DALAI LAMA: Ethik ist wichtiger als Religion

Das Buch von Dalai Lama ist zu seinem 80. Geburtstag im Juli 2015 in allen Weltsprachen gleichzeitig erschienen. Dieser wohl bekannteste „Flüchtling“ auf der Welt lebt seit 56 Jahren (gemessen an seinem 80. Geburtstag) im Exil in Indien. Ich habe das Büchlein jetzt erst entdeckt, doch es hat mich so berührt, dass ich nach einer kreativen Pause von 5 Monaten meinen Buchblog mit diesem Buch wieder fortsetzen möchte.

Das 56-seitige Büchlein (ideal zum Verschenken, unter 5 Euro) ist zusammen mit dem bekannten Fernsehjournalist und Bestsellerautor Franz Alt herausgekommen. Franz Alt hat das Vorwort geschrieben, der Appell von Dalai Lama für eine säkulare Ethik und Frieden folgt mit 6 Seiten. Den inhaltlich größten Teil macht ein Interview zwischen dem Dalai Lama und Franz Alt über den Appell seiner Heiligkeit aus. „Die Dalai-Lama-Story. Geschichte eines bewegten Lebens“ mit den Lebensdaten des Dalai Lama runden das Büchlein ab. Es ist sehr beeindruckend und bewegend in seinen einfachen Worten und hat etwas von einem ethischen Manifest wie auch einer heiligen Schrift. Es ist alles so einfach und klar, wie es nur die Wahrheit sein kann – und gleichzeitig erschütternd, wie verblendet die Menschheit heute auf der anderen Seite noch ist.

Ich will aus dem Büchlein nicht viel zitieren, wie es sonst so meine Art ist. Es hat kein Wort zu viel und keines zu wenig. Es ist in sich geschlossen und herausgerissene Zitate können kaum eine Ahnung von der Tiefe des Buches vermitteln.

Mir ist die Rolle Tibets nie so bewusst geworden, wie beim Lesen des Büchleins.

Der Dalai Lama schreibst selbst, an Mahatma Gandhi erinnernd:

Diese Strategie der Gewaltfreiheit und der Erfurcht vor allem Leben ist das Geschenk Tibets an die Welt. (S. 14)

Und Franz Alt schreibt über die Rolle Tibets:

Auf dem Dach der Welt spielt sich ein für uns fast unvorstellbarer geistiger Kampf zwischen dem religiösesten Volk der Welt und der zurzeit materialistischsten Ideologie auf unserem Planeten ab (der chinesischen Kommunismus, Anm. JS). Der Ausgang dieses Ringens wird für die Zukunft der ganzen Welt entscheidend sein. (S. 49)

Das Buch ist eine einfache Verbindung zwischen Politik, Ethik, Wissenschaft, Spiritualität und Religion, eine Einheit, die wir schon lange wieder suchen. (Ich würde sagen: wie sie in unserem Kulturraum noch in Pythagoras verkörpert war und danach verloren ging.)

Es ist politisch: „Der Irak-Krieg, den Georg W. Bush 2003 begann, war ein Desaster. Dieser Konflikt ist bis heute nicht gelöst und hat viele Menschen das Leben gekostet.“ (aus dem Appell, S. 13) Der Dalai Lama kritisiert auch die Deutschen und Franzosen als große Waffenexporteure.

Es ist ethisch: Wir wissen besser als früher, „dass Ethik, Mitgefühl und soziales Verhalten uns angeboren sind, aber Religion uns anerzogen ist.“ (S. 25)

Es ist wissenschaftlich: „Ethik ist die Wissenschaft vom Glück.“ (S. 36)

Es ist spirituell: „Wesentlicher als Religion ist unsere elementare menschliche Spiritualität.“ (S. 15)

Es ist trans-religiös: „Es ist vielmehr höchste Zeit, für unser Verständnis von Spiritualität und Ethik in der globalisierten Welt einen neuen Weg jenseits der Religionen zu eröffnen.“ (S. 35)

Für mein Bewusstsein ist das Büchlein in der neuen Trump-Zeit wichtiger geworden denn je. Vielleicht ist Trump, der Hardliner nach Nixon und G.W. Bush, die Herausforderung, die unsere Welt braucht, um sich mit einer neuen Geisteshaltung gegen die Dämonen der Welt zu erheben, damit wir uns endlich als eine Menschheitsfamilie erkennen und Frieden im inneren und äußeren schließen können.

Ich wünsche diesem Büchlein eine weite Verbreitung für alle Menschen guten Willens – jenseits aller religiösen und ideologischen Grenzen. Ich habe einen großen Respekt davor, dass es im Red Bull Media House erschienen ist. Das ist auch schon grenzüberschreitend. Möge es zu UNSERER STIMME werden.

Das Büchlein gehört in jede Schule – und nicht nur in den Ethik-Unterricht.


 
Weiterführende Links:

Die offizielle Seite des Dalai Lama (englisch)
Die Seite von Franz Alt  (Sonnenseite)
Die Seite der Deutschen Tibethilfe
Die Seite der Deutschen Tibethilfe zum Buch
Die Seite des Verlages Benevento



Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion (Klick)

Uwe Kapfer: KREBS GO HOME

Untertitel: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele


Der Titel wird dem Buch eigentlich gar nicht richtig gerecht. Er signalisiert vom Verlag „verkaufstechnisch“, dass es sich um ein Krebsheilbuch handelt. Der Untertitel „Friedensverhandlungen“ trifft den Inhalt viel genauer. Denn der Autor selbst hat, bevor er sich vom Krebs als Krankheit verabschiedet hat, schon lange vor dem WORT „Krebs“ verabschiedet und verwendet ihn möglichst nicht. K-R-E-B-S definiert er einfach um in „Kein Risiko, sondern Eine Besondere Situation“. Und seinen eigenen Nierentumor hat der den Kosename gegeben: „Lucky“ (der Glückliche). Denn, was ist unsere erste Assoziation, wenn wir an das Wort „Krebs“ denken? Genau: BEKÄMPFEN! – und genau von dieser Denke verabschiedet sich das Buch.

Wer schon etwas bewusster ist, der stellt sich die Frage: Soll ich meinen Krebs bekämpfen oder lieben? (Liebet eure Feinde!) Das Buch gibt die Antwort.

Der Autor Uwe Kapfer war selbst bei der Bundeswehr Berufssoldat in höchster Laufbahn und hat sich selbst von dem „Kriegshandwerk“ 31.12.2001 verabschiedet („ehrenhafte Entlassung“) und ist ins Zivilleben übergewechselt. Er weiß, dass Kriegführen nur zu Leid und Elend führt, am Ende im besten Falle zu faulen Kompromissen. Im Krieg gibt es immer (mindestens) ZWEI Parteien, für den Frieden braucht es nur EINEN. Frieden schaffen wir nur in uns selbst – und das gilt auch für einen „Weckruf Krebs“. Er ist kein Feind, sondern Teil unseres Körpers. „FRIEDE sei mit dir!“ Das gilt auch und gerade im Umgang mit dem eigenen Tumor („Geschwulzt“).

Mein Weg ist ab heute der Weg des Friedens. (S. 58)

Wenn Krieg herrscht, so meine Erfahrung, regiert immer das Ego. (S. 88)
Mehr und mehr sah ich meine Diagnose nicht als Kriegsaufforderung, sondern als eine Einladung für einen liebevollen Weg. Dieser Gedanke gewann zunehmend an Kraft und Raum. (S. 94)

Die Verhandlungspartner

Der Autorsetzt an dem Havard-Konzept der friedlichen Konfliktlösung an (S. 97 – 107):

  • Sachlich bleiben und nicht persönlich werden!
  • Konzentrierung auf die wahren Interessen aller!
  • Entscheidungsalternativen (Plan B) parat haben!
  • Kein Gemauschel, sondern objektive Entscheidungs-Kriterien.

Es dauert einige Zeit, bis alle Verhandlungs-Partner und Verbündete (! – es sind ja keine Gegner) bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen:

  • Der Körper als der wirklich leidtragende. Die Mehrheit der Körperzellen sind ja gesund und wollen Heilung, schreien um Hilfe.
  • Lucky, der Tumor selbst, der ja auch kein wonnevolles Leben führt, Ausgeburt von Angst und Psycho-Schatten ist.
  • Der Geist (im Sinne von Verstand), der nüchtern und realistisch analysiert (wenn er auch weitgehend in der Vergangenheit und Zukunft zu Hause ist, doch auch das gehört dazu.
  • Das EGO, der problematischste Partner, der ängstliche Kontrollfreak, der die obigen Partner unter Kontrolle zu haben scheint.
  • Das innere Kind (ihm ist das Buch gewidmet), das als verletztes Kind den Schutzpanzer EGO erst ermöglicht hat. Mit seiner Heilung kommen die anderen Partner so richtig ins Spiel:
  • Der Herz als das Zentrum der Lebenskraft, der Liebe und des Friedens.
  • Die Seele als das göttliche Vertrauenszentrum.

Immer dabei ist auch das „Ich-Selbst“ (ohne benannt worden zu sein), der als Koordinator und Moderator alle Parteien zusammen bringt.

Es hat etwas von sehr tiefsinniger und praktischer Lebensphilosophie, ohne als solches ausgegeben zu sein. Es ist so schön differenziert, wie ich es kaum in einem Philosophiebuch gelesen haben (S. 109 – 1179 Ich nehme mich seitdem viel differenzierter wahr.

Es ist sehr erkenntnisreich, wie unterschiedlich sich dann die Sichtweise der einzelnen Verbündeten im Laufe der Verhandlungen verändern, von Statements, Bedürfnissen und Interessen, Taktiken, im Dialog selbst bis hin zu einstimmigen (!) Entscheidungen.

Die Wende im Leben

Am Ende will ich den Autor noch mehr selbst zu Wort kommen lassen:

Rückblickend würde ich sogar sagen, so paradox es auch klingen mag, dass der Tumor, Lucky, fast schon ein Glücksfall für mich war. Führte ich vorher ein Dasein als Funktionierer, Perfektionierer, immer auf der Suche nach Anerkennung, bin ich heute ein Finder auf dem Weg zu mir und zu meinem Herzen. Meine Lebensqualität hat sich verändert, wurde bereichert um eine größere Bandbreite an gelebten Emotionen. Mein Leben findet mehr im Hier und Jetzt statt, mehr als jemals zuvor – und all das verdanke ich Lucky. (S. 217)

Eine zentrale Erkenntnis des Autoren ist:

Jede Krebserkrankung ist so individuell wie der Mensch, der die Diagnose erhält. (S. 217)

Und um diesen Gedanken fortzusetzen: Jede Heilung ist so individuell wie der Mensch selbst. Auch wenn der Autor sich selbst nicht als Ratgeber verstehen will, so ist der doch ein Wegweiser:

Suchen Sie keinen Guru oder den allwissenden Problemlöser, suchen Sie den Weg zu sich selbst und machen Sie sich auf diesen Weg. Alle Antworten sind in Ihnen. (S. 218)

r-pfeil-reMein Fazit: Obwohl das Buch ein Sachbuch ist, ist es sehr spannend und lebendig geschrieben, fast schon wie ein Krimi zu lesen: Wie geht des jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte? Wie verhalten sich die die unterschiedlichen Charaktere (Teilnehmer der Verhandlung)? Und ich verrate das Ergebnis bewusst nicht.
Das Buch ist auch der Schulmedizin gegenüber nicht „feindlich“ gesonnen, das würde dem Wesen des Buches völlig widersprechen. Es gibt keine Feinde, nur Kooperationspartner, die man selbstbewusst einsetzt.
Das Buch ist ein richtiges Paradebeispiel für das große Thema: Mentaltraining und Heilung. Der Autor ist in seinem „2. Leben“ nach der Bundeswehr Seminarleiter, für den Mentaltraining zum Grundhandwerk gehört. Er ist sehr kreativ in der Entwicklung von wirksamen Übungen, 19 insgesamt.
Das Buch ist weit über den Kreis Krebsbetroffener empfehlenswert. Es ist ein Buch mit viel und klar strukturierter, zielorientierter männlicher Energie, eingebettet in weiblicher Energie des Loslassens, Akzeptierens, Vergebens, der Herzenergie. Es ist ein Tanz männlicher und weiblicher Energie, und das braucht es in JEDEM Heilungsprozess. Vom Krebs betroffene Männer werden zu diesem Buch einen guten Zugang haben, weil der „generalstabsmäßige Umgang“ mit einem Problem typisch Mann ist. Und genau das bietet das Buch. Ich wünsche diesen Männern, dass das Buch sie irgendwie erreicht. Bei Frauen, deren weibliche Energie zu dominant ist, werden durch das Buch auch ihre inneren männlichen Energien genährt finden. Das ist auch für Frauen sehr heilsam auf dem Heilungsweg.
Empfehlen möchte ich das Buch gerade auch denjenigen, die ANGST vor Krebs haben. Das Buch kann die Angst handhabbar reduzieren. Und wenn dann doch die DIAGNOSE Krebs ereilt, ist man mit dem Buch und gleich dem ersten Kapitel gut gewappnet.

Neben Glück und Liebe ist sicher FRIEDEN ein großer Faktor für die Zukunft der Menschheit. Für mich ist dieses Buch ein exemplarisches Friedensbuch für die Zukunft der Menschheit; ja, so weit würde ich in meinem Lobpreis des Buches gehen! 

Es ist unsere ganz eigene Entscheidung, ob wir im Frieden mit uns selbst leben wollen oder im Kriegszustand. (S. 15)


Bei Amazon kaufen untder dem Link: Krebs go home: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele (Klick)

 


 

Das Interview zum Buch von Veit Lindau mit dem Autor Uwe Kapfer:

Theodor Dierk Petzold: Gesundheit ist ansteckend

Untertitel: Praxisbuch Salutogenese

Er revolutionäres Buch, das auf leisen Sohlen kommt!

In der Wissenschaft nennt man es: „Paradigmenwechsel“ – wenn sich ein Weltbild plötzlich dramatisch verändert.  Der wahrscheinlich bekannteste Paradigmenwechsel in der Weltanschauung der Menschheit ist der: „die Erde ist der Mittelpunkt“ ZU „die Sonne ist im Mittelpunkt“.

In diesem Buch geht es um den Paradigmenwechsel: „die Krankheit ist der Mittelpunkt“ ZU „die Gesundheit ist der Mittelpunkt“, ein Paradigmenwechsel, der wohl für die Evolution der Menschheit noch grundlegender ist. Weiterlesen

Joubert / Dregger: Ökodörfer weltweit

Untertitel: Lokale Lösungen für globale Probleme

Kaum ein Buch hat mir in den letzte Jahren einen solchen Mut und eine solche Hoffnung gemacht wie dieses. Gerade jetzt, wo wieder Hass geschürt wird, Kriege sich ausbreiten, Völkerwanderung, der Frieden wieder brüchiger denn je ist. Ich habe (aus der Ferne) die alternative Experimente um Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels seit der Baumhütte bis Tamera in Portugal mitverfolgt. Inzwischen lebe ich selbst in einem kleinen Bergdorf in den südfranzösischen Cevennen mit dem Ansatz einer Permakultur. Doch ich wusste nicht, dass die Bewegung der Ökodörfer bereits dermaßen vorangeschritten ist.

Das Buch ist zum 20. Jahrestag des Global Ecovillage Networks (GEN), der inzwischen „schätzungsweise 10.000 Gemeinden in mehr als 100 Ländern“ (S. 21) angehören. Es  ist weit mehr als eine „Jubiäumsschrift“. 23 dieser Ökodörfer stellen sich auf jeweils ca. 6 Seiten kurz und knapp vor – und jede Vorstellung enthält eigene Weisheiten aus den Erfahrungen des Aufbaus. Da ist kein Ökodorf eine Kopie eines anderen, nichts „geklont“, sondern alles in seiner Vielfalt und seiner Lösung für globale Probleme einzigartig.

„Netzwerk“ heißt auch Internet, und es zeigt sich in diesem globalen Netzwerk in seiner ganzen Stärke. Es gibt sogar eine „Bibliothek er Lösungen“ , in der gefundene Lösungen für die anderen eingetragen werden und zugegriffen werden kann. Oder eine „Gaia Education“ mit einem großen Curriculum (bis hin zu einer 2-jährigen Master-Ausbildung) für nachhaltiges Wirtschaften für Verantwortliche auf dem ganzen Planeten.

Die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (S. 8 – 11)

Die kulturelle Dimension der Weltsicht, Wert und Verantwortung:

  1. Holistische Weltsicht
  2. Rückverbindung zur Natur und Sinnesöffnung
  3. Erweckung und Transformation des Bewusstseins
  4. Persönliche und planetare Gesundheit
  5. Sozial engagierte Spiritualität

Die ökologische Dimension

  1. Ökologisch bauen und sanieren
  2. Regionale Selbstversorgung
  3. Angemessene Technologie: Wasser
  4. Angemessene Technologie: Energie
  5. Integratives ökologisches Design

Die soziale Dimension

  1. Aufbau von Gemeinschaft, Wertschätzung und Vielfalt
  2. Kommunikation, Unterstützung und Konfliktlösung
  3. Entfaltung des individuellen Potenzials
  4. Das Leben zelebrieren: Kunst und Kreativität
  5. Lokale, regionale und globale Vernetzung

Die ökonomische Dimension

  1. Wandel der globalen Ökonomie zur Nachhaltigkeit
  2. Zukunftsfähige Lebensweisen
  3. Lokale Wirtschaft
  4. Alternative Banken und Währungen
  5. Juristische und finanzielle Projektplanung

Mein Fazit: Das Buch ist farbig gestaltet und sehr schön aufbereitet. Es sind praktische Zukunfts-Visionen einer geheilten Vergangenheit. Ich würde mir wünschen, dass alle jungen Menschen dieses Buch in die Hände bekommen, um zu wissen, dass es eine Alternative gibt, das jeder auf diesem Planeten gebraucht wird und es auf jeden ankommt. Es ist die STILLE IM ZENTRUM des Umbruchs auf dieser Welt. Der Jugend gehört die Zukunft und jeder sollte wissen, wo diese Hoffnung auf eine NEUE ERDE bereits keimt und aufwächst. Das Buch bietet so viele Anregungen (und auch Adressen!) zu den weltweiten Initiativen, das es jeden anspornt, da anzupacken, wo er gerade ist. Es gibt so viele phantastische Abenteuer von Jules Verne bis zu den Star Wars. Dieses Buch berichtet von einem ganz anderen Abenteuer der Menschheit, von Menschen, die aufbrechen, sich und diesen Planeten zu heilen. Einst wird dieses kleine Buch ausgewachsen sein zu einem großen Buch der NEUEN ERDE.

Die Parole kann nur lauten: Lesen! Verschenken! Mitmachen!

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Käßmann/Wecker: Entrüstet euch!

Untertitel: Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt
Texte zum Frieden

Was ist der Inhalt einer spirituellen Politik, der Inhalt einer politischen Spiritualität? Die Frage in dieser Klarheit gestellt, legt die Antwort schon nahe: Frieden als „Liebe in Aktion“.
Wenn wir das „Reich Gottes“ auf der Erde manifestieren wollen, dann ist es das Reich des Friedens. Schluss mit all diesen „Kriegsgöttern“! (Möge auch der Planet MARS einmal einen anderen Namen bekommen, den Namen eines Engels.)
Auch ein wahrer Humanismus kann gar keine andere Vision haben als die des weltweiten Friedens als Basis des Gedeihens der Menschheit.

Ich bin vor mir selbst erschrocken, dass mir dies in dieser Klarheit erst jetzt und erst durch dieses Buch bewusst wird. Es bedurfte 117 Buchbesprechungen in meinem Blog, um die Kategorie FRIEDEN neu einzuführen. Ich kann mich noch schämen.

Dem Frieden eine deutliche Stimme geben!

Überall tönt es wieder nach weltweitem Krieg, der „Verteidigung des christlichen Abendlandes“ gegen den „islamischen Terror“. Unsere Gehirne werden wieder vernebelt und auf Krieg eingestimmt. Der Bundespräsident und die Grünen stimmen in den Kriegs-Chor ein, auch das deutsche Militär habe dabei seiner Verantwortung gerecht zu werden. Die Stimmung im Lande wird auf Kriegsbereitschaft hochgekocht, unser Bewusstsein wieder militarisiert.

Da ist dieses Buch ein stimmenvolles FANAL: NEIN, nicht mit uns! Wer einigermaßen einen gesunden Menschenverstand hat, der ist sich um Zusammenhänge jüngster Geschichte bewusst. Ohne den Krieg in Afganistan, Irak, Naher Osten würde es keinen „islamischen Terror“ geben. Jeder Krieg ist Terror und ruft nur weiteren Terror hervor. Wenn wir das in den letzten Jahren nicht gelernt haben sollten, dann lernen wir NICHTS aus Geschichte. Die Zusammenhänge sind doch so offensichtlich! Diese Gewaltspirale, dieser Teufelskreis (im wahrsten Sinne des Wortes) muss doch einmal durchbrochen werden. Wenn nicht JETZT, wann dann?!

Wir werden entweder eine Menschheit haben, die ohne Krieg auskommt, oder eben gar keine Menschheit mehr. (S. 14)

Es muss endlich Schluss sein mit diesem ganzen Wahn von „Heiligen Kriegen“. Am Krieg ist nichts Heiliges, wie auch immer ideologisiert. Es ist vielmehr „das größte Verbrechen den Menschheit an der Menschheit“ (Helene Stöcker, S. 7 des Buches).

Das Buch von Käßmann/Wecker ist die geballte Kraft der Stimme des Friedens, eine machtvolle Friedens-Demonstration in der Form eines kleinen Büchleins.

Was haben die klarsten Stimmen des Friedens zu sagen?

Da sind erst einmal eine Frau und ein Mann. Was für ein „Duett“, was für ein „Paar“! Möge es ein Symbol für eine neue Friedens-Partnerschaft zwischen Mann und Frau sein: eine Frau der Kirche, ein Revolutionär für eine ehrliche und gerechte Welt. Mögen sich hier Welten im Kampf für den Frieden vereinen. Unsere alten, politischen Feindbilder lösen sich (Gott sei Dank) auf. Wir hoffen, dass der FRIEDE zum Papst geworden ist, auch wenn die Hoffnungen in der Vergangenheit schon oft getäuscht wurden ist. Nicht das Geschlecht alleine macht den Unterschied, nicht die Hautfarbe alleine, nicht die Worte alleine. Es sind die Taten, die letztlich einen Unterschied machen.

Margot Käßmann und Konstantin Wecker sind nicht nur Herausgeber dieser stimmenvollen „Texte zum Frieden“. Sie sind auch die Hauptautoren: ein Radio-Interview mit beiden: „Für eine starke Stimme des Pazifismus“, „Lieder zum Frieden von Konstantin Wecker“, das „Plädoyer für eine Prima Ratio“ von Margot Käßmann (eine Klärung des Friedens-Gottes im alten und neuen Testament), der zusammenfassende Beitrag von Konstantin Wecker: „Der Frieden braucht eine Revolution“. Keine der Autoren des Buches stellt sich als Moralapostel hin. Jeder weiß um seine eigenen Schwächen – in seiner ganzen Menschlichkeit. Schwachheit zeigen, Verletzlichkeit, das führt uns wieder zurück zur Kraft kindlicher Naivität. (Werdet wieder naiv wie die Kinder, sanftmütig wie das Weibliche! Der kindlichen Unschuld gehört das Himmelreich.) Es ist auch Demut nötig im Angesicht der eigenen Schwächen. Was zählt ist, sich als Mensch treu zu bleiben.

Das Buch lässt an Klarheit auch durch die anderen Autoren nichts zu wünschen übrig. Es ist ein machtvolles „Schwert des Geistes für den Frieden“: Antje Vollmer, Arno Gruen, Markus A. Weingardt, Ellen Dietrich, Jörg Zink, Friedrich Schorlemmer, Heike Hänsel, Hennig Zierock und Eugen Drewermann mit seiner eindrucksvollen Rede vor dem Bundespräsidialamt: „Wir sind hier, Nein zu sagen“ (13.12.2014)

Es wird auch Zeit für eine Spiritualität, die NEIN! sagt. Es gibt leider auch viele spirituell erscheinende Vernebelkerzen des Geistes. Kapitalilsmus ist Krieg. Es gibt keinen „friedlichen Kapitalismus“, kein „spirituelles Kapital“. Das Buch „Entrüstet euch!“ ist für mich ein zutiefst spirituelles Buch, jenseits eines einschläfernden „Alles ist gut, so wie es  ist.“

Es sollte hier auch erwähnt sein, dass das Buch sich einreiht in „klassische Texte zum Frieden“, die abgedruckt werden: Konfuzius, Franz von Assisi, Matthias Claudius, Bertha von Sutther, Clair Goll, Erich Kästner, Elske Laske-Schüler, Wolfgang Borchert, Ingeborg Bachmann und Martin Luther King.

Friede den Hütten …

… dann erübrigt sich hoffentlich ein KRIEG den Palästen. Wir brauchen Zellen des Friedens, entrüstete Regionen, auf dass die Kriegsführer „Es ist Krieg“ rufen – und keiner geht mehr hin, auch nicht an die Steuerzentralen von Drohnen oder die Joysticks von kriegerischen Computerspielen.

Der Terror beginnt schon in den Hütten der Familien. Der Beitrag von Arno Gruen bringt es auf den Punkt:

Diese Bedrohung beruht auf einem inneren Terror, der entsteht, wenn ein Kind keine Anerkennung für sein eigenes Selbst erhält. (S. 116)

Der Friede beginnt IN UNS, in der Versöhnung mit unserem inneren Kind, unseren Eltern und Geschwistern, der Vergebung von Verletzungen, die wir unseren Partnern und eigenen Kindern antun. Mögen unsere Herzen und unsere Familien zu Bollwerken des Friedens werden, zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, in unseren Hütten. Und zwischen unseren Hütten: Die Hütte der moslemischen oder jüdischen Familie steht nur eine Umarmung weiter.

Entrüstung beginnt im Kopf und im Herzen

„Ent-Rüstung“ – ein Wortspiel mit Doppelbedeutung und Ausdruck einer Doppelstrategie: Entrüstete Worte des gewaltfreien Widerstands gegen die Paläste, Abrüstung in den Hütten. Ideologiefreie Klarheit im Kopf, alles einschließendes Mitgefühl im Herzen.

Mein Fazit: Es gibt auch eine Friedensbewegung des Kopfes und des Herzens. Das Buch ist bestens geeignet, unsere Köpfe auf Frieden einzustimmen, unsere Herzen auf Mitgefühl. Es ist ja auch unsere Tiefste Sehnsucht als Menschen: FRIEDEN AUF ERDEN!
Ich wünsche dem Buch, dass es ein Bestseller auch als Geschenke-Buch wird. Wer immer ein Buch zum Verschenken sucht, der hat hier eines gefunden, das keinen Menschen unberührt lassen kann. Trifft dieses Buch auf den Nährboden der Menschlichkeit, dann wird es sich als Samen entfalten und reichlich Früchte tragen in unserem Paradies auf Erden.

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