Diana & Michael Richardson: Zeit für Gefühle

Glauben Sie, Liebe sei Leidenschaft, das stetige Auf und Ab der Beziehung Ausdruck einer leidenschaftlichen Liebe? Das Buch belehrt uns eines BESSEREN!
Leiden-schaftliche EMOTIONEN zerstören Liebe mehr als alles andere! UND: Wir wissen das! Wir wissen, dass Leidenschaft Leiden schafft. Doch endlich ein Buch, das diesen für die Liebe zerstörerischen Emotionen an die Wurzeln geht!

Die Liebe ist eine zarte und zerbrechliche Blume, die die Giftigkeit emotionaler Streitigkeiten und Auseinandersetzungen nicht lange überleben kann. Liebe zeigt sich in einer Atmosphäre der Stille und Gelassenheit und nicht auf einem Schlachtfeld. (S. 38)

Das Buch kann man gut für sich lesen; es steht für sich allein, ist in sich schlüssig. Und trotzdem empfehle ich, erst das Buch „Zeit für Liebe“ von Diana Richardson zu lesen. So bekommt dieses Buch „Zeit für Gefühle“ einen ganz anderen, viel größeren Zusammenhang.

Schon in dem Buch „Zeit für Liebe“ (>> Meine Buchbesprechung) hatte die Autorin Gefühle und Emotionen (in einem eigenen Kapitel S. 221 – 236) klar voneinander unterschieden, was in dem neuen Buch „Zeit für Gefühle“ jetzt bedeutend vertieft wird.

Es geht um etwas GANZ WESENTLICHES, das unser Bild von Männern und Frauen entscheidend ändern kann. Glauben wir nicht, Frauen seinen  „emotionale Wesen“, ihre „Zickigkeit“ geradezu ein weibliches Wesensmerkmal? Wir sollten von diesem Frauenbild schleunigst Abschied nehmen! In „Zeit für Liebe“ schreibt Diana Richardson im Kapitel „Frauen, Emotionen und das Herz“ (S. 237):

Frauen sind bekannt für ihre scheinbar überwältigenden Emotionen. Die Tatsache, daß ständig Emotionen im Spiel sind, sogar wenn alles wunderbar zu funktionieren scheint, bringt den Mann oft genug zur Verzweiflung. Wie kann er seine Frau lieben und verstehen, wenn die Harmonie plötzlich in Depression umschlägt oder ohne ersichtlichen Grund ein Streit entbrennt? Die irrationalen Launen der Frau, ihr Streiten und Schimpfen, ihre Fragerei und ihr Sticheln sind ein Alptraum für ihn. Es sieht fast so aus, als wäre die Frau, die er liebt, von Zeit zu Zeit besessen.
Der Grund für diese emotionalen Schwankungen liegt im Sex. Tantra lehrt uns, daß der Mann die emotionalen Eigenschaften, die ihn an seiner Frau am meisten stören, dadurch selbst erzeugt, daß er auf Erregung und Orgasmus besteht. Dadurch hält er die Frau auf dem niedrigsten Stand ihrer sexuellen Ausdrucksmöglichkeiten und hindert sie, ihr weibliches Potenzial zu erfüllen. Sie ist jahrhundertelang als Sexobjekt benutzt worden, als Mittel zur Befriedigung des Mannes. Das schmerzt und macht sie wütend. Mit der Zeit sind ihre ungenutzten göttlichen Energien immer mehr eingeschlafen und stagnieren jetzt, so daß eine tiefgreifende Unzufriedenheit, Enttäuschung und ein Mangel an Liebe jede Zelle ihres Körpers erfüllt und sie emotional instabil macht. Konventioneller Sex bringt diese Emotionen im Inneren zum Kochen, weil er (der Mann, JS) hektisch und darauf aus ist, das eigene Selbst zu befriedigen. Und diese Art sexueller Erregung hindert die Frau daran, empfänglich zu sein. (S. 237)

Wir sehen, es geht bei der „Emotionalität der Frau“ um GROSSES, Jahrtausenden Missbrauch durch den Mann – gespeichert in jeder Körperzelle der Frau. Deswegen ist der Umgang mit unseren EMOTIONEN dermaßen wichtig für die Befreiung der Liebe zwischen uns.

Zurück zu dem Buch „Zeit für Gefühle“!

Emotionen sind keine Gefühle! Das ist eine zentrale Botschaft des Buches.

Emotionen sind nicht dasselbe wie Gefühle. Wenn man seine innere Welt erforscht, dann erkennt man, daß sie etwas völlig Verschiedenes sind. Tatsächlich sind sie zwei diametral entgegengesetzte Erfahrungen. Die Erfahrung eines Gefühlös ist Welten entfernt von der Erfahrung einer Emotion. (S. 20)

Emotionen bilden ein Reservoir von Gefühlen, die wir in der Vergangenheit nicht ausgedrückt haben. (S. 20 f.)

Generell fallen Emotionen unter die Schirmherrschaft der Angst, und Gefühle fallen unter die Schirmherrschaft der Liebe. (S. 33)

Emotionen sind ein Aspekt des Egos (S. 70), Gefühle ein Aspekt des Herzens.

Emotionen erschaffen Karma, was wiederum die Zukunft beeinflussen kann. Wenn unsere Beziehungen frei von Emotionen sind und stattdessen voller Liebe, dann wird kein Karma aufgebaut. (S. 102)

Woran erkennt man EMOTIONEN? Diana und Michael Richardson haben 25 Symptome aufgeführt (S. 22 – 23). Wer sich darin erkennt (…), der hat hier ein Buch, diese Emotionen zu heilen:

  1. An dem Gefühl vom anderen abgetrennt oder ihm entfremdet zu sein, so als stände plötzlich eine Mauer zwischen euch.
  2. Der Augenkontakt wird schwierig, du vermeidest, dem anderen in die Augen zu schauen, blickst woanders hin; oder der andere scheint dir weit weg zu sein oder du siehst ihn nur verschwommen.
  3. Du gibst deinem Partner die Schuld an der Situation oder am eigenen Unglück.
  4. Du benutzt Worte wie „Nie machst du …“ oder „Immer machst du …“. Du sprichst über deinen Partner, nicht über dich.
  5. Du ziehst dich zurück und verschließt dich.
  6. Dein Körper ist zusammengezogen, du fühlst dich wie gelähmt, wie taub – manchmal treten auch Schmerzen auf.
  7. Dein Gesichtsfeld verengt sich und ist umwölkt.
  8. Du fühlst dich erschöpft, hast wenig Energie und möchtest am liebsten schlafen.
  9. Du bist auf der Hut, in Abwehrstellung.
  10. Du fühlst dich allein gelassen und abgelehnt.
  11. Du fühlst dich einsam und unvollständig.
  12. Du bist selbstgerecht, nach dem Motto: „Ich habe Recht und ich weigere mich so lange, einzulenken, bis du zugibst, dass ich Recht habe.“
  13. Du fühlst dich falsch verstanden und du hast das Gefühl, dass alles, was du machst, für selbstverständlich gehalten wird.
  14. Du liebst es zu streiten, zu diskutieren, zu kämpfen und den anderen zu provozieren.
  15. Deine Gedanken drehen sich im Kreis, du bist voller Negativität und hast Zweifel.
  16. Was auch immer auftaucht, es folgt demselben Muster und Themen wiederholen sich.
  17. Du fühlst dich hilflos und als Opfer der Situation.
  18. Die Zukunft erscheint dir hoffnungslos und deprimierend.
  19. Du bist angespannt und kratzbürstig, dein Partner kann dir nichts recht machen.
  20. Der emotionale Zustand kann einige Tage bestehen bleiben, bevor er sich löst und wieder Harmonie einkehrt.
  21. Du willst, dass dein Partner sich ändert.
  22. Du willst dich rächen, indem du  etwas Unfreundliches und Liebloses tust oder sagst.
  23. Du reagierst aus dem Ego.
  24. Unbewusste Reaktionen. Du verstehst nicht, warum du so reagierst.
  25. Du beziehst dich auf etwas Vergangenes.

Eine Quelle von giftigen Emotionen hatten wir schon kennengelernt, konventioneller Sex. Die Autoren benennen insgesamt fünf Quellen:

  1. Unterdrückung von Gefühlen in der Kindheit
  2. Körperliche Misshandlungen, sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt
  3. Konventioneller Sex = emotionaler Sex (Erregung und Spannung erzeugend)
  4. Der Verstand – er kann zwanghaft werden
  5. Kollektive Schmerzen und Emotionen

Diana und Michael Richardson zeigen fünf goldene Regeln, wie wir mit emotionalen Zuständen umgehen und sie heilen können. Auch diese seien hier kurz benannt. Im Buch werden diese Schritte natürlich genau ausgeführt und an Beispielen erläutert (S. 68 – 79):

  1. Erkennen, dass man emotional ist.
  2. Drei einfache, alles verwandelnde Worte laut aussprechen: „Ich bin emotional.“
  3. Dem Partner sagen: „Ich gehe jetzt, weil ich eine Weile allein sein muss. Ich komme später wieder.“
  4. Deinen Körper für eine Zeit lang aktiv bewegen (nicht ins Bett legen!)
  5. Zum Partner zurück kehren, wenn die Emotionen vorbei sind und ihn in den Arm nehmen.

Und was ist mit den GEFÜHLEN, mit „Zeit für Gefühle“?

Die alten Gefühle zu erkennen und uns durch Emotionen durchzuarbeiten ist nur die halbe Lösung. Die andere Hälfte ist ebenso wichtig: Gefühle in dem Augenblick auszudrücken, in dem sie aufkommen – im Hier und Jetzt! (S. 92)

Wenn wir in der Lage sind, Gefühle wie Wut, Trauer, Verzweiflung oder Frustration an der Wurzel zu packen in dem Moment, in dem sie aufkommen, dann haben sie keine lange Überlebenschance – etwa acht Sekunden. (S. 93)

Hier sind im Buch auch viele Tipps im Umgang mit authentischen, aktuellen Gefühlen zu finden. Das Buch schließt mit 19 Empfehlungen zur Kunst, miteinander zu reden und sich aufeinander zu beziehen.

Mein Fazit: Dieses kleine Büchlein ist ein wertvoller Schatz, emotionales Gift zu erkennen und uns davon zu befreien. Es lässt traditionelle Psychologie in ihrer Theorie und Praxis weit hinter sich. Wir lernen, selbst VERANTWORTUNG für unsere Emotionen zu übernehmen und in ihrer Heilung nicht nur erwachsen zu werden, sondern auch liebesfähig.

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Die deutschsprachige Internet-Seite
von Michael und Diana Richardson

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