Heinz Klein: Die Magie vom Wenigerwerden

Untertitel: Die Transformation zum wahren Menschen

Ich habe das Buch in der Zeit einer spirituellen Krise gelesen, weil ich nicht mehr wusste, was oben und was unten war, ob ich mich nicht einer grandiosen Selbsttäuschung über meine spirituelle Reife hingegeben hatte. Ich lebte faktisch schon dieses „Wenigerwerden“, alles loslassen, was nicht mehr wesentlich ist.  Doch es war mehr ein Genommenwerden, als dass ich diesen Weg freiwillig gegangen wäre. Ich wollte wissen,  ob ich in meinem Leben komplett versagt hatte oder mich gerade in einem „Transformationsprozess zum wahren Menschen“ befinde.

Das Buch steht unter dem Motto von LaoTse:

Lernen und studieren bedeutet täglich größer werden.
Dem Tao folgen bedeutet täglich weniger werden. (S. 7)

Der Autor Heinz Klein ist ein ausgewiesener Kenner des Taoismus und hat das Tao Teking von Laotse neu ins Deutsche übersetzt.

Es macht wenig Sinn, für das Buch zu werben. Wenn du reif für es bist, wird es dich finden. Hier nur ein paar Kostproben aus dem Buch:

Perlen der Mystik

Der Rückweg in das Vibrationsfeld der Urschöpfung wird in der christlichen Esoterik als Kreuzweg bezeichnet oder auch das Endura genannt. Auf diesem Weg wird das horizontale Naturbewusstsein getroffen vom vertikalen Bewußtseinsstrahl kosmischer Natur. … Er Mensch wird so quasi zum Tun gezwungen. (S. 23)

Wer nicht durch das eigene Tun zur Erkenntnis seiner selbst gelangt, sondern sich Eingebungen anderer Wesen hingibt, gelangt nicht zur wahnlosen Wirklichkeit, sondern wird ein Opfer von Wahnwelten. Daher rät jeder geistige Lehrer seinen Schülern davon ab, Anweisungen und Ratschläge bei Geistern der Astralwelt zu suchen. (S. 24)

Östliche Methoden kommen hier im Westen in die falschen Hände und verführen viele suchende Menschen zu einer voreiligen Passivität, zu einem falsch verstandenen Nichts-Tun, und so blockieren sie den notwendigen Prozeß der Selbsterkenntnis. (S. 25)

Um der göttlichen Schwingung begegnen zu können, müssen wir den ehemals göttlichen Mikrokosmos in uns wieder zum Leben erwecken oder mit den Worten der Bibel ausgedrückt, wir müssen wieder geboren werden aus dem Wasser und dem Geist. (S. 38)

Die uns überlieferten Worte Jesu am Kreuz werden uns dann in neuem Licht erscheinen. Die Worte: „Es ist vollbracht“ sind dann nicht mehr Ausdruck einer Todesagonie, sondern ein Freudenschrei über das vollbrachte Werk. Der zweifache Paradiesesfluch wird wieder aufgehoben, und mit dem Erstrahlen der unsterblichen Geistseele kann in uns das Männliche und das Weibliche seine lebensspendende Hochzeit feiern. (S. 42)

Von Natur her, von unserer Inkarnation her, handeln wir in Bezug auf Spiritualität und das Reich vorwiegend aus einem der drei Felder. Wir fühlen uns mehr als Gnostiker und sind auf der Suche nach den Gesetzen des Kosmos, oder wir fühlen uns mehr als Prister, als Vermittler zwischen Himmel und Erde, oder aber wir gehören zu den Lebensbehütern, den ritterlichen Menschen. Erst durch das harmonische Zusammenwirken der drei Aspekte – Haupt, Herz und Becken – kann sich sowohl im einzelnen Menschen als auch auf der Ebene der Menschheit der vollkommene Christos offenbaren. (S. 59)

In der allgemeinen Begriffsverwirung, die in unserer Zeit herrscht, werden die jenseitigen Welten irrtümlich oft für die „höheren Welten“ angesehen. Die Tatsache allein, dass alle Toten in diese feinstofflichen Welten eingehen, sollten uns davor hüten, dort „höhere Welten“ zu vermuten. (S. 94) In allen ernsthaften Schulen zur geistigen Entwicklung wird der Kenntnis über das Jenseits und den Mitteilungen aus dem Jenseits so gut wie keinerlei Bedeutung beigemessen. (S. 100)

„Spiritualität“ … bedeutet eine Lebensgestaltung, die vorwiegend von geistigen Gesetzen bestimmt wird. (S. 105)

Ein spiritueller Sucher, der den Schritt zur vegetarischen Lebensweise nicht auf sich nehmen kann, bleibt trotz größter Anstrengungen in seinen Gedankenspekulationen gefangen, ohne je das Erwachen auf einer anderen Seinsebene zu erleben. (S. 107)

Spiritualität bedeutet folglich nicht Suche nach höheren Energien, sondern eine langsame Rückführung des Mikrokosmos Mensch in die siebenfältige Strahlung des Makrokosmos, so daß der ursprüngliche Mensch, der Adamas, wieder im achten Feld erwachen konnte. (S. 108)

Vor allem sollte man wissen, wo der Weg beginnt und an welchen Stationen man vorbei kommt. Denn es hat schon seine Bedeutung, wenn im Dreierprinzip des Kosmos – Weg, Wahrheit, Leben – der Aspekt Weg zuerst genannt ist. Ohne Weg kommen wir nicht zur Wahrheit und zum Leben. (S. 120)

Der Organ-Mensch ist der Menschentyp, der uns überall begegnet. In einigen Schulen, so z.B. bei Gurdjieff, bezeichnet man diesen Menschen als den „Tier-Menschen“, weil er noch weit entfernt vom Menschen, vom wahren Menschen ist. …
In allen Kulturen umspannte der denkende Mensch alles, was im Himmel und auf Erden ist. Dieses Denken ist allerdings nur möglich, wann die drei oberen Chakras in Blüte stehen. So kann der wahre Mensch nur in einem Chakra-Menschen geboren werden. … Der Chakra-Mensch ist noch nicht der wahre Mensch, aber aus ihm kann der wahre Mensch hervor gehen. (S. 128 f.)

Wir erleben gesetzmäßig den Durchbruch von der sieben zur acht, von der zwölf zur dreizehn, wenn wir bereit sind, uns selbst aufzugeben. (S. 136)

Einige geistige Schulen gehen sogar so weit, daß jeder Schüler, der in irgendeiner Form von sozialen Unterstützung des Staates abhängig ist, nicht aufgenommen wird. (S. 150)

Unser Weg zurück beginnt ein Weg zu sein, wenn sich die beiden verschiedenen polarisierten Wesen nicht mehr um die Vorherrschaft streiten. Denn im Kampf zwischen Mann und Frau um die Vorherrschaft über den anderen verfestigt sich die Polarisierung, die eigentlich überwunden werden soll. … Im gegenseitigen Dienen werden beide befreit vom egoistischen Haben- und Seinwollen. Indem so jeder für sich zurücktritt, kann der latente gegensätzliche Teil wieder regenerieren. (S. 162 f.)

Die Wege zu Meisterschaften im Hellsehen, Heilen von Krankeiten oder Astralreisen sind die vielen indirekten Wege, die sich dann als Umwege oder sogar als Irrwege erweisen. (S. 180)

Wenn wir unseren religiösen Autoritäten folgen, dann werden wir schon früh auf das fundamentale Dreieck von Glaube, Hoffnung und Liebe aufmerksam gemacht. Wir machen dann die paulinische Fehl- oder Uminterpretation des echten Christuswortes von Weg, Wahrheit und Leben zu unserer Basis und wundern uns vielleicht, daß wir der Wahrheit und dem Leben nicht begegnen. Wenn der Glaube den Weg ersetzt, dann wird allen spekulativen Glaubenssätzen Tür und Tor geöffnet. … Schüler jedoch, die Jahrhunderte später leben, kommen durch Paulus nicht mehr auf den direkten Weg zum Reich, sondern in das Gebäude der Theologie. (S. 183)

Es gibt kein allgemein gültiges Rezept. Was wir brauchen, ist das Schwert der Erkenntnis, um mit wachsenden Unterscheidungsvermögen für unseren Fall den Irrweg vom Weh zu trennen. (S. 184)

Mein Fazit: Das Buch ist nicht leicht zu lesen und eine Heausforderung. Es braucht viel Mut, lieb gewonnene spirituelle Selbstgefälligkeit in Frage stellen zu lassen. Das Buch ist etwas für Menschen, die die „absolute WAHHEIT“ das ewige TAO suchen – zu dem Preis, eine Demaskierung, eine Erschütterung  nach der anderen über sich ergehen zu lassen. „Ein Erwachen zu einem bewussten Leben erfordert viel Kraft; daher schaffen die meisten diesen Akt der Befreiung nicht, und sie folgenden den vorgegebenen Spuren. Das Buch erinnert mich sehr an Krishnamurti: keine Gurus mehr, nur noch den direkten Weg!

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>> Zum Autor Heinz Klein
und zu anderen hier besprochenen Büchern des Autors.

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