Ryuho Okawa: Der Aufstieg durch die Dimensionen

Untertitel: Die Gesetze der Ewigkeit

Der Autor schreibt im Nachwort:

„Der Inhalt des vorliegenden Buches ist die Wahrheit, die absolute Wahrheit, wie Buddha sie gepredigt hat, wobei ich als Verbreiter des Gesetzes zu Personifizierung dieser Wahrheit auf der Erde geworden bin.“ (S. 199)

Ich vermute, es gibt nur eine absolute Wahrheit, die lautet:
Es gibt keine absolute Wahrheit. Und solche Selbstüberhöhungen machen mich immer misstrauisch.

Wie dem auch sei: Das Buch ist wirklich „nachdenkenswert“, wenn wir uns denn bewusst sind, dass alle Konzepte immer nur relative Wahrheiten sein können. „Absolute Wahrheit“ kann gar nicht in Worte gefasst werden, Worte selbst kommen aus dem Reich des Relativen. Das Buch hat für mich eine weitere „Einseitigkeit“: die spirituelle Entwicklung ausschließlich als AUFSTIEG zu verstehen. Es gehört also in die Rubrik „ALTE Esoterik des Aufstiegs“. Bei dieser Einschränkung, die ich aus meinem Bewusstseinsstand machen muss, ist das Buch trotzdem sehr inspirierend!

Wichtig zunächst: Man klettert aus der Sicht des Autoren die Leiter nicht quasi Dimension für Dimension hoch. Die Dimensionen sind auch keine in sich abgeschlossenen Reiche, sondern ineinander verschachtelt. „Dabei verhält es sich so, … dass also jeweils die nächste Dimension alle vorhergehenden einschließt“ (S. 45). Ein Geistwesen der 9. Dimension (wie der Autor sich sieht) kann also auch in der irdischen Welt der ersten drei Dimensionen inkarniert sein. So werden Buddha und auch Jesus als typische Vertreter verschiedener Dimensionen dargestellt. Das Buch behandelt den Aufstieg bis zur 9. Dimension, erwähnt die 10. bis 13. Dimension (die Dimension des Ewigen Buddha) nur noch auf den letzten 3 Seiten (S. 194 – 196)

Erfrischend andere Sichtweise

Ich will ein paar Punkte heraus stellen, die für mich erfrischend waren:

  • Das Reich der Hölle wird nicht tabuisiert, sondern einem Teil der 4. Dimension zugeschrieben (auch wenn die Hölle sehr merkwürdig beschrieben wird): Den „wirklich schlechten Menschen“ wird die Möglichkeit der Läuterung gegeben. „Wir sehen also, die Hölle schaffen wir uns letztlich selbst“ (S. 34)
  • Das Buch entfaltet auch eine differenzierte „Engel-Theorie“: „Engel“ ist der Sammelbegriff für die Geistwesen der höheren Dimensionen, wobei hier verschiedene Stufen zu unterscheiden sind. (S. 23)
  • LICHT ist nicht das physische Licht der Sonne. Es gibt auch eine „spirituelle Sonne“ als „stellares Bewusstseinswesen“ (S. 55)
  • Es gibt in der 5. Dimension keine Bewohner der Hölle mehr, weil ab dieser Dimension nur noch die verschiedenen Stufen der Liebe toleriert werden. (S. 58)
  • Das Lösen von essenziellen Problemen macht uns zu Geistesgrößen unserer Seele (wie Albert Schweizer, Thomas Edison, Abraham Lincoln, Mahatma Gandhi). „Wichtig ist, dass wir uns fragen, WARUM wir dieses oder jenes Problem zu lösen haben, denn hierin liegt eines der Ziele unseres spirituellen Trainings auf der Erde.“ (S. 75) Und: „… nur dadurch, dass wir die für uns bestimmten Aufgaben erfüllen, können wir zu wahrer Geistesgröße gelangen …“ (S. 76)
  • Unsere Seele strebt den spirituellen Fortschritt an. „Verblieben wir für immer in jenem Zustand, in dem wir uns heute befinden, so käme unsere Seele zum Stillstand. Doch eine Seele, die sich über lange Zeit im Stillstand befindet, kennt keine echte Freude mehr …“ (S. 90) Fleiß und Kreativität liegt in der Natur unserer Seele!
  • Die Kraft der Worte: „Je höher der Grad unserer Erleuchtung, um so stärker die Kraft unserer Worte. Aus unseren Worten spricht das Licht, und andere fühlen sich durch sie ergriffen. Das ist eine der Maßstäbe, an denen wir den Erfolg unseres spirituellen Trainings messen können.“ (S. 103)
  • Der Unterschied der einzelnen Seelen: „Die menschliche Seele ist wie ein Gefäß, welches die Liebe Buddhas auffängt. … Die Seelen mit dem größten Reservoir sind jene der Erlöser der Welt in der neunten Dimension. … Je höher die Dimension, in der sie sich befindet, mit anderen Worten, je nobler ihr Charakter, um so mehr Kraft hat die ausströmende Liebe und umso mehr Energie können wir erzeugen.“ (S. 132 f.)
  • Wesen der 8. Dimension sind „Tathagata“, ein buddhistischer Begriff. Es ist auch das Reich der „Erzengel“, aber nicht nur. Auch Konfuzius, Laotse, Jesus und andere gehören dazu. (Für mich interessant ist, dass er auch PYTHAGORAS dazu zählt!) Es sind Wesen, die bei der „Bildung einer neuen Zivilisation“ auf der Erde auftreten. (S. 141) „Wir können sagen, dass die Tathagata in gewissem Sinne eine erzieherische Rolle spielen, ihre Existenz allein übernimmt die Aufgabe eines Lehrers für das Volk, für die ganze Menschheit.“ (S. 162)
  • Sehr stark ist für mich der Zusammenhang von Raum, Zeit und Licht. Licht kann nur in Raum-Zeit existieren (S. 147 ff.)
  • „Die Bewohner der neunten Dimension sind irgendwie nicht mehr das, was wir als MENSCHLICH bezeichnen würden.“ (S. 171) er zählt dazu Buddha, Konfuzius, Moses und Jesus.
  • Interessant sind auch die „sieben Farben des Lichtspektrums“, weil die Farben und die Zugehörigkeit ihrer Repräsentanten anders gedeutet werden, als unsere Esoterik es üblicherweise darstellt. (S. 182 ff.):
  1. Gelb-goldenes Licht (Gesetz und Barmherzigkeit): Buddha
  2. Weißes Lich (Liebe): Jesus
  3. Rotes Licht (politische Führung / Wunder): Moses
  4. Blaues Licht (Philosophie und Ideologie): Zeus und Manu (indische Mythologie)
  5. Silbernes Licht (Wissenschaft): Newton und Archimedes
  6. Grünes Licht (Harmonie): Laotse
  7. Violettes Licht (Moral, Disziplin, Ordnung): Konfuzius

Mein Fazit: Wenn man mit kritischem Verstand an das Buch herangehen kann, dann enthält es sehr fruchtbare und inspirative Gedanken. Es versteht sich aus buddhistischer Sichtweise („Die Essenz des Buddha“), zieht doch immer wieder auch Verbindungen zur christlichen Sicht bei der Besprechung der einzelnen Dimensionen heran. Auch diese Verbindung ist sehr spannen, um die Verwandschaft dieser beiden großen Weltreligionen nicht nur in der Mystik, sondern auch in ihren „Reichen“ und „Dimensionen“ zu verstehen. Das Buch geht an die Grenzen des Denkbaren.

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