Arthur Schult: Astrosophie (2 Bände)

Das Buch ist erstmals 1971 zwei Jahre nach seinem Tod erschienen und setzt Zeichen für eine neu verstandene Astrologie. Arthur Schult (1893 – 1969) gibt ihr deshalb auch den neuen Namen: Astrosophie. Es ist ein Lehrbuch gar nicht so sehr im wissenschaftlichen Sinne, sondern eine Hilfe für Seelenkunde.

Der westliche Mensch ist auf dem Weg zu einem geweiterten, umfassenden, kosmischen Bewusstsein, vollzieht einen neuen Durchbruch in die Sphären des Überbewusstseins. (S. 9)

Er stellt die Astrosophie in die Tradition von: Pythagoras, Herklit, Platon, Plotin, Hildegard von Bingen, Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Dante, Leonardo da Vinci, Melanchton, Paracelsus, Kepler, Goethe und Novalis (S. 9). Oder – an anderen Stellen genannt: Meister Eckhart, C.G. Jung. Und ich denke, das mit Bedacht.

Diesen verschiedenen Schichten in Mensch und Welt, jeder Ebene des Daseins wollen wir gewähren, was ihr zukommt. Der physischen Ebene gehört die materielle Welt an, der ätherischen Ebene die Welt der Lebenskräfte, der Astralebene die Seelenwelt, der Mentalebene das reichte Gedanken, der supramentalen Welt dagegen gehören wir selbst an mit unserem kosmischen und überkosmischen Bewusstsein. Aus einem geistig-übersinnlichen Schauen, aus dem ins Kosmische geweitete Überbewusstsein des Menschen ist alle echte Astrologie und Astrosophie zuletzt entstand. (S. 10 f.)

Von der „Wiedergeburt einer echten Sternenweisheit“ schreibt er:

Astrosophie als kosmische Symbolwissenschaft kann heute in lebendiger Weise dazu helfen, das rationale Begriffsdenken umzuwandeln in ein zeitgemäßes imaginativ-bildhaftes Denken, mit dem wir die Bildersprache, die großen heiligen Zeichen, die überall im Mikro- und Makrokosmos gelten, neu verstehen lernen. Die neue Geburt einer solchen Kosmosophie, welche aus Mensch, Kosmos und Gott wieder in lebendigem Zusammenhang erleben lässt, wird die Wissenschaft zur Anerkennung der geistigen Natur des Menschen führen und kann auf diese Weise zu einer wichtigen Brücke zwischen Wissenschaft und Religion werden. (S.14)

Bei der Astrosophie geht es um „die Beziehung zwischen Gestirnskonstellation, Charakterveranlagung und Schicksal des Menschen.“ (S. 35)

Arthur Schult zitiert K. O. Schmidt (den er als einen „Mystiker der Gegenwart“ bezeichnet) zustimmend: „Als lebendiger Organismus erscheint der Kosmos uns heute, von schöpferischen Kräften durchpulst, vom Geist des Lebens geleitet. (S. 21 f.). Oder Novalis: „Der Stoff der Stoffe ist Kraft; die Kraft der Kräfte ist Leben;  das Leben des Lebens ist Seele; die Seele der Seelen ist Geist; der Geist der Geister ist Gott.“ (S. 23) Oder Plotin: „Du kannst das Unendliche nur erfassen mit einer Fähigkeit deiner Seele, dioe höher ist als der Verstand, indem du in einen Zustand übergehst, der jenseits deiner vergänglichen Sinne liegt, in welchem das Allsein dir unmittelbar bewusst wird. Es ist ein kosmisches Bewusstsein …“ (S. 23). Ode nicht zuletzt Meister Eckhart: „Seelengrund und Gottesgrund sind eins.“ (S. 23)

Nicht zuletzt zitiert Arthur Schuld den Astronomen an den Sternwarten Hamburg und Nürnberg Dr. Wilheln Hartmann:

Für mich ist diese kosmische Impulslehre kein „Glaube“ mehr, keine „Annahme“, sondern in ihren Grundzügen ein an tausend Beispielen bewiesenes Wissen. Es mag sein, daß einige Voraussetzungen später durch andere ersetzt werden müssen, daß einige weitergehende Schlüsse falsch sind, der Schluß jedoch, zu welchem diese Grundzüge führen, nämlich, daß wir Menschen dauernd kosmische Impulse empfangen, die unser Handeln, Fühlen und Denken beeinflussen, ist für mich eine unerschütterliche Tatsache.“ (S. 30)

Ich will ein paar Thesen von Arthur Schulz herausstellen, die für mich essentiell sind:

Es gibt eine höhere Seelen-Dimension (die 5. – und mehr – Dimension):

Die dreidimensionale physische Welt erwies sich uns dabei als Spezialfall einer höher dimensionierten Wirklichkeit, als die Hülle eines feineren tierischen Organismus, der seinerseits von einem noch feineren seelisch-astralen Gebilde umgriffen wird, das eingebettete ist in eine geistige Kraftsphäre. Das gilt sowohl für den Menschen wie für das All, für den Micro- wie für den Makrokosmos, für die atomaren Kleinwelten die für die makrokosmischen Sternsysteme. (S. 32)

Es gibt KEINE kausale und direkte Ursache der Sterne am Himmel auf unseren Charakter. Die Sterne symbolisieren und machen wirkende kosmische Krafte nur als Projektionsfläche (ähnlich der Ziffer einer Uhr) sichtbar:

… die Gestirnenkonstellation am Himmel (ist) das große Zifferblatt der Weltenuhr, auf dem ich ablesen kann, was für schöpferische Kräfte in jedem Augenblick im Kosmos wirksam sind; keineswegs aber sind die Gestirne selber die kausale Ursache für diese Kräfte. (S. 35 f.)

Astrologie ist keine Wissenschaft, sondern eine Weisheitslehre:

Bei der echten Astrologie, mit der wir uns alleine befassen, handelt es sich also um eine mythisch-symbolische Denkform, die eine tiefere Schicht der Wirklichkeit erfasst als das kausal-naturwissenschaftliche Denken. (S. 36)

Erst jetzt berühren wir jene geistige Sphäre, der die wahre Astrologie entstammt, für die ich die Bezeichnung „Astrosophie“, „Sternenweisheit“ gewählt habe. (S. 37)

Wir brauchen eine neue Astrologie, die nicht nur eine Sonnen-, sondern auch eine Mond-Astrologie ist.

Die westliche Astrologie hat im Gegensatz zur indischen Astrologie die karmisch-kosmisch-astralen Zusammenhänge aus den Augen verloren und wirkt oberflächlich im Vergelich zur indischen. (S. 39 f.)

Die Konstellation der Sterne bestimmen nicht unser Leben. Wir sind keine „Opfer der Sterne“. Sie sind unsere „Wegweiser“ wie der Polarstern für die Seefahrer:

Der Weise beherrscht seine Sterne. (S. 43)

Weil der Mensch mit seinem Gottesfunken, seinem Über-Ich, den Kosmos überragt, darf ihm die Astrologie und das Horoskop auch nie zur Lebenskrücke werden. Nie darf er sich abhängig machen in seinen Lebensentscheidungen von horoskopischen Stellungen. Wir wollen auf unserem Lebensweg stets der eigenen Intuition, unserem freien und innersten Empfinden folgen, der Stimme der Stille, die in unserem Herzen spricht, wenn wir nur recht zu lauschen verstehen. (S. 44)

Es gibt Ur-Prinzipien, die ALLES erschaffen haben. Diese Ur-Kräfte können auf allen Ebenen erkannt werden. Sie machen das „senkrechte“ Weltbild (der 5. Dimension) gegenüber dem „waagerechten“ (der 4 Raum-Zeit-Dimensionen) aus:

Die schöpferische Urkraft Gottes manifestiert sich in diesen sieben Prinzipien, die zusammen, aber auch voneinander getrennt, im Universum alles gestalten. Alles, was existiert, ob Weltkörper, Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen oder höhere Geistwesen, wurde und wird von diesen Kräften geschaffen. (S. 161)

Das Wassermann-Zeitalter erschließt uns die Lebendigkeit des Kosmos. Sein „Regent“ URANUS symbolisiert die Kraft der kosmischen Transformation:

Uranus ist der Planet der Intuition, des kosmischen Bewusstseins. er erschließt uns das Gebiet der Kosmosophie und Astrologie. (S. 171)

Wir leben in einer beseelten Welt. Sogar in unserem „Kalenderjahr“ finden wir Zyklen unserer Menschenseele:

Das Jahr ist im astrologischen Sinne keine abstrakte Zeitspanne, sondern ein großer, geistlebender Organismus, der alle Bereiche der Natur und des Menschen durchdringt. (S. 259)

Die Symbole der uns bekannten Tierkreiszeichen sind also Hieroglyphen für die 12 Monate des Sonnenkreilaufs und für die jahreszeitlichen Erlebnisse der Menschenseele in Bezug auf das Verhältnis Sonne-Erde. (S. 279)

Das Geburtshoroskop enthält unseren Seelenplan. Im „Lesen und Deuten“ unseres Geburtshoroskops verstehen wir immer mehr die Absicht unserer Seele:

Das „Horoskoplesen“ ist also ein „Auralesen“, die Interpretation der in der Aura enthaltenen und in diese hinein gewobenen karmischen Ursachen, der guten und bösen, die als Hilfs- oder Leidensquellen zeitgebunden in Erscheinung treten. Die Stellung der Gestirne in den Horoskophäusern verrät uns ihren besonderen Einflussbereich in den aurischen Kräftefeldern seines Odkörpers. Und so ist das Horoskop im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiegel der Seele (S. 467 f.)

Die griechische Bezeichnung für das Geburtsbild lautet „Thema“. Damit ist klar ausgedrückt, daß das Horoskop dem Menschen das Thema des Lebens, die Problemstellung, die ihm zugedachte Lebensrolle zeigt, daß aber die Lösung des Problems, das „Wie“ des Spiels, seiner Freiheit überlassen bleibt. … Die Freiheit beginnt dort, so der Mensch lebendig sein Horoskop entwickelt. (S. 473 f.)

Die Dimension der Seele steht senkrecht gegenüber der waagerechten Dimension der Raumzeit (hier am Beispiel Gnade und Gerechtigkeit):

Die Ebene von Liebe und Gnade kreuzt senkrecht die Ebene von Gesetz und Gerechtigkeit. … Begnadigung heißt im juristischen Bereich, aus höherer Sphäre heraus aufhebend eingreifen in den Gesetzeszwang. Gnade und Gerechtigkeit stehen senkrecht zueinander. …
Beide Richtungen, Senkrechte und Waagerechte, zusammen erst bilden das Kreuz und sin in unserer Welt von grundlegender Wichtigkeit. (S. 471)

Den äußeren Aspekten der Seele korrespondieren mit den inneren.

Wie sagte doch Paracelsus? „Es ist nicht der Saturn über die, sondern der Saturn in dir, der dich peinigt!“ Lernen wir also unsere noch niedrigeren saturnischen Charaktereigenschaften beherrschen, so haben wir auch unseren Geburts-Saturn unter Kontrolle. (S. 475)

Es geht nicht darum, die Astrologie anzubeten, sondern unsere Seele zu verehren.

Götze des heutigen Menschen ist die Wissenschaft. Das Denken ist nur die Tür zur mentalen Ebene. Die Pforte zur supramentalen Ebene dagegen heißt Glaube und Geisterleuchtung, Vertrauen und Liebe. …
Dieser Weg zur Gotteinigung, zur unio mystica, ist im Horoskop verankert. Denn es ist ein ganz persönlicher Weg, verschieden nach Veranlagung und Schicksal bei jedem Menschen. Alles astrologische Weistum, jede recht verstandene Horoskopdeutung soll nur Mittel sein zur wahren Selbst- und Schicksalserkenntnis auf dem Weg zu jedem höchsten Ziele der Gotteinigung. (S. 477)

Mein Fazit: Wenn man von dem Astrologischen als Seelenkunde fasziniert ist, der herkömmlichen Astrologie aber skeptisch gegenüber steht, dem sind diese beiden Bände der ASTROSOPHIE wärmstens ans Herz gelegt. Es hat mir geholfen, hier keine Irrwege zu gehen.

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Thomas Berry: Das Wilde und das Heilige

Thomas Berry (1914 – 2009) ist einer der Hauptvertreter der „Tiefenökologie“. Dies ist eine spirituelle, ganzheitliche Umwelt- und Naturphilosophie, die ein Leben im Einklang mit der Natur anstrebt. Das Buch „The Great Work“ erschien 1999 in Amerika und ist das geistige Erbe von Thomas Berry. Endlich ist es jetzt 2011 auch auf deutsch erschienen!

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Ich habe beim Lesen das Gefühl gehabt, die „Bibel der Erde“ zu lesen. Es geht nicht nur inhaltlich um das HEILIGE – beim Lesen erfasst es einen auch. Wenn wir durch DAS GROSSE WERK überleben, dann wird der Geist des Buches seinen Beitrag dazu geleistet haben.

Vielleicht das wertvollste Erbe, das wir künftigen Generationen mitgeben können, ist ein gewisser Sinn für die große, vor ihnen liegende Herausforderung, das menschliche Projekt von verwüstender Ausbeutung in ein wohltätiges Miteinander zu verwandeln. (S. 18)

Wir sollten hier feststellen, dass das große Werk eines Volkes das Werk all seiner Menschen ist. Niemand ist ausgenommen. Jeder von uns hat seinen individuellen Lebensrahmen und seine Verpflichtungen. Aber durch diese Beschränkungen hindurch hat jeder Mensch aufgrund seiner persönlichen Leistungen teil am großen Gesamtwerk. Die persönliche Arbeit bedarf einer Anbindung an das Große Werk. (S. 21)

Die Verwirklichung des Großen Werkes ist das Ziel nicht nur der menschlichen Gesellschaft, sondern des ganzen Planeten Erde. Ja, über die Erde hinaus. Es ist das Große Werk des Universums selbst. (S. 194)

Was für eine Perspektive! Es geht nicht nur um den Einzelnen, seinen Berufung in diesen Umbruchszeiten zu finden. Es geht um das „Projekt Menschheit“. Und es ist nicht nur wichtig für unseren Planeten Erde. Es ist der Kosmos selbst, der am Werk und am Wirken ist. Das ist doch HEILIG, oder?

Was ist denn das „Wilde“?

Um die Rolle des Menschen im Funktionszusammenhang der Erde zu verstehen, müssen wir die Spontanitäten erkennen, die sich in jeder Existenzform der natürlichen Welt wiederfinden lassen – Spontanitäten, die wir mit dem Wilden assoziieren, d.h. mit dem, was der menschlichen Verfügungsgewalt entzogen ist. Wir missverstehen unsere Rolle, wenn wir annehmen, unsere historische Mission bestünde darin, den Planeten zu „zivilisierten“ oder zu „domestizieren“, als ob Wildheit etwas Destruktives anstatt die ultimative schöpferische Seinsform jeglichen Wesens wäre. Wir sind nicht hier, um zu kontrollieren. Wir sind hier, um mit der größeren Erdgemeinschaft eine Ganzheit zu bilden. Die Gemeinschaft selbst und jedes seiner Mitglieder hat letztlich eine Dimension der Wildheit, eine kreative Spontanität als tiefste Realität und tiefstes Mysterium. (S. 55)

Wildheit können wir als Wurzel jeglicher authentischen Spontanität jedes Wesens ansehen. (S. 57)

Der Verlust der Seele

Wie können wir die existentielle Krise der Menschheit und des Planeten verstehen?

Die der Erde zugefügte Gewalt liegt jenseits des Akzeptablen. Sie kann nur als Konsequenz einer schweren kulturellen Fehlorientierung angesehen werden. Der Wandel, der vom Ökologen gefordert wird, besteht in einer drastischen Reduktion der Ausplünderung durch das kommerziell-industrielle Wirtschaftssystem. (S. 112)

Die entscheidende Frage hat letztlich mit der Seele der Zukunft zu tun, wie sie ihren Ausdruck im einzigartigen Lebenssystem des Planeten Erde ihren Ausdruck findet. Viel ist über die physikalischen und biologischen Überlebensmöglichkeit nachgedacht worden, aber nur ziemlich wenig über die Seele der Zukunft. Wir befassen uns hier vor allem mit der Seele als den formenden Geist-Prinzip innerhalb jedes Lebensprozesses. (S. 118)

„Störung der biologischen Integrität des Planeten“ lautet die Anklage, die gegen die Ökonomie der Ausbeutung vorzutragen ist. Nur eine Wiederherstellung der biologischen Integrität des Planeten mit seinen verschiedenen Bioregionen kann das ganzheitliche Überleben der erde in Zukunft sichern. Unsere primäre Aufgabe muss in der Wiederaufrichtung der organischen Ökonomie des gesamten Planeten bestehen. Alle werden gebraucht. (S. 149)

Den Menschen neu erfinden

Das ist für mich eines der aufregendsten Kapitel!

Die historische Mission unserer Zeit besteht darin, den Menschen neu zu erfinden – auf der Ebene seiner Art, unter kritischer Reflexion, innerhalb der Gemeinschaft der Lebenssysteme, im Kontext einer zeitlichen Entwicklung, vor dem Hintergrund der Geschichte sowie unter Aufnahme unserer Traum-Erfahrungen. …
Wir müssen den Menschen auf der Ebene seiner Art neu erfinden, da die Aufgaben, die vor uns liegen, über die Kompetenzen unserer gegenwärtigen kulturellen Traditionen, sowohl individuell als auch kollektiv, hinausgehen. Wir brauchen etwas, das unsere heutigen Tradition überschreitet und uns den grundlegendsten Aspekt des Menschseins wiederbringt: uns selbst zu formen. (S. 159)

In solcher Zeit bedürfen wir einen neuen Offenbarungserscheinung, einer Erfahrung, durch welche das menschliche Bewusstsein zum Erlebnis der heiligen und majestätischen Größe der Erde erwacht. Solches Erwachen kennzeichnet unsere menschliche Teilhabe am Traum der Erde, der in seiner Fülle nicht nur alle kulturellen Ausdrucksformen auf der Erde durchwaltet, sondern bereits in den Tiefen unserer genetischen Codierung angelegt ist. Dadurch funktioniert die Erde in einer Tiefenstruktur, die sich unserem bewussten Denken entzieht. Wir können lediglich für das empfänglich sein, was sich uns von selbst enthüllt. Wahrscheinlich haben wir seit uralten schamanischen Zeiten nicht mehr im Traume der Erde mitschwingen können, aber in ihm liegt unsere Hoffnung für unsere Zukunft und die der gesamten Erdgemeinschaft. (S. 164)

Wenn der Mensch der Mikrokosmos ist, dann ist der Kosmos ein Makro-Anthropos. (S. 174)

Thomas Berry spricht von der vierfachen Weisheit und ihren Traditionen:

  • Die Weisheit der indigenen Völker.
  • Die Weisheit der Frauen.
  • Die Weisheit der klassischen Kulturen.
  • Die Weisheit der Wissenschaften.

Es ist augenscheinlich evident, dass keine dieser Traditionen in unserer heutigen Situation ausreicht. Wir brauchen sie alle. Jede von ihnen hat ihre eigenen spezifischen Errungenschaften, Begrenzungen, Fehlorientierungen und leistet ihren eigenen Beitrag zu einer integralen Weisheitstradition, die im beginnenden 21. Jahrhundert Gestalt anzunehmen scheint. …
Zum ersten Mal beginnen wir auch einzusehen, dass das menschliche Projekt der Sorge und Führung von Frauen und Männern in gleicher Weise bedarf. (S. 194)

Und das Heilige?

Es ist das, wozu die Wissenschaft keinen Zugang hat: die GNADE.

Auch heute am Beginn des 21. Jahrhunderts erfahren wir einen Augenblick der Gnade, allerdings einen, dem in seiner Bedeutung kein vorangegangenr an die Seite gestellt werden kann. (S. 196)

Wir erleben nun einen Augenblick von Bedeutungsschwere, der weit über das hinausgeht, was sich irgendjemand von uns vorstellen kann. Es kann festgestellt werden, dass sich die Grundlagen einer neuen historischen Epoche, der ökozoischen Ära, in jedem Bereich menschliche Aktivitäten ausgebildet haben. Die mystische Vision hat stattgefunden. Der fehlgeleitete Traum von einem technologisch-industriellen Paradies oder ersetzt durch einen anderen, eher lebensförderlichen Traum von einem Dasein des Menschen zum Wohle der Erde innerhalb einer sich stets erneuernden, organischen Erdgemeinschaft. (S. 199)

Mein Fazit: Thomas Berry hilft uns nicht nur, uns auf der Erde heimisch zu fühlen, sondern im Kosmos. „Der Mensch ist die Menschheit.“ Dieses geflügelte Wort von Schiller/Goethe wird bei Thomas Berry zur greifbaren Vision des „Großen Werkes“.

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Matthew Fox: Die verborgene Spiritualität des Mannes

Ich schätze, dass ich mich in der deutschsprachigen Männerliteratur ganz gut auskenne (angefangen bei Volker Elis Pilgrim, viel Sam Keen). Und deswegen erlaube ich mir das Urteil, dass das Buch von Matthew Fox das ist, das am tiefsten geht: Nachdem die Frauen in den letzten 20 Jahren in ihrer weiblichen Spiritualität uns Männer um „Lichtjahre“ abgehängt haben, präsentiert uns Matthew Fox jetzt den HEILIGEN MANN! Mit diesem Buch kommen wir endlich wieder wieder in Augenhöhe mit der Göttlichen Weiblichkeit.

Matthew Fox gehört schon lange zu meinen Lieblingsautoren. Mich haben vor allem seine „Schöpfgungsspiritualität“ (Kreuz 1993) und „Revolution der Arbeit“ (Kösel 1996). Jüngst fasziniert mich sein mit Rupert Sheldrake herausgegebenes Buch „Die Seele ist ein Feld“.
Und jetzt dieses spirituelle Männerbuch!

Viele Autoren versuchen dem „neuen Mann“ über männliche Archetypen zu Leibe zu rücken. So auch Matthew Fox. Die Besprechung von 10 männlichen Archetypen machen den I. Teil des Buches aus:

  1. Vater Himmel – der Kosmos lebt! (der kosmische Alchemist)
  2. Der Grüne Mann (der Schamane)
  3. Ikarus und Dädalus (die Tragik gestörter Vater-Sohn-Kommunikation)
  4. Jäger und Sammler (der Ernährer der Gemeinschaft)
  5. Spirituelle Krieger (die keine Soldaten sind, sondern machtvolle Mitschöpfer)
  6. Männliche Sexualität, Göttliche Sexualität (der Liebende)
  7. Unsere kosmischen und tierischen Körper (der Tempelpriester)
  8. Der Blaue Mann (der meditierende Mystiker, Künstler und Prophet)
  9. Erdvater: Das väterliche Herz (der präsente und liebevolle Vater)
  10. Großvater Himmel: Das großväterliche Herz (der mit allem „versöhnte“ Weise)

Das Buch ist an Weisheiten dermaßen dicht, dass es sich fast verbietet, daraus zu zitieren. Man kann dabei gar nicht anders, als Worte aus dem Zusammenhang zu reißen. Das ganze Buch ist EIN Zusammenhang. Es ist nicht leicht zu lesen, keine leicht verdauliche Kost. Es hat weder den Charakter eines „Manifestes“ noch den eines Ratgebers. Es lädt uns Männer auf eine Heldenreise in BEWUSSTHEIT und SEELENGRÖSSE ein, auch durch die „dunkle Nacht der Seele“ gegen männlich-gewaltsame Aggression, Beschämung und Scham zu unserer Heiligkeit zu erwachen.

„Es ist an der Zeit, dass Männer spirituell erwachsen werden.“ (S. 15) Es ist gut, wenn wir unsere Frauen „vergöttern“. Doch es ist für eine spirituelle Partnerschaft ebenso wichtig, in unsere Größe als Heilige zu kommen, das den WAHREN MANN ausmacht.

Die Vermählung des Männlichen und Weiblichen, die „Heilige Hochzeit“, ist Thema des II. Teils des Buches. Vielleicht haben wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Chance ohne Überbetonung des einen (Matriarchat) oder des anderen (Patriarchat) eine absolut gleichberechtigte Kooperation des Weiblichen und Männlichen herbei zu führen, um eine wahrhaft MENSCHLICHE Gesellschaft aufzubauen.

Für viele Männer ist ihre männliche Spiritualität etwas „Verborgenes“; sie bleibt ungesehen und unerkannt. Doch wenn wir die männliche Spiritualität auf angemessene Weise ehren und anerkennen, verlieren wir jede Furcht vor dem Weiblichen und können hoffentlich alle spirituellen, sozialen, persönlichen Merkmale (frei von Vorurteilen den Geschlechtern gegenüber) in Form eines gesunden Gleichgewichts in uns vereinigen.
Natürlich vollzieht sich dieser Prozess in jedem von uns anders, was unsere wunderbare Vielfalt zu erklären hilft. Aber wenn diese Hochzeit nicht auf irgendeine Weise stattfindet, geraten wir entweder als Individuen oder als Gemeinschaften in Schwierigkeiten, Tatsächlich steckt unsere ganze Spezies in der Klemme, wenn wir diese heiligen Hochzeiten nicht feiern.
(S. 266)

Die Heilige Hochzeit ist die von „Vater Himmel und Mutter Erde“, von „Grünem Mann“ und der „Schwarzen Modanna“, von Yin und Yang als Hochzeit des Gleichgewichts und der Harmonie.
Matthew Fox weist in diesem zweiten Teil darauf hin, dass das kommende Zeitalter auch andere Hochzeiten von scheinbar Widersprüchlichem feinern wird und als „das ultimative heilige Ehebündnis: Geist und Seele“ (S. 319 f)

Ich kann für dieses Buch nur dadurch werben, dass ich jetzt zwei längere Zitate aus der „Schlussfolgerung“ (S. 321 – 341) zitiere, um dem Leser, der Leserin eine Möglichkeit zu geben, mit der Quintessenz des Buches in Resonanz zu kommen:

Was ist ein echter Mann?

Echte Männer befassen sich mit ihrer eigenen verwundeten Männlichkeit, mit den männlichen Themen der Scham und der Aggression. Sie verinnerlichen die in diesem Buch genannten Archetypen und fragen: Wie läuft es bei mir? Welcher dieser Archetypen spricht mich am meisten an? Wo bin ich am stärksten? Wo mangelt es mir noch am meisten? Die große Heilung besteht darin, wieder dazuzugehören. Auf diese Weise wird die Scham in die Flucht geschlagen und mit ihr auch ein großer Teil des Zorns und der Frustration: wieder zum Universum zu gehören (Vater Himmel); zur Erde und ihren vielen Geschöpfen (der Gründe Mann); zur Gemeinschaft (Jäger und Sammler); zu einem Stamm mutiger Menschen, die die Erde sowie Frauen und Kinder beschützen (spiritueller Krieger); aktiv zuhören und kommunizierend zu den eigenen Söhnen und Töchtern (Ikarus und Dädalus); zu unserer eigenen göttlichen und freudvollen Sexualität (der Liebende); zu unserem heiligen und wunderbaren Körper (der Tempel); zu unserer Fähigkeit zu erweitertem Bewusstsein (der Blaue Mann); zu unserem väterlichen Selbst (Erdvater) und zu unseren Ältesten und zum großväterlichen Selbst (Großvater Himmel). All das lässt die Entwicklung von Männern und der Männlichkeit Realität werden. Dadurch werden Scham, Zorn und fehlgeleitete Aggression in die Flucht geschlagen, was zu einem inneren Frieden führt, der auch auf unsere Institutionen, unsere Politik und unsere Religion projiziert wird. (S. 339)

Was ist ein Heiliger?

Männer müssen das Mitgefühl in ihr Herz, in ihrer Arbeit, in Beziehungen, in das Bürgerrecht, in Politik, Wirtschaft, in die Geschäftswelt und in die Religion hineinbringen. Wenn wir das tun, werden wir schließlich die Essenz der Lehren des Buddhas, Jesu, Mohammeds und anderer leben. Jene, die sich diese Lehren zu Herzen genommen und im täglichen Leben umgesetzt haben, bezeichnen wir als „Heilige“. Sie sind viel zu selten. „Heiliger“ ist der wahre Name für „Held“ wie in dem Wort „Heldenreise“. Ein Heiliger ist ein Mensch, der sein volles Selbst lebt. Dabei ist er uns gar nicht so fern; die Reise des Heiligen hat ihre Höhen und Tiefen, und auch er ist nicht vollkommen unschuldig oder von Zorn, Scham, Aggressionen oder „Sünde“ unberührt. Er ist jemand, der sein Herz vollständig in jener Reise einbringt, die wir das „Leben“ nennen und den nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere lebt. Ein heiliger hat Großherzigkeit und Seelengröße geschmeckt und verbreitet diese. Ein Heiliger bringt seine Seele selbst inmitten von Leid und Enttäuschung zum Wachsen. Er schwingt sich hoch auf und weiß, dass die Begeisterung des Höhenflugs dennoch in der Gemeinschaft und dem Irischen verwurzelt bleiben muss. Ein Heiliger ringt mit allen in diesem Buch erwähnten Archetypen und vergisst dabei keinen einzigen von ihnen. Wie einst Jakob ringt auch eher mit den Engeln, um verwundet zu erwachen, aber zugleich auch Besuch vom Einen Heiligen und unseren Ahnen zu erhalten – jenen heiligen Ringern, die diesen Kampf vor uns geführt haben. Ein Heiliger gibt sich nicht mit Geringfügigkeit oder einer kleinen Seele zufrieden, sondern engagiert sich für die Erweiterung des Universums, der wahren Energie von Vater Himmel, um seinem sich erweiternden Herzen und seiner wachsenden Seele gerecht zu werden.

Die Heilige Männlichkeit hat sich erhoben und ist jetzt zur Rückkehr bereit. Vieles in unserem Leben und in unserer Kultur – einschließlich der Katastrophen, die uns täglich ins Gesicht starren – weist darauf hin, dass wir uns an einem Scheitel- oder Wendepunkt befinden. Sind wir bereit dafür, können wir die verzerrte Männlichkeit loslassen, um die Heilige Männlichkeit einzuladen? Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Aber unsere Ahnen sind es. Sie und die Schöpfung selbst feuern uns dazu an, die richtige Entscheidung zu treffen. Echte Männer zu sein – für selbst, für unsere Kinder und für zukünftige Generationen.
(S. 341)

Mein Fazit: Das Buch von Matthew Fox ist Programm und Landkarte unserer Heldenreise. Zu unserer Größe als Wahre Männer zu erwachen heißt auch, zur Größe (und Tiefe) dieses Buches zu erwachen. Es hebt unsere „verborgene“ Männerbewegung auf ein höheres Niveau und wird sie hoffentlich auch bald im Außen kraftvoll in Erscheinung treten lasse.

Oh, das heutige Veröffentlichungsdatum 3. Mai ist mein Geburtstag als Großvater! Mein Enkel Mika ist vor 4 Jahren auf die Welt gekommen. Das möge ein Zeichen sein! Ich möchte diese Buchbesprechung gerne ihm – heute zu seinem Geburtstag – widmen.

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Sheldrake / Fox: Die Seele ist ein Feld

Der Biologe und Autor Rupert Sheldrake wurde durch seine These der „morpho-genetischen Felder“ bekannt: Felder sorgen dafür, dass sich im Prozess des Lebens bestimmten FORMEN ausbilden. Die FORMEN (wie z.B. eines Eichenbaums) wachsen in das primäre (und unsichtbare) Feld des Eichen- baums.
Matthew Fox war (bis zum Ordens-Ausschluss durch den Vatikan) Dominikaner und ist Theologe. Er war einer der ersten, der die christliche Religion wieder auf ihre mystische Wurzeln zurückgeführt hat.
„Heute müssen wir die Religionen mehr denn je auf ihr Wesen zurück führen – und das ist nicht die Religion, sondern die Spiritualität.“ (S. 14) „Ein Mystiker ist jemand, für den nicht einmal ein Atemzug etwas Selbstverständliches ist – besonders ein Atemzug nicht.“ (S. 9)

Dieses Buch „Die Seele ist ein Feld“ (1996 – deutsch 1999) ist ein Dialog zwischen diesen beiden Giganten der aktuellen Naturwissenschaft (Sheldrake) und mystischen Spiritualität (Fox). Was dabei heraus kommt, ist ein Buch von atemberaubender Tiefe. Leider existiert es nur noch antiquarisch. Es scheint mir das erste Buch nach der „Entseelung der Psyche“ durch die moderne Psychologie zu sein, das wieder an dem Verständnis der Seele durch das Altertum und die Mystiker ansetzt und uns zu einem tiefen Verstehen der Seele führt.

Das Buch hat sieben spannende Themen:

  1. Lebendige Natur und schöpferische Spiritualität
  2. Gnade und Lobpreis
  3. Die Seele – ein weites Feld
  4. Das Gebet – ein kreativer prozess
  5. Die Finsternis – das große Mysterium
  6. Morphogenetische Resonanz und Ritual
  7. Die Wiederbelebung von Bildung und Erziehung

Im Vorwort heißt es:

Wir sind beide daran interessiert, die Grenzen der institutionalisierten Wissenschaft und einer mechanisch gewordenen Religion zu überschreiten, und wir glauben, dass beim Anbruch eines neuen Jahrtausends eine neue Sehweise erforderlich ist, die Naturwissenschaft, Spiritualität und einen Sinn für das Heilige zusammenbringt. Auf deren Trennung ist unsere gegenwärtige Krise, geprägt von Umweltzerstörung, Verzweiflung und Ohnmacht, zurückzuführen. Wie sonst lässt sich die Hoffnung auf ein neues Sinngefühl wecken, wenn nicht durch das Zusammenkommen jener beiden mächtigen Traditionen, die im 17. Jahrhundert voneinander getrennt wurden? Wir brauchen eine neue Kosmologie, die unser Herz ebenso wie unseren Verstand anspricht. (S. 7)

1. Lebendige Natur und schöpferische Spiritualität

Die Autoren wehren sich gegen die Vorstellung, die Welt, in der wir leben, sei ein mechanisches, seelenloses Universum, sondern vertritt die Auffassung, es ist ein lebendiger Kosmos. Das mechanische Universum ist seelenlos und sinnlos, d.h. ohne jeden Sinn und Zweck. Der lebendige Kosmos ist vor allem BESEELT.

Die Frage, was die Seele sei, hat mich lange beschäftigt. Vor mehreren Jahren habe ich ein Buch des Philosophen Charles Fair gelesen, der erklärt hat, wenn eine Zivilisation nicht mehr wisse, was Seele bedeutet, sei sie am Ende. …
Wenn wir zu neuen Bilder der Seele gelangen können, starten wir eine Zivilisation. Als ich mich auf die Suche nach der Seele begabt, ging ich zu den Mystiker zurück. … Die Mystiker befassen sich mit Bildern. Auf diese Weise rettet man die Sprache – man kehrt zur Erfahrung zurück. In der Mystik geht es daher darum, seine Erfahrung zu vertrauen. Und Erfahrung am nächsten komme nicht Worte, sondern Bilder. (Fox, S. 42)

Jesus hat einmal von einem Säen auf einem Feld gesprochen. Und Meister Eckhart hat einmal wie du, Robert, geredet, als er erklärte: „Die Seele ist ein Feld.“ (Fox, S. 42)

Sheldrake weist darauf hin, „dass (in der Wissenschaft) der moderne Begriff des Feldes den alten Begriff der Seele abgelöst hat“ (S. 44). JETZT kann der wissenschaftliche Begriff des Feldes wieder auf den alten Begriff der Seele zurück geführt werden – so können sich Wissenschaft und Spiritualität im Begriff der SEELE wieder finden.

2. Gnade und Lobpreis

GNADE hat etwas mit GOTT zu tun. Wenn Gott tot ist, dann ist das Leben auch gnadenlos. Die Wiederentdeckung der Spiritualität öffnet uns auch wieder für die GNADE.

Wir sind vor allem Anfang geliebt worden. Das ist Gnade, das ist bedingungslose Liebe. Schöpfung ist Gnade. Und sie kam nicht von uns. Jemand anderes hat den Tisch für uns gedeckt.
Und dann gibt es einen Zusammenhang zwischen Gnade und Dankbarkeit. … Dankbarkeit ist auf komplexe Weise mit Gnade verbunden. Meister Eckhart hat gesagt: „Wenn das einzige Gebet, das du in deinem ganzen Leben sprichst, ‚ich danke dir‘ lautet, dann würde das genügen.“ Gnadenbewusst zu sein heißt, dankbar zu sein. (Fox, S. 61)

Wenn wir weiterhin die Gnade verlieren, können wir in eine Gnadenlosigkeit fallen, was ein anderes Wort für Sünde sein mag. Rabbi Heschel definiert Sünde als „die Weigerung des Menschen zu werden, der er ist.“ Wir sind da, um begnadet und voller Gnaden und Instrumente der Gnade füreinander zu sein. (Fox S. 65)
Wir besitzen die Fähigkeit, aus der Gnade heraus zu fallen, und das traditionelle Wort dafür heißt Sünde. Wir sind die Spezies, die sündigt. (Fox, S. 67)

Lobpreisen ist doch nichts anderes als eine Reaktion, eine Äußerung, ein Ausdruck der inwendigen Freude, die man nicht unterdrücken kann. … Das Gegenteil von Lobpreisen wäre das Fluchen oder der Zynismus. (Fox, S. 68)

Wenn wir wieder begnadet leben, dann haben wir eine ganz andere Wahrnehmung der Natur, des Lebens, der Schönheit um uns herum. Wir nehmen die Welt wieder mit unserem Herzen war und erfreuen uns am Leben in all seinen Ausdrucksformen. Wir werden selbst zu Lebenskünstlern, die das SCHÖNE lobpreisen und kreieren.

3. Die Seele – ein weites Feld

Ich habe gerade zu diesem Abschnitt ein ausführliches EXZERPT erstellt, auf das ich an dieser Stelle verweisen möchte.

4. Das Gebet – ein kreativer Prozess

Gibt es unter dieser Sichtweise auch eine neue Art zu beten? Was bedeutet ein GEBET überhaupt? Gebet muss mehr sein als die „Bitte um Wunscherfüllung“, „Bestellung beim Universum“.

Beim Gebet geht es darum, dass man das, was man will, in einen höheren Kontext stellt. Gebete beginnen mit der Anrufung höherer Mächte, zum Beispiel: „Vater unser, der du bist im Himmel“, „Ave Maria“, Komm, Heiliger Geist, erwecke unsere Seelen“. In allen Traditionen beginnen Gebete mit Anrufungen.
In Bitt- und Fürbitten … richtet man sich bei dem, worum man bittet, bewusst nach dem höheren Zeck: „Dein Wille geschehe.“
(Sheldrake, S. 114 f.)

Das Gebet ist im Grunde eine radikale Reaktion auf das Leben. Es ist unsere Urreaktion auf das Leben. Es gibt eigentlich nur zwei Reaktionen. Die eine ist unser „Ja“, die andere unser „Nein“. Unsere radikale Reaktion auf das Leben besteht in der Dialektik von „Ja“ und „Nein“, und daher ist das Gebet sowohl unsere Mystik – unser „Ja“ – also auch unsere Prophetie – unser „Nein“. (Fox, S. 118)

Wenn ich es interpretieren darf: Das mystische JA erkennt in ALLEM das GÖTTLICHE und kann dazu nur JA sagen. Das prophetische NEIN erkennt unsere Schwächen (letztlich Sünden) und sagt „lauthals“ NEIN zum Bösen und wird zum Prophet des GUTEN. Im Gebet sagen wir JA („Dein Wille geschehe!“) wie auch NEIN zum Bösen und erbitten das Gute.

5. Die Finsternis – das große Mysterium

Mich selbst hat dieses Kapitel am meisten berührt und mir eine völlig neue Sichtweise der DUNKELHEIT, SCHWARZ, FINSTERNIS gegeben. Hier einige Kostproben der Sichtweise von Dunkelheit:

Das Zentrum der Pupille ist schwarz, und zwar, weil das Augeninnere schwarz ist. Du kannst Licht sehen, weil das, was Licht empfängt, finster ist. (Sheldrake, S. 137)

Wie sich herausgestellt hat, macht diese „fehlende Masse“ oder dunkle Materie neunundneunzig Prozent der Materie im Universum aus. Der Kosmos ist anscheinend auf dunkler Materie begründet, aber niemand weiß, was das für eine Substanz ist. (Sheldrake, S. 142)

Der Schöpfergott, der Erlösergott ist aktiv, und die Ergebnisse sind sichtbar. Aber die Gottheit, von der alle Dinge ihren Ausgang nehmen, ist zutiefst dunkel. Sie ist „eine nichtaktive, höhere Dunkelheit, die nie einen Namen haben wird und nie einen Namen bekommen wird.“ Sie ist das große Mysterium. (Fox, S. 143)

Stille verhält sich zu schall wie Finsternis zu Licht. (Fox, S. 144)

Falls wir uns in einer Art von Nichts befinden, unterscheidet sich mein Nichts vermutlich durch nichts von deinem Nichts und vermutlich auch nicht vom Nichts des Hundes, einer Katze oder einer Schlange – da gehen die Unterscheidungen und Grenzen verloren. …
Mystiker sind vielleicht die Menschen, die gesehen und verstanden haben, daß die Wirklichkeit, die wir erleben, auf der Dunkelheit beruht. (Sheldrake, S. 152)

Wir assoziieren mit Dunkelheit und SCHWARZ immer noch das Böse. Dabei ist der Urgrund allen Seins die Dunkelheit. Wenn Gott als erstes sprach: Es werde Licht!, dann war vorher Dunkelheit. Als Gott sprach „ES werde LICHT“, hat er sich selbst erschaffen! Finsternis ist nicht Gott (die EINS), sondern DIE GOTTHEIT (die NULL, das NICHTS). – Achtung! Das steht nicht im Buch, das ist jetzt MEINE Interpretation. Aber vielleicht wird deutlich, warum mich dieses Kapitel ERLEUCHTET hat!

6. Morphogenetische Resonanz und Ritual

Wir sprechen sehr gerne von GESETZEN, seinen es physikalische, biologische, geistige oder spirituelle Gesetze. Rupert Sheldrake ist dafür bekannt, dass er die Gesetzmäßigkeit der Welt in Frage stellt. Das, was wir als „ewige Gesetze“ verstehen, sind für ihn eher „evolutionäre Gewohnheiten“:

Im Prinzip besagt die Idee der morphischen Resonanz, daß die Regelung in der Natur eher Gewohnheiten als Gesetze sind und daß sie nicht von Anfang an für alle Zeit fixiert waren. (Sheldrake, S. 168)

Ich will hier nicht tief einsteigen. Durch solche morphischen Felder entwickelt die Natur nach Sheldrake ihr eigenes Gedächtnis. Ob diese morphischen Felder unsere Sicht der Gesetzmäßigkeiten ablösen wird, ist zweitrangig. Morphische Felder existieren (z.B. in Archetypen oder der der „Gemeinschaft der Heiligen“) und haben einen großen Einfluss auf die Evolution. Wichtig ist: Auch RITUALE sind morphische Felder und es gilt diese Felder durch RITUALE weiter zu nähren!

Unter dem Aspekt der morphischen Resonanz sind Rituale absolut sinnvoll. … All jene, die das Ritual bereits praktizieren, bilden eine unsichtbare Gemeinschaft, eine überzeitliche rituelle Gemeinschaft. (Sheldrake, S. 171 f.)

Das morphische Feld, die Gemeinschaft der Heiligen, die Ahnen und die zukunft – all diese Kräfte kommen an einem Ort zusammen, wenn wir das Ritual auf die richtige Weise miteinander vollziehen. Man könnte sogar sagen, daß dabei viele morphische Felder angezapft werden: die unserer Vorfahren, die der Engel, die unserer Jugend und sogar die der Zukunft. Mir scheint, daß es bei der Erziehung, die im Ritual stattfindet, um die neue Kosmologie geht. (Fox, S. 172)

Wenn unsere Seele ein FELD ist, dann gehören RITUALE zum Nähren dieses Feldes.

7. Die Wiederbelebung von Bildung und Erziehung

Wir brauchen für eine neue Zukunft auch eine neue Erziehung und Bildung.

Der Zusammenbruch, den wir um uns herum erleben, auch der der Erziehung, ist potenziell zugleich auch ein Durchbruch. Ich meine, wir sollten dem viel mehr Aufmerksamkeit widmen. Es liegt eine echte Chance darin, in den Schulen eine umfassende Definition von Lernen einzubringen, die den Körper und den ganzen Geist einbezieht. (Fox, S. 209)

 

Mein Fazit: Das Buch öffnet ein ganz neues „Feld“, in dem sich Wissenschaft und Spiritualität „wieder vereinigen“ können! Es ist das FELD DER SEELE.
Für mich ist es die Geburtsurkunde einer neuen Kosmologie der Welten-Seele.


Mein Exzerpt: Die Seele ist ein Feld (6 Seiten)

Eckhart Tolle: Eine neu Erde

„Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung“ ist sozusagen das zweite Standbein der Spiritualität von Eckhart Tolle neben JETZT! (> meine Buchbesprechung). Es erschien 2005, im Original also 8 Jahre nach JETZT!

Das Buch „Die neue Erde“ ist „das zweite Standbein“ weil er jetzt den Wahnsinn, die Geistesgestörtheit des Ego in den Kontext der Lage auf dem Planeten bringt.

Kein Zweifel: der menschliche Geist ist hochintelligent. Aber gerade diese Intelligenz ist von der Störung betroffen. Wissenschaft und Technik haben die destruktive Wirkung der Geistesstörungen des Menschen auf die Erde erheblich verstärkt. Darum ist die Störung, der kollektive Wahnsinn, in der Geschichte des 20. Jahrhunderts am deutlichsten zu erkennen. Hinzu kommt, dass die Störung tatsächlich zunimmt und sich beschleunigt. (S. 20)

Die meisten Religionen und spirituellen Traditionen gehen also von der gemeinsamen Erkenntnis aus, dass unsere „normale“ Geistesverfassung durch einen fundamental Defekt gestört ist. Diese Einsicht in das Wesen des Menschseins – wir können sie die „schlechte Nachricht“ nennen – führt jedoch zu einer zweiten Einsicht: der „gute Nachricht“ von der Möglichkeit einer radikalen Transformation des menschlichen Bewusstseins. Im Hinduismus (manchmal auch im Buddhismus) wird diese Transformation Erleuchtung genannt. In der Lehre Jesu ist es die Erlösung und im Buddhismus die Aufhebung des Leidens. Befreiung und erwachen sind weitere Begriffe, mit denen diese Verwandlung beschrieben wird.
Die größte Leistung der Menschheit ist nicht die Kunst, Wissenschaft oder Technik, sondern die Erkenntnis des Störung, das einen Wahnsinns. (S. 24)

Zum Titel des Buches hat mich eine biblische Prophezeiung inspiriert, die heute mehr als zu allen anderen Zeiten in der Menschheitsgeschichte zuzutreffen scheint. Sie kommt sowohl im Alten wie im Neuen Testament vor und sagt das Ende der bestehenden Welt und das Werden „eines neuen Himmels und einer neuen Erde“ voraus. …
„Ein neuer Himmel“ bedeutet das Aufkeimen eines transformierten Bewusstseins im Menschen und „eine neue Erde“ dessen Reflexion auf der physischen Ebene. Da das menschliche Leben und Bewusstsein fest mit dem Leben der Erde verwoben ist, müssen sich synchron zur Auflösung des alten Bewusstseins mannigfaltige natürliche geographische und klimatische Umwälzungen überall auf der Erde vollziehen, deren Zeugen wir heute schon werden. (S. 33)

Die Auseinandersetzung und der Umgang mit dem EGO ist zentrales Thema aller spirituellen Traditionen. Ich habe es an keiner Stelle so differenziert beschrieben gefunden wie in diesem Buch von Eckhart Tolle.

Der Egogeist ist vollkommen von der Vergangenheit geprägt. Seine Konditionierung besteht aus zweierlei: aus Inhalt und Struktur. …
Eine der grundlegendsten Denkstrukturen, durch die das Ego ins Leben gerufen wird, ist die Identifikation mit etwas. „Identifikation“ kommt von den lateinischen Wörtern idem, dass das „gleich“, und facere, das heißt „machen“. Es ist also ein „Gleichmachen“, wenn ich mich mit etwas identifiziere. Gleichmachen womit? Mit mir. Ich verbinde ein Ichgefühl mit etwas, und so wird es Teil meiner „Identität“. Eine der grundsätzlichst Ebenen der Identifikation ist die mit Dingen: Aus meinem Spielzeug wird später mein Auto, mein Haus, meine Kleidung usw. Das ist das Schicksal des Ego. …
Das, womit man sich identifiziert, sind ausschließlich Inhalte, während der unbewusste Zwang zur Identifikation strukturell bedingt ist. Es ist die grundsätzliche Art und Weise, wie der Egogeist funktioniert. (S. 43 – 45)

Wenn Du mit dem inneren Körper in Berührung ist, identifizierst du dich nicht mehr mit deinem Körper und ebenso wenig mit einem Denken. Das heißt, identifizierst dich nicht länger mit der Form, sondern bewegst dich von der Identifikation mit Form zur Formlosigkeit, die auch Sein nennen können. Das ist eine wahre Identität. Das Körperbewusstsein verankert dich nicht nur im gegenwärtigen Augenblick, es ist auch ein Weg aus dem Ego-Gefängnis heraus. Außerdem stärkt das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers. (S. 62)

Weitere zentrale Themen des Buches:

  • Nichtreagieren und vergeben
  • Die vielen Rollen des Ego
  • Das Geheimnis des Glücks
  • Arbeiten  – mit und ohne Ego
  • Erleuchtete Kollektive
  • Der Schmerzkörper
  • Die Befreiung vom Schmerzkörper
  • Wer du wirklich bist
  • Die Entdeckung des inneren Raums
  • Das innere Ziel des Erwachens
  • Erwachtes Handeln für eine neue Erde

Mein Fazit: Wer „JETZT!“ sagt, muss auch „Die neue Erde“ sagen. Diese beiden grundlegenden Bücher spiritueller und aktueller Weisheit gehören zusammen und sind unsere Grundausstattung für die eigene Transformation und die Transformation der Erde.

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Ich habe für meinen IMPULS-Brief zwei Textauszüge aus dem Buch erstellt:
„Der Atem“ und „Arbeit – mit und ohne Ego“, die die Tiefe des Buches bezeugen.

Eckhart Tolle: JETZT!

Eckhart Tolles „JETZT! Die Kraft der Gegenwart“ (Original 1997 / deutsch 2003) ist längst ein spiritueller Klassiker geworden. Bei der Entwicklung meiner SEELEN-Meditation habe ich ihn neu entdeckt und bin von dem Buch sehr begeistert!

Eckhart Tolle schreibt zu seinem Buch selbst:

Dieses Buch kann als aktuelle Neuformulierung für die eine zeitlose spirituelle Lehre, die Essenz aller Religionen gesehen werden. Es ist nicht von äußeren Quellen abgeleitet, sondern entspringt der eigenen wahren inneren Quelle, enthält also keine Theorien oder Spekulationen. Ich spreche aus innerer Erfahrung, und wenn ich manchmal eindringlich spreche, dann deshalb, um durch die dichten Schichten mentalen Widerstands zu dringen und den Ort in dir zu erreichen, wo du schon weißt, genau wie ich weiß, und wo die Wahrheit erkannt wird, wenn sie gehört wird. Ein Gefühl von Begeisterung und erhöhter Lebendigkeit entsteht, wenn etwas in der sagt: „Ja, ich weiß, dies ist die Wahrheit.“ (S. 21)

Diese Selbstdarstellung erscheint vielleicht etwas überhöht! Doch ich kann nach dem Lesen des Buches diesen Sätzen von Eckhart Tolle nicht widersprechen (selbst wenn ich wollte). Ich habe die Essenz des JETZT nirgend deutlicher beschrieben gefunden.

Doch das Buch ist weit mehr als „Neuformulierung für die eine zeitlose spirituelle Lehre“. Eckhart Tolle hat dem Buch Originelles beigefügt, das sehr hilfreich ist, um die „Landkarte zur Erleuchtung“ neu zu schreiben.

Hervorzuheben ist auch der Dialog-Charakter des Buches. Es sind im Wesentlichen Fragen von Seminarteilnehmern aus 10 Jahren spiritueller Lehrtätigkeit von Eckhart Tolle. Es sind wirklich „gute Fragen“, die man sich als Leser selbst stellt. Manchmal ist man von der Tiefe der Fragen selbst überrascht.

Wir haben viel konzeptionell wirres Zeug (wenn ich mich so ausdrücken darf!) über „Verstand“, „Emotionen“, Leid und Schmerz, das Ego  und seine Identifikation und seine Angst, über die Illusion von ZEIT, SEIN und LEERE in spiritueller Literatur ertragen müssen. Tolle räumt mit der spirituellen Begrifflichkeit durchaus originell auf. Diese „begrifflichen Wahrheiten jenseits von Konzepten“ haben bei Tolle eine überraschende Stimmigkeit und sind befreiend!

Solche Klarstellungen sind z.B.

  • die Unterscheidung zwischen LEBEN und Lebenssituation
  • der WAHNSINN des menschlichen Verstandes
  • die Unterscheidung zwischen der horizontalen Dimension von Raum und Zeit und der vertikalen Dimension des zeitlosen Jetzt
  • äußerer und innerer Körper
  • Vergebung jenseits des Verstandes
  • Energiefelder und Schwingungsfrequenzen / Bewusstseinsfrequenz
  • RAUM und NICHTS
  • Schmerzkörper und erwachte Beziehungen
  • GNADE, Hingabe und (Zu-) Loslassen

Ein paar Kostproben aus dem Buch:

Die meisten Menschen sind immer noch im Griff des Ego-Bewusstseins: mit ihrem Verstand identifiziert und vom Verstand bestimmt. Wenn sie sich nicht rechtzeitig von ihrem Verstand befreien, werden sie von ihm zerstört. Sie werden immer mehr Verwirrung, Konflikt, Gewalt, Krankheit, Verzweiflung und Wahnsinn erleben. Der Ego-Verstand ist jetzt mit einem sinkenden Schiff vergleichbar. Wenn der nicht abspringst, wirst du mit dem untergehen. Der kollektive Ego- Verstand ist das gefährlichste, wahnsinnigste und zerstörerischste Wesen, das je diesem Planeten bewohnt hat. Was glaubst du, wird auf diesem Planeten geschehen, wenn das menschliche Bewusstsein sich nichts geändert? (S. 113)

Vergebung bedeutet, dem Leben kein Widerstand zu bieten – dem Leben zu erlauben, durch dich zu leben. Die Alternativen sind Schmerz und Leiden, ein stark eingeschränkter Fluss der Lebensenergie und in vielen Fällen körperliche Krankheit. In dem Moment, wo wir wirklich vergibst, hast Du deine Kraft vom Verstand zurückgefordert. Nichtvergeben ist das eigentliche Wesen des Verstandes, sowie das vom Verstand geschaffene falsche Selbst, das Ego, nicht ohne Zwietracht und Konflikt überlegen kann. Der Verstand kann nicht vergeben. Das kannst nur du. (S. 131)

Das Bewohnen deines Körpers schützt dich nicht durch das Errichten eines Schutzschildes, sondern erhöht die Schwingungs-Frequenz deines gesamten Energiefeldes, so dass alles, was auf einen niedrigeren Frequenz schwingt, wie Angst, Wut, Depression usw. nun sozusagen in einer anderen Art von Realität existiert. Es betritt dein Bewusstseinsfeld nicht mehr, und wenn doch, brauchst Du kein Widerstand zu leisten, denn all das geht direkt durch die hindurch. (S. 134)

Der größte Katalysator für Veränderung in einer Beziehung ist das totale Annehmen deines Partners oder deiner Partnerin, so wie sie sind, ohne das Bedürfnis, sie wie auch immer zu verurteilen oder zu verändern. Das bringt dich sofort in einen Raum jenseits des Ego. Dann sind alle Kopfspielchen und abhängigen Klammerreien vorbei. Es gibt keine Opfer und Täter mehr, keine Ankläger und Angeklagte. Auch alle Co-Abhängigkeit findet hier ihr Ende, alle Verwicklungen in die unbewussten Muster des anderen, die dadurch unterstützt werden. Ihr werdet euch dann entweder – in Liebe – trennen oder miteinander  noch tiefer in das Jetzt, in das Sein eintauchen. Kann das so einfach sein? Ja. So einfach ist.
(S. 163 f.)

Mein Fazit: Das Buch ist Pflichtlektüre! Ich glaube zwar, dass mit dem Buch noch lange nicht alles gesagt ist, doch es ist GRUNDLEGENDES gesagt. Vor allem jedem Meditations-Schüler und -Praktizierenden empfehle ich das Buch. Es ist auch eine Landkarte in die STILLE- und SEELEN-Meditation.

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Ich habe für meinen IMPULS-Brief ein längeres Zitat aus dem Buch als PDF unter dem Titel bereit gestellt: Menstruation als Möglichkeit der Erleuchtung

Caroline Myss: Mut zur Heilung

Caroline Myss gilt als DIE Kapazität auf dem Gebiet der Energie-Medizin. Ich denke, sie ist in der Zwischenzeit noch einen großen Schritt weiter. Sie hat ein Heilung-System entwickelt, das die drei großen Traditionen des Hinduismus (Chakra), Judentums (Kaballah) und Christentums (Sakramente) integriert.

Das Buch „Mut zur Heilung“   stellt sich die Frage, „Warum Menschen nicht gesund werden“, der erste Teil des Buches. Was sie da entdeckt, nennt sie „Wundologie“:

Ich erkannte, dass viele Menschen, die sich mitten in einem Heilungs“prozess“ befinden, das Gefühl haben, fest zu sitzen. Sie bemühen sich, sich ihren Verletzungen und Wunden zu stellen, arbeiten mutig daran, Bedeutung in schreckliche vergangene  Erfahrungen und Traumata zu bringen, und üben sich in mitfühlendem Verständnis für andere, die ihre Wunden teilen. Aber sie heilen sich nicht. Sie haben ihr Leben um ihre Wunden und den Prozess, sie anzunehmen, herum neu definiert. Sie arbeite nicht daran, über ihre Wunden hinauszukommen. In Wirklichkeit sitzen sie in ihren Wunden fest. (S. 34)

Ich begann zu erkennen, ob eine Person wirklich Heilung erlebte, was eine Bestätigung erfordert, oder ob jemand „Verkaufswert“ oder die „gesellschaftliche Währung“ seiner Wunde – das heißt den manipulativen Wert der Wunde – entdeckt hatte. (S. 41)

Das Buch ist sehr hilfreich, sich diesen Selbsttäuschungen zu stellen. Caroline Myss entlarvt fünf Mythen über Heilung:

  1. Das Leben wird durch meine Wunde definiert
  2. Gesundsein bedeutet Alleinsein
  3. Schmerzen zerstören uns
  4. Jede Krankheit ist die Folge von Negativität
  5. Echte Veränderung ist unmöglich

Wer in auch nur einem dieser Mythen fest sitzt, für den ist das Buch schon außerordentlich wertvoll.

Caroline Myss unterscheidet drei astrologische Zeitalter: das Widder-Zeitalter, dass Fische-Zeitalter und das Wassermann-Zeitalter. Charakteristisch für das Widder-Zeitalter ist die Stammesmacht. Im Fische-Zeitalter sind wir zur persönlichen Macht herangereift. Das Wassermann-Zeitalter erfordert nun von uns, uns die symbolische Macht anzueignen. Wir lernen immer mehr, das Symbolische hinter allen Erscheinungen zu erkennen. So bekommen auch Krankheit und Heilung eine ganz neue Bedeutung.

Der zweite Teil des Buches gibt vielfältige Anregungen, wie wir uns wirklich heilen können. Besonders schön ist das Kapitel „Das heilende Feuer im Inneren entzünden“. Feuer ist Reinigung und Brennstoff. Darüber hinaus finden wir in dem Buch Meditationen zur Reinigung der Chakras.

Das Kapitel acht bringt uns die christlichen Sakramente auf eine ganz verblüffende Weise näher. Taufe, Kommunion, Firmung, Ehe, Beichte, Ordination und letzte Ölung finden eine sehr zeitgemäße Interpretation und Möglichkeit der Heilung.

Mein Fazit: Das Buch darf in keiner Heiler-Bibliothek fehlen! Es klärt nicht nur auf, warum Menschen nicht gesund werden, sondern zeigt auch Wege zur tiefgehenden Heilung. Ihr integrales Heilungssystem von Chakren, Kaballah und Sakramenten ist für mich stimmig und überzeugend.

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OSHO: Meditationsführer

Ich lerne OSHO (1931 – 1990) immer mehr zu schätzen! Seine einfachen und klaren Worte bewegen mich immer wieder. Was für mich besonders wichtig ist: Raus aus Konzepten, rein in Erfahrungen!

„Ich lehre euch keine Philosophie, ich teile nur meine Wahrheit mit euch. Fragt nicht nach Definitionen. Wenn ihr mutig seid, macht den Sprung in die Erfahrung, die euch hier zugänglich gemacht wird: Wagt den Sprung in die Meditation – dann werdet ihr es wissen!“ (OSHO)

Oshos Buch „Meditationsführer. Mit 60 Meditationstechniken“ ist (mit Abstand) das beste Mediationsbuch, das ich kenne. OSHO selbst ist ein Mystiker ist Meister der Meditation. Er hat uns wundervolle aktive Mediatationen hinterlassen, Bewegung in die Mediation gebracht, durch meditatives Schütteln, Tanzen. Meditation soll einen ja nicht in eine neue Trance versetzen, sondern aufrütteln, wach machen!

Es geht einfach nur darum, dass man nichts wie im Schlaf tut. Dann ist alles Meditation – egal, was du tust. (S. 21)

Meditation ist, das Leben WACH und als ZEUGE zu führen. OSHO benennt die drei Grundelemente der Meditation (S. 59):

Meditation setzt drei wesentliche Dinge voraus, die von der Methode ganz unabhängig sind, aber diese wenigen Grundelemente müssen bei jeder Methode vorhanden sein.
Das erste ist ein entspannter Zustand: Kein Kampf gegen Gedanken, keine Kontrolle der Gedanken, keine Konzentration.
Zweitens: beobachte mit entspannter Wachheit alles, was vor sich geht, ohne dich einzumischen. Schaue einfach still dem Kopf zu.
Und drittens: kein Urteil, keine Wertung.
Das sind die drei Dinge: Entspannung, Beobachten, kein Werturteil. Dann wird sich allmählich große Stille auf dich herab senken. Jede Bewegung in die hört auf. Du bist – aber ohne jegliches Gefühl von „Ich bin“ – nur reiner Raum. Es gibt 112 Meditationstechniken. Ich habe über sie alle gesprochen. Sie sind im Aufbau unterschiedlich, aber die Grundlage bleibt bei allen immer gleich: entspannt sein, achtsam sein, nicht werten. (S. 59)

Ich denke, schon das Inhaltsverzeichnis in den  fünf Teilen
zeigt den Umfang dieses außergewöhnliche Meditationsführers:

Teil I: Das Wesen der Meditation
Teil II: Die Wissenschaft der Meditation
Teil III: Die (60) Meditationen
Teil IV: Hindernisse für die Meditatuion
Teil V: Fragen und Antworten über Meditation

Ganz besonders schön finde ich den Abschnitt „Liebe, der Duft der Meditation“, in dem er schreibt:

Wer meditiert, wird früher oder später auf die Liebe stoßen. Wenn deine Meditation an Tiefe gewinnt, wirst du früher oder später eine so tiefe Liebe empfinden, wie du sie nie zuvor erlebt hast. …
Wenn Liebe in den richtigen Bahnen verläuft, macht sie uns meditativ. Wenn Meditation in den richtigen Bahnen verläuft, macht sie uns liebevoll. …
Lass dich zunächst auf Meditation ein, denn Liebe entsteht aus Meditation. Sie ist der Duft der Meditation. …
Und dann wirst du plötzlich merken, dass der Duft da ist. Dann ist Liebe ewig, dann ist sie bedingungslos. (S. 27 f)

Mein Fazit: Manche bezeichnen das kommende Zeitalter nicht Informations- oder Bewusstseinszeitalter, sondern Intuitionszeitaler. Unsere Intuition lernen wir aber nur über Meditation. Meditation ist der Schlüssel für das kommende Zeitalter. Wer nicht gelernt hat zu meditieren, der wird keinen Zugang zum neuen Zeitalter finden. OSHOS Buch selbst ist ein Schlüssel dafür, Pflicht für jeden Lehrer oder Schüler der Meditation.

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Deekak Chopra: HEILUNG

– Körper und Seele in neuer Ganzheit erfahren

Als ayurvedisch und schulmedizinisch ausgebildeter Arzt hat Deepak Chopra schon viele Bücher über Heilung geschrieben, die überall große Beachtung gefunden haben. Das neue Buch HEILUNG von ihm ist ein Quantensprung in die Seele.

Das Buch hat keinen Bezug mehr zum Ayurveda und entfaltet eine ganz moderne: Seelenheilkunde! Es ist kein oberflächlicher Ratgeber, sondern ist angelegt, sogar Schulmediziner zu überzeugen. Es greift wissenschaftliche Argumente auf, ohne auf dieser Ebene haften zu bleiben. Der zentrale und markerschütternde Satz:

Ohne Seele können Sie buchstäblich keinen Körper haben. Darin besteht das in Vergessenheit geratene Wunder: Die unsichtbare, der materiellen Welt scheinbar so ferne und von ihr getrennte Seele ist im Grunde der Schöpfer des Körpers. Jeder von uns ist Fleisch gewordene, körperlich manifestierte Seele. (S. 11)

Ja, und was DAS heißt, das entfaltet Deepak Chopra in aller Konsequenz!

Teil 1: Den Körper neu erfinden!

Bevor wir durch unsere alten Vorstellungen von unserem Körper (als eine sich verschleißende Maschine) in den körperlichen Zusammenbruch geführt werden, lädt uns Deepak Chopra zu 5 mentalen Durchbrüchen ein, um ein neues Körperbewusstsein anzunehmen:

  1. Ihr physischer Körper ist eine Fiktion.
  2. Ihr wirklicher Körper ist Energie.
  3. Die Magie des Gewahrseins.
  4. So verbessern Sie Ihre Gene.
  5. Die Zeit ist nicht ihr Widersacher

Der Körper ist keine Maschine, die mit der Zeit verschleißt, sondern eine Schnittstelle zwischen der Welt des Sichtbaren und der Welt des Unsichtbaren. Wenn wir diese Verbundung ins Gewahrsein nehmen, dann führen wir unser Handeln nicht mehr aus dem EGO heraus durch, sondern werden zu „subtilen Handlungen“ fähig: Seele in Aktion. Auf dieser subtilen Ebene sind wir in der Lage, unser (plastisches) Gehirn rundum zu erneuern!

Der Körper ist gesund, wenn sein energetischer Zustand gesund ist.

Der Unterschied zwischen gesunder und ungesunder Energie lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Gesunde Energie fließt, ist flexibel, dynamisch, ausgewogen und weich; sie geht mit positiven Empfindungen einher.
Ungesunde Energie ist ins Stocken geraten, erstarrt, unbeweglich, spröde, im Ungleichgewicht und hart; sie geht mit negativen Empfindungen einher. (S. 79)

Wir können unsere Energiebilanz wahrnehmen und uns bewusst dafür entscheiden, unsere Energiebilanz zu verbessern: mehr Energie zu produzieren als wir verbrauchen.

Körpergewahrsein ist die Methode, ungesunde in gesunde Energie zu wandeln. „Darin liegt seine einzigartige Magie.“ (S. 93) Die Formel lautet:

Gewahrsein >> Energie >> Körper

Durch Gewahrsein (Körperbewusstsein) können wir die Energie im Körper richten und wandeln, was unmittelbare Auswirkung auf die Gesundheit und Vitalität des Körpers hat!
Drei Methoden helfen, alte Konditionierungen aufzulösen und das heilsame Gewahrsein zu vertiefen: Besinnung (Reflexion), Kontemplation (Aufmerksamkeit) und Meditation. Die Königsdisziplin dabei ist die MEDITATION. „Man findet Zugang zu derjenigen Ebene des Geistes, die keiner Konditionierung unterliegt.“ (S. 105)

Deepak Chopra greift die Erkenntnisse der „Epigenetik“ auf, die sich von dem alten Dogma gelöst hat, unsere Gene würden alles bestimmten. Es gibt etwas, das unsere Gene bestimmt, und das können wir beeinflussen! Sobald man sich auf den Körper einstimmt, verfügt er „in bemerkenswertem Maß über die Gabe der Selbstregulation und Selbstkorrektur“. (S. 148)

Wenn man seinen Geist darauf einstellt, dass man „alle Zeit der Welt hat“, dann ist das „gleichbedeutend mit funktionaler Unsterblichkeit“ (S. 168) Die Wahrheit ist, „dass der Körper auf gewisse Weise WEISS, was es heißt, zeitlos zu sein“ (S. 169), denn er ist ein Kind der unsterblichen Seele! Wir können für unseren Körper nichts besseres tun, als in diesem Bewusstsein zu leben „alle Zeit der Welt“ zu haben. Wir kommen augenblicklich aus dem körperlichen Stress des Alterns heraus.

Teil 2: Die Seele wieder erwecken

Sobald Sie akzeptieren, dass Sie vom Gewahrsein geführt werden, kann ein Durchbruch erfolgen. Wenn Sie sich auf diese Möglichkeit einstimmen, treten Sie wieder zu Ihrer Seele in Verbindung, die nichts anderes ist als Gewahrsein in seiner offensten Form. (S. 206)

Auch für die Seele lädt uns Deepak Chopra zu fünf Durchbrüchen ein:

  1. Das Leben kann so viel leichter sein.
  2. Liebe erweckt die Seele.
  3. Seien Sie so grenzenlos wie Ihre Seele.
  4. Die Frucht vollständigen Loslassens.
  5. Durch Sie entfaltet sich das Universum.

Das Geheimnis in die Leichtigkeit des Seins zu kommen, ist die Seele:

Mit Ihrer Seele in Verbindung zu treten ist einfacher als alles, was Sie derzeit tun. Mühe kostet es nur, die Seele auf Distanz zu halten. Sobald Sie aufhören, sich abzustrampeln, tut sich der Weg zur Seele ganz von alleine auf. (S. 215)

Soll das Leben einfacher werden, muss die Seele die Macht dazu haben. (S. 235)

Die Liebe als Kraft der Seele sollte vor allem dem Körper gelten. „Er hat Ihre Seele zum Vorschein kommen lassen, als Ihr Geist dazu nicht bereit war.“ (S. 287)

Die Grenzenlosigkeit der Seele wird dadurch erreicht, dass das begrenzte EGO transformiert wird. Wenn das begrenzende EGO wieder die Überhand hat, ist das Gewahrsein wichtig: „Du bist nicht ich!“

Damit erreichen Sie auf einen Streich zweierlei: Sie lassen das EGO wissen, dass Sie sein Spiel durchschaut haben, und Sie können Ihr wahres Selbst aufrufen, Ihnen zur Seite zu stehen. Wenn die Seele Ihr wahres Selbst ist, dann verfügen Sie über die Kraft, Sie zu transformieren, sobald Sie sich ihr öffnen. (S. 306)

Basis des Loslassens, der Hingabe an das Leben, ist das Vertrauen, Vertrauen in sich selbst und in die Gnade.

Der letzte Durchbruch der Seele ist der, sich bewusst zu sein, Teilstück eines großen göttlichen Plans zu sein („Der Plan wird entworfen, während er gleichzeitig ausgeführt wird.“).

Wenn Sie aber die unablässig über sich selbst hinauswachsende Spitze der Evolution sind, benötigt das Universum Sie auf eine einzigartige, völlig unvergleichliche Art und Weise. (S. 353)

Den Plan für die Entfaltung des Universums haben wir direkt vor uns, auch wenn wir ihn nicht sehen. Wir sind blind für den Plan, weil wir der Plan sind. (S. 362)

Zehn Schritte zur Ganzheit

Das Buch endet mit zehn Schritten zur Ganzheit, zur Integration von Körper, Geist und Seele:

  1. Nähren Sie Ihren „Lichtkörper“.
  2. Bewirken Sie einen Wandel von Entropie zur Evolution.
  3. Streben Sei nach einem tiefer gehenden Gewahrsein.
  4. Legen Sie eine großzügige Geisteshaltung an den Tag.
  5. Stellen Sie nicht den Konsum, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt.
  6. Pflegen Sie einen bewussten Umgang mit Ihrem Körper.
  7. Heißen Sie täglich eine neue Welt willkommen.
  8. Überlassen Sie dem Zeitlosen die Verantwortung für die Zeit.
  9. Erspüren Sie die Welt, statt den Versuch zu unternhmen, sie zu verstehen.
  10. Begeben Sie sich auf die Suche nach Ihrem persönlichen Geheimnis. (S. 390)

Und wir sollten wissen: „Sind Körper, Geist und Seele aufeinander abgestimmt, wird das zu ganz anderen Resultaten führen, als wenn sie einander entfremdet sind.“ (S. 434)

Mein Fazit: Deepak Chopra gelingt es, die zentrale Rolle der Seele für uns und die Welt aufzuzeigen, OHNE mystisch argumentieren zu müssen. Es ist ein EIGENTLICH leicht verständlicher Zugang für Menschen, die ihr Heil nicht unbedingt in Spiritualität und Mystik sehen.
Ja, Deepak Chopra verzichtet in diesem Buch auf vieles an konzeptionellem Beiwerk, um uns vorurteilsfrei der SEELE zuwenden zu können, aus der Entfremdung von Körper, Geist und Seele in deren Integration zu gelangen. Auf diesem Weg selbst mag man ja am Ende an der Mystik nicht mehr vorbei kommen. Vielleicht ist das ja auch das Geheimnis, das zu erforschen jeder einzelne aufgetragen ist.

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Caroline Myss: Im Kraftfeld der Seele

Caroline Myss ist die „Grande Dame“ der intuitiven Energie-Medizin. Mit ihrem neuesten Buch „Im Kraftfeld der Seele. Die fünf spirituellen Gesetze der Heilung“ legt sie ein sehr mutiges Werk vor, das Heilung aus der mystischen Perspektive untersucht.

Die Kernbotschaft: HEILUNG ist mehr als nur energetische Blockaden lösen. Es geht darum, sich von den „sieben dunklen Leidenschaften“ zu erlösen und in die Kraft und Macht der sieben Gnaden zu kommen.

Vorweg: Das Buch scheint sehr katholisch zu sein. Caroline Myss arbeitet mit fundamentalen Begriffen des Katholizismus: die Seele, das Böse und die Sünde, die sieben Todsünden (sie bezeichnet sie als „dunkle Leidenschaften“), GNADE und viele andere mehr.

Ihr Heilungsbuch ist aber weit entfernt von der Auslegung katholischer Lehre. Ihr geht es um MYSTIK – und da lehnt sie sich vor allem an die christlichen Mystiker Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz (Schüler der Heiligen Theresa). Ihre (durchaus „modernisierten“) Begriffe lehnen sich also an die Begrifflichkeit der christlichen Mystik an.

Aus der Einleitung „Heilung aus der Sicht der Mystik“:

Heilung ist in ihrem Wesen nach ein Vorgang, bei dem der Prozess des Getrenntseins vom Leben in einen Prozess der Rückkehr ins Leben transformiert wird. Der Verstand kann diese Aufgabe nicht erfüllen. Nur die Seele hat die Macht, den Körper wieder ins Leben zu bringen. (S. 15)

Wir alle siollten sie wesentlichen Wahrheiten über die Heilung kennen, weil jeder Mensch sie früher oder später anwenden muss. (S. 16)

Letztlich ist Heilung das Ergebnis eines mystischen Aktes der Hingabe, ein Erwachen jenseits aller religiösen Konfessionen. (S. 21)

Ein Mystiker ist ein Mensch, der das Leben aus den Augen der Seele wahrnimmt, der die Macht Gottes erlebt, anstatt darüber zu sprechen … und der die Realität der mystischen Gesetze versteht. (S. 21)

Heilung im Zeitalter jenseits der Vernunft

Das erste Kapitel stellt ihren Weg zur offen praktizierenden Heilerin dar. Ein wesentlicher Schritt war, nicht mehr nur über die Seele zu dozieren, sondern mit den Zuhörern durch Gebet ein „Kraftfeld der Gnade“ zu erschaffen. In diesem Kraftfeld konnte auch Spontanheilung geschehen.

Ihre „Energie“ ist nicht die Substanz, die heilt. Die Gnade ist es, die heilt! Und Gnade gibt es nicht als Resultat einer Ernährungsweise oder der Aufarbeitung traumatischer Erinnerungen aus einer unglücklichen Kindheit. Gnade wird in all ihrer Fülle durch das Gebet gewährt. (S. 38)

Das ist für eine „Energie-Medizinerin“ eine doch tiefe Selbstwahrnehmung: Es ist nicht die Energie, die letztlich heilt, sondern die Gnade. Wahrscheinlich liegt in dieser Erkenntnis der Grund, weshalb die Erfolge der „Energie-Medizin“ zwar beachtlich sind, aber letztlich nicht zum Seelenheil führen.

Bereits ein Akt der Heilung bewirkt etwas Entscheidendes für alles Leben auf der Erde. Das ist eine Wahrheit, die über die Grenzen der normalen Vernunft hinausgeht – aber das gilt auch für jede andere mystische Wahrheit. Und das ist der Grund, warum eine solche Wahrheit die Macht hat, zu heilen. (S. 52)

Caroline Myss führt ein wichtiges Konzept ein, das Sie Schwerkraft nennt. Es ist nicht die physische Schwerkraft nach Newton, sondern eine Erweiterung in den emotionalen, psychologischen und mentalen Berech. Es gibt „Dinge“, die uns „runterziehen“ und in niedrigeren Bereichen „festhalten“. (Jeder weiß das aus Erfahrung!)

Je mehr „Schwerkraft-Anker“ Sie ansammeln, desto mehr emotionales, psychologisches und mentales „Gewicht“ laden Sie sich auf. Um es in Newtonschen Begriffen auszudrücken: Sie werden von der „Schwerkraft des Lebens“ niedergedrückt und damit unfähig, die höheren Sphären des mystischen und spirituellen Lebens in den Blick zu nehmen. (S. 56)

Die Kapitel 2 bis 6 behandeln

die 5 Grundwahrheiten der Heilung:

  1. Sie können mit Krankheiten, mit Krisen und mit Gott nicht argumentieren.
  2. Sinn und Bestimmung erfahren
  3. Mutig durch die dunkle Nacht der Seele steuern
  4. Verlassen Sie sich auf die Macht ihrer Gnaden
  5. Trotzen Sie der Schwerkraft und lernen Sie, wie ein Mystiker zu denken

Jedes dieser Kapitel sind SEHR dicht, jedes wäre ein ganzes Buch wert. Die Leichtigkeit, mit der Caroline Myss solch tiefe Themen meistert, zeigt ihre Meisterschaft.

So räumt sie so ganz nebenbei mit „Mythen der Heilung“ (Mythen und Mystik ist nicht dasselbe!) als wenig heilsame Glaubensbekenntnisse auf:

  • In jeder Krise steckt eine Lektion – ich muss sie nur finden.
  • Es ist mein Karma.
  • Krankheit ist die Folge von Negativität.

Alleine um diese unheilvollen Glaubensbekenntnisse aufzulösen, lohnt sich das Buch!
Wenn Heilung jenseits der Vernunft stattfindet, dann hat das KONSEQUENZEN! Dann dürfen wir nicht nach „Lektionen“ suchen, unser „Karma“ analysieren oder „Negativitäten“ beseitigen (Nichts dagegen, doch das geht nicht an die SUBSTANZ JENSEITS der Vernunft und jenseits des „Argumentierens“!)

Die Vernunft such nach einer logischen Ursache dafür, warum bestimmte Dinge passieren. …
(DOCH) Heilung erfordert, dass wir uns tief in die unvernünftige Seite unserer Natur hinuntergraben, denn dort entdecken wir, was unseren Heilungsprozess blockieren kann. (S. 82 f.)
Die Vernunft strebt danach, Ängste zu schützen und zu verteidigen, statt sie zu heilen. (S. 87)
Vergebung widerspricht Vernunft und Stolz. (S. 90)

Ein großes Paradox der heutigen Therapieansätze besteht darin, dass sie viele geistigen Krisen angeht, die jedoch nicht durch den Geist geheilt werden können. (S. 94)

Noch ein paar Kernbotschaften aus den „5 Wahrheiten über Heilung“:

Die Suche nach Sinn und Bestimmung wird zu einem Heilungsprozess aufgrund dessen, was sie ihrem Wesen nach ist: eine Gelegenheit für Sie, den Übergang zu einer inneren Grundlage für Macht zu vollziehen. (S. 117)

Die Seele kann den Körper heilen, den Geist und die Angelegenheiten des Herzens. Sie können aber nicht nur sich selbst heilen, sondern heilende Gnade auch an andere übermitteln. (S. 138)

In den Tiefen unserer Seele entdecken wir unsere wahre Quelle von Leid, die in unserem Verlangen besteht, anderen Leid zuzufügen, weil wir selbst Leid erfahren haben. (S. 142)

eine Wunde ausfindig zu machen heilt an sich noch nicht. Zur Heilung gehört vielmehr, dass wir zum Ursprung vordringen, warum wir uns schwer tun mit der Vergebung, warum wir andere verletzen wollen oder warum wir an unseren Wunden festhalten in der Hoffnung, dass sich dann andere Leute schuldig fühlen. (S. 151)

Das wahre Geheimnis für Gesundheit besteht nicht darin, Ihre Macht aus allen Verletzungen der Vergangenheit zurückzugewinnen, sondern als Seele klar und weise zu werden, damit Sie von Anfang an nicht Ihre Macht aufgrund von Illusionen verlieren. (S. 221)

Aus einer mystischen Sichtweise ist dieses Licht oder diese Energie, das gegenstück zur Materie, nicht nur „bewusste Energie“, sondern auch Ausdruck des Sakralen, des Heiligen an sich. Energie bzw. Licht sind die Manifestation einer göttlichen Lebenskraft, die die gesamte Schöpfung lebendig macht. (S. 268)

Das Heilungssystem von Carolin Myss

Caroline Myss hat in ihrer bisherigen Arbeit eine wirklich gigantische Aufgabe erfüllt, 3 mystische System zu integrieren:

  • das System der 7 Chakren (indischer Yoga)
  • den jüdischen Lebensbaum
  • die 7 christlichen Sakramente

„Diesem Modell der drei heiligen Weisheitsreligionen füge ich heute den dynamischen Faktor der Seele hinzu – unsere sieben Gaben der Gnade und unsere sieben dunklen Leidenschaften. (S. 307)

Die sieben dunklen Leidenschaften:

  1. Stolz, Selbstüberschätzung, Besessenheit
  2. Habgier, Gier
  3. Luxus (Anspruchsdenken und Sexualität)
  4. Zorn, Wut
  5. Maßlosigkeit
  6. Neid, Eifersucht
  7. Trägheit, Faulheit, Verschleppung

Die sieben Gnaden:

  1. Ehrerbietung
  2. Frömmigkeit
  3. Verstehen
  4. Tapferkeit
  5. Guter Rat
  6. Erkenntnis
  7. Weisheit

Die fünf mystischen Gesetze:

  1. Es gibt nur das Jetzt.
  2. Die Notwendigkeit der Vergebung.
  3. Alles ist Illusion.
  4. Vertrauen in das göttliche Paradox, die göttliche Ironie und in die Synchronizität
  5. Spirituelle Stimmigkeit bewahren

Die sieben Empfehlungen:

  1. Entwickeln Sie eine Praxis der inneren Besinnung.
  2. Entscheiden Sie sich, ob Sie durch Weisheit oder durch Kummer lernen wollen.
  3. Hegen Sie keine Erwartungen gegenüber anderen oder an Ergebnisse.
  4. Kultivieren Sie aktiv Ihre Gnade.
  5. Seinen Sie anderen zu Diensten.
  6. Lernen Sie zu beten.
  7. Trotzen Sie der Schwerkraft.

Dieses hier nur angedeutete Heilungssystem umfasst freilich weit mehr als die Hälfte des Buches!

Mein Fazit: Wer den Mut hat, über das Energie-Heilen hinaus zu gehen und sich für den Bereich der mystischen Heilung öffnen will, der findet in diesem Buch eine hervorragende „Landkarte der Seele und ihrer Heilung“.
Das Buch hab bei mir noch einen ganz besonderen Heilungs-Effekt. Meine eigene Sozialisation ist katholisch und ich kann viele der seinerzeit unverstandenen Konzepte (Todsünde, Gnade usw.)  meiner ursprünglichen Religiosität auf wahrhaftiger und mystischer Weise neu erfahren.

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Leseprobe aus dem Buch: Beruf – Karriere – Berufung (4 Seiten PDF)

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