Deepak Chopra: Die sieben geistigen Gesetze des Erfolgs

Es liegt fast 20 Jahre zurück, dass ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe (1996).
Damals war ich noch komplett eingetaucht in der ganzen Erfolgs-Welle wie „Denke nach und werde reich“ (Napoleon Hill). Ich las alles, was ich über Erfolg in die Hände bekam, so auch dieses Buch von Deepak Chopra. Und ich hatte damals wirklich den Eindruck, nicht alles verstanden zu haben. Spiritualität und Erfolg – passt das zusammen?

Manchmal kann man an einem Buch die eigene Bewusstseins-Entwicklung wiedererkennen: Wir verstehen es besser, haben uns so langsam auf das Bewusstseins-Niveau des Autoren „hoch-entwickelt“. Ich fand damals viele Formulierungen „ver-blüffend“, verstanden hatte ich sie aber nicht, sondern ahnte nur: Erfolg ist etwas ganz anderes als unser normales, egozentrisches „Erfolgs-Bewusstsein“. Heute – beim erneuten Lesen – hat sich mir das Buch in seiner Tiefe erschlossen. Es ist komplett anders als die ganzen Ratgeber-Bücher zum Erfolg. So kommt das Wort „Ziel“ in diesem Buch überhaupt nicht vor.

(Ich zitiere hier aus meiner Ausgabe von 1996, Heyne-Verlag, München;
noch mit alter Rechtschreibung)

Erfolg und Gesetz

Folgen wir dem Autor zunächst, was er unter „Erfolg“ und „Gesetz“ versteht:

Erfolg ist die Fähigkeit, sich alle Wünsche mühelos und leicht zu erfüllen. Doch Erfolg, auch die Schaffung von Wohlstand, wurde immer schon als ein Prozess betrachtet, der harte Arbeit erfordert. Oft glaubt man auch, er könne nur auf Kosten anderer stattfinden. Was wir tatsächlich brauchen, ist eine geistige Einschätzung von Erfolg und Wohlstand, denn Wohlstand ist ein breiter Strom aller guten Dinge im Leben. Wenn man die geistigen Gesetze kennt und anwendet, steht man in einem harmonischen Verhältnis zur Natur und schöpft daraus sorglos, freudig und liebevoll. …
Wenn wir unser Leben als einen wunderbaren Ausdruck von Göttlichkeit betrachten, und zwar nicht gelegentlich, sondern ständig – dann erkennen wir die wahre Bedeutung von Erfolg. (S. 12 f.)

Ein Gesetz ist der Prozeß, durch den das Nichtmanifeste manifestiert wird, d.h. durch den das, was es noch nicht gibt, zu dem wird, was ist; der Prozeß, in dem der Beobachter zum Beobachteten wird; der Prozeß, durch den der Seher zum Betrachteten wird; der Prozeß, in dem der Träumer seinen Traum manifestiert.
Die gesamte Schöpfung, alles, was ist der physischen Welt existiert, ist das Ergebnis des Nichtmanifesten, das sich zum Manifesten umwandelt. …

Die Quelle aller Schöpfung ist Göttlichkeit (oder die Seele); der Prozeß der Schöpfung ist Göttlichkeit in Bewegung (oder Verstand), und das Objekt der Schöpfung ist das physikalische Universum (eingeschlossen der physischen Körper).
Diese drei Aspekte der Wirklichkeit – Seele, Verstand und Körper oder Beobachter, Beobachtung und Beobachtetes – sind grundsätzlich das gleiche. Sie entstammen alle dem gleichen Ort: dem Feld des reinen Potentials, das ausschließlich nichtmanifest ist. (S. 14 f.)

Heute sind wir vertrauter mit der Quantenphysik, Schwingungsfeldern, Quatenheilung usw., so dass uns das Verständnis des Buches leichter fallen wird. Dieses tiefe Wissen ist schon damals die Sichtweise des Buches gewesen, ein KLASSIKER, bei dem jedes Wort von tiefer Bedeutung ist. Ich will hier die sieben Gesetze in Zitaten so kurz wie möglich benennen. Das Gesetz ist nicht immer in einen Satz zu bringen:

1. Das Gesetz des reinen Potenzials
(oder das Gesetz der Einheit)

Reines Bewusstsein ist reines Potenzial; es ist das Feld aller Möglichkeiten und der unendlichen Kreativität. Reines Bewusstsein ist unsere spirituelle Essenz. (S. 19)

Eine Möglichkeit, Zugang zu diesem Feld zu gewinnen, stellt entweder die tägliche Praxis des Schweigens dar, aber auch Meditation und Vorurteilslosigkeit. (S. 24)

Diese kostbare Kommunikation des stillen, grenzenlosen, unendlichen Geistes mit dem dynamischen, gebundenen, individuellen Geist ist das perfekte Gleichgewicht aus Stille und Bewegung, das alles erschafft, was man will. (S. 32)

2. Das Gesetz des Gebens
(oder das Gesetz des Geben und Annehmen,
des dynamischen Austauschs)

Wohlstand ist stets ein fließender Prozeß. Dieses Fließen drückt sich auch in dem Wort Überfluß aus, bei dem alles Gute in reichhaltiger Fülle fließt. Geld ist eigentlich ein Symbol der Lebensenergie, die wir austauschen und nutzen, weil wir dem Universum Dienste erweisen. (S. 40)

Am wichtigsten ist daher die Absicht, die hinter Geben und Annehmen  steckt. Die Absicht sollte stets sein, daß man für den Gebenden und den Nehmenden Glück erzeugt, denn Glück ist lebensunterstützend und lebenserhaltend und vermehrt sich.
(S. 42)

Der leichteste Weg, das zu erreichen, was man will, besteht darin, anderen zu helfen. das zu bekommen, was sie wollen.
(S. 43)

Der beste Weg, das Gesetz des Gebens praktisch umzusetzen – den Prozeß des Kreislaufs in Gang zu bringen -, besteht darin, daß man jedesmal, wenn man Kontakt mit einem andren Menschen hat, die Entscheidung trifft, ihm etwas zu geben.
(S. 45)

3. Das Gesetz des „Karma“
oder von Ursache und Wirkung

„Wir ernten, was wir säen.“ Offensichtlich müssen wir lernen, wie man die Samen des Glücks ausstreut, wenn wir in unserem Leben Glück genießen wolen. Daher bedeutet Karma die Handlung, bewusst eine Entscheidung zu treffen. (S. 53)

Nur das Herz kennt die richtige Antwort. Viele Menschen halten das Herz für ein verschwommenes, sentimentales Organ, aber das ist es nicht. Das Herz ist intuitiv, es ist ganzheitlich, das Herz sieht alles im Kontext. (S. 58)

Ein (vergangenes, JS) Karma transzendieren transzendieren bedeutet, davon unabhängig zu werden. (S. 62)

„Indem man bewusst Entscheidungen trifft, beginnt man Handlungen, die für einen selbst und die Mitmenschen evolutionär sind. (S. 63)

4. Das Gesetz des geringsten Aufwandes
(oder der Harmonie und der Liebe)

Letztlich gelangt man in einen Zustand, in dem man nichts tut und alles erreicht. Das bedeutet, es besteht zunächst nur eine sehr verschwommene Idee, und die manifestation der Idee ergibt sich mühelos. Was man allgemein als „Wunder“ bezeichnet, ist in Wirklichkeit Ausdruck des Gesetzes des geringsten Widerstands. (S. 70 f.)

Die Intelligenz der Natur vollzieht sich mühelos, reibungslos und spontan. Sie ist nichtlinear, intuitiv, ganzheitlich und positiv. …
Man wendet geringsten Widerstand an, wenn alle Handlungen durch Liebe angeregt werden, denn die Natur wird durch die Energie der Liebe zusammen gehalten.
(S. 71)

Akzeptieren: Der Augenblick ist, wie er ist, weil das gesamte Universum so ist, wie es ist. Wenn man sich gegen diesen Augenblick wehrt, wehrt man sich in Wirklichkeit gegen das gesamte Universum. (S. 74)

Verantwortung: Verantwortung bedeutet, nicht alles und jedem die Schuld zu geben für die eigene Situation, auch nicht sich selbst. … Verantwortung (ist) die Fähigkeit, kreativ auf eine gegebene Situation zu reagieren. (S. 75 f.)

Widerstandslosigkeit: … wenn man nicht mehr kämpft und sich wehrt -, erlebt man die Gegenwart voller, und das ist ein Geschenk. (S. 78)
Wenn man für alle Standpunkte offen bleibt – und sich niemals starr nur an einen klammert -, werden die Träume und Wünsche im Einklang mit den Wünschen der Natur fließen.
(S. 80)

5. Das Gesetz von Absicht und Wunsch
(oder die Erzeugung der Zukunft)

Absicht ist die wahre Kraft hinter einem Wunsch. …
Absicht ist ein Wunsch in strikter Befolgung aller anderen Gesetze … Absicht in Kombination mit Loslassen führt zum unmittelbaren Bewusstsein des gegenwärtigen Augenblicks. … Die Absicht zielt auf die Zukunft, aber die Aufmerksamkeit herrscht in der Gegenwart.  (S. 91 f.)

Absicht, die in der Freiheit der Gegenwart verwurzelt ist, dient als Katalysator für die richtige Mischung aus Materie, Energie und Raum-Zeit-Ereignissen, um alles zu erschaffen, was man sich wünscht. (S. 94)

Man überlässt es dem Universum, sich um die Einzelheiten zu kümmern. (S. 98)

6. Das Gesetz des Loslassens
(oder das Gesetz des Abstands)

Um im physikalischen Universum etwas zu erreichen, (muß) man jegliche Bindung daran aufgeben. … Man gibt weder die Absicht auf noch den Wunsch. Man gibt aber seine Bindung an das Ergebnis davon auf und nimmt Abstand ein. (S. 103)

Man kann alles, was man will, wurch Loslassen erreichen, denn Loslassen beruht auf dem bedingungslosen Glauben an die Kraft des eigenen wahren Selbst.
Bindung hingegen beruht auf Angst und Unsicherheit – und das Bedürfnis nach Sicherheit beruht auf der Unkenntnis vom wahren Selbst. (S. 104)

Wenn man seine Bindung ans Bekannte aufgibt und sich ins Unbekannte begibt, dann betritt man das Feld aller Möglichkeiten. (S. 107)

Man erfährt die volle Lebensfreude – den Zauber, die Feier, die Heiterkeit und den Jubel der eigenen Seele. (S. 108)

Glück aber ist nichts weiter als das Zusammentreffen einer Gelegenheit mit der Bereitschaft, sie zu ergreifen. (S. 111)

7. Das Gesetz des „Dharmas“
oder vom Sinn des Lebens

Dharma ist ein Wort aus dem Sanskrit und bedeutet „Lebenszweck oder -sinn“. Das Gesetz des Dharmas besagt, daß wir eine körperliche Gestalt angenommen haben, um einen Sinn zu erfüllen. (S. 117)

Das Feld des reinen Potenzials ist seiner Natur nach göttlich, und das Göttliche nimmt menschliche Gestalt an, um seinen Zweck zu erfüllen.
Diesem Gesetz zufolge hat man ein einzigartiges Talent und eine einzigartige Art, dies auszudrücken. Es gibt etwas, das man besser kann als alle anderen Menschen in der ganzen Welt … Wenn man seine Talente ausdrückt und damit Bedürfnisse stillt, erzeugt man unbegrenzten Reichtum und Überfluß. (S. 117 f.)

Zusammenfassung

Wenn man schließlich alle oben beschriebenen Gesetze verstanden hat,konzentriert man sich auf den wahren Sinn des Lebens, indem man seine einzigartigen Talente zum Ausdruck bringt und gleichzeitig die Bedürfnisse der Mitmenschen erfüllt. Dann erzeugt man alles, was man will und wann man will. Man wird sorglos und freudig, und das Leben wird zum Ausdruck grenzenloser Liebe. (S. 134)

Faszit: Jeder, der seinen Lebenszweck verstehen und seinem Leben einen Sinn geben will, dem ist dieses Büchlein ein wirklicher „Lebensbegleiter“, das man immer wieder lesen sollte. Das macht ein wirklich gutes Buch, ein Klassiker aus. Es ist zeitlos, und man versteht es mit seinen Lebenserfahrungen immer besser.

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Ein Kommentar

  • Toller Artikel, ich finde das Buch „Denke nach und werde reich“ bzw. „ interessant. Aber auf English soll es besser sein. Das Buch von Deepak Chopra kenn ich garnicht, muss ich mir auch mal unter die Lupe nehmen.

    Gruß Sandra

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