Anne Wilson Schaef: Leben im Prozess

Untertitel: Wahrheiten den Weg der Seele zu leben

Das Buch ist sicher die Krönung des Lebenswerkes von Anne Wilson Schaef. Ihre großen Themen sind: weibliche Wirklichkeit, Sucht und Co-Abhängigkeit, Wege der Heilung und die Botschaften der Urvölker (sie selbst ist eine indianische Älteste).
Sie hat als Psychotherapeutin gearbeitet, bis ihr bewusst wurde, dass auch Psychotherapie nur ein „Reparatur-System“ innerhalb der TMM-Kultur ist, wie sie es nennt: technokratisch, materialistisch, mechanisch.

„Sucht kann als eine Reaktion des Menschen auf eine technologische Welt gesehen werden.“ (S. 35)

Sie geht soweit zu schreiben:

Beim Schreiben des Buches „Mein Weg zur Heilung“ musste ich wohl oder übel eingestehen, dass Psychotherapie nicht nur nicht hilfreich und nicht heilend, sondern schädlich war. (S. 35)

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Ruediger Dahlke: Von der großen Verwandlung

Untertitel: Wir sterben … und werden weiter leben

Ein kleines Büchlein von Ruediger Dahle – zu einem großen Thema: Sterben und Tod.
Alles spricht von „Transformation“ oder auch „Transmutation“ (in der Alchemie). Doch Sterben und Tod sind doch immer noch ein großes Tabu-Thema der Verdrängung und der unmenschlichsten Schattenbildung (geschäftsmäßige „Ausschlachung“ des Körpers eines Toten zur Organspende). Ruediger Dahlke setzt sein Büchlein mit der Würdigung der Arbeiten von Elisabeth Kübler-Ross an, die hier Bahnbrerchendes geleistet hat und deren Werk in der Hospiz-Bewegung aktuell geblieben ist.

Wir können das Büchlein von Ruediger Dahlke auch in dem Geiste lesen, das große Werk von Elisabth Kübler-Ross fortzusetzen. Das Büchlein von Ruediger Dahlke ist geeignet, hierfür breit gestreute Impuls zu legen. Es ist bei diesem Thema so viel im Argen, dass jeder Impuls, der ein offenes Herz erreicht, schon zu einer großen Verwandlung führen kann.

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Claire Avalon: Channeling – Den Eingebungen des Augenblicks folgen

Untertitel: Verbindung zu den Lenkern der 12 göttlichen Strahlen

Die Autorin arbeitet schon seit 20 Jahren als Medium der „Weißen Bruderschaft“ und hat schon mehrere Bücher aus diesen Channelings geschrieben. Dieses Buch lässt sie sowohl als handliche Zusammenfassung wie auch als Einführung lesen. Die Autorin ist dem „Channeling“ gegenüber selbst kritisch und würde auf den Begriff lieber verzichten. „Das Wort Channeling ist seit vielen Jahren im Sprachgebrauch. Ich habe mich aus vielerlei Gründen dazu entschlossen, es nicht mehr für meine Arbeit zu verwenden. … dafür ist es sinnvoll, in der direkten Verbindung mit unserer geistigen Führung zu arbeiten, und zwar in jedem Moment unseres Daseins.“ (S. 10)

Die Autorin geht so weit zu sagen, dass es keinen „Kanal“ gibt.

Ein Mensch kann kein Kanal sein, denn dann wäre er ein gerades oder gebogenes Etwas, ein existierendes Wesen, das nur dazustehen und zu warten hat, dass etwas durch es hindurchfließen kann. Das ist ein Kanal, ein Verbindungsstück zwischen zwei Ebenen, das ausharrt und seiner Bestimmung dient. (S. 14)

Die Botschaft der Autorin ist, dass jeder (ob Mensch oder Tier) eine Verbindung zur geistigen Welt hat und die Kommunikation einfach nur wieder in Gang setzen muss. Channeln kann man nicht lernen wie Autofahren und einen Führerschein machen. Wir bedürfen keiner anderen Menschen, die uns „einweihen“. Das ist ein Irrweg. Das Ziel einer „medialen Beratung“ kann nur sein, dass der Klient lernt, seinen eigenen Impulsen in jedem Augenblick zu folgen, so ja auch der Titel des Buches. Weiterlesen

Adamus Saint Germain: Lebe deine Göttlichkeit!

Untertitel: Spirituelle Impulse für das neue Bewusstsein

Das Buch ist eine Pro-Vokation und zeigt Adamus Saint Germain in seinem ganzen Element (wenn ich mich so ausdrücken darf). Pro-Vokation heißt ja: Hervor-Rufen. Man kann das Buch nicht lesen, ohne dass es eine Re-Aktion her-vorruft. Das Buch ist kein Sonntagsspaziergang, es ist eher ein Gang durch die mentale Hölle. Ja, ADAMUS kann nervig sein, viele Thesen nerven einfach – und es liegt an mir zu klären, warum ich darauf so genervt reagiere. Ja, das Buch richtet gedankliches Chaos und Verwirrung an („destrukturieret“) – und ADAMUS prophezeit selbst: Du wirst mich verfluchen! (S. 15)

Herausforderung an meine eigenen Meisterschaft

Mein „Genervtsein“ beginnt schon damit, dass der Autor nicht möchte, dass ich das Buch „studiere“ (S. 12). Hier regt sich schon mein Widerstand! Was der Autor von mir möchte und was nicht, „spielt keine Rolle“. Ich lass mir doch nicht vor-schreiben, wie ich mit dem Buch umgehe! Klar verstehe ich, was er meint: Der Verstand studiert – doch das Buch ist durch „Studieren“ im üblichen Sinne nicht zu begreifen. Ich werde gleich herausgefordert, Position zu beziehen. Wie gehe ich mit dem Buch um? Lass ich mir von diesem aufgestiegenen Ober-Guru des Wassermannzeitalters irgendetwas vor-schreiben? Nein, Mister Saint Germain: ICH GLAUBE DIR KEIN WORT! Ich prüfe alles für mich mit allem WAS ICH BIN. Und ich merke, dass ich selbst mit dieser „neuen Energie“ in meisterhafte Augenhöhe mit Mister Saint Germain komme. War das ein geschickter, didaktischer Trick von dir? EGAL, „spielt keine Rolle“.

Ich komme mit dem Buch schnell aus dem Modus heraus, etwas „nachzubeten“, sondern ein gleichberechtigter „DIALOG-Partner“ zu sein über die großen, großen Themen unserer Menschlichkeit und Göttlichkeit – mir meiner eigenen Sichtweise und eigenem Bewusstsein bewusst zu werden. Ja, und das schätze ich erst einmal an dem Buch. Das Buch ist nicht cool – es lässt einen nicht „kalt“, es provoziert eigenes Standing als Meister. DANKE, das ist angekommen!

Kritische Spiritualität

Ich bin schon seit einiger Zeit in einer gewissen „kritischen Distanz“ gegenüber einer selbstgefälligen Esoterik. Vieles scheint mir „Hokuspokus“ zu sein, ein „Ablenkungsmanöver“ (wie Adamus es benennt) gegenüber dem DIREKTEN WEG. ADAMUS räumt mir hier sehr bewusst auf. Und das gefällt mir! Da steht wirklich viel auf dem Prüfstand, so vieles, dass auch ADAMUS sich hier nicht heraushalten kann.

Es nervt mich, wenn der „Oberlehrer“ unseres Zeitalters, der PROFESSOR predigt, es gäbe nichts zu lernen. Meister, wenn es nicht zu lernen gibt, dann brauchen wir auch keine Lehrer! Klar, oder? Wenn dein „Nicht-Lernen“ deine Lehre ist, dann danke als Oberlehrer gefälligst ab! Das ist doch die einzig wahrhaftige Konsequenz, oder? Das gehört in diese ganze Ecke, dass spirituelle Gurus lehren, man brauche keine Bücher mehr zu lesen und selbst ein Buch nach dem anderen schreiben. Diese Doppelmoral nervt mich schon lange! Und dann kommt der Hammer, steht da doch:

Diese Erde wird zur neuen Schule (!!, JS) des ICH BIN – in eurer Lebenszeit hier. … Euer Traum ist, in diesem Leben Lehrer (!!, JS), Führer und Vorbild bzw. Maßstab für andere zu sein. Sie (die anderen, JS) möchten wissen, dass ein anderer Mensch den Weg vor ihnen schon erkundet hat und gegangen ist und das Ziel wirklich erreicht hat. Deshalb seid ihr hier. (S. 109)

Ja, das kann ich 100% unterschreiben. Halleluja! Es gibt eine Menge solcher Widersprüche im Buch, sei es gewollt oder ungewollt. Ich lasse mir mein Denken von niemandem verbieten. Mir ist es wichtig, solche Widersprüche wahrzunehmen und mit ihnen auch PARADOXERWEISE leben zu können.

Ein anderes Beispiel? Adamus predigt, dass es nicht um Lernen gehe, sondern um Erfahrungen. Als ob es keine Lernerfahrungen gäbe! Der Meister des Verschmelzen kann Lernen und Erfahrung nicht verschmelzen. – „Nichts bewerten!“, aber das Lernen, das Denken, den Verstand ab-werten! Das sind Ungereimtheiten, die einfach zur Sprache gebracht werden dürfen. (Wohl wahr, solche „Widersprüche“ wahr zu nehmen, kommt davon, wenn man das Buch „studiert“.) War doch die große Losung der Aufklärung: „Hab Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Kant)

Das Buch verspricht am Anfang sogar:

Deine Logik ordnet sich neu, um eine neue Art des „Denkens“ möglich zu machen. Du bist dabei, deine Logik und deine Rationalität umzuformen. (S. 32)

Ja, es IST eine Neue Art des Denkens, eine höhere Vernunft. „Denken“ ist nicht „an sich“ eine Geisteskrankheit des Ego, sondern ein göttliches Geschenk, das von dem Ego nur unbewusst missbraucht worden ist. Das Denken ein SKLAVE des Ego. Unsere große geistige Befreiungsbewegung hat auch das Denken zu befreien.

Die Neue Energie

Selbst zu diesem zentralen Thema spöttelt Adamus:

Der Verstand macht eine verzweifelte Anstrengung, die neue Formel zu finden. Dann klebt ihr tolle Etiketten darauf und nennt es „Neue Energie“ … Die echte Neue Energie lässt sich nicht in Gesetze pressen, weil sie keine Schwingungsenergie ist. Sie besitzt kein Frequenzmuster. (S. 61)

Ja, jede Definition ist eine „Begrenzung“, wie das Wort „Definition“ selbst schon sagt (in-definit ist „unbegrenzt“). Wie beschreibt Adamus denn selbst diese „Neue Energie“ in positiver Weise, ohne zu sagen, was sie NICHT ist? Zugegeben, ich zitiere jetzt aus dem Glossar im Anhang. An keiner anderen Stelle ist es so klar benannt:

NEUE ENERGIE: Die nächste Evolution von Energie. Neue Energie macht die Integration unserer göttlichen Natur in unsere menschliche Natur möglich. Während die gegenwärtige Energie Vibration ist, Schwingungsfrequenz, ist die Neue Energie expansiv und dehnt sich in alle Richtungen gleichzeitig aus. Neue Energie enthält sowohl Bewusstsein als auch Energie, während alte Energie kein Element von Bewusstsein besitzt. (S. 321)

Kompliment. Das bringt die Sache auf den definitiv einfachen Punkt!

Einsteins Formel E = m x c (hoch 2) ist als Formel auch einfach, obwohl sie so etwas Grandioses wie Energie, Masse und Licht in EINE FORMEL bringt.

Die oben genannte Formel der Neuen Energie hat es in sich. Wir sind aus wissenschaftlicher Sicht fasziniert vom „Urknall“ vor über 13 Milliarden Jahren. Diese Neue Energie ist ein Urknall, der den physikalisch-energetischen Urknall bei weitem in den Schatten stellt. Wir erleben diesen URKNALL DES GEISTES in diesem Augenblick mit, in dem sich GEIST und ENERGIE verschmelzen, das Menschliche und das Göttliche. Dieser geistig-energetische Urknall schleudert uns in neue Dimensionen. Wir bauen eine Neue, Göttliche Erde inmitten der alten, menschlichen auf. Das ist die „Neue Energie“. Sie ist ein Novum im Kosmos, in der Schöpfung. Es ist kosmische ENERGIE 2.0 . Und wir sind nicht nur Beobachter, sondern Teilnehmer dieser „Emergenz“ (Neuerschaffung) des bewussten, lebendigen Kosmos. Was für ein Wunder!

Um nicht missverstanden zu werden: Ich liebe das Buch. Es ist eine große Herausforderung, an der jeder geistig wachsen und erwachen kann. Ich verzichte dabei bewusst, die einzelnen „spirituellen Impulse“ (es gibt eine Menge davon!) hier „aufzuzählen“. Was an dem Buch inspiriert, muss jeder für sich selbst herauslesen.

Mein Fazit: Das Buch kann dir die Birne weich spülen, es kann zu einer Gehirnwäsche werden, dass du danach nicht mehr weißt, ob du Männlein oder Weiblein bist. Von allen Konzepten bleibt kein Stein auf dem anderen. Das ist die Herausforderung des Buches! Du kannst mit dem Buch nur meisterhaft umgehen, oder das Buch bringt dich ins Irrenhaus, macht dich geisteskrank. Natürlich empfehle ich es als DEINE MEISTERPRÜFUNG – nicht in dem Sinne, dass du zu allem „Ja“ und „Amen“ sagst, sondern deine souveränen Antworten auf die meisterhaften Provokationen findest.

Ich empfehle die ganze „Trilogie“ der von den Hoppes gechannelten „ADAMUS-Büchern“ (> „Die Meister der neuen Energie“, dieses und > „Das Spiel der Meister“) – und auch den TOBIAS > „Wir sind Engel auf Erden“ noch dazu. Es repräsentiert eine neue Sichtweise, ein neues Bewusstsein: Was wäre, wenn wir wirklich Engel auf Erden wären? Bist du für das Abenteuer bereit, diesen Gedanken einmal zu Ende zu denken? Und nicht nur zu denken, sondern auch zu erspüren? Und das wäre das Neue, Höhere Denken, das „spürende Denken“, das „gefühlvolle Denken“, das „expansive Denken“. Zu deiner Souveränität gehört, dir nichts vor-schreiben zu lassen, sondern dich aufklärerisch deines eigenen Verstandes zu bedienen. Die Aufklärer wie Rousseau, Kant, Leibnitz, Newton waren erleuchtete Lichtgestalten. Was wir brauchen ist eine Neue Aufklärung im Sinne der Verschmelzung des Menschlichen und Göttlichen.

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Der Schatten des ADAMUS

Auch dieses Buch provoziert mich wieder zu einem „Nachgedanken“.

Adamus empfiehlt, nicht zu philosophieren! Für mich ist DAS ein „Ablenkungsmanöver“. Sicher brauchen wir keine Philosophie für den DIREKTEN WEG. Doch wenn wir „die Welt“ erklären wollen verwandeln wollen (was sollte Schöpfung anders sein als alchemische Wandlung?), dann ist die Philosophie schon recht hilfreich. Und als philosophisch gebildeter Mensch weiß ich dann auch, dass seine „Theorie der Souveränität“ (S. 255 ff.) von ADAMUS ein alter philosophischer Hut ist, die „Monadenlehre von Leibniz“: Jeder ist als göttliches Wesen eine EINHEIT. Und wir kennen auch die Kritik an dieser Monadenlehre: Unser Wesen macht das „Monaden-Sein“ aus, sondern die BEZIEHUNG. Wir sind keine „Ein-Zeller“, wir sind Beziehungs-Wesen. Ohne DU gibt es kein ICH. Der Hammer, oder?

Was mich an den THOBIAS-ADAMUS-Büchern verwundet, ist die komplette Ignoranz (Verdrängung?) des Themas LUZIFER, SATAN, TEUFEL. Es ist zwar die Rede von „Engelkriegen“ und dunklen Engeln. Doch weshalb um den heißen Brei reden (das ist doch nicht die Art von Adamus) und das Teuflische nicht direkt ansprechen, den „Fürsten dieser Welt“. Es gibt in dem Buch eine wahrlich enorme Botschaft: „Ende 2009 haben sich das Licht und der Schatten integriert“ (S. 302), das kosmische Ende der Dualität. Ich hätte frohlockt, wenn die Frohbotschaft gewesen wäre: Die Heerscharen der Erzengel und die Heerscharen um Luzifer hätten ein großes Versöhnungsfest gefeiert. Es gäbe keine Engelkriege mehr. Der Himmlische Friede wäre „Ende 2009“ eingekehrt. Diese „Integration von Licht und Schatten“ bleibt mir in den Worten von ADAMUS … viel zu philosophisch … (Ha!!!!)

Mich nervt diese permanente Parole des „Nichts-Tun“. Bis denn DU in diesem NICHTS-TUN, Mister Adamus? Bleib doch einfach „da oben“ in deinen himmlischen Sphären und TUE NICHTS, wenn das deine Lehre ist! Wir sind anscheinend „SCHÖPFER des NICHTS-TUNS“. Irre, oder?
Die Schöpfung hat es genialerweise so eingerichtet, dass wir die GANZE NACHT NICHTS TUE, damit ich am Tag meinen schöpferischen Seelen-Impulsen der Nacht „nach-gehen“ und tätig sein kann. Nacht und Tag sind schon Nichts-Tun und Tun. (Ihr kennt „da oben“ auch keinen Schlaf, oder? Vielleicht deswegen die himmlische Verwirrung? Ich weiß schon, warum „IHR von UNS“ LERNEN müsst! … WIR sind eine Lern-Gemeinschaft, wenn ich mich so ausdrücken darf.)

Ruediger Dahlke: Fasten

Untertitel: Das 7-Tage-Programm

Das Thema Fasten ist für die Gesundheit und Heilung noch lange nicht erschöpft. Und je mehr Menschen dieses Mittel für sich entdecken, die Gesundheit und Heilung in die eigenen Hände zu nehmen, um so besser. Je mehr Menschen BEWUSST fasten, je größer die „Fastenbasis“ unter den Menschen einer Gesellschaft ist, um so besser ist es um die Gesundheit dieser Gesellschaft bestellt. Da ist dieses kleine Fastenbüchlein (A5) des Fastenarztes Dr. Ruediger Dahlke (der Initiator einer richtigen Fastenszene) genau im richtigen „Format“, viele Menschen anzusprechen und zu ermutigen, eine Fastenzeit für die eigene Gesundheit zu entdecken.

Es ist eine Stärke des Buches, das Wesentliche ohne Brimborium drumherum auf den Punkt zu bringen. Dahlke wird in diesem kurzen Brevier für andere seiner Bücher zur Vertiefung, was für mich in Ordnung ist. Es gibt viel zu vertiefen, wenn man tiefer einsteigen will. Und Dahlke hat diese Tiefe! In diesem Büchlein geht es aber um die Fastenpraxis – so leicht wie möglich beschrieben.

Das Basiswissen – kurz und knapp

Das Basiswissen im ersten Teil beantwortet kurz und knapp die Fragen:

  • Was bewirkt das Fasten?
  • Wer darf fasten?
  • Wie lange sollte man fasten?
  • Wann sollte man fasten?
  • Was passiert mit der Haut, dem Gewicht und dem Magen?
  • Was stört beim Fasten?
  • Wo darf man fasten?

In der „Vorbereitung auf das Fasten“ wird ganz besonders großen Wert auf die Darmreinigung gelegt. Dahlke ist da kompromisslos und empfiehlt ausschließlich die Darmreinigung „von unten, also mit einem Irrigator (> Wikipedia-Artikel). Seine Grunde sind einleuchtend ist die über Seiten gehende Anleitung umfassend. Es bedarf sicher Überwindung, weil es um einen Igitt-Bäh-Bereich geht, doch technisch ist es nicht viel schwerer als Zähneputzen.

Der Fastenplan über 7 Tage

Es ist der Hauptteil des Buches ist über die 7 Tage plus 2 Aufbautage umfangreich genug, ohne zu dirigistisch zu sein. Der Fastende erhält eine klare Struktur (immer auch den Körper und den Geist betreffend) und kann sein Fastenprogramm indiviuell gestalten.

Im Körperprogramm geht es geht es dabei immer um Getränke, Entgiftung und Bewegung, im Programm für den Geist um Wege zur inneren Ruhe und den Schlaf.

Die Zeit nach dem Fasten

Und natürlich wirbt der Autor für die Zeit nach dem Fasten für eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Es wäre natürlich nahezu dumm, sich sofort wieder „zuzumüllen“, wovon man sich durch die Fastenkur befreit hat (der bekante Jojo-Effekt). Dahlke weist darauf hin, dass man nicht fasten sollte, um abzunehmen, sondern um seinen Körper zu reinigen. Das Motiv des Abnehmens führt nur in die Sackgasse, das MOTIV SELBST weist schon in die falsche Richtung. Deswegen sagt Dahlke klar und deutlich:

Und tatsächlich ist bewusstes Essen für die meisten viel schwieriger als bewusstes Fasten. (S. 85)

Die kleine „Rezeptküche für 4 Aufbautage ist hilfreich. (S. 91) Am Ende bespricht DAhlke die „3 Säulen der Ernährung“: 1. artgerecht (ja, artgerecht, wir sollten uns ernähren wie Menschen und nicht wie Aasgeier, das war jetzt ein Gag von mir), 2. vollwertig (Lebensmittel und kein Nahrungsmüll) und 3. typgerecht (keine pauschalen Rezepte für jedermann)

Letztlich sind das eigene Gefühl, die Intuition oder der innere Arzt die besten Ratgeber – auch beim Fasten. (S. 102)

Mein Fazit: Wer nicht einfach „drauflosfasten“, sondern mit der ersten Fastenkur auch gleich vieles richtig machen will, der ist mit diesem Büchlein bestens beraten. Gerade weil das Fasten ein sehr weiblicher Weg der Hingabe, des Loslassens und des Geschehenlassen ist, braucht es andererseits klare, männliche Strukturen, damit das Fließenlassen wirklich klar kanalisiert und das Fasten zu einem so richtungsweisenden Erfolg wird. Wer es auch nur EINMAL richtig macht (und das Buch verhilft, jeden Fehlstart zu vermeiden), für den ist das mindestens jährliche Fasten aus dem Leben gar nicht mehr weg zu denken.

Ich wünsche dem kompakten und preiswerten, farbig gestalteten Büchlein allen nur möglichen Erfolg.

Bestellung bei AMAZON: Fasten: Das 7-Tage-Programm

Anmerkungen und Fußnoten:

Ich hatte im Rahmen meiner > Internetseite zur Selbstheilung eine Fastenanleitung über 7 Tage erstellen wollen, ohne dass ich dieses Buch von Dahlke bereits kannte. Nachdem ich es kennen gelernt habe, erübrigt sich eine eigene Anleitung. Das Rad muss nicht ständig neu erfunden werden. Ich empfehle das Buch von Dahlke ohne Vorbehalte und habe nur noch einige Anmerkungen und Fußnoten zu machen.

Ich faste auch schon seit 30 Jahren in Eigenregie (ohne Arzt oder Fastengruppe) und habe für mich bewährte Fasten-Techniken entwickelt, die ich hier in einzelnen Punkte „alternativ“ darstellen will:

  • Ich trinke als Wasser destilliertes Wasser, das ich auf besondere Weise „energetisiere“. Destilliert, weil das Wasser beim Fasten ja kein „Nahrungsmittel“ ist, sondern ein „Lösungs- und Reinigungsmittel“. Und da ist destilliertes Wasser (reines Regenwasser) ideal. Ich energetisiere es, indem ich es eine Stunde in die Sonne stelle, den Boden der Karaffe mit Kristallen fülle und ein Wasserglas mit der Gravur LIEBE (nach Emoto) verwende.
  • Ich nehme während der Fastenkur selbst jeden zweiten Tag ein basisches Vollbad („Meine Base“ nach Jentschura), weil es wichtig ist, den Körper bei der Reinigung zu unterstützen. Darüber hinaus reinige ich meine Zunge über Ölziehen, meine Nase durch eine Nasendusche und meine Ohren durch Ohrenkerzen.
  • In der Aufbauphase verwende ich als morgendliche „Impfung“ und zum Würzen Himalaja-Salz. Es hat die verblüffende Funktion, KEIN Wasser zu binden. (Erklären kann ich das Phänomen allerdings nicht.) Morgendliche „Impfung“: Ich habe eine konzentrierte Salzsole (ca. 25% Sättigung) aus Brocken Himalaja-Salz gelöst. Ich nehme dazu jeden Morgen 2 Teelöffel in eine leicht warmes mit Wasser gefülltes Glas zur Verdünnung.
  • Durch die schnelle Leerung der Glukose-Speicher (Gefahr der Unterzuckerung) nehme ich teelöffelweise (1/2 Teelöffel) festen Biohonig zu mir. Das hilft mir auch, für meine Kopfarbeit geistig klar zu bleiben.
  • Die Beobachtung des pH-Wertes (pH-Streifen) meines Urins ist mir wichtig. Ich beende mein Fasten erst, wenn de pH-Wert meines Urins mehrere „Urin-Gänge“  deutlich im basichen Bereich liegt.
  • Zur Darmreinigung verwende ich neben Einläufen zusätzlich eine Pflaumenkur (ein Glas pro Tag) und Flohsamen.
  • Fasten ist für mich immer auch Medien-Fasten (Fernsehen, Musik usw.) und verbringe die Zeit möglichst in absoluter Stille. Mein Rückzug aus er Familie wird auch von den Enkelkindern staunend respektiert (Opa isst nichts!)
  • Luxus-Tipp: Ich habe einen PowerTube nach Frischknecht (> zur Produktinfo). Seine Frequenzen zerstören nicht Mikroorganismen bei bei Hulda Clarck, sondern fördern die Gewebe- und Zellregeneration. In der täglichen Ruhephase im Bett gehe ich das komplette Programm mit knapp 2 Stunden durch.
  • In der Aufbauphase der Fastenkur sind für mich Heilerde und > ALMASED (ich schwöre darauf!).
  • Meine „Lieblingsbewegung“ in der Fastenzeit: Tibeter und Trampolin-Schwingen (nur Einschwingen und kein Springen)

Auf meiner Fastenseite www.Fasten.jetzt

ist ein sehr starkes Informations-Video
zu finden, das sogar das Fasten bei Krebs
besonders empfiehlt, die die Körperzellen während des Fastens bestimmte Abwehr-
mechanismen aufbaut, zu denen Krebs-
zellen nicht in der Lage sind.

Sehr empfehlenswert!

Adamus Staint-Germain: Die Meister der Neuen Energien

Untertitel: Weisheit und Inspiration für eine Welt im Wandel

Das Buch ist gechannelt / „empfangen“
von Geoffrey und Linda Hoppe.

Geoffrey (Telekommunikation) hatte den „Aufgestiegenen Meister“ TOBIAS ab 1997 gechannelt und ist durch diese Channelungs bekannt geworden. Zusammen mit seiner Frau und Geschäftspartnerin Linda  (Lehrerin) gründete er 1999 den „Crimson Circle“ als eine Mysterienschule.

Mich hat das Buch in seiner hohen inhaltlichen Qualität sehr überrascht. Es ist zwar nicht das erste gechannelte Buch, das ich lese, doch bei der Mehrheit meist über E-Mails weitergeleitete Botschaften der Geistigen Welt, habe ich nur die Hände über den Kopf zusammen geschlagen: Die Hälfte der Botschaften war „wir lieben euch, wir lieben euch, wir lieben euch, …“ und der Rest dann inhaltlich nur dünne Suppe. Als ob in diesen „Channelings“ nur liebeshungrige und nahezu dumme Menschen angesprochen würden.
Dieses Buch ist definitiv anders! Kein „Wir haben euch alle lieb!“ (nicht ein einziges Mal) und wirklich tiefsinnige Weisheiten und Inspirationen.

Das Buch hat 3 Teile. Der erste Teil ist verblüffend kurz und besteht nur aus zwei Seiten, der zweite Teil ist der Hauptteil „Meisterschaft der neuen Energie“ (das Thema des Buches), der dritte Teil zeigt die Umsetzung im Alltag: Fragen und Antworten, „Was ist Channeling?“ (knapp und sehr gut!) und das eine und andere zu Graf Saint Germain als historische Person (soweit er überhaupt greifbar ist) in der Zeit von Voltaire, Casanova und Madame Pompadour, möglicherweise 1784 in Eckernförde (heute Schlesweg-Holstein) gestorben. Es folgt dann eine „Durchsage“, warum St. Germain sich selbst Adamus nennt. Am liebsten „Professor Adamus“ = Lehrer des Menschen.

Ich empfehle für das Lesen des Buches, alles an Legenden um Saint Germain zu vergessen – und das Buch ausschließlich an seinen Inhalten zu messen und auf sich wirken zu lassen.

Das Buch versteht sich als „Ausbildungsprogramm für Meisterschaft“ (S. 80) und so wird der Leser gleich angesprochen:

Ich bitte dich als Meister der Neuen Energie, jetzt all dies loszulassen – denn keines dieser Dinge ist größer als du selbst. Du bist der Meister, die Meisterin. Du entscheidest. Du wählst. Du bestimmst, wie du es willst. Du bist der Meister. (S.17)

Die Zeit ist vorbei, sich an alten Meistern zu orientieren. Meisterschaft unter den Neuen Energien bedeutet etwas anderes.

Eigenschaften der Meisterschaft:

  • Der Schlüssel ist Vertrauen zum Selbst. („Das ist die Essenz des Buches.“)
    „Ein Meister lernt, sich selbst auf jeder nur denkbaren Ebene zu vertrauen, ohne zusätzliche Hilfe, ohne Intervention von außen.“ (S. 24)
  • Eleganz und Einfachheit: Wer die Neuen Energien meistert, lenkt diese Energien elegant und einfach.
  • Selbstfürsorge: Erst wenn er seine eigene Meisterschaft selbstfürsorgend erreicht hat, kann er ein Vorbild für andere sein.
  • Sich dienen lassen: Ein Meister erkennt, dass Energien ihm dienen wollen und nimmt den Dienst vertrauensvoll an.
  • Kompromisslosigkeit: Ein Meister macht keine Abstriche von dem, was er ist.
  • Entscheidungsfreude: Ein Meister hat keine Angst vor Entscheidungen und trifft solche, um einen schöpferischen Prozess in Gang zu setzen.
  • Unabhängigkeit: Er nutzt seinen eigenen Energiegenerator (S. 42), ohne von anderen Energien abhängig zu sein.
  • Illusionslosigkeit: Der Meister erkennt die Illusion der scheinbaren Tatsachen, erkennt in allem das Wandelbare und Projektionen der eigenen Glaubensmuster.
  • Akzeptanz: Ein Meister kann alles akzeptieren, so wie es ist.
  • Mystik , das Unbekannte: Ein Meister lässt sich auf das Unbekannte ein.
    Es ist einfach und kann nicht erklärt werden.
  • Forschen: Ein Meister ist der Erforscher der vielen Facetten der Energien.
  • Erwartungslosigkeit: Ein Meister hat keine Erwartungen in die Ergebnisse seiner Kreationen. „Echte Kreation hat einen offenen Ausgang.“ (S. 62)
  • Fließenlassen: Ein Meister übt keine Kraftanstrengung aus. „Eine Anziehungskraft ist ein Energiefluss, keine Kraftanstrengung und kein Erzwingen.“ (S. 65)
  • Schöpfer: Meister wissen, dass sie Schöpfer sind. Sie klauen keine Ideen, kopieren niemanden. Sie sind ein Original.
  • Unterscheidungsvermögen: Ein Meister ist frei von Verwirrung, kann zwischen alten und Neuen Energien klar unterscheiden und kann sich eindeutig abgrenzen.
  • Wahre Größe: Ein Meister kreiert aus keiner verzweifelten Bedürftigkeit heraus, sondern aus seiner wahren Größe, die er kennt.
  • Entwicklung der Meisterschaft: Ein Meister betet keine „Aufgestiegenen Meister“ an, sondern weiß, dass er auf der Erde inkarniert ist, um noch Größeres zu tun als diese.
  • Atheismus: Ein Meister ist in gewissem Sinne „gottlos“. Er lässt alle alten Gottesbilder los, macht sich mein Bild von Gott, spricht nicht über Gott und lässt auch Gott einfach los. (S. 92) Damit ist der Meister wirklich frei. (S. 97)
  • Magie: Mit der vollkommenen Freiheit von Altem kommt der Meister in die Welt der Magie, wird ein Teil der Magie Merlins; eine Welt, in der es keine Regeln und Gesetze mehr gibt. (S. 106)

Der Schlüssel besteht darin, unzweifelhaftes, unausgesprochenes und umfassendes Vertrauen in sich selbst zu haben – und absolutes Mitgefühl mit dir selbst. Das ist das Geheimnis der Meisterschaft. (S. 108)

Was ist Channeling? (S. 152 – 155)

Diese wenigen Seiten sprechen für sich und sind für mich nahezu eine Revolution für die Vorstellung des Channelns:

Channeling ist eine natürliche Form der Kommunikation zwischen Menschen und Engelwesen, Lichtgestalten aus anderen Dimensionen, aufgestiegenen Meistern und so fort, ja sogar zwischen Menschen und Tieren.

Entgegen dem, was viele vielleicht meinen, verwenden Geistwesen im Allgemeinen keine menschliche Sprache, weil sie dies als zu dürftig und schwerfällig betrachten.

Haustiere zu channeln ist eine der einfachsten Formen des Channelns.

Ein anderer weitverbreiteter Irrtum ist, dass ein Channel in einen tiefen Trancezustand fallen oder seinen Körper dem Geistwesen überlassen muss.

Erfahrene Channel wissen, dass die Tatsache, dass ein Geistwesen mit ihnen kommunizieren möchte, nicht notwendigerweise auch bedeutet, dass dieses Wesen auch erleuchtet ist. Der Channel soll in der Lage sein, selbstständig einzuschätzen, welchen Grad an Erleuchtung ein Geistwesen hat und welchen Wert die Information besitzt, die von diesem Geistwesen kommt.

Mein Fazit: Ich habe den Eindruck, die Menschheit befindet sich nicht nur im Aufstieg zu einer höheren Dimension, sondern auch die Channelings machen einen Reinigungsprozess durch und  bekommen eine neue Qualität. Dass Buch ist nicht nur ein Channeling ÜBER die Neue Energie, sondern auch MIT Neuer Energie. Es geht um’s Ganze. Wer in seinem Leben keine halben Sachen machen, sondern es wirklich MEISTERN will, dem lege ich es an Herz. Selbst wenn man in dem einen und anderen Punkt anderer Meinung ist, das Buch ist es wert, sich mit ihm auseinander zu setzten!

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Nachtrag, meine Lernprozesse 😉

Auch hier gilt wieder, dass ich im Nachtrag meine tiefere Auseinandersetzung mit dem Buch reflektiere. Da gibt es „Widersprüche“ und besondere Einsichten.

Der für mich offensichtlichste Widerspruch ist der zwischen „alter und neuer Energie“ selbst. Energie ist vor der Zeit da, Energie ist zeitlos, Energie ist neutral. Wie kann es dann „alte“ und „neue“ Energie geben? Gar verstanden als „schlechte“ (alte) und „gute“ (neue) Energie? Vielleicht etwas weniger moralisch: zerstörerische (alte) und transformative (neue) Energie?
Wie ist dieser „Widerspruch“ aufzulösen? Ich glaube, Energie kann in Strukturen fest geworden und „gefangen“ sein. Sie ist in in diesem festen Zustand in einem unfreien Zustand. Nicht die Energie selbst ist es, die alt und neu ist, sondern die vergänglichen Strukturen sind es. Eine veraltete Struktur, ein veraltetes System gibt der gefangenen Energie in dieser Struktur selbst den Schein, „alt“ zu sein. Weiter: Dadurch das die Struktur in der Lage ist, Energie fest zu halten, muss eine Struktur mehr sein als nur Energie. (Was ist es denn dann?)
Wenn man die Begriffe „alte und neue Energie“ als KÜRZEL versteht im Sinne von „die Energie der alten Struktur und die Energie der neuen Struktur“, ist für mich der Widerspruch auf dieser Ebene gelöst.

Ein großes – und in meinem Augen ungelöstes – Thema ist das der Dualität. Es heißt, wir Menschen würden in der Welt der Dualität leben. Indem „Professor Adamus“ sagt: WIR aus der Geistigen Welt und IHR Erdenbürger – ist er selbst in der Dualität. Blöd, oder?
„Wahrlich, ich sage euch“: Das spirituelle Thema der DUALITÄT harrt immer noch auf seine Lösung.

Elektrisiert hat mich die Behauptung: Wir Menschen sind im Wesen keine Energie-Wesen. Ja, das ist mir sofort ein-leuchtend! Denn Energie ist eine Erscheinungsform der Pol-arität (ein anderes Wort für Du-alität). Ohne Pole keine Energie. Wenn unser Wesen aber jenseits der Polarität in der Non-Dualität liegt, dann können wir keine Energie-Wesen sein, dann muss es etwas Größeres als Energie geben. Ein-leuchtend, oder? Für den Autor ist das Größte der SPIRIT (GEIST), wenn man dem Unbekannten überhaupt einen Namen geben will/darf.

Der Autor (wer immer das sein mag) führt für mich einen neuen Begriff ein, den des GNOST (S. 15). Wir kennen „die Gnosis“ und „Gnostiker“ als einen mystischen Kern des Christentums und meint ein tiefes Wissen. Wir unterscheiden MIND (im Sinne des menschlichen Verstandes) und SPIRIT (im Sinne des göttlichen GEISTES). GNOST ist etwas dazwischen, vielleicht ein Mittler. Es ist „göttliche Intelligenz“, die Intelligenz der Schöpfung und der Evolution, der sich in der Schöpfung manifestierende Intelligenz. Mir leuchtet diese Differenziehung sofort ein!

Regeln und Gesetze: Schon Rupert Sheldrake („morphogenetische Felder“) wies darauf hin, dass es keine festen Gesetze gibt, sondern dies eher gewordene Gewohnheiten der Natur sind, dass Gesetze selbst der Evolution unterliegen. Das ist für das „kontrollsüchtige“ EGO eine Herausforderung. Es gibt also auch eine Welt jenseits der Gesetze, in die ein wirklicher Meister aufsteigen kann: Die Welt der Wunder.
Es ist auch ein großes Thema, wie wir Jesus sehen: Waren seine berichteten WUNDER nur Gleichnisse – oder hat er wirklich aus der Welt jenseits der Naturgesetze wirken können? Es ist für mich „eigentlich“ nur eine rhetorische Frage. Klar wirkt ein Gottes-Sohn aus dem Reich jenseits der Naturgesetze. Und wir sollten nie vergessen, was Jesus auch gesagt hat: „Ihr werdet Gleiches tun wie ich und Größeres.“ WUNDER ist die Welt der Alchemisten. Was wäre, wenn wir auch Jesus als „göttlichen Alchemisten“ erkennen würden?

Keine Erwartungen! Ich habe immer Zwei-fäll damit gehabt: Im gewissen Sinne: ja, in gewissem Sinne: nein! Es ist mir einfach zu pauschal. (Einstein: Mach alles so einfach wie möglich, aber nicht einfacher!). Wenn ich einen Lichtschalter betätige, ERWARTE ich, dass das Licht angeht, sonst würde ich es nicht tun; und Millionen Dinge in diesem Sinne. Der Satz „keine Erwartungen“ zu differenzieren im Sinne von: „Keine Erwartungen in Hinsicht …“ ist eine wichtige Lehre für mich aus dem Buch. Das Buch stellt besonders die Erwartungsfreiheit des Meisters gegenüber dem Ergebnis seiner Schöpfung heraus.

Alles Illusion! Ich habe auch mit diesem pauschalen Satz immer meine Probleme gehabt. Maya heißt ja nicht nur „Illusion“, sondern auch „Regenbogen“. Die uns sichtbare Welt ist so viel und so wenig Illusion wie ein Regenbogen. Das Buch ist auch hier „meisterhaft unterscheidend“: Einerseits müssen wir uns bewusst sein, dass wir die Welt aus der Brille unserer Weltanschauung betrachten, unsere Sicht der Dinge sehr subjektiv ist (Projektionen usw.). ILLUSION in diesem Sinne ist „Selbsttäuschung“. Andererseits existiert aber auch eine „objektive Realität“, an der wir uns die Köpfe wund schlagen können. Hier bedeutet „Illusion“, dass diese objektive Realität nichts Festes ist, nicht einfach „Tatsache“, „Gegebenes“, sondern selbst veränderbar ist. ILLUSION in diesem Sinne ist ein Mythos, der Mythos des Gegebenen.

Gott loslassen! Ja, denn es sind nur Illusionen über eine Gottes-Vorstellung. Damit geht das Buch in seinem scheinbaren Atheismus in die Tiefe des Buddhismus: die Leere, das Nirvana.

Die größte Erleuchtung in dem Buch war für mich der Absatz über die „Aufgestiegenen Meister“ (S. 82 – 83)  „… – das ist übrigens ein Begriff, den wir nicht so gerne verwenden – …“:

Sie können euch mit einigen grundlegenden Kenntnissen und Einsichten helfen, aber ab einem bestimmten Punkt müssen sogar sie sich zurück ziehen, damit ihr euren eigenen Prozess der Entdeckung und Erforschung durchläuft. Sie müssen auch auch erlauben, selbstständig durch die Tür der Neuen Energie einzutreten. … Ihr selbst seid allerdings weitergegangen, weiter als sie jemals waren.

Mir wurde plötzlich klar: Wir sind die auf den Planeten Erde „Abgestiegenen Meister“. Wozu denn das Ganze der Inkarnation? Und hier muss auch PLATON einmal „der Zahn gezogen werden“, bzw. seiner Interpreten und Nachsprecher. Es ist ja schon ein Mantra geworden zu sagen: „Wie Platon schon sagte, lernen wir nicht, sondern erinnern wir uns.“ (Ist der Spruch nicht auch irgendwie gelernt? …)
In meinen Augen ist das nur die halbe Wahrheit. Ja, wir erinnern uns, wer wir wirklich sind! Wir erwachen aus unserer „Spirituellen Amnesie“. Doch dieser Prozess ist ersten selbst ein Lernprozess „in der Schule des Lebens“! Und zweitens: Auf der Erde zu inkarnieren, nur um zu wissen, wer wir wirklich sind, wäre doch ein ziemlich blödes, verrücktes Spiel. Es geht tatsächlich um mehr! Wenn wir uns erinnert haben („Erleuchtung“) fängt das eigentliche Leben doch erst richtig an! Und dieses Leben als Meister ist geprägt von „Entdeckung und Erforschung“. Was anderes soll das sein als LERNEN? Wenn wir nicht lernen würden, dann würde es auch keine Emergenz geben, das Erschaffen von etwas völlig Neuem, noch nie Dagewesenem.
Der Planet Erde ist ein PLANET DES LERNENS. Wer hier inkarniert, hat den Seelenauftrag, zu lernen und zu lehren. Sagen wir es einmal so: Wir sind ein lernendes Organ Gottes (der Schöpfung, der Evolution). Dafür ist unser Planet da, das ist die Bestimmung der Erde.
„Wahrlich, ich sage euch“: Auch Adamus Saint Germain braucht uns „abgestiegenen Meister“, um lernen zu können. Wir sind eine Lerngemeinschaft.

Bahar Yilmaz: Der Ruf der geistigen Welt

Untertitel: Wie Sie Ihre medialen Fähigkeiten aktivieren und nutzen
Das große Praxisbuch des Channelns

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Buch ist großartig! Ich empfehle es jedem, der sich als „spirituell“ versteht.
Das Buch ist sozusagen eine Landkarte unserer himmlichen Heimat. Wir sind alle bereits Geisteswesen, die irdische Erfahrungen in einem Körper machen. Und da ist es ganz sinnvoll für die spirituelle Orientierung, eine Karte unserer geistigen Heimat zu haben. Vieles, was wir pauschal als „geistige Welt“ bezeichnen, wird in den Buch über die verschiedenen Dimensionen sehr differenziert dargestellt. Wir brauchen eine neue Kosmologie – und das Buch ist sicher ein Teil dessen.

Das Buch ist sehr locker geschrieben, es ist leicht zu lesen. Die Autorin duzt uns Leser, was nicht aufgesetzt, sondern absolut stimmig ist. Mir gefällt besonders, dass sie durchaus kritisch mit „ihrer Channel-Szene“ umgeht. Ich empfehle sogar, nach dem Vorwort gleich das letzte Kapitel (es sind nicht viele Seiten) zu lesen: „Prüfkriterien für ein Channeling“. Es hilft dem kritischen Verstand zu wissen, dass hier Spreu vom Weizen getrennt werden. Er darf die Kriterien auch gleich an das Buch selbst anlegen. Es ist sehr ehrlich und offen. Manchmal gibt die Autorin auch zu: „Ich habe zu einem bestimmten, speziellen Thema keine Ahnung.“

Ansonsten sollte man den kritischen Verstand ablegen (er ist ja mit „Prüfkriterien“ beschäftigt), es nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen lesen. Wenn man sich nicht schockieren lassen will, „was es alles so gibt“, dann sollte man das Buch erst einmal wie ein Sciencefiction lesen. Ich glaube, kaum jemand wird alles gleich beim ersten Lesen annehmen können. Unser Kosmos ist so gefüllt von Wesenheiten, dass es im ersten Moment richtig verwirrend ist. (Und unsere seelenlose Wissenschaft sucht immer noch verzweifelt nach Leben außerhalb der Erde!) Wenn man den  Sciencefiction-Teil dann hinter sich hat, sich einen Überblick verschafft hat, wird man das Buch ein zweites Mal lesen wollen – und dann auch all die 32 Meditatons-Übungen machen (zumindest, die einem aus dem Angebot wichtig sind). Dazu gibt es eine passende Meditations-CD bei der Autorin und ist für Übende sehr zu empfehlen > MEHR).
Ein Großteil des Buches beschäftigt sich darüber hinaus mit der Basis fürs Channeln, also dem Freimachen von Energiebahnen und Reinigungen verschiedener Art, der bewussten Erhöhung von Schwingungsfrequenzen.

Das Buch entmystifiziert das Channeln. Es nimmt ihm jeden Hokuspokus und grenzt sich auch von Pseudo-Canneling ab. Channeling wird zu etwas von jedem alltäglich Erfahrbarem. Es ist eine hochenergetische und heilsame Hilfe aus der geistigen Welt, aber kein Abhängigkeits-Programm. Wer sein Leben durch Channelings entscheiden lassen will, der hat etwas nicht verstanden. Viele Menschen channeln unbewusst: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie channeln, dass sie Energien aus höheren Ebenen weitergeben. Denn das ist ja mit ‚Channeln‘ gemeint.“ (S. 283). Man muss dabei kein „Medium“ für andere sein, wahrscheinlich ist ein solches Setting (Channel-Sitzung als Medium mit anderen) der weitaus geringste Teil des Channelns. Kurz: Das Buch vermittelt auch ein erfrischend neues Verständnis für Canneling überhaupt.

Dann kann es richtig losgehen, der Turbo unserer spirituellen Entwicklung ist eingeschaltet und führt uns zu einem Transformationssprung in unserem Bewusstsein: „Meistens erinnert es uns an unsere eigenen Göttlichkeit, und genau dies sollte ein ‚echtes‘ Channeling ja bewirken, ein Gefühl des All-Eins-Seins, von Erleuchtung und Göttlichkeit. (S. 283 f.)

Die Heilige Hierarchie

Vorweg: „Hierarchie“ bedeutete im Ursprung immer heilig (hieros, gr.), gemeint war die Führung und Herrschaft des Göttlichen über die verschiedenen Ebenen.

Um eine Ahnung über die Bandbreite des Buches zu geben, will ich hier die im Buch angegebenen Hierarchieebenen der 13 bzw. 14 Dimensionen aufführen (die dazugehörige Graphik ist auf S. 165):

  1. Dimension: die Wesenheiten der inneren Erde
  2. Dimension: die Naturgeister wie Feen, Elfen, Kobolde, Zwerge, Devas
  3. Dimension: die Welt der Menschen
  4. Dimension: der nichtmenschlichen und humanoiden Wesenheiten
  5. Dimension: planetare Wesenheiten (meist Lichtwesen)
  6. Dimension: der Rat der Weisen und die Akasha-Chronik
  7. Dimension: die Jenseitswelt der Verstorbenen und Seelenfamilien
  8. Dimension: die Welt der Geistführer und Geisthelfer
  9. Dimension: die Aufgestiegenen Meister, Lichtwesen, Atlantis/Lemuria
  10. Dimension: die Engel
  11. Dimension: die Erzengel, Seraphim
  12. Dimension: Elohjim („Götter“) als Schöpfererngel, „rechte Hand Gottes“
  13. Dimension: Höheres Selbst, Suprabewusstsein, Christus-Bewusstsein, Buddhanatur (alles ist eins mit unterschiedlichen Namen)
  14. „Dimension“: Quelle, Gott, Liebe

Diese Strukturierung existiert in dieser Form natürlich nicht. Es ist nur eine Hilfe für unseren Verstand, sich zu orientieren und zurecht zu finden. Der Begriff der Dimension auch auch nicht mit unsren 4 Dimensionen der Raumzeit zu verwechseln und auch nicht mit dem „Aufstieg in die nächste Dimension“. Wenn wir channeln, sollten wir einfach wissen, in welcher „Hierarchie-Ebene“ wir uns gerade aufhalten. Ich persönlich würde den Begriff „Reich“ vorziehen, also „das Reich der Engel“ usw.

Diese Hierarchien sind auch nicht so misszuverstehen, dass man in seinem Bewusstsein eine Dimension nach der anderen „hochklettern“ müsse. Es ist keine Leiter. Wir können hin- und her springen. Unser Höheres Selbst ist immer bei uns. Engel sind Wesen, die uns unmittelbar umgeben. Jeder hat wahrscheinlich einen Geistführer. Alle Dimensionen sind gleichzeitig präsent.

Zu manchen Dimensionen haben wir Resonanz, zu anderen nicht. Es kommt auf unseren Seelenplan an. Wie alle diese Wesenheiten eine spezielle Aufgabe in der Schöpfung haben, hat jeder einzelne von uns auch eine spezielle Aufgabe. Das Entscheidende ist unsere bewusste Verbindung zu unserem Höheren Selbst („Erleuchtung“) und die Erfüllung unseres Seelenplans. Dafür können die unterschiedlichen Wesen der verschiedenen Dimensionen zu Rate gezogen, um Hilfe und Heilung gebeten werden. Das Buch ist keine Anregung für einen „Channel-Tourismus“ in der Geistigen Welt, um die „Großartigkeit unseres spirituellen EGOs“ zu befriedigen.

EGO und Seele

Das für mich Innovativste im Buch sind die (heiklen) Themen Ego und Seele. Ich hatte hier die meisten AHA!-Erlebnisse und habe hier am meisten für mich gelernt.

Die Autorin nennt das Ego liebevoll den „inneren Wächter“. Ein Wächter schützt. Er ist so etwas wie eine Sicherung und schützt uns davor, von höheren Energien „durchgeknallt“ zu werden.Wenn man seine Aufgabe kennt, kann man mit ihm arbeiten. Er kommt dann auch angemessenen Aufgaben sinnvoll nach.

Das größte Highlight war für die die Unterscheidung von Seele und Höherem Selbst (S. 262). Traditioneller Weise gehen wir von der Unsterblichkeit der Seele aus (Pythagoras). Gleichzeitig entwickelt sich die Seele und kann sogar krank sein. Wie können Seelenanteile verlieren und wieder integrieren (Schamanismus). Wir sprechen auch davon, dass Menschen ihre Seele verloren oder verkauft haben (Faust bei Goethe). Doch all das sind wieder Kennzeichen des Sterblichen (was sich entwickelt, hat einen Anfang und ein Ende). Ich hatte mich damit beholfen, der Seele etwas Sterbliches wie auch Unsterbliches zuzuschreiben. Den unsterblichen Teil der Seele „Höheres Selbst“ zu nennen, ist für mich eine geniale Lösung. Der sterbliche Teil der Seele kann dann gerne in der Evolution des Kosmós (Kosmogenese) aufgehen. Das sind natürlich für unsere Vorstellungen unvorstellbare Zeitspannen, nahezu ewig – aber eben nur „nahezu“. Das uns bekannte Universum hat einen Anfang (13,8 Milliarden Jahre) und wird ein Ende haben, genau so wie seine Seele.

Hochinteressant ist die neue Sichtweise der Seelenanteile. Die individuelle (untrennbare) Seele ist ein hochkomplexes kosmisches Schwingungsfeld mit vielen Schwingungsanteilen. Der Seelenanteil unserer Seelenfamilie ist bekannt. Doch auch z.B. die „Seele des Wassers“ („Wassergeist“) ist ein Teil unserer Seele, weil unser Körper vor allem aus Wasser bestehen (S. 252). Das gilt auch für die anderen Elemente. Andre Seelenanteile können verstorbene Menschen sein, Aufgestiegene Meister, Planetare Wesenheiten, Engel, Elohjim (der Schöpferengel). Jetzt wird klar, wie wichtig Channeln für unseren Seelenweg ist, nämlich bewusst Kontakt zu den Wesen aufnehmen, die Teil unserer Seele sind. Zu ihnen haben wir die stärkste Resonanz, sie lassen sich am leichtesten channeln.

Zu der ganzen Thematik des Seelenfeldes gehört auch, dass wir die Gleichung aufgeben müssen „ein Körper = eine Seele“. Eine Seele ist immer eine Gruppenseele, die in verschiedenen Körpern inkarniert. Das kennen wir ja von vielen Tieren, die nur als Gruppe lebensfähig sind. Deshalb ist das Thema „Seelenfamilie“ auch für uns sehr wichtig.

Ich will in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen, dass die Autorin von zwei neuen Seelentypen spricht: den Hybridseelen und Katalysseelen (S. 235 ff).

Um nicht missverstanden zu werden: Was ich hier aus meiner Sicht referiere, ist nur ein Bruchteil des Reichtums dieses Buches. Wie gesagt, es sollte jeder lesen, der sich „spirituell“ nennt und schauen, wo er mitschwingt (in Resonanz ist) oder Widerstand leistet.

Mein Fazit: Wir sind als Geisteswesen mit der geistigen Welt verbunden. Wir kommen aus dieser Welt und gehen in sie zurück. Unser Leben ist eine Reise durch geistige Welten und dafür ist eine Karte und ein Reiseführer sehr sinnvoll, um das Ziel zu erkennen und auf dem Weg zu bleiben. Es gibt in dem Buch sicher vieles, wozu wir keine „Resonanz“ verspüren. Aber das, was in uns eine starke Resonanz auslöst, ist sehr hilfreich auf unserem Seelenweg, zur Verwirklichung unseres Seelenplans. Im Grunde können wir nicht nicht channeln, wenn wir Channeln richtig versteht als Runter-Transformieren höherer Energien in die irdische Welt. Dafür sind wir da! Das Buch ist ein Grundlagenwerk wie auch Praxishandbuch.

Bestellung bei AMAZON: Der Ruf der Geistigen Welt: Wie Sie Ihre medialen Fähigkeiten aktivieren und nutzen. Das große Praxisbuch des Channelns

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Interview mit Bahar Yilmaz in Mystica.TV
plus einer Übung auf YouTube
(zusammen 62 Minuten, sehr empfehlenswert!)

Alle drei Videos sind von mir auch
kommentiert. Viel Freunde, ein zauberhaftes Wesen, wirklich sehenswert.

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Nachwort

Wenn ich zu einem Buch ein Nachwort schreibe, liegt dem keine Kritik, sondern eine besondere Wertschätzung zugrunde. Ein Buch ist an meinen Grenzen und ich versuche eine genaue Grenzbestimmung, auch Grenzwerweiterung für mich. Meine vier dicken Themen zu dem Buch sind: 1. Teufel, 2. MARIA Mutter Gottes, 3. der direkte Weg, 4. Channeln als Autor und Künstler

Teufel: In meinem Weltbild gibt es keine Engel ohne Teufel (gefallene, dunkle Engel). Die Autorin geht auf das Thema am Ende durchaus ein und macht nachvollziehbar klar, dass man keine „dunklen, bösen Wesen“ channeln kann. Da passen einfach die Resonanz-Schwingungen nicht. Damit hat das Thema „Teufel und böse Wesen“ in einem Buch über Channeln nichts zu suchen. Ich stimme dem zu! „Besetzungen durch dunkle Wesen“ haben auch mit Channeln nichts zu tun und in einem solchen Buch nichts zu suchen. Worauf ich hinaus will: Die kosmische Karte der Autorin ist die Karte des Channelns (der höheren Wesensheiten, die sich channeln lassen). Es ist nur eine Teilkarte für eine holistische Karte der neuen Kosmologie, die dann auch die Schattenwesen, die „dunklen Mächte“ mit einbeziehen muss.

MARIA: Mir ist erst vor kurzem durch das Buch von Pia Gyger (> meine Besprechung) „Maria –  Tochter der Erde, Königin des Alls“ die Bedeutung von MARIA als Mutter Jesu für die neue Schöpfung bewusst geworden. Es gibt sicher schon Menschen, die Maria vor allem wohl im katholischen Umfeld „channeln“, ihre Botschaft von heute empfangen (wie es bei Pia Gyger sicher der Fall war). MARIA wir in dem Buch der Autorin namentlich gar nicht genannt, ist noch nicht in ihrem Resonanzfeld erschienen.
St. German scheint immer noch die „Hauptfigur“ als Aufgestiegener Meister (neben einigen Erzengeln) zu sein, die bevorzugt gechannelt werden. Ich sehe darin einen gewissen Entwicklungsstand unserer kollektiven menschlichen Seele. Heute geht es vor allem um NEUE ENERGIE, und dafür ist St. German wohl der Meister. Doch ich wage einmal eine „pythagoräische Prognose“: Sicherlich schon bald werden wir für das Schwingungsfeld von MARIA reif sein, und dann wird SIE vor allem gechannelt werden. Schöner Spruch?: Sage mir, wen du channelst und ich sage dir, wer du bist.

Der direkte Weg: Die alten Meisten haben ihre Schüler immer davor gewarnt, sich in der „Jenseitswelt“ zu verirren und zu verwirren. Entscheidend ist der DIREKTE WEG zum Christus-Bewusstsein, zur Buddhanatur. Es bedarf keines Mediums (Mittlers), um bewusst in Verbindung zu seinem Höheren Selbst zu sein. Die Autorin bezeichnet dies als „Königsweg“ (S. 263) oder auch „direkten Draht zu Gott“ (S. 261). Ich sehe das auch so. Der direkte Weg führt unmittelbar zur Offenbarung des Seelenplans. Channeln wird dann eher DANACH spannend, wenn es darum geht, den Seelenauftrag auszuführen. Dann sind wir bewusster Teil der Schöpfung und können, ja müssen uns für die Hilfen öffnen, die wir für unseren Seelenweg brauchen, denn der Seelenweg ist dann kein persönlicher mehr, sondern ein Gruppenweg einschließlich der Kooperatioonspartner der Geistigen Welt. Channeln VOR der „Erleuchtung“ durch den direkten Weg kann aber auch hilfreich im Heilungsprozess sein, um überhaupt einen Zugang zur „eigenen“ Seele zu finden. So gesehen passen für mich „der direkte Weg“ und „das Channeln“ doch wieder zusammen.

Channeln als Autor und Künstler: Die Autorin des Buches weist selbst darauf hin, dass das Channeln bei dieser Menschengruppe anders funktioniert. Bei Musikern und Malern werden die höheren Energien in die Kunstwerke DIREKT transformiert. Sie haben keine höheren Wesen angerufen, da muss niemand um etwas bitten oder Erlaubnis erteilen. Es ist sozusagen der umgekehrt DIREKTE WEG.
Channeln von Kunstwerken ist ihr künstlerische Alltag, ohne sich dessen bewusst sein zu müssen (oder es channeln zu nennen), Sitzungen vorzubereiten und sich in Trance zu versetzen. Ein spiritueller Autor selbst weiß, dass er „wie auf Diktat aus der geistigen Welt“ schreibt. Die Autorin lässt diese Tür des Channelns durchaus offen (sie ist in dieser Hinsicht ja selbst sehr erfahren). Es ist ein spezielles Thema, dem sie sich verständlicherweise hier nicht widmet. Doch wenn wir bedenken, dass diese Gruppe von „Channelern“ als Künstler und Autoren die weitaus größte Gruppe ist, gibt es hier sicher noch einiges zu ent-decken.

Konstantin Wecker: Mönch und Krieger

Untertitel: Auf der Suche nach einer Welt, die es noch nicht gibt

Ich habe die LP von Konstantin Wecker „Genug ist nicht genug“ Ende der Siebziger Jahre – selbst knapp 30 – zum ersten Mal bei einem Freund in Berlin gehört. Ich war sofort Wecker-Fan. Und kein deutsch-sprachiger Liedermachen ist mir so an mein Männerherz gegangen wie Konstantin Wecker. Erst das Buch macht mir bewusst, wie viel eigene Lebensgeschichte ich als „erwachender Mann“ darin wieder finde und in klaren Worten ihren Ausdruck findet. Angefangen als Revoluzzer (dem politischen Krieger) bis zum Erwachen als spirituellem Mann
(ja, auch ein Stück selbstgenügsamer Mönch) finde ich so viel meiner eigenen Seele in diesem Buch wieder.

„Philosoph und geiles Tier“, das ganze Spektrum unseres Mannseins philosophisch und poetisch „aufgehoben“, ist in diesem Buch wiederzufinden. Ich habe während des Lesens die ganze Zeit feuchte Augen vor Berührung. Da schwingt so vieles meiner Männerseele mit: „Das Buch ist ein Teil von mir, das ist ein Teil auch meines Seelen-Lebens.“

Die Spiritualität des Mannes

Frauen fällt der Zugang zur Spiritualität leichter. Eine Spiritualität des „Ganz-einfach-Sein“ liegt in der Natur des Weiblichen. Ein Mann lebt eher in der Welt des Werdens und Tuns. Ein männlicher Zugang zur Spiritualität kommt in diesen Tanz zwischen SEIN und WERDEN, zwischen MÖNCH und KRIEGER.
Und diesen Tanz zwischen NICHTS und ALLEM, zwischen den POLEN darzustellen, ist Konstantin Wecker vorbildlich gelungen. Er bringt diesen männliche Zugang zur Spiritualität auf sehr klare und lebendige Weise zum Ausdruck. Es ist stiller Rückzug aus der Welt (der Mönch) und vehementes Einbringen in die Welt (der Krieger). Diesen Spagat als spirituellen Mann zu leben, lässt das Buch mitfühlend und mitreißend erleben. Das macht es für mich so wertvoll, so unvergleichlich, so richtungsweisend, ja bahnbrechend. Konstantin Wecker war in Kultur und Politik immer ein bahnbrechender „Rammbock“, einer, der Mauern eingerissen, neue Zeichen gesetzt hat. Und mit diesem Buch offenbart er auch sein Leuchtgestalt als spiritueller Mann, ohne sich dabei als „erleuchtet“ hinzustellen. Ich empfehle dieses Buch jedem Mann, der auf der Suche ist. (Ich glaube, auch Frauen werden davon begeistert sein, hier etwas aus dem vielfältigen Leben eines „archetypisch spirituellen Mannes“ in der heutigen Zeit zu lesen.)

Authentische Spiritualität

Konstantin Wecker hat alle Höhen und Tiefen der Seele erlebt, den Himmel und die Hölle, das Gute und das Böse, Licht und Schatten, Engel und Teufel eines in seinem ganzen Potenzial und bis an die Grenzen gelebten Lebens. Merke: Mann kann nur Grenzen überschreiten, wenn man bis an die Grenzen geht.

Er versteckt nichts, beschönigt nichts (und heiligt sein Ego) – einfach grundehrlich. Und das tut soooo gut. Es nimmt die Angst vor den eigenen „Leichen im Keller“: Ich bin nicht schlecht, kein „hoffnungsloser Fall“, wenn ich auch Böses in mir entdecke. Selbst „den Teufel“ herauszufordern, das Satanische, zeigt nicht nur Mut, sondern auch das tiefe Wissen der Seele, dass alles Teuflische und Böse letztlich auch nur eine „Illusion“ ist, die letzte spielerische Prüfung und Transformation vor dem Fallen in die EINHEIT.

Es gibt viele Wegweiser in die Tiefen der Männerseele. Doch EHRLICHKEIT, WAHRHAFTIGKEIT sind sicher die großen Leuchtfeuer. Und dafür steht Konstantin Wecker als aufrüttelnder Er-Wecker: authentisch leben, sich selbst treu sein. Das ist nahezu „atemberaubend“. Natürlich geht es nicht darum, Konstantin Wecker zu bewundern. Es geht darum, sich durch die Botschaft des Buches zu einer authentischen Spiritualität selbst er-wecken zu lassen.

Politische Spiritualität und spirituelle Politik

Als „Alt-Revoluzzer“ (was immer das heißen mag) hatte ich ein ewig „schlechtes Gewissen“, mich vom Politischen nahezu völlig zurückgezogen zu haben. Je mehr mann sich zu seiner eigenen Wahrhaftigkeit durchringt, desto mehr ekelt einen die Politik an (inklusive Medien und Wirtschaft), als Inbegriff der Lüge, des Betrugs, der Täuschung – das Reich des „Fürsten dieser Welt“. Hände weg, um sich nicht selbst zu beschmutzen, „weiße Weste“ behalten. (Wir Spirituellen sind ja Lichtgestalten in Weiß – HAHAHA!!)

Ich habe mich mit „oberspirituellen Sätzen“ wie „alles ist gut, so wie es ist“ nie anfreunden können (ich weiß natürlich, was im Sinne „göttlicher Ordnung“ gemeint ist). Der einlullende Spruch – im Gegensatz zum Wecker-Sinn des Spirituellen –schießt sich letztlich nur selbst ins Knie: „Alles GUT“, ist gar nicht zu haben, wo es GUT gibt, gibt es auch BÖSE, das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Das ist das Gesetz.

Wie aber Spiritualität mit einer „Politik reinen Herzens“ verbinden?
Okay, ich erschaffe mir nach meiner Möglichkeit eine „private Welt“, die ich mir für den ganzen Planeten wünsche: als fürsorglicher Großvater in meiner Familie, als permakultureller Gartenbauer, als Hüter unserer Pflanzen und Tiere, als Liebhaber der Frauen, als erweckender Mann, als Dorfoberhaupt einer Internet-Gemeinschaft „Berufener“. „Alles schön und gut“ – doch Politik ist mehr. Sie muss so global sein wie die „Anti-Schopfung“ der Machthaber dieser Welt. Und da ist Weckers Buch auch für mich erweckend: Sich wieder einzumischen – auch von meiner Seite mit der Kraft meiner Worte. Beizutragen zu einer authentischen Spiritualität, männlicher Spiritualität die weltbewegende Kraft ins Bewusstsein zu führen, die ihr zusteht.

Was mir in dem Buch von Konstantin Wecker bewusst geworden ist: Spirituelle Politik ist anarchistisch! Wir predigen das „Loslassen!“ und haben Angst vor der Anarchie. Eines der Merk-Würdigkeiten unserer spirituellen Szene. Lasst uns die Schwarze Fahne hissen, das Licht ist aus der Finsternis geboren. Es ist Zeit, Spreu vom Weizen zu trennen, damit unsere spirituelle Bewegung nicht in sich selbst vermodert, sondern reichlich Ernte trage, die Saat einer neuen Welt werde.

Ein Künstler erklärt sein Werk – soweit es erklärbar ist

Ich will auch diesen Aspekt hervorheben, weil auch er ungewöhnlich zu sein scheint. Jeder begnadete Künstler weiß, dass das, was er erschafft, aus einer höheren Sphäre kommt und letztlich nicht erklärbar ist, dass selbst ihm als dem Erschaffenden Grenzen der Interpretation auferlegt sind. Jede himmliche Kunst hat etwas TAO-mäßiges: das Unaussprechliche. Und Laotse hat zurecht davor gewarnt: Das ausgesprochene TAO ist nicht das ewige TAO. Jetzt übersetzt: Das selbst vom Künstler interpretierte Kunstwerk erfasst nicht das Wesen des Kunstwerks. Jeder begnadete Künstler weiß das, enthält sich eigener Interpretationen, lasst das Werk sich selbst offenbaren.

Doch hier bricht Konstantin Wecker wieder ein Tabu: Er übernimmt auch die Verantwortung für sein künstlerisches Schaffen und interpretiert sein Werk, soweit es ihm möglich ist. Wenn ich das Buch richtig verstehe (ich kenne die anderen Bücher von Konstantin Wecker leider noch nicht): Es erklärt und interpretiert den „roten Faden“ seines Lebens als Künstler und seines Werks. Jedes Kapitel ist mit einem (Lied-) Gedicht eröffnet. Ich habe in meinem Leben noch nie so achtsam und aufgeschlossen Gedichte gelesen wie in diesem Buch – und ich glaube, mir hat sich auch jede Zeile erschlossen.

Das Buch ist nahezu „Pflichtlektüre“ für jeden Wecker-Fan, um in die Tiefe seines Schaffens einzudringen (was für ein männliches Wort!) – die Resonanz unserer Seele mit Weckers Schaffen bewusster aufzunehmen (welch weiblicher Klang!). Für einen, der den Liedermacher Konstantin Wecker noch nicht wirklich kennt, mag das Buch ein Öffner in die poetisch-philosophisch-politische Musik von Konstantin Wecker sein.

Nach-Ge-danke!

Als ich das Buch las, wusste ich gleich, dass ich es anders besprechen musste als alle bisherigen. Ich bespreche nur Bücher, die mich begeistern. Wie soll ich meine Begeisterung mit der Besprechung dieses Buches  noch toppen können? Ich wusste es nicht, habe einfach angefangen zu schreibe, wie es mir in den Sinn kam.

Jetzt fällt mir etwas Verblüffendes auf: Ich habe nicht einen einzigen Satz aus dem Buch zitiert. Obwohl es voll zitierenswerter Sätze ist, sprachlicher Höhepunkte, das Buch hat einen ganzen Textmarker verbraucht. Es ist auch als Perlenkette von Weisheits-sprüchen zu lesen, nahezu verführerisch für Zitate aus dem Buch. TROTZDEM nichts zu zitieren, ist neu für mich! Meistens besteht meine Besprechung aus 50% Zitaten und mehr (ich lasse gerne den Autor selbst zu Wort kommen).
Langsam verstehe ich, was dabei herausgekommen ist: in der Rezension nicht ÜBER das Buch zu schreiben, sondern das zur Sprache bringen, was es in mir an Mitschwingen ausgelöst hat. Und so soll es ja sein, sich seines eigenen Mitschwingens mit der Seele des Buches bewusst zu werden. Nach-Denken im besten Sinne des Wortes.

DANKE an meine Männerseele, dass sie mich bei der Buchbesprechung in diesem Sinne geführt hat.  DANKE an Konstantin Wecker: Ich glaube, ich habe noch nie so klar begriffen, was es heißt, als spiritueller Mann auch ein Krieger der Liebe zu sein:
TÄTIGE MACHT der LIEBE. „Power of Love“. Friedliebende und machtvolle Gewalt der Liebe, die gegen die Anti-Schöpfung wieder DIE EINHEIT mit der Herrlichkeit der Schöpfung erschafft.

Mein Fazit: Ich kann das Buch jedem Mann empfehlen, der sich Gedanken über sich selbst macht, eingebettet in der Entwicklung einer deutschspra-chigen Kultur der letzten Jahrzehnte. Konstantin Wecker hat das Mann-Sein in seiner ganzen Polarität gelebt wie kaum ein anderer in unserer deutschsprachigen Welt – und es wie kaum ein anderer in sprachlich gewaltige Worte gebracht.
Das Buch ist kaum einem Genre zuzuschreiben. Für mich ist es am ehesten ein philosophisch-poetisches Nachdenken eines Mannes über sein Erwachen über das Medium KUNST: eines Mannes, dessen Einfluss auf uns Männer, die Liebe, auf unsere Kultur kaum zu überschätzen ist, eine ausdrucksstarke Fleischwerdung („Inkarnation“) männlicher Spiritualität.

Ich wünschte, jeder Leser dieser Rezension würde das Buch daraufhin sofort selbst lesen. Wenn meine Besprechung dieses Überspringen des Funkens auf das Buch nicht ausreichend leistet, dann liegt es in meinem Unvermögen und nicht am Buch selbst.
Lass dich vom Wecker er-wecken!

Am besten, ich lasse Konstantin Wecker (>> hier der Link zu seiner Hompage)
über 2 YouTube-Videos selbst noch zu Wort kommen:

 

 

Bestellung bei AMAZON: Mönch und Krieger: Auf der Suche nach einer Welt, die es noch nicht gibt

Notwendiger Nachtrag:


„Der Krieger“ ist ein alter männlicher Archetyp, sehr klar vom „Soldaten“ zu unterscheiden, der im Auftrag und für Bezahlung tötet. Der „spirituelle Krieger“ hat etwas von einem Samurai.

Gegen was führt ein „spiritueller Krieger“ heute Krieg?

Das folgende Buch von Konstantin Wecker gibt die Antwort darauf: Er führt keine Kriege mehr, er ist eigentlich auch kein Krieger mehr. Er ist Widerstandkämpfer, Friedenskämpfer. Er steht für den gewaltfreien Widerstand. Er ist ein Ghandi, ein Martin Luther King, ein Nelson Mandela.

Ich empfehle unbedingt dieses Buch „Entrüstet euch!“ von Konstantin Wecker und Margot Käßmann zur Ergänzung. >> Hier meine Buchbesprechung.

Thomas Werner: Die Seele

Untertitel: Vorstellungen und Bekenntnisse der Philosophie

Der Autor Thomas Werner ist kein Berufsphilosoph, sondern ein Lebensphilosoph, dem die Philosophie wirklich zu einem Wegweiser zur Beantwortung der großen Fragen des Lebens geworden ist. Das ist für mich schon ein großes Plus des Buches. Es ist keine wissenschaftliche Philosophie, sondern Lebensphilosophie als „Liebe zur Weisheit“, wie sie jeden berühren sollte. Ich könnte dieses Buch als „Einführung in die Philosophie“ für jedermann (den „…mann“ verwende ich hier durchaus mit Bedacht) sofort empfehlen. Es geht um die Philosophie Platons und seinem Kerngedanken, der unsterblichen Seele.

Ich habe das Thema SEELE nirgends so differenziert und gleichzeitig ganzheitlich beschrieben gefunden wie in diesem Buch. Nachdem Aristoteles die Psyche entseelt hat, um sie wissenschaftlich handhabbar, begreifbar zu machen, ist sie in viele Facetten zersplittert. Da tut ein Buch „gut“, das die Seele wieder als GANZES sieht, so wie es bei dem Lehrer von Aristoteles noch der Fall war, bei Platon. Andere große Philosophen in der Tradition Platons werden „herbeizitiert“: Plotin, Jamblich, Cusanus, Marsilio Ficino, die als „Neoplatoniker“ noch einige wichtigen Differenzierungen vornehmen. Am Ende des Buches habe ich den Eindruck: Es ist alles Wesentliche und das verständlich zur Seele gesagt, was philosophisch zu sagen ist und gesagt werden kann.

Platon

Platon (428 – 348 v. Chr.) und sein Lehrmeitser Sokrates (469 – 399 v. Chr.) sind wohl die größten antiken Philosoph des Abendlandes. Ihre Philosophie will Gott erkennen und die unsterbliche Seele als göttlichem Teil in uns. Manche Philosophen sagen, nach Platon gäbe es „nichts Neues unter der Sonne im Bereich der Philosophie“, maximal noch Fußnoten. Es ist noch eine „göttliche Philosophie“ im Gegensatz zu der wissenschaftllichen Philosophie des Aristoteles, in der auch die Seele zu einer begreifbaren Psyche wird, eine unbeseelte Psychologie sozusagen.

Wer Philosophie im Sinne einer Wegweisung zu dem großen Fragen des Lebens studieren will, der kommt an Platon nicht vorbei. Er sucht die zeitlose WAHRHEIT, die WEISHEIT jenseits des Wissens, das GUTE, das SCHÖNE, das GERECHTE in himmlischer Klarheit.
Das Buch ist eine lebensnahe auf Lebenspraxis ausgerichtete Einführung in das Lehrgebäude des Platon, mit der SEELE als Schlüsselbegriff, dem Universalschlüssel, der erlaubt, auch die anderen großen Grundbegriffe der Philosophie „aufzuschließen“.

Die Grundfragen der Philosophie,
die Platon und seine Nachfolger beantworten, sind (S. 219):

  • Was ist der Ursprung von Welt und Menschheit?
  • Wie kann dieser Ursprung beschrieben und erklärt werden?
  • Was ist die Seele und welche Rolle spielt sie im Leben des Menschen?
  • Was ist Vernunft?
  • Von welchen Triebkräften wied der Mensch geleitet,
    und von welcher Natur sind diese Triebkräfte?
  • Selbsterkenntnis:
    Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?

Perlen der Weisheit

Um einen „Geschmack“ des Buches zu geben, möchte ein paar, willkürlich zusammengetragene Zitate anführen. Es ist nicht als Exzerpt zu verstehen.

Die als erstes wahrnehmbare Ordnung betrifft die sichtbare Welt, hier gilt das Recht des Stärkeren und Anpassungsfähigeren, der Eigennutz steht vor dem Nutzen des anderen. Die zweite Ordnung betrifft eine nur mittels des Denkens erfassbare Welt, erfahrbar im Liebesgesetz (Johannes 13.34-35) und der Welt des Neuen Testaments sowie in der Idee des Guten. (S. 28)

Eine Seele, die ein ewig seiendes Gesetz befolgt und verinnerlicht, hat damit Anteil an etwas Ewigem. Das ewige Seelenleben ist also nur für solche Seelen gewährleistet, welche auch das dem Menschen gewährte und von ihm erkennbare Liebesgesetz befolgt. (S. 29)

Im Sokrates offenbarte sich der innere Mensch. Er nannte diese innere Stimme „Daimonion“ (griechisch: „göttliches Wesen“), die ihn leitete, dem Guten zu dienen und dessen Kraft anzuwenden. (S. 30) Der sokratische Daimonion, von Platon als innere Stimme des Philosophen dargestellt, erlaubte Sokrates, das Wesen „Mensch“ zu ergründen … und gelangte zu dem Schluss, dass die unsterbliche Seele, als des Menschen innerstes Wesen, der wahre Mensch sei und nicht die sichtbare vergängliche Persönlichkeit. (S. 31)

Der wesentliche Unterschied zwischen Wissen und Weisheit besteht darin: Wissen ist erlernbar und praktisch anwendbar in der äußeren Welt, es ist von einem zum anderen Menschen übertragbar. Weisheit, Einsicht in die Kreisläufe des Lebens zum Erkennen der Wahrheit, ist dagegen nicht übertragbar. Sie muss in der eigenen Seele erarbeitet und erkannt werden und in der Folge der eigenen Lebenspraxis angewandt werden. (S. 39)

Das Leben erfüllt sich in der eigenen Seele, und diese muss sich am Geist orientieren, denn dann wird sie sich ihrer Unsterblichkeit bewusst und kann nach den Gesetzen der Ewigkeit leben. (S. 40)

Die wahre Philosophie hat sich nie um das Äußere des Menschen gekümmert, sondern immer nach der Wahrheit gesucht und diese auch im Wesen des inneren Menschen gefunden, in seiner unsterblichen, an den höchsten Gott gebundenen Seele. (S. 47)

Wer ist Jesus der Christus? Er kann als Prototyp des wahren geistigen Menschen (Sohn und Erbe, entfaltet aus dem göttlichen Ursprung) verstanden werden. (S. 57)

Die Seele ist vertraut mit der Wahrheit, ist inzwischen aber vom Weg der Vernunft abgekommen und erinnert sich nun wieder an ihren Ursprung. Sie erkennt die ewigen Ideen  und damit das wahre Seiende wieder (Platon). (S. 64)

Viele Philosophen haben das Wesen Gottes beschrieben und dabei ein ziemlich einheitliches Bild gezeichnet. Platon spricht vom Guten. Ohne die Güte Gottes wäre überhaupt nichts, was ist. (S. 73)

Der Eros ist also eine sich im Menschen befindliche Kraft, die weisheitsliebend, das heißt philosophisch ist. (S. 79)
Im Heilungsprozess der Seele dient der Eros als begehrende Kraft für das Heilwerden. (S. 83)
Die Bewusstwerdung des Menschen, erkennbar im Werk Platons, ist der Weg vom Eros zur Liebe. (S. 86) Die Erkenntnis des Guten bewirkt nun eine neue Liebeskraft, die des Eros nicht mehr bedarf. (S. 87)

Die anderen Philosophen nach Platon

Philosophen, die auf Platon folgen, haben keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse vorgelegt. Wahrheit ist und kann nicht neu erfunden werden. Die platonische Philosophie bedarf keiner weiterführenden Erkenntnisse. (S. 97)

Die Neoplatoniker haben ein paar Nuancen anders gesetzt, die ich versuche hier kurz aufzuzeigen (auch zum besseren Einstieg ins Buch).

Plotin (205 – 270) sieht das Grundprinzip im EINEN. Er in interpretiert Gott nicht unter dem Aspekt der GÜTE (Platon), sondern des EINEN als Ursache von allem. Die Frage ist auch, wie dann das Böse durch Eigenwilligkeit der Seele in die Welt kommen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt: die Ewigkeit des Göttlichen und das Leben der Seele in der Zeit.

Das Eine bedarf des Guten nicht, es ist der Ursprung des Guten und mit ihm identisch. (S. 104)

Also ist Gott, der gut ist, nicht Ursache von allem, sondern, was die menschlichen Angelegenheiten anbelangt, nur von wenigem. Beim Menschen aber überwiegt das Übel. Für das Gute liegt die Ursache bei Gott, für das Übel aber müssen die Ursachen gesucht werden, die nicht bei Gott liegen. (S. 104)

Plotin weist auch stärker noch als Platon darauf hin, dass es der GEIST ist, der über der Seele steht. Die Seele „ist vollkommen, wenn sie Geist hat“ (S. 113).

Die Fessel der Seele, der Körper, muss als das verstanden werden, was er ist: der Aufenthaltsort der Seele in ihrem aktuellen Bewusstseinszustand. (S. 115)

Falls jedoch der Körper als Diener der Seele eingesetzt wird, indem die im Kopf … verfügbaren Denktätigkeiten ausgeübt werden, wird die Seele zum Führer des Menschen. (S. 133)

Durch Individuation trennt sich die Seele von der All-Einheit. Sie verliert den Kontakt zum Einssein. … Die von der Ganzheit des Seins gelöste Seele verliert das Ewigkeitsbewusstsein, durch die Bindung an einen Körper vergisst sie ihren vormaligen Zustand und führt ein Leben in der Zeit. (S. 136)

Jamblich (ca. 240 – 320) aus Syrien greift auf Pythagoras zurück und stellt die Einheit der Lehre von Pythagoras und Platon heraus. Seine große Herausforderung ist das EINE als sowohl (unbeweglich ewiges) SEINENDES wie auch schöpferisch WERDENDES zu verstehen. Pythagoras war für ihn ein Weiser, der beide Gebiete kannte: „Weisheit ist Erkenntnis von den Gesetzen der Ewigkeit, und Wissen ist die Kenntnis von den in der sichtbaren Welt geltenden Gesetzen.“ (S. 151) Pythagoras lehrte auch die Reinheit des Körpers wie Abstinenz von Alkohol oder Fleischverzehr.

Cusanus (Nikolaus von Kues, 1401 – 1464) konzentriert sich darauf, aus der immer stärkeren Differenzierung des Göttlichen (GEIST, SEIN, WERDEN) wieder das EINE zu finden, die „Einheit der Gegensätze“ (etwas grob formuliert). Das „Nicht-Beschreibbare“ ist das „Nicht-Andere“. Mit andren Worten: Obwohl es nicht beschreibbar ist, ist es keinesfalls etwas ganz anderes. So ist der Mensch auch ein „zweiter Gott“ (S. 177). Es ist kein Wunder, dass Cusanus Pantheismus vorgeworfen wurde (Alles-ist-Gott). Er gehörte zu den ersten Humanisten und war auch dem Islam gegenüber wohlgesonnen.

Christus, der Sohn gegenüber dem Vater ist, ohne damit seine absolute Einheit mit ihm zu verlieren, ist zugleich auch Gott und Mensch in einem. … Zugleich aber ist Christus Gott selbst, in gleichsam absoluter Identität, die auch ihre Differenz zugleich ist. (S. 184)
In jedem Menschen ist also der noch eingefaltete Christus, der Prototyp des Menschen, enthalten (ebenda).

Erkennbar ist der Eine nur in seiner Entfaltung, das heißt in der Offenbarung außerhalb seiner selbst. Die Entfaltung bedeutet, dass ein Anderer aus dem Einen hervorkommt, der von gleicher Art ist, denn sonst könnte er den Einen nicht erkennen. (S. 189)

Wichtig für die Arbeiten von Cusanus ist, dass der die Arbeiten Platons mit dem neuen Testament in Verbindung bringt. Das Tragische des Menschen ist, dass er Teil beider Welten ist, die „ungöttliche“ Welt des Sichtbaren und Vergehenden und der „göttlichen Welt“ des Ewigen.

Der Zugang zu beiden Welten kann allein in der menschlichen Seele erfahren werden. (S. 203) Und damit besteht für die Seele „eine Wahlmöglichkeit“ (S. 207)

Marsilio Ficino (1433 – 1499) ist in der Runde der Neoplotoniker noch bedeutsam, da er Glück, Glückseligkeit und Liebe mit der Seele verband. Die Liebe der Seele ist für ihn „platonische Liebe“.

Glück und Seligkeit müssen vielmehr im Bewusstsein von der unsterblichen Seele gesucht werden. (S. 222)

Vom Ursprung geht also der Geist aus, er formt die Seele, um sich darin zu zeigen. (S. 233)

An diesem Grenzstein des Denkens setzt Ficino die Liebe ein, das umfassendste Merkmal des Einen und alles Seiende.
Der Kreis ist geschlossen, der Weg ist absolviert, die Seele ist wieder in das Gebiet zurückgekehrt, aus dem sie stammt, in ihr wahres Zuhause. … Dieses Leben findet seine Bestätigung im Tätigsein in Vernunft und Liebe für diese Welt. (S. 245)

Das Buch endet mit einer lehrreichen Zusammenfassung des Autors, die man auch als Einführung lesen kann: „Philosophie als Tätigkeit und angewandte Weisheit“ (S. 245 – 252), „Philosophisches Leben“ (S. 252 – 261), „Das Wesen der Seele“ (S. 261 – 263), „Weisheit und Wissen“ (S. 264 – 266) und „Die Ideenlehre als Grundstein der Weisheit“ (S. 266 – 267).

Not-wendiger Nach-Gedanke

Mein Nach-Denken nach dem ersten Studium des Buches muss mit einem DANKE an den Autor beginnen. Es hat dieses Feld der SEELE sehr umfassend dargestellt und sicher auch ganz im Sinne Platons und der besprochenen Neoplatoniker. Es scheint mir das zu sein, was als Seelen-Mystik philosophisch darstellbar ist.

Und doch bleibt mir der Eindruck und „Nach-Geschmack“: Es ist noch nicht der Gipfel selbst, sondern das letzte Plateau vor dem Gipfel. Das Buch durchzieht eine merk-würdige Dualität, die es trotz Philosophie des EINEN nicht transformiert. Und das ist PLATON „geschuldet“, nicht dem Autor. Hier die „göttliche Welt“, dort die „ungöttliche Welt“. Wenn Platon in Gott das GUTE sieht, dann ruft es das BÖSE regelrecht hervor. Es ist thematisch im Buch verdrängt, dann und wann taucht das Wort „Schlechtes“ auf. Der „Schatten des verdrängten Bösen“ macht sich jedoch überall in dieser durchgängigen Dualität breit, vor allem in der Missachtung des KÖRPERS. Die ganze Welt des Sichtbaren scheint die Welt des Unheils zu sein, unheilig, ungöttlich. Die Seele ist im Körper „gefangen“, muss sich aus diesen Fesseln „befreien“. Der „Befreiungsweg“ der Seele scheint vom Körper WEG zu gehen, statt sich VOLLKOMMEN als unsterbliches Prinzip in den Körper zu INKARNIEREN, um ihn zur Unsterblichkeit selbst zu transformieren.

Und vielleicht darf ich jetzt noch meine Empfehlung für „jeder Mann“ aufklären: Diese Art zu philosophieren ist „typisch Mann“. Entweder liebt er sexgierig missbrauchend oder platonisch göttlich. Der „wahre Mensch“ ist dann DER Philosoph. Nicht nur das „Böse“ ist verdrängt, sondern auch FRAU und SEX (klar, oder?). „Irgendwie“ ist diese Philosophie in allen Glieder „blutleer“. Böse Zungen interpretieren diese Worte als „impotent“.
Das ist eine Konsequenz dieser Dualität im zerrissenen Mann (der die Frau dann auch nur als Hure oder Heilige sehen kann). Es ist mir noch nie so bewusst geworden, wie durch dieses Buch. Es führt an eine Grenze, die es zu überschreiten gilt. DANKE!

Mein Fazit: Wer von der Philosophie eine Antwort auf die großen Fragen des Lebens erwartet, insbesondere die Themen „Seele, Unsterblichkeit, Göttlichkeit“, dem empfehle ich das Buch trotzt Nach-Gedanken uneingeschränkt. Der Autor erklärt alles in eigenen Worten (viele Zitate der Philosophen als Belege), doch es sind durchgängig seine Worte, so dass das Werk eine gewisse Geschlossenheit hat. Das Buch ist auch für christlich Suchende eine große Hilfe, die diesen christlichen Begriff der Seele mehr verstehen wollen. Die Verwandtschaft zwischen Platon und Paulus wird häufig heraus gestellt, Jesus als der Inbegriff des auch philosophisch „wahren Menschen“.

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