit Jahrzehnten Yogalehrerin. Das Wort YOGA lässt sich grob auch übersetzen mit DISZIPLIN. Ja, um das Buch in das eigene Leben zu integrieren, bedarf es Disziplin. „Für mich war Disziplin schon immer der kraftvollste Ausdruck von Selbstliebe.“ (S. 154)
  • Es ist verblüffend, wie die Autorin „alte Zöpfe“ abschneidet: „Dieses Vorgehen löst die Affirmationen ab.“ (S. 75)
  • Wir haben alle einen falschen Stolz, der uns in Ego-Programmen fest hält. „Also denkst du: Augen zu und durch. Nur nicht das Gesicht verlieren. Doch es geht nicht gut. Irgendwann zwingt dich das Leben in die Knie und fordert dich auf, die Situation zu verlassen. (S. 29). Wenn wir selbst nicht freiwillig DEMUT lernen, dann zwingt das Leben uns selsbt in die Knie.
  • Eines der großen Unterschiede zwischen Esoterik und Spiritualität ist die Einstellung zur Dualität. Bahar Yilmaz schreibt klar und deutlich: „Doch egal, was gewisse spirituelle Feel-Good-Ansätze behaupten: Als Menschen dürfen und müssen wir auch die Dualität erleben und von ihr Lernen.“ (S. 28) „Wir leben in einer polaren Welt. … Dies ganz zu verstehen, könnte bereits dein komplettes Leben verwandeln.“ (S. 27)
  • Ihr Verständnis von „Spiritualität“ ist sehr schön: „Es ist deine Liebesgeschichte mit dem unendlichen und wie ihr es schafft, miteinander eine spannende und transformierende Beziehung zu führen.“ (S. 222)
  • Das Buch ist eine bestimmte „Roadmap“ (Straßenkarte), um ein nächstes Level, eine neue Bewusstsensstufe zu erreichen. Das Schöne daran: Gleichgültig, wo du stehst und was die nächste Stufe ist, es gilt immer alle vier Ebenen zu berücksichtigen, und genau auch in dieser Reihenfolge: die Ebene des Geistes, die Ebene des Herzens, die Ebene des Körpers und die Ebene der Seele (in diesen Kapiteln ist das Buch auch aufgebaut). Es ist eine Aufwärtsspirale, die diese Bereiche not-wendiger-weise durchläuft. Das ist sehr allgemeingültig und ein klares Praxis-Konzept!
  • Bei der Frage „Warum lebe ich überhaupt?“ ist der „Warum-Diamant“ (Why-Diamond) ein Schatz, der feingeschliffen werden will. (S. 65 ff)
  • „Das Frequenz-Chart“ (S. 197 ff) ist sehr hilfreich, eine sehr realistische Einschätzung, wo man gerade wirklich steht zwischen den Polen des falschen und des wahren Selbst in der Messung der eigenen Gesamtschwingung.

Vor welchen Herausforderungen stehst du gerade?

Man kann das Buch nur lesen oder auch umsetzen. Ich selbst bin absolut verblüfft, dass sich in meinem Leben zwei große auch emotionale „Herausforderungen“ auftun, seitdem ich das Buch in den Händen halte. Ich „weiß“, dass das Buch genau er Schlüssel ist, um diese Herausforderungen zu meistern. (Es gibt ja keine „Zufälle“, oder alles ist ein Zu-Fall.) Vielleicht sollte jeder Leser des Buches sich zunächst fragen, vor welchen Herausforderungen er gerade steht, für die das Buch der Schlüssel der Lösung sein könnte. So liest es sich gleich anders, gleich praxisbezogen.

Astrologisch gesehen leben wir 2017 in einem Sonnenjahr, das uns auffordert, den Löwen in uns zu wecken, unsere Potenziale wie eine Sonne ans Licht zu bringen, Löwenmut zu haben und eine Sonne für andere zu sein. Das Titelbild des Buches ist richtig magisch für dieses Sonnenjahr. Es ist für mich DAS BUCH dazu.


Bahar Yilmaz:

Empower Yourself: Werde zum glücklichsten Menschen, den du kennst (klick mich)

 


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Eva Rosenfelder: Die Seelenwelt der Pflanzen


Ich möchte diese Buchbesprechung Irmgard Wiener widmen, die mir den Zugang zur Seele der Kräuter ermöglicht und damit eine neue Welt eröffnet hat. Ihr Buch „Garten der Mitte“ (klick mich) ist seelenverwandt mit dem Buch, das ich hier besprechen darf: 

 

Das Buch von Eva Rosenfelder hat mich sofort in Bann gezogen! Es ist eine wundervolle Einführung in die Seelenwelt der Pflanzen, also den Bereich, der für den Intellekt nicht sichtbar ist. Es ist der Bereich, in dem wir „Pflanzen durch unsere Liebe düngen“ (nach Wolf-Dieter Storl).

Wir sprechen von Volks- und Zivilisationskrankheiten. In meinem Augen gibt es nur eine einzige: die zivilisatorische Entfremdung von der Natur und die damit einhergehende Seelenlosigkeit des Menschen. Das Buch von Eva Rosenfelder ist eine wirkliche Entdeckungsreise zurück in die Seele der Natur, woher auch wir Menschen kommen, also in unsere eigene Menschenseele. Wer sich für die Seelenwelt der Pflanzen öffnet, der öffnet sich auch für die eigene Seele. Diese „Sehnsucht nach der Rückverbindung mit der Natur“ (S. 10) ist in jedem Menschen angelegt. Es ist der Samen unserer Heilung. Das Buch geht dieser Sehnsucht nach und stellt 9 „Seelengärtnerinnen und Seelengärtner“ vor – wie die Autorin sie nennt – mit ihrem jeweils speziellen Zugang zur Seelenwelt der Pflanzen. Heilung von Zivilisationskrankheiten heißt letztlich, sich für DIE SEELE zu öffnen – und dazu gehört auch und vornehmlich die Öffnung für die Seelenwelt der Pflanzen. Das eine geht nicht ohne das andere.

Folgende Worte der Autorin aus dem „Ausklang“ sind für mich der Schlüssel zum Verständnis des Buches (S. 248 f.)

Doch die Seelenwelt der Pflanzen eröffnet sich nicht über den Intellekt – damit erfahren wir allenfalls Rezepturen, etwas über die Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen, nichts aber über das tiefere Sein der Pflanze. Dementsprechend schwierig lässt sich diese seelische Ebene auch belegen. Erfahrbar ist sie nur über die persönliche Begegnung.
Schenken wir den Pflanzen unsere Zeit und Aufmerksamkeit, so leiten sie selbst uns bereitwillig an und führen uns sanft in ihre Welt. Sie holen uns ab, wo immer wir sind, in unserer ganz individuellen Lebenswelt. Pflanzen vermögen unzählige Sprachen zu sprechen: Die, welche das Wissen suchen, sprechen sie vielleicht zuerst über ihre chemischen Wirkstoffe an, lassen sich bereitwillig analysieren und sogar pharmazeutisch verwenden. Heiltätige oder Heilsuchende berühren sie über ihre feinstofflichen Schwingungen und Heilwirkungen, Kunstschaffende über ihre Ästhetik, Geometrie und Schönheit, Gourmets oder Sensorikerinnen über ihre Aromen und Düfte, während sie die Träumenden, Schwärmenden und spirituell Suchenden in geistige Sphären einladen … In diesen und unzählig vielen anderen Aspekten stellen diese beseelten Wesen sich voller Hingabe als unseren Spiegel und weisen Lehrerinnen zur Verfügung.

Also: Suche deinen eigenen Zugang, die Sprache, in der Pflanzenseelen mit DIR sprechen. 

Neun Seelengärtnerinnen und Seelengärtner

Sollten wir nicht alle Gärtner unseres Seelenraums sein? Und spiegelt nicht unser Umgang mit Pflanzen unseren Umgang mit uns selbst wider? Letztlich geht es im Umgang mit den Pflanzen um die Erfahrung von MUTTER NATUR. Die Pflanzenwelt ist weiblich, voller Hingabe, Demut und Liebe, voller Heilung. Unsere Rück-Verbindung zu Mutter Natur erfahren wir vor allem über die Rück-Verbindung zur Seelenwelt der Pflanzen, unseren „Urgroßeltern“: Wir stammen von der Pflanzenwelt ab, werden selbst wieder zu „Pflanzenmenschen“ (S. 248).

Die neun Seelengärtnerinnen und Seelengärtner, die in dem Buch zu Wort kommen, sind:

  • Tilmann Schlosser, der 2016 verstorbene Gründer der Gärtnerei Artemisia Allgäuer Kräutergarten (einer „Apotheke“ mit über 300 Heilkräutern);
  • Frank Brunke, der Pflanzenfotograf, der mit seinen Fotos einen wesentlichen Beitrag zur Schönheit des Buches beigetragen hat
  • Regula Mathies, die über Pflanzten ihren Heilungsweg gefunden hat („Die Natur wirkt als Schutzengel. Und jede Pflanze hat eine heilende Aufgabe für uns Menschen. Wenn die Pflanzen zu uns sprechen, spricht die Schöpfung zu uns.“ – S. 80);
  • Jürg Reinhard, ein anthroposophischer Künstler, der das Wesen der Pflanzen künstlerisch erfasst („Das Bewusstsein der Pflanzen ist in den Sternen zu Hause.“ – S. 103)
  • Agnes Barmettler, die das alte Symbol des Gartenlabyrinths als Paradiesgarten in Zürich und anderswo wiederbelebt;
  • Orna Ralston, deren Welt als Schamanin Gesang, Klang und Musik ist („Pflanzen haben ein anderes Aufnehmen der Welt, sie reflektieren nicht, leben nicht wie wir im Bewusstsein des ‚Ich sterbe‘, sondern sie ’sind‘ – sie sind Seinswesen.“ – S. 159);
  • Ursula Bühler, eine „Kräuterhexe“ im besten Sinne des Wortes („Für mich sind Pflanzen und Tiere das Größte, was uns das Leben schenkt. Sie sind meine Seelenretter und bedeuten mir manchmal fast mehr als der Mensch.“ – S. 182);
  • Wolf-Dieter Storl,  der inzwischen für die Pflanzen- und Naturmystik schon zu einer „Ikone“ geworden ist („Planzen haben Heilkräfte, weil sie selber heil sind.“ – S. 199);
  • Gisula Tscharner, eine ehemalige Pfarrerin, die in der Natur ihre „neue Religion“ gefunden hat („Daher habe ich wohl auch das Urvertrauen, dass dort, wo ich bin, stets die für mich richtigen Pflanzen wachsen. Die Pflanzen wissen sehr viel besser, was wir Menschen brauchen.“ – S. 220)

Eine weitere „Seelengärtnerin“ ist die Autorin selbst. Natürlich hat sie einen eigenen Garten, von dessen „gärtnerischen Urgrund“ sie berichtet. Sie hat die Interviews geführt und strukturiert, das Buch in 8 Stadien des Jahreskreises eingeteilt (Erd- und Ahnenreich / Auferstehung / Erwachen / Knospen / Blühen / Liebe / Ernte / Loslassen), diese mit einfühlsamen Worten eingeleitet, die Fotos von Frank Brunke mit Gedichten begleitet und ein paar Tipps („Rezepte und Inspirationen“) für die eigene Praxis zusammengestellt. Die Sprache der Autorin ist außerordentlich feinfühlig und lebendig, ist selbst „Natursprache“ und ein „Seelengenuß“.

Ist für die Menschen wieder das Paradies auf Erden möglich?
Es wird ein Heilungsweg sein, und auf diesem Weg wird uns die Pflanzenwelt begleiten. Das Buch von Eva Rosen-felder (was für ein verheißungsvoller Name für ihre Berufung!) ist ein Buch, das uns die Vision einer „neuen Erde“ als „dem größten Seelengarten der Menschheit“ schenkt. Doch es geht vor allem darum, durch das Tor des eigenen Paradiesgartens zu treten, nämlich „dem Garten der eigenen Seele, der sich dann auch in einem sichtbaren Seelengarten manifestieren kann.“ (S. 18)
Das Buch hat in seiner leisen Art etwas sehr Aufrüttelndes. Es bewegt die Seele durch die Schönheit, Güte und Wahrhaftigkeit in Sprache und Bild. Fast kann man den Duft der Worte riechen.

 


 

Die Seelenwelt der Pflanzen: Eine Entdeckungsreise – Vorwort von Wolf-Dieter Storl

 


 

Weiter führende Links:

Die Internetseite der Autorin:

http://www.natur-und-geist.ch

 

Heike Engel-Wollenberg: Die eigene Berufung finden

Untertitel: Positionierungsmarketing auf den Kopf gestellt.
Ein Leitfaden für Selbstständige und Gründer

Berufung und Karriere scheinen zwei Welten zu sein: Bei der Berufs-Karriere geht es darum, die Leiter schnell aufzusteigen und „Geld zu machen“. Am Ende der Karriere steht „mein Haus, mein Boot, mein Sportwagen“. Häufig allerdings auch der Herzinfarkt oder Burnout. Karriere ist außenorientiert, will Geld und Erfolg.

Berufung dagegen ist innenorientiert: Hier geht es um die Befriedigung der eigenen Seele, das Zufriedensein mit dem, was man durch seine Talente mit der Gesellschaft teilt. Jeder hat ein Potenzial und lebt es aus, unabhängig von dem, wie es bezahlt wird. Die berufene Arbeit selbst ist der Gewinn, die Zufriedenheit, die Sinnerfüllung

Das Problem: Häufig leben Menschen, die von ganzem Herzen ihre Berufung leben, in ständigen Geldnöten. Karriere oder Berufung sind eine ähnlich unglückliche Trennung (Dichotomie) wie Geld oder Liebe. Kann es ein Ausweg aus diesem Dilemma geben? Die Frage ist um so dringlicher, weil immer mehr Menschen eine sinnerfüllte Arbeit suchen. Mehr noch: Wie kann man gleich mit der Gründung des eigenen Unternehmens seine Berufung erfüllen und gleichzeitig das Geschäftskonto füllen?

Das Buch von Heike Engel-Wollenberg (mit einem richtungsweisenden Vorwort von Kurt Tepperwein) bringt diese scheinbar unversöhnlichen Seiten in eine harmonische Balance:

  • Wer von seiner Berufung fürstlich leben will, muss sich und seine Arbeit ernsthaft vermarkten. Nicht im Elfenbeinturm der Selbstverliebtheit, sondern auf dem Markt der Dienstleistungen wird Geld gemacht.
  • Interessant im Marketing ist das Positionierungs-Marketing: sich in einer klar begrenzten „Nische“ wie ein Leuchtturm zu positionieren.
  • So wird das karrieristisch orientierte Positionierungs-Marketing sozusagen „umfunktioniert“, auf den Kopf und in den Dienst gestellt für eine markt- und geldorientierte Arbeit in der eigenen Berufung.

Mehr als ein Leitfaden

Das Buch ist ein  Handbuch für Menschen, die sich nicht halbherzig selbstständig machen, sondern sofort in ihrer Berufung der Lebensaufgabe dienen wollen:

  • Es verbindet Schritt für Schritt sinnvolle mit erfolgreicher Arbeit, die auch nachhaltig ist und eine Zukunftsperspektive aufweist.
  • Nicht Probleme stehen im Vordergrund, sondern Lösungen.
  • Über die anregenden Übungen kann die eigene Lebensaufgabe erkannt und als Berufung, als Mission formuliert werden.
  • Das Buch legt großen Wert auf das Bewusstsein, lies: Weltanschauung, Philosophie, eine klar formulierte Vision (die Autorin geht dabei mit gutem Beispiel voran).
  • Der wichtigste Erfolgsfaktor ist die Persönlichkeit, die persönlicher Weiterentwicklung über die erfolgreich gelebte Berufung. Doch auch andere „Erfolgskatalysatoren“ werden genannt, vor allem das Handeln, das TUN.
  • „Scheitern“ gehört einfach dazu, um immer „gescheiter“ zu werden, aus Fehlern schnell und grundlegend zu lernen. Die Autorin geht offen und ehrlich auch mit ihrem „freien Fall“ um, macht es zu einem Lernbeispiel.
  • Das Buch bleibt immer auch spielerisch und ist sehr locker geschrieben (der Leser wird geduzt und persönlich angesprochen). Es ist gefüllt von wundervollen Weisheitssprüchen (alleine diese sehr hilfreiche Zusammenstellung ist das Buch schon wert).
  • Nicht zuletzt enthält das Buch ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis für die Leser/innen, die noch tiefer in die Thematik eintauchen wollen.

Kurz: Das Buch der Autorin ist inhaltlich sehr umfangreich und gleichzeitig fokussiert auf das Wesentliche. Hier kommt der Autorin ihre langjährige Berufserfahrung als Heilpraktikerin und Psychotherapeutin zugute.

Mein Fazit: Das Buch ist eine neue Generation von Büchern zur Berufung. Hier wird nicht nur die Frage beantwortet, wie man seine Berufung (Lebensaufgabe, Seelenplan) findet, sondern sich auch auf dem Markt sinnvoll mit seiner Berufung positioniert, um für sich Wohlstand aufzubauen. 

Das Buch ist bestens geeignet auch für Menschen, die in einer ersten Berufs-Krise stecken, wenn die Seele streikt und zu sinnvoller Arbeit anregen will. Die Arbeit mit dem Buch kann helfen, die Berufs-Krise zu verstehen und in gelebte Berufung zu transformieren. Ja, der Weg vom Beruf zur Berufung ist auch ein Weg der Heilung. Die Autorin hat sich hat sich auf diesem Weg selbst profiliert und positioniert.

Ich bin sicher, dass Menschen im Bewusstsein ihrer Berufung genau die Hefe im Sauerteig sind, die unsere Wirtschaften zum Wohle aller transformieren werden. In diesem Sinne wünsche ich dem Buch viel Erfolg und der Autorin einen segensreichen Weg! (Kurt Tepperwein, S. 6)


 

Die eigene Berufung finden – Positionierungsmarketing auf den Kopf gestellt: Ein Leitfaden für Selbständige und Gründer (budrich Inspirited) (Klick)


 

Die Homepage der Autorin:

http://engel4success.de/

Die Goldenen Verse des PYTHAGORAS

Untertitel: Lebensregeln zur Meditation
Herausgegeben und eingeleitet von Inge von Wedemeyer


Ich habe dieses kleine Büchlein (1983 wohl erstmals erschienen) erst sehr spät entdeckt, doch es war gleich „Liebe auf´s erste Lesen“.

Inge von Wedemeyer hat mehr als nur ein Vorwort und eine Einleitung geschrieben (S. 1-12), sondern die Verse auch sehr einfühlsam und kenntnisreich interpretiert (S. 23 – 56) Das Literaturverzeichnis selbst (S. 57 – 60) zeichnet wichtige Spuren zu dem „großen Lehrmeister der Griechen, ja des Abendlandes“ (S. 1) auf.

Die 71 „Goldenen Verse“ sind durch Gerda von Gerlach aus dem Griechischen übersetzt und in eine zeitnahe Sprache gebracht (S. 13 – 22), und das ist wahrlich eine Kunst!

„Bei Pythagoras bilden Religion, Leben und Wissenschaft eine Einheit“ (S. 1)

Das ist für mich einer der Kernsätze von Inge von Wedemeyer, der klar auf den Punkt bringt, was an Pathagoras für die heutige Zeit so faszinierend ist. Wenige Seiten weiter schreibt sie: „Glauben, Wissen und Leben bilden eine dynamische Einheit.“ (S. 5) Genau auf der Suche sind wir heute in der völlig desintegrierten Welt wieder.

Von Pythagoras ist – anders als bei Platon – im Grunde kein authentisches Schrifzeugnis hinterblieben. Es war nicht nur die „Geheimlehre“ seiner Mysterienschule, deren Lehre nur mündlich an einen engen Kreis weiter gegeben wurden. Es gab sicher auch Bücher von ihm, und von Platon ist die Aussage bekannt, dass er für die Bücher von Pythagoras ein Vermögen ausgeben wollte, so groß war seine Wertschätzung ihm gegenüber.

Die Goldenen Verse sind das, was noch am authentischsten von Pythagoras ist, unabhängig, ob die Verse von ihm selbst aufgezeichnet wurden oder von seinen Schülern. Sie beinhalten vor allem geistige Lebensregeln für die Pythagoreer, vergleichbar mit den 7 Lebensprinzipien, die Hermes Trismegistos zugeschrieben werden. Die Goldenen Verse erinnern mich auch an das Tao Te-King des Lao-Tse.

Es ist (neben der Übersetzung durch Gerda von Gerlach) eine Kunst von Inge von Wedemeyer, die Grundzüge der Lebensphilosophie von Pythagoras aus den Goldenen Versen heraus gearbeitet zu haben:

  • Das Universum ist eine Einheit (S. 31 – 32)
  • Die Seele ist unsterblich (S. 32 – 33)
  • Der Weg zur Vollkommenheit und Unsterblichkeit (S. 33 – 35)
  • Schicksal und freier Wille (S. 35 – 37)
  • Die Lehre von der Freundschaft, von den Entsprechungen und von den Elementen (S. 37 – 41)
  • „Alles ist Zahl“ (S. 41 – 47)
  • Musik und Heilkunst (S. 47 – 52)
  • Halte Maß! Erkenne dich selbst! (S. 52 – 56)

Gründer der abendländischen Esoterik

Man hat in der wissenschaftlichen Forschung Inge von Wedemayer vorgeworfen, sie sei zu „esoterisch“. Richtig! Genau das ist das Problem – und dieses Problem zu verstehen ist gleichzeitig der Schlüssel, um überhaupt einen tiefen Zugang zu Pythagoras zu finden. Pythagoras selbst war es, der in seiner Mysterienschule die „Novizen“ unterschied von den „Adepten“. Die Novizen waren die „Anfänger“, die oft 5 Jahre und mehr im „äußeren, exoterischen Kreis“ seiner Schule verbrachten, die Adepten hatten sich als Schüler qualifiziert und gehörten zum „inneren, esoterischen Kreis“.

Ein Esoteriker zu sein, war für Pythagoras also eine Auszeichnung. Und so schreibt Inge von Wedemeyer auch zur „Einsicht des Interpreten“:

Und wenn es um die großen Persönlichkeiten der Vergangenheit geht, kommt hinzu, daß sie eigentlich nur von Menschen gleichen Formats verstanden werden können. (S. 2)

Mit anderen Worten: Nur ein Esoteriker kann einen Esoteriker erkennen. Oder mit etwas für die heutige Zeit unverfälschteren Begriffen: Nur ein Mystiker kann einen Mystiker erkennen. Und das war Pythagoras mit Sicherheit.

So ist auch der Hinweis von Inge von Wedemeyer zur Übersetzerin Gerda von Gerlach gut zu verstehen: „Es ging der Übersetzerin sowohl um sprachliche als auch um esoterische Genauigkeit.“ (S. 11)

Was an den Pythagoras zugeschriebenen Weisheiten ist wirklich authentisch?

Inge von Wedemeyer geht auch der Frage nach, ob all die Pythagoras zugeschriebenen Erkenntnisse (wie der „Satz des Pythagoras“) wirklich von ihm sind oder älteren ägyptischen, babylonischen oder indischen Ursprungs. Ihre Antwort ist sehr weise:

Man sagt, er habe an den bedeutendsten heiligen Stätten in Phönizien, Ägypten, Babylon und Griechenland hohe Einweihungen empfangen, vielleicht auch in Indien. Man sagt, er habe alles Wissen und alle Weisheit seiner Zeit in sich aufgenommen, und bezeichnet ihn als einen „universellen Geist von welthistorischem Format“. (S. 4) …
Die Bedeutung des Pythagoras liegt nicht darin, ob er diese oder jene Lehre als erster gebracht hat … Die Bedeutung und Universalität der Geistesheroen liegt in ihrer Fähigkeit, ihr hoch entwickeltes Bewusstsein schöpferisch einzusetzen und damit nicht nur auf die Mitwelt und Nachwelt zu wirken, sondern die Menschheit in ihrer Evolution auf eine neue Stufe zu heben.“ (S. 6)

Der österreichische Philosoph, Mathematiker und Schriftsteller Egmont Colerus (1888 – 1936) sieht in Pythagoras sogar den Geburtshelfer für „Die Geburt des Abendlandes“.

Mein Fazit: Sich Pythagoras authentisch zu nähern, setzt selbst ein gewisses spirituelles Bewusstsein voraus, das über das streng rationale Bewusstsein der „objektiven Wissenschaft“ weit hinaus geht. Jeder in diesem Bewusstsein hat mehr Chancen, Pythagoras authentisch zu verstehen als mit einem wissenschaftlich begrenzten Horizont.

Das Buch von Inge von Wedemeyer ist beides: eine Prüfung für dieses erweiterte Bewusstsein (hast du Zugang zu diesem Büchlein?) und – dies vorausgesetzt – ein Generalschlüssel zum Verständnis des Wirkens von Pythagoras, den ich in eine Reihe wie Buddha und Lao-Tse stelle.



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Stephen Hawking: Eine wunderbare Zeit zu leben

Bei dem Besuch einer Sylter Buchhandlung sind mir zwei kleinen Büchlein in die Hände gefallen, die das große Denken der heutigen Zeit in sehr einfachen Worten, also leicht verständlich vermitteln: von dem bekanntesten Flüchtling der Welt (dem Dalai Lama und seinem Appell an die Welt; > meine Buchbesprechung) und dem bekanntesten „Behinderten“ dieser Welt, Stephen Hawking. Zwei geistige Giganten unserer Zeit.


Das Buch von Stephan Hawkings erschien zu seinem 75. Geburtstag am 8. Januar 2017. Es enthält ein paar kleine Auszüge aus seinem Leben und seinen wissenschaftlichen Arbeiten: Vier Artikel erzählen aus seinem Leben und seiner Erfahrung mit seiner Erkrankung (Kindheit / St. Albans / Oxford / ASL, S. 11 – 47), drei Artikel sind wissenschaftlicher Art (S. 49 – 92) und am Ende des Buches eine Resümé seines bisherigen Lebens „Keine Grenzen“ (S. 137 – 140).

Der Exkurs von Bernd Schuh „Die Haare der schwarzen Löcher. Stephen Hawking und die Erforschung der kosmischen Monster“ (S. 93 – 135) ist sehr wertvoll, da er hilft, das ganze theoretische Gebäude der Kosmologie von Stephen Hawking zu umfassen und zu verstehen.

 

Die biografischen Artikel

Hier gefällt mir besonders der stille (vielleicht britische?) Humor von Stephan Hawkins. Das Lesen seiner biografischen Auszüge zaubern dem Leser ein Lächeln ins Gesicht. Es ist einfach packend zu erfahren, wie aus einem „ganz normalen Jungen“ dann der „zweifellos berühmteste Wissenschaftler unserer Zeit“ (S. 7) geworden ist.

Beispiel für diesen süffisanten Humor:

Ich bin nie über einen mittleren Platz in der Klasse hinausgekommen. Meine Arbeiten machte ich sehr unordentlich, und mit meiner Handschrift brachte ich die Lehrer zur Verzweiflung. Doch meine Klassenkameraden gaben mir den Spitznamen „Einstein“, also sahen sie offenbar irgendwo Anlass zur Hoffnung. (S. 26 f.)

Es ist ein Glück, dass ich kein Beamter geworden bin. Mit meiner Behinderung hätte ich das nicht geschafft. (S. 36)

Was schreibt er zu seiner Krankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose, eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems)?

Die Erkenntnis, dass ich an einer unheilbaren Krankheit litt, an der ich wahrscheinlich in ein paar Jahren sterben würde, war ein ziemlicher Schock. …
Bevor meine Krankheit erkannt worden war, hatte mich mein Leben gelangweilt. Nichts schien mir irgendeiner Mühe wert zu sein. Doch kurz nachdem ich aus dem Krankenhaus gekommen war, träumte ich, ich solle hingerichtet werden. Plötzlich begriff ich, dass es eine Reihe wertvoller Dinge gab, die ich tun könnte, wenn mir ein Aufschub gewährt würde. In einem anderen Traum, der sich mehrfach wiederholte, opferte ich mein Leben, um andere zu retten. Wenn ich schon sterben musste, konnte ich noch etwas Gutes tun. (S. 40 f.)

Die wissenschaftlichen Artikel

Von dem Artikel „Was ist Wirklichkeit?“ (S. 49 – 70) war ich hellauf begeistert! Mit dem populärwissenschaftlichen Missverständnis der Quantenphysik gibt es sozusagen keine „objektive Wirklichkeit“ der Realisten mehr, jeder erschaffe sich seine Wirklichkeit selbst, der pure Subjektivismus oder gar Solipsismus.

Hawkins Begriff ist der „modellabhängige Realismus“:

Modellabhängiger Realismus umgeht all diese Streitereien zwischen der realistischen und antirealistischen Schule. (S. 57)
Modellabhängiger Realismus entspricht der Art und Weise, wie wir Objekte wahrnehmen. (S. 58)

Alleine dieser Artikel ist das ganze Büchlein wert. Der Artikel „Schwarze Löcher und Baby-Universen“ (S. 71 – 86) ermöglicht es auch einem wissenschaftlichen Laien eine Ahnung von dem, mit dem sich Stephen Hawkins zweit seines Lebens beschäftigt hat. Der Artikel behält auch für einen Laien seine Faszination. Der Artikel „Informationserhaltung und Wettervorhersage für Schwarze Löcher“ (S. 87 – 92) ist eine Kurzzusammenfassung („Abstract“) einer wissenschaftlichen Arbeit für das Fachpublikum. Muss man nicht verstehen. Man bekommt nur eine Ahnung, wie Astrophysiker miteinander kommunizieren. Dagegen scheint mir Chinesisch leichter verständlich zu sein. Diese wenigen Seiten durften im Buch aber auch nicht fehlen.

Das Resümé: keine Grenzen

Der Abschlussartikel müsste eigentlich vollständig zitiert werden. Hier nur die wichtigsten Sätze:

Meine Behinderung hat meine wissenschaftliche Arbeit nicht wesentlich beeinträchtigt. Tatsächlich war sie in mancherlei Hinsicht eher von Vorteil … (S. 137)
Ich hatte ein gutes und erfülltes Leben. Meiner Meinung nach sollten sich behinderte Menschen auf die Dinge konzentrieren, die ihnen möglich sind, statt solchen hinterherzutrauern, die ihnen nicht möglich sind. (S. 138)
Es war wunderbar in dieser Zeit zu leben und auf dem Gebiet der theoretischen Physik zu forschen. Falls ich etwas zum Verständnis unseres Universums beitragen konnte, wäre mein Glück vollkommen. (S. 140)

Mein Fazit: Ein Buch, das in jeder Oberstufe einer Schule und in der „Behinderten-Pädagogik“ gelesen werden sollte. Es führt leicht verständlich in die aktuelle Kosmologie ein – mit ihrer ganzen Relativität. Es gibt eine Ahnung davon, was wir wissen und was alles noch erforscht werden kann. Es ist sogar hilfreich für das „Alltagsbewusstsein“ und einer zentralen Grundfrage: „Was ist wirklich, was ist nur Schein?“ Das Buch macht vor allem Mut für die eigene Lebensvision und die Bestimmung im Leben. Wir Menschen haben ein dermaßenes Potenzial, dass die scheinbar größte körperliche Behinderung uns nicht davon abhalten muss, geistige Höchstleistungen zu erbringen.

 


Stephen Hawking: «Eine wunderbare Zeit zu leben» (Klick)

DALAI LAMA: Ethik ist wichtiger als Religion

Das Buch von Dalai Lama ist zu seinem 80. Geburtstag im Juli 2015 in allen Weltsprachen gleichzeitig erschienen. Dieser wohl bekannteste „Flüchtling“ auf der Welt lebt seit 56 Jahren (gemessen an seinem 80. Geburtstag) im Exil in Indien. Ich habe das Büchlein jetzt erst entdeckt, doch es hat mich so berührt, dass ich nach einer kreativen Pause von 5 Monaten meinen Buchblog mit diesem Buch wieder fortsetzen möchte.

Das 56-seitige Büchlein (ideal zum Verschenken, unter 5 Euro) ist zusammen mit dem bekannten Fernsehjournalist und Bestsellerautor Franz Alt herausgekommen. Franz Alt hat das Vorwort geschrieben, der Appell von Dalai Lama für eine säkulare Ethik und Frieden folgt mit 6 Seiten. Den inhaltlich größten Teil macht ein Interview zwischen dem Dalai Lama und Franz Alt über den Appell seiner Heiligkeit aus. „Die Dalai-Lama-Story. Geschichte eines bewegten Lebens“ mit den Lebensdaten des Dalai Lama runden das Büchlein ab. Es ist sehr beeindruckend und bewegend in seinen einfachen Worten und hat etwas von einem ethischen Manifest wie auch einer heiligen Schrift. Es ist alles so einfach und klar, wie es nur die Wahrheit sein kann – und gleichzeitig erschütternd, wie verblendet die Menschheit heute auf der anderen Seite noch ist.

Ich will aus dem Büchlein nicht viel zitieren, wie es sonst so meine Art ist. Es hat kein Wort zu viel und keines zu wenig. Es ist in sich geschlossen und herausgerissene Zitate können kaum eine Ahnung von der Tiefe des Buches vermitteln.

Mir ist die Rolle Tibets nie so bewusst geworden, wie beim Lesen des Büchleins.

Der Dalai Lama schreibst selbst, an Mahatma Gandhi erinnernd:

Diese Strategie der Gewaltfreiheit und der Erfurcht vor allem Leben ist das Geschenk Tibets an die Welt. (S. 14)

Und Franz Alt schreibt über die Rolle Tibets:

Auf dem Dach der Welt spielt sich ein für uns fast unvorstellbarer geistiger Kampf zwischen dem religiösesten Volk der Welt und der zurzeit materialistischsten Ideologie auf unserem Planeten ab (der chinesischen Kommunismus, Anm. JS). Der Ausgang dieses Ringens wird für die Zukunft der ganzen Welt entscheidend sein. (S. 49)

Das Buch ist eine einfache Verbindung zwischen Politik, Ethik, Wissenschaft, Spiritualität und Religion, eine Einheit, die wir schon lange wieder suchen. (Ich würde sagen: wie sie in unserem Kulturraum noch in Pythagoras verkörpert war und danach verloren ging.)

Es ist politisch: „Der Irak-Krieg, den Georg W. Bush 2003 begann, war ein Desaster. Dieser Konflikt ist bis heute nicht gelöst und hat viele Menschen das Leben gekostet.“ (aus dem Appell, S. 13) Der Dalai Lama kritisiert auch die Deutschen und Franzosen als große Waffenexporteure.

Es ist ethisch: Wir wissen besser als früher, „dass Ethik, Mitgefühl und soziales Verhalten uns angeboren sind, aber Religion uns anerzogen ist.“ (S. 25)

Es ist wissenschaftlich: „Ethik ist die Wissenschaft vom Glück.“ (S. 36)

Es ist spirituell: „Wesentlicher als Religion ist unsere elementare menschliche Spiritualität.“ (S. 15)

Es ist trans-religiös: „Es ist vielmehr höchste Zeit, für unser Verständnis von Spiritualität und Ethik in der globalisierten Welt einen neuen Weg jenseits der Religionen zu eröffnen.“ (S. 35)

Für mein Bewusstsein ist das Büchlein in der neuen Trump-Zeit wichtiger geworden denn je. Vielleicht ist Trump, der Hardliner nach Nixon und G.W. Bush, die Herausforderung, die unsere Welt braucht, um sich mit einer neuen Geisteshaltung gegen die Dämonen der Welt zu erheben, damit wir uns endlich als eine Menschheitsfamilie erkennen und Frieden im inneren und äußeren schließen können.

Ich wünsche diesem Büchlein eine weite Verbreitung für alle Menschen guten Willens – jenseits aller religiösen und ideologischen Grenzen. Ich habe einen großen Respekt davor, dass es im Red Bull Media House erschienen ist. Das ist auch schon grenzüberschreitend. Möge es zu UNSERER STIMME werden.

Das Büchlein gehört in jede Schule – und nicht nur in den Ethik-Unterricht.


 
Weiterführende Links:

Die offizielle Seite des Dalai Lama (englisch)
Die Seite von Franz Alt  (Sonnenseite)
Die Seite der Deutschen Tibethilfe
Die Seite der Deutschen Tibethilfe zum Buch
Die Seite des Verlages Benevento



Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion (Klick)

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