Theodor Dierk Petzold: Gesundheit ist ansteckend

Untertitel: Praxisbuch Salutogenese

Er revolutionäres Buch, das auf leisen Sohlen kommt!

In der Wissenschaft nennt man es: „Paradigmenwechsel“ – wenn sich ein Weltbild plötzlich dramatisch verändert.  Der wahrscheinlich bekannteste Paradigmenwechsel in der Weltanschauung der Menschheit ist der: „die Erde ist der Mittelpunkt“ ZU „die Sonne ist im Mittelpunkt“.

In diesem Buch geht es um den Paradigmenwechsel: „die Krankheit ist der Mittelpunkt“ ZU „die Gesundheit ist der Mittelpunkt“, ein Paradigmenwechsel, der wohl für die Evolution der Menschheit noch grundlegender ist.

Das Buch ruft auf, uns neu zu orientieren: von der Fixierung auf Krankheiten und ihrer Entstehung („Pathogenese“) hin auf die Orientierung auf Gesundheit und ihre Entwicklung („Salutogenerse“). Es ist der Wechsel wie vom „negativen Denken“ zum „positiven Denken“ – jetzt aber in einem ganz anderen Maßstab! Nicht nur in einem globalen Maßstab (wie gesundet die Menschheit?), sondern in einem evolutionären Maßstab (Gesundheit als Evolutionsfaktor selbst). Das fasziniert mich an diesem Gesundheits-Paradigma am meisten: Dass es sogar eine Lösung bietet zur Gesundung der Menschheit und des Planeten, damit wir uns nicht selbst in eine Sackgasse der Evolution herein manöverieren:

Evolution ist ein andauerndes und dynamisches, kooperatives Problemlösen, ein Immer-wieder-Herstellen von stimmiger Verbundenheit, von aufbauender Kohärenz in zunehmend komplexeren Zusammenhängen. Dabei streben wir kommunikativ nach Stimmigkeit in zwei Richtungen: zum einen in eine waagerechte, in eine Lebensdimension, zum anderen in eine senkrechte, eine innere Stimmigkeit der Resonanzen in den verschiedenen Lebensdimensionen (…). Der Grad der Komplexität wächst mit der Zahl der Dimensionen, in denen der Organismus Resonanz zeigt und selbst stimmig aufbauend aktiv ist. (S. 192)

Wer hätte einen solchen Satz in einem Buch „Gesundheit ist anstrengend“ erwartet? Es geht in dem Buch um keine kleinen Lebensrezepte: Wenn du Husten hast, helfen diese Kräuter. Es geht vor allem um gesundes Denken. Der Paradigmenwechsel wird sich auch darin zeigen: Die Armee von Ärzten mit ihren marzialischen Instrumenten der „Kriegführung gegen Krankheit“ wird von eine Friedensarmee von Gesundheitsexperten mit ihrer Vision der sanften Heilung abgelöst werden. Mit anderen Worten: ein Paradigmenwechsel von der Angst vor dem Kranksein und Altern zur Liebe dem Leben gegenüber.

Zunächst ist jeder Mensch ein Gesundheitsexperte für sich selbst. Jeder kann im Normalfall am besten für sich selbst sagen, ob er sich gesund oder krank fühlt, wie stimmig er im Leben steht oder ob mit ihm gerade etwas nicht stimmt. Allerdings brauchen manche die Erlaubnis oder Unterstützung, das zu tun, was ihnen nachhaltig gut tut. Lassen Sie uns deshalb einen Blick in die Zukunft werfen:
Dort helfen speziell ausgebildete Gesundheitsexperten anderen Menschen dabei, ihr Leben nachhaltig und gesund zu gestalten. Sie wissen um die Selbstheilungsfähigkeiten des Menschen in seinen Wechselbeziehungen zu seiner Umwelt und gestalten deshalb unsere Umgebung so, dass sie uns guttut. (S. 18)

Die großen Prinzipien der Gesundheit:


Das sind die Themen des Buches für das Umschalten unseres Denkens von Krankheit auf Gesundheit:

  • das Prinzip der Stimmigkeit und Kohärenz
  • stimmige Resonanz der Systeme miteinander
  • Gerechtigkeit, Eros, Wahrheit, Glaube als Faktoren der Stimmigkeit
  • das Ausbalancieren der beiden Lebenstendenzen Annähern und Abwenden (die neuartige Interpretation der Grundtriebe von Aggression und Flucht)
  • Sicherheit und Vertrauen
  • Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft
  • Kommunikation und Bedürfnis-Kommunikation
  • Grundbedürfnisse erfüllen, Lebenssinn erfüllen, sich selbst verwirklichen
  • attraktive Ziele als Attraktoren, um aus Chaos Ordnung zu schaffen
  • nach den eigenen und natürlichen Bio- und Lebens-Rhythmen leben, weit mehr als nur Schlafen und Wachen, Lebenszyklen bewusst wahrnehmen
  • natürliche Heilungsphasen wahrnehmen und fördern: Selbstheilung Raum und Zeit lassen
  • Vertrauen in die Selbstregulation und eigenen Selbstheilungssysteme haben
  • Wahrnehmungsfähigkeit und Achtsamkeit erhöhen
  • Ressourcen wahren und aktivieren in den unterschiedlichen Lebensdimensionen und Handlungsanforderungen
  • Bilanzieren können
  • sich in heilsamen Systemen aufhalten und solche schaffen
  • immer im Lernmodus des Problemlösens bleiben
  • Schwächen in Ressourcen verwandeln (Schatten-Anteile in Kraft verwandeln)

Heilung ist immer ein persönliches Wachstum:

Jeder Zyklus der Selbstheilung erhöht unsere Handlungskompetenz und das Verstehen von Zusammenhängen. Nach jedem Erleben von gesunder Stimmigkeit können wir vertrauensvoller kooperieren. (S. 186)

Und Heilung ist immer auch eine Selbstheilung ganzer Systeme in ihrer Evolution:

Jedes Lösen eines Problems, jedes Erreichen einer komplexeren stimmigen Verbundenheit stellt einen Beitrag zur Evolution dar, deren letztliches Ergebnis wir allerdings nicht kennen. (Ebenda)

Diese Themen erwarten den Leser im Buch. Doch es ist auch ein Praxis-Buch, wie es der Titel verspricht. Das Buch enthält einige Übersichtstabellen, grundlegende und einfache Übungen für körperliche Stimmigkeit und eine Unzahl inspirierender Fragen für die eigene Bewusstwerdung zu einem „salutogenen Lebensstil“.

Das Buch ist wahrscheinlich keine große Hilfe für Menschen, die in einer akuten Gesundheitskrise stecken. Doch wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, dann ist es eine große Hilfe, nicht zur Tagesordnung zurück zu kehren, sondern sich Anregungen für eine nachhaltige Genesung zu holen.

Für Gesundheitspraktiker und Gesundheitsberater ist dieses Buch in meinen Augen ein Grundlagenwerk. Es ist wie ein Ausbildungplan für einen ganz neuen Beruf, den unsere Gesellschaft dringender denn je braucht.


Gesundheit ist ansteckend: Praxisbuch Salutogenese (klick)

* Dieser Beitrag hatte seit Erscheinen bisher 62 Leser/innen [gezählt seit 1.1.2016].

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.