Paul Ferrini: Die zwölf Schritte der Vergebung

Untertitel: aus der Tiefe des Herzens leben

Warum Vergebung? Warum ist Vergebung eine große Hilfe zur Selbstheilung? Was macht Vergebung so schwierig?
Opfer fühlen sich als Opfer. Die anderen sind Schuld und tragen die Verantwortung. Opfer können sich nicht entschuldigen, gar um Vergebung bitten. Andere glauben, dass sie niemanden mehr verletzten und es darum auch keinen Grund gibt, sich bei anderen zu entschuldigen. Es wäre ein Zeichen der Schwäche, eine Einschränkung Ihrer spirituellen Identität, ein Makel an ihrem weißen spirituellen Gewand, andere um Vergebung zu bitten.

„Irren ist menschlich“, andere zu verletzen ist menschlich, sich selbst unwürdig zu behandeln ist menschlich, andere zu beurteilen, sich selbst zu verurteilen ist menschlich. Wir machen Fehler, wir lernen aus Fehlern, wir korrigieren emotionale Übergriffe durch Vergebung. Wir sind Menschen und keine Engel.

Das Buch von Paul Ferrini hilft, durch eine ehrliche Vergebungs-Praxis,
das eigene Herz zu öffnen, „aus der Tiefe des Herzens zu leben“.

Die vier Säulen und 12 Schritte der Vergebung

1 > Vergebung beginnt in unserem Herzen. Nur wenn wir uns selbst vergeben haben, können wir anderen Vergebung gewähren oder sie von ihnen erhalten.
2 > Vergebung erfolg bedingungslos, auch wenn wir uns häufig anders verhalten.
3 > Vergebung ist ein fortlaufender Prozess. Sie erfolg als Reaktion auf jedes Urteil, das wir über uns selbst und andere fällen.
4 > Jede Geste der Vergebung ist ausreichend. Das, was wir tun können, ist genug. Diese Erkenntnis ermöglicht es uns, Vergebung mit Vergebung auszuüben. (S. 15 f.)

Auf der Basis dieser vier Grundsätze stehen die zwölf Schritte:

  1. Die Angst erkennen
  2. Den Wunsch nach Liebe begreifen
  3. Die Rücknahme der Projektion
  4. Die Verantwortung übernehmen
  5. Selbstkritik und Schuldgefühle loslassen
  6. Akzeptiere dich selbst und andere, so wie sie sind.
  7. Sei bereit, zu lernen und zu teilen
  8. Sei deine eigene Autorität
  9. Die Lektion annehmen
  10. Erkennen, dass alles in Ordnung ist
  11. Blick in den Spiegel
  12. Öffne dein Herz

Das schaut alles sehr unspektakulär aus, ist aber ein vollständiges Heilungsprogramm.

Ein paar Anregungen aus dem Buch

Solange wir versuchen, einen Teil unseres Angriffs zu rechtfertigen, vergeben wir nicht. Eine halbe Vergebung ist sogar eine versteckte Form des Angriffs! (S. 14)

Jeder scheinbare Angriff ist ein Schrei nach Liebe.
Jede Lebenskrise ist ein Ruf nach Heilung. (S. 18)

Daher besteht die erste grundlegende Handlung des Drei-Phasen-Prozesses der Selbstvergebung darin, sich selbst zu akzeptieren. Das bedeutet Selbstvergebung. Das bedeutet Eigenverantwortung. Das heißt, mein Leben in seiner Gesamtheit, so wie es ist, ganz ohne Wertung, in Besitz zu nehmen. Es bedeutet, mich in jedem Augenblick selbst zu lieben. Mich selbst zu versorgen. (S. 22)

Anscheinend versuchen wir beide, einander zu beeindrucken, wo wir doch eigentlich eine feste Umarmung bräuchten. (S. 26)

Alles beginnt mit einer simplen falschen Wahrnehmung und endet mit einem tiefen Missverständnis. … Der Turm zu Babel entstand aus ängstlichen Vermutungen. (S. 27)

Andere Menschen sind nicht dazu da, uns glücklich zu machen. Sie sind dazu da, um uns beim Lernen zu helfen. (S. 31)

Hier bin ich also. Der einzige Weg, meinem Leben Starthilfe zu geben, ist, es so zu akzeptieren, wie es ist, mich selbst anzunehmen, wie ich bin, und dich anzunehmen, wie du bist. An diesem Punkt öffnet sich mein Herz. Das ist der Ort, wo die Liebe beginnt. (S. 38)

Ich bin der Kanal für die Liebe in der Welt. Nur dann wird mein Ruf nach Liebe erhört. Denn werde ich mich der Liebe öffne, verbreite ich sie und wenn ich sie verbreite, kommt sie zu mir zurück. (S. 40)

Sowohl Ablehnung also auch Bindung sind Zeichen fehlender Akzeptanz. (S. 43)

Es ist kein Zufall, dass gerade die Menschen, welche die geringste Selbstachtung besitzen, die meisten Werturteile über andere Menschen fällen. (S. 57)

Unser gegenseitiger Streit entsteht aus dem tiefen Gefühl der Unzulänglichkeit in uns beiden. Es kommt von einem Ort, wo sich weder du noch ich geliebt fühlen. Dies zu erkennen ist der Anfang der Gnade. Wir beginnen – selbst in der Dunkelheit – mit den Augen der Liebe zu sehen. (S. 59)

Alle Probleme werden im Raum des WIR gelöst. Tatsächlich existiert das Problem in diesem Raum des WIR gar nicht mehr. Es wurde nur zum Problem, weil beide es aus der Sicht des Ego betrachtet haben. (S. 89)

Zu wissen, dass alles in Ordnung ist, bedeutet, dem Prozess zu vertrauen, was er auch bringen mag. (S. 96)

Lass dich von deiner inneren Stimme lenken. Irgendwo dort draußen ruft jemand nach deiner Liebe. Es geschieht nicht offensichtlich, sondern unauffällig. Und du wirst erkennen, wer es ist. (S. 105)

Mein Fazit: Paul Ferrini ist mit den „12 Schritten der Vergebung“ weltweit bekannt geworden. Es ist ein vollständiges Heilungsprogramm. Wer Paul Ferrini als spirituellen Lehrer und Autor kennen lernen will, dann ist dieses Buch sicher ein guter Einstieg.
Und wenn wir den Prozess der Vergebung beendet haben, dann erkennen wir auch: „Mir wird alles vergeben werden, wenn ich endlich begreife, dass es nichts zu vergeben gibt.“
Wenn wir Fehler brauchen, um zu lernen, dann sind dies keine wirklichen Fehler, sondern „Lernimpulse“.
So ist das Leben.

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