Kay Pollak: Durch Begegnungen wachsen

Kay Pollak ist ein schwedischer Regisseur, der 2004 mit seinem oscar-nominierten
Film WIE IM HIMMEL (>> meine Filmbesprechung) ein grandioses Comeback
feiern konnte.

Sein Buch „Durch Begegnungen wachsen. Mehr Achtsamkeit und Nähe im Umgang mit anderen“ ist sozusagen der philosophisch-psychologische Hintergrund des Films. Es ist nicht nur für das tiefere Verständnis des Films wichtig, sondern auch eine Hilfestellung, um in einer Gemeinschaft spirituell zu wachsen.

Kay Pollak schreibt im Vorwort AN DEN LESER zum Buch

Man könnte es auch als eine Art Schnellkurs bezeichnen, der Sie – dank Ihrer eigenen Fähigkeiten – in die Lage versetzt, anderen Menschen auf eine neue Art und Weise gegenüberzutreten.

Das Buch besteht aus drei Teilen, gliedert sich also gewissermaßen in einen Grundkurs, einen Fortsetzungskurs und einen Abschlusskurs. (S. 9)

Das Buch liefert keine Theorie über Beziehungen. Es ist ein kleines Handbuch mit vielen Idee, Übungen, markanten Sätzen, Einsichten, das man an jeder Stelle aufschlagen kann, um eine Inspiration für einen tieferen, authentischeren Umgang mit anderen Menschen zu pflegen.

Was ich von einem anderen Menschen denke,
handelt mehr von mir als von diesem anderen Menschen. (S. 35)

Jeder meiner Gedanken trägt zur Wahrheit oder zur Illusion bei.
Jeder Meiner Gedanken vergrößert die Wahrheit oder die Lüge. (S. 36)

Jede Wut ist ein Versuch,
jemand ein Schuldgefühl zu vermitteln. (S. 50)

Sobald ich Angst habe, tendiere ich dazu,
die Wirklichkeit umzudeuten, das heißt,
die Wahrheit zu verkennen. (S. 72)

Wir besuchen die Schule des Lebens,
um etwas zu lernen. Nur wenn wir gar nichts lernen,
kann man wirklich von einem Scheitern sprechen. (S. 81)

Angst und Liebe können niemals gleichzeitig erlebt werden.
(S. 97)

Manche Menschen spenden Liebe,
andere haben Angst und bitten um Liebe. (S. 99)

In dem Film von Kay Pollak WIE IM HIMMEL geht es um ZUHÖRERN.
Sein Buch enthält einen wunderschönen Text (ANONYMUS), den ich hier am Ende noch zitieren möchte:

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,
und du beginnst mir Ratschläge zu geben,
hast du nicht getan, worum ich dich gebeten habe.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,
und du beginnst mir zu erklären,
warum ich nicht so fühlen sollte, wie ich es tue,
trampelst du auf meinen Gefühlen herum.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören,
und du denkst, du müsstest etwas tun,
um mein Problem zu untersuchen,
dann läßt du mich im Stich –
so merkwürdig sich das auch anhören mag.

Vielleicht helfen manchen Menschen deshalb Gebete so gut,
weil Gott stumm ist, keine Ratschläge gibt
und sich nicht einmischt
Er hört zu und lässt mich selbst zurecht kommen.

Deshalb sei so nett und hör mir einfach zu.
Und wenn du reden möchtest,
kannst du doch wohl eine Weile warten, bis du dran bist.

Dann verspreche ich, dir zuzuhören.
(S. 88)

Mein Fazit: Ein sehr schönes Büchlein nicht nur zum Film, sondern geeignet, sich Gedanken über die Beziehung zu seinen Mitmenschen zu machen – tagtäglich. Ein praktisches 1×1-Übungsprogramm, um Frieden unter die Menschen zu bringen. Es beginnt mit jedem einzelnen.

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Durch Begegnungen wachsen: Für mehr Achtsamkeit und Nähe im Umgang mit anderen

Hier noch einmal >> meine Besprechung des Films WIE IM HIMMEL

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