Dr. Ruediger Dahlke: Das große Buch vom Fasten

Untertitel: Den Körper entlasten – die Seele befreien

Dieses große Buch vom Fasten ist Ausdruck einer langjährigen Fastenpraxis des Autoren, der – wenn der Begriff erlaubt ist – der „Fastenguru“ im deutschsprachigen Raum ist, zumindest aber ein ausgewiesener Fastenarzt ist. Das Buch geht in die Tiefe. Es beleuchtet vor allem die spirituelle Dimension des Fastens: Es ist ein umfassender Reinigungsprozess, der nicht nur den Körper entlastet, sondern auch den Geist klärt und die Seele befreit. Der Autor hat auch mit der „Lichtnahrung“ (komplette Null-Diät, sogar ohne Wasser) experimentiert, gewisse verblüffende Erkenntnisse gewonnen, sieht darin jedoch nicht sein Weg.

Das Buch ist unendlich vielschichtig, und ich picke hier stellvertretend nur die Themen heraus, die MICH besonders angesprochen haben. Andere werden andere Themen hervorheben.

Fasten als alchemischer Prozess

Es sind nur wenige Seiten ganz am Anfang, dass der Autor das Fasten mit einem alchemischen Prozess (er verwendet den älteren Begriff Alchimie statt Alchemie) vergleicht.

Wesen und Tiefe des Fastens erschließt am treffendsten ein kleiner Umweg über die Alchinie, deren Anliegen es ist, den natürlichen Entwicklungsfortschritt zu beschleunigen. …
zu Beginn wird die jeweilige Materie in die drei Bestandteile Körper, Geist und Seele „zerlegt“; anschließend werden die Teile bis zur höchsten Vollkommenheit gereinigt, um erst dann wieder  im richtigen Verhältnis zusammengefügt zu werden …“ (S. 12) 4

Als alchimischer Weg für Körper und Seele hat das Fasten seinen Platz unter den spirituellen Entwicklungswegen zu Recht, wie es ja auch in allen großen Religionen … eingesetzt wird. Aber auch sein Ansehen in der Naturheilkunde ist begründet.“ (S. 15)

„Das große Buch vom Fasten“ entfaltet die ganze spirituelle Dimension des Fastens. Fasten  gehörte immer zu den Basis-Techniken auf dem spirituellen Weg. Der Autor betont ganz besonders:

Fasten verlangt die volle Eigenverantwortung der Betroffenen. Wenig ist heute so not-wendig und zugleich so unpopulär, wie Verantwortung zu übernehmen für den eigenen Körper, die eigene Seele, das persönliche Wachstum. (S. 17)

Der eigene Weg des Fastens „auf dem geistigen Weg“ verlangt zunächst einmal, sich nahezu „buchstabengetreu“ an die Anweisungen zu halten („die Krücken“), um aus dem Fasten dann immer mehr einen ganz persönlichen Weg zu machen, der von der Körperintelligenz oder dem inneren Arzt geleitet wird. So wird der eigene Fastenprozess mit den Jahren immer origineller.

Fasten als weiblicher Weg

Zunächst leiden Frauen in der heutigen Zeit mehr an Figurproblemen als Männer. Die eigene Figur „in den Griff zu bekommen“, Idealgewicht und Idealfigur zu erreichen, ist vor allem ein Frauenthema – und da liegt das Fasten für Frauen auf der Hand.

Es ist aber mehr: Fasten ist der WEIBLICHE WEG der Heilung. Es geht bei diesem Weg nicht um das MACHEN (der Männer-Medizin), sondern um das LASSEN und LOSLASSEN. „Der Organismus kann so in eigener Regie immer noch vieles geschehen lassen – unter anderem sogar Wunder.“ (S. 87) Und dann der Granatensatz (der die Bombe zum Detonieren bringt): „Nichts macht Menschen so unabhängig von Ärzten wie Fasten.“ (S. 88)

Fasten kann insgesamt den WEIBLICHEN POL in unserer Gesellschaft stärken. „Die enormen Chancen des weiblichen Pols werden wir in Zukunft entdecken müssen, oder wir werden keine Zukunft mehr haben.“ (S. 89) [Ich denke gerade an Gandhi, der sich demonstrativ einem Fasten unterzog, „Hungerstreik bis zum Tod“ um die sich spaltende indische Gesellschaft wieder zu einigen.]

Apropos Gandhi, gerade finde ich ein Zitat von ihm im Buch:

Die Fastenzeit ist Teil meines Wesens. Ich kann auf sie ebensowenig verzichten wie auf meine Augen. Was für die Augen die äußere Welt sind, das ist das Fasten für die innere. MAHATMA GANDHI (S. 319)

Lichtnahrung

Es hat mich wirklich überrascht, dass auch Dahlke mit der Lichtnahrung, „der immateriellen Ernährungsweise“  experimentiert hat, sogar noch bevor diese durch „Jasmuheen“ bekannt wurde. Mit anderen Worten, der Autor selbst ist bei dem Thema des Fastens bis an die Grenze gegangen. Schon bei seinem ersten 40-Tage-Fasten ist ihm aufgefallen, dass er in der 5. und 6. Woche nicht mehr abnahm. „Wovon ich in der fünften und erst recht in der sechsten Woche gelebt habe, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls habe ich Energie verbraucht, … auf der Waage aber zeigte sich kein Gewichtsverlust mehr. … Möglicherweise war das  damals auch schon mein erster unbewusster Einstieg in die Lichtnahrung.“ (S. 312)

Er beschreibt die Dramatik, auch kein Wasser mehr zu sich zu nehmen. So wird die reine Lichtnahrung zum Gang durch die Wüste. Doch es ist machbar und kann unsere an die Materie anhaftende Weltanschauung dramatisch erschüttern. Dahlke selbst hat in diesem Prozess „ohne das Wasser des Lebens“ seine Erfahrung gemacht und auch den tiefen spirituellen Hintergrund des Sterbens und Wiedergeboren-Werdens erlebt. Er lehnt diesen Prozess nicht ab, warnt aber vor zu leichtsinnigem Einstieg in diesen Prozess: „Grundsätzlich jedem kann ich ihn aber nicht empfehlen. Ich denke, man sollte schon solide Fasten- und sicher auch spirituelle Erfahrunegn haben, bevor man diesen Schritt wagen kann.“ (S. 319)

Ein Absatz hat mir besonders gefallen (weil ich ähnliche Erfahrungen mache):

Alle meine Bücher habe ich wie gesagt fastend geschrieben, entweder während meiner beiden jährlichen Fastenperioden oder aber in der Zeit der frühen Morgenstunden bis zum Mittag … Unbelasteter als im Fasten kann man nach meiner Erfahrung gar nicht sein, zu keiner Zeit fließen die Gedanken so frei und leicht. (S. 318)


Mein Fazit: Das Buch ist sicher kein Einstiegsbuch ins Fasten. Dafür ist das „7-Tage-Fasten-Programm (> meine Besprechung) des Autoren genau das Richtige. Wenn man mal zwei oder drei Fastenkuren per Anleitung gemacht hat und sein unglaubliche Wirkung am eigenen Leib erfahren hat, dann will man auch das genze Potenzial des Fastens nutzen. Und dafür ist „Das große Buch vom Fasten“ vollkommen. Es betont das Bewusstsein, als BEWUSSTES Fasten wie auch als ENTFALTUNG durch Fasten. Das Buch lässt kein Thema aus (jedenfalls nichts, was ich wahrgenommen hätte).

Es wird seinem Titel mehr als gerecht. Es ist selbst eine gute Fastenlektüre, durch das man beim Fasten in den Prozess selbst vertiefen kann. Ich denke, das Buch gehört in die Hausbibliothek (klingt wie Hausapotheke) jedes Menschen, für den Fasten ein integrierter Bestandteil des spirituellen Weges ist.

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