Laszlo / Peake: Unsterbliches Bewusstsein

Untertitel: Kontinuität des Selbst jenseits des Gehirns

Das Buch beginnt im Prolog im ersten Satz gleich mit der „großen Frage“:

„Endet unser Bewusstsein – unser Geist, unsere Gedanken, unsere Seele – mit dem Tod unseres Körpers?“ (S. 9) Und als wichtige Endnote zu diesem Satz: „Wir sollten Bewusstsein und Gedanken synonym verwenden, von Geist und Seele aber nur im spirituellen und/oder religiösen Kontext sprechen.“ (S. 10)

Das Buch sucht also nicht die „Unsterblichkeit von Geist und Seele zu beweisen – möglicherweise ist es im streng wissenschaftlichen Sinne nie zu „beweisen“. Es geht vielmehr um einen auch in der Wissenschaft gängigen Begriff des „Bewusstseins“. Das Buch hält sich streng an wissenschaftliche Kriterien – und das macht es so spannend und für wissenschaftlich denkende Menschen so attraktiv! Dieses Buch könnte die Geburtsurkunde eines neuen „Paradigmas“ in der wissenschaftlichen Bewusstseinsforschung sein, insbesondere in welchem Verhältnis Gehirn und Bewusstsein stehen. Das alte (materialistisch-mechanische) Paradigma geht davon aus, dass zuerst das Gehirn da ist und das Bewusstsein ein Epiphänomen ist.

1. Teil: Die Evidenz

Es heißt, die Wissenschaft beginne mit der Erhebung empirischer Daten. Genau dem dient dieser erste Teil, der drei Viertel des Buches umfasst (120 von insgesamt 180 Seiten). Hier werden Belege zusammengetragen zu den Themen

  • Nahtoderfahrung
  • Nachtod-Kontakte
  • Kommunikation über Medien
  • Instrumentelle Transkommunikation
  • Erinnerung an frühere Leben
  • Reinkarnation

Jedes der zusammengetragenen empirischen Belege werden dabei von den Autoren einzeln in der Bedeutung gedeutet, als erste Schlussfolgerung zusammenfassend unter „Bewusstsein jenseits des Gehirns“ (S. 126 f.):

Offenbar wird bei Nahtoderfahrungen, Erscheinungen und Visionen, nachtodlicher Kommunikation, medial bzw. instrumentell vermittelter Kommunikation, bei Erinnerungen an frühere Leben und reinkarnationstypischen Erlebnissen ein „Etwas“ kontaktiert, bei dem es sich um ein menschliches Bewusstsein zu handeln scheint. Die vorhandenen Beweise zeigen, dass dieses „Etwas“ nicht nur eine passive Aufzeichnung der Erfahrungen einer verstorbenen Person ist, sondern eine dynamische, intelligente Wesenheit, die kommuniziert, Informationen austauscht und mitunter sogar den Drang verspürt, sich mitzuteilen.

Also: Das Bewusstsein überdauert empirisch offensichtlich das Gehirn. Die anschließende Frage ist natürlich: „Doch wie ist der möglich?“ Der zweite Teil des Buches stellt einen Erklärungsansatz vor, „der weder improvisiert ist noch sich auf esoterische Konzepte stützt, sondern auf den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und der Bewusstseinsforschung basiert.“ (S. 127)

2. Teil: Die Wissenschaft: Kosmos und Bewusstsein

In der (materialistischen) Wissenschaft selbst ist ein „Paradigmenwechsel“ festzustellen, die nicht Materie, sondern Information(sfelder) „als Urgrund der Realität begreift“. (S. 131).

Hier greifen die Autoren auf den alten westlichen Begriff des „Äthers“ bzw. „Spiritus“ (Gordano Bruno) zurück bzw. dem östlichen Begriff des „Akasha“ zurück und sehen diese intuitiven Ansätze der Prämodernen in der modernen Theorie des Informations-Hologramms wissenschaftlich bestätigt:

Wenn die Raumzeit ein Hologramm und jeder Quant mit sämtlichen anderen Quanten verschränkt ist, dann muss sich jede Zustandsänderung eines beliebigen Quants auch im Zustand aller Quanten niederschlagen. (S. 140)

Es gibt offensichtlich als naheliegende Schlussfolgerung eine Dimension jenseits dieser allumfassend verschränkter (alles interagiert mit allem) „Raumzeit“:

Dieser der wahrnehmbaren Welt zugrunde liegende Dimension bildet ein vollständiges Ganzes, eine holographische Gesamtheit ohne Raum und Zeit. Die A-Dimension des Akasha stellt den eigentlichen LOGOS des Kosmos dar. (S. 142)

Und was hat diese „verborgene A-Dimension“ mit Bewusstsein zu tun? Kurz: Diese Dimension IST das EINE Bewusstsein, die in-formiert, in Form geht. Und jedes „individuelle“ Bewusstsein ist „untrennbarer Teil“ des allgemeinen, kosmischen Bewusstseins.

Diese grundlegende Erkenntnis, dass das Bewusstsein nicht vom Gehirn hervorgebracht wird, dürfte durch künftige Forschungsergebnisse kaum mehr umgestoßen werden. Bewusstsein ist ein kosmisches Phänomen, das vom Gehirn lediglich vermittelt und zur Entfaltung gebracht wird. (S. 148)

3. Teil: Die Erklärung

Der dritte Teil bringt den ersten (Empirie) und den zweiten (moderne wissenschaftliche Theorien) zu einem einheitlichen Erklärungsansatz zusammen und kommen zu der Schlussfolgerung:

Nachdem wir das vorhandene Beweismaterial ausgiebig gesichtet haben, können wir diese Frage („die große Frage“, s.o., JS) jetzt positiv beantworten: Mit dem Ableben unseres Körpers hört unser Bewusstsein nicht auf zu existieren, sondern lebt in einer anderen Dimension des Kosmos fort – in jener geheimnisvollen Sphäre, für den wir den alten Namen Akasha aufgegriffen haben.“ (S. 167 f.)

 

Ein neues Paradigma wäre keines, wenn es nicht auch eine neue VISION hätte. Dies ist nahezu „atemberaubend“ (doch nicht im tödlichen Sinne zu verstehen) 🙂 das Zeitalter der bewusst angenommenen Unsterblichkeit!

Mein Fazit: 

Das Buch verbindet die aktuell aufregendsten Bereiche der Wissenschaft – Neurophysiologie, Quantenfeld und Kosmologie – mit spiritueller Weisheit. Selbst wenn man Buch nur als stringent durchgezogene wissenschaftliche Hypothese mit großem Wahrscheinlichkeitswert erkennen kann, es ist ein großer Wurf mit der Vieion eines neuen Zeitalters der Unsterblichkeit. Bekanntlich sind Menschen sterbliche Götter und Götter unsterbliche Menschen. Das Buch baut auch eine Brücke zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen.

Günther Schiwy: Das Teilhard de Chardin Lesebuch

Ein Wort zu dem Herausgeber des Buches: Günther Schiwy. Er war wie Teilhard de Chardin Jesuit und Priester. Er ist nicht nur ein großer Kenner Teilhard de Chardins und durch deine zweibändige Teilhard-Biographie (> meine Buchbesprechung) zu dessen 100. Geburtstag 1981 bekannt geworden, sondern hat über 10 Jahre intensiv daran gearbeitet,  Teilhard de Chardin im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Der Werkausgabe in Frankreich waren beendet, das meiste ins Deutsche übertragen, zu dem der Herausgeber des Buches selbst seinen Beitrag geleistet hat. Das sehr autobiographische Buch „Das Herz der Materie“ (1950 im französischen Original abgeschlossen, erst 1976 in Frankreich veröffentlicht) fand erst 1990 eine erste deutsche Übersetzung, an dem Günther Schiwy selbst mitgewirkt und das Vorwort verfasst hat.

Dieses Lesebuch, 1987 erstmals erschienen,  aus Texten von Teilhard de Chardin ist aus wirklich sehr kompetenter Redaktion. Günther Schiwy geht in der Abfolge ganz konsequent dem letzten großen Werk Teilhard de Chardins nach, dem „Herz der Materie“, und liefert sozusagen das Textmaterial zu diesem Buch. Darüber hinaus ist das „Lesebuch“ reichlich von ihm im Ganzen und in den acht Kapiteln eingeführt.

Die insgesamt 59 Texte sind in acht Kapitel eingeteilt:

  1. Das Herz der Materie
  2. Der Aufstieg der Menschheit
  3. Die Entwicklung des Bewusstseins
  4. Die Allgegenwart der Liebe oder das Ewig-Weibliche
  5. Die Mystik der Wissenschaft
  6. Die Krisen des Wachstums
  7. Die Religion von morgen
  8. Das neue Zeitalter

Nicht zu vergessen ist das zum Glossar ausgebaute Register, das ein leichteres Verständnis des Teilhardschen Vokabulars und „Jargons“ ermöglicht

Beide Bücher zusammen, Teilhards „Das Herz der Materie“ und dieses Lesebuch sind eine abgerundete Einführung in das Denken dieses großen Visionärs einer spirituellen Evolutionstheorie.

Günther Schiwy: Teilhard de Chardin (2 Bände)

Untertitel: Sein Leben und seine Zeit

Das zweibändige Werk ist eine herausragende Biographie Pater Pierre Teilhard de Chardins, die zu dessen 100. Geburtstag 1981 erschien. Der Autor war seit 1979 auf den Spuren Teilhards in Frankreich, ihm wurden alle Türen geöffnet, nicht nur um diese Biographie zu schreiben. Ihn sollte Leben und Werk von Teilhard de Chardin mehr als die nächsten 10 Jahre intensiv beschäftigen. Er hat ausgewählte Texte von Teilhard aus den Essays und Briefwechsel zum Teil neu übersetzt, kommentiert  und herausgegeben, wie „Das Herz der Materie“. Günther Schiwy hat sich nicht nur mit dieser Biographie große Verdienste erworben, das Interesse an Teilhard de Chardin in den 80er im deutschsprachigen Raum wieder aufleben zu lassen. Der Autor hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass nach der vollendeten deutschsprachige Werkausgabe von Teilhard de Chardin Anfang der 70er Jahre mit der Biographie abgerundet werden konnte.

Wenn jemand den Jesuitenpater Teilhard am besten verstehen sollte, dann selbst ein Jesuit und Priester wie der Autor. Doch mehr noch. Teilhards größtes Problem war wahrscheinlich nicht der Konflikt mit seiner Kirche und seinem Orden, sondern der Konflikt in seiner Liebe zum Weiblichen und zu Frauen. Der Biograph Günther Schiwy selbst hat diesen Konflikt erlebt und nicht anders lösen  können als aus dem Jusuitenorden auszutreten, das Priesteramt niederzulegen und seine geliebte Frau zu heiraten. Das spricht für ihn als DEN deutschsprachige Biograph, der sich in das Innenleben Teilhards einfühlen konnte wie kein anderer. Als später weitere Briefe auftauchten, gab Schiwy einen die Biographie ergänzenden Band heraus „Eine heimliche Liebe. Lucile Swan und Teilhard de Chardin“ (2005) – zu Teilhards 50. und Luciles 40. Todestag, sehr mitfühlend für dies erotische, aber sexuell unerfüllte Liebe.

Wenn man sich tiefer mit Teilhard de Chadin beschäftigen will, kommt man an dieser Biographie nicht vorbei. Der erste Band endet 1923 vor Teilhards ersten Reise nach China: Er ist als Mystiker an der Front des ersten Weltkrieges erwacht, war tief berührt von der Liebe zu einer Cousine, hatte das erste Essay zum „Ewig-Weiblichen“ verfasst, seine auch wissenschaftliche Ausbildung in Paris beendet, war zum Propheten einer Neuen Menschheit, aber auch einer Neuen Theologie gereift. Der Autor geht den vielen Einflüssen nach, die Teilhard und seine „prophetische Sprache“ geprägt haben.

Den zweiten Band ab 1923 bis zu seinem Tod 1955 stellt vor allem die Gespräche, die Teilhard gesucht hat, auch und gerade mit Andersdenkenden, dabei auch in sehr intimen Gesprächen mit Frauen. Dem Biographen Günther Schiwy ist es gelungen, dem Leser das innere Leben von Teilhard de Chardin zu öffnen.

Beide Bände zusammen genommen haben einen Umfang von ca. 650 Seiten und sind reichlich bebildert. Ich will seine Hommage an den französischen Biographen zitieren: „Für hilfreiche Anteilnahme danke ich vor allem Claude Cuénot, dem ersten und unüberholbaren Biographen Teilhards, ferner den Freunden Teilhards, die mir Erinnerungen und Bildmaterial überlassen haben.“ (Bd. 2, S. 290)

Zu erwähnen ist, dass es dazu auch eine gekürzte Taschenbuch-Ausgabe (dtv) aus dem Jahre 1985 gibt, ohne Bildmaterial und um ca. die Hälfte gekürzt.

 

Günther Schiwy: Der kosmische Christus

Untertitel: Spuren Gottes ins Neue Zeitalter

Zunächst ein paar Worte zum Autor: Er hat sich als deutscher Biograph von Teilhard de Chardin einen Namen gemacht. 1981 erschien zu dessen 100. Geburtstag die zweibändige Biographie „Teilhard de Chardin. Sein Leben und seine Zeit“. Doch seine Arbeit für das Bekanntwerden von Teilhard im deutschsprachigen Raum ging weit über die Teilhard-Biographie hinaus. Er veröffentliche ausgewählte Werke von Teilhard und war zum Teil mit verantwortlich dafür, dass Bücher oder Briefwechsel überhaupt ins Deutsche übertragen wurden.

Er hatte mit den Vorbereitungen „auf den Spuren Teilhards in Frankreich“ 1979 begonnen und mit diesem Werk „Der kosmische Christus“ nach 10 Jahren den Höhepunkt seiner Arbeit der Öffentlichkeit vorgelegt. 1989: als der Ostblock durch Gorbatschows „Peristroika“ zusammenbrach und ich die Mauer in Deutschland fiel.

Günther Schiwy war – wie Teilhard de Chardin – selbst Jesuit und Priester, im Gegensatz zu ihm hat er 1970 seinen Orden verlassen, um seine geliebte Frau heiraten zu können. Ihm ging die Liebe vor der Ordensdiziplin des Zölibates. Als dann 1982 die ersten New-Age-Bücher vom „Neuen Wassermann-Zeitalter“ kündeten, zeigte er dafür Sympathie. Er wusste darum (wie Teilhard de Chardin), dass sich das Christentum erneuern musste – und sah in der New-Age-Bewegung das Aufkommen einer „Neuen Spiritualität“. Der Gest des neuen Zeitalters würde aber der GEIST GOTTES sein. Ja, er fand immer mehr Zugang auch zu der Vorstellung, dass diese „Neue Spiritualität“ und das erneuerte Christentum im Kern weiblich sein müsste.

Von seinen Kritikern, den christlichen Theologen, wurde er (krass ausgedrückt) als Verräter angesehen und nur noch als „New-Age-Anhänger“ gewertet. Zwei Jahre vor „Der kosmische Christus“ war sein Buch „Der Geist des Neuen Zeitalters“ (> meine Buchbesprechung) noch der Aufruf zu lesen, dass diese beiden Strömungen im Sinne einer „Neuen Spiritualität“ zusammenarbeiten sollte.

Dieses Buch von 1989 lässt diesen Streit jetzt fallen (es ist keine Streitschrift mehr), sondern ist ein offenes Bekenntnis von Günther Schiwy für den Kosmischen Christus. „Ich schreibe das Buch als Zeugnis meines eigenen Glaubens an den Kosmischen Christus, eines Glaubens, der sich als Niederschlag meines religiösen Lebens mit der Zeit herausgebildet hat.“ Hier zeigt er sich als Schüler Teilhards zur Entwicklung von dessen Lehre.

Die „schönste Entdeckung“ bei Teilhard de Chardin ist für ihn „Das Ewig-Weibliche“, in den Worten Teilhards: „Eines Tages wird nur noch ‚das Ewig-Weibliche‘ bleiben, der einende Zauber des totalen Christus.“ (15. März 1918), im Buch S. 32.

Und Günther Schiwy schreibt für sich selbst:

Für mich gab es da erstaunlicherweise keine Widersprüche: die Liebe zu meiner Frau erfuhr ich zugleich als Liebe zum Ewig-Weiblichen und darin zum Kosmischen Christus – heute kann ich es so formulieren. (S. 33)

Als Liebender hat er so auch einen tieferen Zugang zu Teilhard:

Er, auch Priester und Jesuit, ist es zwar bis an sein Lebensende geblieben. Nichtsdestotrotz hat er auch erlebt, wie die gleiche Anziehungskraft, die man als Priester dem Kosmischen Christus gegenüber verspürt, durch die Liebe zu einer Frau verstärkt wird. Teilhard hat sogar den Kosmischen Christus erst durch die Liebe einer Frau für sich entdeckt, und hat sein Leben lang nicht ausgehört, über das Verhältnis des Kosmischen Christus zum Ewig-Weiblichen nachzudenken, mit dem Ergebnis, daß er das Ewig-Weibliche sprechen läßt: „Ich bin der anziehende Reiz Christi; ich bin Christus.“ (S. 33 f.)

Der Autor geht diesem „Ewig-Weiblichen“ auch im Alten Testament nach und findet in SOPHIA des Gottes Geistin. Die Weisheit des Göttlichen ist weiblich. Hier wird seine Christologie feministisch.

Jesus ist die Offenbarung der Geistin Gottes, der Gegenwart Gottes in der Schöpfung. Jesus ist als „der Herr“ auch „der (das) Geist(wesen)“ selbst, er ist die menschlich und kosmosgewordene Liebe Gottes.“ (S. 57)

Das Buch geht der Idee des Komischen Christus bei Mystikern, Religionen, Philosophen und Dichtern nach. Er stellt die Frage:

Wenn Gott als der Kosmische Christus, der wiederum die Weltwerdung der göttlichen Sophia, der Weisheit, ist, die Welt erfüllt: Muß dann nicht der menschliche Geist, wenn er sich in letzter Anstrengung um den letzten Grund dieser Welt bemüht, auf den Kosmischen Christus stoßen? (S. 107)

Er findet in dieser Frage auch Berühungspunkte von Teilhard de Chardin (über Edouard Schuré) zur Esoterik der theosophischen Gesellschaft und zur Christologie von Rudolf Steiner bis hin zur Findhorn-Bewegung und zitiert die Christosophie von Arthur Schult.

Als „Finale“ zum Buch möchte ich noch den Satz zitieren:

Die Spuren Gottes, die wir als Spuren des Kosmischen Christus in Geschichte und Gegenwart ausfindig gemacht haben, weisen in die Zukunft, in ein Neues Zeitalter, das mehr als andere vor ihm ein mystisches Zeitalter sein wird. (S. 148)

Es erinnert mach an den Satz: „Die Zukunft der Menschheit wird spirituell sein, oder sie wird nicht sein.“ (Den Urheber weiß ich aber nicht mehr.)

Günther Schiwy: Der Geist des Neuen Zeitalters

Untertitel: New-Age Spiritualität und Christentum

Das Buch ist aus dem Jahre 1987. Der Autor Günther Schiwy ist keinesfalls ein „New-Age-Anhänger“, der mit Aussagen zu Teilhard de Chardin flirtet (wie es in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts häufig der Fall ist), sondern ein ausgewiesener Kenner Teilhard de Chardins im deutschsprachigen Raum, der Sympathie für das New-Age empfindet.

Schiwy selbst ist Theologe, hat an der Jesuitenhochschule St. Georgen (Frankfurt a.M.) sein Theologiestudium abgeschlossen und sich als Jesuit und Priester verstanden. Er trat 1970 aus dem Orden aus, um seine geliebte Frau heiraten zu können und ging nun seinen eigenen, freien Weg, der ihn dann in den 80er Jahren zu einem Kenner Teilhard de Chardins werden lies. Bekannt wurden seine beiden Bände zur Biographie Teilhards zu dessen 100. Geburtstag 1981.

In den Anfängen des New-Age sieht der Autor ein ganz deutliches Wiederbeleben der kosmischen und evolutionären Ideen Teilhard de Chardins, mit denen er sehr sympathisiert. Das Buch versucht, das Christentum für die „New-Age-Spiritualität“ zu öffnen. Es war auch die Zeit reif geworden, dass die Katholische Kirche sich den Gedanken und dem Geist Teilhards immer mehr öffnete. Schiwy sah in dem „Neuen Zeitalter“ der New-Age-Anhänger das Neue Zeitalter des Heiligen Geistes und wies in diesem Buch auf die Verwandtschaft hin, eine wirklich mutige Brücke zwischen New Age und Christentum! Das Buch endet mit den Worten:

Der Geist des Neuen Zeitalters ist der Geist Gottes. Das lässt uns hoffen und fordert uns auf, an der „sanften Verschwörung“ mitzuwirken. (S. 109)

Die „safte Verschwörung“ bezieht sich auf die „Bibel“ des New Age von Marilyn Ferguson: „Die sanfte Verschwörung. Persönliche und Gesellschaftliche Transformation im Zeitalter des Wassermanns“ mit einem Vorwort von Fritjof Capra. Günther Schiwy war wie Teilhard ein Prophet und Visionär. Er ahnte, wie wichtig die Kon-Spiration in LIebe (ein zentraler Begriff von Teilhard) als „Zusammen-Atmen“ zwischen New-Age und Christentum für die Erneuerung einer wirklich authentischen Religion der Liebe, einer „Neuen Spiritualitär“ sein würde.

Das Buch ist ein Schatz! Schätze sind alt, müssen vor dem ewigen Verschwinden und Vergessen bewahrt und wieder ausgegraben werden. 70% des Textes sind wichtige Zitate aus der damaligen Zeit, die der Autor erläutert und in einen Zusammenhang stellt. Es ist ein extrem wichtiges Büchlein zum Zeitgeist in den 80er Jahren. (Ich habe vieles aus meinen 30ern wiedererkannt und neu integrieren können.)

Ich will hier nur erwähnen, dass der Autor nur 2 oder 3 Jahre später seine eigene Vision des „Kosmischen Christus“ schreibt. In diesem Buch) (> meine Buchbesprechung) geht er selbst an das Werk heran, die Theologie Teilhards und die Neue Spiritualität des New-Age (mit großen autobiographischen Zügen) miteinander zu integrieren. Ich wundere mich gar nicht, dass sich die Rezension dieses Buches kurz vor Pfingsten 2018 schreibt!

Thomas Broch: Pierre Teilhard de Chardin

Ich muss zur angemessenen Besprechung dieses Buches etwas ausholen. Ich habe mein erstes Buch von Teilhard de Chardin nicht im Rahmen meiner katholischen Erziehung etwa zu meiner ersten Heiligen Kommunion geschenkt bekommen … Nein, als ich 30 wurde (1981), kamen die ersten Bücher des „New Age“ auf, die ich aufsog wie ein Schwamm. Ich bin vom Tierkreiszeichen selbst Wassermann und hatte zum „New Age“ als Wassermann-Zeitalter gleich eine besondere Affinität. In den Büchern war immer wieder die Rede von einem renitenten Jesuiten-Pater, und irgendwann wollte ich wissen, was Teilhard mit seinem „Punkt Omega“ denn wirklich geschrieben hat. Ich kaufte mir eine Biographie von ihm (von Johannes Hemleben) bei rororo und die beiden Bücher „Der Mensch im Kosmos“ und „Die Entstehung des Menschen“ im dtv, zumal mich Evolution und Anthropogenese sowieso schon lange interessierte. Das war also meiner erster Zugang zu Teilhard de Chardin – als New-Age-Jünger, ja das „New Age“ war noch sehr jung, in seiner „Sturm- und Drang-Periode“, später hat sich in der Szene viel Spreu vom Weizen getrennt. Damit habe ich also einen besonderen Zugang zum Buch von Thomas Broch, weil ich von meiner eigenen Vergangenheit den Weg über das „New Age“ zu Teilhard de Chardin gefunden habe:

Das Buch ist Teil einer Reihe, die sich „im religiösen Pluralismus“ mit Strömungen auseinandersetzt, die mit dem traditionellen Christentum nicht zu vereinbaren sind: Okkultismus, Reinkarnation, Mystik, Satanismus – und in dieser Reihe nun auch: Teilhard de Chardin. Das Buch ist vor allem eine kritische Aus- und Abgrenzung gegenüber Teilhard. Erst im Innenteil erfährt der Leser, dass sich das Buch auch zweitrangig mit der Frage beschäftigt: „Wegbereiter des New Age?“ Damit ist auch schon das ganze Dilemma des Buches angedeutet: Es will kritisch mit Teilhard de Chardin umgehen, ihn aber nicht – sozusagen – komplett an das New-Age verlieren (abgesehen davon, dass das „New Age“ schon im Abklingen war und keiner der ursprünglichen Autoren sich damit noch identifizieren konnte). Der Autor schreibt in seiner Zusammenfassung:

Ich sehe mich in einem gewissen ‚Dreiecksverhältnis‘ zu Teilhard einerseits und dem New Age andererseits, das nach beiden Seiten Anerkennung und Kritik beinhaltet. Ich manchen Punkten halte ich die Kritik an Teilhard für notwendig, wo den Anliegen des New Age recht zu geben ist  – und natürlich auch umgekehrt. Wobei bei mir im Hinblick auf New Age die Kritik der Anerkennung überwiegt, im Hinblick auf Teilhard die Hochschätzung deutlich bei aller Kritik zu betonen ist. (S. 175 f.)

Das Buch ist intellektuell sehr anspruchsvoll. Es ist im besten Sinne ein philosophisch-kritisches Buch, ganz im Geiste von „Kritischer Theorie“ oder „Kritischem Rationalismus“. Die Quellenverweise und vielen Zitate sind eine Schatzkammer. Die große Schwäche des Buches liegt darin, dass der Mystik (weder die von Teilhard noch die des „New Age“) rational und intellektuell beizukommen ist. Der Autor ist katholischer Theologe und kritischer Philosoph, doch kein Mystiker.

Das Unterthema des Buches, der Vergleich zwischen Teilhard und New Age, war schon zum Zeitpunkt der Herausgabe 1989 nicht mehr aktuell. Das New Age begann sich (grob gesagt) in zwei Strömungen zu unterscheiden, die „prärationale“ der Esoterik mit der Tendenz zum magischen Denken und die „transrationale“ Strömung der Neuen Spiritualität mit der Vision, Wissenschaft und Spiritualität wieder miteinander zu versöhnen.

Mir scheint jedoch bei dem Unterfangen der Neuen Spiritualität, Schöpfungs-Mythologie und wissenschaftliche Evolutionstheorie miteinander zu versöhnen, immer noch kein Weg an Teilhard de Chardin vorbei geht, sein Werk nach wie vor aktuell ist. In diesem Zusammenhang ist das kritische und wohlwollende Buch von Thomas Broch als Schatzkammer immer noch sehr wertvoll.

Karl Schmitz-Moormann: Pierre Teilhard de Chardin

Untertitel: Evolution – die Schöpfung Gottes

Der Autor des Buches Karl Schmitz-Moormann (1928 – 1996) gehörte zusammen mit seiner Frau zu den führenden Teilhard-Spezialisten in der Welt. Sie haben auch Reisen nach China unternommen, um das umfangreiche und weit verbreitete Werk von Teilhard erst einmal für die Forschung zu archivierenund im Französischen und Deutschen herauszugeben (über 7.000 Briefe und viele Tagebücher). Sie haben an der Herausgabe der Gesammelten Werke von Teilhard de Chardin im Französischen Original mitgewirkt und viele Werke ins Deutsche übertragen. Dieses Buch ist sozusagen das geistige Erbe von Karl Schmitz-Moormann zu Teilhard de Chardin, es erschien in seinem Todesjahr 1996.

Der Autor fokussiert sich in diesem Werk weniger auf das Leben Teilhard, als vielmehr seinen fundamentalen Beitrag zu einer christlich-spirituellen Evolutions-Lehre.

Das Buch ist unter keinem Zensurdruck entstanden. Der Autor selbst hat den Bann über die Werke Teilhards durchbrochen und einen großen Beitrag zu deren Veröffentlichung beigetragen. Teilhards Werke sind Zeit seines Lebens (bis 1955) zum Druck vom Jesuiten-Orden und Rom nicht zugelassen worden. Das Buch von Karl Schmitz-Moormann hat hier eine Offenheit und Tiefe, die ich bei Teilhard in seinen bekannten Werken (wie „Der Mensch im Kosmos“) so gar nicht gelesen habe. Mir kommt das Buch vor wie eine konzentrierte Einführung in das wirklich revolutionäre Wesen der Werke von Teilhard de Chardin. (Was das Buch etwas schwerer zu lesen macht: Die Literaturverweise beziehen sich meistens – übersetzt – auf die Originalbände in französischer Sprache. Es ist nicht leicht, die Zitate in den später erschienenen deutschsprachigen Werken nachzulesen.)

Zitate aus dem Buch:

Der Autor macht keinen Hehl daraus, dass die mystischen Erfahrungen von Teilhard seinen Erkenntnissen voraus gegangen sind:

Wenn es richtig ist, dass nur ein Mystiker ein kreativer Theologe sein kann, dann waren die mystischen Erfahrungen der Urgrund, aus dem die Theologie Teilhards erwuchs, und man darf vielleicht mit Recht sagen, daß er sein ganzes Leben lang darum gerungen hat, diese mystische Erfahrung, in der Christus als das Herz der werdenden Welt aufleuchtete, als das Zentrum, zu dem alles werthafte Sein hinstrebt, als der mystische Leib, in dem alles seinen Weg zu Gott findet, in einer christozentrischen Theologie zur Assage zu bringen. (S. 15)

Die zwei Welten, die Teilhard verbunden hat, Glauben und Wissen:

Entweder lebte man in zwei Welten: der Welt des Glaubens und der wirklichen Welt der wissenschaftlichen Erfahrung, oder aber man musste versuchen, die erfahrene Welt als die Schöpfung zu begreifen, die wir im Glauben bekennen. Teilhard ist rückhaltlos diesen zweiten Weg gegangen, er hat die Welt ernst genommen als die Wirklichkeit, die uns aufgegeben ist und in der die Menschen ihren Weg zu Gott als dem Schöpfer dieser Welt finden müssen. (S. 22)

Die Entfaltung der Seele aus der Materie als Kraft der Konzentration:

Teilhard lässt kein Zweifel daran, daß dies nicht nur eine Metapher ist: „Die Seele ist auf allen ihren Stufen, der atomaren, der vegetativen, der sensitiven und der vernünftigen, aus dieser fortschreitenden Konzentration des anfänglichen Staubs entstanden. Die Beseelung ist der Vereinigung proportional.“ Allerdings darf man nicht dem materialistischen Reduktionismus verfallen, der glaubt, weil man einen Aspekt des Werdens der Seele kennt, nämlich die Vereinigung materieller Elemente, würde damit die Seele umfassend beschrieben. (S. 35 f.)

Das Entfaltete erklärt den Anfang:

Dabei geht Teilhard von der Grundhypothese seines Denkansatzes aus, daß nämlich nicht die Anfänge die Erklärung für das Gewordene zu liefern vermögen, daß vielmehr das Gewordene ein Verstehen der Anfänge ermöglicht. Mit anderen Worten, nicht der Urknall, der Big Bang, ist der Schlüssel zum Verständnis des Universums, der Evolution, sondern der zuletzt gewordene Mensch. (S. 44 f.)

Vom SEIN zum WERDEN:

Damit Gott personal existiert, braucht er ein Gegenüber. Gott muss die Welt schaffen, um ein Gegenüber zu gewinnen, das ihn in seiner Personalität konstituiert. Es ist evident, daß damit die Transzendenz Gottes, seine Unabhängigkeit von der Schöpfung und die Freiheit des Schöpfungshandelns in Frage gestellt wird. … Teilhards Vision des sich in der liebenden Vereinigunbg der drei göttlichen Personen trinitarisch darstellenden Gottes transzendiert die Welt, die aus seinem freien SChöpfertum heraus sich auf den langen Weg des Werdens begeben hat. (S. 57 ff.)

Manfred Ehmer: Gaia – Portrait einer Göttin

Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit mit Begeisterung gelesen – aber irgendwie war die Rezension noch nicht dran, in den letzten Tagen war es dann doch ganz hoch gerutscht als „das Nächste“. Heute früh habe ich es noch einmal quergelesen, um es mir wieder ganz präsent zu machen. Dann wird mir bewusst, dass heute Tag der Erde ist. Na, einen besseren Tag hätte das Buch sich für die Besprechung gar nicht aussuchen können!

Das Buch hat im Grunde zwei Teile: Teil 1 geht der Namensgebung der Erde als Gottheit in den verschiedenen alten Kulturen nach, Teil 2 (ab S. 98) geht den spirituellen Naturwissenschaftlern nach, die der uralten Hochzeit von  „Himmel und Erde“ wissenschaftlich aufbereiten.

Der Autor mahnt eindringlich:

Heutzutage besteht die einzige Rettung für das Abendland in einem Globalen Bewusstseinswandel, in der Gewinnung eines kosmischen Bewusstseins, das Geist und Natur, Himmel und Erde wieder zur Einheit verbindet. Gegenwärtig, wo die Wende zum kosmischen Bewusstsein in vollem Gange ist, besinnt man sich immer mehr auf die uralten Traditionen ökologischen Denkens, die uns von den Naturvölkern und den Hochkulturen des Fernen Ostens überliefert sind. (S. 97)

Alle alten Kulturen der Menschheit verehrten „Vater Himmel“ und „Mutter Erde“. Das Kultbild der Großen Muttergöttin, der Magna Mater, ist in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit nahezu 30.000 Jahre zurück zu erkennen (in diesem Alter ist die berühmte „Venus von Willendorf„).

Noch bis in unsere jüngere Geschichte des klassischen Altertums waren der Himmelsgott Uranos der Erdgöttin Gaia gleichgestellt. Doch indem Zeus in Griechenland zum Vater aller Götter erhoben wurde, Jupiter, Juni, Mars und Apollo in Rom zu den Hauptgöttern, begannen die Vater-Religionen und die Verdrängung, Entmachtung und Verbannung der Erdgöttin. Diesen für die Menschheit verheerenden Kurs wieder zu korrigieren, ist ein Anliegen des Buches:

Die Göttlichkeit der Erde gilt es also wiederzuentdecken, und dazu mag auch dieses vorliegende Buch beitragen, das sich als ein Portrait der Göttin Gaia versteht. (S. 11)

Oder an anderer Stelle:

In dem Maße, in dem das jahrtausendealte Patriarchat zerfällt, wird eine neue Spiritualität der Erde sich Bahn brechen. Die Erde spricht! Sie mahnt die heutigen Menschen, umzukehren und abzulassen von dem sinnlosen – letzten Endes selbstzerstörerischen – Raubbau an der Natur. Die Natur muss wieder jene höhere Weihe erhalten, die ihr als geistig wirkender Organismus zukommt. (S. 20)

Das Buch geht Mutter Erde und der Erdgöttin in den verschiedenen Traditionen nach:

  • Der Magna Mater (Große Mutter) der Jungsteinzeit (vor ca. 20.000 Jahren)
  • Die altindische, vedische Frühzeit verehrte als Erdmutter die Göttin Bhu oder Bhudevi, auch Prithivi
  • Die Hymnen von Orpheus und Homer an die Allmutter Erde
  • Uranos und Gaia in der Theogonie (Gottwerdung) Hesidos; bei ihm war Chaos die eigentliche Urgöttin als Urstoff allen Lebens; aus Chaos gingen Gaia und Uranos hervor, Rhea als Tochter von Uranos und Gaia. Bei Orpheus, Homer und Hesidos ist die materialistische Urreligion Europas noch zu erkennen.
  • Demeter war bei den Griechen auch Ausdruck der „Großen Mutter“, wobei Demeter weniger für den PLANETEN Erde als die fruchtbare Erde (Humus), als ELEMENT Erde gesehen wurde. (S. 46)
  • In der altrömischen Religion war Terra Mater eine weitere Erscheinungsform von Mutter Erde
  • Bei den Phrygiern (Kleinasien, Türkei) war es die Göttin Kybele, die als Mutter Erde verehrt wurde. Der heilige Stier (!) war ihr Kulttier. Die dunkle Seite der Erdgöttin als Verschlingende, Zerstörende, Tötende kommt bei Kybele wohl am deutlichsten in unserem Kulturraum heraus. Sie erinnert an die indische Kali-Yug oder die aztekische Erdgöttin Coatlicue. (S. 55)
  • Nerthus – die Erdgöttin der Germanen
  • Ostara ist eine alte Frühjahrs und Fruchtbarkeitsgöttin der Gemanen, die zwar relativ unbekannt ist, doch dem Deutschen Ostern den Namen gegeben hat. Ostara ist auch die Lichtbringerin, an die die Osterfeuer noch erinnern.
  • Die keltische Brighid (oder Brigitte) war die Weltenmutter und Hüterin der Erde (die keltische Isis), ursprünglich Brigantia. 
  • Ukko und Akka in der altfinnischen Mythologie als Götterpaar.
  • Natura – die Erdgöttin des MIttelalters

Bei allen Erdgöttinnen ist eine Polarität von Lebens- und Fruchtbarkeits-Göttin einerseits und Todes- und Unterweltsgöttin andererseits zu erkennen. Ihr Reich ist Geburt und Tod. doch anders als bei den männlichen Kriegsgöttern, war die Erdmutter immer eine Friedensgöttin.  

Im alten China war die Geomantie viel weiter verbreitet als im Westen, Strahlung und Kräfte der Erde: Kraftlinien, Gittermuster, tellurische Kraftorte (aus der Erde hervorgehend). Geomantie war einst eine Heilige Erdwissenschaft wie die Heilige Astrologie eine Wissenschaft des Himmels.

Spirituelle Naturwissenschaft

Der Autor benennt und bespricht folgende Größen und Theorien:

  • Leonardo da Vinci
  • Johannes Kepler
  • Goethe (Die Frage ist: „Goethe oder Newton?“ S. 112)
  • Jakob Lorber („Schreibknecht des Herrn“)
  • Theosophie, der Kreis um Madame Blavatzki
  • Rudolf Steiner
  • Chakrensystem der Erde
  • Tiefenökologie als universale Vernetzungswissenschaft
  • Die Gaia-Hypothese (Ludwig Klages, Jim Lovelock und Lynn Margulis)

Gaia Sophia – das Selbst der Erde

Das ist sozusagen die „Abschluss-Hymne“ des Buches an Mutter Erde (S. 134):

Unter Gaia Sophia verstehen wir das höhere Selbst der Erde – ausgeflossen aus der ewigen himmlischen Sophia. Sie ist die ökologische Sophia, die aus der Wesensmitte zu uns spricht: Impulsgeberin eines neuen Weltzeitalters, die allein die Wiederverzauberung der Welt, eine Wiedervereinigung und Versöhnung von Männlichem und Weiblichem, Intellekt und Intuition, Logik und Mythos, Wissenschaft und Mystik zustandebringen kann. Gaia Sophia wirkt gegenwärtig im Ätherleib der Erde, und ihr Impuls zielt ab auf die Begründung echter Harmonie von Mensch, erde und Kosmos.

Das Buch ist mit diesem umfassenden Inhalt keineswegs ein Wälzer von 1.000 Seiten, sondern hat gerademal 150 Seiten. Es ist überaus konzentriert auf die Essenz, dafür um so überzeugender. Man hat in der Bibel die Rückkehr des „verlorenen Sohns“ gefeiert. Das Buch feiert die „Rückkehr der verlorenen Mutter“. Natürlich hat uns Mutter Erde nie verlassen, wir haben sie nur aus dem Bewusstsein verloren.

Es macht Hoffnung für die Zukunft der Menschheit, dass sich unser Bewusstsein wieder für die ganze Wahrheit öffnet: Gott ist ein Paar, Vater und Mutter. Erst mit der „Wiedergeburt“ von Mutter Erde nehmen wir vom Göttlichen auch die Allumfassende Liebe wieder wahr. Der Autor weist auch darauf hin, dass auch die Seele der Erde reinkarnieren kann. Die „Renaissance“ von Mutter Erde möglicherweise auch eine ganz junge Göttin, eine Neue Erde hervorbringt. Das Buch ist – im wahrsten Sinne des Wortes – eine blaue Perle. Wie lange wird es dauern, bis dies das Wissen aller Menschen wird?

 

Manfred Ehmer: Gaia: Portrait einer Göttin (Klick)

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen

Untertitel: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen

Bücher von Ruediger Dahlke sind richtungsweisend und gesellschaftsverändernd. Er ist der „Papst“ des Fastens und der veganen Ernährung. Mich selbst haben auch seine Bücher zu den „Lebensprinzipien“ stark beeinflusst. Man kann zur (Horoskop-) Astrologie stehen wie man will, doch dahinter stecken Urprinzipien und archetypische Urbilder (ich nenne es „Heilige Astrologie“), mit denen sich jeder auseinandersetzen sollte, wenn er seine Seele verstehen will. Dahlke, von Hause aus Mediziner („Integrale Medizin“), ist für mich auch der „Guru“ einer wahrhaften Seelen-Psychologie, die die Seele wieder im ursprünglichen Sinne versteht (Stichwort: Pythagoras).

Auch das hier besprochene Buch ist ein solches richtungsweisendes Buch mit dem Potential der Gesellschaftsveränderung. Es war ursprünglich als Männerbuch gedacht, trugt den Titel „Aggression als Chance“ (2003) und widmet sich einem der größten Probleme (wenn nicht DAS größte) unserer Gesellschaft: dem „unerlösten Mars-Prinzip“. Das ist natürlich schon die Diagnose. Die Erscheinung ist vielfältig:

  • Weltweite Kriege, Zuspitzung im „Terrorismus“
  • Glaubenskriege
  • Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit
  • Aggression im Alltag, von der Straße bis zur Familie
  • Schuldzuweisungen in Politik und Religion
  • Autoaggression von Selbstverbrennung bis Autoimunerkrankungen

Das Buch hat zwei Teile:

Teil 1 fragt nach dem Urprinzip der Aggression, des Männlichen und Mars als dessen archetypisches Urbild (und Pluto als Urbild für weibliche Aggression)

Teil 2 behandelt die Krankheitsbilder und Lernaufgaben aus einer fehlgeleiteten und unerlösten Aggressivität.

Der Autor geht den gängigen Aggressionstheorien nach und kommt zu dem Schluss:

Wir haben lediglich die Wahl, ob wir die unerlöste brutale Aggressionsvariante leben oder die entwickeltere, erlöstere. Die Wahl, ob wir uns überhaupt mit dem Aggressions- oder Marsprinzip beschäftigen, haben wir dagegen nicht. (S. 55)

Das Aggressionsthema ist ganz offensichtlich ein Männerthema, doch wenn der Autor vom „Marsprinzip“ spricht, dann ist damit nicht der Mann gemeint, sondern das männliche Prinzip in jedem Menschen, natürlich meistens bei Männern ausgeprägt. Doch man muss grundsätzlich aufpassen, dies nicht zu verwechseln. Ich möchte dazu ein längeres Zitat einfügen, weil es zentral und bedeutsam ist:

Bei der Beantwortung der Frage „Wie männlich ist Aggression?“ empfehlen sich zwei Schritte. Zum einen ginge es darum, die Wertung aufzuheben und zu erkennen, dass alles und eben auch Aggression zwei Seiten hat: die der mutigen und positiv eingeschätzten Selbstverwirklichung und die der negativ erlebten zerstörerischen Gewalt. Zum anderen löst die Erkenntnis der Urprinzipien und ihre Akzeptanz das Problem. Wer sehen kann, dass die marische Aggression archetypisch mehr dem Männlichen entspricht und die (…) plutonische Aggression mehr dem weiblichen, wer bei beiden schließlich noch zwischen mehr oder weniger erlösten Ebenen unterschieden lernt, kann sich von dem unergiebigen Hickhack bei der Geschlechterfrage lösen. Eine „männliche“ Frau kann also auch einmal zerstörerisch und aggressiv auftreten als ein sehr „weiblicher“ Mann. (S. 90 f.)

Wann ist Mann ein Mann?

Die Liedermacherin Ina Deter sprühte es auf jede Wand: „Neue Männer braucht das Land!“ Und Herbert Grönemeyer widmete der Jahrhundertfrage den Song: „Wann ist Mann ein Mann?“

Der „neue Mann“ macht sich – noch etwas unsicher – auf den Weg. Er entsteht nicht wie Phönix aus der Asche. Es ist eher eine Heldenreise. Doch diese „neuen Männer“ (weder Machos noch Softies) sind einem Hohn der „ganzen Kerle“ ausgesetzt. In diesem Kapitel (S. 98 – 104) geht der Autor extrem sarkastisch und entlavend mit den abfälligen Bemerkung der „neuen Männer“ durch seine Geschlechtsgenossen um. Eine Kostprobe:

Im Socken- und Unterhosenwechsler wird jede Form von Hygiene heruntergeputzt, der richtige Mann hat eben zum Himmel zu stinken, wobei dies in der Regel sein einziger Bezug zu dieser Region bleibt. (S. 103)

Autoaggressionskrankheiten

Aggressionen finden nicht „da draußen“ statt, sondern letztlich nur in uns selbst. So wie die Kriege in uns toben, so kann der Friede auch nur in uns selbst herbeigeführt werden.

Wenn wir mit dem Aggressionsprinzip nicht zurecht kommen, wird es immer auf uns zurückfallen, und letztlich können wir überhaupt nur gegen uns selbst kämpfen. (S. 14)

Während der erste Zeil des Buchs die Aggression als Lebensprinzip erklärt und verständlich macht, geht es im zweiten Teil darum, ihre fehlgeleitete Energie in Krankheit und Lernaufgaben zu erkennen. Es ist ja auch der Haupttitel des Buches: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen. Der Autor konzentriert sich hierbei auf folgende Themen-Felder:

  • Infektiionen
  • Allergien
  • Autoaggressionskrankheiten wie Rheuma, Fibromyalgie und Krebs
  • Zähne und Gebiss
  • Hyperaktivität bei Kindern

Ich will hier ein eindrucksvolles Beispiel geben, wie der Autor dies am Beispiel Krebs behandelt:

Krebs könnte man als eine Art Intifada im eigenen Körper verstehen, als einen Bürgerkrieg von gut getarnten und vom Abwehrsystem nicht zu identifizierenden Zellen, die jede Solidarität mit dem eigenen Körperland aufgegeben haben und nur noch für die eigenen Ziele kämpfen und wachsen. … (S. 113)
In gewissem Sinne könnte man hier sogar von einer Art heiligem Krieg (gegen den Krebs, JS) sprechen, den schließlich geht es ums Ganze und darum, heil und ganz zu werden. … (S. 115)
Der Patient sollte sich seinen Lebensbereich erkämpfen – anstelle der Körperzelle, die sich auf den Weg macht und das Körperreich erobert. Der Patient könnte zu seinen Ursprüngen  zurückkommen und seinen ursprünglichen Lebenssinn wiederfinden – anstelle der Körperzelle, die sich bei Krebs zurück zu ursprünglichen (embryonalen) Mustern entwickelt. (S. 267)

Typisch Dahlke ist der Hinweis und Bewusstmachung auf Worte aus dem „Kriegsarsenal“: Es ist kaum zu glauben, mit welch kriegerischen Worten unsere Alltagssprache durchsetzt ist.

Das Buch gehört zu den großen Werken von Ruediger Dahlte und wird sicher noch eine lange Zeit aktuell und wegweisend sein. Wer immer ein Thema mit fehlgeleiteter und krankmachender Aggressivität hat, wer immer von einem unerlösten Mars-Prinzip geleitet wird (sicher die Mehrheit der Männer als Täter wie Opfer), der findet in diesem Buch die prinzipiellen Erklärungen und heilsamen Antworten. Es ist sehr verständlich geschrieben, nimmt kein Blatt vor den Mund, ist mutig und ehrlich.

Das Buch enthält auch eine eingetütete CD mit zwei Meditationen „Ärger und Wut loslassen“ – mit einer Gesamtspieldauer von ca. 70 Minuten. Nicht zu vergessen: Dieses Kombipack hat einen wirklich „unschlagbaren“ Preis!

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen – Mit CD „Wut und Ärger“ (Klick)

 


Nachtrag

Um nicht missverstanden zu werden: Meine „Bedenken“ gelten nur einem einzigen Punkt – ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich da selbst eine „Schatten-Macke“ habe. Doch ich will dies offen darstellen – als MEIN Problem und nicht als Kritik am Buch.

Der heilige Krieg gegen das Ego?

Ich tue mir wirklich sehr schwer, irgendeine Form von „heiligen Krieg“ anzunehmen und will dies hier etwas thematisieren.

Die Darstellung von Krebs als eine Art „Bürgerkrieg“ im eigenen Körper, auch das plutonische der Krebszelllen, hat mir gefallen! Für mein Verständnis ist es gerade noch grenzwertig, hier vom „heiligem Krieg“ zu sprechen – auch wenn es wirklich um „Heilung“ geht. Es geht im „Kampf gegen Krebs“ um Leben und Tod. Es ist sicher leicht als „Kriegsverhältnisse“ zwischen gesunden Zellen und „kranken“ Zellen zu deuten. Und jeder Betroffene hat sicher das Gefühl, in einem Kriegszustand zu leben, einem Krieg, den er möglicherweise gar nicht gewinnen kann.

Ich habe hier einige Bücher zum Krebs besprochen. Da ist ein ehemaliger Soldat (Uwe Kapfer, „Krebs go home!“), der auf seine Krankheit einen „militärischen Blick“ hat (> meine Buchbesprechung). Selbst er führt als ehemaliger Soldat keinen Vernichtungsfeldzug gegen seinen Krebs, sondern führt Friedens-Verhandlungen: Selbstheilung geschieht durch Versöhnung.  Der Autor Andreas Moritz geht noch einen Schritt weiter und sieht im Krebs gar keine Krankheit (Titel seines Buches, > meine Besprechung), sondern gar ein Überlebens-Mechanismus des Körpers. Es ist also durchaus fraglich, selbst bei Krebs von einem „heiligen Krieg“ zu sprechen. Was wäre, wenn Krebs ein Ausdruck des Mangels an Selbstliebe wäre? Lässt sich das durch einen „heiligen Krieg“ beheben?

Rüdiger Dahlke sieht in allen Religionen den „heiligen Krieg“ letztlich als Krieg gegen das Ego. Sein Buch endet mit den Worten:

Schließlich folgt das große Retreat, der Tod, mit der Chance der großen Bewusstheit für die Seele und der Erkenntnis, worum es im Leben wirklich gegangen wäre. Diese Erfahrung ließe sich auch schon vorziehen und wird mit Worten wie Erleuchtung, Befreiung, Nirvana, Samadhi oder Himmelreich Gottes umschrieben – letztlich bezeichnen diese Ausdrücke immer dasselbe: den Sieg über das Ego im heiligen Krieg. (S. 373 f.)

Die große Frage ist nur: Wer führt denn diesen „heiligen Krieg“ gegen das Ego? Die Antwort kann doch eigentlich nur sein: die Seele. Die Seele bestraft das Ego im heiligen Krieg für sein pubertäres Verhalten. Für mein Verständnis ist die Seele aber keine „kriegführende Partei“ oder eine strafende Instanz. Die andere Antwort wäre: der Körper. Der Körper wehrt sich gegen das Ego. Dann wären die Krebszellen aber selbst die Partisanen des Körpers gegen das Ego, um ihn zu Vernunft zu bringen, ihn aufzuwecken. Was wäre also, wenn Krebs der „heilige Krieg der Körper-Seele“ gegen das selbstsüchtige Ego wäre? Es ist nicht mehr als ein Gedankenspiel. Sinn macht auch das am Ende nicht. Was bleibt dann noch von „heiligen Kriegen“?

Thomas Künne: Heilen mit kosmischen Farben

Untertitel: Stimmige Farbanwendungen für Gesundheit und Wohlbefinden

Farblehre und Farbtherapie haben eine unumstößliche Tradition in Leben der Menschheit. Die 7 Farben des Regenbogens und die entsprechenden Farben der Chakren (Energiezentren) sind fast schon zum Allgemeinwissen geworden. Neben direkter Farbtherapie wird auch in der Innenarchitektur bewusst mit dem Charakter von Farben gearbeitet, um Räumen über die Farbe einen bestimmten Charakter zu verleihen. Oder an Farben orientierte „Typberatung“. Großen Einfluss hatte darauf auch Goethe und seine Farbenlehre, vor allem bei den Anthroposophen.
Wenn wir bisher von Farben gesprochen haben, so meinen wir (ohne uns dessen immer bewusst gewesen zu sein), das in sein Spektrum aufgeteilte Licht der Sonne. Unsere Augen sind sozusagen ein Organ der Sonne.

Das neue Buch von Thomas Künne erweitert nun unsere Sicht der Farben in die kosmische Dimension: Es ist nicht nur die Sonne, die ihr sichtbares Licht ausstrahlt, sondern auch die Planeten unseres Sonnensystems schwingen in für unser menschliches Auge unsichtbare Farbfrequenzen, die das Buch von Thomas Künne jetzt in unsere Augen sichtbare Farben „oktaviert“ („ableitet“, um einen unkorrekten, doch zunächst verständlicheren Begriff zu verwenden). Das Buch enthält 11 Farbkarten (9 Planeten plus Sonne und Erde), die einen überraschend harmonischen Farbfächer ausmachen. Im ersten Moment gibt es einige Irritationen! Für Mars würden wir als Farbe Rot erwarten, es ist aber (in seiner Wellenlänge) Blau. Dagegen ist Jupiter rot. Der Mond ist gelb anstatt das zu erwartende silbern, die Sonne ist grün anstatt golden. Das macht deutlich, dass wir es hierbei nicht um die Spektralfarben der Sonne zu tun haben, sondern um kosmische Farben, um Seelen-Farben. Es ist, als ob unsere Seele sich in diesen Farbkarten an etwas erinnert.

Der Durchbruch des Buches besteht darin, die spezifischen Eigenfrequenzen der Planeten unseres Sonnensystems in für uns sichtbare Farben „oktaviert“ (Erklärung im Buch). In dieser Dimension könnten wir von den Wesens- oder Seelenfarben der neun Planeten, der Sonne und Erde sprechen. Das Buch leitet im theoretischen Teil dieses „Sichtbarwerden“ der Seelenfarben unseres Sonnensystems her – und dieser Teil (bis S. 73) ist nicht nur für Laien gut zu lesen, sondern auch sehr spannend, wann man sich auf diese neue Welt der kosmischen Farben einlassen kann und will.

Praxis-Teil: Arbeit mit den „kosmischen Farbtafeln“

Der Autor hat das Stichwort in Worten von Maria Montessori (einer großen Kinder-Pädagogin) selbst gegeben (S. 41):

Hilf mir, es selbst zu tun.

Das Buch ist eine Hilfe zur „Selbsttätigkeit“. Um die „Schwingungstherapie“ des Buches umzusetzen, braucht es keine Stimmgabeln, keine Klangschalen, keiner spezieller Farblampen, nichts dergleichen. Das „Werkzeug der Heilung“ liegt in Form der 11 kosmischen Farbtafeln den Buch bei. Okay, es geht nicht um die Heilung grobstofflicher Krankheiten, sondern das Heilen auf feistofflicher Ebene. Es sind eher Disharmonien, denen hier der Energie-Impuls einer speziellen Farbfrequenz „fehlt“.  Es sind „Beschwerden“, bei denen man nicht direkt zum Arzt oder Psychotherapeuten gehen würde. Es sind die kleinen „Unstimmigkeiten“. Der eigene „Klangkörper“ hat fühlbare Dissonanzen, man ist „aus der eigenen (Umlauf-) Bahn“ (!) geworfen, die Eigenfrequenz tönt aktuell etwas schrill.

Neben solche feinstofflichen Beschwerden empfiehlt das Buch als Anwendung: die Stärkung der „astrologischen Signatur“, das Spiel mit den Farben des eigenen Tierkreiszeichens und Aszendenten. Auch jeder Wochentag hat seine eigene „Signatur“, und der „Montag“ trägt gar nicht so viel „Startenergie“, wie wir dem Montag zuschreiben. Montag ist der Tag des Mondes (das gefühlige Stimmigwerden für die Woche) und nicht des Mars, das ist eher der Dienstag (frz. Mardi) als Impulstag für Neues.

Der Autor gibt als Empfehlung (S. 76):

Das Buch möchte Horizonte erweitern und nichts „vorschreiben“ oder gar einschränken. Deshalb ist es nur klug, wenn Sie Ihre ganz persönliche Vorgehensweise finden. Denn jeder Mensch ist ein Individuum. Finden Sie Ihren eigenen Weg wie Sie mit diesem Buch und den kosmischen Farbtafeln „arbeiten“ möchten.

Jede Farbtafel hat im Buch 4 Seiten mit körperlich, geistigen und seelischen Wesensanteilen, einer Checkliste und eine Anregung zur Farb-Meditation (S. 94 – 137). Es werden auch Anregungen gegeben, mit diesem neuen, kosmischen Farbbewusstsein Kleidung und Wohnräume der Eigenfrequenz gemäß zu gestalten entsprechend der Aufforderung des Buches: „Bekennen Sie Farbe!“

 Mein Fazit: Wer eine besondere Affinität zu Farben hat und seinem Leben in jeder Hinsicht Farbe gibt, für den wird dieses Buch sehr viele neue Inspirationen geben, weil es hier den Samen einer kosmischen Farbenlehre ausbreitet. Wer gelernt hat, sein Leben als seelisches Schwingungsfeld wahrzunehmen, der wird in diesem Buch auch viele Anregungen finden. Das Buch schließt hier sogar einen Kreis des Heilens mit Schwingungen (der Autor Thomas Künne hat es in allen diesen Bereichen zur Meisterschaft gebracht): Die Erhöhung seelischer Schwingungen durch Klänge (Ohr), Farben (Auge), Düfte (Nase) und Vibrationen mit Schwingungsliegen im direkten Haut- und Körperkontakt.


 

Heilen mit kosmischen Farben: Stimmige Farbanwendungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Mit 11 Farbtafeln


 

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