Ruediger Dahlke: Die Schicksalsgesetze

Untertitel: Spielregeln für’s Leben

Das Buch spannt einen Bogen von über 4.000 Jahren. So lange liegt es zurück, dass von der Sagengestalt > Hermes Trismegistos die sieben Gesetze oder Prinzipien des Lebens „in Stein gemeißelt“ wurden.  Seitdem finden wir immer wieder unterschiedliche Versuche, „die Spielregeln des Lebens“ als Lebensgesetze zu formulieren.
Die Reihe um Buch und Film „The Secret“ von Rhonda Byrne haben weltweit gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, in der immer chaotischer werdenden Welt irgendeine Ordnung und Struktur zu finden. Das „Gesetz der Resonanz“ ist (als eines von mehreren) längst in aller Munde.

Das Buch von Ruediger Dahlke ist seine Antwort auf diese Suche. Er knüpft dabei auch bewusst an das „Urprinzipiensystem der hermetischen Philosophie“ (S. 309 ff.) an.

Ruediger Dahlke schreibt selbst in der Einführung:

Die Zeit scheint endlich reif, die Gesetze des Lebens im großen Stil zu verbreiten. Geheim waren sie nie, auch wenn damit kokettiert wurde. Sie hielten sich lediglich vor der breiten Mehrheit in aller Öffentlichkeit geheim, wie die Formeln der Quantenphysik, die Partituren klassischer Physik oder auch der alte ägyptische Einweihungsweg auf den Tarotkarten es bis heute tun. Die allermeisten Menschen hatten einfach keine Resonanz zu den Gesetzen. (S. 11)

Was gehört also heute dazu, sein Schicksal meistern zu können?

Ich bin schon etwas überrascht, dass ich in dem Buch keine Antwort auf die Frage finde, was überhaupt „Schicksal“ ist. Nur so weit: „Es ist noch nie gelungen, das Schicksal zu betrügen.“ (S. 40) Oder: „Die bisherigen Versuche der Mehrheit, die Schicksalsgesetze zu ignorieren, ist offensichtlich aussichtslos und bringt auf allen Ebenen Nachteile.“ (S. 41)

Das Buch ist sehr, sehr dich, enthält viele, meist auch farbige Illustrationen. Es greift auf die großen Weisheitslehrer zurück, Hermes Trismegistos, Phytagoras, Sokrates, Platon, Paracelsus und schließt den Kreis mit neuen Erkenntnissen der Wissenschaft wie den morphogenetischen Feldern. Kein anderes Buch, das die Thematik dermaßen umfassend behandelt.

Die großen Themen des Buches:
7 Gesetze und 12 Urprinzipien

  • Es ist bei den „Schicksals-Gesetzen“ oder „geistigen Gesetzen“ nicht nur auf ihre „Vollzähligkeit“ zu achten, sondern auch auf ihre Hierarchie.
  • Das höchste Gesetz, „das Gesetz der EINHEIT“ (alles ist EINS) ist eigentlich kein Gesetz, weil es in diesem „Einheitsbewusstsein“ keine Gesetze gibt. Das Einheitsbewusstsein befreit uns umgekehrt von jedem Gesetz.
  • „Auf die Einheit als höchste Sphäre … folgt die Polarität und ihr Gesetz der Gegensetze oder der Zweiheit.“ (S. 21)
  • Einer Reflexion dieser ewigen geistigen Gesetzen mit Naturgesetzen bis hin zu sozialen, ethischen Gesetzen wird Raum gegeben.
  • Das Gesetz der Polarität (Yin – Yang) auf allen Ebenen des Seins führt letztlich im ethischen Bereich auch über die Reflexion von Gut und Böse: „Nehmen wir die Wertung heraus, entpuppt sich das Gute als das Bewusste, das Böse als das Unbewusste.“ (S. 65)
  • Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo Schatten ist, da ist Projektion, Wertung und Abwertung, bis hin zur Verfolgung von „Sündenböcken“. Die geistigen Gesetze fordern uns auf, unsere Projektionen zurück zu nehmen und unsere Schatten zu durchlichten.
  • „Unter den Gesetzen der polaren Welt folgt das Resonanzgesetz an zweiter Stelle und gleich auf das der Polarität. Allerdings braucht es das Wissen um ersteres, um mit letzterem sinnvoll und auf Dauer erfolgreich umzugehen. … Dieses Gesetz besagt, dass wir nur wahrnehmen, wozu wir Resonanz haben, und auch nur in Kontakt kommen, womit wir in Resonanz sind.“ (S. 101)
  • Die Welt wird zum Spiegel: Wir nehmen nur das wahr, wozu wir in Resonanz sind. Die „äußere Welt“, die wir sehen, spiegelt unser Inneres. Wenn sich unsere Welt im Äußeren verändern soll, müssen wir unsere Resonanzschwingungen im Inneren verändern.
  • Wenn die Welt, wie wir sie wahrnehmen, von unserer Subjektivität abhängig ist, dann stellt sich die Frage: „Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit“? Unsere vordergründige Wahrnehmung ist Illusion, Täuschung. Doch da gibt es noch eine „Wirklichkeit hinter unserer Wirklichkeit“. „Wir sehen also nicht die Wirklichkeit, sondern interpretieren … unsere Vorstellung davon in die Welt hinein.“ (S. 156)
  • Zum Weg der Erkenntnis: Der Wirklichkeit kann man sich auf männlich-diobolische (analytische) oder weiblich-symbolische (synthetische) Weise nähern. (S. 163)
  • Wenn unser Inneres, also unser Bewusstsein (und Glaube) für die Wahrnehmung des Äußeren verantwortlich ist, dann hat es auch die Macht, das Innere (Gesundheit) und Äußere selbst zu beeinflussen und zu verändern.
  • Alles war irgendwann neu. Doch alles ist als Samen im Anfang bereits enthalten. Das Gesetz des Anfangs ist ein wichtiges Lebensgesetz, doch den Gesetzen der Polarität und Resonanz nachgeordnet. (S. 197 ff)
  • Das Gesetz der Kausalität ist für unsere Alltagswahrnehmung plausibel, doch es wird der Wirklichkeit nicht gerecht und muss um das Gesetz der Synchronzität (S. 211 ff) zumindest erweitert, wenn nicht gar ersetzt werden. Das nur bedingt zutreffende „Gesetz der Kausalität“ und damit auch das Denken in einer linearen Zeitlinie hat unser altes Weltbild wahrscheinlich am meisten erschüttert!
  • Das Pars-pro-Toto-Gesetz (S. 218 ff) behandelt das Verhältnis des Ganzen zum Teil und ist mit dem „Gesetz des Anfangs“ verwandt. „Der wichtigste unter den Teilen ist der erste oder Beginn, in dem schon alles liegt.“ (S. 219)
  • Das Gesetz der Analogie (oder Mikrokosmos gleich Makrokosmos)
    (S. 227 ff) hat „atemberaubende“ Konsequenzen: Wenn die „mittlere Welt des Menschen“ eine Welt des Lebens, des Geistes, der Seele ist, dann auch der Mikrokosmos und Makrokosmos. Die Erde ist ein lebendes Wesen, der Kosmos lebendig und bewusst.
  • Das Gesetz der archetypischen Ur-Bilder, der morphogenetischen Felder (S. 248 ff) greif die alte These von Platon wieder auf, dass hinter allem zuerst die IDEE ist. „Unsere Welt wird offenbar von Bildern und Mustern bestimmt, die Felder aufbauen und darüber erheblichen Einfluss gewinnen …“
    (S. 251) „Auch Sheldrake geht davon aus, dass am Anfang immer ein Bild oder Muster des fertigen Wesens oder Ablaufs ist, dem die Entwicklung lediglich (nach)folgt. Das Muster liefert sozusagen den Rahmen, in den sich Energie und Materie ergießen.“ (S. 252)
  • Rituale bauen morphische Felder auf, in die sich eine neue Wirklichkeit ergießen kann. Um eine neue Wirklichkeit zu schaffen, sind Rituale die erste Wahl.
  • Das senkrechte Denken geht in die Tiefe der Deutung und Bedeutung und bleibt nicht an der nur beschreibenden Oberfläche des waagerechten Denkens. „Das Denken der Wissenschaft ist kausal und analytisch, wohingegen das der spirituellen Philosophie analog ist und sich symbolischer Bilder bedient.“
    (S. 300)
  • Die 12 Urprinzipien (symbolisiert in den 12 Tierkreiszeichen) entfalten sich aus der hermetischen Philosophie (die 1, die 2, die 3, die 4, die vielen). Hier hat das kausale Denken der „Alltags-Astrologie“ aber nicht zu suchen. „Die Sterne“ nehmen keinen kausalen Einfluss auf unser Leben. Die Sternenbilder und ihre Bewegung sind nur analoge Bilder der (platonischen) Urprinzipien und ihrer Dynamik.
  • Das Buch schließt damit ab, die Gesetze und Urprinzipien auf das Thema der LIEBE anzuwenden. (S. 342)

Mein Fazit: Wer einmal von der ganzen Thematik der „Spielregeln des Lebens“ angesteckt ist (sei es über das Gesetz der Resonanz oder das Gesetz der Anziehung“), für den sollte das Buch von Dahlke Pflichtlektüre sein. Es fördert den kritischen Verstand gegen die Verabsolutierung eines der Gesetze und unterstützt das holistische Wahrnehmen des GANZEN. Es greift weit über unser logisches Denken hinaus („Gesetze“ verführen ja dazu) und öffnet weit den Horizont des Analogen, Bildhaften, Archetypischen. Es ist eine Einführung in die waagerechte (wissenschaftliche) wie senkrechte (analoge) Weltanschauung.

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Zur Vertiefung empfehle ich:

In diesem Buch werden die nur kurz angesprochenen
12 Urprinzipien ausführlich besprochen.

Das Buch beginnt mit einer starken Einführung
in das senkrechte Denken.

>> Meine Buchbesprechung dazu

 

Die Anwendung der Gesetze und Urprinzipien
auf das Thema der Liebe wird mit „Mythos Erotik“
ein ganzes Buch gewidmet.

>> Meine Buchbesprechung dazu

Doreen Virtue: Wie oben, so unten

Untertitel: Die sieben Gesetze des Lebens.

Wir erleben eine Renaissance der Lehren des Hermes Trismegistos, der hermetischen Philosophie. Lehren, die „Eingeweihten“ vorbehalten waren, werden offenbart und gewinnen für immer mehr Menschen an Bedeutung.
Zu diesen Lehren, die in unserer Zeit eine Neugeburt erfahren, gehört die Alchemie, die Astrologie und die Archetypen.
Da ist es sehr praktisch und sinnvoll, die Grundlagen all dessen, die sieben geistigen Prinzipien, einmal in einem kompakten, aktuellen Werk nachzulesen, wie es das Büchlein von Doreen Virtue nahe legt.

Wir sind von dem „Gesetz der Anziehung“ („The Secret“ oder Abraham gechannelt durch das Ehepaar Hicks) nahezu hypnotisiert. Es scheint alles zu erklären. Erklärt es aber auch das Loslassen, das Verändern, das aus dem Leben „Verbannen“, das kreative Neuerschaffen? Mir scheint, dass das „Gesetz der Anziehung“ nur einen Aspekt umfasst, nicht aber das Ganze ist und uns als „Universalgesetz“ ganz schön in die Irre führen kann.

Es scheint mir sehr sinnvoll zu sein, uns die „Geistigen Gesetze“ erneut anzuschauen und zu studieren, um das „Gesetz der Anziehung“ zu relativieren und einzuordnen in das harmonische Gefüge aller geistigen Gesetze. Und sinnvoll ist es sicherlich auch, sich dem KLASSIKER der Geistigen Gesetze, dem KYBALION als Quintessenz der hermetischen Lehre des Hermes Trismegistos zuzuwenden.
Das Buch von Doreen Virtue (Indigo-Kinder, Heilen mit Engeln) „Wie oben so unten“ macht den Zugang zu den sieben Geistigen Gesetzen des Lebens relativ leicht. Sind „wir Spirituellen“ nicht oft Meister der Verleugnung von Tatsachen? Haben die meisten nicht Geldsorgen, weil sie glauben, Liebe sei erhabener als Geld, Armut spiritueller als Reichtum? Betrügen wir uns mit spirituell klingenden Sprüchen nicht oft selbst? Wenn wir die Spielregeln des Lebens nach den geistigen Gesetzen nicht meistern, dann können wir auch unser Leben nicht meistern.

Die sieben großen Prinzipien der Manifestation

… im Überblick:

  1. Das Prinzip der Geistigkeit (Das All ist Geist; das Universum ist geistig.)
  2. Das Prinzip der Analogie (Wie oben, so unten.)
  3. Das Prinzip der Schwingung (Nichts ruht; alles bewegt sich; alles schwingt.)
  4. Das Prinzip der Polarität (Alles ist zwiefach; alles hat zwei Pole; alles hat sein Gegenstück, ähnlich und unähnlich sind dasselbe; Gegensätze sind wesensgleich und nur graduell verschieden; Extreme berühren sich; alle Wahrheiten sind Halbwahrheiten; alle Widersprüche lassen sich in Einklang bringen.)
  5. Das Prinzip des Rhythmus (Alles fließt, ein und aus, alles durchläuft Gezeiten; alles steigt und fällt; der Pendelschlag kommt in allem zum Ausdruck; das Maß des Ausschlags zur Rechten ist das Maß des Ausschlags zur Linken; Rhythmus gleicht aus.)
  6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung (Jede Ursache hat ihre Wirkung, jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur der Name für ein noch nicht erkanntes Gesetz; es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit,, aber nichts entgeht dem Gesetz.)
  7. Das Prinzip des Geschlechts (In allem ist Geschlecht; alles hat seine männlichen und weiblichen Prinzipien; Geschlecht manifestiert sich auf allen Ebenen.)

Diese Prinzipien aus dem Kybalion werden von Doreen Virtue auch mit weiteren Zitaten aus dem Kybalon erläutert.

Transmutation: Geistige Alchemie

Dieses Kapitel ist vielleicht das Herz des Buches. Darum geht es.

Was auch immer in eurem Leben vor sich gehen mag, was auch immer ihr loswerden, anziehen oder erschaffen wollt, es wird auch sehr schnell möglich sein. Ein wichtiger Aspekt der göttlichen Magie ist der Prozess der Transmutation oder Verwandlung. (S. 25)

Für einen Hermetiker bedeutet Transmutation „eine unangenehme Erscheinung in eine angenehme Erscheinung zu verweandeln“. Das Wort „Erscheinung“ ist hier mit Bedacht gewählt, dess es weist darauf hin, dass alles, was man anzieht oder abweisen möchte, nur Illusion ist. Es ist eine Ansammlung von Energie, genauso wie Gedanken. Daher ist es genauso leicht, etwas Großes anzuziehen oder abzuweisen wie etwas Unbedeutendes zu heilen oder zu manifestieren. (S. 26)

Bei der wirklich verstandenen Alchemie geht es nicht darum, Blei in Gold zu verwandeln,
sondern GEISTIGE und ENERGETISCHE Wandlungen zu vollziehen: Geist in Energie zu verwandeln, Energie in Geist: „Göttliche Magie“, wie das Buch im Original heißt („Divine Magic“).

Mein Fazit: Wenn uns hier „Geheimwissen“ offenbart wird, das Jahrhunderte lang nur eingeweihten Meistern vorbehalten war, dann sollten wir auch wie ein Meister an dieses Wissen herangehen: Es ernsthaft studieren, immer wieder mit unserem Alltagswissen verbinden, die Verwandlung unseres All-Tags immer wieder erproben, bis wir selbst zum Lebens-Meister geworden sind.

Es ist ein Grundlagenwerk in der Schule des Lebens.

 

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Lynne McTaggart: Das Nullpunkt-Feld

Untertitel: Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie

Einstein hatte es schon geahnt als er sagte: „Das Feld ist unsere einzige Wirklichkeit.“

Die Autorin, eine britische Wissenschaftsjournalistin, schreibt für den interessierten Laien die Wissenschaftsgeschichte, die dieses Feld immer mehr versteht. Es ist das alles umschließen-de Feld der Verbundenheit, das Feld der Seele und der Liebe, das Quantenfeld, der „Ozean“, von dem die Mystiker immer gesprochen haben, das Meer von Energie, das Feld des Bewusstseins, der „Heilige Geist“, die „Akasha-Chronik“.
Dieser Begriff des Feldes scheint all diese so unterschiedlichen Welten wieder zusammen zu bringen. Es hilft, unser Bild der Welt, unser Bild von Gott, unser Bild vom Menschen in Spiritualität, Wissenschaft und Philosophie wieder zusammen zu fügen. Das GANZE bekommt wieder Herz und Seele.

Wir alle stehen an der Schwelle einer Revolution – einer Revolution, die so verwegen und fundamental ist wie Einsteins Entdeckung der Relativität. Am äußersten Rand der Wissenschaft tauchen neue Ideen auf, die eine Herausforderung für unser gesamtes Weltbild und unsere Definition von uns selbst darstellen. (S. 9)

DAS NULLPUNKT-FELD ist einer der ersten Versuche, die einzelnen Forschungsergebnisse zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. (S. 19)

Das Buch ist spannende geschrieben. Die Menschen, die Wissenschaft machen, sind nicht nur „Beobachter“, sondern selbst Teilnehmer der Geschichte. Alle die Großen in der Wissenschaft haben zur Mystik oder spirituellen Systemen Zuflucht gesucht, um Begriffe für das zu finden, was sie da „beobachteten“.

Worüber die Autorin spricht, ist nicht die „Revolution der Quantenphysik“ – das ist inzwischen eher ein alter Hut. Es geht um den nächsten Schritt: nicht nur die Einheit der Naturwissenschaften zu erreichen (Mathematik, Physik und Biologie), sondern auch Natur- und Geisteswissenschaften (Philosophie) und Spiritualität. Wir leben in EINER Welt, und da wird es Zeit, dass wir auch nur EIN Weltbild haben. Das Buch präsentiert noch nicht die Lösung, erlaubt aber dem interessierten Laien, die neuesten Schritte (Stand 2001) nachzuvollziehen.

Alles im Nichts

Es existiert kein „leerer Raum“. Das NICHTS, das Vakuum, ist „ein Bienenstock voller Aktivität“ (S. 41), ein „Quantenmeer von Licht“ (S. 45), ein „Kessel voller schäumender Energie“ (S. 65). Begriffe wie „Plenum“ (Aristoteles) oder „Äther“ (Maxwell) finden in der Wissenschaft wieder zu neuem Leben. „Das Nullpunkt-Feld“ ist das Feld aller Felder.“ (S. 48) Es ist das MEDIUM für alles, was existent ist. Es hat unvorstellbar viel Energie: „Die Energie in einem einzigen Kubikmeter Raum reicht aus, um alle Ozeane der Welt zum Kochen zu bringen.“ (S. 49) Und es „speichert“ unvorstellbar viele In-Formationen: „Die Wellen des Nullpunkt-Feldes … enthalten stets umfassende Informationen über die Form von allem, was existiert.“ (S. 53).

Wenn man von jedem Ort des Universums aus Energie aus dem Nullpunkt-Feld zapfen könnte, dann würde man keinen Treibstoff mehr mit sich führen müssen, sondern könnte einfach in den Raum segeln und bei Bedarf das Nullpunkt-Feld anzapfen – einer Art universaler Windkraft. (S. 67)

Was das Nullpunkt-Feld alles erklären könnte

Es ist hier nur in herausgepickten Stichworten anzudeuten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), womit diese Erkenntnisse in anderen Teilbereichen der Wissenschaft in Verbindung stehen, einschließlich den Wissenschaften unseres Bewusstseins:

  • Auch die Schwerkraft scheint manipulierbar zu sein,
    da sie eine Funktion des Nullpunkt-Feldes ist.
  • Psychokinese, Levitation
  • Licht, das die Körperzellen selbst hervorbringen, „Biophotonen-Emission“ (Popp)
  • morphische Felder und morphische Resonanz (Sheldrake)
  • biologische Rhythmen
  • Kommunikation zwischen Zellen; „Wenn wir krank sind, schwingen unsere Wellen nicht mehr synchron.“ (S. 91)
  • „Perfekte Kohärenz ist ein optimaler Zustand zwischen Chaos und Ordnung.“
    (S. 89)
  • Homöopathie, Akupunktur
  • Jedes Molekül im Universum hat eine einzigartige Frequenz. (S. 99)
  • „Gedächtnis des Wassers“ (S. 104)
  • Frequenzen können Moleküle bis hin zu Medikamenten ersetzen (S. 111)
  • Mustererkennung des Gehirns (S. 130) „Unser Gehirn spricht … in der Sprache von Wellen-Interferenzen. … Die Welt zu erkennen, bedeutet buchstäblich, sich auf ihrer Wellenlänge zu befinden.“ (S. 133) „In gewisser Weise transformieren wir im Akt der Beobachtung die zeitlose, raumlose Welt von Interferenzmustern in die konkrete Welt von Zeit und Raum …“ (ebenda)
  • „Die Welt wahrzunehmen, bedeutet, sich auf das Nullpunkt-Feld einzustimmen.“
    (S. 144)
  • Der freie Wille: „In jedem Augenblick wählt unser Gehirn zwischen potenziellen Zuständen und macht daraus reale Zustände.“ (S. 147)
  • Bewusstsein ist überall im Körper und „aufs Wesentliche reduziert, kohärentes Licht“ (S. 148) Es ist nicht einmal im Körper, sondern im Feld (David Bohm, Ervin Laszlo). Das Gehirn ist kein Speichermedium, sondern ein Empfangsmedium. „Eine intuitive Erkenntnis könnte einfach eine plötzlich auftretende Kohärenz im Nullpunkt-Feld sein.“ (S. 150)
  • Einsatz in der „Spionage“
  • rückwärts gerichtete Wirkungen (die Zukunft verändert die Vergangenheit)
  • Wir sind nicht nur Beobachter, sondern können Wirklichkeit durch unsere „gerichtete Aufmerksamkeit erzeugen“ (S. 187)  „Es sah so aus, als hätten wir die Fähigkeit, unsere eigenen Kohärenz in unsere Umwelt auszustrahlen. Durch einen simplen Akt des Wünschens konnten wir Ordnung erzeugen. Darin drückt sich eine fast unvorstellbare Macht aus.“ (S. 187 f.)
  • Wir können die Informationen eines anderen Menschen „aus dem Nullpunkt-Feld so (aufnehmen), als seinen es unsere eigenen.“ (S. 208)
  • Wir sind nicht voneinander getrennt: „Unser natürlicher Daseinszustand ist eine Beziehung – ein Tango -, ein Zustand permanenter gegenseitiger Beeinflussung.“ (S. 210)
  • „Wo endet das Individuum, und wo beginnt es? Wenn alles, was geschieht, eine Wechselwirkung ist, und Gedanken ein gemeinschaftlicher Prozess sind, brauchen wir vielleicht eine starke Gemeinschaft guter Absichten, um in der Welt gut zu funktionieren.“ (S. 211)
  • „Doch es gab keinen Zweifel, dass wir alle auf einer bestimmten Ebene unseres Bewusstseins Zugang zu sämtlichen Informationen über alles in der Welt hatten.“ (S. 239)
  • „Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen zu einem ausgedehnten HIER UND JETZT.“ (S. 258) „In gewissem Sinne sind wir Zeit und Raum. Wenn wir durch den Akt der Wahrnehmung Energie ins Bewusstsein bringen, schaffen wir getrennte Objekte, die durch ein messbares Kontinuum im Raum existieren. Indem wir Zeit und Raum schaffen, erzeugen wir unser eigenes Getrenntsein.“
    (S. 259)

Zukunftsmusik

Die menschliche Absicht als Kohärenz des Bewusstseins sollte nach alledem ein außerordentlich potente Heilkraft sein (S. 264 ff.) – mit einem verblüffenden Ergebnis:

Bei Elisabeth Targs Studie schien es im Grunde keinen Unterschied zu machen, welche Methode eingesetzt wurde, solange die Teilnehmer (die Heiler, JS) sich auf die Absicht konzentrierten, einen Patienten zu heilen. (S. 283)
Nicht sie selbst hatten geheilt, sondern sie hatten gebeten: „Möge diese Person bitte geheilt werden.“ (S. 284)

Das Buch endet mit dem „Nullpunkt-Zeitalter“. Hier geht es in die Welt des Sciencefiction, was alles denkbar ist: Levitation, „endlose Versorgung mit Etwas aus dem Nichts“ (S. 316), Raumschiffe zehnmal schneller als die Lichtgeschwindigkeit (S. 319), Wurmlöcher als „kosmische Untergrundbahnen“ (S. 320)

Doch bis dahin braucht es eine einheitliche Physik, die auch die Quantenphysik entmythologisiert:

… wenn die Väter der Quantentheorie die klassische Physik mit dem Nullpunkt-Feld in Verbindung gebracht hätten, dann wären die Ergebnisse für die wissenschaftliche Gemeinschaft sehr viel befriedigender gewesen, als sie vielen nicht zu beantwortenden Fragen der Quantenphysik tatsächlich der Fall war. Manche Physiker glauben, dass die Quantentheorie eines Tages durch eine modifizierte klassische Theorie, die das Nullpunkt-Feld berücksichtigt, ersetzt werden könnte. Die Arbeit dieser Wissenschaftler könnte dazu führen, dass man das Wort „Quanten“ aus der Quantenphysik streicht und stattdessen eine einheitliche Physik entwickelt, die für die Welt im Großen wie im Kleinen gilt. (S. 324 f.)

Zusammenfassung:

Die Kommunikation der Welt vollzieht sich nicht im sichtbaren Reich von Newton, sondern in der subatomaren Welt des Werner Heisenberg.
Zellen und DNA kommunizieren über Frequenzen miteinander.
Das Gehirn registriert und speichert seine Bilder von der Welt in Form pulsierender Wellen.
Das Universum wird von einer Substruktur untermauert, die im Grunde genommen ein Speichermedium für alles ist und die Voraussetzung dafür schafft, dass alles mit allem kommunizieren kann.
Die Menschen sind nicht von der Umgebung zu trennen. Das lebendige Bewusstsein ist keine isolierte Einheit. Es erhöht die Ordnung im Rest der Welt. Das Bewusstsein menschlicher Wesen hat unglaubliche Kräfte zum Inhalt, die uns befähigen, uns selbst und die Welt zu heilen – die Dinge gewissermaßen so zu gestalten, wie wir sie haben wollen. (S. 325 f.)

Weiter noch:

Die kommende wissenschaftliche Revolution kündigt das Ende jeder Art von Dualismus an. Weit davon entfernt, Gott zu zerstören, liefert die Wissenschaft erstmals einen Beweis für seine Existenz – indem sie demonstriert, dass es dort draußen ein höheres kollektives Bewusstsein gibt. Wir brauchen jetzt keine zwei Wahrheiten mehr, die Wahrheit der Wissenschaft und die Wahrheit der Religion. Eine einheitliche Vision der Welt reicht aus. …
Wir haben viel mehr Macht, als wir selber glauben, uns selbst, unsere Mitmenschen und unsere Gemeinschaften zu heilen.
(S. 328)

Mein Fazit: Wenn wir als wissenschaftlich interessierte Laien einigermaßen auf der Höhe der Zeit sein wollen, dann ist dieses Buch eine wirkliche Hilfe.

Auch die (verwirrenden) Erkenntnisse der Quantenphysik sind inzwischen ein Jahrhundert alt. „Das Nullpunkt-Feld“ geht den entscheidenden Schritt über die Quantenphysik hinaus:
das NICHTS als Potenzial für ALLES. Es ist wichtig, dieses FELD nicht nur physikalisch zu verstehen, sondern auch spirituell: die alles umfassende VERBUNDNHEIT.

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Randolf M. Schäfer: Die Abenteuer des Adam Lasaarus

Der Autor Randolf M. Schäfer setzt die Astrosophie nach Arthur Schult (1893 – 1969) als Seelen-Schule der Selbsterkenntnis fort.

Das Buch ist eine gleichnishafte Erzählung zur Einführung in die Astrosophie als Lehre der Selbsterkenntnis über die Deutung der archetypischen Sternenbilder.

 

Der Protagonist in der kleinen Geschichte, „Adam Lasaarus“ (meine Namendeutung:
der zum Leben erweckte Mensch) steckt in der Lebensmitter in einer Lebenskrise und wird nun von einerm weiblichen Wesen, Aménité Amé (vielleicht: liebenswürdige Seele), ver-führt, sich die „Nachtseite des Lebens“ zu erschließen, die Innenwelt, die Welt der Seele. Auf diesem Weg der 12 Stationen wird er mit den Mysterien der 12 Seelen-Bilder (dem „heiligen Tierkreis“) in Begleitung von „Bruder Selbst“ vertraut gemacht (die Formulierung der Mysterien in meinen Worten):

  • Löwe: das Mysterium der selbstbewussten Mitte (ICH)
  • Jungfrau: das Mysterium der Erforschung natürlicher Ordnung (ES)
  • Waage: das Mysterium der harmonischen Beziehungen (DU)
  • Skorpion: das Mysterium des Zyklus von Leben und Tod (Transformation)
  • Schütze: das Mysterium des Sinns der Ziele (Werte)
  • Steinbock: das Mysterium des pflichterfüllten Dienens
    (Gesetze in Raum und Zeit)
  • Wassermann: das Mysterium der Polarität
    (kosmisches Paradox der unvollkommenen Vollkommenheit)
  • Fische: das Mysterium der Formlosigkeit in der All-Einheit
    (Schöpfung aus dem Nichts)
  • Widder: das Mysterium der kraftvollen Handelns (Lebens-Impuls)
  • Stier: das Mysterium der Verwurzelung in der sinnlich-materiellen Welt
    (WIR-Gemeinschaft)
  • Zwilling: das Mysterium des kommunikativen Austauschs (Sprache)
  • Krebs: das Mysterium der Rückführung zu den Gefühlen als Quelle des Lebens (mütterliche Ganzwerdung)

Diese Einführung in die Astrosophie behandelt die einzelnen Tierkreis-zeichen nicht nach üblichen (auswendig zu lernenden) Merkmalen, sondern als energetisches Resonanzfeld: Auf den einzelnen Stationen gerät der Leser mit der Grundstimmung, den „Leidensform“, typische Widerstände des jeweiligen Prinzips in starke Resonanz. Man fühlt z.B. den kollektiven Sumpf des Skorpion-Prinzips, seiner Verzweiflung und seinem Erwachen.

Das Besondere dieser Ein-Führung ist, dass die Reise nicht – wie üblich – mit dem Seelen-Bild des Widder beginnt, sondern des Löwen. Adam Lassarus startet seine Reise in der noch egobehafteten Selbstherrlichkeit des Löwen, dem Sonnen-Zeichen. Jeder Mensch findet und startet seine Bewusstseinsreise durch die Tierkreiszeichen normalerweise in seinem Sternzeichen als „Sonnen-Auftrag“.

Der Übergang vom Fische-Prinzip (Formlosigkeit) zum Widder-Prinzip (Neugeburt) ist besonders schön beschrieben: wie die drängende Sehnsucht des formlosen, reinen Seins (Fische) sich mit einem gewaltigen, formbildenden Energie-Knall wieder in der Schöpfung, im Werden manifestiert (Widder).

Aus der Formlosigkeit entrannen Bilder und Ideen, als würden sie im Moment der Mittlung an den Strahl gebunden. Bilder, die in der gesamten Schöpfung enthalten sind, unendlich komprimiert, getrieben von der zwingenden Dynamik, sichtbar zu werden. Die Bilder verbanden sich mit einer unbändigen Kraft, die unerbittlich weiterdrängte, alles an sich bindend und sich in einem zwingenden Impuls nach vorne schleuderte.
Der Impuls wurde aufgefangen, mit einem Mal gehalten, die beschleunigte Masse presste sich in die Form, ein Widerhall entstand, der die Form aufspaltete, die zu Stoff wurde, Idee und Form verbanden sich. Die Idee kleidete sich in den Stoff, beseelte ihn. Aus der Verbindung formulierte sich eine Frage, die immer mehr an Bedeutung und Intensität zunahm, anschwoll, über sich selbst hinauswuchs und in einem befreienden Schrei ihren Ausdruck fand: WER BIN ICH?? Mit tausend Echos löste der Ausruf einen Widerhall aus. (S. 198 f.)

Das Krebs-Prinzip ist das Ende der Reise, der Seelenwnaderung, die „alles bisher Geschaute zu einer Einheit verband“ (S. 236) Die Seelenreise begann in der Sonne (Löwe, Vater, Mann) und endet im Mond (Krebs, Mutter, Frau) und darin enthüllt sich jetzt ein tiefer Sinn:

„Stelle die Einheit in der Zweiheit in deinem Bewusstsein wieder her und du fügst Sonne und Mond, Geist und Seele wieder zusammen. Du hältst Hochzeit mit deiner inneren Seelennatur. Sie wird dir zur Braut, die sich mit dir vereint und ein verändertes Bewusstsein ist euer gesitiges Kind.“ (S. 247)

„Tiefer Friede durchzog ihn, er fühlte mit einem Mal alle Prinzipien in sich vereint. Auf seiner Reise durch die verschiedenen Stationen hatte er sich mit allem in Verbindung gebracht und war innerlich zu allem geworden. Er fühlte sich ganz verwandelt, neu und doch unverändert.“ (S. 248)

Fazit: Das Buch in eine andere Einführung in die Astrologie / Astrosophie. Wenn man sich in die Mysterien der einzelnen Stationen ganz einlässt, dann kann die Reise selbst zu einer Seelenerfahrung werden.

„Es gibt Lerninhalte, die man sich nicht lesend aneignen kann, weil man sie erfahren muss.“ (S. 250) Doch das Lesen selbst kann auch zur Erfahrung werden, wie diese gelungene Einführung zeigt.

 

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Ruediger Dahlke: Mythos Erotik

In meinen Augen hat das Buch etwas von einem Meisterwerk. Nach den großen Büchern von Ruediger Dahlke, die die wichtigsten Aspekte seines Lebenswerkes behandeln („Die Lebens-Prinzipien“, „Die Schicksalsgesetze“, „Das Schattenprinzip“) wendet er nun diese Erkenntnisse auf das größte Thema unseres Menschseins an: das Thema der Liebe.

Das Buch ist sehr gesellschaftskritisch und fordert eine neue Liebeskultur ein, zu dem das Buch selbst einen Beitrag leisten will. Denn zu einer neuen Liebeskultur gehört Wissen und Bewusstsein dazu – nicht zuletzt auch das archetypische Wissen um die Götter und Göttinnen der Liebe.

So stellt sich ganz unpopulär die Frage, inwieweit die Veränderung der Geschlechterrollen in der Gesellschaft nicht bereits zu einer deutlich spürbaren Frustration in den Schlafzimmern führt. Diese Tendenz des Verschwin-dens von Liebreiz und Verlockung, von Muße und absichtslosem Spiel beim Sex entgegenzuwirken und damit Eros wieder ins rechte Licht zu rücken, ist Ziel dieses Buches. (S. 28)

In unserer Lebenskultur nach der „sexuellen Revolution“ fallen körperliche (sexuelle) und geistige (platonische) Liebe immer mehr auseinander. Hier eine totale Sexualisierung des Alltags, dort die nur noch rein platonische Liebe in Partnerschaften, wo es nicht mehr wirklich funken will. Was ist der Grund und wie kann der Liebesgott EROS wieder Einzug in unser Liebesleben halten?
Zunächst: „Erotik aber braucht sowohl Seele als auch Körper zum Lebendigsein und ver-bindet so beide miteinander. … Folglich findet Erotik immer auch auf der Seelenebene statt, drängt jedoch auf den körperlichen Ausdruck.“ (S. 38 f.)

Angeblich wollen Männer nur Sex, Frauen jedoch vor allem Liebe. Das „verbindende Glied“ zwischen beidem, Sex und Liebe, ist jedoch die Erotik! Je erotischer unsere Liebeskultur wird, desto mehr können wir Liebe und Sex in unseren Alltag integrieren.

Der Stammbaum von EROS

Das Herzstück des Buches ist für mich das Kapitel „Die Götter der Liebe“,so ziemlich in der Mitte des Buches. Hier ist Dahlke – auch in seinem Sprachwitz – ganz Dahlke. In diesem Kapitel findet sich die Essenz der archetypischen Lektionen des Buches.

Gott EROS-AMOR ist das Kind von ARES-MARS und VENUS-APHRODITE,
aus einer „verbotenen Liebe“ entsprungen (Mars ist fremd gegangen).
Von Mutter Venus hat Eros die Sinnlichkeit, das Verspielte, die Absichts-losigkeit, das GENOMMEN-WERDEN. Von Vater Mars hat Eros die Stärke, die Kraft, das Wollen, das NEHMEN, wie es ihm gefällt. Eros ist lebendig, wenn beides da ist: die venusische Sinnlichkeit und die marsianische Eindringlichkeit. Eros hat auch Großvater und Großmutter: URANUS ist der Opa und POSEIDON-NEPTUN (als weibliches Prinzip!) die Oma – mütter-licherseits: die im Wasser „Schaumgeborene Venus“.
(Hier ein Beispiel für Dahlkes Sprachbewusstsein: Die schaumgeborenen Dienerinnen der Liebe sind heute zum „Ab-Schaum“ geworden. – Solche sprachlichen Bezüge spürt Dahlke an allen Ecken und Enden des Buches auf – und ist von daher schon ein reiner Lesegenuss.)
Eros hat noch drei Geschwister: Harmonia (die Harmonie), Phobos (die Angst) und Deimos (das Dämonische). Auch das sind Kinder von Mars und Venus! OPA Uranus weist auf das Himmlische und Göttlicher echter erotischer Liebe. „OMA Neptun“ auf das Flüssige der Liebe.

VENUS kann jedoch auch enorm eifersüchtig sein. Es ist da eine Menschen-frau PSYCHE, die schöner als die Liebesgöttin VENUS ist. Und Mutter Venus befiehlt ihrem Sohn EROS diese Schönheitskonkurrenz umzubringen (in den Hades zu schicken). Das „Schicksal“: Eros verliebt sich UNSTERBLICH in Psyche. Venus ist gnädig und unterstellt Psyche noch 4 Prüfungen, die diese besteht, damit selbst unsterblich wird und in die Götterwelt aufsteigen darf. Kurz: EROTIK hat auch etwas mit der Unsterblichkeit und Göttlichkeit unserer SEELE (Psyche) zu tun. Es ist der Schlüssel, unsterblich zu werden (wie auch immer verstanden).

Eros und Psyche bekommen eine Tochter: VOLUPTAS, die Woll-Lust.
Das Begehen und Vergnügen sind also in der antiken Mythologie mit Voluptas selbst eine Göttin, also durchaus „von Gottes Gnaden“.

Soweit nur ein kurzer Überblick über den archetypischen Stammbaum von EROS. Das Kapitel „die Götter der Liebe“ alleine ist das ganze Buch von Ruediger Dahlke schon wert! So tiefsinnig und aktuell interpretiert und gedeutet, bekommt man richtig „Lust auf archetypische Mythologie“.

Fazit: Das Buch wäre kein Dahlke, wenn er nicht auch einige praktische Tipps hätte und konkret das „Liebesritual“ als Weg zu einer neuen Liebeskultur empfehlen würde. Es ist praktische Lebens- und Liebes-Philosophie.
Ja, ich stimme Dahlke zu: Wir brauchen eine neue Liebeskultur. Und dieses Buch kann ein Wegweiser, ein Leuchtturm dafür sein. Ich wünsche dem Buch von Herzen eine solche Verbreitung wie der Weltbestseller von Erich Fromm: Die Kunst des Liebens.

Bestellmöglichkeit bei AMAZON: Mythos Erotik: Eine Lebenskraft tritt aus dem Schatten

Dieter Broers: Sonnenzeit

Dieter Broers ist schon seit Jahren/Jahrzehnten ein Vordenker, der Wissenschaft, Spiritualität und Zeitgeist in überzeugender Weise miteinander verbindet. Einige seiner Bücher habe ich hier auch schon besprochen. Seine Denke ist mir vertraut – und doch
ist sein neues Buch „Sonnenzeit“ auch für mich: atemberaubend.

Wir alle spüren, dass wir als Menschheit auf dem Planeten Erde in eine neue Ära eintreten und versuchen sie schon zu verstehen, was gar nicht so einfach ist: Denn wir verstehen eigentlich erst dann etwas, wenn es schon vorbei ist, also im nachhinein. Mir fallen da einige Begriffe ein, die diese neue Zeit schon zu beschreiben versuchen: Wassermann-Zeitalter, Bewusstseins-Epoche, „Second Tier“ in der Spiral-Dynamik, „goldenes Zeitalter“. Wie immer. Doch mit genügend Abstand in evolutionären Maßstäben machen wir „offensichtlich“ einen Transformationsprozess durch, wie wir ihn als Menschheit auf diesem Planeten noch nicht erlebt haben, ob wir dem Kind bereits einen Namen geben können oder nicht.
Die Chance, endlich eine globale menschliche Gesellschaft aufzubauen, die den Namen „menschlich“ verdient hat – aus der weitgehend unbewussten Geschichte der Menschheit auszutreten in eine wirklich bewusste Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Das steht offensichtlich an!

In unser aller Ahnung einer „neuen Ära“ bringt Dieter Broers einen Aspekt ein, den wir bisher selten „auf der Rechnung“ hatten: DIE SONNE!

Klar weiß jeder: kein Leben auf unserem Planeten Erde ohne Sonne. Doch die Sonne ist nicht einfach ein „konstanter Faktor“ da oben am Himmel, sondern hat in ihrer nicht geahnten Dynamik einen überragenden Einfluss auf die Dynamik unserer biologischen und gesellschaftlichen Evolution selbst. Als ob „da oben“ der Steuermann sitzen würde.

Das erste, was uns in letzter Zeit immer bewusster wird: Die Sonne steht da nicht am Himmel und scheint einfach nur so still und leise vor sich hin. Sie selbst ist SEHR LEBENDIG, und die Tiefe ihrer Lebendigkeit können wir durch das Buch von Dieter Broers langsam erahnen. Und das alleine ist schon atem-beraubend!

Die Rhythmen der Sonne

Die Sonne kennt Zeiten, in denen sie in ihren Eruptionen (relativ) aktiv und dann wieder (relativ) passiv ist, als ob sie atmen würde, ein „Atemrhythmus“ von 11,1 Jahre hätte – genau in dem Rhythmus, in dem JUPITER die Sonne umkreist. (S. 177)

Dieter Broers kann über diese Sonnen-Dynamik vieles erklären (Verhalten von Tier-Schwärmen, Fruchtbarkeit von Männern und Frauen, Krankheit und Heilung, Krieg
und Frieden, bis hin zur Fieberkurve der Börse). Das ist jetzt hier nicht das Thema.

Doch  die Sonne weist viel größere Zyklen auf, als ihr eigener Polsprung alle 11,1 Jahre.
Ein anderer Rhythmus (der „Großzyklus der Sonne“ alle 100 Jahre – S. 107)  nimmt Einfluss auf größere gesellschaftliche Ereignisse wie die Französische Revolution, Aufstieg und Untergang ganzer Hochkulturen. Andere Rhythmen gehen über Jahrtausende und beeinflussen Klimawandel, Eiszeiten, die Impulsierung des LEBENS auf der Erde selbst.

Diese Rhythmen folgen aber nicht präzise dem „Uhrzeiger“ unserer Zeitsysteme. Diese Rhythmen sind nicht „linear in der Zeit“, sondern qualitativ. Im Durchschnitt liegt z.B. der (durch die Sonne beeinflusste) Polsprung der Erde alle 250.000 Jahre (jetzt nicht auf die Minute genau …). Der letzte Polsprung auf der Erde ereignete sich vor ca. 780.000 Jahren. Da scheint etwas von der Zeitqualität her wieder reif zu sein! Jedenfalls:

Wenn die Sonne Polsprünge provoziert, hat das der Evolution bisher immer einen Impuls gegeben. Neue Mutationen, neue Varianten, neue Arten sind möglich. Polsprünge sind quasi Evolutionsbeschleuniger. (S. 120)

So fallen häufig Ketten von Naturkatastrophen (wie sehr aktuell in unserer Zeit Tsunamis, Erdbeben, Überschwemmungen) nachweislich mit Sonnenaktivitäten zu-sammen. Viele alte Kulturen haben solche Zusammenhänge durchaus erkannt oder erahnt, dem Sonnengott wurden (häufig unglaublich viele Menschen-) Opfer gebracht, um ihn zu besänftigen. Die Sonne hatte bei vielen alten Kulturen durch die „von ihr“ verursachten Dürreperioden und Ernteausfällen kein gutes Image (wie sie auch in unserer Zeit ihr Image dramatisch verliert).

Alleine diese Zusammenhänge zu erkennen, ist das ganze Buch von Dieter Broers schon wert! Doch es geht atemberaubend weiter:

Die Sonne erweitert unser Bewusstsein

Die Rolle der Sonne (bei ihrem aktuell negativen Image) wieder „ins rechte Licht“ zu setzen, ihr den ihr zustehenden transformatorischen Platz in unserer Evolution einzuräumen, ist der nächste Paukenschlag des Buches.

Dieter Broers ist empirisch arbeitender Wissenschaftler und „die Wechselwirkung
zwischen nicht thermischen elektromagnetischen Feldern und biologischen Systemen“
(S. 128) ist schon immer sein wissenschaftliches Hauptgebiet, das in diesem Buch jetzt seinen vorläufigen Höhepunkt findet. Hier die Schlussfolgerung seiner jahrzehntelangen Arbeit in Laboren:

Erstes: Starke Sonneneruptionen verursachen ein schwächeres Erdmagnetfeld. Zweitens: Wenn man die Frequenzen des abge- schwächten Erdmagnetfeldes unter Laborbedingungen simuliert, verändern sich Wahrnehmungen und Gehirnaktivitäten zu einem erweiterten Bewusstsein. Drittens: Wenn dies unter Laborbedingungen geschieht, dann geschieht es auch in der Wirklichkeit, falls die Sonnenaktivitäten weiter ansteigen. Die Conclusio nahm mir fast den Atem: Die vermehrten Sonnenaktivitäten erweitern unser Bewusstsein!
(S. 139)

Es ist das, was wir uns immer wieder zu Bewusstsein führen sollten: Das, was uns als „Krise“ erscheint, ist der Wandlungsprozess. Das ALTE weiß, das es stirbt, und hält krampfhaft fest, das NEUE ist noch im Aufkeimen und noch nicht etabliert. Der Wandlungsprozess erscheint als „Chaos“, ist es doch nur die Schmelze für eine neue, höhere Ordnung.

Jeder weiß, dass er immer wieder „wachgerüttelt“ werden muss, um nicht im Hamsterrad des Alltags und der immer wieder kehrenden Gewohnheiten für den Rest des Lebens einzuschlafen. Was ist, wenn die Sonne in ihren Krisen-impulsierenden Wirkungen einfach nur der Wachrüttler der ganzen Menschheit ist, ja unseres Planeten!

AUFWACHEN! ZEIT ZUR TRANSFORMATION!

Mehr noch: Was ist, wenn sie uns auch mit genau der „Energie“ versorgt, die wir brauchen, um die Krise zu bewältigen, uns aus der egozentrierten Lebensweise zur kooperativen zu führen? … Besser hätte Gott sich das auch nicht ausdenken können! …


Damit noch nicht genug.
Noch atemberaubender ist die Antwort von Dieter Broers auf die Frage:

Weiß die Sonne, was sie tut?

Was für eine Frage!
Wer um Himmels Willen kommt auf so eine Frage?!

Hier ist wieder ein wunderbares Beispiel für die alte Wahrheit:
Die Kunst liegt nicht in der bahnbrechenden Antwort,
sondern in der bahnbrechenden Frage selbst!
Denn die Frage impliziert ja bereits ein „… könnte vielleicht sein“,
ist der Frage und des Nachdenkens wert!

Also: Weiß die Sonne, was sie tut? Dieter Broers Antwort:

Da ich mich lange mit der geistigen Dimension von Materie auseinander gesetzt hatte, war das keine Frage mehr: Ja, die Sonne ist eine geistige Größe, und als solche verändert sie das geistige Bewusstsein des Menschen. (S. 140)

Mehr noch: Die Sonne spricht nicht nur zu uns Menschen (S. 17), wir stehen zu ihr in einer dialogischen Liebesbeziehung, die auch für uns eine „Liebesrevolution“ (S. 289) auslösen kann. Die Sonne reagiert auch auf uns. Es ist ein Beziehungsgeflecht, eine Interaktion!
(Es ist auch eine Liebesbeziehung zwischen Sonne und Erde).

Und Dieter Broers prognostiziert uns:

Die Sonnenzeit ist das Zeitalter einer allumfassenden Transformation. Möglich wird das durch solare Einflüsse, die nachweislich unsere Gehirnkapazität erhöhen. Als Folge erweitert sich unser Bewusstsein.
Wir werden ganz neue Fähigkeiten entwickeln: geistige Wahrnehmungska-pazitäten, übersinnliche Empfindungen, eine neue Form von Intelligenz und Bewusstsein. Der Gegensatz von Verstand und Gefühl wird sich auflösen. Wir werden unsere Lebensformen neu überdenken und neu gestalten.“
(S. 18)

Jetzt ist es wirklich Zeit, dass ich als Rezensent zurück trete und das Lesen des Buches selbst dringend ans Herz lege. Und dem Leser wünsche, ins Mysterium der Sonne einzutauchen. (Mir ist beim Lesen des Buches übrigens bewusst geworden, warum ich seit einem Jahr – morgen auf den Tag genau – hier unten in den sonnenverwöhnten Cévennen Südfrankreichs lebe. Danke alleine für diese Erkenntnis!)

Mein Fazit: Das Buch selbst ist sehr wertvoll, um sonnen-klar zu verstehen, was auf unserem Planeten vor sich geht – und vor sich gegangen ist! (Hier kommt ein in seiner Dynamik bisher übersehener Evolutionsfaktor dazu:
der lebendige, impulsierende Rhythmik der Sonne.)

Doch, wenn wir jetzt nur einen Schritt weiter denken: Dass nicht nur die Sonne „als unser Zentralgestirn“ einen so machtvollen (und uns bisher unbekannten) Einfluss auf uns hat, was ist dann mit dem GANZEN SONNENSYSTEM? Ein Buch, dass dies großartigen Erkenntnisse von Dieter Broers (in diesem Stil) auf das ganze Sonnensystem ausbreitete, wäre die lange gesuchte Verbindung von hermetischer, archetypischer Astrologie und unserer modernen spiritueller Wissenschaft. Da wir hier viel Zukunftsschau machen, erlaube ich mir zu prognostizieren: Diesen Zusammenhang zu erkennen, ist nur eine Frage der Zeit und – die SONNE wird diesen Erkenntnisprozess beschleunigen. – Gott, ist das aufregend!

Verena Bachmann: Die Macht des Weiblichen

Unsere Astrologie ist bekanntlich eine SONNE-Astrologie: Entscheidend für die Deutung des Geburtsmusters spielt der Stand der Sonne. Als „Wassermann“ stand in der Stunde meiner Geburt die Sonne (perspektivisch, natürlich!) im Tierkreiszeichen Wassermann. Ist die exponierte Stellung des männlichen Prinzips der Sonne im Geburtshoroskop nicht ein Relikt aus dem Patriarchat? Wird in unserer SONNE-Astrologie nicht das Männliche überbewertet? Denn das ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit! Die indische Astrologie ist dagegen eine MOND-Astrologie, bei der der Stand des Mondes bei der Geburt viel bedeutsamer ist.

Seien wir uns bewusst: von den acht „planetarischen Herrschern“ der Tierkreiszeichen ist nur EINE Göttin dabei (Venus) und SIEBEN Götter: Mars, Merkur, Pluto, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Da ist im göttlichen Pantheon der Astrologie das Männliche doch etwas überbesetzt gegenüber dem Weiblichen, oder?
Der Pferdefuß des Patriarchats in der Astrologie?

Verena Bachmann macht in ihrem Buch einen ersten, wichtigen Schritt, in unserer archetypischen Symbolik das Weibliche neu zu bewerten! Im Mittelpunkt dabei steht Lilith, die Rückkehr der Großen Göttin.

Sie schreibt:

„Die uns vertraute westliche Astrologie entstand in der Zeit des Patriarchats, dasselbe gilt für viele Mythen, Bilder und Glaubenssätze zum Weiblichen. In der ganzen Zeit befand sich die Große Göttin im Exil. Ihre wahre Kraft und Macht war nur sehr eingeschränkt zugänglich, die mit ihr verbundenen Bilder schlummerten tief im Unterbewussten. … Entsprechend sind heute viele astrologische Deutungen mehr oder weniger stark von diesen patriarchalischen Ansichten eingefärbt. …
Nach der Rückkehr der Großen Göttin und im Zuge der zunehmend deutlicher wahrnehmbaren Macht des Weiblichen und seiner Energien, gilt es nun, auch die Deutung der weiblichen Planeten, deren Qualitäten und Entsprechungen neu zu sehen.“ (S. 52)

Verena Bachmann sieht das eigentliche weiblich-göttliche Urprinzip nicht im Mond oder in der Venus, sondern als LILITH (die Große Gött) im „Schwarzen Mond“ (wenn ich sie richtig verstanden habe).
Sie beschreibt Liliths Urenergie in den einzelnen Tierkreiszeichen. So erscheintLilith im Widder als Kriegerin, Jagdgöttin, Amazone. Lilith erscheint im Stier als Demeter, Venus, Göttin der Fruchtbarkeit, Herrscherin … usw.
Auch die beiden „weiblichen“ Planeten Mond und Venus werden von ihr ausführlich beschrieben und ihr Einfluss auf die einzelnen Tierkreiszeichen (Mond im Widder usw.). Saturn und Neptun interpretiert sie als weibliche Prinzipien. Merkur sieht sie als „androgynen“ Planeten. In den eindeutig „männlichen“ Planeten Sonne und Mars bespricht sie die auch dort vorhandenen weiblichen Aspekte.
Jupiter, Pluto und Uranus gehen im Buch in ihrer weiblichen Sichtweise leider etwas verloren.

Die Autorin legt einen ersten Entwurf der gleichberechtigten Integration des Weiblichen in die astrologischen Symbolik / Archetypik dar, der noch viel Platz für die Ausgestaltung lässt. Schön finde ich die von ihr formulierte 3., die „Paar“-Variante der Zukunft zwischen dem Männlichen und Weiblichen (in den Varianten 1 und 2 dominiert jeweils eine Seite):

„Das Weibliche findet zu voller Macht und Stärke, ist aber auch bereit, die Macht und Kraft des Männlichen zu respektieren. Das Männliche ist wiederum bereit, dem Weiblichen den ihm zustehenden Platz einzuräumen, ohne Angst, dabei die eigene Macht und Potenz opfern zu müssen. Weiblich und Männlich sind ebenbürtig, begegnen sich auf Augenhöhe. Eine ganz neue, schöpferische Zeit beginnt.“ (S. 28)

Mein Fazit: Verena Bachmann begeht hier (in meinen Augen) einen richtigen  „Tabubruch“: patriarchalische Fehlwahrnehmungen in der Astrologie in Frage zu stellen. Ist das Deuten der Sterne für die innere Welt der Seele doch etwas sehr Weibliches. Es wird sicher noch einige Zeit vergehen, bis sich auch das Weibliche in unserer Astrologie als SONNE-MOND-Astrologie ihren gleichberechtigten Part eingenommen hat.
Ich kann mir dabei gut vorstellen, dass der eine und andere männliche Gott im Pantheon der astrologischen Götterwelt entthront wird und einer weiblichen Göttin den Platz räumen muss. Wird dann der eine oder andere Planet einen weiblichen Göttinnennamen bekommen? Wird dann auch die Astronomie mitspielen? Was für eine aufregende Perspektive (die jetzt aber über das sehr inspirierende Buch von Verena Bachmann in der Konsequenz weit hinaus geht).

Das Buch ist leider nur noch antiquarisch bestellbar: Bachmann Verena Macht

Randolf M. Schäfer: DER MOND – Urbrunnen der Seele

Ich bin maximal „Hobby-Astrologe“ in eigener Sache, nutze also die archetypische Astrologie vor allem zur Selbsterkenntnis.
Doch schon in diesem „amateurhaften“ Zugang (ein Amateur ist ja ein Liebhaber und kein Experte!) ist mir bereits aufgefallen, dass unsere gängige Astrologie als SONNEN-Astrologie eigentlich ganz schön männlich geprägt ist! Das Stand der Sonne in den Tierkreiszeichen bei der Geburtsstunde ist ja nicht die einzige Möglichkeit seiner Interpretation. Welche Rolle spielt das weibliche Prinzip MOND im Geburts-horoskop? Wie ist der Stand des Mondes in den Tierkreiszeichen bei meiner Geburt zu deuten?

Endlich habe ich ein Buch gefunden, das mir diese Frage beantwortet:

Im ersten Teil beschreibt der Autor, welche fundamentale Rolle der MOND als Gegenpol zur SONNE im Geburtshoroskop spielt.

Die Sonne steht für das Äußere, das Sichtbare, der Mond steht für das Innere, das Unsichtbare, das Unbewusste, die „dunkle Nacht der Seele“, die verborgenen Potenziale.
In dieser Polarität gesehen, ist der Mond als Botschafterin des Geburtshoroskops „mindestens“ so wichtig wie die Sonne.

Der Mond als aufnehmendes Prinzip ist jenes Element, das analog im Geburtshoroskop die Lern- und Aufnahmefähigkeit symbolisiert. Jede Lernerfahrung, die der Mensch macht, hat etwas mit der Bereitschaft zu tun, äußere Impulse aufzunehmen.
Jene weibliche Ur-Kraft ist eine archetypische Energie, die sowohl in jeder Frau als auch in jedem Mann zu finden ist. In jedem Menschen waltet diese Ur-Energie, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Sie alleine deutet an, inwieweit der Mensch im Verbund mit dem Leben steht. Für den Menschen ist es deshalb von großer Bedeutung, sich mit der ihm spezifischen Mond-Qualität zu identifizieren und sich bewusst zu machen, wie es um seinen wahren subjektiven Innenraum bestellt ist. Lebt er in falschen Identifikationen, durchläuft er in Form von leidhaften Erfahrungen in der Außenwelt jene Aspekte, die er in sich selbst nicht wahrnehmen kann. Der Mond im Geburtshoroskop eines Menschen stellt eine äußerst bedeutsame, wenn nicht sogar wesentliche Komponente dar. (Hervorhebung JS), S. 18

Unsere Astrologie ist noch recht einseitig-männlich orientiert und bedarf des Ausgleichs und Integration des Weiblichen. Wir brauchen also eine integrale SONNE-MOND-Astrologie. In diesem Sinne kann ich nicht mehr sagen „Ich bin Wassermann!“, sondern muss künftig sagen „Ich bin Wassermann-Waage“. (Bei meiner Geburt stand die Sonne im Wassermann und der Mond in der Waage.)

Der äußere Sonnen-Aspekt des Geburtshoroskops spielt sicher in den ersten Jahren der Identitätsfindung in der äußeren Welt eine bedeutsame Hilfe: Mit der Erkenntnis unsere in die Wiege gelegten Stärken können wir in Partnerschaft und Beruf gewisse Erfolge erreichen. In den späteren Jahren der Wendung nach innen, dem Weg der Seele, wird der innengerichtete Mond-Aspekt des Geburtshoroskops immer wichtiger, wenn wir „Licht in die dunklen Kammern der Seele“ bringen.

So schreibt der Autor:

Im Sinne der Astrologie ist es für den Menschen wichtig, sich bewusst mit seinem Geburtsmuster auseinander zu setzen. Dieses vermag die verschiedenen Facetten seines Wesens aufzuschlüsseln, denn in jedem Geburtsmuster ist der Lehrplan des Lebens bereits latent enthalten. Man muss das Muster „nur“ lesen können, wobei das Horoskop hierfür ein besonderes Medium ist. Dabei ist es nicht von Bedeutung, dass der Mensch mit den Beschreibungen seiner Grundstruktur des Geburtsmusters, die im Horoskop gerafisch dargestellt sind, identifiziert. Das ist nicht der Sinn einer Auseinandersetzung mit dem Horoskop. Im Gegenteil, erst wenn der Mensch Themenbereichen begegnet, die ihm zunächst fremd erscheinen und Ablehnung in ihm hervorrufen, beginnt der Prozess der Auseinandersetzung echte Qualität zu erhalten. Je größer die Ablehnung gegen die beschriebenen Elemente seines Geburtsmusters sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesen Themenbereichen für ihn etwas zu lernen und zu erfahren gibt, das ihm bis zu diesem Zeitpunkt verborgen blieb. (Hervorhebung vom Autor) S. 33

Werden wir uns des Mond-Aspekts unseres Geburtshoroskopes bewusst, dann geht es  „an die Substanz“ – sowohl unserer tiefsten Themen wie unserer größten Schätze.

Der zweite Teil des Buches (der Hauptteil) beschreibt nun die „Mond-Signaturen“ in den einzelnen zwölf Tierkreiszeichen und Häusern.

Hier finden wir:

  • das allgemeine „Stimmungsbild“ dieser Mond-Signatur
  • den Kindheitsmythos (Grundthemen der Kindheit)
  • den Partnerschaftsmythos (typische Verstrickungen in der Partnerschaft)
  • die Mond- und jeweilige Planet-Verbindung im Geburtsmuster der Frau
  • die Mond- und jeweilige Planet-Verbindung im Geburtsmuster des Mannes
  • typische Symptome
  • die Lerninhalte, die hier zu lernen sind
  • und eine „meditative Integration“ für jede Mond-Signatur (insofern ist das Buch auch ein Praxisbuch, um fehlende Seelenanteile ins Bewusstsein zu heben und bewusst zu integrieren)

Das Buch hat in meinen Augen nur einen einzigen Fehler: Es ist nur noch antiquarisch zu beziehen. Ich wünsche dem Buch von Herzen (wie seinerzeit angekündigt) eine Neuauflage.

Mein Fazit: Wer in der Astrologie nicht nur an der sichtbaren Oberfläche der Sonne bleiben will, sondern in die unsichtbare Tiefe des Mondes eindringen will, ist dieses Buch ein ausgezeichneter Wegweiser, um Licht in die verborgenen Seelenanteile zu bringen.

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Arthur Schult: Astrosophie (2 Bände)

Das Buch ist erstmals 1971 zwei Jahre nach seinem Tod erschienen und setzt Zeichen für eine neu verstandene Astrologie. Arthur Schult (1893 – 1969) gibt ihr deshalb auch den neuen Namen: Astrosophie. Es ist ein Lehrbuch gar nicht so sehr im wissenschaftlichen Sinne, sondern eine Hilfe für Seelenkunde.

Der westliche Mensch ist auf dem Weg zu einem geweiterten, umfassenden, kosmischen Bewusstsein, vollzieht einen neuen Durchbruch in die Sphären des Überbewusstseins. (S. 9)

Er stellt die Astrosophie in die Tradition von: Pythagoras, Herklit, Platon, Plotin, Hildegard von Bingen, Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Dante, Leonardo da Vinci, Melanchton, Paracelsus, Kepler, Goethe und Novalis (S. 9). Oder – an anderen Stellen genannt: Meister Eckhart, C.G. Jung. Und ich denke, das mit Bedacht.

Diesen verschiedenen Schichten in Mensch und Welt, jeder Ebene des Daseins wollen wir gewähren, was ihr zukommt. Der physischen Ebene gehört die materielle Welt an, der ätherischen Ebene die Welt der Lebenskräfte, der Astralebene die Seelenwelt, der Mentalebene das reichte Gedanken, der supramentalen Welt dagegen gehören wir selbst an mit unserem kosmischen und überkosmischen Bewusstsein. Aus einem geistig-übersinnlichen Schauen, aus dem ins Kosmische geweitete Überbewusstsein des Menschen ist alle echte Astrologie und Astrosophie zuletzt entstand. (S. 10 f.)

Von der „Wiedergeburt einer echten Sternenweisheit“ schreibt er:

Astrosophie als kosmische Symbolwissenschaft kann heute in lebendiger Weise dazu helfen, das rationale Begriffsdenken umzuwandeln in ein zeitgemäßes imaginativ-bildhaftes Denken, mit dem wir die Bildersprache, die großen heiligen Zeichen, die überall im Mikro- und Makrokosmos gelten, neu verstehen lernen. Die neue Geburt einer solchen Kosmosophie, welche aus Mensch, Kosmos und Gott wieder in lebendigem Zusammenhang erleben lässt, wird die Wissenschaft zur Anerkennung der geistigen Natur des Menschen führen und kann auf diese Weise zu einer wichtigen Brücke zwischen Wissenschaft und Religion werden. (S.14)

Bei der Astrosophie geht es um „die Beziehung zwischen Gestirnskonstellation, Charakterveranlagung und Schicksal des Menschen.“ (S. 35)

Arthur Schult zitiert K. O. Schmidt (den er als einen „Mystiker der Gegenwart“ bezeichnet) zustimmend: „Als lebendiger Organismus erscheint der Kosmos uns heute, von schöpferischen Kräften durchpulst, vom Geist des Lebens geleitet. (S. 21 f.). Oder Novalis: „Der Stoff der Stoffe ist Kraft; die Kraft der Kräfte ist Leben;  das Leben des Lebens ist Seele; die Seele der Seelen ist Geist; der Geist der Geister ist Gott.“ (S. 23) Oder Plotin: „Du kannst das Unendliche nur erfassen mit einer Fähigkeit deiner Seele, dioe höher ist als der Verstand, indem du in einen Zustand übergehst, der jenseits deiner vergänglichen Sinne liegt, in welchem das Allsein dir unmittelbar bewusst wird. Es ist ein kosmisches Bewusstsein …“ (S. 23). Ode nicht zuletzt Meister Eckhart: „Seelengrund und Gottesgrund sind eins.“ (S. 23)

Nicht zuletzt zitiert Arthur Schuld den Astronomen an den Sternwarten Hamburg und Nürnberg Dr. Wilheln Hartmann:

Für mich ist diese kosmische Impulslehre kein „Glaube“ mehr, keine „Annahme“, sondern in ihren Grundzügen ein an tausend Beispielen bewiesenes Wissen. Es mag sein, daß einige Voraussetzungen später durch andere ersetzt werden müssen, daß einige weitergehende Schlüsse falsch sind, der Schluß jedoch, zu welchem diese Grundzüge führen, nämlich, daß wir Menschen dauernd kosmische Impulse empfangen, die unser Handeln, Fühlen und Denken beeinflussen, ist für mich eine unerschütterliche Tatsache.“ (S. 30)

Ich will ein paar Thesen von Arthur Schulz herausstellen, die für mich essentiell sind:

Es gibt eine höhere Seelen-Dimension (die 5. – und mehr – Dimension):

Die dreidimensionale physische Welt erwies sich uns dabei als Spezialfall einer höher dimensionierten Wirklichkeit, als die Hülle eines feineren tierischen Organismus, der seinerseits von einem noch feineren seelisch-astralen Gebilde umgriffen wird, das eingebettete ist in eine geistige Kraftsphäre. Das gilt sowohl für den Menschen wie für das All, für den Micro- wie für den Makrokosmos, für die atomaren Kleinwelten die für die makrokosmischen Sternsysteme. (S. 32)

Es gibt KEINE kausale und direkte Ursache der Sterne am Himmel auf unseren Charakter. Die Sterne symbolisieren und machen wirkende kosmische Krafte nur als Projektionsfläche (ähnlich der Ziffer einer Uhr) sichtbar:

… die Gestirnenkonstellation am Himmel (ist) das große Zifferblatt der Weltenuhr, auf dem ich ablesen kann, was für schöpferische Kräfte in jedem Augenblick im Kosmos wirksam sind; keineswegs aber sind die Gestirne selber die kausale Ursache für diese Kräfte. (S. 35 f.)

Astrologie ist keine Wissenschaft, sondern eine Weisheitslehre:

Bei der echten Astrologie, mit der wir uns alleine befassen, handelt es sich also um eine mythisch-symbolische Denkform, die eine tiefere Schicht der Wirklichkeit erfasst als das kausal-naturwissenschaftliche Denken. (S. 36)

Erst jetzt berühren wir jene geistige Sphäre, der die wahre Astrologie entstammt, für die ich die Bezeichnung „Astrosophie“, „Sternenweisheit“ gewählt habe. (S. 37)

Wir brauchen eine neue Astrologie, die nicht nur eine Sonnen-, sondern auch eine Mond-Astrologie ist.

Die westliche Astrologie hat im Gegensatz zur indischen Astrologie die karmisch-kosmisch-astralen Zusammenhänge aus den Augen verloren und wirkt oberflächlich im Vergelich zur indischen. (S. 39 f.)

Die Konstellation der Sterne bestimmen nicht unser Leben. Wir sind keine „Opfer der Sterne“. Sie sind unsere „Wegweiser“ wie der Polarstern für die Seefahrer:

Der Weise beherrscht seine Sterne. (S. 43)

Weil der Mensch mit seinem Gottesfunken, seinem Über-Ich, den Kosmos überragt, darf ihm die Astrologie und das Horoskop auch nie zur Lebenskrücke werden. Nie darf er sich abhängig machen in seinen Lebensentscheidungen von horoskopischen Stellungen. Wir wollen auf unserem Lebensweg stets der eigenen Intuition, unserem freien und innersten Empfinden folgen, der Stimme der Stille, die in unserem Herzen spricht, wenn wir nur recht zu lauschen verstehen. (S. 44)

Es gibt Ur-Prinzipien, die ALLES erschaffen haben. Diese Ur-Kräfte können auf allen Ebenen erkannt werden. Sie machen das „senkrechte“ Weltbild (der 5. Dimension) gegenüber dem „waagerechten“ (der 4 Raum-Zeit-Dimensionen) aus:

Die schöpferische Urkraft Gottes manifestiert sich in diesen sieben Prinzipien, die zusammen, aber auch voneinander getrennt, im Universum alles gestalten. Alles, was existiert, ob Weltkörper, Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen oder höhere Geistwesen, wurde und wird von diesen Kräften geschaffen. (S. 161)

Das Wassermann-Zeitalter erschließt uns die Lebendigkeit des Kosmos. Sein „Regent“ URANUS symbolisiert die Kraft der kosmischen Transformation:

Uranus ist der Planet der Intuition, des kosmischen Bewusstseins. er erschließt uns das Gebiet der Kosmosophie und Astrologie. (S. 171)

Wir leben in einer beseelten Welt. Sogar in unserem „Kalenderjahr“ finden wir Zyklen unserer Menschenseele:

Das Jahr ist im astrologischen Sinne keine abstrakte Zeitspanne, sondern ein großer, geistlebender Organismus, der alle Bereiche der Natur und des Menschen durchdringt. (S. 259)

Die Symbole der uns bekannten Tierkreiszeichen sind also Hieroglyphen für die 12 Monate des Sonnenkreilaufs und für die jahreszeitlichen Erlebnisse der Menschenseele in Bezug auf das Verhältnis Sonne-Erde. (S. 279)

Das Geburtshoroskop enthält unseren Seelenplan. Im „Lesen und Deuten“ unseres Geburtshoroskops verstehen wir immer mehr die Absicht unserer Seele:

Das „Horoskoplesen“ ist also ein „Auralesen“, die Interpretation der in der Aura enthaltenen und in diese hinein gewobenen karmischen Ursachen, der guten und bösen, die als Hilfs- oder Leidensquellen zeitgebunden in Erscheinung treten. Die Stellung der Gestirne in den Horoskophäusern verrät uns ihren besonderen Einflussbereich in den aurischen Kräftefeldern seines Odkörpers. Und so ist das Horoskop im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiegel der Seele (S. 467 f.)

Die griechische Bezeichnung für das Geburtsbild lautet „Thema“. Damit ist klar ausgedrückt, daß das Horoskop dem Menschen das Thema des Lebens, die Problemstellung, die ihm zugedachte Lebensrolle zeigt, daß aber die Lösung des Problems, das „Wie“ des Spiels, seiner Freiheit überlassen bleibt. … Die Freiheit beginnt dort, so der Mensch lebendig sein Horoskop entwickelt. (S. 473 f.)

Die Dimension der Seele steht senkrecht gegenüber der waagerechten Dimension der Raumzeit (hier am Beispiel Gnade und Gerechtigkeit):

Die Ebene von Liebe und Gnade kreuzt senkrecht die Ebene von Gesetz und Gerechtigkeit. … Begnadigung heißt im juristischen Bereich, aus höherer Sphäre heraus aufhebend eingreifen in den Gesetzeszwang. Gnade und Gerechtigkeit stehen senkrecht zueinander. …
Beide Richtungen, Senkrechte und Waagerechte, zusammen erst bilden das Kreuz und sin in unserer Welt von grundlegender Wichtigkeit. (S. 471)

Den äußeren Aspekten der Seele korrespondieren mit den inneren.

Wie sagte doch Paracelsus? „Es ist nicht der Saturn über die, sondern der Saturn in dir, der dich peinigt!“ Lernen wir also unsere noch niedrigeren saturnischen Charaktereigenschaften beherrschen, so haben wir auch unseren Geburts-Saturn unter Kontrolle. (S. 475)

Es geht nicht darum, die Astrologie anzubeten, sondern unsere Seele zu verehren.

Götze des heutigen Menschen ist die Wissenschaft. Das Denken ist nur die Tür zur mentalen Ebene. Die Pforte zur supramentalen Ebene dagegen heißt Glaube und Geisterleuchtung, Vertrauen und Liebe. …
Dieser Weg zur Gotteinigung, zur unio mystica, ist im Horoskop verankert. Denn es ist ein ganz persönlicher Weg, verschieden nach Veranlagung und Schicksal bei jedem Menschen. Alles astrologische Weistum, jede recht verstandene Horoskopdeutung soll nur Mittel sein zur wahren Selbst- und Schicksalserkenntnis auf dem Weg zu jedem höchsten Ziele der Gotteinigung. (S. 477)

Mein Fazit: Wenn man von dem Astrologischen als Seelenkunde fasziniert ist, der herkömmlichen Astrologie aber skeptisch gegenüber steht, dem sind diese beiden Bände der ASTROSOPHIE wärmstens ans Herz gelegt. Es hat mir geholfen, hier keine Irrwege zu gehen.

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Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance

Mit dem Untertitel: Das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen. Manchmal treibt es mich zu den KLASSIKERN zurück, weil ich den Eindruck habe, dort den Schlüssel für das GANZE Verständnis zu finden (und der Rest der Bücher dann nur noch zur „Fußnote“ wird …). Doch es ist mir selten SO DEUTLICH ergangen wie bei diesem Buch!

Seit einiger Zeit – es ist hier in meinem Buch-Blog leicht nachzuvollziehen – lese ich mich in die KLASSISCHE oder POSTMODERNE Astrosophie ein (Riemann, Dahlke, Klein, Künne)! Irgendwie hat mir da etwas gefehlt – und dann habe ich es gelesen:

Ich denke, das Buch verdient wirklich das Prädikat KLASSIKER der Esoterik. Und ich habe von „Esoterik“ nie so achtungsvoll gesprochen wie jetzt. Thorwald Dethlefsen (1946 – 2010) hat viele verborgene Schätze unserer heimatlichen, europäischen Esoterik der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht; und ist so schon gar kein „Esoteriker“ mehr. Ich denke, man kann seinen Verdienst für die Renaissance der Spiritualität zumindest im deutschsprachigen Raum kaum hoch genug einschätzen und würdigen.

Langsam aber sicher werden wir mit der „hermetischen Philosophie“ vertraut (Laura & Andrew Sherman, Doreen Virtue, nicht zuletzt auch Rhonda Byrne mit THE SECRET) – Thorwald Dethlefsen stellte sie bereits 1978 als Grundlage der Esoterik dar (insbesondere S. 27 – 34). Diese Philosophie nimmt die Wirklichkeit in Analogie-Ketten wahr: WIE OBEN, SO UNTEN – wie im Makrokosmos so im Mikrokosmos – wie innen so außen.

Das Buch „Schicksal als Chance“ hat nicht nur eine unglaubliche Band-BREITE an Themen, sondern auch eine seltene TIEFE: das Weltbild der Esoterik – Hypnose als Übergangsform – die Polarität der Wirklichkeit – Astrologie – Krankheit und Heilung – Schöpfung und Sündenfall – Reinkarnation und Reinkarnationstherapie – das tägliche Leben als Ritual.

Ich will nur einige bemerkens-werte Zitate in den Raum stellen:

„Das ist der einzige Grund, warum ich mich bei allen Arbeiten fast ausschließlich auf die vier großen Säulen der westlichen Esoterik beziehe, welche sind: die Astrologie, die Kabbalah, die Alchemie und die Magie. Diese Systeme werden auch häufig als Wissenschaften des ersten Ranges bezeichnet, aus denen erst im Laufe der Zeit die Wissneschaften des zweiten Ranges (Astronomie, Chemie und so weiter) sich entwickelten.“ (S. 26)

„Jeder kennt wohl vom Hören und Sagen die klassische Dreiteilung: Körper, Seele und Geist. Die hermetische Philosophie lehrt nun, daß der Geist das Leben ist. Leben (Geist) ist im Gegensatz zur Seele unpersönlich, anonym. Es gibt nur einen Geist, ein Leben.“ (S. 39)

„Aus esoterischer Sicht ist eine ‚Heilung durch Hypnose‘ niemals zu rechtfertigen, da die suggestive Hypnosetherapie niemals ‚Heilung‘ im wirklichen Sinne bringen kann.“ (S. 59)

„Alle Menschen sind in Wahrheit hypnotisiert und ’schlafen‘. Solange man aber schläft, kann man unmöglich feststellen, dass man schläft. … Solange man schläft, kann man die Wachen nicht erkennen. Man muss aufwachen – dann erst erkennt man schlagartig, daß man selbst geschlafen hat, daß fast alle anderen schlafen und daß es einige gibt, die wach sind.“ (S. 63)

„Der esoterische Weg will aus dem kollektiven Dämmerschlaf herausführen zum wachen Bewusstsein des wahren Menschentums.“ (S. 64)

„Jede Manifestation hat ihre Sinnhaftigkeit, sonst könnte sie gar nicht erst entstehen.“ (S. 72)

FAUST: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft.“ (Goethe, S. 73)

„Wirklichkeit anerkennen heißt lediglich, die Daseinsberechtigung aller Dinge anzuerkennen. … Der größte Teil des menschlichen Leidens besteht aus dem selbstausgeübten Widerstand gegen die manifestierten Umstände.“ (S. 74)

„Lernt der Mensch erst die wichtigste Regel, daß alles, was ist, gut ist, weil es ist, so kehrt immer mehr Ruhe und Frieden in ihm ein.“ (S. 74)

„Der Weise ist mit allen Bereichen des Seins in Harmonie und lebt deshalb in der besten aller möglichen Welten.“ (S. 87)

Die (für mich) verblüffendste These von Thorwald Dethlefsen ist, dass er Umwelteinflüsse (von Erziehung bis Ökologie), selbst genetische Vorbestimmungen nicht gelten lässt, sondern ausschließlich das kosmische Schicksal. (Alles andere erklärt er als zweitrangig aus dem Resonanzprinzip, dass man das Passende also nur „anzieht“.) Hier ist er absolut konsequent. Und eines ist auch wahr: Mir ist meine KOSMISCHE Verbundenheit nie so bewusst gewesen wie in der letzten Zeit, die mich zu den Sternen geführt hat.

„Astrologie ist kein Mittel, das Schicksal zu betrügen, sondern  soll helfen, das Schicksal zu erfüllen.“ (S. 129)

„Der Lebensweg des Menschseins soll zur Vollkommenheit führen, jeder kleinster Lernschritt macht den Menschen vollkommener. Vollkommener wird man, wenn man noch Fehlendes hinzufügt, Unbekanntes integriert. So wird der Mensch vom Schicksal gesetzmäßig immer mit solchen Prinzipien konfrontiert, die er noch nicht verwirklicht hat, die ihm noch fremd geblieben sind, die ihm noch fehlen. …
Hier hat Astrologhie ihren Sinn. Eine astrologische Beratung sollte den Menschen damit bekannt machen, welchen Lehrplan er in dieser Inkarnation zu erfüllen hat, und ihm die einzelnen Prinzipien erklären, mit denen er sich nun auseinanderzusetzen hat.“ (S. 130 f.)

Mein Fazit: Wer sich heute in der vielfältigen esoterischen und spirituellen Literatur verirrt, dem ist dieser Klassiker empfohlen, der den Überblick verschaffen kann zu der Frage, worum es überhaupt geht: die Vervollkommung des Menschen – und was dabei WESENTLICH ist.

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Schicksal als Chance. Das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen.

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>> Mein Exzerpt zum Buch (7 Seiten): HEILUNG nach Thorwald Dethlefsen

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