Ronny Tekal: Sorry, das waren die Hormone

Untertitel: Was uns im Leben wirklich steuert


Hormone sind offensichtlich die Schaltstelle zwischen Körper und Gefühlen. Sie werden in ihrer Bedeutung als „Steuerzentrale“ für ein ausgeglichenes Leben immer mehr erkannt. Da tut AUFKLÄRUNG gut. Und Aufklärung muss immer auch kritisch sein. Das leistet der Autor, Arzt und Medizinkabarettist Ronny Tekal in seinem Buch auf sehr humorvolle Weise – mit auch viel Selbstironie. Wortspiele wie: „Hormone – als Boten des Glücks hieven sie uns in himmlische Gefilde, als ‚Des-Boten‘ machen sie unser Leben zur Hölle.“ (S. 13) – wahrlich am laufenden Band. Er spricht in einem ganzen Kapitel vom „Hormon-Business“ (201 ff) und schließt sich dabei gar nicht aus: „Und irgendwelche Menschen verdienen einen Haufen Geld mit ihnen (wie auch der Autor des Buches).“ (S. 10)

Inhaltlich ist zu dem Buch nicht viel zu sagen. Hier sind keine medizinischen Sensationen zu erwarten. Es liefert „allgemein anerkanntes“ Basis-Wissen über Hormone, doch das nicht nur humorvoll verpackt. Es hilft dem Leser, dem ganzen Hormon-Hype („Jungbrunnen“ …) nicht unkritisch auf den Leim zu gehen.

Das Buch soll Ihnen eine kleine Orintierungshilfe sein, mit der Sie sich im dichten Hormondschungel zurechtfinden, und um zu erfahren, wann Sie sich wirklich auf Ihre Hormone herausreden können. (S. 10)

Und so bedanken wir uns bei dem Autor für das Schreiben „eines Jahrhundert-Standardwerkes für die kommenden Generationen“ (S. 9) Man muss bei dem Autor stets auf der Hut sein, ob er sich selbst auf die Schippe nimmt, den Leser veräppelt, oder etwas wirklich ernst meint. Und genau dieses Spiel ist es, das den Lesern neben dem Schmunzeln und Lachern wirklich wach hält und nachdenken lässt. Es regt an, sich selbst eine Meinung zu bilden. Und das ist ja der tiefe Sinn von Aufklärung.

„Am Ende“ dann ein paar Seiten „Kurzanleitung: So beeinflussen Sie Ihre Hormone“ (S. 218 – 223), auch hier nichts Aufregendes, was man irgendwie schon immer gewusst hat. Und wenn diese Tipps für ein hormonell ausgeglichenes Leben nicht ausreicht und hormonelle Störungen wirklich massiv werden, dann rät der Autor doch letztlich auch (sehr pauschal und unkritisch) zum Arztbesuch. Die „Grauzone“ dazwischen, die Selbsthilfe bei einem hormonell beeinflussten Gefühlschaos, bedient das Buch nicht.

Bei der Frage, steuert unser Körper (vermittels von Hormonen) unser Denken und Verhalten „oder“ steuert unser Denken und Verhalten (vermittels von Hormonen) unsere Gefühle, lässt das Buch recht humorlos im Dunklen. Mit vielen Lacheffekten „verkauft es uns“ den – sage ich jetzt einmal – den Mythos, die Hormone würden unser Leben steuern. Um am Ende doch zuzugestehen: Ich kann mich glücklich denken – und dieses Denken schüttet dann die Glückshormone aus:

Und ein Mensch, der aus vollem Herzen so tut, also ob er glücklich sei, hat bessere Chancen darauf, es wirklich zu werden. Nach dem Motto: „Hallo, Glückshormone, wo seid ihr? Ich bin schon da!“ (S. 223)

r-pfeil-reMein Fazit: Wer ein Buch sucht, das in die ganze Thematik der Hormone einführt, wer Basis-Wissen sucht – und das nicht auf fachlich unverständliche oder verbissene Weise, der ist mit dem Buch gut beraten. Die Rolle der Hormone wird nicht als Heilsbringer überbewertet. Das Buch lehrt, locker mit dem Thema der Hormone umzugehen und sich durch vielversprechende Werbesprüche nicht in die Irre führen zu lassen.
Wer darüber hinaus will, wird durch das Buch nicht bedient (das hat es sich auch nicht zur Aufgabe gemacht). Das spannende lebensphilosophische Thema des Zusammenspiels zwischen Denken und Gefühlen wird in dieser Tiefe nicht behandelt, genauso wenig wie die eigenverantwortliche Selbsthilfe bei hormonellen Problemen.

 

Elisabeth Buchner: Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen

Untertitel: Hormone natürlich ins Gleichgewicht bringen


Die Autorin Elisabeth Buchner sieht sich in der Tradition des großen amerikanischen Arztes Dr. John R. Lee (verstorben 2003), der weltweit auf das „Natürliche Progesteron“ aufmerksam gemacht hat (> meine Buchbesprechung). Er hat der Frauengesundheit mit einer alternativen, natürlichen „Hormon-Therapie“ eigen großen Dienst erwiesen. Sie schreibt im Vorwort selbst: „Er hat uns mit seinen letzten Vorträgen in Deutschland, in der Schweiz und Frankreich den „Staffelstab“ überreicht. Nun ist es unsere Aufgabe, die Arbeit fortzuführen und weiter zu entwickeln.“ (s. 12) Mit dem Buch Lee/Buchner „Wie Männer stark bleiben“ (> meine Buchbesprechung) hat sie diesen Schulterschluss auch in einem Buch über „natürlichen Hormonausgleich bei Männer“ demonstriert.

Hier ist sie selbst zu einer leidenschaftlichen Pionierin für alternative und natürliche Frauengesundheit im deutschsprachigen Raum geworden. Sie ist weder Ärztin noch Heilpraktikerin, doch hat sie mit ihrem Thema „Hormone natürlich ins Gleichgewicht bringen“ ein anerkennenswertes Lebenswerk geschaffen, einschließlich ihrer Internet-Plattform „Hormonselbsthilfe.de

Das Buch gliedert sich in 3 Teilen:

  1. Grundlagen (S. 8 – 110)
  2. Problembereiche (S. 111 – 220)
  3. Hilfen (S. 221 – 327)

Ich will darauf kurz eingehen, um die ganze Bandbreite des Buches auzuzeigen

Grundlagen

Hier geht es um Basiswissen zur Thematik der Hormone, speziell der Geschlechtshormone und das insbesondere bei der Frau. Sehr klar und anschaulich wird der Einfluss der Hormone auf den weiblichen Zyklus dargestellt. Viel Platz nehmen die Auslöser von Hormonstörungen ein. Am Ende dieses Teils werden Diagnosehilfen gegeben und Tests bei Hormonstörungen.

Problembereiche

Ich benenne sie so, wie sie im Buch aufgeführt sind:

  •  Pubertät und Kinderjahre
  • Bauchkrämpfe
  • Empfängnisregelung
  • Wenn die Wiege leer bleibt
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Sex mit Hormonknick
  • Rund um die Wechseljahre
  • Osteoporose
  • Psychosomatik und Hormone
  • Hormonale Depression
  • Kopfschmerzen
  • Krebs

Hilfen

Dieser Bereich gefällt mir besonders gut, weil die Thematik hier wirklich ganzheitlich gesehen wird, wieder gemäß der Kapitelüberschriften:

  • Hilfe durch Aufzeichnungen
  • Hilfe durch Umdenken
  • Hilfe durch Ernährung
  • Hilfe durch Entschlackung
  • Hilfe durch neue Gewohnheiten
  • Hilfe durch Naturheilkunde
  • Hilfe durch Arzt und Medikamente
  • Hilfe durch den Partner
  • Hilfe durch Familie-Freunde-Gruppe
  • Hilfe in anderen Dimensionen (gemeint: religiös-spirituelle)


Mein Fazit: Für mich ist dieses Buch nach wie vor das Standardwerk im deutschsprachigen Raum zum Thema hormonelle Balance, insbesondere der hormonellen Selbsthilfe mit natürlichen Methoden für Frauen (ein entsprechendes Männerbuch wäre wünschenswert). Das Buch ist sehr umfangreich und umfassend und doch für Laien verständlich geschrieben. Dazu kommen viele Erfahrungen aus den angeschlossenen Selbsthilfegruppen. Hormonalle Dysbalance ist „Alarmstufe ROT“, doch oft noch im Bereich der Prophylaxe angesiedelt. Auch wenn das Eingreifen auf hormoneller Ebene sicher sehr viel Achtsamkeit bedarf und letztlich auch Unterstützung durch Heilpraktiker oder Naturmediziner erfordert, so ist eine Eigenkompetenz für den Laien doch überaus wichtig. Und das liefert dieses Buch in fundiertem Maße.

 

Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen: Hormone natürlich ins Gleichgewicht bringen (Klick)

Dr. Lee und E. Bucher: Wie Männer stark bleiben

Untertitel: Natürlicher Hormonausgleich für Männer

Das Buch hat zwei Autoren. Die Übersetzerin und Co-Autorin Elisabeth Buchner hat das Buch nach dem Tod von Dr. Lee am 17. März 2003 mit eigenen Ergänzungen 2005 im Selbstverlag herausgegeben. Der Teil von Dr. Lee ist eine gute und vor allem notwendige Ergänzung zu seinem Hauptwerk „Natürliches Progesteron“ (> meine Buchbesprechung). Doch anders als das Buch in seinem Titel nahe legt, geht das Buch nicht um die hormonelle Verbesserung männlicher Potenz, sondern viel allgemeiner um Prostata-Probleme des Mannes und seine Krebsursachen. Dieses Thema kam in Dr. Lees Hauptwerk zu kurz und wäre eine gute Ergänzung zu diesem geworden, die Erweiterung um ein wichtiges Kapitel.

Dr. Lee geht in dem Buch drei große Themen und medizinische Missverständnisse an:

  • Testosteron rufe Prostatakrebs hervor (Quatsch!)
  • erhöhte Progesteron-Werte in der Prostata seien verantwortlich für Prostata-Krebs (Unsinn!)
  • die häufige Fehlinterpretation des PSA-Tests (Tumormarker) bei Prostata-Krebs (nicht zu Ende gedacht)

Darüber hinaus empfiehlt er gewisse Nahrungsergänzungen (Vitamine und Mineralien).

Ein weiteres großes Thema ist eine möglichst genaue und eher zurückhaltende Dosierung natürlicher Geschlechtshormone, immer mit dem Ziel, die Eigenproduktion anzuregen.

Zitate aus dem Buch zu Östrogendominanz auch bei Prostata-Krebs:

Es gibt beachtenswerte, neue Beweise dafür, dass besonders diejenigen Männer, die von Prostatakrebs betroffen sind, einen hohen Östradiolspiegel und niedrige Testosteronwerte haben. (S. 27)

Zum Progesteron bei Prostata-Krebs:

Also ist das Progesteron nicht die Ursache des Krebses, sondern ein wichtiger Notfall-Mechanismus vom Körper, um zu retten, was zu retten ist. (S. 59)

Als Schlussfolgerung daraus schreibt Dr. Lee:

Ein gesundes Gleichgewicht von Testosteron und Progesteron sollte das Ziel sein für jede vorbeugende und behandelnde Therapie im Kampf gegen Krebs schlechthin.
(S. 72 f.)

Die ergänzenden Texte von Frau Elisabeth Buchner

Lobenswert: Die Einfügungen und Ergänzungen von Frau Buchner sind schon vom Schriftbild her deutlich unterschieden. Sie machen – mit etwas naiven und überflüssigen Zeichnungen – gut die Hälfte des Buches aus. (Bei den Zeichnungen habe ich den Eindruck, ich werde als Mann für doof gehalten, dem man Bildchen malen muss, damit er überhaupt etwas kapiert). Ich schätze die Arbeiten von Frau Buchner sehr (> siehe meine Buchbesprechung). Ihr Beitrag zum „natürlichen Hormonausgleich für Männer“ (Untertitel) liest sich dann auch eher wie eine Ergänzung zu ihrem eigenen sehr empfehlenswerten Buch „Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen“.

Dieses Buch „Wie Männer stark bleiben“ ist ein erster und unausgeglichener Beitrag für „männliches Hormonbewusstsein“. Als Ansatz sehr begrüßenswert, doch noch nicht wirklich gelungen, eher selbst unausgeglichen (2 Autoren, 2 mal Ergänzungscharakter).

Mein Fazit: Auch wenn das Buch durch die Ergänzungen von Frau Buchner an wissenschaftlicher Qualität eingebüßt hat, empfehle ich es doch. Es ist eine notwendige Ergänzung zum Hauptwerk von Dr. Lee „Natürliches Progesteron“. Hier wird vor allem das Thema der hormonellen Dysbalance bei Männern besprochen. Einen hormonellen, natürlichen Ausgleich zu schaffen, ist nicht nur für Frauen (Stichwort: PMS und Wechseljahre), sondern auch für Männer (Prostata-Probleme, Potenz) für die Gesundheit überaus wichtig. Und hier ist das Buch überaus hilfreich, auch mit sinnvoller Dosierung und Richtwerten von Dr. Lee. Ich kenne nichts Besseres, auch wenn der Titel eher irreführend ist.


Wie Männer stark bleiben: Natürlicher Hormonausgleich für Männer (Klick)

David Wolfe: Superfoods – die Medizin der Zukunft

Untertitel: Wie wir die machtvollsten Heiler unter den Nahrungsmitteln optimal nutzen


„In der Welt der Ernährung bricht ein neuer Tag an.“ (S. 9) Mit diesen Worten beginnt das Buch über Ernährung als Medizin der Zukunft. Es klingt fast so, als breche jetzt der 8. Schöpfungstag an. Nach den Höllenfahrten der Menschheit ermöglicht uns eine neue Ernährung, das Paradies wieder auf die Erde zu bringen. SUPERFOOD ist sozusagen paradiesische Nahrung, die kraftvolle Antwort auf unsere denaturierte, hohle Industrie-Ernährung, die innerlich längst tot ist, Ursache vieler Krankheiten – und keine Energienahrung mehr für die Zukunft.  Die Zeit ist überreif für eine WENDE, für einen NEUEN TAG in der Ernährung der Menschheit; der Autor ist ein weltweit anerkannter Ernährungs-Experte.

Was ist Superfood?

Grob gesagt liegen die Superfoods im Nahrungsspektrum ZWISCHEN Nahrungsmitteln und Heilpflanzen. Mit anderen Worten: Sie können Teil der täglichen Ernährung mit starkt heilsamen Kräften werden. Ganz wie Hippokrates schon gemahnt hat: Eure Nahrung möge eure Medizin und eure Medizin eure Nahrung sein. Es ist Zeit, diese Vision dieses großen Arztes des Altertums Wirklichkeit werden zu lassen.

Sie nähren uns im tiefsten Sinne des Wortes und sind deshalb die denkbar beste Ernährung für den heutigen „Superhelden“. (S. 11)
Mit Superfoods werden Sie Ihren Körper entschlacken und ohne große Willensanstrengung zu einer gesunden Ernährungsweise wechseln. Und schließlich ersparen die Superfoods Ihnen auch noch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln aus toten Vitaminen und Mineralien. (S. 12)

Eine zentrale Eigenschaft von Superfoods ist ihre Nährstoffdichte. Sie sind sozusagen keine Monokultur, sondern ein natürlicher Nahrungskomplex von Eiweißen Mineralstoffen, Antioxidanzien, essentielle Amonisäuren, Vitamine, Enzyme, essentielle Fettsäuren Polysaccharide und mehr. 

Sie ermöglichen eine gesundheitliche Wende im Leben (oft nach chronischen Schmerzen), bauen das Immunsystem neu auf, helfen zu entgiften, zu entschlacken zu entsäuern und langfristig und nachhaltig abzunehmen. Kurz: Sie sind die ideale Ernährung in der heutigen Zeit.

Die 17 Superfoods

Der Autor David Wolfe (im heldenhaften Kampf gegen den Goliath der Nahrungsmitzelindustrie – Lebensvergiftungs-Industrie?) bespricht 10 plus 7 Superfoods, die Top 10 und die in der zweiten Reihe:

Die Top Ten:
  • Goji-Beeren
  • Kakao
  • Maca
  • Bienenprodukte (die Ur-Superfoods)
  • Spirulina
  • die blaugrüne Alge AFA
  • die Urnahrung vom Lake Klamath in Oregon
  • Meeres-Phytonplankton
  • Aleo vera
  • Hanfsamen
  • Kokosnuss
Die zweite Reihe:
  • Acai
  • Camu-Camu-Frucht
  • Chlorella-Algen
  • Physalis
  • Kelp
  • Noni
  • Yacon

Das Buch ist voll von Rezepten und auch Anbau, wo es klimatisch möglich ist. 

Mein Fazit: Das Buch ist ein Super-Buch, so dicht an geistiger Nahrung wie die besprochenen Superfood-Geschenke von Mutter Natur selbst.

Jedes besprochene Superfood macht in seiner Wesens-Darstellung und Rezeptideen Appetit auf eine fundamentale Nahrungsumstellung, die wirklich an die WURZELN unserer heutigen Fehlernährung geht.

Der umfangreiche Anhang ist sozusagen der dritte Teil des Buches: wissenschaftliche Studien, Auswertung der Inhaltsstoffe, Rezeptzutaten, Bezugsquellen.

Ich bin sicher, das dieses Buch bald ein Standardwerk über Superfood werden wird. Es hat das ganze Potenzial dazu.


 


David Wolfe: Superfoods – die Medizin der Zukunft: Wie wir die machtvollsten Heiler unter den Nahrungsmitteln optimal nutzen (Klick)

 

Ursula Erbacher: Vernetzte Phythotherapie

Untertitel: Eine Synthese von moderner Forschung und überlieferter Erfahrung


Das Buch ist zwar schon 2006 erschienen, scheint mir aber in seinem Bereich nach wie vor ein Klassiker zu sein, war seinerzeit jedenfalls bahnbrechend.

Die Kräuterheilkunde der Traditionellen Abendländischen Medizin (TAM) bekommt in unserer Zeit endlich wieder die Anerkennung, die ihr gebührt. Und dazu hat dieses reichlich bebilderte Büchlein sicher auch seinen Beitrag geleistet. Es ist kein Lehrbuch, sondern ein Handbuch, das nicht nur in der grundsätzlichen Einleitung, sondern auch in er Kurzcharakteristik der einzelnen Heilpflanzen essentiell auf den Punkt kommt. Insofern ist es auch in für den (der Spagyrik oder Anthroposophie gegenüber aufgeschlossenen) Laien hilfreicher Wegbegleiter.

Die Synthese

Jede Kultur hat ihre Urväter, in unserer abendländischen Kultur ist es zweifellos HERMES Trismegistos, der dreifache Meister. Er war eine Legende in der ägyptischen Kultur, manche verbinden ihn mit dem biblischen Namen „Moses“ und war auch im klassischen Altertum als der Götterbote Hermes oder Mercurius hoch angesehen. Es war wohl vor allem Paracelsus, der als Universalgenie diese alchemischen Lehren in die Neuzeit gerettet und weiterentwickelt hat. Bei ihm waren Medizin, Alchemie und Astrologie noch eins. Daran knüpft das Buch an und verbindet diese traditionelle Weisheit mit moderner Phytotherapie.

Ganz im Sinne der Alten werden in diesem Buch die Heilpflanzen nicht nur mit ihrer pharmakologischen Wirkungsweise, Botanik und Herkunft betrachtet, sondern nach ihrer Zuordnung zu den Denksystemen

 

  • der Signaturenlehre,
  • der Planetenkräfte,
  • der Keimblattentwicklung und
  • dem biosynthetischen Ansatz (S. 10)

Für mich herausragend (richtig spannend) war hierbei der Zusammenhang der Keimblattentwicklung im Sinne von embryologischen Organisationsprinzipien und der biosynthetischen Sichtweise. Kostbarkeiten!

Die 20 besprochenen heimischen Heilpflanzen:

Jede dieser Heilpflanzen wird punktgenau in ihren Aspekten besprochen
(einschließlich eines tabellarischen Überblicks über die „Systematik der Wirkprinzipien“):

  • Botanik und Herkunft
  • Inhalt und Hauptwirkstoffe
  • Pharmakologie und Toxizität
  • Wirkung und Anwendung
  • Keimschicht und Organe (!)
  • Signatur und Wesen
  • Planetenkräfte und Qualität
  • Dosierung und Rezepturen

Ein sehr schöner Reiseführer auf unserm Seelenweg, der uns auf Seelenebene mit den wichtigsten heimischen Heilpflanzen verbindet:

  • Birke
  • Brennnessel
  • Efeu
  • Gänsefingerkraut
  • Holunder
  • Johanniskraut
  • Kamille
  • Lavendel
  • Löwenzahn
  • Mariendistel
  • Mistel
  • Schachtelhalm
  • (bittere) Schlefenblume
  • Steinklee
  • Süßholzwurzel
  • Tausendgüldenkraut
  • Thymian
  • Wachholder
  • Weißdorn
  • Wermut

Die Widmung der Autorin für mich möchte ich an alle Leserinnen meiner Rezension weiter geben:

„Mögen sich die Geheimnisse des Lebens durch das Wesen und die Signaturen von Pflanzen, Menschen und Dingen erschließen.“

Der Verlag hat – und das ist der vollständigkeitshalber auch zu erwähnen – zu einzelnen Heilpflanzen kontextbezogene Produktwerbung geschaltet. Nachdem ich – nach erster Irritation – dann die Schätze des Buches entdeckt hatte, wurden die werbenden Hinweise für mich eher ein guter Kundenservice für den Leser. Denn wer hier etwas für sich entdeckt hat, der findet in seiner Apotheke sicher schnell ein apothekenpflichtiges, pharmakologisches Produkt zur „Selbstmedikation“ in Absprache mit dem Apotheker.

Es sollte dann aber auch erwähnt sein, dass es auch entsprechende spagyrische und homöopathische Heilpflanzen-Essenzen gibt, die es dann aber eher selten in der Apotheke um die Ecke gibt.


Ursula Erbacher: Vernetzte Phytotherapie: Eine Synthese von moderner Forschung und überlieferter Erfahrung (Klick)

Flor G. Schmidt: Wildkräutermärchen

Untertitel: Von Sonnenhut, Augentrost und vielen anderen (Mit 15 Kräuterportraits), illustriert von Sibylle Schäfer

Ein wundervolles, märchenhaftes Buch. Ich weiß jetzt schon: Mein Lobpreis des Buches in höchsten Tönen wird ihm immer noch nicht gerecht werden können.

Die Autorin stellt 9 bekannte Heilpflanzen in der Form eines Märchens dar: der Rote Sonnenhut, der Salbei, die Engelwurz, die Arnika, die Kamille, der Baldrian, der Wehrmut, der Augentrost und die Wildrose. Jedes dieser bekannten Heilpflanzen wird uns in einem Märchen dargestellt, das seine Wesenseigenschaften deutlich heraus stellt. Das ist nicht nur ein „literarischer Trick“, die Autorin ist wirklich eine begnadete Märchenerzählerin. Mir waren an vielen Stellen die Tränen in den Augen.

Die Autorin schreibt dazu:

Das Wort „Märchen“ kommt aus dem mittelhochdeutschen „maere“ und wird mit „Kunde, Nachricht“ oder „Bericht“ übersetzt. … Sie sind die Sprache der Seele, die eine allumfassende Wahrheit aufweist. Kinder lassen sich davon berühren, da sie der geistigen Welt im allgemeinen noch näher verbunden sind. Erwachsene finden meist erst wieder dahin zurück, wenn sie sich auf die Suche begeben und sich aufs neue für diese Welt öffnen. Märchen sind wahrhaftig, jedoch auf einer anderen Ebene. Sie sind die Essenz einer Spiritualität, die sich durch ihre Inhalte allgemeinverständlich auszudrücken weiß. (S. 8)

Das Buch befragt und enthüllt die Seele der Heilpflanzen und ordnet sie in das energetische Chakrensystem ein. Es ist also mehr als nur ein Märchenbuch. Neben den oben genannten werden weitere 6 in der Kurzcharakteristik der Kräuterportrains aufgenommen, die mehr als nur lexikalisch formuliert sind. Es enthält sogar Anregungen aus der „Rezeptewelt“.

Zur Verbindung der Heilpflanzen mit dem System der Chakren schreibt die Autorin:

Meine Motivation, eine Pflanze mit einem Chakra in Verbindung zu setzen, besteht darin – ähnlich wie im feinstofflichen Bereich, beispielsweise der Heilimagination -, die Kräfte einer Pflanze bei einer energetischen Behandlung gedanklich mit einzubeziehen. (S. 8)


Mein Fazit: Ich kann mir kaum ein besseres Buch vorstellen, Kinder über dieses Märchenbuch mit der Welt der Heilkräuter vertraut zu machen. Jedes einzelne der acht Märchen regt durchaus die Phantasie an, sich die Märchen weiter zu erzählen.
Ja, es gehört in die Hände von Kindern, gerade kranke Kinder, die z.B. „Echinacea“ bei einer Erkältung verschrieben und dann das Märchen vom „Roten Sonnenhut“ vorgelesen bekommen. Vollkommen! So können Kinder gleich vom Wesen einer Phythotherapie märchenhaft ergreifend eingeführt werden.
Auch Erwachsene, die bestimmte Heilessenzen nicht einfach nur „schlucken“, sondern sich mit dem Wesen der Medizin verbinden wollen, sind diese „Wildkräutermärchen“ eine vollkommene Hilfe. Erst nachdem dieses Buch erschienen ist, ahnen wir, dass es eine schon lange existierende Lücke im Regal unserer Kinder und Enkel, in unser Hausapotheke füllt. Herzlichen Dank, Flor!

 

Die Internetseite der Autorin (Klick)

Die Leseprobe des Verlags (Klick)

 

 


Flor G. Schmidt: Wildkräutermärchen: Von Sonnenhut, Augentrost und vielen anderen – Mit 15 Kräuterportäts (Klick)

Lackner / Strasse: Spagyrik in Balance

Band 2 mit dem Titel: Hormone in Balance

 

Das kleine Büchlein der Autoren Roland Lackner und Olivier Stasse hat es doch in sich! Es ist der zweite Band einer Reihe „Spagyrik in Balance“ und behandelt das immer dringender werdende hormoneller Dysbalance und die Möglichkeiten der Spagyrik zur Wieder-Harmonisierung.

Das Buch ist eng gekoppelt an die Firma Phylak Sachsen als Hersteller der hier empfohlenen spagyrischen Mischungen, ohne eine reine Werbebroschüre zu sein. Das ist für mich verständlich, da mehr noch als in der Homöopathie die spagyrischen Essenzen nicht nur von der Rezeptur abhängen, sondern auch vom Hersteller und dem Herstellungsprozess selbst. Sie sind Teil des alchemischen Prozesses und entscheidender Teil seiner Qualität.

Das Motto der Autoren, die schon einige Bücher in dieser Thematik zusammen geschrieben haben (siehe unten):

Hormonstörungen haben extrem zugenommen im täglichen Praxisalltag. Der Mensch, der aus seinem inneren (hormonellen) und äußeren Gleichgewicht gekommen ist, ost Symbol für eine Gesellschaft, die nicht mehr in Zusammenhängen denken kann, und deshalb stark gefährdet ist, fatalistisches Gedankengut als „normal zu betrachten. Der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele wird dann ebenso wenig wahrgenommen wie der Mensch als Teil des kosmischen Ganzen, dessen Handeln Auswirkungen auf die ganze Welt und letztlich wieder auf sich selbst hat. (S. 5)

Die Autoren thematisieren die hormonelle Balance nicht nur vom körperlichen Aspekt her, sondern auch vom geistigen und seelischen. Klar, das ist ja das Kennzeichen der auf Paracelsus zuruck führenden Spagyrik, Körper, Geist und Seele als Einheit zu behandeln. Die Autoren kombinieren deshalb spagyrische Impulse mit Kineseologie-Übungen zur Aktivierung von Hormondrüsen und ihre Chakra-Aktivierung. Und wie es schon in der Homöopathie bekannt ist, ist die Dosierung entscheidend, auf welcher Ebene sie wirksam ist.

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Dosierung, desto feinstofflicher die Wirkung. (S. 12)
Wenn Sie der Meinung sind, Sie bräuchten eine stärkere Wirkung, wird hier die Frequenz der Gabe erhöht und nicht die Dosierung. (S. 11)

Alle Themen des Buches sind angenehm kurz zusammengefasst, so dass es auch unabhängig von der Spagyrik eine gute Einführung in die Thematik hormoneller Dysbalance ist.

Die Themen sind (einschließlich der Einführung):

  • Spagyrik als von Paracelsus begründete traditionelle abendländische Heilmethode
  • Geistige und seelische Aspekte von Krankheiten nach Dr. Zimpel
  • Dosierungs-Schlüssel (auch in der Fibonacci-Folge)
  • Invocatio Dei (Anrufung Gottes) im spagyrischen Heilungsprozess
  • Kinesiologie als flankierende Maßnahme
  • Die Entsprechung von Hormondrüsen – Pflanzen – Chakren
  • Die wichtigsten energetischen Themen bei hormonellen Störungen
  • Die Befreiung aus Abhängigkeiten und „Sklaverei“ (Opferhaltung)
  • Die Schilddrüse als „launisches Organ“
  • Autoaggressionskrankheiten einschließlich Hashimoto
  • Burn-out auch als hormonelles Problem
  • Die Erfüllung es Kinderwunsches
  • Wechseljahres-Beschwerden „energetisch und körperlich gut begleiten
  • Siebenjahres-Zyklen und die Öffnung der Chakren

Die Autoren plädieren unbedingt für einen ganzheitlichen Ansatz. Selbst die Vorstellung, gegen alle Malässen sei ein Kraut gewachsen, ist zu einseitig.

Die Symptome einfach wegzuzaubern mit Phytohormonen ist eher kontraproduktiv, da auch hier wieder eine Illusion geschaffen wird, dass alles in Ordnung ist. Und die Symptome, die ja auch Botschaften Ihres Körpers sind, nicht mehr gehört werden können. (S. 79)

r-pfeil-reMein Fazit: Ein sehr kompaktes Büchlein mit vielen essentiellen Aussagen – in seiner Art ganz „spagyrisch“.
Es ist hilfreich für sehr bewusste Patienten, die bereits einen Zugang zur Alchemie und Spagyrik haben. Obwohl die Autoren von einer unbedachten Selbstmedikation bei massiven hormonellen Störungen dringend abraten. Im Zweifelsfalle sei immer ein therapeutisch ausgebidete Kraft zu Rate zu ziehen.
Ich schätze, das Büchlein ist vor allem eine gute Einstiegslektüre für Heilpraktiker, die sich auch aufgefordert fühlen, ihren Beitrag zur Wende gegen das Elend hormoneller Entgleisungen leisten wollen. Es gibt gerade hier Alternative zu den ausschließlich Ärzten vorbehaltenen „bioidentischen Hormonen“. Die Spagyrik ist dabei ein kaum noch erkannte Möglichkeit, bestimmt so wirkungsvoll wie die Homöopathie. Sie sind seelenverwandt, die Spagyrik eher die ältere, große Schwester. Noch hat die Spagyrik nicht ernst zu nehmende Narrenfreiheit von Seiten der Schulmedizin.


Roland Lackner und Olivier Stasse: Spagyrik in Balance – Band 2: Hormone in Balance (Klick)

Die Hompage der Autoren (Klick)


Meine eigene Arbeit zur Yamswurzel

Yamswurzel-ti

und einer spagyrisch veredelten Yamscreme

„Das Natur-Wunder Yamswurzel (Yams)“

  • ihr Natur-Geschenk als Kultur-Pflanze und Grund-Lebensmittel
  • ihre Wieder-Geburt als alte Heil-Pflanze in der Frauenheilkunde
  • ihre biomedizinische Ver-Wendung gegen Progesteron-Mangel
  • ihre spirituelle An-Erkennung als Licht-Wurzel
  • ihr Durchbruch in der natürliche Gesundheits-Vorsorge

PDF, 9 Seiten

> zum Download (Klick)

Hartkemeyer: Die Yams Dioscorea batatas

Untertitel: Geschichtliche, botanischer und gesundheitliche Aspekte der Lichtyamswurzel


Es war nicht einfach, dieses Kleinod der Autoren Dr. Tobias und Julia Hartkemeyer aufzustöbern.
Bei meinen eigenen Arbeiten über die Yamswurzel (mein Artikel siehe unten) war ich auf der Suche nach wissenschaftlich fundiertem Hintergrundwissen zur Yams. Ich war einigermaßen erstaunt, zu dieser großen Kulturpflanze der Menschheit so gut wie kein Buch zu finden, um so wichtiger also dieses Kleinod als offensichtlich weit und breit kompetentestes! Es hat auch ein beeindruckendes Literaturverzeichnis und scheint mir das aktuelle wissenschaftliche Standardwerk zu sein.

Im Grunde gibt es traditionell zwei große YAMS-Zentren der Welt: der südamerikanische Raum mit der vor allem medizinisch verwendeten Yams und der asiatischen Yams als Grundnahrungsmittel.

Auch wenn die Autoren sich auf die spezielle asiatische Art der Yamswurzel „Dioscorea batatas“ spezialisiert haben, gibt es auch sehr interessante allgemeine Informationen über Ursprung und Ausbreitung der YAMS.

Die Zukunft der Lichtwurzel im Anbaugebiet Europa

Die Autoren reflektieren in dem Buch auch die ganze Ernährungspropblematik und die Möglichkeit des ökologischen Anbaus in Europa mit klaren Qualitätskriterien, einschließlich der Frage, was wirkliche LEBENS-Mittel sind.

Die Autoren beziehen sich auf Äußerungen des Anthroposophen Rudolf Steiner, der 1924 empfohlen hat, dass die YAMS die Kartoffel aus Hauptnahrungsmittel ersetzen möge, weil sie als Lebensmittel über ein ganz anderes spirituelles Potenzial verfügt. Im weiteren entfalten die Autoren die Thematik „aus anthroposophischer Sicht“. Das Buch stellt dabei auch die „pharmakologische Bedeutung“ der Yams Dioscorea batatas heraus, ihre Wirkung also als Heilpflanze.

Inzwischen ist der Begriff „Lichtwurzel“ von der Ludolf Andreas GmbH (Andreashof) für den biodynamischen Anbau der Anthroposophen (wie für DEMETER) warenrechtlich geschützt.

Bezug: > Der Andreashof in Überlingen (Klick)


Dr. Thobias und Julia Hartkemeyer: Die Yams Dioscorea batatas: Geschichtliche, botanische, und gesundheitliche Aspekte zur Lichtyamswurzel (Klick)


Meine eigene Arbeit zur Yamswurzel:

„Das Natur-Wunder Yamswurzel (Yams)“

  • ihr Natur-Geschenk als Kultur-Pflanze und Grund-Lebensmittel
  • ihre Wieder-Geburt als alte Heil-Pflanze in der Frauenheilkunde
  • ihre biomedizinische Ver-Wendung gegen Progesteron-Mangel
  • ihre spirituelle An-Erkennung als Licht-Wurzel
  • ihr Durchbruch in der natürliche Gesundheits-Vorsorge

PDF, 9 Seiten

> zum Download (Klick)

Uwe Kapfer: KREBS GO HOME

Untertitel: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele


Der Titel wird dem Buch eigentlich gar nicht richtig gerecht. Er signalisiert vom Verlag „verkaufstechnisch“, dass es sich um ein Krebsheilbuch handelt. Der Untertitel „Friedensverhandlungen“ trifft den Inhalt viel genauer. Denn der Autor selbst hat, bevor er sich vom Krebs als Krankheit verabschiedet hat, schon lange vor dem WORT „Krebs“ verabschiedet und verwendet ihn möglichst nicht. K-R-E-B-S definiert er einfach um in „Kein Risiko, sondern Eine Besondere Situation“. Und seinen eigenen Nierentumor hat der den Kosename gegeben: „Lucky“ (der Glückliche). Denn, was ist unsere erste Assoziation, wenn wir an das Wort „Krebs“ denken? Genau: BEKÄMPFEN! – und genau von dieser Denke verabschiedet sich das Buch.

Wer schon etwas bewusster ist, der stellt sich die Frage: Soll ich meinen Krebs bekämpfen oder lieben? (Liebet eure Feinde!) Das Buch gibt die Antwort.

Der Autor Uwe Kapfer war selbst bei der Bundeswehr Berufssoldat in höchster Laufbahn und hat sich selbst von dem „Kriegshandwerk“ 31.12.2001 verabschiedet („ehrenhafte Entlassung“) und ist ins Zivilleben übergewechselt. Er weiß, dass Kriegführen nur zu Leid und Elend führt, am Ende im besten Falle zu faulen Kompromissen. Im Krieg gibt es immer (mindestens) ZWEI Parteien, für den Frieden braucht es nur EINEN. Frieden schaffen wir nur in uns selbst – und das gilt auch für einen „Weckruf Krebs“. Er ist kein Feind, sondern Teil unseres Körpers. „FRIEDE sei mit dir!“ Das gilt auch und gerade im Umgang mit dem eigenen Tumor („Geschwulzt“).

Mein Weg ist ab heute der Weg des Friedens. (S. 58)

Wenn Krieg herrscht, so meine Erfahrung, regiert immer das Ego. (S. 88)
Mehr und mehr sah ich meine Diagnose nicht als Kriegsaufforderung, sondern als eine Einladung für einen liebevollen Weg. Dieser Gedanke gewann zunehmend an Kraft und Raum. (S. 94)

Die Verhandlungspartner

Der Autorsetzt an dem Havard-Konzept der friedlichen Konfliktlösung an (S. 97 – 107):

  • Sachlich bleiben und nicht persönlich werden!
  • Konzentrierung auf die wahren Interessen aller!
  • Entscheidungsalternativen (Plan B) parat haben!
  • Kein Gemauschel, sondern objektive Entscheidungs-Kriterien.

Es dauert einige Zeit, bis alle Verhandlungs-Partner und Verbündete (! – es sind ja keine Gegner) bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen:

  • Der Körper als der wirklich leidtragende. Die Mehrheit der Körperzellen sind ja gesund und wollen Heilung, schreien um Hilfe.
  • Lucky, der Tumor selbst, der ja auch kein wonnevolles Leben führt, Ausgeburt von Angst und Psycho-Schatten ist.
  • Der Geist (im Sinne von Verstand), der nüchtern und realistisch analysiert (wenn er auch weitgehend in der Vergangenheit und Zukunft zu Hause ist, doch auch das gehört dazu.
  • Das EGO, der problematischste Partner, der ängstliche Kontrollfreak, der die obigen Partner unter Kontrolle zu haben scheint.
  • Das innere Kind (ihm ist das Buch gewidmet), das als verletztes Kind den Schutzpanzer EGO erst ermöglicht hat. Mit seiner Heilung kommen die anderen Partner so richtig ins Spiel:
  • Der Herz als das Zentrum der Lebenskraft, der Liebe und des Friedens.
  • Die Seele als das göttliche Vertrauenszentrum.

Immer dabei ist auch das „Ich-Selbst“ (ohne benannt worden zu sein), der als Koordinator und Moderator alle Parteien zusammen bringt.

Es hat etwas von sehr tiefsinniger und praktischer Lebensphilosophie, ohne als solches ausgegeben zu sein. Es ist so schön differenziert, wie ich es kaum in einem Philosophiebuch gelesen haben (S. 109 – 1179 Ich nehme mich seitdem viel differenzierter wahr.

Es ist sehr erkenntnisreich, wie unterschiedlich sich dann die Sichtweise der einzelnen Verbündeten im Laufe der Verhandlungen verändern, von Statements, Bedürfnissen und Interessen, Taktiken, im Dialog selbst bis hin zu einstimmigen (!) Entscheidungen.

Die Wende im Leben

Am Ende will ich den Autor noch mehr selbst zu Wort kommen lassen:

Rückblickend würde ich sogar sagen, so paradox es auch klingen mag, dass der Tumor, Lucky, fast schon ein Glücksfall für mich war. Führte ich vorher ein Dasein als Funktionierer, Perfektionierer, immer auf der Suche nach Anerkennung, bin ich heute ein Finder auf dem Weg zu mir und zu meinem Herzen. Meine Lebensqualität hat sich verändert, wurde bereichert um eine größere Bandbreite an gelebten Emotionen. Mein Leben findet mehr im Hier und Jetzt statt, mehr als jemals zuvor – und all das verdanke ich Lucky. (S. 217)

Eine zentrale Erkenntnis des Autoren ist:

Jede Krebserkrankung ist so individuell wie der Mensch, der die Diagnose erhält. (S. 217)

Und um diesen Gedanken fortzusetzen: Jede Heilung ist so individuell wie der Mensch selbst. Auch wenn der Autor sich selbst nicht als Ratgeber verstehen will, so ist der doch ein Wegweiser:

Suchen Sie keinen Guru oder den allwissenden Problemlöser, suchen Sie den Weg zu sich selbst und machen Sie sich auf diesen Weg. Alle Antworten sind in Ihnen. (S. 218)

r-pfeil-reMein Fazit: Obwohl das Buch ein Sachbuch ist, ist es sehr spannend und lebendig geschrieben, fast schon wie ein Krimi zu lesen: Wie geht des jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte? Wie verhalten sich die die unterschiedlichen Charaktere (Teilnehmer der Verhandlung)? Und ich verrate das Ergebnis bewusst nicht.
Das Buch ist auch der Schulmedizin gegenüber nicht „feindlich“ gesonnen, das würde dem Wesen des Buches völlig widersprechen. Es gibt keine Feinde, nur Kooperationspartner, die man selbstbewusst einsetzt.
Das Buch ist ein richtiges Paradebeispiel für das große Thema: Mentaltraining und Heilung. Der Autor ist in seinem „2. Leben“ nach der Bundeswehr Seminarleiter, für den Mentaltraining zum Grundhandwerk gehört. Er ist sehr kreativ in der Entwicklung von wirksamen Übungen, 19 insgesamt.
Das Buch ist weit über den Kreis Krebsbetroffener empfehlenswert. Es ist ein Buch mit viel und klar strukturierter, zielorientierter männlicher Energie, eingebettet in weiblicher Energie des Loslassens, Akzeptierens, Vergebens, der Herzenergie. Es ist ein Tanz männlicher und weiblicher Energie, und das braucht es in JEDEM Heilungsprozess. Vom Krebs betroffene Männer werden zu diesem Buch einen guten Zugang haben, weil der „generalstabsmäßige Umgang“ mit einem Problem typisch Mann ist. Und genau das bietet das Buch. Ich wünsche diesen Männern, dass das Buch sie irgendwie erreicht. Bei Frauen, deren weibliche Energie zu dominant ist, werden durch das Buch auch ihre inneren männlichen Energien genährt finden. Das ist auch für Frauen sehr heilsam auf dem Heilungsweg.
Empfehlen möchte ich das Buch gerade auch denjenigen, die ANGST vor Krebs haben. Das Buch kann die Angst handhabbar reduzieren. Und wenn dann doch die DIAGNOSE Krebs ereilt, ist man mit dem Buch und gleich dem ersten Kapitel gut gewappnet.

Neben Glück und Liebe ist sicher FRIEDEN ein großer Faktor für die Zukunft der Menschheit. Für mich ist dieses Buch ein exemplarisches Friedensbuch für die Zukunft der Menschheit; ja, so weit würde ich in meinem Lobpreis des Buches gehen! 

Es ist unsere ganz eigene Entscheidung, ob wir im Frieden mit uns selbst leben wollen oder im Kriegszustand. (S. 15)


Bei Amazon kaufen untder dem Link: Krebs go home: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele (Klick)

 


 

Das Interview zum Buch von Veit Lindau mit dem Autor Uwe Kapfer:

Thomas Bach: Diagnose Krebs – und nun?

Untertitel: Ein Begleiter auf dem Weg der Genesung


Der Autor Thomas Bach hat 15 Jahre in einer Klink als Psychoonkologe gearbeitet und hat heute seine eigene Praxis. Ich erwähne es bewusst, weil das Buch aus jahrelanger therapeutischer Praxis geboren ist und – wie der Untertitel es zutreffend ausdrückt – wirklich ein praktischer Begleiter auf dem Weg zur Genesung aus einer Krebskrankheit ist. Das Buch enthält gar nicht SO viele Übungen, doch es sind die wirklich Wesentlichen, die man auf dem Weg der psychischen Selbstbestimmung meistern sollte.

Was aber ist überhaupt „Psychoonkologie“?  Inzwischen spricht sich langsam herum, dass eine Krebserkrankung keine rein genetische und erbliche Belastung und genetische Deformation ist, sondern immer auch Ausdruck seelischer Störungen. So hat sie inzwischen eine Psychoonkologie gebildet, die die Ursache des Krebsgeschehens in seelischen Problemen sucht und mehr noch Krebs als eine Herausforderung seelischen Wachstums betrachtet. Gott sei Dank hat sich inzwischen auch eine „Epigenetik“ entwickelt, die unsere Gene als viel modulierbarer erkannt hat als die starre alte Genetik. In diesem Sinne ist Krebs in dieser Denkrichtung epigenetisch verstanden, Heilungsaussichten einschließend durch Psychotherapie („Psychoonkologie“).

Das Buch hat zwei Teile, die sich wirklich gravierend unterscheiden: 1. Psychoonkologische Betrachtungen (sich ein starkes und gesundes EGO schaffen) und 2. „Der Sprung über den Abyssos“ (das EGO loslassen und sich der nondualen Urquelle überlassen).

Teil 1: Sich ein gesundes EGO schaffen

Es gibt psychologisch gesehen einen „Krebstyp“: Es sind Menschen, die sich selbst vergessen und sich an andere anpassen, sich für deren Bedürfnisse einsetzten. Es sind Menschen mit einem sehr schwachen „Ich“, die ihre eigenen Bedürfnisse kaum kennen und erst recht nicht durchsetzen. Vor allem an diese Menschen richtet sich der erste Teil mit Sichtweisen und Übungen, die helfen, sich ein gesundes EGO zu erschaffen, sich sozusagen als selbstbewusster, krebsfreier Mensch neu zu erfinden.

Hierzu gehören:

  • Nicht sofort panikartig zu reagieren (auch wenn man von Ärzten unter Druck gesetzt wird), sondern anzuhalten und sich zurück ziehen („Retreat“), um aus einem Abstand heraus sinnvoll das Heft in die eigenen Hände zu nehmen (der Samen der Selbst-Heilung)
  • Angst machende Konzepte und Glaubenssätze über Krebs und Krebsbehandlung loszulassen (Vergebung Ärzten gegenüber, die schon ein Todesurteil ausgesprochen haben)
  • Schon ein geheiltes, krebsfreies Leben zu visualisieren („Zurück aus der Zukunft“)
  • Den eigenen Lebensraum und Lebenszeit der Heilung einzufordern (gegen einen falsch verstandenen Egoismus)
  • Die Reise zum inneren Kind aufzunehmen (Atemübung und Meditation)
  • Eigene Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen
  • Die Verstehbarkeit für den höhere Sinn einer Krankheit anzunehmen (Botschaft des Körpers)
  • Die Genesung selbst in die eigenen Hände zu nehmen (Handhabbarkeit)
  • Das SEIN und die LIEBE als Gundenergie des Lebens zu entdecken
  • „Den Tumor zerlieben“ (geniale Formulierung!), ihm Licht und Liebe zu schicken
  • Sich mit „Gevatter Tod“ auseinander zu setzen (wer leben will, muss erst sterben lernen)
  • Das Leben so in Ordnung zu bringen, dass man jederzeit gehen kann, ohne Unerledigtes zu hinterlassen
  • Sich vom Gefühl der lebenslangen Überforderung und der daraus folgenden Lebensmüdigkeit zu befreien
  • Ehrlich anderen Menschen seine Bedürfnisse und Meinungen mitzuteilen und aus dem „Schongang“ heraus zu kommen
  • Sich zu lösen aus dem Dramadreieck Täter – Opfer – Retter bzw. Angriff, Verurteilung und Abwertung (nach Eric Berne)
  • Gewaltfreie Kommunikation zu üben (nach Rosenberg)
  • Nicht gegen die Realität zu kämpfen, sondern anzunehmen, was ist; sogar zum Krebs zu sagen: „Ja, auch du gehörst dazu!“ (Krebs drückt einen Lebenskonflikt aus, der erkannt werden will, die „Botschaft der Krankheit“)
  • Nicht von Tumor oder Krebs zu sprechen, sondern vom „Genesungsbereich“

Was für ein psychologisch fundiertes Heilungs-Programm! Damit ist der erste Teil des Buches beendet, der zweite Teil nicht unbedingt notwendig. Der Autor schreibt:

Im zweiten Teil des Buches möchte ich Sie auf eine Reise in die tieferen Schichten der Existenz führen. Falls Sie daran kein Interesse haben, wünsche ich Ihnen an dieser Stelle alles Gute! (S. 59)

Teil 2: Das EGO loslassen und sich der Urquelle überlassen

Der Titel dieses Teil ist auf Anhieb nicht verständlich: „Der Sprung über die Abyssos“. Es geht dabei im doppelten Sinne um SPRUNG: einerseits den „Sprung über den Abgrund“ (Abyssos) und andererseits den „Sprung in der Schüssel“ finden, den Ur-Sprung „allen Übels“. Es geht im spirituelle Lebensphilosophie hinter dem Schleier der Illusionen, über

  • die wirkliche Wirklichkeit
  • Bewustheit
  • Leere und Stille
  • Leben im Hier und Jetzt (nach Eckhart Tolle)
  • Zurück zum Ur-Sprung (!) und den Nichts davor
  • Urquelle
  • Nicht-Dualität
  • Avaita: die Schöpfung ist eine Illusion
  • Trennung, Schuld und Vergebung sind Illusionen
  • das Ego auflösen

Es macht wenig Sinn, diese hier sehr essentiell referierte Lebensphilosophie (nach Avaita, Buddhismus, griechische Philosophie, Gnostik) nachzuerzählen. Der Autor schreibt auch, dass dies nicht die „letzte Wahrheit“ ist, sondern ein mentales Konzept. Ob der Leser es so teilt oder nicht, ist nebensählich. Es geht in der Auseinandersetzung damit seine eigene (wahrscheinlich unbewusste) Lebensphilosophie zu erkennen und bewusst zu einer heilsamen Lebensphilosophie im Prozess der Genesung zu finden. Was kommt dabei heraus kommt:

Im besten Falle erkennen Sie, dass wahre Heilung mit dem Frieden im eigenen Herzen anfängt. (S. 90)

Mein Fazit: Ein enorm starkes Buch, das bis in die letzte Konsequenz geht, das Einswerden mit dem Göttlichen als „ultima ratio“ für die Heilung. Wer seinen eigenen Heilungsplan aus der Lebenskrise Krebs erstellen will, für den ist dieses Buch eine großartige Herausforderung. Jeder Heilungs-Weg ist individuell, und so macht es wenig Sinn, den Weg des Buches 1 zu 1 zu kopieren. Heißt es so schön: Wer seinen eigenen Heilungsweg gehen will, darf andere nicht nach dem Weg fragen. DOCH einen fundierten und hochwertigen Plan zu haben, an dem man sich abarbeitet, um seinen eigenen Plan zu entwickeln, ist ein echtes Geschenk: Was ist für mich stimmig? Was modifiziere ich an Übungen? Was ist für mich fremd und eine Herausforderung? Das könnten schon wichtige Fragen mit der ARBEIT an dem Buch sein, um seinen ganz persönlichen Heilungsplan zu entwickeln. Es ist leicht in ein paar Stunden zu lesen (90 Seiten) und bringt das Wesentliche aus der Sicht der Seele auf den Punkt.

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