Günther Schiwy: Teilhard de Chardin (2 Bände)

Untertitel: Sein Leben und seine Zeit

Das zweibändige Werk ist eine herausragende Biographie Pater Pierre Teilhard de Chardins, die zu dessen 100. Geburtstag 1981 erschien. Der Autor war seit 1979 auf den Spuren Teilhards in Frankreich, ihm wurden alle Türen geöffnet, nicht nur um diese Biographie zu schreiben. Ihn sollte Leben und Werk von Teilhard de Chardin mehr als die nächsten 10 Jahre intensiv beschäftigen. Er hat ausgewählte Texte von Teilhard aus den Essays und Briefwechsel zum Teil neu übersetzt, kommentiert  und herausgegeben, wie „Das Herz der Materie“. Günther Schiwy hat sich nicht nur mit dieser Biographie große Verdienste erworben, das Interesse an Teilhard de Chardin in den 80er im deutschsprachigen Raum wieder aufleben zu lassen. Der Autor hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass nach der vollendeten deutschsprachige Werkausgabe von Teilhard de Chardin Anfang der 70er Jahre mit der Biographie abgerundet werden konnte.

Wenn jemand den Jesuitenpater Teilhard am besten verstehen sollte, dann selbst ein Jesuit und Priester wie der Autor. Doch mehr noch. Teilhards größtes Problem war wahrscheinlich nicht der Konflikt mit seiner Kirche und seinem Orden, sondern der Konflikt in seiner Liebe zum Weiblichen und zu Frauen. Der Biograph Günther Schiwy selbst hat diesen Konflikt erlebt und nicht anders lösen  können als aus dem Jusuitenorden auszutreten, das Priesteramt niederzulegen und seine geliebte Frau zu heiraten. Das spricht für ihn als DEN deutschsprachige Biograph, der sich in das Innenleben Teilhards einfühlen konnte wie kein anderer. Als später weitere Briefe auftauchten, gab Schiwy einen die Biographie ergänzenden Band heraus „Eine heimliche Liebe. Lucile Swan und Teilhard de Chardin“ (2005) – zu Teilhards 50. und Luciles 40. Todestag, sehr mitfühlend für dies erotische, aber sexuell unerfüllte Liebe.

Wenn man sich tiefer mit Teilhard de Chadin beschäftigen will, kommt man an dieser Biographie nicht vorbei. Der erste Band endet 1923 vor Teilhards ersten Reise nach China: Er ist als Mystiker an der Front des ersten Weltkrieges erwacht, war tief berührt von der Liebe zu einer Cousine, hatte das erste Essay zum „Ewig-Weiblichen“ verfasst, seine auch wissenschaftliche Ausbildung in Paris beendet, war zum Propheten einer Neuen Menschheit, aber auch einer Neuen Theologie gereift. Der Autor geht den vielen Einflüssen nach, die Teilhard und seine „prophetische Sprache“ geprägt haben.

Den zweiten Band ab 1923 bis zu seinem Tod 1955 stellt vor allem die Gespräche, die Teilhard gesucht hat, auch und gerade mit Andersdenkenden, dabei auch in sehr intimen Gesprächen mit Frauen. Dem Biographen Günther Schiwy ist es gelungen, dem Leser das innere Leben von Teilhard de Chardin zu öffnen.

Beide Bände zusammen genommen haben einen Umfang von ca. 650 Seiten und sind reichlich bebildert. Ich will seine Hommage an den französischen Biographen zitieren: „Für hilfreiche Anteilnahme danke ich vor allem Claude Cuénot, dem ersten und unüberholbaren Biographen Teilhards, ferner den Freunden Teilhards, die mir Erinnerungen und Bildmaterial überlassen haben.“ (Bd. 2, S. 290)

Zu erwähnen ist, dass es dazu auch eine gekürzte Taschenbuch-Ausgabe (dtv) aus dem Jahre 1985 gibt, ohne Bildmaterial und um ca. die Hälfte gekürzt.

 

Günther Schiwy: Der kosmische Christus

Untertitel: Spuren Gottes ins Neue Zeitalter

Zunächst ein paar Worte zum Autor: Er hat sich als deutscher Biograph von Teilhard de Chardin einen Namen gemacht. 1981 erschien zu dessen 100. Geburtstag die zweibändige Biographie „Teilhard de Chardin. Sein Leben und seine Zeit“. Doch seine Arbeit für das Bekanntwerden von Teilhard im deutschsprachigen Raum ging weit über die Teilhard-Biographie hinaus. Er veröffentliche ausgewählte Werke von Teilhard und war zum Teil mit verantwortlich dafür, dass Bücher oder Briefwechsel überhaupt ins Deutsche übertragen wurden.

Er hatte mit den Vorbereitungen „auf den Spuren Teilhards in Frankreich“ 1979 begonnen und mit diesem Werk „Der kosmische Christus“ nach 10 Jahren den Höhepunkt seiner Arbeit der Öffentlichkeit vorgelegt. 1989: als der Ostblock durch Gorbatschows „Peristroika“ zusammenbrach und ich die Mauer in Deutschland fiel.

Günther Schiwy war – wie Teilhard de Chardin – selbst Jesuit und Priester, im Gegensatz zu ihm hat er 1970 seinen Orden verlassen, um seine geliebte Frau heiraten zu können. Ihm ging die Liebe vor der Ordensdiziplin des Zölibates. Als dann 1982 die ersten New-Age-Bücher vom „Neuen Wassermann-Zeitalter“ kündeten, zeigte er dafür Sympathie. Er wusste darum (wie Teilhard de Chardin), dass sich das Christentum erneuern musste – und sah in der New-Age-Bewegung das Aufkommen einer „Neuen Spiritualität“. Der Gest des neuen Zeitalters würde aber der GEIST GOTTES sein. Ja, er fand immer mehr Zugang auch zu der Vorstellung, dass diese „Neue Spiritualität“ und das erneuerte Christentum im Kern weiblich sein müsste.

Von seinen Kritikern, den christlichen Theologen, wurde er (krass ausgedrückt) als Verräter angesehen und nur noch als „New-Age-Anhänger“ gewertet. Zwei Jahre vor „Der kosmische Christus“ war sein Buch „Der Geist des Neuen Zeitalters“ (> meine Buchbesprechung) noch der Aufruf zu lesen, dass diese beiden Strömungen im Sinne einer „Neuen Spiritualität“ zusammenarbeiten sollte.

Dieses Buch von 1989 lässt diesen Streit jetzt fallen (es ist keine Streitschrift mehr), sondern ist ein offenes Bekenntnis von Günther Schiwy für den Kosmischen Christus. „Ich schreibe das Buch als Zeugnis meines eigenen Glaubens an den Kosmischen Christus, eines Glaubens, der sich als Niederschlag meines religiösen Lebens mit der Zeit herausgebildet hat.“ Hier zeigt er sich als Schüler Teilhards zur Entwicklung von dessen Lehre.

Die „schönste Entdeckung“ bei Teilhard de Chardin ist für ihn „Das Ewig-Weibliche“, in den Worten Teilhards: „Eines Tages wird nur noch ‚das Ewig-Weibliche‘ bleiben, der einende Zauber des totalen Christus.“ (15. März 1918), im Buch S. 32.

Und Günther Schiwy schreibt für sich selbst:

Für mich gab es da erstaunlicherweise keine Widersprüche: die Liebe zu meiner Frau erfuhr ich zugleich als Liebe zum Ewig-Weiblichen und darin zum Kosmischen Christus – heute kann ich es so formulieren. (S. 33)

Als Liebender hat er so auch einen tieferen Zugang zu Teilhard:

Er, auch Priester und Jesuit, ist es zwar bis an sein Lebensende geblieben. Nichtsdestotrotz hat er auch erlebt, wie die gleiche Anziehungskraft, die man als Priester dem Kosmischen Christus gegenüber verspürt, durch die Liebe zu einer Frau verstärkt wird. Teilhard hat sogar den Kosmischen Christus erst durch die Liebe einer Frau für sich entdeckt, und hat sein Leben lang nicht ausgehört, über das Verhältnis des Kosmischen Christus zum Ewig-Weiblichen nachzudenken, mit dem Ergebnis, daß er das Ewig-Weibliche sprechen läßt: „Ich bin der anziehende Reiz Christi; ich bin Christus.“ (S. 33 f.)

Der Autor geht diesem „Ewig-Weiblichen“ auch im Alten Testament nach und findet in SOPHIA des Gottes Geistin. Die Weisheit des Göttlichen ist weiblich. Hier wird seine Christologie feministisch.

Jesus ist die Offenbarung der Geistin Gottes, der Gegenwart Gottes in der Schöpfung. Jesus ist als „der Herr“ auch „der (das) Geist(wesen)“ selbst, er ist die menschlich und kosmosgewordene Liebe Gottes.“ (S. 57)

Das Buch geht der Idee des Komischen Christus bei Mystikern, Religionen, Philosophen und Dichtern nach. Er stellt die Frage:

Wenn Gott als der Kosmische Christus, der wiederum die Weltwerdung der göttlichen Sophia, der Weisheit, ist, die Welt erfüllt: Muß dann nicht der menschliche Geist, wenn er sich in letzter Anstrengung um den letzten Grund dieser Welt bemüht, auf den Kosmischen Christus stoßen? (S. 107)

Er findet in dieser Frage auch Berühungspunkte von Teilhard de Chardin (über Edouard Schuré) zur Esoterik der theosophischen Gesellschaft und zur Christologie von Rudolf Steiner bis hin zur Findhorn-Bewegung und zitiert die Christosophie von Arthur Schult.

Als „Finale“ zum Buch möchte ich noch den Satz zitieren:

Die Spuren Gottes, die wir als Spuren des Kosmischen Christus in Geschichte und Gegenwart ausfindig gemacht haben, weisen in die Zukunft, in ein Neues Zeitalter, das mehr als andere vor ihm ein mystisches Zeitalter sein wird. (S. 148)

Es erinnert mach an den Satz: „Die Zukunft der Menschheit wird spirituell sein, oder sie wird nicht sein.“ (Den Urheber weiß ich aber nicht mehr.)

Raimund Badelt: Energie Liebe

Untertitel: Teilhard de Chardin – ein Mystiker der Evolution

Als ich das Büchlein in meinem Briefkasten gefunden hatte, öffnete ich es direkt neugierig, wie ich es mit allen zugesendeten Büchern tue. Es nahm mich direkt in Bann – zwei Stunden später hatte ich es nahrzu „atemlos“ zu Ende gelesen, so fesselte es mich.

Das Büchlein (erst 2017 erschienen!) ist nicht eine weitere Einführung in das Werk Teilhards, sondern eine ganz besondere: Es ist der Bd. 77 der „Ignatianischen Impulse“, die also in der Tradition des Ignatius von Loyola, dem Gründer der Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ), der später als „Jesuitenorden“ bekannt wurde, dem Teilhard selbst angehörte.

Als erstes hat mich dieser sehr wohlwollende Umgang eines „Glaubensbruders“ im Geiste des Ignatius überrascht. Bisher schien es mir, Teilhard hätte sehr unter dem „Kadavergehorsam“ seines Ordens gelitten. Das Lesen des Büchleins hat meine Wahrnehmung deutlich zurecht gerückt! Teilhard war kein Ego-Autor, der Zeit seines Lebens noch zum Weltbestseller werden wollte. Er wusste Mut und Demut in Balance zu halten und vertraute auf die langfristige Wirksamkeit seines Werkes (das immer wieder „Auferstehung“ erfährt).

Es ist einfach wohltuend zu wissen, dass Teilhard auch im Kreise der „Gesellschaft Jesu“ seine Anerkennung gefunden hat. Der Autor schreibt im Vorwort:

Im Bereich der Religion dauert es bekanntlich etwas länger als im Bereich der Naturwissenschaft, bis sich neue Erkenntnisse duchsetzen; die Pioniere werden leicht zu Opfern – aber im Christentum gehören Tod und Auferstehung ja bekanntlich zusammen. (S. 8)

Der Autor schließt die das Vorwort mit dem Satz: „Die Thematik ist heute aktueller denn je.“ (S. 8)

Das zweite, das mich in dem Büchlein überrascht hat: Ignatius war in gewissem Sinne gar ein Vordenker und Wegweiser von Teilhard. Dessen Exerzitien regen an, die Natur mit Staunen zu begegnen, hierin das Göttliche zu erkennen. Gott wirke durch die Natur im Menschen; er lade den Menschen zur Kooperation in der immerwährenden Schöpfung ein. (S. 32) Teilhard hatte nie etwas an der Lehre des Ignatius zu kritisieren, hat dessen Schöpfungs-Spiritualität nur mit dem Gedanken der Evolution erweitert. Teilhard war kein heimlicher Rebell mit der Faust in der Tasche. Er war ein Jesuit und Wissenschaftler durch und durch. Diese beiden Welten IN SICH zu vereinigen, war Herkulesarbeit genug.

Das dritte, was mich an dem Büchlein überrascht hat: Es hat mich in das HERZ von Teilhard geführt. Man kann die Werke von Teilhard von außen  betrachten und analysieren. Man kann das Werk aber auch von innen wahrnehmen, in der „Konspiration“ mit Teilhard selbst. Dieses Wunder vermag das Büchlein, wenn der Leser dazu bereit ist.

Teilhard fasziniert mich, weil ich in unserem UNI-Versum auch den LEIB CHRISTI SEHE, den „kosmischen Christus“. Ich sage es einmal provokant: Das ist EIN GLAUBE. Doch ich habe durch das Büchlein viele Einzelheiten der Lehre des Teilhard erst wirklich „verstanden“, den Zugang dazu erhalten. Obwohl ich katholisch erzogen wurde, Messdiener war und zur Kommunion gegangen bin, habe ich durch das Büchlein die „Bedeutung der Eucharistie“ erst wirklich verstanden (und anderes!).

Nach dem Lesen dieses Büchleins würde ich es jedem ans Herz legen, der sich den Werken Teilhard de Chardins wieder nähert. Es erlaubt, Teilhard „von innen“ zu lesen, von Herz zu Herz. Einen besseren Schlüssel zu seinem Werk kann ich mir gar nicht mehr vorstellen!

Karl Schmitz-Moormann: Pierre Teilhard de Chardin

Untertitel: Evolution – die Schöpfung Gottes

Der Autor des Buches Karl Schmitz-Moormann (1928 – 1996) gehörte zusammen mit seiner Frau zu den führenden Teilhard-Spezialisten in der Welt. Sie haben auch Reisen nach China unternommen, um das umfangreiche und weit verbreitete Werk von Teilhard erst einmal für die Forschung zu archivierenund im Französischen und Deutschen herauszugeben (über 7.000 Briefe und viele Tagebücher). Sie haben an der Herausgabe der Gesammelten Werke von Teilhard de Chardin im Französischen Original mitgewirkt und viele Werke ins Deutsche übertragen. Dieses Buch ist sozusagen das geistige Erbe von Karl Schmitz-Moormann zu Teilhard de Chardin, es erschien in seinem Todesjahr 1996.

Der Autor fokussiert sich in diesem Werk weniger auf das Leben Teilhard, als vielmehr seinen fundamentalen Beitrag zu einer christlich-spirituellen Evolutions-Lehre.

Das Buch ist unter keinem Zensurdruck entstanden. Der Autor selbst hat den Bann über die Werke Teilhards durchbrochen und einen großen Beitrag zu deren Veröffentlichung beigetragen. Teilhards Werke sind Zeit seines Lebens (bis 1955) zum Druck vom Jesuiten-Orden und Rom nicht zugelassen worden. Das Buch von Karl Schmitz-Moormann hat hier eine Offenheit und Tiefe, die ich bei Teilhard in seinen bekannten Werken (wie „Der Mensch im Kosmos“) so gar nicht gelesen habe. Mir kommt das Buch vor wie eine konzentrierte Einführung in das wirklich revolutionäre Wesen der Werke von Teilhard de Chardin. (Was das Buch etwas schwerer zu lesen macht: Die Literaturverweise beziehen sich meistens – übersetzt – auf die Originalbände in französischer Sprache. Es ist nicht leicht, die Zitate in den später erschienenen deutschsprachigen Werken nachzulesen.)

Zitate aus dem Buch:

Der Autor macht keinen Hehl daraus, dass die mystischen Erfahrungen von Teilhard seinen Erkenntnissen voraus gegangen sind:

Wenn es richtig ist, dass nur ein Mystiker ein kreativer Theologe sein kann, dann waren die mystischen Erfahrungen der Urgrund, aus dem die Theologie Teilhards erwuchs, und man darf vielleicht mit Recht sagen, daß er sein ganzes Leben lang darum gerungen hat, diese mystische Erfahrung, in der Christus als das Herz der werdenden Welt aufleuchtete, als das Zentrum, zu dem alles werthafte Sein hinstrebt, als der mystische Leib, in dem alles seinen Weg zu Gott findet, in einer christozentrischen Theologie zur Assage zu bringen. (S. 15)

Die zwei Welten, die Teilhard verbunden hat, Glauben und Wissen:

Entweder lebte man in zwei Welten: der Welt des Glaubens und der wirklichen Welt der wissenschaftlichen Erfahrung, oder aber man musste versuchen, die erfahrene Welt als die Schöpfung zu begreifen, die wir im Glauben bekennen. Teilhard ist rückhaltlos diesen zweiten Weg gegangen, er hat die Welt ernst genommen als die Wirklichkeit, die uns aufgegeben ist und in der die Menschen ihren Weg zu Gott als dem Schöpfer dieser Welt finden müssen. (S. 22)

Die Entfaltung der Seele aus der Materie als Kraft der Konzentration:

Teilhard lässt kein Zweifel daran, daß dies nicht nur eine Metapher ist: „Die Seele ist auf allen ihren Stufen, der atomaren, der vegetativen, der sensitiven und der vernünftigen, aus dieser fortschreitenden Konzentration des anfänglichen Staubs entstanden. Die Beseelung ist der Vereinigung proportional.“ Allerdings darf man nicht dem materialistischen Reduktionismus verfallen, der glaubt, weil man einen Aspekt des Werdens der Seele kennt, nämlich die Vereinigung materieller Elemente, würde damit die Seele umfassend beschrieben. (S. 35 f.)

Das Entfaltete erklärt den Anfang:

Dabei geht Teilhard von der Grundhypothese seines Denkansatzes aus, daß nämlich nicht die Anfänge die Erklärung für das Gewordene zu liefern vermögen, daß vielmehr das Gewordene ein Verstehen der Anfänge ermöglicht. Mit anderen Worten, nicht der Urknall, der Big Bang, ist der Schlüssel zum Verständnis des Universums, der Evolution, sondern der zuletzt gewordene Mensch. (S. 44 f.)

Vom SEIN zum WERDEN:

Damit Gott personal existiert, braucht er ein Gegenüber. Gott muss die Welt schaffen, um ein Gegenüber zu gewinnen, das ihn in seiner Personalität konstituiert. Es ist evident, daß damit die Transzendenz Gottes, seine Unabhängigkeit von der Schöpfung und die Freiheit des Schöpfungshandelns in Frage gestellt wird. … Teilhards Vision des sich in der liebenden Vereinigunbg der drei göttlichen Personen trinitarisch darstellenden Gottes transzendiert die Welt, die aus seinem freien SChöpfertum heraus sich auf den langen Weg des Werdens begeben hat. (S. 57 ff.)

Claudi Alsina: Der Satz des Pythagoras

Untertitel: Die Heilige Geometrie von Dreiecken

Ein ganzes Buch nur über den Satz des Pythagoras?!

Ja, und dieses Buch wird diesem größten Lehrsatzes in der Mathematik auch gerecht. Der Leser bekommt eine Ahnung, wie bedeutsam der Satz wirklich war und ist – nicht nur für Geometrie-Prüfungen in der Schule. Dabei ist es gar keine Frage mehr, dass Pythagoras es nicht selbst war, der den Satz entdeckt hat. Er ist sicher älter und von den Babyloniern und Ägyptern übernommen. Doch es ist das Verdienst des Pythagoras, diesen Satz in seiner Allgemeinheit als erster wissenschaftlich bewiesen zu haben.

Pythagoras war es, „der begriff, dass die Gewissheit von Behauptungen auf Beweisen gegründet werden musste, bevor man sie für weitere logische Demonstrationen verwenden konnte, und das tat er auch, sogar noch vor Euklid, dem großen Sammler und Neuordner der klassischen Mathematik.“ (S. 13)

Wir sind hier an der ursprünglichen Schnittstelle bei Pythagoras von Zahlenmystik und Mathematik als Wissenschaft. Das griechische Wort „mathema“  meinte ursprünglich ganz allgemein „das, was gelehrt wird“ (S. 22) und „mathematikoi“ (von Pythagoras selbst geprägt) „jene, die an Wissen interessiert sind“ (S. 34). Für Pythagoras waren die Weisen und Wissenden alle, die hinter der Erscheinung der Dinge die Ordnung der Zahlen und die Harmonie von Zahlenverhältnisse entdeckt haben. Bei Pythagoras waren mystische Weisheit und exakte Wissenschaft noch ein und dasselbe. (Sein Credo: „Alles ist Zahl.“) Auch unser gängiges Wort „Arithmetik“ von „arithmos“ (Zahl) und „techne“ (Wissenschaft) heißt nichts anderes als Zahlenwissenschaft. (S. 126) Es ist in diesem Zusammenhang auch gut zu wissen, dass das lateinische Wort „Quantum“ nichts anderes als „Zahl“ heißt. Quantenphysik als Zahlenphysik?! Da öffnen sich noch Horizonte!

Das, was wir heute als „Satz des Pythagoras“ kennen, war ursprünglich ein rein praktisches Wissen, wie man im Bau rechte Winkel ohne Zirkel und Dreieck konstruiert. (Geodreiecke und Zirkel gab es damals noch nicht im Schreibwarengeschäft um die Ecke zu kaufen – kleiner Scherz …)

Wir wissen, wie wichtig die Zahlen 3, 4 und 5 in der Zahlenmystik des Pythagoras sind. Und plötzlich erkennt er: 3 hoch 2 (3×3 = 9) plus 4 hoch 2 (4×4 = 16) gleich 5 hoch 2 (5×5 = 25) – und kann diese verblüffende Gleichung noch als rechtwinkliges Dreieck darstellen. Das ist ein sogenanntes „Pythagoreisches Tripel“. Von dieser ersten Formel bis zur uns bekannten Verallgemeinerung a Quadrat plus b Quadrat gleich c Quadrat … ist noch ein weiter und genialer Weg! Zu bedenken ist auch: Es gab damals in Griechenland noch keine arabischen Ziffern, keine Algebra und nur ganze Zahlen (auch in Brüchen).

Das Buch stellt einige weitere „wunderbare Beweise“ (S. 45 – 52) dar (auch von Leonardo da Vinci), die zeigen, dass dieser „berühmteste Lehrsatz der Geschichte“ (S. 39) alles andere als Pipifax ist. Das Buch zeigt auch auf, wie aus dem Satz des Pythagoras auch die erste irrationale Zahl „Wurzel aus 2“ (= 1,41421 … oder PI) entwickelt wurde, der Albtraum des Pythagoras: Disharmonie statt purer Harmonie ganzer Zahlen.

Der Autor geht in dem Buch alle theoretischen und praktischen Anwendungen des Satz des Pythagoras nach, für den Leser ein AHA! und WOWW! nach dem anderen.

Für die weite Auswirkung des Pytagoreischen Satzes schreibt der Autor S. 57:

Also ist der Satz des Pythagoras auch für die Topographie, Karthografie, Flug- und Schiffsnavigation und natürlich auch für die Architektur, das Ingenieurwesen und jede Art von Tätigkeit, die Messungen erfordert, von Bedeutung.

Und zusammenfassend mit einem Augenzwinkern S. 103:

Wenn es jedoch so erscheint, als wollten wir etwas anderes behaupten, sei gesagt, dass man auch ohne Kenntnis des Pythagoreischen Satzes leben kann. Seine Präsenz in beinahe jedem Winkel des menschlichen Denkens (schöne subtile Formulierung, Hervorhebung von mir – JS) und in vielen Bereichen der Natur ist jedoch faszinierend.

Die okkulte Pythagoreische Zahlenkunde (Zahlenmystik)

Der Autor geht in diesem Buch im Wesentlichen den fundamentalen Auswirkungen des Satz des Pythagoras in der abendländischen Mathematik nach, deutet jedoch auch die „geheimnisvoll-mystische Aura“ dieses Satzes an. Beide haben dazu geführt, dass sich im Erbe des Pythagoras dann zwei unterschiedliche Schulen entwickelten, einerseits die „Mathematiker“, die diese wissenschaftliche Seite des Pythagoras fortführten (dazu gehörten sicher auch Platon und Euklid) und andererseits die „Akusmatiker“, die die zahlenmystische Seite in Geheimen (Okkulten) fortführten. Heute würden wir sagen: die wissenschaftliche Linie und die mystisch-esoterische Linie.

„Akousmatikoi“ sind „diejenigen, die hören“ (S. 34). Ein Akusma ist ein geheimnisvoller Satz, den man nicht rational lösen kann (wie ein Koan im Zen), seine tiefe Wahrheit nur fühlen kann, indem man auf sein Inneres „hört“. Ein solches Akusma des Pythagoras lautet beispielsweise: „Was ist das Weiseste? Die Zahl.“ Oder ein anderes: „Nicht ohne Licht reden!“ Damit ist natürlich keine Kerze gemeint, sondern das innere Licht. Andere Akusmata aus den „Goldenen Versen“ klingen ohne Einweihung nur banal oder verrückt wie „Hebe keinen Kranz auf.“ (Eine kleine Sammlung solcher Akusmata im Buch S. 26)

„Akusmatiker“ sind im Sinne des Pythagoras nicht nur Hellhörige (die z.B. die Sphärenklänge der Planeten hören können), sondern die mystisch Eingeweihten der esoterischen Schule der Pythagoreer.


Im Nachwort zitiert der Autor den britischen Philosophen, Logiker und Mathematiker Bertrand Russell („Philosophie des Abendlandes“) über Pythagoras (S. 145):

„Ich kenne keinen anderen Menschen, der im Bereich des Denkens so einflussreich war wie er. Denn, wenn wir das, was wir als Platonismus kennen, analysieren, werden wir herausfinden, dass es sich im Grunde um die Lehre der Pythagoreer handelt.“

Das Buch geht zurück an die Schnittstelle von Zahlenmystik und wissenschaftlicher Mathematik in ihrem Ursprung als Arithmetik und heiliger Geometrie. Diese beiden Linien der pythagoreischen Schulen gibt es heute noch und beiden sei dieses Buch empfohlen: den Wissenschaftlern, um die zahlenmystische Essenz der Wissenschaftn zu verstehen, und den Esoterikern, um die mathematische Schönheit und Allgegenwärtigkeit der Zahlenmystik in der Wissenschaft zu verstehen. Das Buch baut Brücken zwischen Wissenschaft und Spiritualität.

Ich würde mir wünschen, dass jeder junge Mensch, der Spaß an Rechnen und Mathematik hat, dieses Buch kennt. Es kann Horizonte für Zahlenmystik und Zahlenwissenschaft öffnen.



Der Satz des Pythagoras: Die Heilige Geometrie von Dreiecken (Klick)

John Martineau (Hg.) Quadrivium

Das Buch bezieht sich auf Pythagoras, doch nicht auf seine mystischen Weisheitslehren, sondern auf den Kern seiner Wissenschaften. Als Begründer der griechischen Wissenschaften war sein Verständnis der Wissenschaft noch HEILIG („siencia sacra“).  Diese Wissenschaften sind als „Quadrivium“ (Der vierfache Weg) bekannt: 1. die heiligen Zahlen, 2. die heilige Geometrie, 3. die Spärenmusik und Harmonik und 4. die Astrologie. Dieses Buch stellt den Kern der ursprünglichen geheimen Heiligen Wissenschaften nach Pythagoras auf sehr anschauliche und moderne Weise dar.

Der Herausgeber schreibt treffend in der Einleitung:

Das Buch, das Sie in den Händen halten, ist eine seltene Schatztruhe voll traditionellem, einst geheimem, doch zu allen Zeiten nützlichem und zudem unsterblichen Wissen, das niemals veraltert. Es ist universal: Es verspricht eine magische Reise durch alle Kulturen – heilige und wissenschaftliche, heimische und fremde, antike und moderne. QUADRIVIUM ist ein Buch aus sechs Büchern – mit Themen aus der Arithmetik, Geometrie, Musik und Astrolomie. (S. 1)

In der Einführung schreibt Keith Critchlow (S. 3 – 4):

Das QUADRIVIUM wurde erstmals um 500 v.Chr. von Pythagoras als die Tetraktys formuliert und gelehrt …
Unsere Seele, deren Unsterblichkeit Sokrates in Platons PHAIDON nachwies, hat ihren Ursprungt an einem Ort vollkommener Weisheit, bevor sie im Körper geboren wird. Ziel dieser Wissenschaften war es daher, durch Vereinfachung zurück zu dieser Ganzheit zu gelangen und zwar auf der Basis des Wissens, das man durch das Studium der Disziplinen des Quadriviums erlangen konnte. Und das Ziel – seit alters her der Zweck aller Suche nach Erkenntnis – bestand darin, ihre Quelle zu finden.

Die sechs Bücher sind:

Buch 1: Die heiligen Zahlen: Die geheimen Eigenschaften der Menge (Miranda Lundy): Von der Monade (EINS) bis Zwölf und mehr, das VERHÄLTNIS der Zahlen zueinander … bis hin zur NULL als „Nicht-Zahl“

Buch 2: Die heilige Geometrie (Miranda Lundy): „Die heilige Geometrie demonstriert, wie sich Zahlen im Raum entfalten. Im Unterschied zur profanen Geometrie werden ihre Operationen und Begriffe symbolische Werte zugeordnet, so dass sie, wie gute Musik, der seelischen Entwicklung des sich mit ihr Beschäftigenden zuträglich ist.“ (S. 63)

Buch 3: Platonischer und archimedische Körper (Daud Sutton): Dieses Buch zeigt, wie sich Zahlen im dreidimensionalen Raum in der Form von Körpern entfalten.

Buch 4: Der Harmonograph: Eine Einführung in die Mathematik der Musik (Anthony Ashton). Es ist ein im 19. Jahrhundert erfundenes Instrument, das selbstständig harmonische Zeichnungen auf Papier bringt. Der Harmonograph ist in der Lage, harmonische Klänge in Bilder umzuwandeln.

Buch 5: Elemente der Musik: Melodie, Rhythmus & Harmonie (Jason Martineau). Das Buch vertieft den Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik im Sinne der angewandten Harmonie.

Buch 6: Das kleine Buch des Zufalls im Sonnensystem (John Martineau): Dieses Buch weckt wieder den Zauber der Astronomie, Zahlen-Proportionen am Himmel mit der Sonne, Mond und Planeten. Hier ist der Übergang von der exakten Astronomie hin zur deutenden Astrologie noch sehr naheliegend.

Ich denke, mit unserer Bildung wäre es anders bestellt, wenn alle Jugendlichen, die ihr Abitur (Matura) gemacht haben, die Inhalte dieses Buches kennen und beherrschen würden. Es beinhaltet „Allgemeinbildung“ im wirklich humanistischen Sinne. So bekommt Wissen einen ganz andren Sinn: Der Mensch im Kosmos und der Harmonie mit dem Göttlichen. So erhalten die jungen Menschen einen ganz anderen Zugang zur heiligen Wissenschaft. So hat Wissen noch etwas mit Herz und Seele zu tun.

 


Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie für alle verständlich

Inge von Wedemeyer (Hg.): Paythagoras

Untertitel: Weisheitslehrer des Abendlandes

Das Buch von Inge von Wedemeyer ist eine sehr kompetente und liebevolle Zusammenstellung von Texten über Pythagoras als Weisheitslehrer des Abendlandes. Es ist perfekt geeignet, um einen ersten Eindruck von einem Pythagoras zu bekommen, wie er nicht in unseren Philosophie-Büchern zu finden ist. Die Herausgeberin Inge von Wedemeyer hat wichtige Texte aus der Pythagoras-Literatur aufgenommen, einige Originalbeiträge eingestellt und  kurze Zitate zu Pythagoras gesammelt.

Es ist kein Wunder, dass Pythagoras wieder aktuell wird, denn seine Philosophie war wirklich noch in der Mystik begründet und ist das Herz der griechischen Weisheitslehre. Die Autorin schreibt:

Sie alle sind Wegweiser, um mit ihrer Hilfe wieder zu der verloren gegangenen Harmonie mit dem Schöpfer und dir Schöpfung aufzusteigen. (S. 8)
Heute fragt man wieder nach seiner Lehre, denn die Menschheit scheint in eine Epoche einzutreten, in der sie in hohem Maße die Fähigkeit zur Transzendenzoffenheit zurückgewinnt. (S. 11)

Zu den Autoren des Buches gehören mit Beiträgen (Auszügen):

  • Edouard Schuré
  • Jamblichos
  • Inge Rumler (Originalbeitrag)
  • Hans Kayser
  • Julius Schwabe
  • Hans Scavernoch
  • B.L. van Waerden
  • Eduard Baltzer
  • Frédéric Lionel (originalbeitrag)
  • Franz Vonessen
  • Antoine Fabre d‘ Olivent
  • Ulrich Abele (eine Hommage an Pythagoras)
  • Rudolf Haase


Nicht zuletzt findet sich in dem Buch auch die Übersetzung der 71 „Goldenen Verse“ von Pythagoras durch Gerda von Gerlach. Das kleine Büchlein enthält alle maßgeblichen Verehrer des Pythagoras.

Ein absolut empfehlenswertes Buch, eines meiner Lieblingsbücher zu Pythagoras.

 

Peter Hubral: Geheime Dao-Schöpfungslehre

Auch wenn mich niemand verstehen sollte: Das Buch ist der ABSOLUTE HAMMER! Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass ich meine Begeisterung für das Buch noch kaum in Worte fassen kann. Ganz krass gesagt: Jetzt habe ich mein eigenes Buch über Zahlenmystik und Pythagoras erst richtig und in seiner Tiefe verstanden!

Es geht in meinem Buch ja auch nicht um Zahlen und Arithmetik, sondern um mystische Bewusstseinszustände, die sich in den „Zahlen“ 0 , 1 , 2 , 3 , 4 ausdrücken lassen. Hubral legt in diesem Buch dar, dass das die Schöpfungslehre aller Weisheitslehren des Altertums ist, was er insbesondere an Laotse und Pythagoras darstellt.  Ich verstehe jedes Wort, auch wenn das Buch wirklich keine leichte Kost ist. Mein Gott, und ich bin „alleine“ darauf gekommen. Es ist eine wunderbare Bestätigung meiner eigenen Seelenreise zu Pythagoras.

Jetzt aber zum Buch selbst!

Der Autor Dr. Peter Hubral („Professor für Geophysik und Hobby-Philosoph“ – laut Buchbeschreibung) ist langjähriger Praktizierender einer Dao-Schule (Taijixue.de) in der Tradition des Fangfu, einem Schüler Laozis (Laotse) in direkter Linie. Diese langjährige Dao-Praxis (ein unkonditioniertes, formloses Stehen – anders also als das Sitzen bei Buddhisten und Meditierenden) hat ihn zur tiefen Erkenntnissen dessen geführt, was das Daodejing (Tao Te-king) wirklich lehrt. Hier der „große Pfad (Weg) und die Dao-Schöpfungslehre“ in eine Grafik gebracht (S. 33):

In dem Buch wird deutlich, dass die „Geheime Dao-Schöpfungslehre“ kein weiterer Schöpfungsmythos ist, sondern DIE SCHÖPFUNGSLEHRE überhaupt, die über jedem Schöpfungsmythos und erst recht Evolutionstheorie steht. Sie ist in China niemals vergessen worden und in der Taijixue-Schule nach Fangfu bis heute bewahrt, entwickelt und lebendig geblieben.

Paradigmenwechsel in der Sicht unserer antiken Philosophie

Diesen eigentlichen Weisheitskern des Laozi „uns Westlern“ nahezubringen, ist schon eine große Leistung des Buches. Der Autor weist zwar darauf hin, dass man im Grunde nur als „Praktizierender“ in die Tiefe der Weisheitslehre eintauchen kann, versucht aber, es auch dem (in der DAO-Praxis) Ungeübten nahe zu bringen. Doch der „zündende Funke“ des Buches liegt darin, dass der Autor die Weisheitslehrer unseres Abenslandes, insbesondere Pythagoras und Platon in ein völlig neues LICHT stellt. Er erkennt in seinen Lehrern die (nahezu gleiche) Tiefe der Schöpfungslehre von Laozi und den Daoismus. Ich will nur ein Beispiel aus dem Buch geben.

„Gewöhnlich“ wird das griechische Wort für „Philosophie“ auf Pythagoras zurück geführt und meine „Liebe zur Weisheit“. Wer hat je daran gezweifelt, dass das eine korrekte Übersetzung ist?

„In Wahrheit“ war unter phílosophia aber etwas anderes gemeint: Mit phília zu sophía, d.h. aus dem NICHTS (tun) = phília zur WEISHEIT = sophá kommen. Es zeigt den WEG, dass Weisheit keine Kopfgeburt ist, auch nicht von Mathematikern, Geometrikern, Astrologen und Musikern (dem auch falsch verstandenen „Quadrivium“), sondern aus dem formlosen, unkonditionierten, urteilsfreien NICHTS kommt. Nur so kann wirklich unkonditioniert Neues entstehen.

Das Buch ist voll von (potentiellen) Geistesblitzen, die den Leser erleuchten können, wenn er dafür offen ist. Die Feuerwand ist wohl Aristoteles, der selbst kein Praktizierender war und seine Philosophie eine „Kopfgeburt“, ein regelrechter VERRAT an der eigentlichen Weisheitslehre seiner Vorgänger. Aus Weisheit hat er philosophisches Wissen gemacht. All das klingt jetzt sicher ungeheuerlich. Doch das Buch führt bei einem offenen Herzen wirklich zu einem „Paradigmenwechsel“ unseres Verständnisses für die Weisheitslehre unserer Antike und Abendlandes.

Und war nicht jeder spirituell Suchender schon irritiert, dass wir in der Suche nach der ursprünglichen Weisheitslehre in Indien und China gesucht, sie aber nicht im Abendland gefunden haben?

Es liegt nicht daran, dass unsere abendländischen Weisheitslehrer minderbemittelt waren, sondern VERZERRT wurden und dann in Vergessenheit gerieten. Das Buch von Peter Hubral gibt uns den Schlüssel in die Hand, sie neu zu verstehen, Pythagoras in Augenhöhe von Laozi und Buddha zu sehen (alle 3 waren ja mehr oder weniger Zeitgenossen).

Was aber noch wichtiger ist: Wir finden jenseits von Schöpfungsmythen und Evolutionstheorie die EIGENTLICHE Schöpfungslehre, die 500 v.Chr. schon den Weisen auf unserem ganzen Planeten bekannt war. Das Buch von Peter Hubral hilft uns, dazu wieder Zugang zu finden, KLARHEIT in der großen Verwirrung wieder zu finden. Das Buch enthält einen vertiefenden Anhang, der gut einen Drittel des Buches umfasst.

Geheime Dao-Schöpfungslehre: Moderne Dao-Praxis erklärt die älteste und aktuellste chinesische und universelle Welt- und Selbstentstehung

 

Thomas Künne: Heilen mit kosmischen Farben

Untertitel: Stimmige Farbanwendungen für Gesundheit und Wohlbefinden

Farblehre und Farbtherapie haben eine unumstößliche Tradition in Leben der Menschheit. Die 7 Farben des Regenbogens und die entsprechenden Farben der Chakren (Energiezentren) sind fast schon zum Allgemeinwissen geworden. Neben direkter Farbtherapie wird auch in der Innenarchitektur bewusst mit dem Charakter von Farben gearbeitet, um Räumen über die Farbe einen bestimmten Charakter zu verleihen. Oder an Farben orientierte „Typberatung“. Großen Einfluss hatte darauf auch Goethe und seine Farbenlehre, vor allem bei den Anthroposophen.
Wenn wir bisher von Farben gesprochen haben, so meinen wir (ohne uns dessen immer bewusst gewesen zu sein), das in sein Spektrum aufgeteilte Licht der Sonne. Unsere Augen sind sozusagen ein Organ der Sonne.

Das neue Buch von Thomas Künne erweitert nun unsere Sicht der Farben in die kosmische Dimension: Es ist nicht nur die Sonne, die ihr sichtbares Licht ausstrahlt, sondern auch die Planeten unseres Sonnensystems schwingen in für unser menschliches Auge unsichtbare Farbfrequenzen, die das Buch von Thomas Künne jetzt in unsere Augen sichtbare Farben „oktaviert“ („ableitet“, um einen unkorrekten, doch zunächst verständlicheren Begriff zu verwenden). Das Buch enthält 11 Farbkarten (9 Planeten plus Sonne und Erde), die einen überraschend harmonischen Farbfächer ausmachen. Im ersten Moment gibt es einige Irritationen! Für Mars würden wir als Farbe Rot erwarten, es ist aber (in seiner Wellenlänge) Blau. Dagegen ist Jupiter rot. Der Mond ist gelb anstatt das zu erwartende silbern, die Sonne ist grün anstatt golden. Das macht deutlich, dass wir es hierbei nicht um die Spektralfarben der Sonne zu tun haben, sondern um kosmische Farben, um Seelen-Farben. Es ist, als ob unsere Seele sich in diesen Farbkarten an etwas erinnert.

Der Durchbruch des Buches besteht darin, die spezifischen Eigenfrequenzen der Planeten unseres Sonnensystems in für uns sichtbare Farben „oktaviert“ (Erklärung im Buch). In dieser Dimension könnten wir von den Wesens- oder Seelenfarben der neun Planeten, der Sonne und Erde sprechen. Das Buch leitet im theoretischen Teil dieses „Sichtbarwerden“ der Seelenfarben unseres Sonnensystems her – und dieser Teil (bis S. 73) ist nicht nur für Laien gut zu lesen, sondern auch sehr spannend, wann man sich auf diese neue Welt der kosmischen Farben einlassen kann und will.

Praxis-Teil: Arbeit mit den „kosmischen Farbtafeln“

Der Autor hat das Stichwort in Worten von Maria Montessori (einer großen Kinder-Pädagogin) selbst gegeben (S. 41):

Hilf mir, es selbst zu tun.

Das Buch ist eine Hilfe zur „Selbsttätigkeit“. Um die „Schwingungstherapie“ des Buches umzusetzen, braucht es keine Stimmgabeln, keine Klangschalen, keiner spezieller Farblampen, nichts dergleichen. Das „Werkzeug der Heilung“ liegt in Form der 11 kosmischen Farbtafeln den Buch bei. Okay, es geht nicht um die Heilung grobstofflicher Krankheiten, sondern das Heilen auf feistofflicher Ebene. Es sind eher Disharmonien, denen hier der Energie-Impuls einer speziellen Farbfrequenz „fehlt“.  Es sind „Beschwerden“, bei denen man nicht direkt zum Arzt oder Psychotherapeuten gehen würde. Es sind die kleinen „Unstimmigkeiten“. Der eigene „Klangkörper“ hat fühlbare Dissonanzen, man ist „aus der eigenen (Umlauf-) Bahn“ (!) geworfen, die Eigenfrequenz tönt aktuell etwas schrill.

Neben solche feinstofflichen Beschwerden empfiehlt das Buch als Anwendung: die Stärkung der „astrologischen Signatur“, das Spiel mit den Farben des eigenen Tierkreiszeichens und Aszendenten. Auch jeder Wochentag hat seine eigene „Signatur“, und der „Montag“ trägt gar nicht so viel „Startenergie“, wie wir dem Montag zuschreiben. Montag ist der Tag des Mondes (das gefühlige Stimmigwerden für die Woche) und nicht des Mars, das ist eher der Dienstag (frz. Mardi) als Impulstag für Neues.

Der Autor gibt als Empfehlung (S. 76):

Das Buch möchte Horizonte erweitern und nichts „vorschreiben“ oder gar einschränken. Deshalb ist es nur klug, wenn Sie Ihre ganz persönliche Vorgehensweise finden. Denn jeder Mensch ist ein Individuum. Finden Sie Ihren eigenen Weg wie Sie mit diesem Buch und den kosmischen Farbtafeln „arbeiten“ möchten.

Jede Farbtafel hat im Buch 4 Seiten mit körperlich, geistigen und seelischen Wesensanteilen, einer Checkliste und eine Anregung zur Farb-Meditation (S. 94 – 137). Es werden auch Anregungen gegeben, mit diesem neuen, kosmischen Farbbewusstsein Kleidung und Wohnräume der Eigenfrequenz gemäß zu gestalten entsprechend der Aufforderung des Buches: „Bekennen Sie Farbe!“

 Mein Fazit: Wer eine besondere Affinität zu Farben hat und seinem Leben in jeder Hinsicht Farbe gibt, für den wird dieses Buch sehr viele neue Inspirationen geben, weil es hier den Samen einer kosmischen Farbenlehre ausbreitet. Wer gelernt hat, sein Leben als seelisches Schwingungsfeld wahrzunehmen, der wird in diesem Buch auch viele Anregungen finden. Das Buch schließt hier sogar einen Kreis des Heilens mit Schwingungen (der Autor Thomas Künne hat es in allen diesen Bereichen zur Meisterschaft gebracht): Die Erhöhung seelischer Schwingungen durch Klänge (Ohr), Farben (Auge), Düfte (Nase) und Vibrationen mit Schwingungsliegen im direkten Haut- und Körperkontakt.


 

Heilen mit kosmischen Farben: Stimmige Farbanwendungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Mit 11 Farbtafeln


 

Andreas Beutel: Die Blume des Lebens in dir

Kleine Einführung (2)

Andreas Beutel vom Pythagoras-Institut in Dresden ist sicherlich in Deutschland DER EXPERTE für die Heilige Geometrie und die Blume des Lebens. Nun ist auch von seiner Seite nahezu im gleichen Format wie das Buch von Jeanne Ruland (> meine Rezension) ein kleines Taschenbuch (A6) zur Blume des Lebens erschienen. Obwohl es beiden Autoren um DAS EINE geht, sind beide Bücher grundverschieden, kaum zu vergleichen. Der Zugang zum gleichen Thema könnte in der Darstellung kaum unterschiedlicher sein. Doch genau das macht den Vergleich zwischen beiden Büchern so faszinierend: ein Thema – zwei so unterschiedliche Zugänge. Ich bin geneigt von einem weiblichen Zugang über die eigene bewusstseinserweiternde Erfahrung und einem männlichen Zugang über ein faszinierendes Wissen zu sprechen.

Das Buch

Das Buch von Andreas Beutel ist sehr wissenschaftlich-philosophisch gehalten. Es gibt einen Einblick über all die Zusammenhänge der „Logik der Schöpfung“ aus der Sicht der Heiligen Geometrie. Es liest sich spannend wie ein Krimi. Und am Ende gibt es wirklich ein paar verblüffende Auflösungen von Rätseln wie „die Quadratur des Kreises“.

Bei Andreas Beutel beginnt alles (die Schöpfung) in der Dunkelheit. Die ersten sechs Lichtstrahlen der Schöpfung erschaffen vom Mittelpunkt aus den Raum: nach oben, nach unten | nach rechts, nach links | nach hinten, nach vorne. Das göttliche Bewusstsein bewegt sich durch das Licht vom ersten Kreis der Dunkelheit in den zweiten Kreis der Helle. Das berühmte „Vesica Pisces“ (Fischblase) ist erschaffen, die Schnittmenge zweier Kreise, der Bezug zum Yin-Yang-Symbol ist offensichtlich.

Themen, die das Buch zusammen bringt:

  • die Mysterienschulen und die Heilige Geometrie
  • der lichtvolle Raum-Oktaeder mit einer ihn begrenzenden „Membran“
  • die Omnipräsenz des „Vesica Pisces“ in unserem Körper und in der Natur
  • die Zahl 3 als stabile „Tribüne“ für die Schöpfung
  • der Torus als universelles einheitliches Feld
  • die Saat und das EI des Lebens und die Embryologie
  • die Entfaltung der Ei-Struktur in Farbe, Musik, Chemie, dem chinesischen I Ging
  • die Blume und der Baum des Lebens mit 10 Kreisen / Kugeln wie in der Kabbala und den 22 Linien (an die „große Arkana“ des Tarot erinnernd)
  • die Frucht des Lebens und der Metatron-Würfel
  • die Platonischen Körper
  • der goldene Schnitt (die Zahl Phi) und seine Omnipräsenz
  • die Fibonacci-Reihe
  • das unendliche Netz der Blume des Lebens und die Mer-Ka-Ba
  • die Illusion der Wahrnehmung
  • die Quadratur des Kreises

Es ist kaum zu fassen, dass diese Thematik in ein kleines Büchlein von kaum mehr als 100 Seiten passt. Andreas Beutel ist es gelungen. Es kommt mir vor wie die Grundthesen einer spirituellen Wissenschaft basierend auf der Heiligen Geometrie.

Wenn man in die Thematik der „Blume des Lebens“ eintauchen will, dann empfehle ich unbedingt beide von mir besprochenen Bücher zu lesen, das von Jeanne Ruland (> Link) und das von Andreas Beutel. Es ist wie ein Paar und „als Paar“ für sich wieder sehr symbolträchtig.


Andreas Beutel:

Die Blume des Lebens in dir (Klick mich)


 

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