David Deida: Der Weg des wahren Mannes

Mit dem Untertitel: Ein Leitfaden für Meisterschaft in Beziehungen, Beruf und Sexualität.

Das Buch ist für mich nach wie vor ein Klassiker für den Bestimmung des „neuen Mannes“ und in meinen Augen eine Pflichtlektüre für jeden Mann, der sich seiner selbst bewusst werden will. Das Buch grenzt sich vom „Macho“ ab, der zwar Rückgrad, aber kein Herz hat, aber auch von „Softi“, der nur Herz, aber kein Rückgrat hat. Der „neue Mann hat Rückgrad UND Herz.

Gleich im Vorwort schreibt David Deida:

Eine der wichtigsten Lektionen ist diese: Im Zuge unserer natürlichen Entwicklung können wir lernen, das Erlangen von Meisterschaft als wichtigste Phase in unserer Lebensschulung anzuerkennen, die wir auf dem Weg zu einer vollendeten Liebeskunst absolvieren und hinter uns bringen.
Auf dem Weg, den ich hier beschreibe, habe ich gelernt, eine Frau ins Licht zu lieben, mit dem, was mir am Herzen liegt, so viel zu verdienen, wie ich will, und die Kunst der sexuellen Liebe zu vervollkommen. Sie können dasselbe tun. (S. 9)

Damit spricht David Daida in seinem Buch die drei Herausforderungen des Mannes an: Frauen, Arbeit und sexuelles Begehren. Er macht es großartig, und das Buch geht auch über diese Perspektive hinaus, als Zusammenfassung sozusagen:

Hören Sie auf zu warten. Fühlen Sie alles. Lieben Sie mit verwundbarem Herzen. Geben Sie Ihr Bestes. Lassen Sie los.
Verweilen Sie so lange mit dem, was bleibt, wie es sie hält. Der Weg löst sich in offene Weite auf. S. 10

Ich fühle mich mit dem Buch selbst sehr verbunden, da ich in meiner Vision von „Mannzipation“ ähnliche Thesen vertrete.

Siehe auch: www.Mannzipation.com

Über den Feminismus hinaus

Der Feminismus hat der Welt großartige Errungenschaften geschenkt: vor allem Gleichberechtigung, Anerkennung der Gleichheit und gleich Wertschätzung von Frau und Mann (auch wenn es dabei eine kaum zu übersehende Tendenz gab, die Männer nun abwertig zu behandeln). Wie dem auch sei: Inzwischen wird von vielen Seiten beklagt, dass diese „Gleichheit der Geschlechter“, ihrer „Androgynität“ die sexuelle Spannung zwischen Männern und Frauen in den gleichberechtigten Beziehungen dramatisch reduziert hat, zu „sexueller Neutralität“ geführt hat Oder wie David Deida es ausdrückt: „ihre inneren maskulinen und femininen Energien fiftiy-fifty auszupendeln. … Aber diese Fifty-fifty-Phase ist nur der zweite Wachstums-schritt für Männer und Frauen. Sie ist nur eine Übergangsphase, nicht der Endpunkt.“ (S. 13)

Dass sich so viele Paare trennen und es immer weniger nachhaltige Lebens-Partner-schaften gibt, ist ein Resultat dieser „Neutralisierung und Entpolarisierung“ in den Partnschaften in der Zeit des Feminismus. (Um nicht missvestanden zu werden: Der Feminismus ist nicht die URSACHE dafür.)

Darum geht es in den Buch, die männliche und weibliche Essenz, die sexuelle Polarität wiederzubeleben, so dass Männer in ihrer männlichen Essenz und Frauen in ihrer weiblichen Essenz sich „neu erfinden“ können.

Sexuelle Anziehungskraft basiert auf der Polarität der Geschlechter, der Kraft der Leidenschaft, die einen Bogen zwischen dem männlichen und dem weiblichen Pol spannt.
(S. 13)
Jetzt sind wir bereit, die nächste Stufe zu erklimmen. Auf der Basis von Gleichheit und gegenseitigem Respekt können wir nun die sexuelle und spirituelle Leidenschaft feiern,die der maskulin-femininen Polarität innewohnt. (S. 21)

Was ist „männlich“ und was ist „weiblich“?

Die Essenz weiblicher und männlicher Energien sind unterschiedlich und es hat zu viel Verwirrung geführt, weil wir beide Energien (Animus und Anima, wie C. G. Jung sie nannte) in uns tragen – und uns so selbst neutralsieren können.

Für einen Menschen mit einem maskulinen Wesenskern hat die „Mission“ oder die Suche nach der Freiheit Priorität, für einen Menschen mit einem femininen Wesenskern die Suche nach der Liebe.“ (S. 16)

Diesen Grundkonflikt zwischen „ungebundener“ Freiheit und „gebundener“ Liebe kennt sicher jeder, eben dieser Spannung zwischen männlicher und weiblicher Energie in uns. Wie kommen wir aus dem Dilemma? Indem wir in einer Liebes-Partnerschaft diese unterschiedlichen Energien als POLE von Mann und Frau verkörpern, so dass der Mann seine männliche Energie und die Frau ihre weibliche Energie ausleben kann. Das ist die Lösung, natürlich leichter gesagt als getan!
Ein Mann kommt in seine männliche Essenz, wenn er seine tief verstandene Freiheit leben kann (das hat gar nichts mit sexueller Freizügigkeit zu tun) und der Liebe der Frau dient.

David Daida zeigt dem Mann auf, wie er diesen „Weg des Mannes“ geht, um immer mehr in seine männliche Energie zu kommen, damit die Frau sich in ihre weibliche Energie „entspannen“ kann. Seine Themen:

  • Der Weg des wahren Mannes
  • Der Umgang mit Frauen
  • Polaritäts- und Energiearbeit
  • Was Frauen wirklich wollen
  • Ihre dunkle Seite
  • Weibliche Anziehungskraft
  • Körperübungen
  • Yoga der Intimität für Männer und Frauen

Die Verantwortung des Mannes

Für diesen Prozess der Ent-Polarisierung wie der Neu-Polarisierung zwischen den Geschlechtern müssen wir Männer die Verantwortung übernehmen! Mir ist der Punkt so wichtig, dann ich hier etwas über das Buch von David Deida hinausgehen will. Er spricht diese Verantwortung des Mannes auch an (S. 166 – 167), doch nicht in dem historischen Ausmaß, wie ich es wahrnehme.

Das will heißen: Wenn unsere Beziehungen in der Zeit des Feminismus gescheitert sind,
so ist nicht der Feminismus dafür verantwortlich zu machen. Wir Männer sind den Herausforderungen, vor denen uns er Feminismus gestellt hat, einfach nicht gewachsen gewesen! Wir sind nicht mitgekommen. Wir haben an Altem fest gehalten. Wir haben uns nicht genügend bewegt. Wir haben SIE ziehen lassen. Wir haben IHR nachgeschaut – wenn wir überhaupt wahrgenommen haben, was da historisch passiert ist.

Das wirklich zu erkennen heißt, dass wir Männer die Verantwortung für den nächsten Schritt voll übernehmen: die Neu-Polarisierung des Männlichen und Weiblichen. Ja, und das fängt natürlich bei uns selbst an! Und ein guter Wegweiser ist das Buch von David Deida!

Mein Fazit: Es wird höchste Zeit, dass wir Männer zu Bewusstsein erwachen, unserer historischen Verantwortung bewusst werden und mit unserem Körper, in unserer Liebe das leben, was die Zukunft bedeutet: das wahre Menschsein in Liebe und Freiheit. David Daidas Buch ist dafür ein hervorragender Wegweiser.

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