Heinz & Aude Klein: Das wahre Erbe der Katharer

Untertitel: Zeitzeugnisse

Wie kommen Heinz Klein und seine Frau Aude dazu, ein Buch über „das wahre Erbe der Katharer“ zu schreiben? Es liegt nicht gerade auf der Hand. Vielleicht ist es manchmal auch die Rolle einer guten Buchbesprechungen, erst einmal einen Zugang zu dem besprochenen Werk zu schaffen.
Kurz die historische Einordnung:  Die Katharer („die Reinen“) – von der katholischen Kirche nach der französischen Stadt Albi als „Albigenser“ bezeichnet – waren eine mittelalterliche christliche Glaubensbewegung („die Kirche der Liebe“), die 1244 mit ca. 200 Menschen als Häretiker in Südfrankreich verfolgt und verbrannt wurden.

Die Katharer lebten sehr bescheiden wie indische Bettelmönche und zogen sich nach ihrer Verfolgung in Grotten der Pyrenäentäler der Grafschaft Foix zurück. Dann entwickelten sich in esoterischen Kreisen Legenden um den „Heiligen Gral der Katharer“.
Sie hatten auch gewisse Kontakte zu Rosenkreuzern.

Das Ehepaar Klein hat in den Buch durch persönliche Kontakte zu Nachfolgern durch Interviews, interne Briefdokumente, also „Zeitzeugnissen“ das eine und andere an Legendenbildung um die Katharer (auch ihrer inneren Struktur)  „entmystifizieren“ können, um dann aber die eigentliche Größe des letzten geistigen Führers Antonin Gadal (1877 – 1982) zu würdigen. Er war ein echter Gnostiker und bewahrte den gnostischen Kern der Katharer bis in die Neuzeit. Bei allen Legenden um den „Heiligen Gral“ sind die Katharer einer der letzten Gnostiker der jungen christlichen Gemeinden. Es geht dem Autorenpaar um die „Perlen, die in den vorangegangenen Zeiten von Wissenden zurückgelassen wurden“ (S. 7) Gnostiker sind wahrhaft Wissende. Und es kommt bei Verständnis dieses „wahren Erbes der Katharer“ (dem Heiligen Gral des Geistes) Heinz Klein wieder zugute, bis in das gnostische Verstehen des Tao Te Ting vorgedrungen zu sein.

Die Katharer, die im Mittelalter verstärkt in Frankreich gewirkt haben, standen in der Nachfolge der ägyptischen, der persischen, der griechischen und chinesischen Lehre der Gnosis. Nicht zu übersehen ist in Frankreich das gnostische Erbe der Druiden. Es gehört unter anderem auch zum Verdienst von Antonin Gadal, die Essenz der Weltsicht der Druiden in seinen Privatstudien herausgearbeitet zu haben … – Wie wenigen Menschen ist es heute bekannt, dass Laotse weder Naturphilosoph noch Weltverbesserer war, sondern Gnostiker wie ebenfalls Jesus, der Essener, ein Gnostiker war. (S. 117)

Zwei Fragen:

Woher kommt die grenzenlose Energie, die unbeugsame Kraft solcher „Abweichler“, um der großen, gewaltsamen Macht von Kirche und Staat zu trotzen. Doch auch die Frage: Was macht so eine kleine Gruppe von Christen so gefährlich, dass sie ausgerottet werden?

Die unbeugsame Kraft kommt aus der Energie der Urschöpfung, deren Gnostiker teilhaben. Es ist die reine Quelle der Liebe. Und genau das ist auch die Antwort auf die zweite Frage: In Zeiten der Kreuzzüge, der „Heiligen Kriege“ ist es eigentlich die Botschaft Jesu „Liebet deine Nächsten, liebet deine Feinde“, die da ausgerottet werden soll. Keine „Kirche der Liebe“ der Katharer darf an diese einfache, entwaffnende Botschaft von Jesus erinnern. Ausgerottet werden soll in Wirklichkeit die Erinnerung an die Reinheit der Liebeslehre von Jesus.

Das wahre Erbe

So schändlich der Versuch der römischen Kirche auch war, das Urwissen der Katharer wie der anderen Ketzer ausrotten zu wollen, indem man sie in den Flammen umkommen ließ, so gelang es den Machthabern jener Zeit jedoch nicht, den Strom der Gnosis zum Versiegen zu bringen. Denn die Quelle dieses Flusses liegt im geistigen Herzen des Menschen, und immer gibt es Gnostiker (S. 117)

Gnosis ist für diejenigen zugänglich, die noch mit dem Herzen denken. (S. 115)

Niemand, und auch kein Gnostiker, wird bestreiten, dass wir in der Zeit unserer Inkarnation auf dieser Welt einen Körper aus fassbarer, messbarer, fester Materie besitzen. Diese Materie ist nicht tot, so wie ein Stein nicht tot ist, sondern sie wird belebt. Diese Belebung nennen wir gemeinhin „Seele“. Die gnostische Lehre gründet auf dem Wissen, dass der Mensch zwei Naturordnungen unterliegt, auch wenn das nicht allen Menschen bewusst ist. Da sind einerseits die polare und andererseits die unpolare Naturordnung. (S. 119)

Das Endziel aller gnostischen Wege jedoch ist die Rückkehr in das ursprüngliche, unpolare Schöpfungsfeld. (S. 120)

Jede Rückführung der degenerierten Materie in die reine Urmaterie trägt dazu bei, die Schöpfung aus der polaren Spannung in die Einheit der Urschöpfung zurücktzführen. (S. 124)

Für den rein intellektuellen Menschen, die auf das erlernen von äußeren Fakten angewiesen sind und deshalb im wahrsten Sinne des Wortes unwissend sind, ist es nicht vorstellbar, dass das Wissen der Gnosis nicht von geistigen Führern und Gurus übermittelt oder aus Büchern bezogen wird, sondern authentisch aus dem Herzen kommt, wenn diese mit den Feldern der Urschöpfung in Verbindung steht. (S. 127)

Mein Fazit: Das Ehepaar Klein hat durch eigene Untersuchungsarbeit das geistige Erbe eine der letzten bis in die Antike zurück gehende gnostischen Bewegungen in ihrer Reinheit herausgeschält und bewahrt. Es gibt in der Esoterik und Exoterik sicher viele Legenden und Mythen. Da ist es sehr verdienstvoll, Verwirrungen zu entmystifizieren, um zum klaren Kern einer Botschaft herauszuschälen. Wer sucht noch den „Heiligen Gral“ der Katharer? Das Buch des Ehepaar Kleins ist es als Wegweiser. Denn was sollte der Schatz der Gnostiker sein wenn nicht WISSEN im Inneren des eigenen Herzens?

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