Paul Ferrini: Liebe ist meine Botschaft

Dieses Buch von Paul Ferrini ist ein besonderes Buch, ich denke SEIN Buch spiritueller Meisterschaft. Es ist nicht nur der Höhepunkt der Christus-Bücher von Paul Ferrini, sondern auch der Reihe „Kurs in Spirituelle Meisterschaft“. Es ist ein sehr anspruchsvolles Buch, und das als Warnung: „Denk also nach, bevor du Gott in dein Leben rufst. Jetzt im Moment gehört dein Leben dir. Wenn du Gott einlädtst, wird dein Leben ihm gehören.“ (S. 53)

In dem Buch geht es um nicht weniger als „die Erneuerung der Kernlehre“ (S. 115 ff) von Jesus als eine „radikale Lehre“ (S. 42).

Wir wissen heute, dass die Lehre Jesu in seiner Zeit und in der Tradition des Judentums eine Revolution war, eine Revolution der Liebe. Könnte auch heute noch die Erneuerung dieser Kernlehre eine Revolution sein – wie es vor 2.000 Jahren war?
Kann „die Botschaft der Liebe“ uns auch heute noch in Mark und Bein erschüttern? Mein JA! kann aber nur das Lesen des Buches als Versprechen einlösen.

Ich will hier nur einige Zitate aus dem Buch bringen, die vielleicht schon erschütternd genug sind.

Das Buch ist aber kein „heiliges Buch“, das man Wort für Wort nachbeten soll. Der Autor fordert schon in der Einleitung zum Zweifeln auf, weil wir die Verantwortung nicht einmal auf „heilige Bücher“ übertragen dürfen, sondern jeder die Verantwortung selbst dafür zu tragen hat, welche Lehren er annimmt:

Verwirkliche diese Lehren in deinem Leben und du wirst wissen, ob sie dir nützen oder nicht. Wenn nicht, wirf sie von dir. Du selbst bist verantwortlich für die Lehren, die du akzeptierst. Und du kannst keine Lehre akzeptieren, die dir keine größere Einsicht vermittelt und dich nicht ermächtigt, dein Leben mit mehr Liebe zu leben. (S. 8 – 9)

Jesus als Lehrer

Das Buch von Paul Ferrini ist eine Einladung, vielleicht die wichtigste Einladung unseres Lebens:

Die Zeit für eine Erneuerung des Glaubens ist gekommen. Wenn du diese Worte liest, wirst du verstehen, wie wichtig diese Erneuerung für dich und viele andere ist.
Häufig sagen Menschen zu mir: „Ich kann die Lehren der Kirche nicht akzeptieren, doch ich liebe Jesus immer noch. Ich fühle noch, dass er mein Lehrer ist.“
Fallst du so fühlst, fasse dir ein Herz. Wische die Vorurteile der Vergangenheit fort und komm mit leeren Händen zu ihm. Er wird dich lehren. Er wird dich anleiten.
Er erwartet einfach deine Einladung. (S. 37)

Das volle Potenzial spiritueller Meisterschaft

Jesus hat „sein volles spirituelles Potenzial erreicht“, und das bedeutet,

wir selbst müssen zum Sohn Gottes werden oder in das Christus-Bewusstsein eintreten, um Gott kennen zu lernen. Das ist es, was Jesus tat. Er wurde zu Christus, dem gesalbten Auserwählten, in dem er in direkte Kommunikation mit Gott trat. Jesus wurde ein spiritueller Meister, und wir sind aufgefordert, es ihm gleichzutun. (S. 12)

Das Buch spricht die Menschen an, die es mit der spirituellen Meisterschaft ernst meinen, es Jesus, dem Christus, gleich tun und gar Größeres vollbringen wollen. Kann es einen größeren Anspruch an das Leben geben? Kann es eine größere Erschütterung geben?

Die Buddhisten sprechen von „Buddha-Natur“. Das von Paul Ferrini besprochene „Christus-Potenzial“ ist in der Essenz sicher das Gleiche, auf unsere abendländische Kultur bezogen: „niemand besitzt mehr oder weniger Christus-Potenzial als andere“ (S. 16) Und: „Das Christus-Bewusstsein ist der Status des Übergangs auf der Reise vom Menschlichen zum Göttlichen.“ (S. 48)

Die zwei Lehren

Es gibt zwei Lehren über Gott: die Lehre der Liebe und die Lehre der Angst. Die Lehre der Liebe befreit, die Lehre der Angst versklavt. Und damit haben wir auch die Wahl (!), „welchen Gott wir verehren möchten“ (S. 31)

Falls du an einen liebenden und mitfühlenden Gott glaubst und du einen Fehler machst, wie wir anderen auch, brauchst du keinen Erlöser. Du kannst direkt mit Gott kommunizieren und um Vergebung bitten. Das ist die Lehre der Ermächtigung. (S. 31)

Die Lehre der Ermächtigung sagt, dass Gott keinen Gegner oder Feind hat. Es gibt keinen Teufel, den man zum Sündenbock machen könnte. Niemand anderes kann man für die Entscheidungen, die wir treffen, verantwortlich gemacht werden. (S. 33)

Die Lehre der Ermächtigung verweigert jegliche Rechtfertigung für Mord oder Missbrauch. (S. 33)

Wer der Lehre der Liebe von Jesus folgt, der geht auch seinen Weg, auch den „Weg der Kreuzigung“ (vielleicht ist Kreuzweg ein anderes Wort für Schattenarbeit):

Du gest nun in die Fußstapfen des Meisters, der ebenso wie alle Propheten, Anleitung und spirituelle Erfahrung durch direkte Kommunikation mit Gott erfuhr. Jetzt bist du ebenso wie er ein Häretiker geworden und ein Ausgestoßener für alle religiösen Hierarchien. Du läuft Gefahr, exkommuniziert zu werden, aus der Gemeinde verbannt, so wie es mit ihn geschah. …

Es gibt keinen Unterschied zwischen heute und den Verhältnissen zu Jesu Zeit. Heute trägt der Pharisäer einfach christliche Kirchenroben. Heute ist der Priester oder Bischof der Wolf im Schafspelz. Und er wird alles tun, was in seiner Macht steht, um dich zum Schweigen zu bringen, so dass seine Sünden im Verborgenen bleiben.
Du stehst alo vor derselben Wahl, vor der einst Jesus stand – dich selbst und deinen Glauben zu belügen – oder dich für die Wahrheit, die du in deinem Herzen vernimmst zu erheben. Erhebe dich für das Recht, selbst zu entscheiden, was wahr und falsch ist. (S. 38 f.)

Das Heilen von Wunden

Den Prozess der spirituellen Meisterschaft in dieses „Christus-Potenzial“ gliedert der Autor in drei Schritte: 1. Heilung, 2. Ermächtigung, 3. Dienen

Der Autor benennt und bespricht in der Folge die 7 Barrieren der Heilung: Stolz, Hass, Urteil, Neid, Selbstsucht, Gier und Scham (eine Neuinterpretation der sieben  Todsünden? – S. 112 f. geht er etwas genauer darauf ein).

„Jesus war verwundet. Er wurde von der Welt gekreuzigt.“ (S. 22) Unverheilte Wunden treiben in der Welt den Kreislauf der Gewalt an. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, müssen wir vergeben lernen.

Vergebung ist ein täglicher Prozess und wir müssen sie zu jeder Stundes des Tages üben. Sie ist eine der wichtigsten spirituellen Übungen, welche mit den Lehren Jesu assoziiert wird. (S. 25)

Bei dem Heilen unserer Wunden gibt es keine halben Sachen:

Zuerst müssen wir unsere emotionale Heilung abschließen, erst dann können wir unsere Vollständigkeit spüren. Denn nur als vollständige Wesen können wir die bedingungslose Liebe Gottes erleben. (S. 47)

Und auch das ist sicher in seiner ganzen Wahrheit erschütternd:

Jene, die sich an der Heilung anderer versuchen, ohne vorher selbst geheilt zu sein, sind die ungeheilten Heiler. Sie bringen sich selbst und anderen nichts als Ärger. Du kannst nichts geben, was du nicht selbst besitzt. (S. 69)

Auf dem (Kreuz-) Weg, unsere Wunden zu heilen, ist unser Umgang mit unserem Ego ent-scheidend. Viele spirituelle Gurus (ich verwende jetzt bewusst den indischen Begriff für „Lehrer“) werden beim Thema EGO überraschend aggressiv: „Töten! Vernichten!“ Hier sind die Worte Ferrinis in diesem Buch zum Umgang mit dem Ego auch wegweisend:

Du kannst das Ego nicht durch dein Ego überwinden. Das funktioniert einfach nicht. Aus diesem Grund sagte Jesus: „Bekämpfe das Böse nicht.“
Das Ego kann nur durch Liebe und Akzeptanz besiegt werden. (S. 62)

Spirituelle Gemeinschaften neu errichten

Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen:

Heute leben wir in einer Zeit, in der sich die Kernfamilien-Struktur auflöst. Weder Kinder noch Erwachsene erhalten die emotionale und spirituelle Unterstützung, die sie für ein produktives und sinnvolles Leben so dringend benötigen. Wir steuern auf eine spirituelle Krise enormen Ausmaßes zu. …
Aus diesem Grunde ist es so wichtig, dass jene, die Führungsqualitäten besitzen, sich erheben, ihre Hoffnungen und Träume teilen und damit anfangen, ein spirituelles Gemeinwesen zu erreichen. …
Daher ist nun der Augenblick gekommen,  jenseits der spirituellen Lehre zu beginnen, eine Gemeinschaft von Grund auf neu zu errichten. (S. 134 f.)

Ich könnte das Buch weiter besprechen, bis ich es vollständig zitiert hätte, doch das ist sicher nicht der Sinn der Sache. Vielleicht noch die letzte Botschaft des Buches: „Wir nennen ihn Christus, und zum Christus beruft er uns.“ (S. 138)

Mein Fazit: Von Elisabeth Kübler-Ross heißt es, sie lese die Ferrini-Bücher „wie die Bibel“.  Bei diesem Buch bekomme ich eine Ahnung, was sie gemeint haben könnte. Wie gesagt, nicht im Sinne des „Nachbetens“, sondern in der Tiefe der Lehre.

Ich mag den Buddhismus, doch ich weiß, dass mein Weg kein „buddistischer Weg“ ist. Hier im Abendland haben wir eine andere kulturelle Tradition, und da kann ich mich mit dem „Kreuzweg der Liebe von Jesu“ besser identifizieren, auch wenn am Ende Buddha-Natur und Christus-Potenzial dasselbe ist.

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