Pyar Troll-Rauch: WIR – Wege zur Verbundenheit

Pyar Troll-Rauch ist eine bekannte Satsang-Lehrerin aus Bayern. Sie wurde bekannt durch ihr Buch „Reise ins Nichts“. Ihr neues Buch ist die „Reise aus dem Nichts ins Wir“ (Nachwort).

Das Buch ist ein sehr leises, sanftes und weises Buch, die philosophische Meditation einer Erwachten, die den WIR-RAUM beschreibt, wie er sich ihr nach Ihrem Erwachen darstellt.

Obwohl sie die wichtigsten „Entfremdungen“ auf unserem Planeten beschreibt, ist das Buch nicht anklagend, aufrüttelnd, sondern unaufgewühlt beobachtend.

  • Ihre Kategorie „Entfremdung“ (S. 48 ff.) erinnert mich an die großen philosophischen Arbeiten von HEGELS und MARX (Jugendschriften).
  • Die Heilung aus Entfremdung weist ihr Bergiff der „Beheimatung“ (S. 75). Wunderschön: Ja, wer in irgend einem Bereich „entfremdet“ ist, fühlt sich nicht zu Hause. Und wer nicht beheimatet ist, der ist eine unruhige Seele, auf die man sich nicht verlassen kann. („Um aktiv eine Verbindlichkeit einzugehen, brauchen wir einen guten Stand auf sicherem Boden.“ – S. 84)
  • Eine heilsame Frage: „Wie beheimate ich mich genau da wo ich bereits bin?“ (S. 85)
  • Die Aufforderung: „Verbindung schaffen, wo Entfremdung herrscht“
    (Kapitel 4)

Es hat sich ja schon herum gesprochen, dass in dem Begriff „WIR-klichkeit“ das Wort WIR steckt (Titel des zweiten Kapitels). Es gibt nur WIR-klichkeit und keine ICH-lichkeit. (Und ich ergänze einmal über das Buch hinaus: In diesem Raum der WIR-klichkeit können wir auch nur „als WIR wirklich WIRken“.) Die reine Ich-Haftigkeit ist Illusion und keine Wir-klichkeit.

  • RAUM ist in diesem philosophischen Büchlein ein großer Begriff:  „Im unendlichen Mandala des Raums haben alle Phänomene leicht Platz. Sie haben leicht Platz und da ist immer noch Weite.“ (S. 23)
  • Erwachen ist das Gewahrsein reiner Raumhaftigkeit – und DAS bedeutet: „Wir sind Erde, Sonne, Mond und Sterne.“ (S. 31)
  • Der „zweifelsfreie Raum“ (S. 55 und anderswo)

„Die Wirklichkeit der unendlichen Bezogenheit“ nennt die Autorin „Indras Netz“ aus der Indischen Mythologie: „Die ganze Welt besteht aus einem Netz, das der Gott Indra ins leere All geworfen hat.“ (S. 28) Jeder Knotenpunkt des Netzes ist eine „Perle“ (S. 35) und eine „Kostbarkeit“. Und dieser Hinweis ist mir dabei sehr wichtig: „Jede Perle in Indras Netz, also jedes Ich empfindet sich ganz natürlich als Mittelpunkt des Ganzen.“ (S. 40)

Nach „Werte“ (5. Kapitel) und dem untrennbaren Zusammenhang von „Disziplin, Liebe und Freiheit“ (6. Kapitel) folgt „das Herzstück des ganzen Buches“: INTEGRATION als
7. Kapitel: „Erleuchtung ist nicht zu trennen von Verwirklichung und Integration im realen Leben.“ (S. 54)

„Um die verschiedenen Aspekte des Seins im Sinne des WIR in seiner Komplexität als Indiras Netz begreifen zu können, müssen wir die unterschiedlichsten Seiten des Lebens integrieren: Unsere emotionale, körperliche, materielle, geistige und spirituelle Ebene, aber auch unsere Beziehungen, unser Umfeld, bis hin zur Ökologie. Und: Im unendlichen Mandala des Raumes haben all diese Ebenen leicht Platz. Sie haben leicht Platz und da ist immer noch Weite.“ (S. 105)

Mit der Integration des Lebens stellt sich immer mehr das alltägliche GLÜCK ein, das achte und letzte Kapitel des Buches.

„Um glücklich zu werden, brauchen wir Heil-Sein, Integration, Gewahrsein und eine klare Positionierung des gesunden Ich innerhalb der Verbundenheit des WIR.“ (S. 125)

Zusammenfassung:

Das Buch enthält viele liebevolle Hinweise für Menschen, die „auf dem spirituellen Weg“ sind. Dort steht zum Beispiel der Hinweis zur Motivation als „der Wille, etwas zu verändern. Wenn ich nichts ändern will, dann geschieht auch nichts.“ (S. 87)

Es ist eine wirkliche Schatzkammer für das Wahrnehmen und Agieren des WIR als „Instrument des gestaltenden TAO“ (S. 134).

Müssen wir erwacht sein, um dieses WIR gewahr zu werden, enthüllt es sich uns erst als „Reise aus dem Nichts“?
Ich glaube nicht – ganz im Gegenteil: Wir können bereits „auf dem Weg“ unsere Wir-Wahrnehmung bewusst schulen (und dafür ist das Buch eine großartige Hilfe) und dadurch unsere „Reise ins Nichts“ vereinfachen.

Mein Fazit: Das Buch macht deutlich: Wir lösen die großen Probleme auf unserem Planeten nur als WIR. Und es ist eine große Hilfe, in dieses „WIR-Bewusstsein“ zu kommen.

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