Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance

Mit dem Untertitel: Das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen. Manchmal treibt es mich zu den KLASSIKERN zurück, weil ich den Eindruck habe, dort den Schlüssel für das GANZE Verständnis zu finden (und der Rest der Bücher dann nur noch zur „Fußnote“ wird …). Doch es ist mir selten SO DEUTLICH ergangen wie bei diesem Buch!

Seit einiger Zeit – es ist hier in meinem Buch-Blog leicht nachzuvollziehen – lese ich mich in die KLASSISCHE oder POSTMODERNE Astrosophie ein (Riemann, Dahlke, Klein, Künne)! Irgendwie hat mir da etwas gefehlt – und dann habe ich es gelesen:

Ich denke, das Buch verdient wirklich das Prädikat KLASSIKER der Esoterik. Und ich habe von „Esoterik“ nie so achtungsvoll gesprochen wie jetzt. Thorwald Dethlefsen (1946 – 2010) hat viele verborgene Schätze unserer heimatlichen, europäischen Esoterik der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht; und ist so schon gar kein „Esoteriker“ mehr. Ich denke, man kann seinen Verdienst für die Renaissance der Spiritualität zumindest im deutschsprachigen Raum kaum hoch genug einschätzen und würdigen.

Langsam aber sicher werden wir mit der „hermetischen Philosophie“ vertraut (Laura & Andrew Sherman, Doreen Virtue, nicht zuletzt auch Rhonda Byrne mit THE SECRET) – Thorwald Dethlefsen stellte sie bereits 1978 als Grundlage der Esoterik dar (insbesondere S. 27 – 34). Diese Philosophie nimmt die Wirklichkeit in Analogie-Ketten wahr: WIE OBEN, SO UNTEN – wie im Makrokosmos so im Mikrokosmos – wie innen so außen.

Das Buch „Schicksal als Chance“ hat nicht nur eine unglaubliche Band-BREITE an Themen, sondern auch eine seltene TIEFE: das Weltbild der Esoterik – Hypnose als Übergangsform – die Polarität der Wirklichkeit – Astrologie – Krankheit und Heilung – Schöpfung und Sündenfall – Reinkarnation und Reinkarnationstherapie – das tägliche Leben als Ritual.

Ich will nur einige bemerkens-werte Zitate in den Raum stellen:

„Das ist der einzige Grund, warum ich mich bei allen Arbeiten fast ausschließlich auf die vier großen Säulen der westlichen Esoterik beziehe, welche sind: die Astrologie, die Kabbalah, die Alchemie und die Magie. Diese Systeme werden auch häufig als Wissenschaften des ersten Ranges bezeichnet, aus denen erst im Laufe der Zeit die Wissneschaften des zweiten Ranges (Astronomie, Chemie und so weiter) sich entwickelten.“ (S. 26)

„Jeder kennt wohl vom Hören und Sagen die klassische Dreiteilung: Körper, Seele und Geist. Die hermetische Philosophie lehrt nun, daß der Geist das Leben ist. Leben (Geist) ist im Gegensatz zur Seele unpersönlich, anonym. Es gibt nur einen Geist, ein Leben.“ (S. 39)

„Aus esoterischer Sicht ist eine ‚Heilung durch Hypnose‘ niemals zu rechtfertigen, da die suggestive Hypnosetherapie niemals ‚Heilung‘ im wirklichen Sinne bringen kann.“ (S. 59)

„Alle Menschen sind in Wahrheit hypnotisiert und ’schlafen‘. Solange man aber schläft, kann man unmöglich feststellen, dass man schläft. … Solange man schläft, kann man die Wachen nicht erkennen. Man muss aufwachen – dann erst erkennt man schlagartig, daß man selbst geschlafen hat, daß fast alle anderen schlafen und daß es einige gibt, die wach sind.“ (S. 63)

„Der esoterische Weg will aus dem kollektiven Dämmerschlaf herausführen zum wachen Bewusstsein des wahren Menschentums.“ (S. 64)

„Jede Manifestation hat ihre Sinnhaftigkeit, sonst könnte sie gar nicht erst entstehen.“ (S. 72)

FAUST: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft.“ (Goethe, S. 73)

„Wirklichkeit anerkennen heißt lediglich, die Daseinsberechtigung aller Dinge anzuerkennen. … Der größte Teil des menschlichen Leidens besteht aus dem selbstausgeübten Widerstand gegen die manifestierten Umstände.“ (S. 74)

„Lernt der Mensch erst die wichtigste Regel, daß alles, was ist, gut ist, weil es ist, so kehrt immer mehr Ruhe und Frieden in ihm ein.“ (S. 74)

„Der Weise ist mit allen Bereichen des Seins in Harmonie und lebt deshalb in der besten aller möglichen Welten.“ (S. 87)

Die (für mich) verblüffendste These von Thorwald Dethlefsen ist, dass er Umwelteinflüsse (von Erziehung bis Ökologie), selbst genetische Vorbestimmungen nicht gelten lässt, sondern ausschließlich das kosmische Schicksal. (Alles andere erklärt er als zweitrangig aus dem Resonanzprinzip, dass man das Passende also nur „anzieht“.) Hier ist er absolut konsequent. Und eines ist auch wahr: Mir ist meine KOSMISCHE Verbundenheit nie so bewusst gewesen wie in der letzten Zeit, die mich zu den Sternen geführt hat.

„Astrologie ist kein Mittel, das Schicksal zu betrügen, sondern  soll helfen, das Schicksal zu erfüllen.“ (S. 129)

„Der Lebensweg des Menschseins soll zur Vollkommenheit führen, jeder kleinster Lernschritt macht den Menschen vollkommener. Vollkommener wird man, wenn man noch Fehlendes hinzufügt, Unbekanntes integriert. So wird der Mensch vom Schicksal gesetzmäßig immer mit solchen Prinzipien konfrontiert, die er noch nicht verwirklicht hat, die ihm noch fremd geblieben sind, die ihm noch fehlen. …
Hier hat Astrologhie ihren Sinn. Eine astrologische Beratung sollte den Menschen damit bekannt machen, welchen Lehrplan er in dieser Inkarnation zu erfüllen hat, und ihm die einzelnen Prinzipien erklären, mit denen er sich nun auseinanderzusetzen hat.“ (S. 130 f.)

Mein Fazit: Wer sich heute in der vielfältigen esoterischen und spirituellen Literatur verirrt, dem ist dieser Klassiker empfohlen, der den Überblick verschaffen kann zu der Frage, worum es überhaupt geht: die Vervollkommung des Menschen – und was dabei WESENTLICH ist.

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Schicksal als Chance. Das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen.

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>> Mein Exzerpt zum Buch (7 Seiten): HEILUNG nach Thorwald Dethlefsen

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2 Kommentare

  • Ich hatte ursprünglich mit Dethleffsen sehr große Probleme. War ich doch eher in dem Glauben des Atheismus großgeworden. In solchem Umfeld aufzuwachsen bedeutete auch, weinig Zugang zum Gefühlsleben entwickeln zu können. Ist man aber vom Wesen her weniger Kopf- denn doch Gefühlsmensch, ist Zugang zum Verstehen und Begreifen gleichermassen erschwert.
    Aber ich entdeckte bei der Lektüre Dethleffsens zu dieser Thematik, eine Resonanz in mir, die mir über das langsame Verstehen auch zunehmend Gefühlserlebnisse ermöglichte. Auch „Krankheit als Weg“ von ihm ist da zu empfehlen.

    Somit ein tatsächlich Einstieg und Überblick in das Gewirr der vom Zeitgeist geprägten Esotherikströmungen.

    Aber leider auch von diesem Gewirr nicht unberührt, verbreitet „Schicksal als Chance“ Halbwahrheiten, die letztlich nicht zum Licht, dafür in die Fallen der Dualität führen …

    Wundervoll, für Verstand und Gefühl gleichermassen gut erläutert, wird dieser Irrtum Dethleffsens von Armin Risi. Dieser ehemalige Vedanta-Mönch und Philosoph aus der Schweiz vermittelt in seinem Buch „Licht wirft keine Schatten“ eine (zumindest nach meinem Verständnis 😉 wirkliche Orientierung. Er stellt auch Dethleffsens problematische Verallgemeinerungen vom „Kopf auf die Füße“ …

    Wer nicht erst das Buch lesen möchte dem empfehle ich hier einen seiner inspirierenden Vorträge im Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Fz0DsmrM5Io mit diesem Link kann man entweder den ganzen Vortrag oder das betreffende Problem in Dethleffsens Buch ab Minute 23 erklärt bekommen.

    Ich selbst konnte mit Risi die Diskrepanz zwischen Verstehen und Begreifen bei mir überwinden.

    Und noch etwas Risi macht deutlich was entstehen kann wenn „Alles ist eins“ in einem falschen Kontext benutz wird …

    • Lieber Bernd, DANKE für den Hinweis. Ich mag Armin Risi auch sehr.
      Jeder unserer großen spirituellen Lehrer erhascht immer nur einen
      kleinen Zipfel der Wahrheit. Nicht einmal alle zusammen machen
      „die GANZE Wahrheit aus“. Und ich glaube, man findet immer die
      Teilwahrheiten, die man gerade braucht.

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