Bahar Yilmaz: Empower yourself

Untertitel: Werde zum glücklichsten Menschen, den du kennst.

Wenn Bahar Yilmaz ein Buch schreibt, so kann es durchaus ein in der spirituellen Szene „gängiges Thema“ sein, sie bringt es aber immer auf ein höheres Niveau. So auch ihr neues Buch.

Das Buch gehört in das bekannte Genre „Ratgeber – Selbstverwirklichung“, oder etwas konkreter: Komm in deine Macht, ermächtige dich selbst!

Das Englichsprachige des Titels zieht sich im Buch durch, was mich anfangs etwas befremdet hat. Da ist die Rede von „Lifestyle“, „Challenge“, „good habits“, „bad habits“, „Power Move“, Feel-Good-Ansätze“, „Black-List“, „White-List“, „Why-Diamond“, „Believe Gap“ und andere. Darüber hinaus hat sie auch im Deutschen neue Begriffe definiert. So spricht sie statt von „Komfortzone“ von Gravitationszone. Gut, jüngere Menschen gehen mit dem Englischen leichter um, doch ich habe für mich einen anderen Effekt festgestellt, der mich eher überrascht hat: Für mich ist z.B. ein Begriff „Challange“ neutraler als „Herausforderung“, „Power Move“ etwas anderes als „Körperübung“. Mit anderen Worten: Das Begriffs-System der Autorin hat für das Buch eine große Bedeutung! Sie können in einem zunächst neutralen Status neu besetzt werden. Das Buch bringt vieles erst einmal auf NULL, auf NEUSTART.

Es ist für mich sogar mehr als „Software-Aktualisierung“ (danach ist in der Regel auch ein Neustart notwendig), eher – wenn wir in diesem Bild bleiben – die Installation eines neuen Betriebssystems. Das neue Betriebssystem ist DIE SEELE. Ein Schlüsselsatz:

Ich glaube nicht nur, sondern ich weiß, dass du aus einem höheren Grund hier bist, dass du dich für dieses Leben entschieden hast, weil du ganz genau wusstest, dass du hier wachsen und einen Beitrag leisten kannst für mehr Frieden und Liebe auf der Erde. Ich weiß, dass deine Seele, dein Höheres Selbst, dein Herz oder wie auch immer du diese höhere Instanz in dir nennen möchtest, danach lechzt, deine ganz persönliche seelische Signatur auf der Erde zu hinterlassen, um sie zu einem besseren Ort werden zu lassen. Ich weiß das. Und ich denke, du weißt das auch. (S. 64)

Gleichzeitig ist dieses Buch wohl das „geerdetste“ Buch von Bahar Yilmaz, wenn ein Vergleich überhaupt sinnvoll ist. ENERGIE und GEIST (ihre Hauptthemen) ergreifen in diesem Buch das ganz konkrete LEBEN, bis hin zur Einflussnahme auf Zwirbeldrüse, Mitochondrien und DNA. Darum geht es letztlich: Die Einheit von Körper, Geist und Seele in einem Leben in innerem Frieden, Demut und Liebe. Das ist für mich sehr überzeugend. Und Bahar Yilmaz weist darauf hin, dass der mentale Wechsel von Überzeugungen (oder gar nur neue Informationen) nicht ausreicht: Es geht um das TUN und das HANDELN. Das Buch von ihr ist ein Praxis-Buch im besten Sinne. Es ist von 21 Challange-Übungen begleitet, die es in sich haben!

Was mir besonders gefällt:

  • Bahar Yilmaz ist seit Jahrzehnten Yogalehrerin. Das Wort YOGA lässt sich grob auch übersetzen mit DISZIPLIN. Ja, um das Buch in das eigene Leben zu integrieren, bedarf es Disziplin. „Für mich war Disziplin schon immer der kraftvollste Ausdruck von Selbstliebe.“ (S. 154)
  • Es ist verblüffend, wie die Autorin „alte Zöpfe“ abschneidet: „Dieses Vorgehen löst die Affirmationen ab.“ (S. 75)
  • Wir haben alle einen falschen Stolz, der uns in Ego-Programmen fest hält. „Also denkst du: Augen zu und durch. Nur nicht das Gesicht verlieren. Doch es geht nicht gut. Irgendwann zwingt dich das Leben in die Knie und fordert dich auf, die Situation zu verlassen. (S. 29). Wenn wir selbst nicht freiwillig DEMUT lernen, dann zwingt das Leben uns selsbt in die Knie.
  • Eines der großen Unterschiede zwischen Esoterik und Spiritualität ist die Einstellung zur Dualität. Bahar Yilmaz schreibt klar und deutlich: „Doch egal, was gewisse spirituelle Feel-Good-Ansätze behaupten: Als Menschen dürfen und müssen wir auch die Dualität erleben und von ihr Lernen.“ (S. 28) „Wir leben in einer polaren Welt. … Dies ganz zu verstehen, könnte bereits dein komplettes Leben verwandeln.“ (S. 27)
  • Ihr Verständnis von „Spiritualität“ ist sehr schön: „Es ist deine Liebesgeschichte mit dem unendlichen und wie ihr es schafft, miteinander eine spannende und transformierende Beziehung zu führen.“ (S. 222)
  • Das Buch ist eine bestimmte „Roadmap“ (Straßenkarte), um ein nächstes Level, eine neue Bewusstsensstufe zu erreichen. Das Schöne daran: Gleichgültig, wo du stehst und was die nächste Stufe ist, es gilt immer alle vier Ebenen zu berücksichtigen, und genau auch in dieser Reihenfolge: die Ebene des Geistes, die Ebene des Herzens, die Ebene des Körpers und die Ebene der Seele (in diesen Kapiteln ist das Buch auch aufgebaut). Es ist eine Aufwärtsspirale, die diese Bereiche not-wendiger-weise durchläuft. Das ist sehr allgemeingültig und ein klares Praxis-Konzept!
  • Bei der Frage „Warum lebe ich überhaupt?“ ist der „Warum-Diamant“ (Why-Diamond) ein Schatz, der feingeschliffen werden will. (S. 65 ff)
  • „Das Frequenz-Chart“ (S. 197 ff) ist sehr hilfreich, eine sehr realistische Einschätzung, wo man gerade wirklich steht zwischen den Polen des falschen und des wahren Selbst in der Messung der eigenen Gesamtschwingung.

Vor welchen Herausforderungen stehst du gerade?

Man kann das Buch nur lesen oder auch umsetzen. Ich selbst bin absolut verblüfft, dass sich in meinem Leben zwei große auch emotionale „Herausforderungen“ auftun, seitdem ich das Buch in den Händen halte. Ich „weiß“, dass das Buch genau er Schlüssel ist, um diese Herausforderungen zu meistern. (Es gibt ja keine „Zufälle“, oder alles ist ein Zu-Fall.) Vielleicht sollte jeder Leser des Buches sich zunächst fragen, vor welchen Herausforderungen er gerade steht, für die das Buch der Schlüssel der Lösung sein könnte. So liest es sich gleich anders, gleich praxisbezogen.

Astrologisch gesehen leben wir 2017 in einem Sonnenjahr, das uns auffordert, den Löwen in uns zu wecken, unsere Potenziale wie eine Sonne ans Licht zu bringen, Löwenmut zu haben und eine Sonne für andere zu sein. Das Titelbild des Buches ist richtig magisch für dieses Sonnenjahr. Es ist für mich DAS BUCH dazu.


Bahar Yilmaz:

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Dr. Joe Dispenza: Du BIST das Placebo

Untertitel: Bewusstsein wird Materie


Dr. Joe Diszenza hat ein großes Thema: Die Evolution des Menschen über die Evolution seines Gehirns. Dieser Band ist der dritte seiner Trilogie neben „Schöpfer der Wirklichkeit“ und „Ein neues Ich“.

„Du BIST das Placebo“ hat eine bahnbrechende wissenschaftliche Tiefe und gleichzeitig die bisher am weitest entwickelte Meditation zur persönlichen Transformation. 330 Seiten fundierte, wissenschaftliche Information, 45 Seiten Transformation (die Texte der Meditation). Dr. Dispenza geht es nicht nur darum, scheinbar unheilbare Krankheiten doch mit der Kraft des glaubenden Geistes in die Selbstheilung zu führen, sondern auch die Gesetzmäßigkeiten zu finden, über die wir unser volles menschliches Potenzial entfalten können. Und wenn wir „Kinder Gottes“ sind, dann ist in unserer Potenzial-Entfaltung sicher noch viel Platz nach oben …

Das Placebo als Wunderheilmittel

Das Buch ist durchaus ein medizinisch-wissenschaftliches Buch! Ist es nicht merk-würdig, dass in der Medizin der „Placebo-Effekt“ nicht mehr wegzudiskutieren ist, man mit ihm „rechnen“ muss, doch kein Mediziner ihn bisher erklären kann? Es könnte doch die Erklärung aller „Wunderheilungen“ liefern (nennen wir es etwas weniger sensationell in medizinischer Fachsprache: „Spontanremissionen“)! Warum meidet die Schulmedizin die Erklärung des Placebo-Effekts wie der Teufel das Weihwasser? Oder ist sie durch ihre Denkweise im wahrsten Sinne des Wortes dafür zu beschränkt?

Das Paradigma des Autoren ist nicht das der Schulmedizin, und deswegen liefert er eine stichhaltige Erklärung des „Placebo-Effekts“, von Hypnose, Psychoneuroimmunologie und „Wunderheilungen“. Das Paradigma des Autoren ist einfach: „Bewusstsein wird Materie“, oder mit anderen Worten: Der zweifellose Glaube des Patienten an die Heilung ermöglicht die Heilung, die „Neuprogrammierung des Gehirns“, um ein neuer Mensch zu werden, ein Gesunder, ein Geheilter. EINE Schlussfolgerung aus diesen Thesen lautet: Es gibt keine unheilbaren Krankheiten, sondern nur unheilbare Patienten, (S. 75), solche, die einfach nicht das Not-wendige für Ihre Heilung tun.

Der „Placebo-Effekt“: Es ist nicht ein wirkungsloses Mittel, das da irgendetwas bewirkt, sondern der Glaube des Patienten, dass Heilung in seiner Macht steht, seine unerschütterliche Überzeugung ist das wirksame Mittel. So wird der „Glaubende“ im wirklich biologischen Sinne zum Placebo, sein Gehirn selbst ist das Placebo.

Körper und Geist

Es gibt in der Philosophie und Wissenschaft eine abgrundtiefe Kluft zwischen Geist und Materie oder Bewusstsein und Körper („Dualismus“). Für mein Bewusstsein repräsentiert dieses Buch eine „Wiedervereinigung“ dieser scheinbar unterschiedlichen Welten (die Welt des Geistes und die Welt der Materie). Das Buch stellt dar, wie aus neuen Gedanken dann neue Gefühle und neuronale Bahnen werden, die durch die „Neuroplastizität“ neue Gehirnstrukturen schaffen – und letztlich einen neuen Menschen: alte Strukturen müssen neuronal aufgelöst und neue Strukturen geschaffen werden. Das mag ja nichts Neues sein, doch der Autor geht diesem biochemischen Prozess so weit in den Einzelheiten nach, dass er den altenden Körper als eingefrorene Gedanken der Vergangenheit interpretiert. Unser Körper ist im gewissen Sinne Fleisch gewordene Vergangenheit. Doch wir können durch neue Gedanken, die über das alte Denken, die alten Gefühle und die prägende Umwelt hinaus gehen, uns einen Zukunftskörper schaffen, der nicht in der Vergangenheit hängt, sondern uns in die Zukunft führt, Lebensräume für die Zukunft eröffnet.

Quanten-Geist

Das Kapitel gehört zu den besten, die ich bisher zu dem Thema gelesen habe. Richtig verstanden ist die Quantenwelt nicht nur das Feld aller Möglichkeiten, sondern wir können in potenziell unterschiedliche Realitäten eintreten! Wer das nicht nachvollziehen kann, der hat die Quantenphysik nicht verstanden. Denn wenn wir unser Potenzial optimal entfalten wollen, dann müssen wir bewussten Zugang zu diesem Quantenfeld haben, denn hier und nirgends anders schlummern unsere Potenziale.

Das Buch bietet, wie es sich für ein wissenschaftliches Buch gehört, auch viel Dokumentenmaterial (Farbtafeln) für veränderte Bewusstseinszustände, in denen Heilung und die Entfaltung von Potenzialen möglich sind.

r-pfeil-reMein Fazit: Natürlich gehört das Buch in die Hand eines jeden, der an die eigenen Selbstheilungskräfte seines Körpers und vor allem bewussten Geistes glaubt. Dieser GLAUBE kann auf ein massives Wissen der Funktionsweise aufbauen. WISSEN gehört zur Heilung dazu. So wird das Buch von Dr. Joe Dispenza selbst zum Medikament.

Aber mehr noch: Jeder, der über seine Grenzen hinaus wachsen will, der all diese Glaubenssätze über die Beschränktheit des in der Vergangenheit gefangenen menschlichen Geistes überwinden will, der findet in diesem Buch wissenschaftliche Unterstützung und Techniken, Fesseln zu sprengen und seinen Körper-Geist auf ein grenzenloses Potenzial hin neu zu „programmieren“.

Ja, ich finde das Buch auch aus philosophischer Sicht enorm anregend. Ich kenne kein zweites Buch, dass diese Dichotomie („Dualität“) von Körper und Geist dermaßen überwunden hat wie dieses und sehr spannende neue Kategorien einführt.

 

Dr. Joe Dispenza: Du bist das Placebo – Bewusstsein wird Materie (Klick)

Dr. Joe Dispenza: Schöpfer der Wirklichkeit

Untertitel: Der Mensch und sein Gehirn – Wunderwerk der Evolution


Dr. Joe Dispenza hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Evolution des Menschen an der Evolution des Gehirns aufzuzeigen, die neue Wissenschaft des Gehirns mit der alten Spiritualität des GEISTES zusammen zu bringen. Dieses Buch ist das erste in einer Reihe des Autoren als „Gebrauchsanleitung des Gehirns“ und stellt die Grundlagen einer modernen Gehirnforschung dar und interpretiert dies ganz im spirituellen Sinne. Unser Gehirn trägt alle Potenziale in sich, um unsere Wirklichkeit als SCHÖPFER leben zu können, weit über unsere mentalen Grenzen heraus zu wachsen.

Die Spiritualität lehrt seit Jahrtausenden, dass es der GEIST ist, der die Wirklichkeit formt. Schon die > Lehren des „Hermes Trismegistos“ (ca. 2.000 v. Chr.) gingen davon aus, dass ALLES GEIST ist. Heute macht sich in der Wissenschaft eine Revolution breit, dieses „Primat des Geistes über die Materie“ endlich anzuerkennen. Vorläufer war die Relativitätstheorie Einsteins, die Quantenphysik. Inzwischen sind es die Biologie des Gehirns (Neurobiochemie) und die Epigenetik, die uns das Wissen an die Hand geben, unser Leben als Schöpfer selbst zu bestimmen. Das Buch von Dr. Joe Dispenza liefert die Grundlage, unser Gehirn als Wunderwerk der Evolution zu verstehen und es für die eigene Evolution und die Evolution der nächsten Generationen einzusetzen. Wir sind im Prozess einer Transformation der menschlichen Evolution, wie sie vielleicht nur noch mit der „neolitischen Revolution“ vor über 10.000 Jahren zu vergleichen ist, als die Menschheit sesshaft wurde.

Aus dem Inhalt des Buches:

Die großen Themen des Buches sind:

  • Der Paradigmenwechsel zum Primat des Bewusstseins über das Sein – und die Rolle des Gehirns dabei.
  • Die Überwindung des Dualismus zwischen Geist und Materie, Bewusstsein und Gehirn.
  • Wie niedrige Emotionen zu festen körperlichen Programmen und Schaltkreisen im Gehirn werden und den Körper gefangen halten (die neurobiologische Grundlegung der „emotionalen Intelligenz“).
  • Das Bewusstsein erschafft (im Sinne des Quantenfeldes) aus den potentiellen Möglichkeiten unsere Wirklichkeit: Wir entscheiden, was unsere Realität wird, doch nicht nur für einzelne Augenblicke, sondern für einen neuen Seinszustand.
  • Das Buch liefert die wissenschaftliche Grundlage für die Notwenigkeit des mentalen Übens, des Mental-Trainings. Kein (evolutionär) neues Verhalten ohne anhaltendes Mental-Training.
  • Evolution ist im ersten Schritt ein Lernprozess, das Ansammeln von Wissen, um über das TUN dann das Verhalten immer mehr zu optimieren, bis eine Meisterschaft ohne Nachdenken möglich ist.
  • Die Grundlage von Spontan- und Wunderheilung. 

Wir können unser Gehirn nur dadurch weiterentwickeln, dass wir bewusst werden. Wenn wir das Bewusstsein aufwecken, können wir den Geist erneuern. (S. 473)

Jeder neue Seinszustand wird zunächst sehr viel bewussten Einsatz erfordern. Wir ersetzen die neuronalen Gewohnheiten unseres alten Selbst durch das Ideal eines neuen Selbst und werden dadurch zu jemand anderem. Die nächste Stufe der Evolution – Weisheit – bedeutet, unbewusst großartig, edel, glücklich und liebevoll zu serin – und zwar so einfach und mühelos, wie wir unsere Zähne putzen. (S. 480)

r-pfeil-reMein Fazit: Das Buch ist sehr anschaulich und verständlich mit vielen lebensnahen Beispielen geschrieben. Es ist Information pur über unser wichtigstes Werkzeug, das Gehirn. So viel „Gebrauchsanleitung“ braucht jeder, der sein Leben in die eigene Hand nehmen will. Alles funktioniert besser, wenn man auch weiß, WIE es funktioniert. Das Buch erklärt, warum wir sind, wie wir sind, warum alte Gedanken und Gefühle so im Körper verankert sind, dass Veränderungen so schwer fallen, unser Körper selbst zum unbewussten Geist wird. Die Hardware (Gehirnverdrahtung) wie auch die Software (Programme) sind aus der Vergangenheit und halten uns in der Vergangenheit gefangen. So altern wir, nicht vor allem aus biologischer Notwendigkeit heraus, sondern durch Fehler der Hard- und Software. Wir haben unseren Körper selbst auf „Altern“ und „Krankheiten“ programmiert. Doch das Buch zeigt auch, wie die alten Programme umprogrammiert werden können, so dass unser Gehirn sich für die Evolution öffnet, wir Schöpfer unseres Lebens werden können und Träger einer Evolution, die die Menschheit in eine neue Epoche führt. Die Revolution beginnt zuerst im Kopf, geht dann in ein bewusstes Tun über und erschafft so einen ganz neuen Seins-Zustand. Das ist die „frohe Botschaft“ des Buches.

 

Dr. Joe Dispenza: Schöpfer der Wirklichkeit – Der Mensch und sein Gehirn – Wunderwerk der Evolution (Klick)

Reiner Noreisch: Erschaffe dein Leben neu!

Untertitel: Warum positives Denken alleine nicht reicht


Ich bespreche das Buch einen Tag nach dem Austritt des Groß-Britanniens aus der Europäischen Union. Die Krise in Europa spitzt sich zu, manifestiert sich in einem ersten, tiefen Bruch. Wahrlich: Wir leben in Krisenzeiten, von denen keiner mehr verschont wird. Allgemeine „Er-Schöpfung“ wird zu einer „Volkskrankheit“. Da läuft vieles ganz gewaltig schief. Es ist nicht mehr die Zeit, um über spirituelle Konzepte zu diskutieren, sondern in ein zutiefst schöpgungsgerechtes HANDELN zu kommen. „Wer heilt, hat recht.“ Das Buch von Reiner Noreisch ist genau das rechte Buch zur rechten Zeit. Wir alle brauchen vor allem funktionierende Konzepte, um aus dem „erschöpften Opferbewusstsein wieder ins kraftvolle Schöpferbewusstsein“ zu kommen. Aus dem Handbuch von Reiner Noreisch spricht Praxis-Erfahrung. Da ist ein rettendes Krisen-Werkzeug für den einzelnen, das erprobt ist und funktioniert.

Das Buch ist durchaus als „spirituelles Buch“ zu werten. Sein Motto ist der bekannte Spruch von Teilhard de Cardin: „Wir sind keine Menschen, die spirituelle Erfahrungen machen, sondern wir sind spirituelle Wesen, die erfahren, Mensch zu sein.“ Ansonsten philosophiert der Autor nicht lange über Spiritualität. „Nach meiner Auffassung gibt es keine Trennung zwischen ‚dem Leben‘ und Spiritualität. (S. 181). Das Buch verzichtet sogar auf das schillernde Konzept des „Ego“ und spricht stattdessen vom „begrenzten Ich“. Es geht nicht darum, den Lieblingsfeind der Spirituellen, das Ego, zu bekämpfen (wie auch immer), sondern Ich-Begrenzungen zu erweitern.

Was normalerweise als Störung oder Krankheit angesehen wird, ist nach meiner Auffassung eigentlich eine spezifische Lernerfahrung der Seele eines Menschen. Schöpfer-Transformation unterstützt Sie darin, diese Erfahrungen zu vervollständigen und zu integrieren.“ (S. 16)

Damit ist das entscheidende Stichwort schon gefallen: „Schöpfer-Transformation“. Dieser vom Autor entwickelte Prozess zieht darauf ab, Blockademuster aus der Vergangenheit nicht mehr auszuagieren, sondern zu transformieren, um immer mehr Schöpfungspotenzial verwirklichen zu können. Dies führt nicht nur dazu, seine tiefsten Wünsche und Visionen (endlich) verwirklichen zu können, sondern damit auch einen Beitrag zum Transformationsprozess der Menschheit zu leisten.

Die 5 Phasen der Transformation

Dreh- und Angelpunkt des 5-Schritte-Prozesses sind die 5 Phasen der Transformation:

  1. Die Phase der relativen Zufriedenheit in einer Bequemlichkeitszone. Alles scheint im Leben (noch) optimal zu funktionieren.
  2. Die Phase der zunehmenden Störungen, Verunsicherungen, Disharmonien. Das Lebenssystem gerät ins Wanken. Abwehrmechanismen (aber auch verdeckende Süchte) versuchen sich im Krisenmanagement, um die Bequemlichkeitszone der 1. Phase wiederzugewinnen.
  3. Die Phase der manifesten Krise. Keine Tricks nutzen mehr, die Krise ist da und nicht mehr zu verdrängen. Alles scheint auseinander zu brechen, der Boden unter den Füßen verschwindet. Alles scheint im freien Fall nach untern. Der äußere Halt löst sich als Illusion auf.
  4. Die nach innen gerichtete Phase sucht nach inneren Ressourcen, um aus dem inneren Selbst, dem „wahren Wesen“, dann eine neue Realität zu erschaffen.
  5. Der (Quanten-) Sprung und die Transformation in eine neue Realität als Schöpfer des eigenen Lebens. Eine neue Integration des eigenen Lebens ist zum Wohle aller erreicht.

Wenn man diese Phasen als grundlegende Dynamik des Wandels vor Augen hat, dann sind die 5 Elemente der Schöpfer-Transformation des Autoren leicht nachzuvollziehen:

Die 5 Elemente der Schöpfer-Transformation

Die 5 Elemente sind auch die 5 Hauptphasen des Prozesses:

  1. Das Erwachen aus der Alltagstrance. Das bedeutet vor allem, sich aus der Alltagstrance distanzieren zu können, sich damit nicht mehr zu identifizieren, auf dem Weg zu einer neuen Identität zu sein, sich „neu zu erfinden“.
  2. Die bisherigen Erfahrungen zu würdigen. Dies ist durchaus ein schwieriger Schritt, weil man in einer Krisensituation einfach alles „schwarz“ sieht, als ob man im Leben auf ganzer Linie versagt hätte. Diese Würdigung des bisherigen Lebens ist Selbstliebe, das Erkennen des positiven Potenzials in den scheinbar negativen Erfahrungen. Das scheinbar Negative entpuppt sich als Lern-Herausforderung.
  3. Sich die Energie zurück holen. In Blockaden steckt Energie! Die wichtigste Energiequelle in dieser Phase sind keine „Fremdenergien“, sondern die Befreiung der eigenen Energien aus den Blockaden.
  4. Die liebevolle Umarmung aller Anteile des eigenen Selbst. Jede Transformation ist auch ein Integrationsprozess. Das Herz integriert und umarmt alles wie eine liebevolle Mutter.
  5. Die Erschaffung einer neuen, erfüllten Realität. Die Transformation ist abgeschlossen, wenn sich eine neue Realität eines erfüllten Lebens stabilisiert hat.

Ja, so einfach ist die Landkarte des Wandels! Die Genialität zeigt sich immer in der Einfachheit. Es geht nur darum, es umzusetzen. Über kurz oder lang zwingt das Leben einem diese Prozess auf. Die eigene Wahl ist es, früh genug aufzuwachen und einen solchen Reiseführer der eigenen Heldenreise aus der Begrenzung in die Fülle auch zu nutzen und nicht mehr orientierungslos von Krise zur Krise umherzuirren.

Mein Fazit: Wer aus dem ewigen „Teufelskreis“ eigener Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster ausbrechen will, der ist mit diesem Buch als Transformations-Führer bestens beraten: endlich transformieren statt ewig ausagieren! Der Teufelskreis ist eine Spirale nach unten: Die eigenen Muster wollen erlöst werden oder verdammen einen in die zunehmende Hölle des eigenen Lebens. Das Buch hilft auch, es nicht erst zu einer solchen zerstörerischen Drama-Dynamik kommen zu lassen. Es hilft, früh genug einzugreifen, um das eigene Schöpferpotenzial zur Entfaltung zu bringen. Wenn wir diese Dynamik der Wandlung gemeistert haben, kommen wir in den „Engelskreis“ der Aufwärtsspirale. Das Leben will nichts anderes, als dass wir unsere Schöpfer-Potenziale entfalten. Der Schlüssel ist das eigene Bewusstsein und die Bewusstwerdung.

 

Erschaffe Dein Leben neu!: Warum positives Denken alleine nicht reicht (Klick)

Neal D. Walsch: Die Essenz

Untertitel: Die 25 Botschaften aus den „Gesprächen mit Gott“


Ich habe den ersten Band von „Gespräche mit Gott“ schon gelesen, da war der zweite Band (auf Deutsch) noch gar nicht erschienen. Inzwischen habe fast alle Bücher dieser 9-teiligen Reihe gelesen. Und ich sage gleich: Ja, diese ESSENZ aus 444 Seiten ist mehr als die Summe aller Teile und ein krönender „Abschluss“ – hätte ich fast geschrieben. Doch da hat mich der Autor Neal D. Walsch schon mehrfach eines Besseren belehrt. Gerade am Anfang waren immer wieder Sätze zu lesen wie: Jetzt ist alles gesagt und geschrieben. Mehr Bücher brauchst du nicht mehr zu lesen. … Den Rest kennt jeder seiner Fans: Tausende weitere Seiten folgten. Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass dieser Band jetzt der „krönende Abschluss“ ist. Vielleicht ist er ja wieder der Anfang eines neuen Buch-Zyklus. Wie dem auch sei:

Die Essenz

Trotz der 444 Seiten ist das Buch eine meisterhafte Konzentration auf die wesentlichen Botschaften aus „GmG“, genau genommen 25 Botschaften (im 2. Kapitel auf 5 Ein-Drittel Seiten essentiell zusammen gefasst). Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Jedes Wort kraftvoll wie in Stein gemeißelt. Was immer „am Anfang“ gewesen sein mag. DAS WORT gehört mit dazu: Manifestationen mögen anfänglich ein Wirbel von Gedanken-Energie sein. Im WORT wird daraus eine in Erscheinung tretende Manifestation.
Diese Qualität hat das Buch. Wenn es NEUER WORTE eines jetzt richtig verstandenen Gottes bedarf, hier stehen sie, hier sind sie zu lesen, hier ist das Programm für eine ganz neue Kulturgeschichte der Menschheit, einem Evolutionssprung für das Paradies auf Erden.

Einem aufmerksamen Leser der bisherigen Botschaften ist alles „irgendwie vertraut“, und doch gibt es wieder so viele schöne Formulierungen – wie

Was jetzt auf Erden gebraucht wird, ist eine Bürgerrechtsbewegung für die Seele. (S. 36)

Das Buch ist ein leidenschaftlicher Aufruf, all diese „zum Himmel schreienden Missstände“ zu beheben. Es ist aber keinesfalls eine Anklage, sondern ein Appell, das Leben wirklich zu ändern. Wir sind eine Generation, die eine NEUE ERDE hervor bringen können. Jedes Kapitel enthält Anwendungen für den Alltag. Jede Woche eine Botschaft studieren (sich ihrer Wahrheit zu erinnern) und in den Alltag umsetzen – wer sollte uns als Botschafter der NEUEN ERDE aufhalten können? Wir brauchen eine so kraftvolle „Bürgerrechtsbewegung für die Seele“, ein Heldenepos, wie es seinerzeit die frühen Christen und Gnostiker geschrieben haben. Es ist Zeit, dass dieses „Christliche Zentrum“ in unseren Seelen erwacht und zu einem unaufhaltsamen Lebensstrom werde.

Ich bin als langjähriger Leser der GmG für dieses Buch sehr dankbar und weiß erst jetzt, dass ich es bisher vermisst habe! Gut, dass es in die Existenz getreten ist.

Mein Fazit: Ob es als „Neues Evangelium“ ein „Heiliges Buch“ ist? Ich glaube, das entscheidet jeder für sich selbst. Und wahrscheinlich ist jede Etikettierung „heilig“ bereits ein Schritt in die „falsche“ Richtung. Denn wo das Heilige angenommen wird, da wird auch das Sündige verfolgt. Keine „heiligen Bücher“ mehr … und keine „heiligen Kriege“ mehr. Lassen wir uns von niemand anderem etwas „vor-schreiben“ außer von unserer Seele.

DIE ESSENZ ist ein Seelenbuch – das Buch unserer Seele als Menschheit. 

Jeder hat sicher einen anderen Zugang zum Buch und nutzt es auf seine Weise. Ich habe mich entschieden, es als „göttliches Selbstgespräch“ (das Göttliche im Gespräch mit sich selbst) zu lesen, in dem ich selbst ein Teil des Gespräches bin. 

 

Theodor Dierk Petzold: Gesundheit ist ansteckend

Untertitel: Praxisbuch Salutogenese

Er revolutionäres Buch, das auf leisen Sohlen kommt!

In der Wissenschaft nennt man es: „Paradigmenwechsel“ – wenn sich ein Weltbild plötzlich dramatisch verändert.  Der wahrscheinlich bekannteste Paradigmenwechsel in der Weltanschauung der Menschheit ist der: „die Erde ist der Mittelpunkt“ ZU „die Sonne ist im Mittelpunkt“.

In diesem Buch geht es um den Paradigmenwechsel: „die Krankheit ist der Mittelpunkt“ ZU „die Gesundheit ist der Mittelpunkt“, ein Paradigmenwechsel, der wohl für die Evolution der Menschheit noch grundlegender ist. Weiterlesen

Amarque / Markert (Hg.): Was ist Liebe?

Untertitel: Eine integrale Anthropologie über die Facetten der Liebe

Das Buch als „integrale Anthologie“ von 14 Autor(inn)en ist nicht romantisch (das Wunder des Verliebtseins ist kein Thema), es ist nicht geil (Wunder und Verwirrung der Sexualität ist kein Thema), es ist nicht politisch (Patriarchat und Geschlechterkrieg ist kein Thema), das Buch ist philosophisch, wie es Männer zuwege bringen, wenn sie über Liebe philosophieren. Halt! Unter den 14 Autoren sind zwei Frauen dabei (Elvira Greiner und Christina Kessler), deren Beiträge noch am ehesten das Herz berühren. Ja, das Buch hat etwas von dieser „blutleeren Abstraktion der Philosophie“. Es ist in einer sehr konzeptionellen  Sprache formuliert.

Mich hat auch der Beitrag von Papst Benedikt „Deus Caritas est“ über die Liebe Gottes verblüfft und ist sehr lesenswert! – Auch sehr nachdenkenswert, wenn der ehemalige  „Chefinquisitor“ der katholischen Kirche über die göttliche Liebe philosophiert … Es sind die Größen integraler Spiritualität vertreten: Ken Wilber, Andrew Cohen und Genpo Merzel Roshi – Michael Habecker und Tom Amarque nicht zu vergessen.

Einige „Perlen der Liebe“ aus dem Buch
(nicht alle Autoren zitiert):

Erich Fromm:

Welches sind die notwendigen Schritte, um die Kunst (des Liebens – JS) zu erlernen? Man kann den Lernprozess in zwei Teile aufteilen: Man muss einerseits die Theorie und andererseits die Praxis beherrschen. … Aber abgesehen von Theorie und Praxis muss noch ein dritter Faktor gegeben sein, wenn wir Meister in einer Kunst werden wollen: Die Meisterschaft in dieser Kunst muss uns mehr als alles andere am Herzen liegen; nichts auf der Welt darf uns wichiger sein als diese Kunst. (S. 12 f.)

Papst Benedikt XVI.:

Ja, es gibt Vereinigung des Menschen mit Gott – der Urtraum des Menschen mit Gott – aber diese Vereinigung ist nicht Verschmelzen, Untergehen im namenlosen Ozean des Göttlichen, sondern ist Einheit, die Liebe schafft, in der beide – Gott und Mensch – sie selbst bleiben und doch ganz eins werden. ( S. 26)

Elvira Greiner:

Gleichzeitig bin ich auch die Beschenkte: Was die Menschen, mit denen wir arbeiten, mir geben, das ist der größte Lohn, die wertvollste Motivation: Sie geben ein lebendiges Zeugnis dafür, was wirklich zählt – und das ist letztlich immer nur die Liebe. (S. 63)

Christine Kessler:

Selbst unbewegt, ist sie die große Bewegerin – Auflösung, Leerheit, Formwerdung und Form in sich und durch sich vereinend, Zustand und Prozess zugleich. Liebe ist die implizite Ordnung, die den Kosmos organisiert und erhält und gleichzeitig die Dynamik, die ihn bewegt. Sie ist der kosmische Rhythmus, den das gesamte Universum tanzt, der Rhythmus des Werdens, des Loslassens und Neu-Entstehens. Die ist Kommunikation in ihrer reinsten Form: Kommunion. (S. 107)

Deshalb glaube ich an die Liebe, und nur an die Liebe. Mehr brauche ich nicht zu glauben, denn in ihr ist alles enthalten, was dem Leben dient. Liebe ist Leben, und ich glaube an das Leben. Aus diesem Grund ist amo ergo sum eine Liebesphilosophie, eine Lebensphilosophie, eine Lebenshaltung. Mein Credo. (S. 112)

Tom Amarque:

Die Frage Was ist Liebe? ist wahrscheinlich die wichtigste unterscheidbare Frage, die es überhaupt gibt. … Mit jedem Versuch, eine Antwort auf die Frage Was ist Liebe? zu  finden, gehen wir einen Schritt auf uns selbst zu und erkennen uns ein klein wenig mehr. Und doch werden wir diese Frage niemals endgültig beantworten können. (S. 150)

Ich liebe dann, wenn ich mich selbst für jemanden verändere, um mehr leben und zum Wohle des anderen handeln zu können. Ich liebe dann, wenn ich in bestimmten Situationen, in denen ich dazu neige, nicht mehr zu lieben, meine inneren Prozesse unterbreche, neu ausrichte und mehr liebe. Und ich möchte diese Neigung, den Prozess des Liebens zu unterbrechen, nun „Ego“ nennen. … Und es wird mehr als ersichtlich, dass der eigene Tod, nämlich meines Egos, zum Referenzwert für die tatsächliche Liebe wird. (S. 158)

Hardy Fürch:

Denn eigentlich ist es nicht möglich, über Liebe zu schreiben, schon gar nicht über die Liebe – es sei denn, man ist Dichter. (S. 162)

Integrale Liebe, die die spirituelle Dimension mit umfasst, wird so von der Liebe zur LIEBE. Das bedeutet für mich darüber hinaus auch, dass eine spirituelle Liebe zwischen Menschen immer den transpersonalen Kern des Menschen meint. Dass sich Seele mit Seele, Atman mit Atman verbindet. (S. 170)

Wie es aussieht, kommen wir auf dem so genannten spirituellen Weg nicht um eine ganz normale, vollständige Individuation herum. Ein „gesundes Ego“ ist zwar immer auch ein Hindernis, weil es zu Kontraktionen und Selbstbezogenheit neigt, aber gleichzeitig ist es die sicherste Basis für weiteres Wachstum. (S. 172)

Das Sich-getrennt-Fühlen ist ein „göttliches Spiel“, in dem der Eine den Einen sucht. Und das Glück, in der Tiefe des Wesens einander zu finden und zu erkennen, gehört zu den ergreifendsten und heiligsten Momenten des Lebens. (S. 185)

Denn ein „Wir-Feld“ würde wahrscheinlich desto kraftvoller ausstrahlen, je mehr Liebe bzw LIEBE dort gelebt wird. Das schon alleine wäre aus meiner Sicht ein guter Grund, ein polyamorischers Experiment im Sinne eines „Höheren Wir“ zu wagen. (S. 190)

Michael Habecker:

Die Kartographie der Liebe … in diesem Sinne ist ein Ausdruck von Liebe. (S. 243)

Gibt es etwas in dir, was nicht kommt und geht, sondern einfach nur IST und LIEBT? (S. 258) – Schau auf die geschaffene Welt, und wie alles mit allem zusammen hängt. Ist dies nicht alleine schon ein Liebesbeweis? Das gleiche Wasser, welches uns erfrischt, hat schon unzähligen Lebewesen als Nahrung gedient, ebenso wie die Luft, die wir nur deshalb einatmen können, weil andere Wesen sie ausatmen. Das ist die liebende Ökologie allen Seins! (S. 268)

Dem Leben mit allen seinen Gegebenheiten zu begegnen und dabei das Herz offen zu halten, als der Ort, den die meisten Menschen als Lokalisation ihrer Liebe bezeichnen, ist die ultimative Liebespraxis. (S. 270)

Auf einmal war aus einem abstrakten Schildkröten-Es ein Du geworden, ein lebendiges Wesen. … Schuildkrötenkommunikation. … Gute Reise, liebe Schildkröte, du hast mich viel über die Liebe gelehrt, und danke für deinen Besuch bei uns. (S. 272 f.)

Ken Wilber:

Liebe auf diesen frühen Entwicklungsstufen ist Teil eines Spiels um den Mangel. … Dies ist die Ursache für die unzähligen Dramen, die sich abspielen, wenn jemand das Gefühl hat, dass seine Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Dieses Spiel ist quasi endlos, denn es ist das Wesen einer Liebe aus Mangel heraus.
Doch die Entwicklung kann weiter gehen, hin zu den Entwicklungsstufen …, wo es nicht länger um Mangelbedürfnisse, sondern um Seinsbedürfnisse geht. Erst hier kann Liebe wirklich in ihrer wahren Natur gesehen und erkannt werden, und das bedeutet in Fülle und Überfluss. einheit und höhere Verbindungen werden jetzt aus einem Erleben von Überfluss und Überströmen angestrebt. (S. 279)

Andrew Cohen

Die Erfahrung der absoluten Liebe als unendliches, zeitloses Sein ist die Entdeckung der Natur Gottes im Zustand der Ruhe. Doch wie ich erfahren habe, ist Gott auch Eros, der kreative Impuls. Beim ursprünglichen Übergang von der Zeitlosigkeit zur Zeit, vom Sein zum Werden, vom Nichts zum Etwas veränderte sich die Manifestation und der Ausdruck der unendlichen Natur des Absoluten dramatisch. Wenn Sein die Natur Gottes in Ruhe ist, so ist Werden die Natur Gottes in Aktion – Gott als Eros oder das Verlangen, in Zeit und Form zu existieren. (S. 293)

Die Liebe Gottes, die direkt aus dem Grund des Seins kommt, ist die Quelle dessen, was gewöhnlich „bedingungslose Liebe“ genannt wird. … Es ist die spirituelle Quelle aller wirklichen Heilung, von Individuen und der gesamten Welt gleichermaßen. Die Liebe Gottes als Eros hat jedoch eine andere Qualität. … Es ist eine Naturgewalt, ein vertikaler Impuls im Bewusstsein, der neue Ideen, neue Erfindungen und neue Welten schöpft. Es bringt ununterbrochen neue Potenziale hervor. Unser Verständnis dessen, was absolute Liebe ist, muss immer beide Dimensionen des ultimativen Paradoxes beinhalten. (S. 294)

Genpo Merzel Roshi:

Ich liege jenseits des Persönlichen und des Unpersönlichen. Ich bin die Identität des Relativen und des Absoluten. Ich bin Big Heart. Ich bin wahre Liebe, die bedingte Liebe wie auch  bedingungslose Liebe, bedingungslose Offenherzigkeit, das Große Herz. (S. 305)

Mein Fazit: Unter dem Strich ist das Buch „sehr gut“, weil es den Stand integraler Philosophie über Liebe „sehr gut“ widerspiegelt. So treten auch Schwachstellen auf. Evolutionär gesehen steckt die integrale Philosophie ja erst in den Kinderschuhen. Und das Buch zeigt gut auf, dass das Thema der LIEBE – im Gegensatz zu GEIST – nicht gerade ihre Stärke ist, dass hier noch starker Entwicklungsbedarf besteht. Ich wünsche der integralen Philosophie und Spiritualität einen „Urknall der Liebe“. Das Buch ist ein erste große Schwerpunktverschiebung von GEIST auf LIEBE, wenn auch noch sehr konzeptionell.

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Tom Amarque: Was wir wurden, wer wir sind …

und was wir werden können.
Eine kleine Geschichte der Bewusstseinsevolution

In seinem Nachwort weist der Autor in aller Bescheidenheit darauf hin, dass das Buch weder einen philosophischen noch wissenschaftlichen Anspruch hat. Die Evolution des menschlichen Bewusstseins ist sicher auf 190 Seiten kaum einzufangen. „Ich gebe mich nicht der Illusion hin, auch nur ansatzweise erfolgreich darin gewesen zu sein“ (S. 199). Er möchte sein Buch als erzählte Geschichte verstanden wissen. Eine schamanische Geschichte am Feuer oder eine Gute-Nacht-Geschichte für Erwachsene. Der Leser möge über den Wert für sich selbst entscheiden. Ich finde diese Geschichte der Bewusstseins-Evolution sehr gelungen und möchte sie gerne weiter empfehlen.

Die kurze, nein „kleine Geschichte“ beginnt nicht bei „Adam und Eva“, sondern da, wo die Wissenschaft sich der Evolution bewusst wird. In meinen Worten: Es war eine Art „Urknall des menschlichen Geistes“: HEGEL und SCHELLING deckten im Historizismus die Evolution des Geistes in der Geschichte der Menschheit auf, LAMARCK und DARWIN erkannten die biologische Evolution, MARX und ENGELS zeigten in der Entwicklung der Klassengesellschaften eine soziale Evolution auf, die erst in Zukunft eine wirklich menschliche Gesellschaft hervorbringen würde.

Wir im Kosmos – Die Entstehung des modernen Bewusstseins

Was für eine großartiges neues Weltbild entfaltete sich da – und mit ihr die „erste Aufklärung“. Der alte Mythos der Prämoderne von der zyklischen, ewigen Wiederkehr wird durchbrochen. Kosmische, biologische, kulturelle und soziale Evolution bekommen einen Zeitpfeil: Es gibt eine Entwicklung vom Niedrigen zum Höheren.

Je besser wir die Evolution verstehen, um so besser können wir mit ihr „mitgehen“ oder – um ein populäres Bild zu gebrauchen – „auf der Welle der Evolution surfen“ und die Kräfte, die unsere Existenz ohnehin gestalten, zu unserem Nutzen einsetzen. (S. 18)

Alles ist noch auf das Außen gerichtet, auf den Kosmos und Mikrokosmos, wie der sich den Teleskopen und Mikroskopen zeigt. Doch brüchig wird dieses Weltbild da, wo es sich immer mehr in seinen Pathologien zeigt. Doch dieses rationale, männlich orientierte Weltbild wird auch in Zukunft noch wichtig sein:

Sollten wir jemals die ökologischen Probleme der heutigen Zeit in den Griff bekommen, dann werden es moderne Bewusstseinsstrukturen sein, die dies bewerkstelligen. Weder traditionelle noch postmoderne Bewusstseinsstrukturen beabsichtigen dies, noch sind sie dazu in der Lage. (S. 63)

Das „moderne Selbst“, das Zusammenwirken von Denken, Fühlen und Handeln dieser Weltsicht, tendiert dazu, in der ES-Sprache zu sprechen. Alles IST, wie es erscheint. Wie ich etwas wahrnehme ist 1:1 so, wie „es ist“.

In dieser Welt ist auch der egoistische Wille zu Hause.  „Der moderne Wille zeigt auf die externe Welt und auf die persönliche Kraft, Ziele zu erreichen.“ (S. 71) In der Leiustungswelt von Gewinnern und Verlierern macht der „starke Wille“ zum Gewinner. In dieser modernen Welt steht das DENKEN und die VERNUNFT im Mittelpunkt: „Ich denke, also bin ich.“

Der Kosmos in uns – Die Entstehung des postmodernen Bewusstseins.

Die scheinbar „absoluten Wahrheiten“ der modernen Weltsicht mussten nach Einstein oder den Quantenphysikern „relativiert“ werden. „Alles ist relativ“ wurde zum Slogan der Post-Moderne. Auch die Wahrnehmung ist nicht objektiv, sondern „kostruiert“. Wir sehen die Welt nicht wie sie IST, sondern wie sie uns ERSCHEINT. Wir drücken uns in der Sprache relativer aus. „Mir scheint dies so und so …“

Mit der Psychoanalyse Freuds oder auch Jungs beginnt die „zweite Aufklärung“, die Aufklärung unserer Subjektivität und Innerlichkeit. Aus der Ego-Kultur wird eine WIR-Kultur, das Weibliche erobert sich Terrain vom Männlichen zurück. Mansche sehen in der Postmoderne schon das Zeitalter der Frau. Während in der Moderne der Mythos EROS als Gott stehen kann, ist es für die Postmoderne der Mythos von PSYCHE (das griechische Wort für Seele).

Der Feminismus ist mehr als alles andere das Symbol und das Kernthema der Postmoderne, und dies vor allem auch deshalb, weil es darum geht, das Weibliche gesellschaftlich zurückzuerobern und zu integrieren. (S. 106)

Kennzeichnend für die Postmoderne ist auch das „neu erwachte Interesse an der Spiritualität“ (S. 113 ff). Das postmoderne Selbst interessiert sich für Spiritualität oder Entwicklungspsychologie. Doch in dieser mehr weiblichen Spiritualität des Loslassens, Geschenenlassens, des Nicht-Tun, des SEIN liegt auch „das grüne Dilemma“ (S. 129):

Es ist die Unfähigkeit, aufgrund von sozialen Konventionen und der Ablehnung von Hierarchien Entscheidungen zu treffen, die das eigene psychische Wachstum betreffen. Der soziale Dialog kann nicht in handlungsrelevante Entscheidungen im Hinblick auf die Evolution der Psyche überführt werden.

Mit der Hinwendung auf seine Innerlichkeit wird dem postmodernen Selbst seine Neurosen und Störungen bewusst. Es beginnt, an sich zu arbeiten, „Schattenarbeit“ zu leisten. War die Domäne des modernen Menschen das DENKEN, so ist das GEFÜHL die Domäne des postmodernen Menschen. Das Wohlgefühl auf dem Weg wird selbst zum Ziel.

Das postmoderne Selbst beginnt, diesen Kontakt zum inneren Daimon (Seelenführer – JS), zu dieser starken Quelle von Inspiration, Kreativität und Glück herzustellen, denn es hat erkannt, dass in ihm das eigentliche transformative Potenzial liegt. (S. 142)

Der evolutionäre Zugewinn gegenüber dem modernen Bewusstsein liegt darin, dass das postmoderne Bewusstsein bestrebt ist, all das zu erreichen, wonvon auch das moderne Bewusstseins träumt, aber ohne seelischen Schaden davonzutragen. (S. 144)

Wille und Welt – Die Entstehung des evolutionären Bewusstseins

Diese „post-post-moderne“ Bewusstseinsstruktur nennt der Autor – zwar wie andere Autoren – „integral“, doch das Entscheidende das andere Bewusstsein, sondern die andere dominierende Domaine im Selbst. War es im modernen Menschen der Verstand, im postmodernen Menschen die Gefühle, so ist es im post-postmodernen Menschen der WILLE. Das „evolutionäre Selbst“ greift bewusst und willentlich in die Evolution auf allen Ebenen ein.

Dieses tiefe Verständnis des Wesens der psychischen Evolution, die über die Anwendung der materiellen und sozialen Evolution hinausgeht, nenne ich die dritte Aufklärung. (S. 154)

Mythologisch übernimmt die Tochter von EROS und PSYCHE das Sagen: VOLUPTAS.

Bleiben wir aber bei der römischen Form, Voluptas, so wird noch ein anderer Aspekt dieser Gottheit deutlich, und das ist der freudige Wille. (S. 157)

Vielmehr, als alle vorherigen Stufen zu integrieren, strebt das evolutionäre Bewusstsein aktiv der nächsten Entwicklungsstufe seiner selbst zu. Genau das macht es zum evolutionären Bewusstsein. (S. 160)

Frei von allen Ängsten, Aggressionen und Depressionen begreifen wir dann den Wesensgrund unserer Existenz, nämlich Freude, und können uns damit endlich vom kultureell-fundamentalistischen Buddha-Trauma befreien, nämlich dem Glauben, dass alles Leid ist. Existenz ist reine Freude, Existenz ist Wollen-Können, und dieses Wollen ist immer mehr evolutionär ausgerichtet. Dieser lebensfreudige Wille bejaht die Evolution in jeder Facette des Seins und kann sozial alle Menschen in ihrem eigenen Fortschritt unterstützen, wie er für sich selbst stets höhere Stufen der Selbstentwicklung anstrebt. Genau dies ist das Kennzeichen der evolutionären Bewusstseinsstufe. (S. 169)

Noch einen schönen Satz zum Pendant des Willens, nämlich der Liebe:

Wenn es auch der evolutionäre Wille ist, der die Liebe lenkt, so ist es doch die Liebe, die transzendiert. (S. 178)

Und als Schlussatz: „Kosmos, Psyche und Evolution. Dies ist die Dreifaltigkeit der Existenz, wie wir sie derzeit begreifen können.“ (S. 197) Und weiter: „Wir sind erst in der Halbzeit der Evolution. Und wir alle blicken voller Spannung in die Zukunft.“

Mein Fazit: Der Wert des Buches liegt in seiner Kürze, im Verschaffen eines Überblicks als Orientierungshilfe für den großen roten Faden der Evolution unseres menschlichen Bewusstseins und wie dieses Bewusstsein unsere Realität von der Prämoderne (im archaischen Bewusstsein), der Moderne (dem männlich- wissenschaftlich orientierten Bewusstsein), der Postmoderne (dem weiblich orientierten Bewusstsein der Innerlichkeit) und dem evolutionären Bewusstsein der Zukunft, in dem die Menschheit bewusst über ihren evolutionären Willen zum „Agenten der Evolution“ wird. Es kann keine bessere Vision für die Zukunft der Menschheit geben, als die Evolution schöpfungsgerecht – sagen wir „im Einklang mit Gottes Wille“ – fortzusetzen. Hier ist die Roadmap, die wir immer mehr verfeinern können und müssen.

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Tom Amarque: Der Wille

Untertitel: Ein Handbuch zur Steuerung der Evolution

Das Buch ist phänomenal! Es hat bei mir blitzartig einen neuen Horizont eröffnet: den Horizont des Willens, des willentlichen, bewussten Handelns, des bewussten Trägers der Evolution. Dabei gilt das Hauptaugenmerk des Buches dem „spirituellen Willen“, thematisiert kaum den EGO-Willen. Denn gerade beim „spirituellen Willen“ herrscht enorm viel Verwirrung: „Herr, DEIN Wille geschehe, nicht meiner.“
Was aber ist dieser „göttliche Wille“? „Was will Gott?“, um die Frage gemäß einem Buchtitel von Neal D. Walsch zu formulieren (dessen Antwort: NICHTS).

Denken – Fühlen – willentliches Handeln
(Kognition – Emotion – Volition)

Jeder kennt die Dreiteilung von Körper, Geist und Seele. Unser Körper scheint dabei der „niedrigste Teil“ zu sein. Doch machen wir uns bewusst: Die körperlosen Wesen der astralen Welt des Jenseits (seien es auch „aufgestiegene Meister“) können in die Evolution und Schöpfung nicht ein-greifen (sie haben sozusagen keine Hände zum Greifen), können keine Werkzeuge der Schöpfung sein (sich höchstens Unserer durch psychische Einflussnahme bedienen). Unser Körper ist es, der uns ermöglicht, zu HANDELN, Werkzeug der Schöpfung in dieser Evolution zu sein. Die Kraft unseres Körpers zum Handeln ist der WILLE. Veränderung bedarf des Willens. Wir sind durch unseren Willen „Träger der Evolution“.

Der Wille in der Evolution

Der Autor weist darauf hin, dass diese Entwicklungs-Kraft seit PLATO den Namen Eros trägt. Es ist die männliche Kraft der Liebe, die sich im Sextrieb ausdrückt. Die weibliche Kraft der Liebe nannte PLATO Agape. Diese männliche Entwicklungs-Kraft war in der Evolution der Menschheit bisher unbewusst. Moderne Autoren nennen sie allgemeiner „Lebenskraft“, um ein sexuelles Missveständnis zu vermeiden. In dieser unbewussten Form wird der evolutionäre Wille zum Ego-Willen männlichen Machtstrebens.
Doch wir sind heute dabei,  die Evolution zu verstehen, selbst bewusste Träger der Evolution zu werden, unseren Beitrag zur Schöpfung zu leisten. Unser Ego-Wille transformiert sich zum „göttlichen Willen“, wird mehr und mehr EINS mit dem „göttlichen Willen“. Der Autor unterscheidet 3 Entwicklungsstufen des spirituellen Willens:

Wille 1: die Einheit von Zielen, Flow und Verhalten

In der ersten Stufe ist Wille nicht einfach nur ein Wunsch, sondern eine Kraft, die sich um verändernden Verhalten zeigt. Die gesetzten Ziele werden „im Flow“ erreicht. Der Daimon (die innere Stimme, der Seelenführer nach Sokrates und Platon) beginnt die Lebensführung zu übernehmen. Seine BERUFUNG und Bestimmung zu leben ist der entscheidende Wendepunkt von Ego- zum spirituellen Willen. Das Leben erhält eine neue Intensität in Leidenschaft und Passion. Aus dem Leiden des Ego wird Freude und Ekstase des spirituellen, des wahren Menschen.

Das Einzige, was das Individuum tun muss, um sein wahres Selbst zu erkennen, ist, seinen schöpferischen Daimonen zu folgen und zu beobachten, was geschieht. Das wahre Selbst ist stets das Ziel des wahren Willens. (S. 104)

Das weibliche Pendant des Willens ist die LIEBE. „Nur durch Selbstliebe ist Wille 1 schließlich möglich.“ (S. 107) Das PAAR von WILLE und LIEBE zeigt sich darin, Widestände zu überwinden:

„Wie auch Wille zeigt sich Liebe in der Überwindung von Widerständen. Liebe (und auch Wille) zeigt sich nicht in der Abwesenheit von Widerständen. (S. 106)

Liebe ist eine Willensentscheidung, mit dem Partner auftauchende Probleme der Liebe gemeinsam zu lösen.

Wille 2: die Einheit von Sinn, Mühelosigkeit und Verhalten

Mit dem Wille 2 als nächster Entwicklungsstufe werden nun alle Lebensbereiche dem „Daimon“ (dem Seelenführer) unterstellt. „Er sorgt dafür, dass alle Handlungen zum rechten Zeitpunkt geschehen. So stellt er sicher, dass sich alle Bereiche des Lebens harmonisch weiterentwickeln.“ (S. 122)

Hier sieht man wieder die Umrisse dessen, warum und inwiefern Wille die große Generalisierung spirituellen Handelns ist. Denn Wille ist nichts anderes als praktische Spiritualität, die Umsetzung und Förderung der Evolution aller. (S. 121)

Zu den Eigenschaften von Wille 2 gehören:

  • Mühelosigkeit, mühelose Konzentration
  • Gelassenheit
  • Schaffung neuer Realität
  • das „wahre Selbst“
  • Klarheit des Denkens
  • Übernahme der Verantwortung für alles
  • Authentizität der Emotionen
  • müheloses Handeln
  • spontane Kommunikation (Freiheit von Schatten-Projektionen)
  • FREIHEIT statt Determinismus und Abhängigkeit

Wahrer Wille ist der einzige Moment, der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft verbindet, der Funke Leben, der uns unseren Weg weist. Für den Menschen ist der Wille daher nichts anderes als die Möglichkeit, sich selbst zu finden und wieder zu verlieren. Liebe erscheint dann als nichts anderes, als sich dem Transzendenten zu öffnen. Doch es ist die Liebe, die dem Willen untersteht und nicht umgekehrt, denn eine Liebe, die sich den Willen untertan gemacht hat, verliert sich. Ihr fehlt es an Richtung und Kraft. (S. 147)

Wille 3: Einheit von nondualer Kognition, nondualer Emotion und nondualer Konzentration

Spätestens jetzt tritt der Wille aus der (monokausalen) Kette von Ursache und Wirkung und erkennt, dass es eine Komplexität von Ursachen für eine Wirkung gibt. Jeder Willens-Akt erhält auch höhere Impulse. „In diesem Sinne wollen wir formulieren, dass Wille 3 immer komplexer Natur ist. Er ist es in dem Sinne, dass nicht alle Ursachen des Willens im Selbst liegt.“ (S. 153) Wir treten ein in den GROSSEN WILLEN:

Mit Wille 2 emergiert die erste VISION des Großen Willens, unscharf noch, doch deutlich genug, um das Wesen des Großen Willens zu erkennen. Worin besteht diese Vision? Der Große Wille ist die Vision um die Wandlung aller Phänomene, grenzenlos, ohne Anfang, ohne Ende. Es ist das Vorwärtsstreben und ewige Pulsieren von allem Existierenden und allem Bewusstsein in der Spirale des Lebens und Entwicklung. Der Große Wille ist nondual in seiner Natur. (S. 156)

Der Große Wille ist die nicht-dualistische Einheit von Geburt und Zerstörung, von Leben und Tod. … Dort ist alles gleichermaßen Schöpfung und Zerstörung. Das Eine kann nicht ohne das Nicht-Eine gedacht werden. (S. 157)

Dieser ‚Nullpunkt‘, diese Indifferenz hält das Potenzial der Differenzierung in sich und damit die Schöpfung der Welt. (S. 163)

Wir können das Numinose erfahren (wollen). Hier kommt der Daimon ins Spiel: Wie erwähnt, ist das wesentliche Charakteristikum daimonischen Handelns der Zustand des Nicht-Tuns während des Tuns, also die von allen Bindungen befreite Ekstase des Handelns. In diesem Nicht-Tun öffnen wir uns dem Kosmos, dem GEIST, und können mit ihm verschmelzen. (S. 175)

Wille 3, der Große Wille, wirkt immer als die nonduale Einheit von Selbst und Kosmos. Dabei gilt: Wirklich ist immer das, was wirklich gemacht wird. Das bezieht sich gleichermaßen auf die Selbst-Kenntnis sowie auf die Beobachtung der Wirklichkeit. Der Große Wille umspannt alles und erweckt alles. Er ist das Bewusstsein über die Schöpfung der Welt. (S. 178)

Mein Fazit: Die neue Spiritualität ist sehr weiblich (und das ist sehr befreiend!). Doch es wird das „Loslassen“, das „Geschehen lassen“, das „Nichts-tun“, das SEIN, die weibliche Seite des Tanzes etwas überbetont. Mit dem WILLEN wird wieder der männliche Aspekt des Tanzes betont, doch WILLE in spiritueller Reife, nicht der Ego-Wille zur Macht, sondern der spirituelle Wille zur Bewahrung und Entwicklung der Schöpfung. Das willentlich gesteuerte HANDELN ist es, das unsere Welt verändert, auch im spirituellen Sinne. Hierzu hat der Autor die Landkarte für die „Steuerung der Evolution“ erstellt.

Es geht in diesem Entwicklungsstadium der Spiritualität nicht um ein Zurück zu männlichen Werten, sondern um den Tanz und die „Verpaarung“ von WILLE und LIEBE.

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Ruediger Dahlke: Die Schicksalsgesetze

Untertitel: Spielregeln für’s Leben

Das Buch spannt einen Bogen von über 4.000 Jahren. So lange liegt es zurück, dass von der Sagengestalt > Hermes Trismegistos die sieben Gesetze oder Prinzipien des Lebens „in Stein gemeißelt“ wurden.  Seitdem finden wir immer wieder unterschiedliche Versuche, „die Spielregeln des Lebens“ als Lebensgesetze zu formulieren.
Die Reihe um Buch und Film „The Secret“ von Rhonda Byrne haben weltweit gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, in der immer chaotischer werdenden Welt irgendeine Ordnung und Struktur zu finden. Das „Gesetz der Resonanz“ ist (als eines von mehreren) längst in aller Munde.

Das Buch von Ruediger Dahlke ist seine Antwort auf diese Suche. Er knüpft dabei auch bewusst an das „Urprinzipiensystem der hermetischen Philosophie“ (S. 309 ff.) an.

Ruediger Dahlke schreibt selbst in der Einführung:

Die Zeit scheint endlich reif, die Gesetze des Lebens im großen Stil zu verbreiten. Geheim waren sie nie, auch wenn damit kokettiert wurde. Sie hielten sich lediglich vor der breiten Mehrheit in aller Öffentlichkeit geheim, wie die Formeln der Quantenphysik, die Partituren klassischer Physik oder auch der alte ägyptische Einweihungsweg auf den Tarotkarten es bis heute tun. Die allermeisten Menschen hatten einfach keine Resonanz zu den Gesetzen. (S. 11)

Was gehört also heute dazu, sein Schicksal meistern zu können?

Ich bin schon etwas überrascht, dass ich in dem Buch keine Antwort auf die Frage finde, was überhaupt „Schicksal“ ist. Nur so weit: „Es ist noch nie gelungen, das Schicksal zu betrügen.“ (S. 40) Oder: „Die bisherigen Versuche der Mehrheit, die Schicksalsgesetze zu ignorieren, ist offensichtlich aussichtslos und bringt auf allen Ebenen Nachteile.“ (S. 41)

Das Buch ist sehr, sehr dich, enthält viele, meist auch farbige Illustrationen. Es greift auf die großen Weisheitslehrer zurück, Hermes Trismegistos, Phytagoras, Sokrates, Platon, Paracelsus und schließt den Kreis mit neuen Erkenntnissen der Wissenschaft wie den morphogenetischen Feldern. Kein anderes Buch, das die Thematik dermaßen umfassend behandelt.

Die großen Themen des Buches:
7 Gesetze und 12 Urprinzipien

  • Es ist bei den „Schicksals-Gesetzen“ oder „geistigen Gesetzen“ nicht nur auf ihre „Vollzähligkeit“ zu achten, sondern auch auf ihre Hierarchie.
  • Das höchste Gesetz, „das Gesetz der EINHEIT“ (alles ist EINS) ist eigentlich kein Gesetz, weil es in diesem „Einheitsbewusstsein“ keine Gesetze gibt. Das Einheitsbewusstsein befreit uns umgekehrt von jedem Gesetz.
  • „Auf die Einheit als höchste Sphäre … folgt die Polarität und ihr Gesetz der Gegensetze oder der Zweiheit.“ (S. 21)
  • Einer Reflexion dieser ewigen geistigen Gesetzen mit Naturgesetzen bis hin zu sozialen, ethischen Gesetzen wird Raum gegeben.
  • Das Gesetz der Polarität (Yin – Yang) auf allen Ebenen des Seins führt letztlich im ethischen Bereich auch über die Reflexion von Gut und Böse: „Nehmen wir die Wertung heraus, entpuppt sich das Gute als das Bewusste, das Böse als das Unbewusste.“ (S. 65)
  • Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo Schatten ist, da ist Projektion, Wertung und Abwertung, bis hin zur Verfolgung von „Sündenböcken“. Die geistigen Gesetze fordern uns auf, unsere Projektionen zurück zu nehmen und unsere Schatten zu durchlichten.
  • „Unter den Gesetzen der polaren Welt folgt das Resonanzgesetz an zweiter Stelle und gleich auf das der Polarität. Allerdings braucht es das Wissen um ersteres, um mit letzterem sinnvoll und auf Dauer erfolgreich umzugehen. … Dieses Gesetz besagt, dass wir nur wahrnehmen, wozu wir Resonanz haben, und auch nur in Kontakt kommen, womit wir in Resonanz sind.“ (S. 101)
  • Die Welt wird zum Spiegel: Wir nehmen nur das wahr, wozu wir in Resonanz sind. Die „äußere Welt“, die wir sehen, spiegelt unser Inneres. Wenn sich unsere Welt im Äußeren verändern soll, müssen wir unsere Resonanzschwingungen im Inneren verändern.
  • Wenn die Welt, wie wir sie wahrnehmen, von unserer Subjektivität abhängig ist, dann stellt sich die Frage: „Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit“? Unsere vordergründige Wahrnehmung ist Illusion, Täuschung. Doch da gibt es noch eine „Wirklichkeit hinter unserer Wirklichkeit“. „Wir sehen also nicht die Wirklichkeit, sondern interpretieren … unsere Vorstellung davon in die Welt hinein.“ (S. 156)
  • Zum Weg der Erkenntnis: Der Wirklichkeit kann man sich auf männlich-diobolische (analytische) oder weiblich-symbolische (synthetische) Weise nähern. (S. 163)
  • Wenn unser Inneres, also unser Bewusstsein (und Glaube) für die Wahrnehmung des Äußeren verantwortlich ist, dann hat es auch die Macht, das Innere (Gesundheit) und Äußere selbst zu beeinflussen und zu verändern.
  • Alles war irgendwann neu. Doch alles ist als Samen im Anfang bereits enthalten. Das Gesetz des Anfangs ist ein wichtiges Lebensgesetz, doch den Gesetzen der Polarität und Resonanz nachgeordnet. (S. 197 ff)
  • Das Gesetz der Kausalität ist für unsere Alltagswahrnehmung plausibel, doch es wird der Wirklichkeit nicht gerecht und muss um das Gesetz der Synchronzität (S. 211 ff) zumindest erweitert, wenn nicht gar ersetzt werden. Das nur bedingt zutreffende „Gesetz der Kausalität“ und damit auch das Denken in einer linearen Zeitlinie hat unser altes Weltbild wahrscheinlich am meisten erschüttert!
  • Das Pars-pro-Toto-Gesetz (S. 218 ff) behandelt das Verhältnis des Ganzen zum Teil und ist mit dem „Gesetz des Anfangs“ verwandt. „Der wichtigste unter den Teilen ist der erste oder Beginn, in dem schon alles liegt.“ (S. 219)
  • Das Gesetz der Analogie (oder Mikrokosmos gleich Makrokosmos)
    (S. 227 ff) hat „atemberaubende“ Konsequenzen: Wenn die „mittlere Welt des Menschen“ eine Welt des Lebens, des Geistes, der Seele ist, dann auch der Mikrokosmos und Makrokosmos. Die Erde ist ein lebendes Wesen, der Kosmos lebendig und bewusst.
  • Das Gesetz der archetypischen Ur-Bilder, der morphogenetischen Felder (S. 248 ff) greif die alte These von Platon wieder auf, dass hinter allem zuerst die IDEE ist. „Unsere Welt wird offenbar von Bildern und Mustern bestimmt, die Felder aufbauen und darüber erheblichen Einfluss gewinnen …“
    (S. 251) „Auch Sheldrake geht davon aus, dass am Anfang immer ein Bild oder Muster des fertigen Wesens oder Ablaufs ist, dem die Entwicklung lediglich (nach)folgt. Das Muster liefert sozusagen den Rahmen, in den sich Energie und Materie ergießen.“ (S. 252)
  • Rituale bauen morphische Felder auf, in die sich eine neue Wirklichkeit ergießen kann. Um eine neue Wirklichkeit zu schaffen, sind Rituale die erste Wahl.
  • Das senkrechte Denken geht in die Tiefe der Deutung und Bedeutung und bleibt nicht an der nur beschreibenden Oberfläche des waagerechten Denkens. „Das Denken der Wissenschaft ist kausal und analytisch, wohingegen das der spirituellen Philosophie analog ist und sich symbolischer Bilder bedient.“
    (S. 300)
  • Die 12 Urprinzipien (symbolisiert in den 12 Tierkreiszeichen) entfalten sich aus der hermetischen Philosophie (die 1, die 2, die 3, die 4, die vielen). Hier hat das kausale Denken der „Alltags-Astrologie“ aber nicht zu suchen. „Die Sterne“ nehmen keinen kausalen Einfluss auf unser Leben. Die Sternenbilder und ihre Bewegung sind nur analoge Bilder der (platonischen) Urprinzipien und ihrer Dynamik.
  • Das Buch schließt damit ab, die Gesetze und Urprinzipien auf das Thema der LIEBE anzuwenden. (S. 342)

Mein Fazit: Wer einmal von der ganzen Thematik der „Spielregeln des Lebens“ angesteckt ist (sei es über das Gesetz der Resonanz oder das Gesetz der Anziehung“), für den sollte das Buch von Dahlke Pflichtlektüre sein. Es fördert den kritischen Verstand gegen die Verabsolutierung eines der Gesetze und unterstützt das holistische Wahrnehmen des GANZEN. Es greift weit über unser logisches Denken hinaus („Gesetze“ verführen ja dazu) und öffnet weit den Horizont des Analogen, Bildhaften, Archetypischen. Es ist eine Einführung in die waagerechte (wissenschaftliche) wie senkrechte (analoge) Weltanschauung.

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Zur Vertiefung empfehle ich:

In diesem Buch werden die nur kurz angesprochenen
12 Urprinzipien ausführlich besprochen.

Das Buch beginnt mit einer starken Einführung
in das senkrechte Denken.

>> Meine Buchbesprechung dazu

 

Die Anwendung der Gesetze und Urprinzipien
auf das Thema der Liebe wird mit „Mythos Erotik“
ein ganzes Buch gewidmet.

>> Meine Buchbesprechung dazu

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