Zohar / Marshall: SQ – Spirituelle Intelligenz

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Das Buch ist meine 100. Buchbesprechung am 25. März 2015,
auch wenn ich das Eintragedatum (2. Februar) etwas vorgezogen habe,
da ich es an diesem Tage tatsächlich wieder gelesen hatte.

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IQ als Intelligenz-Quotient und EQ (Daniel Goleman) als emotionale Intelligenz wird jetzt erweitert durch SQ als Spirituelle Intelligenz.
„Der SQ ist das notwendige Fundament dafür, dass sowohl IQ als auch EQ wirkungsvoll funktionieren. Es handelt sich um unsere höchste Intelligenz.“ (S. 11 f.) Er ist „letztlich die integrierende Kraft für alle unsere Inteligenzien. Er macht uns zu den vollständigen – verstandesmäßigen, emotionalen und spirituellen – Lebewesen, die wir sind.“ (S. 13) „Es verschafft dem Selbst ein aktives, vereinheitlichendes, Sinn gebendes Zentrum.“ (S. 15)

Spirituelle Intelligenz ist nicht der Ausdruck einer Religion, religiöser Glaubenssysteme oder religiöser Gefühle, sondern „ist die Intelligenz der Seele„. (S. 17) „Der SQ ist unser Gewissen.“ (S. 22) „Unsere spirituelle Intelligenz verankert uns im Kosmos; das Leben hat Sinn und Zweck im unfassenden Zusammenhang des kosmischen Evolutionsprozesses.“ (S. 102)

Die Krise unserer Zeit ist eine Sinnkrise

Unsere hoch gezüchteter mentaler IQ, unser überbetontes rationales, lineares Denken hat als Folge „die spirituelle Wüste“ (S. 31): „Die heutige Kultur ist spirituell abgestumpft“ (S. 32). Bei dem Großteil unserer Leiden, selbst bei den chronischen, handelt es sich um „Sinnkrankheiten“ (S. 38)

Krebs, Herzkrankheiten, Alzheimer und andere Formen der Demenz, denen möglicherweise Depression, Erschöpfung, Alkoholismus oder Drogenmissbrauch vorausgegangen sind, zeugen davon, dass die Krise der Sinnlosigkeit bis in die Zellen unseres Körpers vorgedrungen ist. (S. 38)
In der Folge suchen wir viel zu oft Sinn in überspannten oder randständigen Aktivitäten wie Materialismus, Promiskuität, zielloser Rebellion, Gewalt, Drogenmissbrauch oder New-Age-Okkultismus. (S. 35)

Wir können kauf auf vergangene, wirklich spirituelle Tradition in gelebter, kultureller Gemeinschaft zurück greifen, sondern:

Jeder von uns muss „sein Lied singen“ Wir alle müssen mit Hilfe unserer verborgendsten Ressourcen und durch den Einsatz unserer spirituellen Intelligenz einen Zugang zur tiefsten Schicht unseres wahren Selbst finden und aus der Quelle der einzigartigen „Musik“ schöpfen, die jeder Mensch hervorzubringen vermag. (S. 44)

Anzeichen für einen hoch entwickelten SQ

Die Autorin nennt folgende Anzeichen (S. 24):

  • die Gabe, flexibel (aktiv und spontan anpassungsfähig) zu sein;
  • ein hohes Maß an Selbstbewusstsein;
  • eine Fähigkeit, sich Leid auszusetzen und es zu nutzen;
  • eine Fähigkeit, sich Schmerz auszusetzen und ihn zu überwinden;
  • die Eigenschaft, sich von Visionen und Werten inspirieren zu lassen;
  • ein Widerwille, jemanden unnötig Schaden zuzufügen;
  • eine Neigung, Zusammenhänge zwischen verschiedenartigen Dingen zu erkennen („holistisch“ zu sein);
  • eine ausgeprägte Neigung Fragen zu stellen wie „Warum?“ oder: „Was wäre, wenn?“ sowie nach grundlegenden Antworten zu suchen;
  • das zu sein, was die Psychologen „feldunabhängig“ nennen – die Begabung zu besitzen, gegen Konventionen anzuarbeiten. (S. 24)

Der Lotos des Selbst

Gemäß 6 Lotusblättern entwickelt die Autorin 6 Persönlichkeits-Typen (und bezieht sich dabei auf C.G. Jung und Myers-Briggs), bringt sie auch mit den Planeten und den Chakren zusammen:

  1. die konventionelle Persönlichkeit (Saturn)
  2. die soziale Persönlichkeit (Venus)
  3. die forschende Persönlichkeit (Merkur)
  4. die künstlerische Persönlichkeit (Mond)
  5. die realistische Persönlichkeit (Mars)
  6. die unternehmerische Persönlichkeit (Jupiter)

Tatsächlich werden wir sehen, dass die Neigung, Wesenszüge aus unterschiedlichen Kategorien (die den Lotusblütenblättern entsprechen) an den Tag zu legen, ein Zeichen für persönliche Reife und einen hohen SQ ist. Ein sehr unreifer Mensch hat möglicherweise nur einen einzigen Ich-Stil (ein einziges Lotosblütenblatt) entwickelt, während ein zur Gänze erleuchtetr (spirituell hochintelligenter) Mensch in sehr ausgewogenem Maße Eigenschaften aller sechs Persönlichkeitstypen aufweisen würde. (S. 145)

Als Kultur werden wir verrückt. Warum? Die These dieses Buches lautet, dass die Gründe dafür vor allem spirituelle sind, dass sich unsere persönliche und kollektive seelische Instabilität aus der besonderen Erscheinungsform der Entfremdung ergibt, die mit der Entfremdung vom Zentrum zusammen hängt – Entfremdung von Sinn, Wert, Ziel und Vision, Entfremdung von den Wurzeln und Gründen unseres Menschseins. (S. 189)

Spirituelle Heilung

Wir sind spirituell krank, wenn wir zersplittert sind. Die Seele kann uns heilen, wenn wir uns dem Kanal öffnen (S. 203)

Spirituelle Gesundheit ist ein Zustand der zentrierten Ganzheit. Spirituelle Intelligenz ist das Mittel, mit dessen Hilfe wir von einem Zustand zu einem anderen gelangen können; das Mittel, mit dessen Hilfe wir uns selbst heilen können. (S. 204)

Sechs Wege zu höherer spiritueller Intelligenz

Jeder dieser Pfade kann in einer bestimmten Lebensphase von Bedeutung sein. Ich fasse diese Pfade zusammen:

  • Der erste Weg ist der Weg der PFLICHT (Saturn)
  • Der zweite Weg ist der Weg des NÄHRENS (Venus)
  • Der dritte Weg ist der Weg des WISSENS (Merkur)
  • Der vierte Weg ist der Weg der persönlichen TRANSFORMATION (Mond)
  • Der fünfte Weg ist der Weg der BRUDERSCHAFT (Mars)
  • Der sechste Weg ist der Weg der dienenden FÜHRUNG (Jupiter)

Die Autoren fassen sieben Schritte zu höherer spirituellen Intelligenz zusammen (S. 286 – 289):

  • Machen Sie sich bewusst, wo sie jetzt sind.
  • Entwickeln Sie ein starkes Gefühl, dass Sie etwas ändern möchten.
  • Denken Sie darüber nach, was Ihr Zentrum ist und worin Ihre tiefste Motivation besteht.
  • Entdecken Sie Hindernisse und räumen Sie sie aus dem Weg.
  • Erkunden Sie viele Möglichkeiten, wie man vorankommen kann.
  • Legen Sie sich auf einen Weg fest.
  • Bleiben Sie sich der Tatsache bewusst, daß es viele Wege gibt.

Mein Fazit: Wenn wir traditionell von Körper, Geist und Seele sprechen, dann ist es an der Zeit, auch ihre unterschiedliche Form der Intelligenzien wahrzunehmen, „Spirituelle Intelligenz“ als Intelligenz der Seele. Das Buch empfiehlt sich selbst als das erste, das diese Thematik in seinem Wesen ausbreitet: „SQ ist eine Fähigkeit, so alt wie die Menschheit, doch der Begriff wird in diesem Buch erstmals vollständig entwickelt.“ (S. 19) Als „höchste Form“ unserer menschlichen Intelligenz ist es sicher nicht das letzte Wort zum Thema, sondern erst einmal eine Absteckung des Themenfeldes und wird in diesem Sinne immer der Klassiker sein. „Die Vorstellung, dass das Gehirn zu einer dritten Art von Denken befähigt ist und dass es von daher eine dritte Intelligenz gibt, die orginär mit Sinn zusammenhängt, ist radikal neu. (S. 100)

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