Paul Ferrini: Das Geheimnis deiner 9 Lebenszyklen

Untertitel: Die universellen Rhythmen des Lebens verstehen und nutzen

Das Buch hat mich wirklich überrascht! Ich bin ein langjähriger Fan von > Paul Ferrini (Klick) und hätte nicht auch noch von ihm ein Buch über Numerologie erwartet. So kann man sich täuschen! Die zweite Überraschung: Es ist ein Praxisbuch, neuartig und unglaublich gut!
Numerologie ist eine sehr einfache Interpretationstechnik von Symbolen im eigenen Leben. Wir sagen ja oft „Es gibt keine Zufälle!“, dann werden unser Geburtstag und unser Name sicher auch kein Zufall sein, sondern schon wesentliche Botschaften des Lebens verbergen, um unseren Platz im Leben zu erkennen. Doch was haben sie zu bedeuten? Wie sind Geburtstag und Name symbolisch zu deuten? Numerologie geht sicher nicht so tief wie Astrologie – doch das ist für den ersten Schritt in die Selbstdeutung des eigenen Lebens gar nicht notwendig. Numerologie ist ein leicht anzuwendendes Deutungssystem, die Grundschule sozusagen.  Wenn man diese Grundschule bewältigt hat, findet man auch den Zugang zu tieferen Deutungssystemen wie der Astrologie.

Was an dem Buch von Paul Ferrini ist anders als andere Bücher zur Numerologie?

Es gibt viele numerologische Bücher. Warum empfehle ich gerade dieses von Paul Ferrini als Einführung?

  1. Das Buch ist reduziert auf das Wesentliche.
  2. Es ist leicht handhabbar und leicht verständlich, ein echtes Praxisbuch.
  3. Es gibt keinen großen „theoretischen Überbau“, sondern alles ist sofort umzusetzen.
  4. Es gibt die Zahl der Seelenschwingung (errechnet aus dem Geburtsnamen), die Zahl des Lebensweges (errechnet aus dem Geburtstag) und die numerologische Signatur (die Summe aus Seelenschwingung und Lebensweg).
  5. Das Buch geht von einem Neuner-Rhythmus aus (mit der Neun als Vollendung eines Zyklus). Die Qualität der Zahlen ergibt sich nicht isoliert, sondern immer im Verhältnis zu Lebens-Rhythmen.
  6. Der Basis-Rhythmus ist ein 9-Monats-Rhythmus. Für mich ein wichtiges Kriterium: Das „Jahr 0“ beginnt neun Monate vor der Geburt. Die 0 ist der Anfang (viele numerologischen Systeme beginnen mit der 1).
  7. Zahlen stehen nicht für sich alleine, sondern sind Doppelzahlen. So repräsentiert das erste Lebensjahr (oder der Anfang eines Zyklus) die 0-1. Somit wiederholen sich die Themen der 9 Zyklen immer wieder auf einem neuen Niveau, einem neuen Neuner-Zyklus. Daraus ergeben sich 9 „essentielle Zahlen“ bzw. Zahlenpaare: 0-1, 10-11, …, 80-81.
  8. Die besprochenen 9 mal 9 Lebenszyklen (bis ins 81. Lebensjahr) werden in ihrem Charakter für das spirituelle Wachstum bestimmt. Jeder findet im 3. Teil des Buches leicht die Hauptaufgaben seines nächsten Lebensjahres.
  9. Die Astrologie ist überaus komplex, erkennt im „Geburtshoroskop“ alle Anlagen. Die Numerologie der Lebenszyklen nach Paul Ferrini berücksichtigt nicht nur den Geburtstag, den Geburtsnamen, sondern gibt jedem Geburtsjahr eine eigene Qualität und hat damit einen sehr dynamischen Aspekt.


Mein Fazit:  ein großartiges Buch, um symbolische Grunddaten des Lebens für den eigenen Lebensweg zu bestimmen aus: Name, Geburtstag, numerologische Signatur und Aufgabe des aktuellen Geburtsjahres-Zyklus. Wichtig auch der Hinweis des Autoren: „Alle symbolischen Systeme einschließlich des hier präsentierten sind lediglich als Werkzeug gedacht, die uns helfen können, uns selbst und andere besser zu verstehen. Sie sollten keinesfalls auf eine starre oder engstirnige Weise angewandt werden.“ (S. 218)

In diesem Sinne gibt das Buch sehr praktischen Antworten auf Grundfragen des eigenen Lebens. Sehr zu empfehlen, auch für Numerologie-Kenner!

Ursula Erbacher: Vernetzte Phythotherapie

Untertitel: Eine Synthese von moderner Forschung und überlieferter Erfahrung


Das Buch ist zwar schon 2006 erschienen, scheint mir aber in seinem Bereich nach wie vor ein Klassiker zu sein, war seinerzeit jedenfalls bahnbrechend.

Die Kräuterheilkunde der Traditionellen Abendländischen Medizin (TAM) bekommt in unserer Zeit endlich wieder die Anerkennung, die ihr gebührt. Und dazu hat dieses reichlich bebilderte Büchlein sicher auch seinen Beitrag geleistet. Es ist kein Lehrbuch, sondern ein Handbuch, das nicht nur in der grundsätzlichen Einleitung, sondern auch in er Kurzcharakteristik der einzelnen Heilpflanzen essentiell auf den Punkt kommt. Insofern ist es auch in für den (der Spagyrik oder Anthroposophie gegenüber aufgeschlossenen) Laien hilfreicher Wegbegleiter.

Die Synthese

Jede Kultur hat ihre Urväter, in unserer abendländischen Kultur ist es zweifellos HERMES Trismegistos, der dreifache Meister. Er war eine Legende in der ägyptischen Kultur, manche verbinden ihn mit dem biblischen Namen „Moses“ und war auch im klassischen Altertum als der Götterbote Hermes oder Mercurius hoch angesehen. Es war wohl vor allem Paracelsus, der als Universalgenie diese alchemischen Lehren in die Neuzeit gerettet und weiterentwickelt hat. Bei ihm waren Medizin, Alchemie und Astrologie noch eins. Daran knüpft das Buch an und verbindet diese traditionelle Weisheit mit moderner Phytotherapie.

Ganz im Sinne der Alten werden in diesem Buch die Heilpflanzen nicht nur mit ihrer pharmakologischen Wirkungsweise, Botanik und Herkunft betrachtet, sondern nach ihrer Zuordnung zu den Denksystemen

 

  • der Signaturenlehre,
  • der Planetenkräfte,
  • der Keimblattentwicklung und
  • dem biosynthetischen Ansatz (S. 10)

Für mich herausragend (richtig spannend) war hierbei der Zusammenhang der Keimblattentwicklung im Sinne von embryologischen Organisationsprinzipien und der biosynthetischen Sichtweise. Kostbarkeiten!

Die 20 besprochenen heimischen Heilpflanzen:

Jede dieser Heilpflanzen wird punktgenau in ihren Aspekten besprochen
(einschließlich eines tabellarischen Überblicks über die „Systematik der Wirkprinzipien“):

  • Botanik und Herkunft
  • Inhalt und Hauptwirkstoffe
  • Pharmakologie und Toxizität
  • Wirkung und Anwendung
  • Keimschicht und Organe (!)
  • Signatur und Wesen
  • Planetenkräfte und Qualität
  • Dosierung und Rezepturen

Ein sehr schöner Reiseführer auf unserm Seelenweg, der uns auf Seelenebene mit den wichtigsten heimischen Heilpflanzen verbindet:

  • Birke
  • Brennnessel
  • Efeu
  • Gänsefingerkraut
  • Holunder
  • Johanniskraut
  • Kamille
  • Lavendel
  • Löwenzahn
  • Mariendistel
  • Mistel
  • Schachtelhalm
  • (bittere) Schlefenblume
  • Steinklee
  • Süßholzwurzel
  • Tausendgüldenkraut
  • Thymian
  • Wachholder
  • Weißdorn
  • Wermut

Die Widmung der Autorin für mich möchte ich an alle Leserinnen meiner Rezension weiter geben:

„Mögen sich die Geheimnisse des Lebens durch das Wesen und die Signaturen von Pflanzen, Menschen und Dingen erschließen.“

Der Verlag hat – und das ist der vollständigkeitshalber auch zu erwähnen – zu einzelnen Heilpflanzen kontextbezogene Produktwerbung geschaltet. Nachdem ich – nach erster Irritation – dann die Schätze des Buches entdeckt hatte, wurden die werbenden Hinweise für mich eher ein guter Kundenservice für den Leser. Denn wer hier etwas für sich entdeckt hat, der findet in seiner Apotheke sicher schnell ein apothekenpflichtiges, pharmakologisches Produkt zur „Selbstmedikation“ in Absprache mit dem Apotheker.

Es sollte dann aber auch erwähnt sein, dass es auch entsprechende spagyrische und homöopathische Heilpflanzen-Essenzen gibt, die es dann aber eher selten in der Apotheke um die Ecke gibt.


Ursula Erbacher: Vernetzte Phytotherapie: Eine Synthese von moderner Forschung und überlieferter Erfahrung (Klick)

Hannes Sprado: Der Klang des Weltalls

Untertitel: Wie Planetentön, heilige Klänge und die Musik der Natur heilen können

Es liegt 2.500 Jahre zurück, dass Pythagoras die Sphärenklänge als Harmonie des Kosmos und der Musik gehört hat. Alles nur esoterischer Schwindel? Den Klang der Planeten GEHÖRT?!

Das Buch von Hannes Sprado behandelt umfassend das Thema „Das Universum ist harmonischer Klang“. Nicht nur Pythagoras war so feinsinnig, auch indische Mystiker haben vor Tausenden von Jahren die Klänge der Sterne wahrgenommen und zur Grundlage ihrer Schöpfungsmythologie gemacht. Oder Beethoven? Gerade weil er taub war, war er feinsinnig für Klänge, die wir über unsere Ohren nicht wahrnehmen können.

Der Autor schließt den alten Graben zwischen Wissenschaft und Esoterik über dieses fundamentale Thema. Er führt uns über dieses Thema, die Symphonie der kosmischen Bewegungen, in eine Zeit zurück, in der Wissenschaft und Esoterik noch EINS waren. Und dafür steht PYTHAGORAS im Abendland. „Wissenschaft und Esoterik rücken auf eine Weise zusammen, die vor wenigen Jahrzehnten niemand für möglich gehalten hätte.“ (S. 244) Sein Buch ist populärwissenschaftlich, was ihm aber keinen Abbruch tut – im Gegenteil: Es ist leicht lesbar, an manchen stellen überaus spannend. Es führt in neue Kenntnisse der Kosmologie ein, ist ein Kompendium all der großen Zahlen, die man über das Weltall wissen sollte, um eine Ahnung von den Größenordnungen zu bekommen.

Wo Bewegung ist, da ist auch Energie. Sie und ich, wir rotieren – ohne dass uns dadurch schwindelig würde – mit rund 900 Stundenkilometern um die Erdachse, unser Planet kreist mit mehr als 100.000 Stundenkilometern um die Sonne, unser Sonnensystem mit 800.000 Stundenkilometern um das Zentrum der Milchstraße. (S. 12)

… rund 380.000 Jahre nach dem Urknall begann das Universum zu singen. (S. 17)

Und wo Schwingungen sind, existieren Töne. „Es sind, sagt der Physiker Johann Wilhelm Ritter (1776 – 1810), „also die Himmelsbewegungen nichts anderes als eine fortlaufende mehrstimmige Musik, durch den Verstand – nicht das Ohr – erfassbar. (S. 44)

Der Autor verfolgt diese These „alle Energie ist Schwingung, ist Bewegung, ist Musik“ im Makrokosmos wie im Mirkokosmos: Sterne, Planeten, molekulare Vibrationen:

Man hat die Vibration von Eiweißen gemessen und erkannt, dass sie mit tausend Milliarden Oszillationen und mehr pro Sekunde schwingen. Mit diesen „Klängen“ geben sie Informationen weiter. (S. 85)

Interessant auch ein Gedanke über Parallelwelten oder Multiversen. Der Beobachtungsradius des uns sichtbaren Universums ist durch das Licht und die Lichtgeschwindigkeit begrenzt. Welten, von denen wir kein Licht empfangen können, sind nicht mehr wahrnehmbar. Es gibt sogar die Möglichkeit, dass in anderen Universen auch andere physikalische Gesetze wirken. Doch eines wird überall gleich sein: die Mathematik!

Vielleicht lassen sich Parallelwelten eines Tages durch schlüssige Formeln der Mathematik erklären, denn die würdigen Wahrheiten der Zahlen sind ewig. Sie gelten bis in die kleinsten Winkel des Universums. Keine Frage, das Konzept des Multiversums liegt an der Grenze zwischen Wissenschaft und Esoterik. (S. 102) Die sicherste gemeinsame Kultur wäre zweifellos die Mathematik … (S. 104)

Und das erinnert wieder an PYTHAGORAS: Alles ist Zahl, alles ist harmonische Musik. Der Autor geht noch tiefer in das Thema „Schwingung“ ein:

Nirgendwo ist Stille, nur die Unfähigkeit zu hören. (S. 109) … Eine Schwingung ist die sich ständig wiederholende Bewegung eines Körpers um einen Ruhepunkt. (S. 119) „Schwingung ist das ursprünglichste Leben, das man sich vorstellen kann. (S. 124)

HÖREN KÖNNEN ist das Geheimnis, Schwingungen wahrnehmen. Es ist „das Wissen unserer Ahnen, die schon immer von den Sphärenharmonien wussten, aber noch nicht die geeigneten Hilfsmittel zur exakten Bestimmung besaßen“ (S. 136) Diesen Geheimnis ist der Naturforscher und Esoteriker Hans Cousto mit den Erkenntnissen seiner „kosmischen Oktave“ auf die Spur gekommen.

Aufgrund der universellen Gesetzmäßigkeiten wird es möglich, durch fortgesetzes mathematisches Oktavieren astronomische und musikalische Periodizitäten miteinander zu verbinden und so Mathematik, Musik, Astronomie, ja selbst Farben auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. (S. 137)

Der Autor geht im letzten Teil des Buches auf die Erkenntnisse der indischen Spiritualität ein. NADA ist nicht nur der Urklang, sondern auch das NICHTS. Hier wurden über Mantras oder Meditationen spirituelle Techniken entwickelt, die uns das Einschwingen in die harmonischen universellen Schwingungen ermöglichen. HEILUNG geschieht über Schwingungstherapie (die Klangheilung oder Phonophorese). Alles, was schwingt, hat ein eigenes Schwingungsmuster. Jede Galaxie, jeder Stern, jedes menschliche Wesen hat eine eigene, einzigartige Schwingungsfrequenz, die wieder harmonisiert werden kann.

Mein Fazit: Die Beschäftigung mit dem Kosmos ist faszinierender dann je und man kann sich in der Flut neuer Erkenntnisse verlieren. Es geht schon längst an die Grenzen des Verstehbaren. Mehr denn je stellt sich die Frage: Was hält das alles  zusammen? Der Autor gibt eine Antwort, die die Mystiker vor Jahrtausenden schon wussten: das unendliche Klingen einer göttlichen Symphonie. Der Kosmos ist ein singendes Herz – das wir in seiner Schönheit, einer Harmonie, seiner Musik mit unserem Herzen wahrnehmen können. Das Buch öffnet eine Sichtweise, die uns mit dem Großen und Ganzen versöhnen.

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Frederic Lionel: Die heilige Astrologie

Untertitel: Kosmische Architektur – Einsichten in eine verborgene Welt

Das Buch von Frederic Lionel geht auf die Uranfänge abendländischer Astrologie zurück, die der legendären Gestalt Toth Hermes Trismegistos zugeschrieben wird,
deswegen spricht man auch von „hermetischer“ Astrologie noch jenseits der Archetypen.
Diese Astrologie ist „heilig“, weil sie noch ganzheitlich war, es noch keine Trennung zwischen Astrologie und Astrono-mie gab. Aufgabe der ursprünglichen, babylonischen Astrologie war noch, Zugang zur überweltlichen Ordnung, zur transzendenter Harmonie herzustellen. Diese Astrologie war noch zweckfrei. Es ging weder um Horoskope noch um Vorhersagen. Es ging ausschließlich darum, die Struktur des Universums zu verstehen und keine Schicksale zu manipulieren.

Die Heilige Astrologie hingegen bemüht sich um die wirkliche Vermittlung der Botschaft einer alles umfassenden Ordnung. (S. 26)

In Ägypten wurde die Astrologie dann zur Geheimwissenschaft der Priesterastrologen der letzten Pharaonen-Dynastien ausschließlich für die Pharaonen und die Weissagung ihres Schicksals. In Griechenland wurde die Astrologie „demokratisiert“, wurden jedem zugänglich. Im römischen Reich wurden Horoskope zu einem lukrativen Geschäft. „Horoskophändler erwarben großen Reichtum. Es kam zu Auswüchsen, die viel Unheil stifteten.“ (S. 36) Es sind in der Zeit sicher viele Menschen ermordet worden, um einem geweissagten Schicksal entgehen zu können.

Die Auswüchse astrologischer Praktiken nahm die junge christliche Kirche zum Anlaß, die Astrologie, deren heidnisch-teuflischen Einfluss den Gläubigen nur verblenden konnten, zu verbieten und ihre Betreiber zu ächten. (S. 37)

Heilige Astrologie und Zahlenmystik

Folgende Sätze sind für mich so fundamental, dass ich sie sehr ausführlich zitieren möchte:

Wir sind heute gewohnt, Zahlen lediglich quantitativ zu gebrauchen und zu sehen. Unbekannt scheint uns geworden zu sein, daß jede Zahl auch qualitativ erfahren werden kann. Letzteres zeigt sich in der auf Pythagoras zurückgehenden Zahlenmystik, deren Symbolik in streng ästetischem Sinn den Gesetzen der Harmonie Ausdruck verleiht. Zahlen als solche bleiben rein numerische Zeichen, geometrische Formen dagegen verbildlichen ihre Proportionen. Meditierend, im Spiel der Zahl ihr mystisches Element erkennend, offenbaren sich uns Beziehungen, die dem Lebensrhythmus auf allen Ebenen der geoffenbarten Welt ihre Wirkungskraft zueignen. Letztlich bleibt der nur quantitativ betonte Umgang mit der Zahl ein rein mechanisch-materielles Verhalten, während das Erfassen der qualitativen Zahlenstruktur zur eigentlichen Lebensdynamik führt. Entspringt alles Geschehen dem Wort, wird Zahlenmystik zum Bindeglied zwischen beiden. Heilige Astrologie – grandiose Vision einer „überweltlichen“ Ordnung – übermittelt ein Weltbild, in dem Philosophie, Naturwissenschaften, Religion, Psychologie und alle Künste, harmonisch untereinander verbunden, eine Einheit bilden. (S. 45)

Astrologische Zeitalter

Der Ansatz der Heiligen Astrologie finden wir im „kosmischen Jahr“, einem Zyklus von ca. 25.778 Jahren (aktuell exakte Berechnung).

Pythagoras soll den Zyklus von 25.92o Jahren als „kosmisches Jahr“ bezeichnet haben und die Zwölfteilung dieser Periode als den „kosmischen Monat“. (S. 67)

Ein kosmischer Monat ist das, was wir ein „astrologisches Zeitalter“ nennen. Bekanntlich sind wir heute am Beginn des Wassermann-Zeitalters.

Die 12 Tierkreiszeichen im Jahreszyklus beginnen mit Widder – Stier – Zwillinge – Krebs – Löwe – Jungfrau – Waage – Skorpion – Schütze –  Steinbock – Wassermann – Fische. Der Zyklus der astrologischen Zeitalter ist „rückläufig“ und beginnt mit Jungfrau –  Löwe – Krebs – Zwillinge – Stier – Widder – Fische – Wassermann – Steinbock – Schütze – Skorpion – Waage. Deswegen war das letzte astrologische Zeitalter das der Fische, das aktuell beginnende Wassermann und das künftige das Steinbock-Zeitalter.

Es hat eine ganz besondere Bedeutung wenn der „große Zyklus“ eines kosmischen Jahres mit der Jungfrau beginnt und mit der Waage endet.

Am Anfang ist die empfangsbereite Jungfrau und keinesfalls der zustoßende Widder. All das ist vieldeutig zu deuten. „Der Symbolgehalt der Jungfrau ist vielschichtig und ohne Möglichkeit der exakten Deutung.“ (S. 69) Und plötzlich bekommt die Geburt des Jesus durch die Jungfrau Maria eine kosmische Dimension, ist eine Manifestation der Heiligen Astrologie. Denn in der Heiligen Astrologie steht das Urweibliche am Anfang, ist durch patriarchalische Verzerrungen griechischer Mythologie noch nicht verzerrt. Die Jungfrau ist das Symbol göttlicher Potenz. Am Ende des Zyklus der Heiligen Astrologie steht die Waage, die Wiederherstellung des Ausgleichs, die kosmischen Harmonie. Jungfrau und Waage sind keine Tiere in den „Tierkreiszeichen“. Auch der Wassermann ist kein Tier, ein tiefes Symbol der Einheit von Männlichem und Weiblichem.

Die archetypische Astrologie des Jahreszyklus um die Sonne teilt den Zyklus in 4 Quadranten mit jeweils 3 Tierkreiszeichen ein: den körperlichen Quadranten (Widder, Stier, Zwillinge), den seelischen Quadranten (Krebs, Löwe, Jungfrau), den geistigen Quadranten (Waage, Skorpion, Schütze) und den spirituellen Quadranten (Steinbock, Wassermann, Fische).
Die Heiligen Astrologie des kosmischen Jahres dagegen unterscheidet 3 große Etappen (die „kosmische Triade“) durch 4 Stufen:  die Etappe der Involution (Jungfrau – Löwe – Krebs – Zwillinge), die Etappe der Evolution (Stier – Widder – Fische – Wassermann) und die Etappe der Initiation (Steinbock – Schütze – Skorpion – Waage). Demnach sind wir mit dem Wassermann-Zeitalter am Ende der Etappe der Evolution. Es ist das Zeitalter des Dramas der Dualität und der Polarität. In der Etappe der Initiation (mit dem Steinbock-Zeitalter) wird die Menschheit durch die Verschmelzung der Dualität und Polarität göttlich.

Die 10 pythagoräischen Lehren

Alleine die bisherige Besprechung des Buches zeigt sicher seine Tiefe. Die 186 Seiten (inkl. Anmerkungen) sind Essenz und kaum noch einmal zusammen zu fassen. Ich wage es, indem ich die 10 Buchkapitel in 10 pythagoräische Lehrsätze bringe:

  1. Die Harmonie und der Rhythmus des Kosmos offenbart sich uns in der Heiligen Astrologie, der Zahlenmystik, der Heiligen Geometrie, der Musik als „sphärischer Gesang“. „Rhythmus ist durch eine dynamische Aufeinanderfolge von Impulsen gekennzeichnet. Jede Aufeinanderfolge entspricht einer Frequenz, die sich in Zahlen ausdrücken lässt.“ (S. 46)
  2. Die zentralen (alchemischen) Gesetze sind das Gesetz der Analogie, das Gesetz der Umkehrung und das Gesetz der Verschmelzung. „Das ganze Universum lässt sich symbolmäßig entziffern.“ (S. 53)
  3. Der Zodiak ist ein Kreis und symbolisiert (wie ein Mandala) das „Urprinzip der kosmischen Bewegung“. „Ließe sich das Wort TIER mit dem Wort ZYKLUS ersetzen?“ (S. 139) „Bewegungslos in seiner Bewegung, wird der Punkt zum Kreis – ohne Anfang und ohne Ende.“ (S. 81)
  4. Aus der natürlichen Zukunftsangst des Menschen wird das Vorhersagen der Heiligen Astrologie zur Klärung des göttlichen Potenzials in jedem Augenblick und Entscheidungshilfe, den göttlichen Plan zu erkennen und zu manifestieren. „Mit einer derartigen Schulung der Sinne und des Geistes würden jene schöpferischen Kräfte freigesetzt, die sich nur den bereits im Universum waltenden schöpferischen Kräfte anschließen brauchten, damit Energien wirksam werden, die nicht nur ein Menscheitsproblem wie das unsrige heute lösen, sondern mithelfen,das Reich Gottes auf Erden zu offenbaren.“ (S. 100)
  5. Magie ist eine höhere Naturwissenschaft. Der wahre Magier bringt „die Ordnung des Makrokosmos mit den Gegebenheiten des Mikrokosmos“ (S. 109) in Einklang. „Jede dem göttlichen Gesetz zuwiderlaufende Beweggrund wird entsprechend, wenn überhaupt, nur kurzfristig von Erfolg sein.“ „Alchimie war und ist die Wissenschaft der Wandlung … Kein Sterblicher vermag es – aber ein Unsterblicher soll es versuchen, und unsterblich ist das SEIN in jedem. Ihm die Zügel zu überlassen, heißt zu lernen, lebend zu sterben.“ (S. 111)
  6. Das Drama der Dualität ist eine göttliche Komödie, um aus der Tierseele (Tierkreiszeichen) als Kreatur zum wahren Menschen zu erwachen. Die Dualität ist ein Versteckspiel der Einheit, um im Menschen erkannt zu werden. „Alle Dinge, die in Erscheinung treten, haben als Erscheinung zwei Seiten, zwei Aspekte, zwei Pole. Doch bereits dies ist ein weiter Weg, den Erkenntnis zurückzulegen hat, um von der erdrückenden Fülle der Gegensätze zum Prinzip der Polarität zu gelangen …“ (S. 121) „Das Sein und die Kreatur … sei eine unteilbare Dualität im In-dividuum.“ (S. 122)
  7. Alles Lebende ist EINS in der Weltenseele. „Das Drama der Dualität verfängt sich in den Erscheinungen, doch Gott fängt es auf. Unter dieser Voraussetzung entstehen die Phänomene, unter diesen Voraussetzungen wandeln sie sich, nur unter diesen Voraussetzungen wird der Gedanke des alchemischen Prozesses in der Entwicklung der Menschheit verständlich.“ (S. 135) „Es gibt nichts Verborgenes, dass nicht offenbar werden sollte.“ (S. 146)
  8. GLÜCK ist das Erleben des Schönen, Guten und Wahren. Wir heilen, werden ganz und als Menschen heilig, wenn wir wieder zu diesem Einklang des Schönen, Guten und Wahren finden. Es ist die Essenz unserer Seele. Sie ist schön, gut und wahr. „Der initialische Weg passiert die Gegensätze dieser Welt, als seinen sie der Weg selbst. … Es sind keine unversöhnliche Gegensätze, ihre Versöhnung ist immer schon gegeben. Nur sehen wir sie nicht, andere haben sie gesehen, die Heilige Astrologie hat sie gesehen.“ (S. 151)
  9. Die Schöpfung als allgegenwärtige Bewegung, als Bewegung des All ist Abstieg und Aufstieg der Seele. Auch die astrale Welt hat einen Lebensrhythmus. Die göttliche Einbildungskraft ist die Urkraft, die sich in die Formen einbildet. Unsere Einbildungskraft der Imagination schwingt sich in diesen Widerhall als Echo ein. „Zahlen, Runen, Hieroglyphen, Schriftzeichen, geometirsche Formen – als Ergebnisse der schöpferischen Einbildungskraft finden sie den Weg zu uns wiederum nur über die Einbildungskraft, die sich auf ihre Tiefe einläßt.“ (S. 162)
  10. Alle religiösen, mystischen und spirituellen System sind von der Metanoia, der Umkehr und Rückkehr zum Ursprung geprägt. Der Mensch wurde durch sein Bewusstsein aus der Einheit entlassen und muss sich diese Einheit wieder zurück erobern. „Pythagoras zufolge sind die Leiden, die die Menschheit bedrücken, die Früchte ihrer Wahl. Wir haben gewählt, motiviert durch all die vielen Formen und Gesichter unserer Egozentrik. ERKENNE DICH SELBST UND DU WIRST DS UNIVERSUM UND DIE GÖTTER ERKENNEN – so hieß es im antiken Griechenland.“ (S. 179)

Vielleicht zusammenfassend:

In der Heiligen Astrologie versinnbildlicht das Element FEUER die Lebensenergie, das Element ERDE das Erschaffene, das Element LUFT das Verbindende oder auch Polarisierende, das Element WASSER das Formlose, das Virtuelle, das Läuternde. UNd selbst heute sprechen wir von der Biosphäre, die dem Feuer gleichkäme, von einer Atmosphäre, die der Luft gleichkäme, von einer Hydrosphäre, die dem Wasser gleichkäme, von einer Lithosphäre, die der Erde gleichkäme. (S. 168)

Mein Fazit: Wir werden im Wassermann-Zeitalter wohl wieder eine Integration von Astrologie und Astronomie erleben, eine Integration von Immanenz (Astronomie) und Transparenz (Astrologie). Da macht es sehr viel Sinn, sich zurückzubesinnen auf eine Zeit, da beide Geschwister von Wissen und Weisheit noch nicht im Streit lagen.
Das Buch von Frederic Lionel führt alles zurück auf die zahlenmystischen und archetypischen Essenz. Sehr empfehlenswert für die Grundlegung einer integralen Sternenkunde des Wassermann-Zeitalters.

 

Restexemplare antiquarisch bei AMAZON: Die heilige Astrologie : kosm. Architektur – Einsicht in e. verborgene Welt (d4h)

Frederic Lionel: Das Vermächtnis des Pythagoras

Ich bin mir bewusst, dass ich hier wieder ein Buch besprechen, das 25 Jahre alt (1990) und längst vergriffen ist. Als ich mich vor einigen Jahren sehr intensiv mit der Zahlenmystik beschäftigt hatte, führte kein Weg an Pythagoras vorbei. Auch mit meiner Nähe zur „archetypischen Astrologie“ ist für mich die Harmonie des Kosmos (wie es auch Keppler vertreten hat) fundamental. Ich kenne kein Buch, das Pythagoras dermaßen tiefsinnig würdigt. Und diesen Bogbeitrag verstehe ich als vor allem als Würdigung dieses wertvollen Buches von Frederic Lionel.

1. Die Zahl und der Rhythmus des Lebens

Da das Leben sich in einer rhythmischen Aufeinanderfolge von Impulsen offenbart, ist die Erkenntnis der Gesetze seines Rhythmus die Erkenntnis der Gesetze des Lebens. Jede Aufeinanderfolge von Impulsen kann als Frequenz in Zahlen ausgedrückt werden, und so führt die von Pythagoras erdachte Zahlenmystik zu einer wesentlichen Bewusstseinserweiterung.
Die Entdeckung der rhythmischen Beziehungen, die im Kosmos, ein griechisches Wort für Ordnung und Harmonie, walten, enthüllen die Geheimnisse der offenbarten Welt. (S. 15)

Der Gesang der Sphären ist eine von Pythagoras geprägte Metapher, die das im Universum pulsierende Leben mit einer unhörbaren Symphonie, die den Menschen mit einbezieht, vergleicht. (S. 20)

Pythagoras verglich die überweltliche Ordnung, ihren Rhythmus und ihre Harmonie mit der erhabenen Liebe, Widerhall des göttlichen Wortes, den der Mensch dank seiner Vernunft als übersinnliche Wirklichkeit erfassen kann. Somit muß die Mysterienwissenschaft der Zahlen, der Figuren und der Sterne als eine Meditation gesehen werden. (S. 21)

Die pharaonische Kultur, das griechische Mysterium, die christliche Offenbarung haben unsere Zivilisation erblühen lassen. (S. 23)

2. Die Notwendigkeitsgesetze

Drei Notwendigkeitsgesetze sind besonders zu beachten. Das Gesetz der Analogie oder der Gleichartigkeit, das Gesetz der Umkehrung, auch Magie der Umkehrung genannt, und das Gesetz der Verschmelzung. … Wenn „n“ die Länge der Saite und „1/n“ die Schwingungsfrequenz des Klanges ist, den sie hervorruft, so bilden Saite und Klang ein Binom, eine Zwei-Einheit. (S. 27)
Der Rhythmus bildet das aktive Bindeglied, welches die Weiterentwicklung beider Aspekte ermöglicht, so zum Beispiel die Melodie. Die Formel (n+1) : n kennzeichnet diesen Vorgang. Selbstverständlich kann man nur Elemente verschmelzen, die eine Beziehung zueinander haben. … Die Harmonie ist stets und auf allen Ebenen der Sinneswelt der Ausdruck einfacher Beziehungen. (S. 28)

Eine von der Natur bevorzugte Beziehung ist der „Goldene Schnitt“, der von Paccioli „göttliche Beziehung“ genannt wurde.
Eines ist gewiss: Zahlen, Oberflächen und Volumen bilden eine Triade, die die geometrische Schöpfung des Universums veranschaulicht. (S. 30)

Die Gesetze der Natur gehorchen nicht äußeren Kräften, sondern inneren. Diese bekunden eine innenwohnende, „immanente“ Ordnung“, welche die transzendentale Ordnung widerspiegelt. (S. 37)

3. Das Sternenpentagon und sein Mysterium

Die Zahlenmystik spiegelt die sichtbaren und unsichtbaren Beziehungen wider, die alles mit allem einen. Sie verbildlicht die transzendentale Wirklichkeit, die dem erwachten Menschen eine Vision der Ewigkeit erschließt. Da er bewußt vitale Krafte leiten kann, vermag der „erwachte“ Mensch auf der von ihm gewählten Ebene harmonisch zu wirken. Allerdings muß er den Rhythmus seiner Seele mit dem Rhythmus der Weltseele in Einklang bringen, denn in einer gigantischen Sistole und Diastole pulsiert ohne Unterlass das kosmische All. (S. 41)

Pythagoras lehrte, daß jede Zahl drei Aspekte versinnbildlicht: dan archetypischen, den symbolischen und den wissenschaftlichen. … Eine Zahl im pythagoräischen Sinne ist keine mathematische Größe und dient nicht dem Zählen. Seien wir bewusst, daß „Eins“ keine Zahl ist. (S. 41 f.)

Die Zahlenmystik ist keineswegs eine Numerologie. In ihrem Sinne ist die Zahl Übermittlerin einer Botschaft. Sie vermag das Erwachen zum Wesentlichen hervorzurufen, weil die Vision der Architektur des Universums überwältigt und das Erwachen fördert. Dementsprechend wurde die archetypische Zahl göttlich genannt, da sie die Wurzel der symbolischen und wissenschaftlichen Zahl war. (S. 45)

Auf der Ebene der Geometrie bezeugt analog das Sternenpentagramm – der fünfzackige Stern – die Bedeutung einfacher Beziehungen. Er soll symbolisch das irdische Spiegelbild der Vollkommenheit des Makrokosmos sein sowie auch seiner Harmonie, seiner Ordnung und deren schöpferische Kraft. In dieser Hinsicht versinnbildlicht das Sternenpentagramm auf der Ebene des Makrokosmos die Gesundheit, also den Einklang der menschlichen Seele und der Weltenseele. (S. 46)

Gott schöpft als Geometer, sagten wir. Somit ist die Geometrie die Wurzel der Philosophie, welche wiederum die Wurzel der Mathematik darstellt. … Die Wurzel ist ein Element der Wandlung … (S. 50 f.)

Ich denke die bisherigen Zitate zu den Kapiteln geben schon einen Hinweis darauf, welche Tiefen dieses Buch erschließt. Ich will es jetzt nicht kapitelweise weiter zitieren, sondern nur noch auf einige besondere Aspekte hinweisen:

Der Autor weist darauf hin, dass Pythagoras „in Ägypten in die Geheimnisse der heiligen Astrologie eingeweiht (wurde). Platon entwickelte sie später.“ (S. 83)

Von Geheimnis umgeben, als Wissenschaft der Wissenschaften angesehen, sollte die heilige Astrologie nicht der Vorhersage der Zukunft dienen, sondern dazu verhelfen, ein lichtes Morgen vorzubereiten, das der transzendentalen Ordnung entspräche, um das göttliche Gesetz jenseits des Anscheins der Phänomene der Welt zu erkennen. (S. 89)

Schon Pythagoras kannte den großen kosmischen Rhythmus über 25.150 Jahre, die er das „große kosmische Jahr“ (S. 90) nannte. Wir kennen es als das „Platonische Jahr“.

Wahrlich überrascht hat mich der Zusammenhang zwischen Pythagoras, Platon, dem mystischen Jesus, den Essener und Gnostikern. Viele spekulieren, dass Jesus in den Zeiten seines „Verschwindens“ vielleicht in Indien gewesen ist, um vom Buddhismus geprägt zu werden. Frederic Lionel weist dagegen darauf hin, dass es auch Gemeinschaften im Geiste Pythagoras und Platons („Mysterienschulen“) gab, in denen Jesus gelernt haben könnte – möglicherweise sogar in Galiläa selbst.

Wenn man aufhört, das Opfer der Duallität zu sein, öffnet man sich dem Licht des Geistes, dem Christus-Licht, das vielleicht vom Stern versinnbildlicht wird, der die drei Könige zur Krippe des göttlichen Kindes leitete. (S. 102)

Das Buch endet mit den „zehn Botschaften der fundamentalen Zahlen“ (S. 115 – 119) – in ihrem Wesen auf die Gleichung zusammengebracht: 1 + 2 + 3 + 4 = 10

Wenn man dem Leben vertraut, ohne eine logische Erklärung des „Warum“ zu suchen, beschreitet man den ganzen Weg, der vom stolzen, egozentrischen Intellekt zur geistigen Reife und somit vom mentalen Zweifel zum übermentalen Verständnis führt. (S. 125)

Fazit: Wer ein wirklich ernsthaftes Interesse an Pythagoras als einen großen Weisheitslehrer der Menschheit hat, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Bücher, die Pythagoras wirklich zu würdigen wissen, sind sehr dünn gesät. Es gibt „Gott sei Dank“ noch einige gebrauchte Exemplare des Buches von Frederic Lionel bei Amazon:

Bestell-Link: Das Vermächtnis des Pythagoras

Seiler-Hugova: Sternenkunde integral

Untertitel: Den Sternenhimmel beobachten,
astronomisch und astrologisch deuten, seine Botschaft verstehen.

Die Integration von Spiritualität und Wissenschaft ist ein großes geistiges Abenteuer unserer Zeit. Doch die Integration von Astrologie und Astronomie ist dabei sicher eine ganz besondere Herausforderung. Und das ist dem Autor  auf bewundernswerte und vorbildliche Weise gelungen!
Ich denke, an diesem Buch kommt niemand vorbei, der sich einer  ähnlich großen intellektuellen Herausforderung in der Sternenkunde stellen will.
Es gibt wieder eine Brücke zwischen Astronomie und Astrologie – und mit diesem Buch betreten wir sie. Es ist sogar eine alte Brücke, die es nur wiederzuentdecken gilt.

Die integrale Sichtweise der Sterne

Die „alte Brücke“ ist die der Wegbereiter der modernen Astronomie selbst, Tycho Bahne und Johannes Kepler. Auf diese Begründer der Astronomie beruft sich der Autor:

Dieses Buch soll eine elementar Einführung in die Sternenwelt vermitteln. … Mit meiner integralen Sternenkunde möchte ich eine Fähigkeit aufgreifen, wie sie noch von Tycho Bahne (1546 – 1601)  und Johannes Kepler (1571 – 1630) vertreten wurde. Zwar waren sie beide Astronomen, die die neuere Wissenschaft von den Sternen revolutioniert haben, doch sie selbst lebten gleichzeitig in astrologischen und göttlichen Zusammenhängen. (S. 9)

„Integrale Sternenkunde hat das Anliegen, alle Aspekte der Sternenwelt unter einer ganzheitlichen Sicht zu zeigen.“ (S. 13)

  • Die Sicht der Erscheinungen, der Phänomene. Das ist der Blick in den Nachhimmel selbst – mit allen Sinnen, das „Sich-beeindrucken-Lassen“ von der Sternenwelt. (Der Autor selbst hat ein Gerät zur Himmelsbeobachtung anfertigen lassen, sein „Tycho-Bahne-Astrolabium“.)
    „Mit dem Leib die Sterne wahrzunehmen heißt, sich den Energien dieser ‚Astrowelt‘ hinzugeben, sie aufzunehmen, sie sinnlich zu ‚verdauen‘.“ (S. 14)
  • Die Sicht der inneren mythischen Bilder des Kosmos (Astrologie).
    Das ist die mythische Welt der Seele der Astrologie. „Es st die älteste Psychologie.“ (S. 14)
    „Diese Bewusstseinsschicht der Astrologie ist noch irrational. Hier gilt das Gesetz der Analogien, des mythischen Bewusstseins, noch nicht des rationalen Bewusstseins.“ (S. 14)
  • Die Sicht des mentalen, rationalen Bewusstseins (Astronomie).
    Es ist die „objektive“, „distanzierte“ Sicht.
    „Der Mensch verschwindet aus dieser Welt. Er wäre auch nur ein Störfaktor. … Die rationale Astronomie ist zwar beeindruckend …, doch dort, wo Astronomie totalitär wird und nur diese rationale Bewusstseinsschicht zulässt, verhindert sie uns den Zugang zu einem ganzheitlichen spirituellen Erfassen der Sternenwelt. (S. 15)

Aus dieser integralen Sicht ergibt sich (gemäß der integralen Weltsicht nach Jan Gebser) die Astrosophie, die ganzheitliche Sicht des Himmels als Weisheitslehre.

Ein paar Lichtblitze aus dem Buch:

Die alchemische Trinität und ihre Bedeutung:

So kennen wir grundsätzlich drei verschiedene Himmelser-scheinungen: die Fixsternbilder, die Planeten und die Sternschnuppen bzw. Kometen. Die Fixsterne bilden den uralten perfekten Leib des Himmels. Die Planeten sind die Seele der Sternenwelt in ständig veränderten Konstellationen. Die Sternschnuppen und Kometen geben dem Himmel und der Erde geistige Impulse. Leib, Seele und Geist ist die trinitäre Gestaltung des Sternenhimmels. (S. 26)

Der Autor verweist danach auf Paracelsus und die alchemische Trinität Sal-Merkur-Sulphur von Kosmos und Mensch: Sal ist der Leib (Sternenbilder), Merkur ist die Seele (Planeten) und Sulphur der Geist (Kometen, Sternschnuppen).

Ein integrales Horoskop:

Das Buch setzt an der hermetischen Astrologie an und unterscheidet die siderische, tropische und heleozentrische Astrologioe und Astronomie. Der bekannten unterscheidung zwischen geozentrischem und heleozentrischem Weltbild widersetzte sich schon Tycho Bahne. Er schuf das tychonische System:

Sonne und Mond bewegen sich um die Erde; gleichzeitig bewegen sie sich um die Sonne, als Zentrum, auch die Planeten … Dieses sowohl geo- als auch heliozentrische Weltbild ist in seinem Ansatz bereits ein integrales System. …
(Daraus ergibt sich eine Art) Astrologie, die in verschiedenen Dimensionen forscht, das heißt seelisch (geozentrisch) und geistig (heleozentrisch). (S. 119)

So bekommt man ein integrales Horoskop: siderisch und tropisch. Die Frage der Richtigkeit der Systeme stellt sich nicht. Es gilt nur ein „Sowohl-als-auch“. Im 20. Jahrhundert haben … Willi Sucher und Robert Powell das hermetische Horoskop entwickelt, das sowohl geozentrisch (innen) wie auch heleozentrisch (außen) ist. Tycho Brahe hatte dieses geo- wie auch heleozentrische System seinerzeit gewissermaßen entdeckt. Das hermetische Horoskop … zeigt das Schaubild der Seele (geozentrisch) und der Individualität (heleozentrisch). (S. 138)

„Der Weg zum Paradies geht durch die Hölle.“

Es braucht der Mensch zur Trinität zusätzlich diese vierte böse Kraft, die es bewusst zu machen gilt, um ein Ganzes, ein Selbst zu bilden. Dieser Gang durch die Hölle, die ja dem modernen Menschen schon im Leben nicht erspart bleibt, ist die Voraussetzung der Läuterung im Fegefeuer, die dann erst zur Ganzwerdung des Selbst führt. Die von C. G. Jung geförderte Quaternität, diese vierte luzifersche Dimension, ist oft auch als das weiblich Ergänzende gesehen und in der Geliebten Beatrice als Anima, als Führerin zum paradiesischen Selbst gesehen wird, zeigt die Möglichkeit der Ganzwerdung des Menschen. (S. 179)

Engel als Sternwesen

Die Planeten sind Synonyme dieser Erzengel. Schon die Bibel spricht von den Engeln als Sternwesen. Die astronomischen Sterne sind die physischen Leiber der Engelwesen. (S. 195)

Die Zwölf und die Sieben

Die Zahl Zwölf ist die Grundzahl des Raums. Was im Raum Gestalt gewinnt, ist dieser Zahl unterworfen; was hingegen in der Zeit verläuft, richtet sich nach der Zahl Sieben. (S. 204)

Mein Fazit: Zur Würdigung des Buches gehört es, die reichhaltig farbige Bebilderung besondere hervorzuheben. Es ist selbst sehr sinnlich, greift auf viele mythologische Bilder zurück, weist farbige Zeichnungen des Autoren vom Sternenhimmel auf. Es ist nicht nur anschaulich, sondern auch sehr authentisch. Ich möchte nicht wissen, wie viele Hobby-Astrologen die einfachsten Sternenbilder am Himmel nicht erkennen können. Nicht zuletzt – und das gehört auch zu einer integralen Sicht auf den Himmel – sind auch die Engel in dieser Astrosophie im Sinne der Anthroposophie nach Rudolf Steiner integriert.

Ein Buch, das alle Hochachtung aus anthroposophischer und integraler Sicht verdient!

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Ruediger Dahlke: Die Schicksalsgesetze

Untertitel: Spielregeln für’s Leben

Das Buch spannt einen Bogen von über 4.000 Jahren. So lange liegt es zurück, dass von der Sagengestalt > Hermes Trismegistos die sieben Gesetze oder Prinzipien des Lebens „in Stein gemeißelt“ wurden.  Seitdem finden wir immer wieder unterschiedliche Versuche, „die Spielregeln des Lebens“ als Lebensgesetze zu formulieren.
Die Reihe um Buch und Film „The Secret“ von Rhonda Byrne haben weltweit gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, in der immer chaotischer werdenden Welt irgendeine Ordnung und Struktur zu finden. Das „Gesetz der Resonanz“ ist (als eines von mehreren) längst in aller Munde.

Das Buch von Ruediger Dahlke ist seine Antwort auf diese Suche. Er knüpft dabei auch bewusst an das „Urprinzipiensystem der hermetischen Philosophie“ (S. 309 ff.) an.

Ruediger Dahlke schreibt selbst in der Einführung:

Die Zeit scheint endlich reif, die Gesetze des Lebens im großen Stil zu verbreiten. Geheim waren sie nie, auch wenn damit kokettiert wurde. Sie hielten sich lediglich vor der breiten Mehrheit in aller Öffentlichkeit geheim, wie die Formeln der Quantenphysik, die Partituren klassischer Physik oder auch der alte ägyptische Einweihungsweg auf den Tarotkarten es bis heute tun. Die allermeisten Menschen hatten einfach keine Resonanz zu den Gesetzen. (S. 11)

Was gehört also heute dazu, sein Schicksal meistern zu können?

Ich bin schon etwas überrascht, dass ich in dem Buch keine Antwort auf die Frage finde, was überhaupt „Schicksal“ ist. Nur so weit: „Es ist noch nie gelungen, das Schicksal zu betrügen.“ (S. 40) Oder: „Die bisherigen Versuche der Mehrheit, die Schicksalsgesetze zu ignorieren, ist offensichtlich aussichtslos und bringt auf allen Ebenen Nachteile.“ (S. 41)

Das Buch ist sehr, sehr dich, enthält viele, meist auch farbige Illustrationen. Es greift auf die großen Weisheitslehrer zurück, Hermes Trismegistos, Phytagoras, Sokrates, Platon, Paracelsus und schließt den Kreis mit neuen Erkenntnissen der Wissenschaft wie den morphogenetischen Feldern. Kein anderes Buch, das die Thematik dermaßen umfassend behandelt.

Die großen Themen des Buches:
7 Gesetze und 12 Urprinzipien

  • Es ist bei den „Schicksals-Gesetzen“ oder „geistigen Gesetzen“ nicht nur auf ihre „Vollzähligkeit“ zu achten, sondern auch auf ihre Hierarchie.
  • Das höchste Gesetz, „das Gesetz der EINHEIT“ (alles ist EINS) ist eigentlich kein Gesetz, weil es in diesem „Einheitsbewusstsein“ keine Gesetze gibt. Das Einheitsbewusstsein befreit uns umgekehrt von jedem Gesetz.
  • „Auf die Einheit als höchste Sphäre … folgt die Polarität und ihr Gesetz der Gegensetze oder der Zweiheit.“ (S. 21)
  • Einer Reflexion dieser ewigen geistigen Gesetzen mit Naturgesetzen bis hin zu sozialen, ethischen Gesetzen wird Raum gegeben.
  • Das Gesetz der Polarität (Yin – Yang) auf allen Ebenen des Seins führt letztlich im ethischen Bereich auch über die Reflexion von Gut und Böse: „Nehmen wir die Wertung heraus, entpuppt sich das Gute als das Bewusste, das Böse als das Unbewusste.“ (S. 65)
  • Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo Schatten ist, da ist Projektion, Wertung und Abwertung, bis hin zur Verfolgung von „Sündenböcken“. Die geistigen Gesetze fordern uns auf, unsere Projektionen zurück zu nehmen und unsere Schatten zu durchlichten.
  • „Unter den Gesetzen der polaren Welt folgt das Resonanzgesetz an zweiter Stelle und gleich auf das der Polarität. Allerdings braucht es das Wissen um ersteres, um mit letzterem sinnvoll und auf Dauer erfolgreich umzugehen. … Dieses Gesetz besagt, dass wir nur wahrnehmen, wozu wir Resonanz haben, und auch nur in Kontakt kommen, womit wir in Resonanz sind.“ (S. 101)
  • Die Welt wird zum Spiegel: Wir nehmen nur das wahr, wozu wir in Resonanz sind. Die „äußere Welt“, die wir sehen, spiegelt unser Inneres. Wenn sich unsere Welt im Äußeren verändern soll, müssen wir unsere Resonanzschwingungen im Inneren verändern.
  • Wenn die Welt, wie wir sie wahrnehmen, von unserer Subjektivität abhängig ist, dann stellt sich die Frage: „Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit“? Unsere vordergründige Wahrnehmung ist Illusion, Täuschung. Doch da gibt es noch eine „Wirklichkeit hinter unserer Wirklichkeit“. „Wir sehen also nicht die Wirklichkeit, sondern interpretieren … unsere Vorstellung davon in die Welt hinein.“ (S. 156)
  • Zum Weg der Erkenntnis: Der Wirklichkeit kann man sich auf männlich-diobolische (analytische) oder weiblich-symbolische (synthetische) Weise nähern. (S. 163)
  • Wenn unser Inneres, also unser Bewusstsein (und Glaube) für die Wahrnehmung des Äußeren verantwortlich ist, dann hat es auch die Macht, das Innere (Gesundheit) und Äußere selbst zu beeinflussen und zu verändern.
  • Alles war irgendwann neu. Doch alles ist als Samen im Anfang bereits enthalten. Das Gesetz des Anfangs ist ein wichtiges Lebensgesetz, doch den Gesetzen der Polarität und Resonanz nachgeordnet. (S. 197 ff)
  • Das Gesetz der Kausalität ist für unsere Alltagswahrnehmung plausibel, doch es wird der Wirklichkeit nicht gerecht und muss um das Gesetz der Synchronzität (S. 211 ff) zumindest erweitert, wenn nicht gar ersetzt werden. Das nur bedingt zutreffende „Gesetz der Kausalität“ und damit auch das Denken in einer linearen Zeitlinie hat unser altes Weltbild wahrscheinlich am meisten erschüttert!
  • Das Pars-pro-Toto-Gesetz (S. 218 ff) behandelt das Verhältnis des Ganzen zum Teil und ist mit dem „Gesetz des Anfangs“ verwandt. „Der wichtigste unter den Teilen ist der erste oder Beginn, in dem schon alles liegt.“ (S. 219)
  • Das Gesetz der Analogie (oder Mikrokosmos gleich Makrokosmos)
    (S. 227 ff) hat „atemberaubende“ Konsequenzen: Wenn die „mittlere Welt des Menschen“ eine Welt des Lebens, des Geistes, der Seele ist, dann auch der Mikrokosmos und Makrokosmos. Die Erde ist ein lebendes Wesen, der Kosmos lebendig und bewusst.
  • Das Gesetz der archetypischen Ur-Bilder, der morphogenetischen Felder (S. 248 ff) greif die alte These von Platon wieder auf, dass hinter allem zuerst die IDEE ist. „Unsere Welt wird offenbar von Bildern und Mustern bestimmt, die Felder aufbauen und darüber erheblichen Einfluss gewinnen …“
    (S. 251) „Auch Sheldrake geht davon aus, dass am Anfang immer ein Bild oder Muster des fertigen Wesens oder Ablaufs ist, dem die Entwicklung lediglich (nach)folgt. Das Muster liefert sozusagen den Rahmen, in den sich Energie und Materie ergießen.“ (S. 252)
  • Rituale bauen morphische Felder auf, in die sich eine neue Wirklichkeit ergießen kann. Um eine neue Wirklichkeit zu schaffen, sind Rituale die erste Wahl.
  • Das senkrechte Denken geht in die Tiefe der Deutung und Bedeutung und bleibt nicht an der nur beschreibenden Oberfläche des waagerechten Denkens. „Das Denken der Wissenschaft ist kausal und analytisch, wohingegen das der spirituellen Philosophie analog ist und sich symbolischer Bilder bedient.“
    (S. 300)
  • Die 12 Urprinzipien (symbolisiert in den 12 Tierkreiszeichen) entfalten sich aus der hermetischen Philosophie (die 1, die 2, die 3, die 4, die vielen). Hier hat das kausale Denken der „Alltags-Astrologie“ aber nicht zu suchen. „Die Sterne“ nehmen keinen kausalen Einfluss auf unser Leben. Die Sternenbilder und ihre Bewegung sind nur analoge Bilder der (platonischen) Urprinzipien und ihrer Dynamik.
  • Das Buch schließt damit ab, die Gesetze und Urprinzipien auf das Thema der LIEBE anzuwenden. (S. 342)

Mein Fazit: Wer einmal von der ganzen Thematik der „Spielregeln des Lebens“ angesteckt ist (sei es über das Gesetz der Resonanz oder das Gesetz der Anziehung“), für den sollte das Buch von Dahlke Pflichtlektüre sein. Es fördert den kritischen Verstand gegen die Verabsolutierung eines der Gesetze und unterstützt das holistische Wahrnehmen des GANZEN. Es greift weit über unser logisches Denken hinaus („Gesetze“ verführen ja dazu) und öffnet weit den Horizont des Analogen, Bildhaften, Archetypischen. Es ist eine Einführung in die waagerechte (wissenschaftliche) wie senkrechte (analoge) Weltanschauung.

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Zur Vertiefung empfehle ich:

In diesem Buch werden die nur kurz angesprochenen
12 Urprinzipien ausführlich besprochen.

Das Buch beginnt mit einer starken Einführung
in das senkrechte Denken.

>> Meine Buchbesprechung dazu

 

Die Anwendung der Gesetze und Urprinzipien
auf das Thema der Liebe wird mit „Mythos Erotik“
ein ganzes Buch gewidmet.

>> Meine Buchbesprechung dazu

Doreen Virtue: Wie oben, so unten

Untertitel: Die sieben Gesetze des Lebens.

Wir erleben eine Renaissance der Lehren des Hermes Trismegistos, der hermetischen Philosophie. Lehren, die „Eingeweihten“ vorbehalten waren, werden offenbart und gewinnen für immer mehr Menschen an Bedeutung.
Zu diesen Lehren, die in unserer Zeit eine Neugeburt erfahren, gehört die Alchemie, die Astrologie und die Archetypen.
Da ist es sehr praktisch und sinnvoll, die Grundlagen all dessen, die sieben geistigen Prinzipien, einmal in einem kompakten, aktuellen Werk nachzulesen, wie es das Büchlein von Doreen Virtue nahe legt.

Wir sind von dem „Gesetz der Anziehung“ („The Secret“ oder Abraham gechannelt durch das Ehepaar Hicks) nahezu hypnotisiert. Es scheint alles zu erklären. Erklärt es aber auch das Loslassen, das Verändern, das aus dem Leben „Verbannen“, das kreative Neuerschaffen? Mir scheint, dass das „Gesetz der Anziehung“ nur einen Aspekt umfasst, nicht aber das Ganze ist und uns als „Universalgesetz“ ganz schön in die Irre führen kann.

Es scheint mir sehr sinnvoll zu sein, uns die „Geistigen Gesetze“ erneut anzuschauen und zu studieren, um das „Gesetz der Anziehung“ zu relativieren und einzuordnen in das harmonische Gefüge aller geistigen Gesetze. Und sinnvoll ist es sicherlich auch, sich dem KLASSIKER der Geistigen Gesetze, dem KYBALION als Quintessenz der hermetischen Lehre des Hermes Trismegistos zuzuwenden.
Das Buch von Doreen Virtue (Indigo-Kinder, Heilen mit Engeln) „Wie oben so unten“ macht den Zugang zu den sieben Geistigen Gesetzen des Lebens relativ leicht. Sind „wir Spirituellen“ nicht oft Meister der Verleugnung von Tatsachen? Haben die meisten nicht Geldsorgen, weil sie glauben, Liebe sei erhabener als Geld, Armut spiritueller als Reichtum? Betrügen wir uns mit spirituell klingenden Sprüchen nicht oft selbst? Wenn wir die Spielregeln des Lebens nach den geistigen Gesetzen nicht meistern, dann können wir auch unser Leben nicht meistern.

Die sieben großen Prinzipien der Manifestation

… im Überblick:

  1. Das Prinzip der Geistigkeit (Das All ist Geist; das Universum ist geistig.)
  2. Das Prinzip der Analogie (Wie oben, so unten.)
  3. Das Prinzip der Schwingung (Nichts ruht; alles bewegt sich; alles schwingt.)
  4. Das Prinzip der Polarität (Alles ist zwiefach; alles hat zwei Pole; alles hat sein Gegenstück, ähnlich und unähnlich sind dasselbe; Gegensätze sind wesensgleich und nur graduell verschieden; Extreme berühren sich; alle Wahrheiten sind Halbwahrheiten; alle Widersprüche lassen sich in Einklang bringen.)
  5. Das Prinzip des Rhythmus (Alles fließt, ein und aus, alles durchläuft Gezeiten; alles steigt und fällt; der Pendelschlag kommt in allem zum Ausdruck; das Maß des Ausschlags zur Rechten ist das Maß des Ausschlags zur Linken; Rhythmus gleicht aus.)
  6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung (Jede Ursache hat ihre Wirkung, jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur der Name für ein noch nicht erkanntes Gesetz; es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit,, aber nichts entgeht dem Gesetz.)
  7. Das Prinzip des Geschlechts (In allem ist Geschlecht; alles hat seine männlichen und weiblichen Prinzipien; Geschlecht manifestiert sich auf allen Ebenen.)

Diese Prinzipien aus dem Kybalion werden von Doreen Virtue auch mit weiteren Zitaten aus dem Kybalon erläutert.

Transmutation: Geistige Alchemie

Dieses Kapitel ist vielleicht das Herz des Buches. Darum geht es.

Was auch immer in eurem Leben vor sich gehen mag, was auch immer ihr loswerden, anziehen oder erschaffen wollt, es wird auch sehr schnell möglich sein. Ein wichtiger Aspekt der göttlichen Magie ist der Prozess der Transmutation oder Verwandlung. (S. 25)

Für einen Hermetiker bedeutet Transmutation „eine unangenehme Erscheinung in eine angenehme Erscheinung zu verweandeln“. Das Wort „Erscheinung“ ist hier mit Bedacht gewählt, dess es weist darauf hin, dass alles, was man anzieht oder abweisen möchte, nur Illusion ist. Es ist eine Ansammlung von Energie, genauso wie Gedanken. Daher ist es genauso leicht, etwas Großes anzuziehen oder abzuweisen wie etwas Unbedeutendes zu heilen oder zu manifestieren. (S. 26)

Bei der wirklich verstandenen Alchemie geht es nicht darum, Blei in Gold zu verwandeln,
sondern GEISTIGE und ENERGETISCHE Wandlungen zu vollziehen: Geist in Energie zu verwandeln, Energie in Geist: „Göttliche Magie“, wie das Buch im Original heißt („Divine Magic“).

Mein Fazit: Wenn uns hier „Geheimwissen“ offenbart wird, das Jahrhunderte lang nur eingeweihten Meistern vorbehalten war, dann sollten wir auch wie ein Meister an dieses Wissen herangehen: Es ernsthaft studieren, immer wieder mit unserem Alltagswissen verbinden, die Verwandlung unseres All-Tags immer wieder erproben, bis wir selbst zum Lebens-Meister geworden sind.

Es ist ein Grundlagenwerk in der Schule des Lebens.

 

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Lynne McTaggart: Das Nullpunkt-Feld

Untertitel: Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie

Einstein hatte es schon geahnt als er sagte: „Das Feld ist unsere einzige Wirklichkeit.“

Die Autorin, eine britische Wissenschaftsjournalistin, schreibt für den interessierten Laien die Wissenschaftsgeschichte, die dieses Feld immer mehr versteht. Es ist das alles umschließen-de Feld der Verbundenheit, das Feld der Seele und der Liebe, das Quantenfeld, der „Ozean“, von dem die Mystiker immer gesprochen haben, das Meer von Energie, das Feld des Bewusstseins, der „Heilige Geist“, die „Akasha-Chronik“.
Dieser Begriff des Feldes scheint all diese so unterschiedlichen Welten wieder zusammen zu bringen. Es hilft, unser Bild der Welt, unser Bild von Gott, unser Bild vom Menschen in Spiritualität, Wissenschaft und Philosophie wieder zusammen zu fügen. Das GANZE bekommt wieder Herz und Seele.

Wir alle stehen an der Schwelle einer Revolution – einer Revolution, die so verwegen und fundamental ist wie Einsteins Entdeckung der Relativität. Am äußersten Rand der Wissenschaft tauchen neue Ideen auf, die eine Herausforderung für unser gesamtes Weltbild und unsere Definition von uns selbst darstellen. (S. 9)

DAS NULLPUNKT-FELD ist einer der ersten Versuche, die einzelnen Forschungsergebnisse zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. (S. 19)

Das Buch ist spannende geschrieben. Die Menschen, die Wissenschaft machen, sind nicht nur „Beobachter“, sondern selbst Teilnehmer der Geschichte. Alle die Großen in der Wissenschaft haben zur Mystik oder spirituellen Systemen Zuflucht gesucht, um Begriffe für das zu finden, was sie da „beobachteten“.

Worüber die Autorin spricht, ist nicht die „Revolution der Quantenphysik“ – das ist inzwischen eher ein alter Hut. Es geht um den nächsten Schritt: nicht nur die Einheit der Naturwissenschaften zu erreichen (Mathematik, Physik und Biologie), sondern auch Natur- und Geisteswissenschaften (Philosophie) und Spiritualität. Wir leben in EINER Welt, und da wird es Zeit, dass wir auch nur EIN Weltbild haben. Das Buch präsentiert noch nicht die Lösung, erlaubt aber dem interessierten Laien, die neuesten Schritte (Stand 2001) nachzuvollziehen.

Alles im Nichts

Es existiert kein „leerer Raum“. Das NICHTS, das Vakuum, ist „ein Bienenstock voller Aktivität“ (S. 41), ein „Quantenmeer von Licht“ (S. 45), ein „Kessel voller schäumender Energie“ (S. 65). Begriffe wie „Plenum“ (Aristoteles) oder „Äther“ (Maxwell) finden in der Wissenschaft wieder zu neuem Leben. „Das Nullpunkt-Feld“ ist das Feld aller Felder.“ (S. 48) Es ist das MEDIUM für alles, was existent ist. Es hat unvorstellbar viel Energie: „Die Energie in einem einzigen Kubikmeter Raum reicht aus, um alle Ozeane der Welt zum Kochen zu bringen.“ (S. 49) Und es „speichert“ unvorstellbar viele In-Formationen: „Die Wellen des Nullpunkt-Feldes … enthalten stets umfassende Informationen über die Form von allem, was existiert.“ (S. 53).

Wenn man von jedem Ort des Universums aus Energie aus dem Nullpunkt-Feld zapfen könnte, dann würde man keinen Treibstoff mehr mit sich führen müssen, sondern könnte einfach in den Raum segeln und bei Bedarf das Nullpunkt-Feld anzapfen – einer Art universaler Windkraft. (S. 67)

Was das Nullpunkt-Feld alles erklären könnte

Es ist hier nur in herausgepickten Stichworten anzudeuten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), womit diese Erkenntnisse in anderen Teilbereichen der Wissenschaft in Verbindung stehen, einschließlich den Wissenschaften unseres Bewusstseins:

  • Auch die Schwerkraft scheint manipulierbar zu sein,
    da sie eine Funktion des Nullpunkt-Feldes ist.
  • Psychokinese, Levitation
  • Licht, das die Körperzellen selbst hervorbringen, „Biophotonen-Emission“ (Popp)
  • morphische Felder und morphische Resonanz (Sheldrake)
  • biologische Rhythmen
  • Kommunikation zwischen Zellen; „Wenn wir krank sind, schwingen unsere Wellen nicht mehr synchron.“ (S. 91)
  • „Perfekte Kohärenz ist ein optimaler Zustand zwischen Chaos und Ordnung.“
    (S. 89)
  • Homöopathie, Akupunktur
  • Jedes Molekül im Universum hat eine einzigartige Frequenz. (S. 99)
  • „Gedächtnis des Wassers“ (S. 104)
  • Frequenzen können Moleküle bis hin zu Medikamenten ersetzen (S. 111)
  • Mustererkennung des Gehirns (S. 130) „Unser Gehirn spricht … in der Sprache von Wellen-Interferenzen. … Die Welt zu erkennen, bedeutet buchstäblich, sich auf ihrer Wellenlänge zu befinden.“ (S. 133) „In gewisser Weise transformieren wir im Akt der Beobachtung die zeitlose, raumlose Welt von Interferenzmustern in die konkrete Welt von Zeit und Raum …“ (ebenda)
  • „Die Welt wahrzunehmen, bedeutet, sich auf das Nullpunkt-Feld einzustimmen.“
    (S. 144)
  • Der freie Wille: „In jedem Augenblick wählt unser Gehirn zwischen potenziellen Zuständen und macht daraus reale Zustände.“ (S. 147)
  • Bewusstsein ist überall im Körper und „aufs Wesentliche reduziert, kohärentes Licht“ (S. 148) Es ist nicht einmal im Körper, sondern im Feld (David Bohm, Ervin Laszlo). Das Gehirn ist kein Speichermedium, sondern ein Empfangsmedium. „Eine intuitive Erkenntnis könnte einfach eine plötzlich auftretende Kohärenz im Nullpunkt-Feld sein.“ (S. 150)
  • Einsatz in der „Spionage“
  • rückwärts gerichtete Wirkungen (die Zukunft verändert die Vergangenheit)
  • Wir sind nicht nur Beobachter, sondern können Wirklichkeit durch unsere „gerichtete Aufmerksamkeit erzeugen“ (S. 187)  „Es sah so aus, als hätten wir die Fähigkeit, unsere eigenen Kohärenz in unsere Umwelt auszustrahlen. Durch einen simplen Akt des Wünschens konnten wir Ordnung erzeugen. Darin drückt sich eine fast unvorstellbare Macht aus.“ (S. 187 f.)
  • Wir können die Informationen eines anderen Menschen „aus dem Nullpunkt-Feld so (aufnehmen), als seinen es unsere eigenen.“ (S. 208)
  • Wir sind nicht voneinander getrennt: „Unser natürlicher Daseinszustand ist eine Beziehung – ein Tango -, ein Zustand permanenter gegenseitiger Beeinflussung.“ (S. 210)
  • „Wo endet das Individuum, und wo beginnt es? Wenn alles, was geschieht, eine Wechselwirkung ist, und Gedanken ein gemeinschaftlicher Prozess sind, brauchen wir vielleicht eine starke Gemeinschaft guter Absichten, um in der Welt gut zu funktionieren.“ (S. 211)
  • „Doch es gab keinen Zweifel, dass wir alle auf einer bestimmten Ebene unseres Bewusstseins Zugang zu sämtlichen Informationen über alles in der Welt hatten.“ (S. 239)
  • „Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen zu einem ausgedehnten HIER UND JETZT.“ (S. 258) „In gewissem Sinne sind wir Zeit und Raum. Wenn wir durch den Akt der Wahrnehmung Energie ins Bewusstsein bringen, schaffen wir getrennte Objekte, die durch ein messbares Kontinuum im Raum existieren. Indem wir Zeit und Raum schaffen, erzeugen wir unser eigenes Getrenntsein.“
    (S. 259)

Zukunftsmusik

Die menschliche Absicht als Kohärenz des Bewusstseins sollte nach alledem ein außerordentlich potente Heilkraft sein (S. 264 ff.) – mit einem verblüffenden Ergebnis:

Bei Elisabeth Targs Studie schien es im Grunde keinen Unterschied zu machen, welche Methode eingesetzt wurde, solange die Teilnehmer (die Heiler, JS) sich auf die Absicht konzentrierten, einen Patienten zu heilen. (S. 283)
Nicht sie selbst hatten geheilt, sondern sie hatten gebeten: „Möge diese Person bitte geheilt werden.“ (S. 284)

Das Buch endet mit dem „Nullpunkt-Zeitalter“. Hier geht es in die Welt des Sciencefiction, was alles denkbar ist: Levitation, „endlose Versorgung mit Etwas aus dem Nichts“ (S. 316), Raumschiffe zehnmal schneller als die Lichtgeschwindigkeit (S. 319), Wurmlöcher als „kosmische Untergrundbahnen“ (S. 320)

Doch bis dahin braucht es eine einheitliche Physik, die auch die Quantenphysik entmythologisiert:

… wenn die Väter der Quantentheorie die klassische Physik mit dem Nullpunkt-Feld in Verbindung gebracht hätten, dann wären die Ergebnisse für die wissenschaftliche Gemeinschaft sehr viel befriedigender gewesen, als sie vielen nicht zu beantwortenden Fragen der Quantenphysik tatsächlich der Fall war. Manche Physiker glauben, dass die Quantentheorie eines Tages durch eine modifizierte klassische Theorie, die das Nullpunkt-Feld berücksichtigt, ersetzt werden könnte. Die Arbeit dieser Wissenschaftler könnte dazu führen, dass man das Wort „Quanten“ aus der Quantenphysik streicht und stattdessen eine einheitliche Physik entwickelt, die für die Welt im Großen wie im Kleinen gilt. (S. 324 f.)

Zusammenfassung:

Die Kommunikation der Welt vollzieht sich nicht im sichtbaren Reich von Newton, sondern in der subatomaren Welt des Werner Heisenberg.
Zellen und DNA kommunizieren über Frequenzen miteinander.
Das Gehirn registriert und speichert seine Bilder von der Welt in Form pulsierender Wellen.
Das Universum wird von einer Substruktur untermauert, die im Grunde genommen ein Speichermedium für alles ist und die Voraussetzung dafür schafft, dass alles mit allem kommunizieren kann.
Die Menschen sind nicht von der Umgebung zu trennen. Das lebendige Bewusstsein ist keine isolierte Einheit. Es erhöht die Ordnung im Rest der Welt. Das Bewusstsein menschlicher Wesen hat unglaubliche Kräfte zum Inhalt, die uns befähigen, uns selbst und die Welt zu heilen – die Dinge gewissermaßen so zu gestalten, wie wir sie haben wollen. (S. 325 f.)

Weiter noch:

Die kommende wissenschaftliche Revolution kündigt das Ende jeder Art von Dualismus an. Weit davon entfernt, Gott zu zerstören, liefert die Wissenschaft erstmals einen Beweis für seine Existenz – indem sie demonstriert, dass es dort draußen ein höheres kollektives Bewusstsein gibt. Wir brauchen jetzt keine zwei Wahrheiten mehr, die Wahrheit der Wissenschaft und die Wahrheit der Religion. Eine einheitliche Vision der Welt reicht aus. …
Wir haben viel mehr Macht, als wir selber glauben, uns selbst, unsere Mitmenschen und unsere Gemeinschaften zu heilen.
(S. 328)

Mein Fazit: Wenn wir als wissenschaftlich interessierte Laien einigermaßen auf der Höhe der Zeit sein wollen, dann ist dieses Buch eine wirkliche Hilfe.

Auch die (verwirrenden) Erkenntnisse der Quantenphysik sind inzwischen ein Jahrhundert alt. „Das Nullpunkt-Feld“ geht den entscheidenden Schritt über die Quantenphysik hinaus:
das NICHTS als Potenzial für ALLES. Es ist wichtig, dieses FELD nicht nur physikalisch zu verstehen, sondern auch spirituell: die alles umfassende VERBUNDNHEIT.

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Randolf M. Schäfer: Die Abenteuer des Adam Lasaarus

Der Autor Randolf M. Schäfer setzt die Astrosophie nach Arthur Schult (1893 – 1969) als Seelen-Schule der Selbsterkenntnis fort.

Das Buch ist eine gleichnishafte Erzählung zur Einführung in die Astrosophie als Lehre der Selbsterkenntnis über die Deutung der archetypischen Sternenbilder.

 

Der Protagonist in der kleinen Geschichte, „Adam Lasaarus“ (meine Namendeutung:
der zum Leben erweckte Mensch) steckt in der Lebensmitter in einer Lebenskrise und wird nun von einerm weiblichen Wesen, Aménité Amé (vielleicht: liebenswürdige Seele), ver-führt, sich die „Nachtseite des Lebens“ zu erschließen, die Innenwelt, die Welt der Seele. Auf diesem Weg der 12 Stationen wird er mit den Mysterien der 12 Seelen-Bilder (dem „heiligen Tierkreis“) in Begleitung von „Bruder Selbst“ vertraut gemacht (die Formulierung der Mysterien in meinen Worten):

  • Löwe: das Mysterium der selbstbewussten Mitte (ICH)
  • Jungfrau: das Mysterium der Erforschung natürlicher Ordnung (ES)
  • Waage: das Mysterium der harmonischen Beziehungen (DU)
  • Skorpion: das Mysterium des Zyklus von Leben und Tod (Transformation)
  • Schütze: das Mysterium des Sinns der Ziele (Werte)
  • Steinbock: das Mysterium des pflichterfüllten Dienens
    (Gesetze in Raum und Zeit)
  • Wassermann: das Mysterium der Polarität
    (kosmisches Paradox der unvollkommenen Vollkommenheit)
  • Fische: das Mysterium der Formlosigkeit in der All-Einheit
    (Schöpfung aus dem Nichts)
  • Widder: das Mysterium der kraftvollen Handelns (Lebens-Impuls)
  • Stier: das Mysterium der Verwurzelung in der sinnlich-materiellen Welt
    (WIR-Gemeinschaft)
  • Zwilling: das Mysterium des kommunikativen Austauschs (Sprache)
  • Krebs: das Mysterium der Rückführung zu den Gefühlen als Quelle des Lebens (mütterliche Ganzwerdung)

Diese Einführung in die Astrosophie behandelt die einzelnen Tierkreis-zeichen nicht nach üblichen (auswendig zu lernenden) Merkmalen, sondern als energetisches Resonanzfeld: Auf den einzelnen Stationen gerät der Leser mit der Grundstimmung, den „Leidensform“, typische Widerstände des jeweiligen Prinzips in starke Resonanz. Man fühlt z.B. den kollektiven Sumpf des Skorpion-Prinzips, seiner Verzweiflung und seinem Erwachen.

Das Besondere dieser Ein-Führung ist, dass die Reise nicht – wie üblich – mit dem Seelen-Bild des Widder beginnt, sondern des Löwen. Adam Lassarus startet seine Reise in der noch egobehafteten Selbstherrlichkeit des Löwen, dem Sonnen-Zeichen. Jeder Mensch findet und startet seine Bewusstseinsreise durch die Tierkreiszeichen normalerweise in seinem Sternzeichen als „Sonnen-Auftrag“.

Der Übergang vom Fische-Prinzip (Formlosigkeit) zum Widder-Prinzip (Neugeburt) ist besonders schön beschrieben: wie die drängende Sehnsucht des formlosen, reinen Seins (Fische) sich mit einem gewaltigen, formbildenden Energie-Knall wieder in der Schöpfung, im Werden manifestiert (Widder).

Aus der Formlosigkeit entrannen Bilder und Ideen, als würden sie im Moment der Mittlung an den Strahl gebunden. Bilder, die in der gesamten Schöpfung enthalten sind, unendlich komprimiert, getrieben von der zwingenden Dynamik, sichtbar zu werden. Die Bilder verbanden sich mit einer unbändigen Kraft, die unerbittlich weiterdrängte, alles an sich bindend und sich in einem zwingenden Impuls nach vorne schleuderte.
Der Impuls wurde aufgefangen, mit einem Mal gehalten, die beschleunigte Masse presste sich in die Form, ein Widerhall entstand, der die Form aufspaltete, die zu Stoff wurde, Idee und Form verbanden sich. Die Idee kleidete sich in den Stoff, beseelte ihn. Aus der Verbindung formulierte sich eine Frage, die immer mehr an Bedeutung und Intensität zunahm, anschwoll, über sich selbst hinauswuchs und in einem befreienden Schrei ihren Ausdruck fand: WER BIN ICH?? Mit tausend Echos löste der Ausruf einen Widerhall aus. (S. 198 f.)

Das Krebs-Prinzip ist das Ende der Reise, der Seelenwnaderung, die „alles bisher Geschaute zu einer Einheit verband“ (S. 236) Die Seelenreise begann in der Sonne (Löwe, Vater, Mann) und endet im Mond (Krebs, Mutter, Frau) und darin enthüllt sich jetzt ein tiefer Sinn:

„Stelle die Einheit in der Zweiheit in deinem Bewusstsein wieder her und du fügst Sonne und Mond, Geist und Seele wieder zusammen. Du hältst Hochzeit mit deiner inneren Seelennatur. Sie wird dir zur Braut, die sich mit dir vereint und ein verändertes Bewusstsein ist euer gesitiges Kind.“ (S. 247)

„Tiefer Friede durchzog ihn, er fühlte mit einem Mal alle Prinzipien in sich vereint. Auf seiner Reise durch die verschiedenen Stationen hatte er sich mit allem in Verbindung gebracht und war innerlich zu allem geworden. Er fühlte sich ganz verwandelt, neu und doch unverändert.“ (S. 248)

Fazit: Das Buch in eine andere Einführung in die Astrologie / Astrosophie. Wenn man sich in die Mysterien der einzelnen Stationen ganz einlässt, dann kann die Reise selbst zu einer Seelenerfahrung werden.

„Es gibt Lerninhalte, die man sich nicht lesend aneignen kann, weil man sie erfahren muss.“ (S. 250) Doch das Lesen selbst kann auch zur Erfahrung werden, wie diese gelungene Einführung zeigt.

 

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