Omraam M. Aivanov: Hommage an Meister Peter Deunov

Omraam Mikhaël Aïvanhov ist wohl der bekanntest Schüler von Meister Peter Deunnov. Diese Hommage an seinen Meister, dem er als 17-Jähriger erstmals begegnet ist, ist keine Biographie und man findet hier auch keine sensationellen Enthüllungen, wenn man dies erwartet hat. Was mich an diesem Buch am meisten fasziniert hat, ist diese eindrückliche Liebe und Verehrung seinem Meister gegenüber, die wirklich aus dem Herzen kommt. Es ist überhaupt ein schönes Büchlein über ein Meister-Schüler-Verhältnis. Wer hat heute schon noch „seinen Meister“? Der esoterische Markt ist so groß, dass sich ständig neue „Erleuchtete“ als Wegweiser anbieten. Doch einen lebendigen Meister zum Anfassen, den man Jahre und Jahrzehntelang begleitet? Das ist wohl immer mehr zur Ausnahme geworden.

Aber ich war glücklich, denn ich fühlte mich reich, sagenhaft reich; reich, weil ich wusste, dass es meinen Meister gab. Ich hatte das Gefühl, dass mein Kopf und mein Herz alle Schätze des Universums enthielten. Einen Meister zu haben, begreift ihr das! Ich wusste, dass ich durch ihn Himmel und Erde besitzen würde, dass ich die mir kostbarsten Wünsche verwirklichen würde. (S. 11 f.)

Es sind nicht die Worte und Lehren eines Meisters (die man auch über ein Buch oder ein Video aufnehmen kann), sondern seine Präsenz.

Das Wichtigste, das war nicht die Lehre, die er uns durch das Wort vermittelte. Das Wichtigste, das war die intensive Schwingung seines Geistes, die uns erfüllte. (S. 26) …
Die Schüler sind mit dem Meister verbunden, wie der Fötus mit der Mutter. Wenn der Meister Kräfte des Himmels empfängt, so profitiert der Schüler davon. Auf diese Weise habe ich mich jahrelang beim Meister ernährt. (S. 34)

Omraam Mikhaël Aïvanhov predigt wahrlich nicht die Abhängigkeit von einem Meister. Solange man Schüler ist, ist ein gewisser Gehorsam im eigenen Interesse wichtig (wie der von Kindern den Eltern gegenüber). Er schreibt selbst, dass er der Aufforderung seines Meisters im Jahr 1937, nach Frankreich zu gehen, um die Lehre im freien Westen weiter zu führen, gehorsam gefolgt ist (S. 43)

Natürlich ist es gut, einen weisen und liebevollen Meister zu haben, aber vergesst niemals, dass ihr selbst das Wichtigste dabei seid, denn letztlich zieht man immer die Dinge an, die dem entsprechen, was man in seinem Kopf und seinem Herzen trägt. (S. 51)

Noch ein Zitat aus der Hommage an seinen Meister:

Universelle Weiße Bruderschaft, diese Wörter geben zu verstehen, dass auf der ganzen Welt alle Menschen Brüder und Schwestern sind, Söhne und Töchter des Himmlischen Vaters und der Göttlichen Mutter, der Natur, und dass sie eine gemeinsame Arbeit zu verrichten haben, eine Arbeit für das Gute, für das Licht. Denn das ist die Bedeutung des Wortes „weiß“, eine spirituelle Bedeutung: das Gute, das Licht. (S. 69)

Das Büchlein enthält einige schöne Anekdoten und Lehrgeschichten. Das Wichtigste aber: Einen wahren Meister macht nicht die Anzahl seiner Schüler aus, sondern die Anzahl der Meister, die er hervorgebracht hat. Und Omraam Mikhaël Aïvanhov ist sicher ein herausragender Schüler, der selbst zum Meister geworden ist. Das dokumentiert auch diese „Hommage“ auf eindrucksvolle Weise.


Hommage an Meister Peter Deunov (Izvor) (Klick)

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Ein Kommentar

  • Großes Kompliment, du hast das Buch so gut besprochen, dass ich mir es
    unbedingt bestellen muss.

    Herzlichen Dank dafür.

    Lieben Gruß
    Elke

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