Dr. Joe Dispenza: Du BIST das Placebo

Untertitel: Bewusstsein wird Materie


Dr. Joe Diszenza hat ein großes Thema: Die Evolution des Menschen über die Evolution seines Gehirns. Dieser Band ist der dritte seiner Trilogie neben „Schöpfer der Wirklichkeit“ und „Ein neues Ich“.

„Du BIST das Placebo“ hat eine bahnbrechende wissenschaftliche Tiefe und gleichzeitig die bisher am weitest entwickelte Meditation zur persönlichen Transformation. 330 Seiten fundierte, wissenschaftliche Information, 45 Seiten Transformation (die Texte der Meditation). Dr. Dispenza geht es nicht nur darum, scheinbar unheilbare Krankheiten doch mit der Kraft des glaubenden Geistes in die Selbstheilung zu führen, sondern auch die Gesetzmäßigkeiten zu finden, über die wir unser volles menschliches Potenzial entfalten können. Und wenn wir „Kinder Gottes“ sind, dann ist in unserer Potenzial-Entfaltung sicher noch viel Platz nach oben …

Das Placebo als Wunderheilmittel

Das Buch ist durchaus ein medizinisch-wissenschaftliches Buch! Ist es nicht merk-würdig, dass in der Medizin der „Placebo-Effekt“ nicht mehr wegzudiskutieren ist, man mit ihm „rechnen“ muss, doch kein Mediziner ihn bisher erklären kann? Es könnte doch die Erklärung aller „Wunderheilungen“ liefern (nennen wir es etwas weniger sensationell in medizinischer Fachsprache: „Spontanremissionen“)! Warum meidet die Schulmedizin die Erklärung des Placebo-Effekts wie der Teufel das Weihwasser? Oder ist sie durch ihre Denkweise im wahrsten Sinne des Wortes dafür zu beschränkt?

Das Paradigma des Autoren ist nicht das der Schulmedizin, und deswegen liefert er eine stichhaltige Erklärung des „Placebo-Effekts“, von Hypnose, Psychoneuroimmunologie und „Wunderheilungen“. Das Paradigma des Autoren ist einfach: „Bewusstsein wird Materie“, oder mit anderen Worten: Der zweifellose Glaube des Patienten an die Heilung ermöglicht die Heilung, die „Neuprogrammierung des Gehirns“, um ein neuer Mensch zu werden, ein Gesunder, ein Geheilter. EINE Schlussfolgerung aus diesen Thesen lautet: Es gibt keine unheilbaren Krankheiten, sondern nur unheilbare Patienten, (S. 75), solche, die einfach nicht das Not-wendige für Ihre Heilung tun.

Der „Placebo-Effekt“: Es ist nicht ein wirkungsloses Mittel, das da irgendetwas bewirkt, sondern der Glaube des Patienten, dass Heilung in seiner Macht steht, seine unerschütterliche Überzeugung ist das wirksame Mittel. So wird der „Glaubende“ im wirklich biologischen Sinne zum Placebo, sein Gehirn selbst ist das Placebo.

Körper und Geist

Es gibt in der Philosophie und Wissenschaft eine abgrundtiefe Kluft zwischen Geist und Materie oder Bewusstsein und Körper („Dualismus“). Für mein Bewusstsein repräsentiert dieses Buch eine „Wiedervereinigung“ dieser scheinbar unterschiedlichen Welten (die Welt des Geistes und die Welt der Materie). Das Buch stellt dar, wie aus neuen Gedanken dann neue Gefühle und neuronale Bahnen werden, die durch die „Neuroplastizität“ neue Gehirnstrukturen schaffen – und letztlich einen neuen Menschen: alte Strukturen müssen neuronal aufgelöst und neue Strukturen geschaffen werden. Das mag ja nichts Neues sein, doch der Autor geht diesem biochemischen Prozess so weit in den Einzelheiten nach, dass er den altenden Körper als eingefrorene Gedanken der Vergangenheit interpretiert. Unser Körper ist im gewissen Sinne Fleisch gewordene Vergangenheit. Doch wir können durch neue Gedanken, die über das alte Denken, die alten Gefühle und die prägende Umwelt hinaus gehen, uns einen Zukunftskörper schaffen, der nicht in der Vergangenheit hängt, sondern uns in die Zukunft führt, Lebensräume für die Zukunft eröffnet.

Quanten-Geist

Das Kapitel gehört zu den besten, die ich bisher zu dem Thema gelesen habe. Richtig verstanden ist die Quantenwelt nicht nur das Feld aller Möglichkeiten, sondern wir können in potenziell unterschiedliche Realitäten eintreten! Wer das nicht nachvollziehen kann, der hat die Quantenphysik nicht verstanden. Denn wenn wir unser Potenzial optimal entfalten wollen, dann müssen wir bewussten Zugang zu diesem Quantenfeld haben, denn hier und nirgends anders schlummern unsere Potenziale.

Das Buch bietet, wie es sich für ein wissenschaftliches Buch gehört, auch viel Dokumentenmaterial (Farbtafeln) für veränderte Bewusstseinszustände, in denen Heilung und die Entfaltung von Potenzialen möglich sind.

r-pfeil-reMein Fazit: Natürlich gehört das Buch in die Hand eines jeden, der an die eigenen Selbstheilungskräfte seines Körpers und vor allem bewussten Geistes glaubt. Dieser GLAUBE kann auf ein massives Wissen der Funktionsweise aufbauen. WISSEN gehört zur Heilung dazu. So wird das Buch von Dr. Joe Dispenza selbst zum Medikament.

Aber mehr noch: Jeder, der über seine Grenzen hinaus wachsen will, der all diese Glaubenssätze über die Beschränktheit des in der Vergangenheit gefangenen menschlichen Geistes überwinden will, der findet in diesem Buch wissenschaftliche Unterstützung und Techniken, Fesseln zu sprengen und seinen Körper-Geist auf ein grenzenloses Potenzial hin neu zu „programmieren“.

Ja, ich finde das Buch auch aus philosophischer Sicht enorm anregend. Ich kenne kein zweites Buch, dass diese Dichotomie („Dualität“) von Körper und Geist dermaßen überwunden hat wie dieses und sehr spannende neue Kategorien einführt.

 

Dr. Joe Dispenza: Du bist das Placebo – Bewusstsein wird Materie (Klick)

Lutz von Werder: Spirituelles Schreiben

Das Buch ist überaus faszinierend, der Titel deutet nicht annähernd die Tiefe des Buches an. Es geht um Mystik und Schreiben. Es gibt weit mehr mystische Poesie als Rumi oder Meister Eckhart. Das Buch sucht in der modernen Literatur die Mystiker heraus und würdigt sie. Doch das Buch stellt auch heraus, dass der Urgrund des Philosophierens selbst auf die Mystik zurückzuführen ist. Auch Philosophen sind „schreibende Mystiker“. Das Buch regt aber vor allem den Leser „auf dem direkten Weg“ an, zum Schreiben zu greifen, sich schreibend selbst zu heilen und ein mystisches Erleben in Worte zu fassen.

1. Teil: Die mystische Philosophie der Moderne und die Literatur

Das Buch greift bestimmte Autoren der modernen Literatur auf, die ihre Poesie mit Mystik verbinden:

Diese Philosophie ist im Kern die Mystik – und gemäß der heutigen Zeit – die gottlose Mystik. Was macht diese Mystik so geheimnisvoll? Sie spricht im Verborgenen. Sie spricht über das, worüber sich das Schweigen breitet. Sie wird von Dichtern und Dichterinnen geschaffen, die Inspiration besitzen. Diese Mystik ist oft pan-theistisch. Die Gottheit ist unbegreifbar. Jedoch ist die Seele nicht ganz von ihr getrennt. Schon Platon, der den Orphikern und Pytagoreern anhing, kennt die mystische Einheit von Gottheit und Seele: Die unio mystica. (S. 15)

Die „gottlose Mystik“ meint entweder den Pan-Theismus (Spinoza) oder das Unpersönliche Alleine, ähnlich dem Buddhismus. Der PERSÖNLICH „Gott ist tot“, wie Nietzsche schon sagte. Doch diese EINHEIT kann mystisch erfahren werden und „Ekstatiker müssen reden, das heißt dichten“ (S. 19)

Die Philosophie hat ihren Ursprung in der intuitiven Erfahrung der Einheit, aus der alle Vielheit erspringt. Allen Vertretern philosophischer Mystik ist die Erkenntnis eigen, dass die mystische Erfahrung schwer oder gar nicht zu artikulieren ist. So sagt Ludwig Wittgenstein: „Über das Mystische kann man nur schweigen.“ Aber kein Mystiker schweigt. Es werden viele Wege gesucht, über die mystische Erfahrung doch zu sprechen. Die hauptwege heißen: Negative Theologie, um alles zu verneinen, was Seiendes ist; Stufen-Mystik, die vom Konkreten zum Abstrakten aufsteigt; Intuition, die mit einer plötzlichen Einsicht und ihrer Verschriftlichung arbeitet. Ein weiterer wichtiger Weg ist die spirituelle Poesie, das heißt mystische Literatur. (S. 18 f.)

Übrigens: „In der Moderne beginnt das Philosophieren über die mystische Philosophie bei Hegel. (S. 19) Ihm war auch RUMI (gestorben 1273) schon bekannt, über den Hegel schreibt: „Der Dichter erblickt das Göttliche in allem und gibt sein eigenes Selbst dagegen auf. Damit erweitert er sein inneres Ich und eröffnet eine schwelgerische Seligkeit.“ (S. 19) Lutz von Werder bespricht dann Heidegger, Karl Jaspers und Martin Buber als mystische Philosophen und ihren Einfluss auf die Poesie.

Eines der Kersätze des Buches, um seinen (pädagogischen) Sinn zu verstehen:

In unserem Buch kommt es daher darauf an, das Lesen und Schreiben mystischer Texte so zu präsentieren, dass sie zum Schreiben spiritueller Texte anregen. (S. 29)

2. Teil: Dichter der spirituellen Philosophie in der Moderne

Dies ist der Hauptteil. Manche Poeten sind keine Überraschung, wie Rainer Maria Rilke oder Hermann Hesse. Andere wie Bert Brecht als „marxistischer Mystiker“ eine Offenbarung. Das Buch enthält eine geniale Zusammenfassung, die ich einfach nur zu zitieren habe (S. 363 f.):

Sehen wir uns den neuen Reichtum der Bilder an, die auch in der Moderne vom All-Einen als Quelle von Allem entwickelt worden sind:

Schon Friedrich Hölderlin spricht im Sinne Spinozas vom All-Einen als Natur, die jeden Streit aufhebt.

Walt Whitman fordert das starke Ich, das selbstbewusst vor Galaxien stehen kann, weil es Teil des All-Einen ist.

Rainer Maria Rilke lehrt, dass das All-Eine ein Lied ist oder das frischer Obst, das Orpheus reicht.

Hermann Hesse zeigt: Das All-Eine ist die Aufhebung des Ichs in der ewigen Flut.

Elsse Lasker-Schüler zeigt, wie das All-Eine in allen Stufen der jüdischen Mystik immer lebendiger wird.

Gottfried Benn führt uns mit C. G. Jung zur erfahrung des Selbst im kollektiven Unbewussten, das dem All-Einen am nächsten kommt.

Bertholt Brecht will, dass das All-Eine in der Zukunft eine Gesellschaft ist, wo der Mensch dem Menschen ein Helfer ist.

Albert Camus zeigt, dass der Heilige ohne Gott ein Heiliger des zärtlichen und zugleich gleichgültigen All-Einen ist.

Jack Kerouac macht klar, das All-Eine ist die Leeere, das Nirwana.

Rose Ausländer spricht vom All-Einen als einen Kristall aus Licht.

Ingeborg Bachmann macht klar, ist die Flucht aus dem Vielen.

Für Nelly Sachs ist das All-Eine das Universum, das in ihrer Küche kniet.

Hilde Domin kennt das All-Eine als eine Rose, die Halt gibt.

Thomas Tranströmer spricht vom All-Einen der zen-buddhistischen Lehre.

Paulo Coelho erkennt im All-Einen die universelle Energie, die nie vergeht.

Peter Handke begegnet, in der Natur wanderend, dem All-Einen am heutigen Tag.

Zusammenfassend: „Dieses Schreiben verhilft zur Ekstase und zur Erleuchtung. Oder? Seitdem Gott tot ist, spricht durch die Dichter das All-Eine. Religion wird durch Mystik und Spiritualität ersetzt. Die eigene Religion ist das Produkt des eigenen kreativen Schreibens.“ (S. 364)

Der 3. Teil ist kurz und zeigt den „Grundkurs des spirituellen Schreibens des Lehers H.“

Mein Fazit: Es gibt viele Methoden zu mystischen Erfahrungen, zur Erfahrung der EINHEIT: lieben, meditieren, …. Eine „verblüffende Methode“ ist DAS SCHREIBEN. Warnte Laotse doch: Das ausgesprochene und geschriebene TAO ist nicht das wahre TAO. Doch ein Mystiker kann nicht anders, als seiner Erfahrung Worte und Schrift zu verleihen. Die mystische Poesie und die Philosophie selbst beruhen darauf. Dieses bewusst zu machen, ist ein großes Verdienst des Buches. Doch es regt auch an, das SCHREIBEN als Methode des direkten Weges zur Mystik für sich selbst zu erproben.

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Deepak Chopra: Der Dritte Jesus

Untertitel: Auf der Suche nach dem kosmischen Christus

Deepak Chopra schreibt dieses Buch bewusst zu einer tiefen, aktuellen Krise des Christentums. Diese Krise ist weitergehend als die Spaltung des Christentums in Orthodoxe, Römisch-Katholische, Evangelische und unzählige Sekten, die sich auf Jesus berufen. Die Krise ist eine moralische Vertrauenskrise, die ideologische Verschärfung der christlichen Rechten im „heiligen Krieg“ gegen die islamischen Fundamentalisten. Der politische Missbrauch der Lehre Jesu in der Frage Abtreibung, Homosexualität, Frauenrechte, Krieg und Frieden ist gerade im Westen eklatant. Schon ist wieder vom „Krieg der Kulturen“ die Rede. Gott bewahre uns vor neuen Kreuzzügen.

Doch da ist noch etwas ganz anderes: Wir erleben eine spirituelle Renaissance, Menschen erwachen, suchen den Weg der Erleuchtung. Buddha gewinnt auch im Westen an Attraktivität. Chopra weist darauf hin, dass unser abendländische Kultur auch einen „Buddha“ des Mitgefühls und der Liebe hervorgebracht hat: Jesus. Er ist auch ein „Erwachter“, ein „Erlöser“, ein spiritueller Meister, ein Mystiker, der ins Gottes-Bewusstsein erwacht ist. Chopra geht es darum, die Lehre Jesu als Weg der Erleuchtung für die heutige Zeit und gerade die abendländische Kultur neu zu verstehen. Wer sollte das Christentum zu seinen mystischen Wurzeln zurück führen, wenn nicht der (in der geistigen Welt) „lebendige Jesus“? Seine Lehre IST radikal und mystisch.

Wie kommt ein in der indischen Spiritualität (Hinduismus, Buddhismus) aufgewachsener spiritueller Lehrer dazu, „uns Christen unseren Jesus“ neu zu interpretieren? Ist das nicht anmaßend? Die Antwort ist eigentlich einfach: Es geht gar nicht anders als die Worte Jesu zu INTERPRETIEREN. Jeder weiß, dass es symbolische Gleichnisse sind, die gedeutet werden wollen. Und da ist der mystische Zugang zu Jesus (der „dritte Jesus“ neben dem historischen und theologischen) der Schlüssel. Viele scheinbare Widersprüche in der Lehre Jesu lösen sich auf, wenn sein Weg als Weg der Erleuchtung interpretiert wird. Er ist nicht der „einzige Sohn Gottes“, sondern ein Mensch, der zum Gottes-Bewusstsein erwacht ist, der mystische Weg, den jeder von uns gehen kann. Und dies ist eigentlich auch nur eine „Wiederentdeckung“ einer christlichen Ur-Strömung von Mystikern, die sich Gnostiker nannten, „Wissende“ im Gegensatz zu Gläubigen. Wer erwacht ist, der weiß und braucht nicht mehr zu glauben.

Ester Teil: Der Dritte Jesus

Im ersten Teil geht es Chopra um „die Erlösung des Erlösers“, Erlösung von religiösen Dogmen und Legendenbildungen. Er wurde „Gottes Sohn“, weil er Gottes-Bewusstsein erlangt hatte, wie jeder es erlangen kann. Doch mehr noch: Jesus predigte auch, dass das Reich Gottes wieder auf die Erde kommen werde – wenn wir denn eine erleuchtete Gesellschaft geschaffen haben.

Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Licht“, was nur ein Mensch im Gottes-Bewusstsein sagen kann. Diesen Weg des Lichtes, der Erleuchtung zeigt Chopra an den neun Wesensmerkmalen des spirituellen Lebens auf:

  1. Meditation
  2. Kontemplation
  3. Offenbarung
  4. Gebete
  5. Gnade
  6. Liebe
  7. Glaube
  8. Erlösung
  9. Einheit

Der Autor bespricht auch die „gnostischen Evangelien“ als „Bereicherung“ der Worte Jesu, nicht aber als als „Alternative“ zu den kanonisierten vier Evangelien. Doch:

Egal welche Version Jesu Sie akzeptieren, immer besteht das Ziel christlichen Lebens darin, das Reich Gottes zu erreichen.
(S. 56)

Dieses Reich ist als Christus-Potenzial in uns, und wir werden es in einem langsamen Prozess auch für die ganze Gesellschaft erreichen.

Zweiter Teil: Das Evangelium der Erleuchtung

Im zweiten Teil interpretiert Chopra die Worte Jesu als „Evangelium der Erleuchtung“. Er unterscheidet 10 Gebiete:

  • Liebe und Gnade
  • Glaube
  • Offenbarung und Erlösung
  • Meditation
  • Kontemplation
  • Gebet
  • Karma – Reifen und Säen
  • Die Welt als Illusion
  • Einssein mit Gott

In zwei Bereichen (Karma und die Welt der Illusion) interpretiert er Worte Jesu aus buddhistischer Sicht. Die Worte Jesu und die Buddhas sind ähnlicher als viele sich bewusst sind. Auch Jesus hat als Mystiker eine „Buddha-Natur“. Und hier spricht Deepak Chopra mahnende Worte an die Christen aus:

Christen wollen das Gefühl haben, dass ihre Religion einzigartig ist, was zweifellos dadurch erreicht wird, dass sie Gottes eingeborenen Sohn für dich reklamieren. Aber gerade dadurch laufen sie auch Gefahr, aus dem großen menschlichen Projekt ausgeschlossen zu bleiben, dass Jahrhunderte vor Christus begann und bis heute fortdauert: Das Projekt besteht darin, die materielle Welt zu transzendieren, um ins Reich der Seele zu gelangen. (S. 76 f.)

Jesus hat dieselbe Erlösung angeboten wie Buddha: das Ende des Leidens und einen Weg zur spirituellen Freiheit, Freude und Nähe zu Gott. In diesem Licht ist der reale Jesus heute genause greifbar wie eh und je, vielleicht sogar noch mehr. (S. 177)

Der Mittelteil, das „Evangelium der Erleuchtung“ ist sicher das Herz des Buches.

Dritter Teil: Jesus zum eigenen Lehrer machen

Der dritte Teil bietet „einen Leitfaden für Suchende“. Dieser Teil ist so gehaltvoll wie der zweite Teil.

Jesus hat einen Weg zur Erleuchtung geöffnet, der auch heute noch gangbar ist. (S. 181)

Chopra weist 15 Schritte zum Gottes-Bewusstsein aus (Lektionen und Übungen) über die Themen

  1. Das Reich Gottes ist mitten unter euch.
  2. Seid in der Welt, aber nicht von der Welt.
  3. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.
  4. Bittet, dann wird euch gegeben.
  5. Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
  6. Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin.
  7. Was ihr sät, das werdet ihr ernten.
  8. Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.
  9. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.
  10. Ihr müsst von neuem geboren werden.
  11. Ihr seid das Licht der Welt.
  12. Sorgt euch also nicht um morgen.
  13. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.
  14. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
  15. Was nützt es einem Menschen, wenn der die ganze Welkt gewinnt, aber seine Seele einbüßt?

Chopra gibt am Anfang immer eine Bedeutung der Lehre und dann eine Übung, um sie umzusetzen.

Die letzten Seiten des Buches sind sehr hilfreich auf dem Weg. Er gibt eine Landkarte, „wie sich der Weg öffnet“, die drei entscheidenden Phasen „der spirituellen Reise zum Gottes-Bewusstsein: der Anfang, die Konflikte und Krisen „auf halber Strecke“ (auch über „spirituelle Stimmungsschwankungen“) und schließlich das Ziel der Reise „wo die Seele niemals stirbt“.

Das letzte Kapitel „Was würde Jesus tun?“ ist durchaus ein Höhepunkt des Buches. Er ruft angesichts der Krise des Christentums auf, den Mut aufzubringen, nach den Lehren Jesu zu leben und zu handeln:

Sie und ich können das Verhalten der religiösen Rechten nicht ändern, aber die passive Reaktion vieler gemäßigter und liberaler Christen, die nur schweigend leiden oder sich abwenden, ist kontraproduktiv.
Persönliches Wachstum erreicht man, indem man so handelt, wie es der eigenen spirituellen Vision entspricht. Wenn Jesus Ihr Vorbild spiritueller Größe ist, dann handeln Sie nach seinen Grundsätzen. (S. 306)

Das Reich Gottes ist das Reich der Seele

Jesus bezeichnet das Reich der Seele als das Reich Gottes, und es war eindeutig seine Absicht, dieses Reich auf der Erde zu errichten. (S. 11)

Ich nehme bei der Jesus-Besprechung von Deepak Chopra noch einen interessanten Aspekt wahr. Die indische Spiritualität ist in gewissen Sinne sehr extrem, fast wär es mir aus den Fingern in die Tastatur geflutscht, von einer „Zwei-Kasten-Spiritualität“ zu sprechen. Im Hindusimus gibt es ja „noch“ die Vielgötterei. Hier geht es ja „noch“ zu wie im griechisch-römischen Pantheon. Das soll nicht den geringsten abwertenden Ton haben. Unsere astrologischen Planeten himmeln ja auch „noch“ griechisch-römische Götter an (Uranus, Saturn, Jupiter usw.). Andererseits ist der Buddhismus bereits so „hochspirituell“, dass er sogar den EINEN Gott ins nonduale NICHTS („Nirwana“) transzendiert. Der Buddhismus ist eine Religion ganz ohne Gott, reine Mystik. Das meine ich mit „zwei Kasten“, was als Begriff natürlich unangemessen ist, doch vielleicht etwas widerspiegelt.

Wie geht nun ein indischer spiritueller Lehrer, aufgewachsen in diesem Hinduismus-Buddhismus-Zwiespalt mit der Lehre Jesu um? Er „entdeckt Neues“, das ihn auch fasziniert. Und hier erkenne ich bei Deepak Chopra die Wahrnehmung der Seele als fundamentalem Bestandteil der Lehre Jesu. Weder im Hinduismus noch im Buddhismus gibt es etwas der „Seele“ als Weltenseele, kosmischer Seele Vergleichbares. Das hat Chopras Denken (wenn ich es richtig sehe) stark beeinflusst. In seinem nächsten großen Werk „Heilung“ (seine Heimat als aryuvedischer Arzt) ist das „Konzept der Seele“ (Seele ist natürlich mehr als ein „Konzept“) integriert: „Körper und Seele in neuer Ganzheit erfahren“. Er ist dem Ruf Jesu, dem Ruf der Seele gefolgt.

Mein Fazit: Es geht sicher vielen Menschen so wie mir, dass ich schon früh mit der Amtskirche gebrochen habe und – bewusst oder unbewusst – den direkten Weg zu Gott gesucht habe. Auf diesem Weg gab es auch viele esoterische Verwirrungen. Doch Deepak Chopra ist auf diesem Weg mir früh ein Weisheitslehrer gewesen, ein „Leuchtturm der authentischen Spiritualität“. Das Buch hat mir Jesus wieder nahe gebracht ähnlich wie die Bücher von Paul Ferrini. Es ist ein Stück innerer Versöhnung mit meinem kindlichen und jugendlichen Glauben. Es ist für mich eine „Wiederentdeckung“ und Neuverstehen von Worten, die ich schon als Kind gehört habe. Die Worte von Jesus sind meine „spirituelle Muttersprache“. Sie wirklich zu verstehen bedarf eines bestimmten Bewusstseinsstandes auf dem geistigen Weg.

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Paul Ferrini: Die Schlüssel zum Königreich

Untertitel: 8 spirituelle Übungen, die dein Leben transformieren

Zufall? Eine Buchbesprechung an den „Heiligen Drei Königen“

Wenn Ferrini vom „Königreich“ spricht, dann bezieht er sich auf die Worte von Jesus: „Das Königreich des Himmels ist im Inneren.“
Mit den 8 Übungen bezieht sich Ferrini (erstmals?) auf das Medizinrad (eine indianische Astrologie der Erde) und empfiehlt die Übungen an Mond- und Sonnenkalender auszurichten.
Darüber hinaus enthält das Buch im Angang auch  die Ziele und Regeln der Affinity-Gruppen. (S. 122 – 125)
Für mein Verständnis gehört das Buch nicht zu den Hauptwerken von Paul Ferrini, ist jedoch als begleitendes Arbeitsbuch zu >> „Heile dein Leben“ sehr nützlich.

Die acht Schlüssel
mit den transformatorischen Fragen:

  1. Liebe dich selbst
    Liebe ich mich in diesem Moment?
  2. Sei du selbst
    Ist das in Harmonie mit dem, wer ich bin?
  3. Sei verantwortungsvoll
    Übernehme ich Verantwortung für alles, was ich denke, sage, fühle und tue?
  4. Sei ehrlich
    Spreche ich meine Wahrheit und höre auf die Wahrheit anderer?
  5. Halte dein Wort
    Bin ich bereit, da zu sein, selbst wenn es schwierig ist?
  6. Folge deinem Herzen
    Ist es das, was ich wirklich tun möchte?
  7. Sei in Frieden
    Kann ich das tun, ohne mich selbst zu stressen?
  8. Verweile in der Gegenwart
    Vergebe ich der Vergangenheit und erlaube ich der Zukunft, sich zu entfalten?

Diese acht spirituellen Übungen klingen sehr einfach, nahezu lächerlich einfach. Doch ist es nicht so, dass wir meistens genau das Gegenteil leben:

  1. Wir missachten uns selbst.
  2. Wir spielen von anderen gewollte Rollen, tragen Masken.
  3. Wir geben die Verantwortung ab und beschuldigen andere.
  4. Wir sich nicht einmal uns selbst gegenüber ehrlich und wahrhaftig.
  5. Wir versprechen viel, aber halten wenig.
  6. Wir folgen unserem Kopf, vielleicht auch dem Bauch, aber nicht dem Herzen.
  7. Wir sind in innerer Unruhe und im unfrieden.
  8. Wir leben mehr in der Vergangenheit (die wir nicht loslassen können) und in der Zukunft (die wir meinen planen zu können) als in der Gegenwart.

Das Wahre ist letztlich einfach vom Verstehen her, so wie die 8 spirituellen Übungen, doch nicht so einfach in die Lebenspraxis umzusetzen. Dazu bedarf es wirklich innerer Arbeit.

Mein Fazit: Das Buch ist als Arbeitsbuch sehr inspirierend und muss nicht von Übung zu Übung, von Seite zu Seite „durchgearbeitet“ werden. Hier sollte man sich lieber von seiner Intuition führen lassen, welches Thema gerade aktuell ist und bewusst werden will. „Aber du musst Taten folgen lassen. Worte reichen nicht aus, um alte Gewohnheiten zu verändern.“ (S. 10)
Der eigentliche Schlüssel des Buches liegt in seiner Umsetzung.

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Nr. 50: YOFI oder Die Kunst des Verzeihens

Die Verlagswerbung verspricht: „Der Kleine Prinz ist als Nashorn wiedergeboren worden.“ Für MICH ist das eine maßlose UNTER-Treibung. „Der Kleine Prinz“ ist zweifellos ein Klassiker an „spiritueller Fabel“. Doch YOFI geht mir noch viel mehr ans Herz. (Okay, es zeugt nicht gerade von hoher spiritueller Reife von mir, solche Bücher ÜBERHAUPT zu vergleichen.)

Es ist über Nacht mein Lieblingsbuch geworden. Es ist ein Meisterwerk an Lebensweisheit für Menschen zwischen 8 und 80. Ich könnte es tausendfach verschenken!

Die Geschichte ist kurz erzählt: Yofi ist ein Nashornbulle „in den besten Jahren“ – aber mit seinem Leben ganz und gar nicht zufrieden. Schon wieder koch in ihm der Zorn gegen seinen „Erzrivalen“ Antros – sie waren früher beste Freunde -, da taucht plötzlich sein Großvater aus dem Nichts auf und bietet Yofi an, ihn auf dem Weg zur Erfüllung seines Kindheitstraums beiseite zu stehen. Nach einigen Überwindungen willigt Yofi ein (seine Frau Sara ist begeistert und unterstützt sein Vorhaben, auch wenn er einige Zeit weg sein würde: „Endlich!“). Auf dieser Reise lernt Yofi von seinem Großvater die wichtigsten Lektionen des Lebens: Meditation, den Großen Kampf und Selbstverzeihung.

Der wichtigste Tag des Lebens

Eine Leseprobe, die exemplarisch für das GANZE Buch stehen kann (S. 44 – 46):

In der ersten Nacht der Reise träumte Yofi, dass ein riesiges Maul das Meer aus schlürfte. Als er aufwachte, stand der Alte vor ihm – zur Sonne gedreht, mit geschlossenen Augen.
„Was machst du da?“
Meru strahlte, als hätte er diese Frage erwartet. „Ich bereite mich vor.“
„Auf was?“
„Auf den wichtigsten Tag meines Lebens.“
Yofi glaubte, sich verhört zu haben.
„Und wann kommt dieser Tag?“
„Er ist bereits da: heute.“

Yofi hatte einen Moment lang den Eindruck, Meru mache sich über ihn lustig. Aber der Großvater verzog keine Miene.

„Heute ist der wichtigste Tag deines Lebens?“
„Deines ebenso.“
„Nett, dass ich das auch erfahre“, knurrte Yofi. „Und woher weißt du das so genau?“
Meru antwortete ungerührt: „Von Großvater Sasa.“

„Das wird ja immer besser. Dein Großvater kannte mich doch gar nicht! Bestimmt ist er schon lange tot. Trotzdem will er gewusst haben, wie wichtig der heutige Tag für mich ist?“
„Er war eben sehr weise. Jedenfalls gegen Ende seines Lebens.“

Der hat sie nicht mehr alle.

Yofi hatte schon öfter mit Alten gesprochen. Aber keiner war so schrullig gewesen.
„Da bin ich aber gespannt auf heute.“
„Ich auch“, sagte der Großvater.

Obwohl es ihm absurd vorkam, wartete der Enkel den ganzen Tag darauf, dass etwas Außergewöhnliches passierte. Am Abend fühlte sich bestätigt – und war enttäuscht.

Der Alte ist ein Spinner.

„Das ging wohl daneben“, sagte Yofi, als sie sich schlafen legten.
„Was meinst du?“
„Dein Blabla vom wichtigsten Tag meines Lebens.
„Wieso? Es hat doch alles fabelhaft geklappt.“

Er ist sogar ein ziemlich großer Spinner.

Am nächsten Morgen gab sich Meru wieder der Sonne hin.
Am besten, ich schweige darüber, dachte Yofi und fraß leckeres Gras, als wäre nichts.
„Es ist immer wieder eine Wohltat, gut vorbereitet zu sein“, sagte Meru.

Er will es nicht anders.

„Nur um sicher zu gehen, dass ich alles richtig verstanden habe: Du hast also bemerkt, dass dein Großvater sich um ein Tag verrechnet hat.“
„Gestern war gestern der wichtigste Tag. Heute ist es heute“, antwortete Meru.
„Und morgen dann schon wieder“, platzte Yofi heraus.
„Morgen ist morgen der wichtigste Tag, genau. Du lernst schnell.“

Yofi hörte auf zu kauen.
„Dann ist also jeder Tag der wichtigste in deinem Leben?“, fragte er höhnisch.
„So kann man es sehen. Aber heute interessiert mich nur heute.“
„Und über morgen denkst du erst gar nicht nach.“
„Wie kann ich über etwas nachdenken das noch vor mir liegt?“, fragte Meru grinsend.

Yofi setzte gerade zu einer gehässigen Antwort an. „Keine Sorge“, kam der Alte ihn zuvor. „Ich weiß was du meinst: Mit morgen beschäftige ich mich ausführlich, wenn es soweit ist.“

Ein paar Lebensweisheiten aus dem Buch:

  • Jeder „kommt mit einem Lebenstraum auf die Welt: einem Herzenswunsch, der größer ist als alles andere. Das ist der Wunsch, den sich jeder erfüllen möchte, ganz gleich, was das Leben sonst bringt.“ (S. 35 f.)
  • „Mein lieber Enkel, Du musst dich nicht auf den Tag vorbereiten. … Nach meiner Erfahrung hört man die innere Stimme bei der Besinnung wesentlich klarer – die Stimme, die den eigenen Weg weist.“ (S. 57)
  • Meru: „Ich hatte etwas Wesentliches vergessen: Nicht ich bin der große Lehrer, sondern das Leben. Ich kann dir bestenfalls zeigen, wie man ihm zuhört.“ (S. 62)
  • „Du warst krank? Was hat dir gefehlt? – Mein Lebenstraum hat mir gefehlt. … Dort, wo früher der Traum war, hatte ich inzwischen eine große Wunde.“ (S. 82)
  • „Du kannst den Großen Kampf antreten. – Den Großen Kampf? – Das ist die wichtigste Schlacht deines Lebens: der Kampf um deine wahre Bestimmung.“ (S. 86)
  • „Der Große Kampf ist eine heilige Angelegenheit. … Man hört auf, sich selbst zu bekriegen.“ (S. 87)
  • „Ich glaube, das bleibt das Geheimnis des Lebens. Man kann sich seine Herzenswünsche nicht aussuchen. Das Leben wählt sie. Das ist sein Geschenk an uns.“ (S. 99)

Hörst du überhaupt zu?

Yofi schreckte zusammen. Es war das erste Mal, dass der Großvater laut geworden war.
„Du  musst niemals zulassen, dass dich jemand verletzt. Du musst auch nie wieder mit Antros reden. Du darfst sein Feind bleiben. Wenn du willst: lebenslang.“
„Ich dachte, ich soll ihm vergeben …?“
„Verzeihen heißt: aufhören, sein eigenes Herz zu verletzen. Mehr nicht.“
„Aber …“
„Kein aber! Dein Atem kann dich heilen. Antros muss davon überhaupt nichts erfahren. So lange du aber auf Tobsucht und Jähzorn beharrst, so lange freuen sich die Traumschlürfer.“
Merus Augen funkelten in der Dunkelheit. (S. 106)

Und noch zwei kleine Lesungen von mir aus dem Buch:

Mein Fazit: Wer nach dieser Buchbesprechung noch nicht motiviert ist, das Buch umgehend zu lesen, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Okay: Wer das Buch nicht umgehend liest, dessen Leben ist nicht unbedingt verwirkt. MERU würde sagen: Alles zu seiner Zeit!

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Hier noch die Leseprobe aus dem Tigerbaum Verlag

Eckhart Tolle: JETZT!

Eckhart Tolles „JETZT! Die Kraft der Gegenwart“ (Original 1997 / deutsch 2003) ist längst ein spiritueller Klassiker geworden. Bei der Entwicklung meiner SEELEN-Meditation habe ich ihn neu entdeckt und bin von dem Buch sehr begeistert!

Eckhart Tolle schreibt zu seinem Buch selbst:

Dieses Buch kann als aktuelle Neuformulierung für die eine zeitlose spirituelle Lehre, die Essenz aller Religionen gesehen werden. Es ist nicht von äußeren Quellen abgeleitet, sondern entspringt der eigenen wahren inneren Quelle, enthält also keine Theorien oder Spekulationen. Ich spreche aus innerer Erfahrung, und wenn ich manchmal eindringlich spreche, dann deshalb, um durch die dichten Schichten mentalen Widerstands zu dringen und den Ort in dir zu erreichen, wo du schon weißt, genau wie ich weiß, und wo die Wahrheit erkannt wird, wenn sie gehört wird. Ein Gefühl von Begeisterung und erhöhter Lebendigkeit entsteht, wenn etwas in der sagt: „Ja, ich weiß, dies ist die Wahrheit.“ (S. 21)

Diese Selbstdarstellung erscheint vielleicht etwas überhöht! Doch ich kann nach dem Lesen des Buches diesen Sätzen von Eckhart Tolle nicht widersprechen (selbst wenn ich wollte). Ich habe die Essenz des JETZT nirgend deutlicher beschrieben gefunden.

Doch das Buch ist weit mehr als „Neuformulierung für die eine zeitlose spirituelle Lehre“. Eckhart Tolle hat dem Buch Originelles beigefügt, das sehr hilfreich ist, um die „Landkarte zur Erleuchtung“ neu zu schreiben.

Hervorzuheben ist auch der Dialog-Charakter des Buches. Es sind im Wesentlichen Fragen von Seminarteilnehmern aus 10 Jahren spiritueller Lehrtätigkeit von Eckhart Tolle. Es sind wirklich „gute Fragen“, die man sich als Leser selbst stellt. Manchmal ist man von der Tiefe der Fragen selbst überrascht.

Wir haben viel konzeptionell wirres Zeug (wenn ich mich so ausdrücken darf!) über „Verstand“, „Emotionen“, Leid und Schmerz, das Ego  und seine Identifikation und seine Angst, über die Illusion von ZEIT, SEIN und LEERE in spiritueller Literatur ertragen müssen. Tolle räumt mit der spirituellen Begrifflichkeit durchaus originell auf. Diese „begrifflichen Wahrheiten jenseits von Konzepten“ haben bei Tolle eine überraschende Stimmigkeit und sind befreiend!

Solche Klarstellungen sind z.B.

  • die Unterscheidung zwischen LEBEN und Lebenssituation
  • der WAHNSINN des menschlichen Verstandes
  • die Unterscheidung zwischen der horizontalen Dimension von Raum und Zeit und der vertikalen Dimension des zeitlosen Jetzt
  • äußerer und innerer Körper
  • Vergebung jenseits des Verstandes
  • Energiefelder und Schwingungsfrequenzen / Bewusstseinsfrequenz
  • RAUM und NICHTS
  • Schmerzkörper und erwachte Beziehungen
  • GNADE, Hingabe und (Zu-) Loslassen

Ein paar Kostproben aus dem Buch:

Die meisten Menschen sind immer noch im Griff des Ego-Bewusstseins: mit ihrem Verstand identifiziert und vom Verstand bestimmt. Wenn sie sich nicht rechtzeitig von ihrem Verstand befreien, werden sie von ihm zerstört. Sie werden immer mehr Verwirrung, Konflikt, Gewalt, Krankheit, Verzweiflung und Wahnsinn erleben. Der Ego-Verstand ist jetzt mit einem sinkenden Schiff vergleichbar. Wenn der nicht abspringst, wirst du mit dem untergehen. Der kollektive Ego- Verstand ist das gefährlichste, wahnsinnigste und zerstörerischste Wesen, das je diesem Planeten bewohnt hat. Was glaubst du, wird auf diesem Planeten geschehen, wenn das menschliche Bewusstsein sich nichts geändert? (S. 113)

Vergebung bedeutet, dem Leben kein Widerstand zu bieten – dem Leben zu erlauben, durch dich zu leben. Die Alternativen sind Schmerz und Leiden, ein stark eingeschränkter Fluss der Lebensenergie und in vielen Fällen körperliche Krankheit. In dem Moment, wo wir wirklich vergibst, hast Du deine Kraft vom Verstand zurückgefordert. Nichtvergeben ist das eigentliche Wesen des Verstandes, sowie das vom Verstand geschaffene falsche Selbst, das Ego, nicht ohne Zwietracht und Konflikt überlegen kann. Der Verstand kann nicht vergeben. Das kannst nur du. (S. 131)

Das Bewohnen deines Körpers schützt dich nicht durch das Errichten eines Schutzschildes, sondern erhöht die Schwingungs-Frequenz deines gesamten Energiefeldes, so dass alles, was auf einen niedrigeren Frequenz schwingt, wie Angst, Wut, Depression usw. nun sozusagen in einer anderen Art von Realität existiert. Es betritt dein Bewusstseinsfeld nicht mehr, und wenn doch, brauchst Du kein Widerstand zu leisten, denn all das geht direkt durch die hindurch. (S. 134)

Der größte Katalysator für Veränderung in einer Beziehung ist das totale Annehmen deines Partners oder deiner Partnerin, so wie sie sind, ohne das Bedürfnis, sie wie auch immer zu verurteilen oder zu verändern. Das bringt dich sofort in einen Raum jenseits des Ego. Dann sind alle Kopfspielchen und abhängigen Klammerreien vorbei. Es gibt keine Opfer und Täter mehr, keine Ankläger und Angeklagte. Auch alle Co-Abhängigkeit findet hier ihr Ende, alle Verwicklungen in die unbewussten Muster des anderen, die dadurch unterstützt werden. Ihr werdet euch dann entweder – in Liebe – trennen oder miteinander  noch tiefer in das Jetzt, in das Sein eintauchen. Kann das so einfach sein? Ja. So einfach ist.
(S. 163 f.)

Mein Fazit: Das Buch ist Pflichtlektüre! Ich glaube zwar, dass mit dem Buch noch lange nicht alles gesagt ist, doch es ist GRUNDLEGENDES gesagt. Vor allem jedem Meditations-Schüler und -Praktizierenden empfehle ich das Buch. Es ist auch eine Landkarte in die STILLE- und SEELEN-Meditation.

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Ich habe für meinen IMPULS-Brief ein längeres Zitat aus dem Buch als PDF unter dem Titel bereit gestellt: Menstruation als Möglichkeit der Erleuchtung

OSHO: Meditationsführer

Ich lerne OSHO (1931 – 1990) immer mehr zu schätzen! Seine einfachen und klaren Worte bewegen mich immer wieder. Was für mich besonders wichtig ist: Raus aus Konzepten, rein in Erfahrungen!

„Ich lehre euch keine Philosophie, ich teile nur meine Wahrheit mit euch. Fragt nicht nach Definitionen. Wenn ihr mutig seid, macht den Sprung in die Erfahrung, die euch hier zugänglich gemacht wird: Wagt den Sprung in die Meditation – dann werdet ihr es wissen!“ (OSHO)

Oshos Buch „Meditationsführer. Mit 60 Meditationstechniken“ ist (mit Abstand) das beste Mediationsbuch, das ich kenne. OSHO selbst ist ein Mystiker ist Meister der Meditation. Er hat uns wundervolle aktive Mediatationen hinterlassen, Bewegung in die Mediation gebracht, durch meditatives Schütteln, Tanzen. Meditation soll einen ja nicht in eine neue Trance versetzen, sondern aufrütteln, wach machen!

Es geht einfach nur darum, dass man nichts wie im Schlaf tut. Dann ist alles Meditation – egal, was du tust. (S. 21)

Meditation ist, das Leben WACH und als ZEUGE zu führen. OSHO benennt die drei Grundelemente der Meditation (S. 59):

Meditation setzt drei wesentliche Dinge voraus, die von der Methode ganz unabhängig sind, aber diese wenigen Grundelemente müssen bei jeder Methode vorhanden sein.
Das erste ist ein entspannter Zustand: Kein Kampf gegen Gedanken, keine Kontrolle der Gedanken, keine Konzentration.
Zweitens: beobachte mit entspannter Wachheit alles, was vor sich geht, ohne dich einzumischen. Schaue einfach still dem Kopf zu.
Und drittens: kein Urteil, keine Wertung.
Das sind die drei Dinge: Entspannung, Beobachten, kein Werturteil. Dann wird sich allmählich große Stille auf dich herab senken. Jede Bewegung in die hört auf. Du bist – aber ohne jegliches Gefühl von „Ich bin“ – nur reiner Raum. Es gibt 112 Meditationstechniken. Ich habe über sie alle gesprochen. Sie sind im Aufbau unterschiedlich, aber die Grundlage bleibt bei allen immer gleich: entspannt sein, achtsam sein, nicht werten. (S. 59)

Ich denke, schon das Inhaltsverzeichnis in den  fünf Teilen
zeigt den Umfang dieses außergewöhnliche Meditationsführers:

Teil I: Das Wesen der Meditation
Teil II: Die Wissenschaft der Meditation
Teil III: Die (60) Meditationen
Teil IV: Hindernisse für die Meditatuion
Teil V: Fragen und Antworten über Meditation

Ganz besonders schön finde ich den Abschnitt „Liebe, der Duft der Meditation“, in dem er schreibt:

Wer meditiert, wird früher oder später auf die Liebe stoßen. Wenn deine Meditation an Tiefe gewinnt, wirst du früher oder später eine so tiefe Liebe empfinden, wie du sie nie zuvor erlebt hast. …
Wenn Liebe in den richtigen Bahnen verläuft, macht sie uns meditativ. Wenn Meditation in den richtigen Bahnen verläuft, macht sie uns liebevoll. …
Lass dich zunächst auf Meditation ein, denn Liebe entsteht aus Meditation. Sie ist der Duft der Meditation. …
Und dann wirst du plötzlich merken, dass der Duft da ist. Dann ist Liebe ewig, dann ist sie bedingungslos. (S. 27 f)

Mein Fazit: Manche bezeichnen das kommende Zeitalter nicht Informations- oder Bewusstseinszeitalter, sondern Intuitionszeitaler. Unsere Intuition lernen wir aber nur über Meditation. Meditation ist der Schlüssel für das kommende Zeitalter. Wer nicht gelernt hat zu meditieren, der wird keinen Zugang zum neuen Zeitalter finden. OSHOS Buch selbst ist ein Schlüssel dafür, Pflicht für jeden Lehrer oder Schüler der Meditation.

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Paul Ferrini: Nach Hause kommen

Es ist ein ganz anderes Buch von Paul Ferrini. Fast hätte ich es verpasst! Es ist sehr persönlich, SEHR. Er lässt uns zu ihm „nach Hause kommen“:

„‚Nach Hause kommen‘ enthält einige Inspirationen und Einblicke, die ich erhielt, als eine wichtige Beziehung in meinem Leben endete und der Samen einer anderen gesät waren. Dieses Buch enthält auch einige Gedichte, die, wie ich hoffe, ein emotionales Gegenstück zu meiner Prosa liefern.
Ich habe schon immer in meinen intimen Beziehungen mehr als in irgendeinem anderen Bereich meines Lebens gelernt. Einige dieser Lektionen waren schwierig und schmerzhaft, aber am Ende haben sie mir alle dabei geholfen, mein Herz zu öffnen.“
(S. 7)

Das Buch war für mich eine große Befreiung! Paul Ferrini ist als spiritueller Meister ein Botschafter der Liebe und Partnerschaft, den ich SEHR schätze. Da stellt sich schon die Frage: Und wie „funktioniert es“ bei Paul Ferrini selbst?

Das Buch gibt EINBLICKE auch in SEINE schwierigen und schmerzhaften LEKTIONEN DER LIEBE. Nicht nur offenbart sich Paul Ferrini dadurch selbst zu einem an der Liebe leidenden Wesen. Das eigene Leiden relativiert sich; ich bin nicht so einer, der es wohl nie lernt.

Das Buch – anders als die anderen – enthält jetzt keine „12 Schritte zu …“ oder ein komplettes „Programm für spirituelle Meisterschaft“, auch kein Übungsprogramm.
Es komm leiser, tiefer und persönlicher. In 14 kleinen Prosa-Artikeln und 25 Gedichten berührt es unser Herz „für die Lektionen der Liebe“.
Was mich besonders freut: Ich habe Paul Ferrini bisher immer so verstanden, dass er nicht an die „Seelenpartner“ glaubt. Hier lese ich erste Bekenntnisse von ihm dazu. JA!

Das Büchlein (135 Seiten) darf „eigentlich“ von keinem Ferrini-Freund ungelesen bleiben,
sonst fehlt einem die „Innenseite“. Es eignet sich auch sehr zum gegenseitigen Vorlesen.

Gerne zitiere ich ein Gedicht als Anreiz:

Das Treffen

Ich wusste immer, dass du zu mir kommen würdest
und dass ich dich erkennen würde, wenn du kommst.

Ich wusste, ich würde mich selbst sehen,
wenn ich in deine Augen blicke,
und dein Herz schlagen hören,
wenn ich deine Hand in meine nähme.

Weißt du, für mich bist du keine Fremde.
Ich kenne dich seit Langem schon.

Und nun, durch eine außergewöhnliche Gnade,
kann ich kaum begreifen, dass du vor mir stehst.

Ich grüße dich, meine Liebe.
Ich feiere dieses Treffen von Innen und Außen,
von Herz und Verstand, von Körper und Geist.

Alles, was getrennt und auseinander war
ist nun wieder zusammen gefügt.
Zwei wurden zu Einem.

Himmel und Erde sind vereinigt.
Mensch und Gott berühren sich.
Was immer wahr gewesen ist, ist nun wahr in uns.

Wir danken.
Möge das, was uns segnet,
alle Lebenwesen segnen.

(Seite 133 f.)

Von NIRGENDWO jetzt also NACH HAUSE KOMMEN.

Eine kurze Lesung aus dem Buch:

 


Bestellmöglichkeiten des Buches bei AMAZON: Nach Hause kommen: Unser Herz für die Lektionen der Liebe öffnen

>> Mehr über Paul Ferrini

Paul Ferrini: Unterwegs nach Nirgendwo

Es ist mir ein besonderes Zeichen, dass sich mir bei der ersten Besprechung meines neuen Buch-Blogs Paul Ferrinis Buch „Unterwegs nach Nirgendwo“ angeboten hat!

Das kleine Büchlein (172 Seiten) ist durchaus von der Qualität des Buches JETZT!-Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle. Okay, ich werde jetzt nicht weiter vergleichen!
Es geht jedenfalls um das gleiche Thema: ganz und gar im AUGENBLICK zu leben, auf dem Weg nach NIRGENDWO (NOW HERE) zu sein, im JETZT und HIER.

„Ich gehe diesen Weg nur, weil er sich vor mir ausbreitet …
Ich bin mir nicht wirklich sicher, wohin er führt.“ (S. 9)
„Der ‚Weg ins Nirgendwo‘ ist der Weg zu deinem Herzen.“ (S. 11)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Worte es bedarf (und Paul Ferrini ist dabei noch sehr zurückhaltend!), um den „Weg“ ins Hier und Jetzt zu beschreiben. Ist es wohl doch die „schwierigste“ und vielleicht auch einzig wahre spirituelle Übung, um in den Prozess des Lebens selbst zu kommen. Denn unser oberflächliches Leben spielt sich in der Vergangenheit (Verhaltensmuster, Wahrnehmungsfilter) und in der Zukunft (Befürchtungen) ab, nur nicht gelassen, entspannt und friedfertig in dem Augenblick, in dem das EIGENTLICHE Leben stattfindet.

Das Hindernis, einfach nur im Hier und Jetzt zu leben, ist das EGO, das „falsche“, getrennte SELBST. Das Leben aus dem EGO heraus aber kann nicht funktionieren! (Doch es gibt eine verblüffende Lösung:)

„Nichts funktioniert auf dem ‚Weg ins nirgendwo‘, außer, du gehst davon aus, dass es nicht funktioniert. Dann funktioniert es.“ (S. 20)

Ich habe kaum ein Buch gelesen, dass so sanft und liebevoll mit dem (in der spirituellen Szene so verhassten) EGO umgeht. Ja, Paul Ferrinis Buch kann man auch lesen als Aufforderung: Raus aus dem EGO-Spiel! Raus aus dem Selbstbetrug, der Lieblosigkeit, dem Starrsinn, der Scham, den Schuldgefühlen, der Wertlosigkeit, der Angst, den Urteilen, den (Partner-) Konflikten.

„Liebe dein Ego, dein wütendes verletztes Kind,
deinen inneren Teufel, deine Fähigkeit
zu lieblosen Gedanken und Taten –
sonst wirst du niemals Ganzheit erfahren.“
(Aus dem Kartenset mit Paul Ferrini „IST DIE TASSE VOLL …)

Der Ursprung des EGO ist der Schmerz der Trennung (letztlich von Gott). So ist die Überwindung dieser Trennung (das Ende des EGO als getrenntes Selbst) auch nicht der Weg in die Hölle, sondern ganz im Gegenteil:

„Sobald du die Wahrheit erreichst, stirbt das Ego, weil es nicht mehr Fuß fassen kann. Aber das Ego ist nicht ausgelöscht worden. Es stirbt und wird zur Wahrheit, es stirbt in die Wahrheit hinein. Es gibt auf. Das ist kein schmerzvoller Vorgang, sondern ein ekstatischer.“ (S. 53)

Ich habe eine Sammlung solcher Weisheits-Zitate aus dem Buch erstellt, die vielleicht einen „Geschmack“ auf die Tiefe seines Inhalts geben:

>> Weisheitszitate aus dem Buch (20 Seiten), zusammengestellt von Jürgen Schröter

Doch das Buch ist durch kein Exzerpt in seiner Essenz zu fassen. Es enthält kein Wort zu viel, ist ESSENZ SELBST. Das Buch ist eine Meditation. Jede Seite, jeder Abschnitt offenbart neue Lebens-Impulse für ein Leben im Hier und Jetzt, für den Weg des Lebens im PROZESS DES SEINS. Es ist nicht nur ein Buch in die Mystik des Lebens, sondern auch (nahezu) eine Pflichtlektüre für Menschen auf dem Weg ihrer Berufung:

„Hier sind meine Fähigkeiten.
Nutze sie, wenn du willst,
um dich um unser gemeinsames Wohl zu kümmern.
Ich vertraue dir völlig,
dass du mich fair und respektvoll honorierst.“ (S. 125)

>> Mehr über Paul Ferrini

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