Beise / Schäfer: Deutschland digital

Untertitel: Unsere Antwort auf Silicon Valley

Das Buch ist von zwei Journalisten und Wirtschaftsexperten geschrieben, Wirtschaftsredakteure der Süddeutschen. Das ist ein wirklich eine Stärke, da sie den nötigen Abstand für eine globale Einschätzung haben. Herausgekommen ist ein Buch, das kein Fachwissen voraus setzt, sondern im Grunde die ganze Bevölkerung aufrütteln kann. Es setzt am gesunden Menschenverstand an, um den notwendigen „change auf mind“, den Bewusstseinswandel für das neue digitale Zeitalter durchführen zu können. Okay: Unser Wortschatz wird mit dem Buch auch „upgedatet“: Es gibt Begriffe, die wir für das neue Denken auch neu lernen müssen.

Überrascht hat mich im Buch auch, welch positive Rolle führende deutsche Politiker wie Angela Merkel oder Günter Oettinger und deutsche „Wirtschaftskapitäne“ bei dieser digitalen Veränderungen unseres Lebens schon spielen. Und: Wie viele junge Deutsche bei der ursprünglichen digitalen Revolution aus dem „Silicon Valley“ (südlich von San Francisco / Kalifornien, der Heimat der „Blumenkinder“) mitgemischt haben. Ist es ein Zufall, dass die „Digitale Revolution“ in einem der Zentren der „68er-Revolution“ in ihrer Hippie-Variante gestartet ist?

Das Buch liest sich spannend, große Macher sind interviewt, von denen der Leser über das Buch vielleicht das erste Mal überhaupt etwas hört. Das ist ja die Kunst von Journalisten, persönliche Bezüge durch „Storytelling“ herstellen zu können. Mir ist die Welt durch das Lesen des Buches irgendwie vertrauter und menschlicher geworden.

Ein neues deutsches Wirtschaftswunder?

Ist an dem deutschen Wirtschaftswunder nach dem 2. Weltkrieg (Ludwig Erhard) wieder anzuknüpfen? Oder hat Deutschland (und Europa) den Zug ins digitale Zeitalter schon verpasst? Die Meinung der Autoren: Der Zug des privaten Internets ist bereits abgefahren. Google, Apple, HP, Facebook, Microsoft, Amazon, Uber, Airbnb und wie sie alle heißen, sind da nicht mehr einzuholen. Die erste Etappe hat Silicon Valley gewonnen. Doch was ist wahrscheinlicher? Dass Google das digitale Auto erschafft oder das die deutschen Autobauer ihr Produkt und Produktion digital neu erfinden?  Die Frage ist schon die Antwort. Die Autoren sehen klar die Stärken der deutschen Wirtschaft und des Mittelstandes. Und wenn hier die Digitalisierung als neue Herausforderung verstanden ist, dann kann Deutschland (und Europa) in der zweiten Runde wieder ganz vorne mitspielen: bei der digitalen Fabrik, dem „Internet der Dinge“, dem  „Internet of Everything“.

Die Autoren zitieren den Siemens-Chef Joe Kaeser (S. 34)

„Man muss das Silicon Valley nicht kopieren, aber man muss es kapieren.“

Das Buch will einen Beitrag dazu leisten.

„Disruption“ – Zusammenbruch und Neu-Aufbau

Weltmarktführer brechen zusammen, weil sie den Wandel verschlafen. Was ist aus IBM geworden? Eine kleine „Garagenfirma“ (der Mythos) hat als David (Microsoft) den Riesen Goliath (IBM) geschlagen, eine Mythos, dem wir in der heutigen Zeit heute immer wieder begegnen können: Entweder du erfindest dich für das digitale Zeitalter neu, oder du bist „weg vom Fenster“. 

„Wer sich nicht verändert, der wird verändert.“ Und das bedeutet, sich ständig neu zu erfinden.

Alle fünf Jahre, sagt er (John Chambers von Cisco, JS), habe er seine Firma neu erfunden, aber das reiche nicht mehr, jetzt müsse das alle drei Jahre sein, so schnell ticke das Silicon Valley. (S. 83)

Erfolgsfaktoren dieser neuen Zeit sind (S. 48):

  • Kreativität
  • Innovation
  • Durchsetzungskraft
  • (Förder-) Geld

Drei Wesensmerkmale dieser digitalen Revolution. Sie ist:

  • expotenziell (nicht mehr linear)
  • digital
  • vernetzt

Die große Frage ist: Werden wir es schaffen, uns digital neu zu erfinden?
Die Frage geht nicht nur an „Deutschland“, sondern jeden einzelnen.

Chance oder Fluch?

Die Autoren diskutieren das Thema durchaus ernsthaft. Wird die Maschine einst den Menschen beherrschen? Werden Maschinen die besseren Menschen sein? (S. 210) Es war einst eine kommunistische Vision, dass Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen. Die Digitaliserung macht es möglich!

Die Autoren sind keine bornierten Mahner, sondern halten die digitale Revolution „für etwas Gutes“. Die Autoren diskutieren sogar die alte Frage von Norbert Wiener(1948), was gefährlicher sei, der Computer oder die Atombombe. Nebenbei gemerkt: Kein Mensch der Welt wird diese Revolution aufhalten können. Es ist kein „Teufelszeug“, sondern ein Werkzeug, das so oder so genutzt werden kann. Am besten ist natürlich: Immer mehr Menschen nutzen es in dem Sinne, dass es die Demokratisierung fördert, den flexiblen Umgang mit Arbeit und Arbeitszeit, den wachsenden Wohlstand für alle.

Die digitale Revolution wird wohl mehr „Jobs“ vernichten als neue Jobs schaffen. Es wird „Verlierer“ geben. Es kommt für jeden einzelnen darauf an, sich vorzubereiten, sich ganz persönlich neu zu erfinden.

Das Buch ist für mich grundlegende Aufklärung, und ich denke, dass es nicht schwer ist, für sich selbst die Frage zu stellen: „Was bedeutet das für mich?“ Was verändere ich, um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Eines meiner spirituellen Lieblingsbücher von Neal D. Walsch („Gespräche mit Gott“) heißt: „Wenn alles sich verändert, verändere alles!“  Das gilt nicht nur für die „Nerds“ und „Disrupter“ der digitalen Revolution, sondern auch für die „Spirituellen“. Es war ja schon immer das Problem, dass „die Bösen“ die Oberhand hatten, weil „die Guten“ sich im „Nichts-Tun“ übten (…). Ich finde, es ist eine großartige Zeit, dass „die Guten“ die Chancen der digitalen Revolution verstehen und ihren Beitrag für ihre segensreiche Nutzung leisten.

Ich bin zwar weit über die reine Besprechung des Buches hinaus gegangen, doch es hat mich sehr ernsthaft angeregt, mich auch als „Spiritueller“ neu zu erfinden. DANKE den Autoren dafür.

Dräger / Müller-Eiselt: Die digitale Bildungs-Revolution

Untertitel: Der radikale Wandel des Lernens und wie wir ihn gestalten können

Die Autoren schreiben gleich im Vorwort: „Die digitale Bildungsrevolution hat bereits begonnen und wird nicht aufzuhalten sein. In Deutschland, dem Land der Reformpädagogik und des Humboldtschen Bildungsideals, ist davon allerdings noch wenig zu spüren.“ (S. 7)

Bildung gehörte in Deutschland im Grunde immer zu den konservativsten Bereichen, ziemlich reformresistent. „… Kein Wunder also, dass die digitale Bildungsrevolution bei uns noch schläft.“ (S. 29) Doch die längst diagnostizierte „Bildungskatastrophe“ (Picht) und die aus den Nähten platzende Massenabfertigung in Schule und Universität zwingen zum Umdenken. Der Bildungshunger ist da, doch die Bildungsinstitutionen kommen den Ansprüchen nicht nach.

Die Autoren sehen in der „Digitalisierung des Lernens“ eine große Chance, das Bildungsideal Humboldts „Bildung für alle“ zu realisieren. „Denn so wie die Digitalisierung binnen weniger Jahre Industrie und Handel revolutioniert hat, wird sie auch das Bildungswesen umwälzen.“ (S. 9)

Die große Chance dieser digitalen Bildungsrevolution besteht darin, dass „Zugang für alle“ und „Personalisierung für jeden“ verbunden werden können, bzw „massenhaft günstig und individuell zugeschnitten“ (S. 22)

Das Buch hat 3 Teile: a) den Auftakt, b) Szenen (Beispiele) und c) den Ausblick. Die kommentierten Beispiele, der Hauptteil des Buches S. 47 – 129, ist vollgespickt mit einzelnen Initiativen, die viel Anregung geben, hier auch selbst initiativ zu werden, sein eigenes Lernen zu überdenken und in die digitale Spur zu bringen.

Im Teil Ausblick (S. 133 – 183) weisen die Autoren durchaus darauf auf Gefahren hin: „Wenn aber Datenanalysen missbraucht werden, um die Schwächeren auszusortieren anstatt sie zu fördern, dann wird das Bildungssystem noch ungerechter, als es heut schon ist.“ (S. 148) Denn das ganze System funktioniert nur im Tauschhandel „Daten gegen Zugang zur Bildung“. Und hier ist die Politik gefordert:

Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und zugleich unsere Kinder zu schützen. brauchen wir eine politische Debatte, verbindliche Regeln, mehr Datensouveränität statt mehr Datenschutz und eine Selbstverpflichtung aller Beteiligter. (S. 151)

Die Autoren kommen zum Schluss:  Im Bildungssektor und in der Pädagogik bleibt kein Stein auf dem anderen – und Aussitzen ist keine Lösung.

Das Buch ist ein flammender Appell der Autoren an die alte Bildungsnation Deutschland, diese Revolution nicht zu verschlafen und die alten Bildungsideale mit den Potenzialen des digitalen Zeitalters wiederzubeleben. Deutschland darf den Anschluss nicht ganz verpassen, hat im Gegenteil noch gewaltig aufzuholen.

Wie immer man zum „lebenslangen Lernen“ steht: Die digitale Bildungsrevolution ist eine große Chance für denjenigen, der sie nutzen kann – und dafür ist das Buch ein guter Wegweiser.

Klaus Schwab: Die vierte industrielle Revolution

Jeder, der sich Gedanken über die Zukunft der Gesellschaft und Menschheit macht, sollte heute über die „Grundlagen“ der vierten industriellen Revolution Bescheid wissen. Es kann einen davor grauen, was da auf uns zukommen kann. „Nie hat es eine Zeit gegeben, die so große Möglichkeiten und zugleich so große Gefahren bereithielt.“ (Klaus Schwab) Es ist auch für einen spirituellen Menschen wichtig, Licht in die Dunkelheit zu bringen, die Potenziale des Neuen im Sinne der Schöpfung zu nutzen. Für mich ist dieses Buch von Klaus Schwab eine wunderbare Einführung auch und gerade für „spirituelle Menschen“, die mehr im Himmel leben und sich mit realen gesellschaftlichen Entwicklung etwas schwer tun. Und deswegen mag ich das Buch sehr, weil es über eine wichtigen Aspekt des Wassermann-Zeitalters aufklärt.

Um kurz die „historische Einordnung“ zu klären (S. 16 – 20): die erste industrielle Revolution war der Bau von Eisenbahnen und die Erfindung der Dampfmaschinen (1760 – 1840), die Ära der mechanischen Produktion. Die zweite industrielle Revolution nutzte Elektrizität und das Fließmand. Die dritte industrielle Revolution ist die Computer- und digitale Revolution (ab der 1960er Jahre). Doch wir sind bereits schon im Übergang zur vierten industriellen Revolution, die auf der digitalen Revolution basiert. Stichworte hierbei sind: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, intelligente Fabriken (On-Demand-Economy), Gensequenzierung, Nanotechnologie, erneuerbare Energien, Quanten-Computer. Die physische, digitale und biologische Sphäre gehen immer mehr in Wechselwirkung.

Wir müssen unsere Wirtschafts- Gesellschafts- und politischen Systeme überdenken, um sie für die Vierte Industrielle Revolution fit zu machen. (S. 20)

Zu den Triebkräften dieser Revolution zählt der Autor:

  • selbstfahrende Kraftfahrzeuge (wie Drohnen)
  • 3D-Druck (wie medizinische Implantate)
  • fortgeschrittene Robotik (eine neue Maschine-Mensch-Schnittstelle)
  • neuartige synthetische Materialen
  • das „Internet der Dinge“ (Geräte kommunizieren miteinander)
  • die Blockchain (Dezentralisierung und Entmächtigung)
  • „Big Data“ (gigantische Datenbanken)
  • Gentechnologie („Editieren von Genen“)
  • synthetische Biologie
  • „Designer-Babys“
  • rasante Weiterentwicklung der Neurowissenschaften

Wohin entwickelt sich der Mensch und WER BIN ICH?

Das alles kann Horrorvorstellungen wachrufen, für die Menschheit aber auch große Chancen bereitstellen. Das Autor weist zurecht darauf hin, dass wir immer verschärfter mit der Frage konfrontiert sind „was es bedeutet, Mensch zu sein“ (S. 41) Die Möglichkeit in Evolution und Schöpfung einzugreifen, „Antischöpfung“ zu bewirken, war noch nie so groß. In der 1. Tabelle (S. 45) des Buches nennt der Autor 20 Trends, die in den nächsten 10 Jahren realisiert sein werden von „10% der Menschen tragen Kleidung, die mit dem Internet verbunden sind“ bis „Ki-Maschinen, die im Vorstand eines Konzerns arbeiten“. Im Anhang (S. 171 – 228) werden 23 „tiefgreifende Veränderungen“ in ihren Chancen und Problemen diskutiert.

Als eine der wichtigsten Auswirkungen nennt der Autor das Empowerment: „die Ermächtigung beziehungsweise Befähigung zur Selbstbestimmung“ (S. 46) nun für einen Großteil der Menschen. Oder die Möglichkeit, „ein längeres, gesünderes und aktiveres Leben zu führen“ (S. 51) „Neue Technologien werden das Wesen der Arbeit in sämtlichen Branchen und Berufen tiefgreifend verändern.“ (S. 57) Das ist zweischneidig. Ca. 50 % der Arbeitsplätze sind durch digitale Automatisierung gefährdet. Die Automatisierung schafft weniger neue Arbeitsplätze als jede frühere industrielle Revolution mit neuen Arbeitsplätzen kompensiert hat. (Tabelle 2, S. 61)

Doch eines ist klar: Gerade die Berufe haben Zukunft, die kreativ sind. Kreativität lässt sich nicht automatisieren. Und Kreativität ist Seele.

In diesem Sinne diskutiert der Autor die jetzt schon abzusehenden Auswirkungen dieser vierten industriellen Revolution bis hin zu Cyberkriegen und einem total entmündigten Bürger. Katastrophe und Chance liegen ganz nahe beieinander, ebenso die Polarisierung von Gut und Böse nicht nur der einzelnen Gesellschaften, sondern des ganzen Globus. Eine Aussicht dieser Entwicklung könnte sein, dass die Menschheit zur egozentrischsten Gesellschaft wird, die es je gab.

Wie es weitergeht
(und warum ich das Buch dringend ans Herz lege):

Der Autor schreibt (S. 156):

Effektiv können wir diese Herausforderungen nur angehen, wenn wir die kollektive Weisheit unserer Herzen, Seelen und unseres Verstandes mobilisieren.

Um diese vierte Industrielle Revolution zu meistern, empfiehlt der Autor, die vier Haupt-Arten der Intelligenz zu kultivieren und zu praktizieren:

  • die praktische (oder kontextuelle) Intelligenz (den Verstand)
  • die emotionale Intelligenz (das Herz)
  • die spirituelle Intelligenz (die Seele)
  • die physische Intelligenz (den Körper)

Ich will den Autor vor allem zur spirituellen Intelligenz zitieren:

Abgeleitet vom lateinischen Verb spirare, atmen, bezieht sich spirituelle Intelligenz auf die fortgesetzte Suche nach Sinn und Zweck. Sie zielt auf die Förderung kreativer Impulse und darauf, Menschen ein neues kollektives und moralisches Bewusstsein auf der Grundlage eines gemeinsamen Schicksals zu vermitteln. (S. 160)
In einer Welt, in der nichts bleibt, wie es ist, wird Vertrauen zu einer der wertvollsten menschlichen Eigenschaften. (S. 161)

Zusammenfassend schreibt der Autor:

Die Vierte Industrielle Revolution kann sich für die Menschheit als Fluch oder Segen erweisen: Sie hat das Potenzial, uns zu roboterisieren und so unsere traditionellen Sinnquellen – Arbeit, Gemeinschaft, Familie, Identität – infrage zu stellen. Sie hat aber auch das Potenzial, die Menschheit auf eine neue kollektive moralische Bewusstseinsstufe zu heben, die auf der Erkenntnis unseres gemeinsamen Schicksals beruht. Es liegt an uns allen sicherzustellen, das Letzteres geschieht. (S. 166)

 

Ich glaube, dass hier vor allen „die Spirituellen“ gefordert sind, „dass Letzteres geschieht“, wenn unsere Stärke tatsächlich in unserer „spirituellen Intelligenz“ liegt.

Es wird – im polarisierenden Wassermann-Zeitalter – immer „Gute und Böse“ geben. Das gesellschaftlich Problem ist, dass „die Guten den Bösen“ das irdische Feld überlassen. Diese Entwicklung stellt die Spirituellen aber auch vor Herausforderungen, an denen sie wachsen können, um mit ihrem Bewusstsein und ihrer Ethik die Menschheit im Sinne der Schöpfung in das „Paradies auf Erden“ führen zu können.

 

 

Klaus Schwab: Die Vierte Industrielle Revolution (Klick)

Danielle MacKinnon: Die geheimen Verträge der Seele

Untertitel: Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen

Gleich vorweg: Der deutsche Untertitel des Buches ist völlig daneben (er war der Grund, weshalb ich das Buch überhaupt lesen wollte). Es geht im Buch nicht um Ahnen, das Lösen von karmischen Verstrickungen; ganz im Gegenteil: Es geht der Autorin ausdrücklich um „Lebenszeit-Seelenverträge“ – und keine Seelenverträge mit Verstorbenen oder Tieren. Also Verträge, die die Seele mit sich selbst innerhalb der aktuellen Lebenszeit und für diese Lebensspanne eingegangen ist.

TROTZDEM: Wenn wir von diesem Maketing-Missgriff des deutschen Verlages absehen können: Das Buch ist großartig! Es gehört zu den besten Büchern, die ich über die Arbeit von der Seele mit der Seele kenne. Vieles erinnert in dem Buch an bekannte Therapiekonzepte (wie Schattenarbeit oder Glaubenssätze), doch es sind nicht nur andere Begriffe („Seelenvertrag“, „mentale Samen“, „ungute Emotionen“ …) für bekannte Konzepte. Es schließt solche Konzepte ein und geht tiefer bis auf den Grund der Lektionen, die die Seele in dieser Inkarnation lernen will und muss. Der Seelenweg ist immer ein Heilungsweg – für sich selbst und den Planeten. Der heilige Heilungsweg des Buches ist ein energetischer, körperlicher, emotionaler, mentaler und seelischer, der auch durch die „dunkle Nacht der Seele“ führt.

Wenn wir an die Reinkarnation und Wiedergeburt glauben, dann gehört dazu auch das Konzept, dass die Seele für die aktuelle Inkarnation, die jetzige Lebenszeit sich bestimmte Lebensaufgaben und Ziele des Erwachens gestellt hat und sich dafür Lektionen selbst auferlegt hat. Diese Aufgaben als Herausforderungen zeigen sich in „Seelenverträgen“ (als Ausbildungsverträge der Seele mit sich selbst sozusagen), die es zu lösen gilt, von der es sich zu lösen gilt. Wenn wir dieses Bewusstsein haben, dass unsere Seele sozusagen Lehr-Meister und Lehrling zugleich ist, Meister und Schüler, dann finden wir einen guten Zugang zum Buch und seiner wirklichen Tiefe. Das Buch raubt uns die letzte Illusion, dass da irgendein Ritter kommt, uns zu retten, irgendein Erlöser, uns zu erlösen, irgendein Heiler, uns zu heilen, sondern all das unsere eigene Seelenaufgabe ist, damit unsere Seele wachsen und erwachen kann. Es ist ein Arbeitsbuch deiner Seele als Meisterin – für deine Seele als Schüler – in einer vertraglichen Verbundenheit.

Doch das Buch arbeitet auch mit geistigen Helfern, das „Spirituelle Geleit“, wie die Autorin es nennt. Diese Geistigen Helfer sind beispielsweise „Arkasha-Archivare“, die helfen, die Arkasha umzuschreiben. „Wie du deine Arkasha-Archivare bittest, deine Arkasha umzuschreiben“ wäre wahrscheinlich ein passenderer und ehrlicher Untertitel des Buches, doch wahrscheinlich marketingmäßig nicht so prickelnd.

Es geht im Buch im Grunde auch nicht um „Geheimverträge“, sondern selbst erstellte Inkarnations-Verträge, deren wir uns nicht mehr bewusst sind, weil wir sie vergessen haben. Doch irgendwann auf unserem Seelenweg führt an der Lösung unserer Seelenaufgaben (im Begriff der Autorin: „Seelenverträge“) kein Weg mehr vorbei. Diese Verträge sind sozusagen „verklausuliert“, so dass wir ihre Botschaft erst erkennen müssen. Alles, was „im Himmel“ an Lebensaufgaben von der Seele beabsichtigt ist, finden seine speziellen Erfahrungen und Verkörperungen in den ersten Lebensjahren, um sie dann im Laufe des Lebens durch die Arbeit mit der Seele erfüllen zu können. Das Buch ist kein „Crashkurs“, im Grunde kann man mit dem Buch ein ganzes Leben arbeiten. Doch es lohnt sich. Für mich „erste Wahl“ auf dem Seelenweg. 

 

Die geheimen Verträge der Seele: Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen (Klick)

Rolf Mayer: Auf Kurs ins Leben

Untertitel: Wie Veränderung gelingt. Das Übungsbuch für Selbstwert, Authentizität und wahres Sein.

Das Buch kommt sehr bescheiden daher. Keine Sprüche wie „Ich mache dich in 7 Tagen zum neuen Menschen!“ Solche „außengesteuerte Motivation“ ist dem Buch völlig fremd. Das Buch erwartet einen selbstmotivierten Leser, der weiß, dass er an sich arbeiten will, der vielleicht auch das eine oder andere Buch zur Selbsthilfe schon gelesen, Seminare besucht hat und sich wünscht, diese vielen Hilfen, Tipps und Tricks, in EINEM Buch zusammengetragen zu finden. Ein solches Bedürfnis befriedigt das Buch: Es ist ein reines Übungs- und Arbeitsbuch für eine fundamentale Wandlung im Leben. Es enthält fleißig zusammengetragen Fragen, Anregungen, Aufgaben, Affirmationen, Weisheitssprüche.

Die 16 Themenbereiche

Diese Themenbereiche habe nur eine ganz safte Ordnung, jedes könnte ein Seminarthema für sich sein. Es sind keine 16 Stufen einer Erfolgsleiter, bei der man sich von der ersten bis zur letzten Stufe durcharbeitet, sondern es sind einfach nur 16 wichtige Lebens-Themen:

  1. Bist du offen für Veränderung?
  2. Kennst du dich selbst zu Genüge?
  3. Habe den Mut, authentisch zu sein
  4. Hör auf, dich ständig mit anderen zu vergleichen
  5. Richte deine Aufmerksamkeit auf deine Stärken
  6. Bedienst du nur oder tankst du auch?
  7. Verabschiede deinen Perfektionismus
  8. Kennst du das Wort mit den vier Buchstaben? (Gemeint ist: nein)
  9. Heraus aus der Opferrolle
  10. Überprüfe deine Glaubenssätze
  11. Loslassen
  12. Vergib dir und anderen
  13. Gib dir selbst einen Wert
  14. Selbstliebe – wie geht das?
  15. Niederlagen sind keine Fehler, sondern Lektionen
  16. Deine Mitmenschen – deine Entwicklungshelfer.

Vielleicht sagst du: Nicht besonders aufregend. – Ich kann dir nicht widersprechen! Die Stärke des Buches liegt nicht darin, dass es dein Herz höher schlagen lässt. Es ist fast so trocken wie eine Gebrauchsanweisung. Doch – und das ist seine Stärke – es ist ein Superbuch als (relativ) vollständige Sammlung von Fragen, Übungen, Anregungen und Sprüchen zu den einzelnen Lebens-Themen.

Ich denke die Hauptzielgruppe des Buches sind eher Seminar- und Workshopleiter, die hier Anregungen für Seminare finden, das Buch vielleicht auch ihren eigenen Teilnehmern als Arbeitsbuch weiter empfehlen. Der Autor (langjähriger Sonderschullehrer und Fußballtrainer) hat mit viel Fleiß Übungs- und Trainingsmaterial zusammen gestellt, von dem andere Workshop- und Seminarleiter, Lebensberater und Life-Coachs dankbar profitieren können. Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch einen als Initialzündung wirklich auf den Weg bringt, sein Leben zu verändern. Doch WENN man schon selbstmotiviert auf dem Weg ist, kann es als Arbeits- und Übungsbuch sehr unterstützend sein. Ich möchte es nicht missen und kann daraus viele Anregungen für meine eigene Arbeit entnehmen.

 

Rolf Mayer: Auf Kurs ins Leben: Wie Veränderungen gelingen – Das Übungsbuch für Selbstwert, Authentizität und wahres Sein (Klick)

 

Bettina Hielscher: Wach auf!

Untertitel: Lebe dein Leben. Sei authentisch. Sei glücklich.

Das Buch versteht sich als „Wegweiser zu einem Leben im Einklang mit sich selbst“. Ja, ich kann dem Versprechen des Buches nur zustimmen: Das Buch ersetzt ein ganzes Bücherregal von Selbsthilfebüchern. Es ist spürbar, dass das Buch aus einem reichen Erfahrungsschatz der Autorin auf dem Weg von Selbsthass und Depressivität hin zu Selbstliebe und Glück geschrieben ist.

„Eigentlich“ können wir alles haben. Doch dieses HABEN und seine Komfortzonen machen nicht wirklich glücklich! Wir werden heute viel leichter depressiv, gerade weil wir alles haben können, doch unsere Seele trotzdem verhungert. Vielen Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern geht es so, der Selbstzweifel über den Sinn des Lebens setzt heute viel früher ein, als erst in der Mitte des Lebens. Und das ist gut so! Das Herz lässt sich nicht mehr mit Halbheiten zufriedenstellen. Es verlangt gebieterisch nach dem vollherzigen Leben, dem EIGENEN Leben, kein nachgeahmtes. Viele Menschen scheitern heute an diesen Idealvorstellungen der Medien, wie man als „glücklicher Mensch“ zu leben hat. Das Herz fühl diese Fallen der Tausende von Pseudowegen, der Irrwege im Labyrinth des Materiellen. Doch es gibt nur EINEN Weg, der wirklich glücklich macht. Das ist der eigene Seelenweg, die eigene Seelenreise.

Es gibt eine „falsche Suche nach dem Glück“ (Kapitel 1 des Buches), bei dem das kurzfristige  Pseudoglück im Außen gesucht wird („Spaßgesellschaft“). Das kann zur Sucht verschiedenster Art werden, in dem viele festhängen. Doch es gibt einen inneren Glückskompass: „Gehe den Weg, der dich glücklich macht“ (Kapitel 5 des Buches). Dieser Weg ist einzigartig und originell. Es gibt dafür keine Vorlagen, auch die Autorin hütet sich davor, diesen Weg „vorzuschreiben“. Der Kompass ist das ganz natürliche innere Glücksempfinden. Wir FÜHLEN es, wenn wir im Einklang mit unserem Seelenweg sind, uns nicht selbst missbrauchen und unserer Seele Gewalt antun. Auf diese innere Stimme müssen wir zu hören LERNEN. Dafür braucht es Ruhe und Stille, die Entwicklung der Intuition, der Selbsterkenntnis.

Das Paradoxe an der Reise ist, dass wir bei uns selbst ankommen. Das Ziel der Reise bist du selbst. Das Buch „Wach auf!“ bietet Hilfe, allen Ballast loszulassen, allen äußeren Verführungen zu widerstehen, um da anzukommen, wo wir authentisch und glücklich mit uns selbst leben können, wo wir so leben, wie wir von unserer Seele gemeint sind. Emotionale Zufriedenheit mit sich selbst und geistige Freiheit (Kapitel 2) schaffen die entscheidenden Voraussetzungen. Die Achtsamkeit der inneren Stimme, den echten Glücksgefühlen gegenüber widmet sich das 3. Kapitel des Buches: „Finde dich selbst“. Die längste Reise deines Lebens, die zu dir und mit dir selbst, bedarf Vorbereitungen, um sie unbeirrt durchstehen zu können (das 4. Kapitel).

Das Buch ist ein regelrechtes „Lebenstraining“ vom fremd- zum selbstbestimmten Leben, um so ganz aus dem Herzen zu leben. Ich empfehle unbedingt, neben dem Lesen des Buches ein Tagebuch zu führen. Es hat viele, viele Fragen zur Selbsterkenntnis, die du dir am besten selbst durch Tagebuchschreiben beantwortest. Dein Tagebuch kann zum Buch deines Lebens werden, das dein Aufwachen begleitet.

Unbedingt herauszuheben ist der umfangreiche Service zum Buch selbst. Angefangen von von einem sehr umfangreichen BONUS als Downloadbereich, der ständig aktualisiert wird, Blog, Podcast, Facebook-Gruppe und Life-Coaching. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Internetseite zum Buch zu besuchen (Bild anklicken):

 

Bettina Hielscher: Wach auf! Lebe dein Leben. Sei authentisch. Sei glücklich.: Ein Wegweiser zu einem Leben im Einklang mit sich selbst (Klick)

Alain Stalder: Elementare Sternzeichen

Wir brauchen im Wassermann-Zeitalter eine neue, an das neue Zeitalter angepasste Astrologie! Die alte Horoskop-Astrologie ist patriarchalisch verzerrt und eine Sonnen-Astrologie, d.h. in der Geburtsstunde zählt der Stand der Sonne, aber nicht der des Mondes. Darüber hinaus werden durch moderne Computer-Horoskope der Sinn der astrologischen Deutung völlig verzerrt.

Ein sehr spannender Versuch, hier einen neuen und erstaunlich einfachen Zugang zur Astrologie zu leisten, ist das Buch von Alain Stalder. Die 12 Tierkreiszeichen werden den 4 Elementen zugeordnet, also Feuer, Erde, Luft und Wasser. Dabei gibt es eine bestimmte Reihenfolge von Feuer > Erde > Luft zu > Wasser.

In der Antike suchten die Philosophen (insbesondere Pythagoras) nach der Harmonie im Kosmos, um so auch zur göttlichen Ordnung in der Welt zurück zu finden. Dabei spielten die Zahlen und Zahlenverhältnisse eine große Rolle. Der große Astronom des Mittelalters Johannes Kepler war auch ein großer Astrologe, von seinen Zeitgenossen als wiedergeborener Pythagoras verehrt. Auch er versuchte noch die Sphärenharmonie auf Grundzahlen zurück zu führen. Der Autor Alain Stalder knüpft an die Zuordnung der Elemente zu Zahlen an und überträgt die antike Elementenlehre wieder auf die Zahlensymbolik. Es erinnert an den Tetraktys des Pythagoras. Das 5. Element ist das Element der Wandlung: 1 + 4 = 2 + 3. Dabei spielt bei diesem neuen astrologischen Ansatz auch die Alchemie als Lehre der Wandlung und Veredelung eine große Rolle. Dieser Ansatz beabsichtigt auch, Astrologie und Wissenschaft durch die Rückführung auf einfache Zahlen wieder anzunähern.

Es ist nicht zu vergessen, dass das Buch auch mit den Urarchetypen arbeitet, den Urbildern der Seele. Auch hier reichen ein paar wenige, die für den eigenen Seelenweg wichtig sind. Man muss nicht gleich die ganze Mythologie des Altertums studieren, um die Sprache der eigenen Seele zu verstehen.
Das für mich Entscheidende des Buches aber ist: Es fordert den Leser wieder auf, seine eigenen astrologischen Daten (auch ohne Kenntnis der Geburtsstunde) über die einfachen Elemente, die Zahlensymbolik und die alchemischen Gesetzen der Wandlung selbst zu deuten – durchaus auch im ursprünglichen Sinne einer Prognose: Wie kann ich mich mit den gegebenen Seelen-Qualitäten veredlen? Denn der „edele Mensch“ war immer das Ziel der antiken Persönlichkeitsbildung, bevor diese Seelenreise des Lebens in der Moderne psychologisiert und verflacht wurde.

Manche Fachpsychologen werden über das Büchlein wohl die Nase rümpfen. So einfach darf es ja wohl nicht sein! Derjenige aber, der seine astrologischen Daten im Sinne der Veredelung seiner Seele selbst deuten will, hält mit dem Buch den Schlüssel in den Händen: nicht nur einen neuen Zugang zur Astrologie, sondern auch zu seiner eigenen Seele und ihre Veredelung.

 

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Claudi Alsina: Der Satz des Pythagoras

Untertitel: Die Heilige Geometrie von Dreiecken

Ein ganzes Buch nur über den Satz des Pythagoras?!

Ja, und dieses Buch wird diesem größten Lehrsatzes in der Mathematik auch gerecht. Der Leser bekommt eine Ahnung, wie bedeutsam der Satz wirklich war und ist – nicht nur für Geometrie-Prüfungen in der Schule. Dabei ist es gar keine Frage mehr, dass Pythagoras es nicht selbst war, der den Satz entdeckt hat. Er ist sicher älter und von den Babyloniern und Ägyptern übernommen. Doch es ist das Verdienst des Pythagoras, diesen Satz in seiner Allgemeinheit als erster wissenschaftlich bewiesen zu haben.

Pythagoras war es, „der begriff, dass die Gewissheit von Behauptungen auf Beweisen gegründet werden musste, bevor man sie für weitere logische Demonstrationen verwenden konnte, und das tat er auch, sogar noch vor Euklid, dem großen Sammler und Neuordner der klassischen Mathematik.“ (S. 13)

Wir sind hier an der ursprünglichen Schnittstelle bei Pythagoras von Zahlenmystik und Mathematik als Wissenschaft. Das griechische Wort „mathema“  meinte ursprünglich ganz allgemein „das, was gelehrt wird“ (S. 22) und „mathematikoi“ (von Pythagoras selbst geprägt) „jene, die an Wissen interessiert sind“ (S. 34). Für Pythagoras waren die Weisen und Wissenden alle, die hinter der Erscheinung der Dinge die Ordnung der Zahlen und die Harmonie von Zahlenverhältnisse entdeckt haben. Bei Pythagoras waren mystische Weisheit und exakte Wissenschaft noch ein und dasselbe. (Sein Credo: „Alles ist Zahl.“) Auch unser gängiges Wort „Arithmetik“ von „arithmos“ (Zahl) und „techne“ (Wissenschaft) heißt nichts anderes als Zahlenwissenschaft. (S. 126) Es ist in diesem Zusammenhang auch gut zu wissen, dass das lateinische Wort „Quantum“ nichts anderes als „Zahl“ heißt. Quantenphysik als Zahlenphysik?! Da öffnen sich noch Horizonte!

Das, was wir heute als „Satz des Pythagoras“ kennen, war ursprünglich ein rein praktisches Wissen, wie man im Bau rechte Winkel ohne Zirkel und Dreieck konstruiert. (Geodreiecke und Zirkel gab es damals noch nicht im Schreibwarengeschäft um die Ecke zu kaufen – kleiner Scherz …)

Wir wissen, wie wichtig die Zahlen 3, 4 und 5 in der Zahlenmystik des Pythagoras sind. Und plötzlich erkennt er: 3 hoch 2 (3×3 = 9) plus 4 hoch 2 (4×4 = 16) gleich 5 hoch 2 (5×5 = 25) – und kann diese verblüffende Gleichung noch als rechtwinkliges Dreieck darstellen. Das ist ein sogenanntes „Pythagoreisches Tripel“. Von dieser ersten Formel bis zur uns bekannten Verallgemeinerung a Quadrat plus b Quadrat gleich c Quadrat … ist noch ein weiter und genialer Weg! Zu bedenken ist auch: Es gab damals in Griechenland noch keine arabischen Ziffern, keine Algebra und nur ganze Zahlen (auch in Brüchen).

Das Buch stellt einige weitere „wunderbare Beweise“ (S. 45 – 52) dar (auch von Leonardo da Vinci), die zeigen, dass dieser „berühmteste Lehrsatz der Geschichte“ (S. 39) alles andere als Pipifax ist. Das Buch zeigt auch auf, wie aus dem Satz des Pythagoras auch die erste irrationale Zahl „Wurzel aus 2“ (= 1,41421 … oder PI) entwickelt wurde, der Albtraum des Pythagoras: Disharmonie statt purer Harmonie ganzer Zahlen.

Der Autor geht in dem Buch alle theoretischen und praktischen Anwendungen des Satz des Pythagoras nach, für den Leser ein AHA! und WOWW! nach dem anderen.

Für die weite Auswirkung des Pytagoreischen Satzes schreibt der Autor S. 57:

Also ist der Satz des Pythagoras auch für die Topographie, Karthografie, Flug- und Schiffsnavigation und natürlich auch für die Architektur, das Ingenieurwesen und jede Art von Tätigkeit, die Messungen erfordert, von Bedeutung.

Und zusammenfassend mit einem Augenzwinkern S. 103:

Wenn es jedoch so erscheint, als wollten wir etwas anderes behaupten, sei gesagt, dass man auch ohne Kenntnis des Pythagoreischen Satzes leben kann. Seine Präsenz in beinahe jedem Winkel des menschlichen Denkens (schöne subtile Formulierung, Hervorhebung von mir – JS) und in vielen Bereichen der Natur ist jedoch faszinierend.

Die okkulte Pythagoreische Zahlenkunde (Zahlenmystik)

Der Autor geht in diesem Buch im Wesentlichen den fundamentalen Auswirkungen des Satz des Pythagoras in der abendländischen Mathematik nach, deutet jedoch auch die „geheimnisvoll-mystische Aura“ dieses Satzes an. Beide haben dazu geführt, dass sich im Erbe des Pythagoras dann zwei unterschiedliche Schulen entwickelten, einerseits die „Mathematiker“, die diese wissenschaftliche Seite des Pythagoras fortführten (dazu gehörten sicher auch Platon und Euklid) und andererseits die „Akusmatiker“, die die zahlenmystische Seite in Geheimen (Okkulten) fortführten. Heute würden wir sagen: die wissenschaftliche Linie und die mystisch-esoterische Linie.

„Akousmatikoi“ sind „diejenigen, die hören“ (S. 34). Ein Akusma ist ein geheimnisvoller Satz, den man nicht rational lösen kann (wie ein Koan im Zen), seine tiefe Wahrheit nur fühlen kann, indem man auf sein Inneres „hört“. Ein solches Akusma des Pythagoras lautet beispielsweise: „Was ist das Weiseste? Die Zahl.“ Oder ein anderes: „Nicht ohne Licht reden!“ Damit ist natürlich keine Kerze gemeint, sondern das innere Licht. Andere Akusmata aus den „Goldenen Versen“ klingen ohne Einweihung nur banal oder verrückt wie „Hebe keinen Kranz auf.“ (Eine kleine Sammlung solcher Akusmata im Buch S. 26)

„Akusmatiker“ sind im Sinne des Pythagoras nicht nur Hellhörige (die z.B. die Sphärenklänge der Planeten hören können), sondern die mystisch Eingeweihten der esoterischen Schule der Pythagoreer.


Im Nachwort zitiert der Autor den britischen Philosophen, Logiker und Mathematiker Bertrand Russell („Philosophie des Abendlandes“) über Pythagoras (S. 145):

„Ich kenne keinen anderen Menschen, der im Bereich des Denkens so einflussreich war wie er. Denn, wenn wir das, was wir als Platonismus kennen, analysieren, werden wir herausfinden, dass es sich im Grunde um die Lehre der Pythagoreer handelt.“

Das Buch geht zurück an die Schnittstelle von Zahlenmystik und wissenschaftlicher Mathematik in ihrem Ursprung als Arithmetik und heiliger Geometrie. Diese beiden Linien der pythagoreischen Schulen gibt es heute noch und beiden sei dieses Buch empfohlen: den Wissenschaftlern, um die zahlenmystische Essenz der Wissenschaftn zu verstehen, und den Esoterikern, um die mathematische Schönheit und Allgegenwärtigkeit der Zahlenmystik in der Wissenschaft zu verstehen. Das Buch baut Brücken zwischen Wissenschaft und Spiritualität.

Ich würde mir wünschen, dass jeder junge Mensch, der Spaß an Rechnen und Mathematik hat, dieses Buch kennt. Es kann Horizonte für Zahlenmystik und Zahlenwissenschaft öffnen.



Der Satz des Pythagoras: Die Heilige Geometrie von Dreiecken (Klick)

John Martineau (Hg.) Quadrivium

Das Buch bezieht sich auf Pythagoras, doch nicht auf seine mystischen Weisheitslehren, sondern auf den Kern seiner Wissenschaften. Als Begründer der griechischen Wissenschaften war sein Verständnis der Wissenschaft noch HEILIG („siencia sacra“).  Diese Wissenschaften sind als „Quadrivium“ (Der vierfache Weg) bekannt: 1. die heiligen Zahlen, 2. die heilige Geometrie, 3. die Spärenmusik und Harmonik und 4. die Astrologie. Dieses Buch stellt den Kern der ursprünglichen geheimen Heiligen Wissenschaften nach Pythagoras auf sehr anschauliche und moderne Weise dar.

Der Herausgeber schreibt treffend in der Einleitung:

Das Buch, das Sie in den Händen halten, ist eine seltene Schatztruhe voll traditionellem, einst geheimem, doch zu allen Zeiten nützlichem und zudem unsterblichen Wissen, das niemals veraltert. Es ist universal: Es verspricht eine magische Reise durch alle Kulturen – heilige und wissenschaftliche, heimische und fremde, antike und moderne. QUADRIVIUM ist ein Buch aus sechs Büchern – mit Themen aus der Arithmetik, Geometrie, Musik und Astrolomie. (S. 1)

In der Einführung schreibt Keith Critchlow (S. 3 – 4):

Das QUADRIVIUM wurde erstmals um 500 v.Chr. von Pythagoras als die Tetraktys formuliert und gelehrt …
Unsere Seele, deren Unsterblichkeit Sokrates in Platons PHAIDON nachwies, hat ihren Ursprungt an einem Ort vollkommener Weisheit, bevor sie im Körper geboren wird. Ziel dieser Wissenschaften war es daher, durch Vereinfachung zurück zu dieser Ganzheit zu gelangen und zwar auf der Basis des Wissens, das man durch das Studium der Disziplinen des Quadriviums erlangen konnte. Und das Ziel – seit alters her der Zweck aller Suche nach Erkenntnis – bestand darin, ihre Quelle zu finden.

Die sechs Bücher sind:

Buch 1: Die heiligen Zahlen: Die geheimen Eigenschaften der Menge (Miranda Lundy): Von der Monade (EINS) bis Zwölf und mehr, das VERHÄLTNIS der Zahlen zueinander … bis hin zur NULL als „Nicht-Zahl“

Buch 2: Die heilige Geometrie (Miranda Lundy): „Die heilige Geometrie demonstriert, wie sich Zahlen im Raum entfalten. Im Unterschied zur profanen Geometrie werden ihre Operationen und Begriffe symbolische Werte zugeordnet, so dass sie, wie gute Musik, der seelischen Entwicklung des sich mit ihr Beschäftigenden zuträglich ist.“ (S. 63)

Buch 3: Platonischer und archimedische Körper (Daud Sutton): Dieses Buch zeigt, wie sich Zahlen im dreidimensionalen Raum in der Form von Körpern entfalten.

Buch 4: Der Harmonograph: Eine Einführung in die Mathematik der Musik (Anthony Ashton). Es ist ein im 19. Jahrhundert erfundenes Instrument, das selbstständig harmonische Zeichnungen auf Papier bringt. Der Harmonograph ist in der Lage, harmonische Klänge in Bilder umzuwandeln.

Buch 5: Elemente der Musik: Melodie, Rhythmus & Harmonie (Jason Martineau). Das Buch vertieft den Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik im Sinne der angewandten Harmonie.

Buch 6: Das kleine Buch des Zufalls im Sonnensystem (John Martineau): Dieses Buch weckt wieder den Zauber der Astronomie, Zahlen-Proportionen am Himmel mit der Sonne, Mond und Planeten. Hier ist der Übergang von der exakten Astronomie hin zur deutenden Astrologie noch sehr naheliegend.

Ich denke, mit unserer Bildung wäre es anders bestellt, wenn alle Jugendlichen, die ihr Abitur (Matura) gemacht haben, die Inhalte dieses Buches kennen und beherrschen würden. Es beinhaltet „Allgemeinbildung“ im wirklich humanistischen Sinne. So bekommt Wissen einen ganz andren Sinn: Der Mensch im Kosmos und der Harmonie mit dem Göttlichen. So erhalten die jungen Menschen einen ganz anderen Zugang zur heiligen Wissenschaft. So hat Wissen noch etwas mit Herz und Seele zu tun.

 


Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie für alle verständlich

Inge von Wedemeyer (Hg.): Paythagoras

Untertitel: Weisheitslehrer des Abendlandes

Das Buch von Inge von Wedemeyer ist eine sehr kompetente und liebevolle Zusammenstellung von Texten über Pythagoras als Weisheitslehrer des Abendlandes. Es ist perfekt geeignet, um einen ersten Eindruck von einem Pythagoras zu bekommen, wie er nicht in unseren Philosophie-Büchern zu finden ist. Die Herausgeberin Inge von Wedemeyer hat wichtige Texte aus der Pythagoras-Literatur aufgenommen, einige Originalbeiträge eingestellt und  kurze Zitate zu Pythagoras gesammelt.

Es ist kein Wunder, dass Pythagoras wieder aktuell wird, denn seine Philosophie war wirklich noch in der Mystik begründet und ist das Herz der griechischen Weisheitslehre. Die Autorin schreibt:

Sie alle sind Wegweiser, um mit ihrer Hilfe wieder zu der verloren gegangenen Harmonie mit dem Schöpfer und dir Schöpfung aufzusteigen. (S. 8)
Heute fragt man wieder nach seiner Lehre, denn die Menschheit scheint in eine Epoche einzutreten, in der sie in hohem Maße die Fähigkeit zur Transzendenzoffenheit zurückgewinnt. (S. 11)

Zu den Autoren des Buches gehören mit Beiträgen (Auszügen):

  • Edouard Schuré
  • Jamblichos
  • Inge Rumler (Originalbeitrag)
  • Hans Kayser
  • Julius Schwabe
  • Hans Scavernoch
  • B.L. van Waerden
  • Eduard Baltzer
  • Frédéric Lionel (originalbeitrag)
  • Franz Vonessen
  • Antoine Fabre d‘ Olivent
  • Ulrich Abele (eine Hommage an Pythagoras)
  • Rudolf Haase


Nicht zuletzt findet sich in dem Buch auch die Übersetzung der 71 „Goldenen Verse“ von Pythagoras durch Gerda von Gerlach. Das kleine Büchlein enthält alle maßgeblichen Verehrer des Pythagoras.

Ein absolut empfehlenswertes Buch, eines meiner Lieblingsbücher zu Pythagoras.

 

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