Sandra Tissot: Du bist umwerfend!

Untertitel: Werde dir deiner selbst bewusst

Die Autorin Sandra Tissot hat einen ganz besonderen, eigenen Stil, der selbst Ratgeber spannend lesbar macht. Die Texte gehen nicht über deinen Kopf hinweg (wie es bei den meisten, alleswissenden Ratgebern der Fall ist, bei denen sich mehr die Autoren profilieren), sondern du fühlst dich persönlich angesprochen, als ob Sandra dir im persönlichen Coaching gegenüber sitzen würde. Die schwierigsten Themen weißt sie leicht, flüssig und erhellend zu nehmen. Beim Lesen der vielen humorvollen Stellen hast du immer ein leichtes Lächeln im Gesicht. Du nimmst es mit Humor oder gar nicht. Der Schreibstil von Sandra hält dich im Bann, bis du die letzte Seite gelesen hast.

Ihr zweites Buch (nach: Hochsensibilität und berufliche Selbstständigkeit > MEHR) behandelt gleich ein ganz zentrales Lebensthema, ob hochsensiebel oder nicht:

Wie machst du dich zu einer „umwerfenden“ Persönlichkeit? Zu einem charismatischen Menschen? Zu einem „Magic“, der Wunder ins Leben zieht? Wie wirst du für andere faszinierend? Wie entwickelst du dich zu einem liebenswerten Menschen? Wie wirst du selbst zu einem Segen für andere Menschen?

Die Antwort kann nur einfach sein: Werde, der du in Wirklichkeit bist: umwerfend. Oder anders gesagt: Solange du nicht umwerfend bist, lebst du noch nicht DEIN LEBEN.

Dazu hilft kein äußeres „Verhaltens-Training“, sondern sondern ein Abschälen all der falschen, äußeren Rollen und Schalen, die wir im Laufe des Lebens übernommen haben, bis unser authentisches Selbst übrig bleibt: das strahlende Wesen, so wie wir gemeint sind, so wie wir unseren Platz im Leben einnehmen können.

Vielleicht ist dir dies „im Prinzip“ schon klar, doch was ist das magische Geheimnis, das zu werden, was wir „eigentlich“ schon sind? Das Ruder umzulegen von Fremd- zu Selbstbestimmung.

Das neue Buch von Sandra redet nicht lange herum, sondern bringt es mit 6 Befreiungs-Prinzipien auf den Punkt:

  1. Nimm das Leben bewusst wahr! (Achtsamkeit)
  2. Nimm dich selbst an! (Selbstliebe)
  3. Achte auf deine Gedanken! (Mental-Training)
  4. Gönne dir den Luxus deiner eigenen Meinung! (sei einzig, nicht artig)
  5. Übernimm die volle Verantwortung! (Schöpferbewusstsein)
  6. Lebe deine umwerfende Persönlichkeit! (sei, der du bist)

Das Buch ist theoretisch nicht belastet, auch wenn das Buch wissenschaftlich begründet ist (siehe das umfangreiche Literaturverzeichnis S. 150). Die Autorin hat selbst auf Beiwerk persönlicher Erfahrungen verzichtet, was dich daran hindern könnte, selbst ins Handeln zu kommen. Übrig geblieben ist ein kleines, sympathisches und leicht lesbares Handbuch mit vielen essentiellen Umsetzungs-Tipps pur.
Im Grunde geht es um die zentrale Aufgabe in deinem Leben: DU SELBST ZU SEIN, alles Fremde (gedankliche Fremd-Implantate) hinter dir zu lassen, dein Leben selbstbewusst selbst zu bestimmen, aus einer inneren Ruhe und strahlenden Zufriedenheit heraus. Dich kann dann nichts mehr aus dem Gleichgewicht bringen!

Ich empfehle dir: Solange du dieses Buch nicht Seite für Seite umgesetzt hast, lies kein weiteres mehr. Alles, was du für eine strahlende und charismatische Aura brauchst, steht in dem Buch – wie von deiner Seele selbst diktiert. Mach was daraus! Mach dich selbst in deinem Leben zu einer wie ein Dominostein „umwerfenden“, andere bewegenden Legende.

 

Sandra Tissot:
Du bist umwerfend!: Werde dir deiner selbst bewusst (Klick)

Pierre Teilhard de Chardin: Briefe an Frauen

Herausgegeben und erläutert von Günther Schiwy

Das Buch ist die beste Einführung in die besondere Thematik, der Rolle der Frauen im Leben des Pater Teilhard. Es drückt sich in den Hunderten von Briefen an Frauen aus. Zur Zeit der Herausgabe des Buches 1988 gab es schon die sehr depersonalisierten „Tagebücher“ 1926 – 1952, aus den Briefen an Ida Treat (die Marxistin) und Rhoda de Terra (die Nicht-Christin) extrahiert, 1971 deutschsprachig veröffentlicht. (> Mehr in meiner Buchbesprechung) Der Autor Günther Schiwy hatte 1981 zum hundertsten Geburtstag von Pierre Teilhard de Chardin eine 2-bändige Biographie heraus gegeben (> mehr in meiner Buchbesprechung). Dieser Band nun fokussiert das Thema auf die Rolle der Frauen in der Entwicklung Pater Teilhards, gespiegelt in seinen Briefen an Frauen. 2005 wird der Autor dann als Höhepunkt zum Thema das Buch „Eine heimliche LIebe. Lucile Swan und Teilhard de Cardin“ heraus bringen (> Mehr in meiner Buchbesprechung).

Das Motto des kleinen Briefbändchen ist sind die Worte Pater Teilhards:

„Nichts hat sich in mir entwickelt
es sei denn unter dem Blick
und dem Einfluss einer Frau.“
(Das Herz der Materie, 1950)

Pater Teilhard und das Ewig-Weibliche

Eine der großen Botschaften Teilhard de Chardins würden wir heute „christlichen Feminismus“ nennen. Das Ewig-Weibliche steht bei ihm im Mittelpunkt. Stark geprägt hat ihn dabei eine der führenden Feministinnen in Paris: Léontine Zanta.

Seine Hymne an „Das Ewig-Weibliche“ ist 1918 nach dem Erwachen als Mystiker geschrieben, in starkem Einfluss seiner „Liebe“ zu seiner Cousine Marguerite Teillard-Chambon. Wenn der Begriff „Dual-Seelen“ einen Sinn macht, dann trifft dies sicher auf Pierre und Marguerite zu. Der Urgrund allen Seins, der kosmische Mutterschoß, die Gebärmutter allen Lebens ist Mutter Natur. Mater = Materie. Das christliche Gebet sollte nicht „Vater unser …“ heißen, sondern „Mutter unser …“

Die Frau ist bei Pater Teilhard schon die „Versuchung“, das Verführerische, als Mann sich am „Fleisch der Frau“ zu berauschen. Das ist der eine Weg zwischen Mann und Frau, der andere ist der Weg der Vergeistigung ihrer Liebe. Und hier hat Pierre in Marguerite eine geistige Gefährtin, die sein zölibatäres Versprechen achtet. Beide befruchten sich intensiv in ihrer Entwicklung. Der Motto-Satz bezieht sich sicher vor allem auf Marguerite Teillard, die auch nach dem Tod Pierrs (1955) nach seine Reisebriefe und Kriegsbriefe an sie veröffentlicht.

Bei der Kommunistin Ida Treat, die mit dem Zölibat des Pater Teilhard, „nichts am Hut“ hatte, war er sinnlich wohl am meisten herausgefordert. Er musste einer Atheistin die Vision des Christentums näher bringen, war damit aber auch von der Vision der „klassenlosen Gesellschaft“ von Karl Marx konfrontiert, was ihn faszinierte. Unter dem „verführerischen Einfluss“ Ida Treats und vielleicht auch der Künstlerin Lucile Swan (die den Kopf des „Peking-Menschen“ modellierte) schrieb Pater Teilhard seine „Evolution der Keuschheit“ (1934), der nicht wirklich stimmige Versuch, die „platonische Liebe“ zwischen Mann und Frau als den höheren Weg zu verherrlichen. Auch die Geologin Roda de Terra war gerade in sein Leben getreten, mit der er später Expeditionsreisen unternehmen würde. Pater Teilhard starb 1955 in ihrer Wohnung in New York.

In seiner autobiographischen Skizze „Das Herz der Materie“ (1950), seinem „geistigen Erbe“ schrieb Pater Teilhard im Schlusskapitel wieder über „Das Weibliche oder das Einigende“.

Die in Paris lebende Jeanne Mortier, die selbst Theologie am Institut Catholique von Paris studiert hatte, war nach dem gegenseitigen Kennenlernen 1939 von der Berufung ergriffen, Pater Teilhard als Sekretärin zu dienen, seine Manuskripte in Paris zu veröffentlichen und unter die Leute zu bringen. Sie wurde von Pater Teilhard 1951 testamentarisch zur Nachlassverwalterin seiner philosophisch-theologischen Manuskripte eingesetzt. Sie sorgte dafür, dass nach dem Tod Pater Teilhards (der damals außer in Fachkreisen kaum bekannt war), nun der Öffentlichkeit bekannt wurde.

Die in der kleinen Sammlung ausgewählter Briefe

Teilhard de Chardins an Frauen richten sich an

  • seine Mutter
  • Marguerite Teillard-Chambon (seine Dual-Seele)
  • Léonite Zanta (die Feministin)
  • Ida Treat (die Marxistin)
  • Rhoda de Terra (die Geologin)
  • Jeanne Mortier (seine „Sekretärin“)

Der Vollständigkeit halber sei noch einmal betont, dass die später erst veröffentlichten Briefe Teilhard de Chardins an die Künstlerin Lucile Swand von Günther Schiwy gewürdigt werden in dem Band „Eine heimliche LIebe“ (2005)

Das Buch ist heute noch im Herder-Verlag „Frauenforum“ erhältlich:

Teilhard de Chardin: Briefe an Frauen (Klick)
Herausgegeben und erläutert von Günther Schiwy

Pierre Teihard de Chardin: Entwurf und Entfaltung

Unter dem Titel „Entwurf und Entfaltung“ sind 150 Kriegsbriefe Teilhard de Chardins aus den Jahren 1914 – 1919 an seine Cousine Marguerite Teillard Chambon zusammen gefasst. Der Band ist nicht vollständig: Sicher mehr als 100 Briefe von Pierre an Marguerite fehlen. Dann ist es kein wirklicher „Briefwechsel“, denn die Briefe Marguerites an Pierre fehlen gänzlich. Doch immerhin:

Dies ist wohl der bedeutendste ins Deutsche übertragene Briefband Pater Teilhards. Er schildert eine sehr entscheidende Zeit in seinem Leben, seine Zeit als Soldat bei der französischen Armee gegen die deutsche Armee. Es sind die Jahre seines Erwachens. Mit den in der Zeit geschriebenen 16 Essays legt er die Grundlage „als ersten Entwurf“ seiner späteren Lehre.  Die Zeit danach ist im Wesentlichen dann die Zeit der Entfaltung.

Wenn Pater Teilhard von dem „Mysteriem des Krieges“ spricht, den Krieg als evolutionäre Kraft nahezu verherrlicht, dann ist das nur schwer nachzuvollziehen. Er wird sogar von der „Heimweh nach der Front“ („La nostalgie du Front“) sprechen. Er wird an Marguerite schreiben: „Ich versichere dir, mir wäre es tausendmal lieber, Granaten zu werfen oder ein Maschinengewehr zu bedienen, als so zum Überschuss zu gehören.“

Sei Biograph Günther Schiwy interpretiert diese Sehnsucht so:

Teilhard begreift sich an der Front des Ersten Weltkrieges als einer, der sein Leben lang an der vordersten Front Gottes stehen wird, die für ihn identisch ist mit der Linie des Fortschritts für die Menschheit. Das ist seine Berufung, die er sich nicht ausgedacht hat, sondern die ihm zuteil geworden ist wie dem Moses: im brennenden Dornenbusch. An der „Front“ hat Teilhard „gesehen“, deshalb wird ihn die „Sehnsucht nach der Front“ nie mehr verlassen. (Schiwy, Biographie Bd. 2, S. 262)

Sehr beachtlich finde ich die Worte der Herausgeber des Bandes Alice Teillard-Chambon (die ‚Schwester von Marguerite) und Max Henri Begouen (ein Freund Pieres):

Auf dieser Weise war er eins mit der im Krieg befindlichen Menschheit, konnte jedoch gleichzeitig sehen, daß das Chaos, in dem sich die menschlichen Zellen herumstritten, nur scheinbar war und daß unter diesen Phänomenen der Umwandlung eine Ordnung verborgen lag.
Jenseits der irdischen Horizonte erschienen ihm die Schlachtfelder, auf denen der Tod zu triumphieren schien, als der lebendigste Schmelztiegel, als die Gebärmutter einer neuen Welt. Zweifellos wühlte der menschliche Pflug des Krieges die alte Nährmutter Erde, auf der die althergebrachte Saat nicht mehr keimen konnte, bis in die Tiefen auf. Aber ein neuer Humus, in dem sich das Blut und die Tränen und selbst das Fleisch der geopferten Männer mit der verwüsteten Erde vermischten, würde wieder fruchtbar werden für ein Samenkorn, das neu – und dennoch seiner Substanz nach ewig wäre.“ (S. 11)

Im Grunde könnte das Thema der Kriegsbriefe auch VERSÖHNUNG heißen, nicht nur die Versöhnung der Franzosen und Deutschen, sondern die Versöhnung der ganzen Menschheit, auch die Versöhnung der weltfremd gewordenen Kirche mit der Wirklichkeit. (Ida Friederike Görres bringt ihren „Versuch über die Kriegsbriefe“ unter diesen Titel: Versöhnung. > Meine Buchbesprechung)


Bei alledem darf aber eine Frau nicht vergessen werden: Marguerite Teillard-Chambon, die Cousine Pierrs, die Empfängerin der Briefe. Sie hat die Veröffentlichung noch vorbereitet, starb vor der Veröffentlichung 1959 bei einem Autounfall.

Die Briefe aus den Jahren 1914 – 1919 (Entwurf und Entfaltung) sind auch nur der erste Teil einer Brief-Trilogie, die sie herausgegeben hat. Die beiden anderen tragen den Titel „Geheimnis und Verheißung der Erde“ (Reisebriefe 1923 – 1939) und „Pilger der Zukunft“ (Neue Reisebriefe 1939 – 1955).

Marguerite (viereinhalb Monate älter) und Pierre verband eine lange Kinderfreundschaft, bevor Pierre elfjährig ins Internat des Jesuiten-Kollegs kam. Sie verloren sich einige Jahre aus den Augen. 1912 – 33-jährig – wurde Pierre von seinem Orden nach Paris zum Studium der Paläontologie geschickt. Marguerite ist bereits seit 10 Jahren Instituts-Leiterin einer katholischen Schwesternschule in Paris. Sie treffen sich in Paris wieder und es beginnt eine langjährige Freundschaft zweier Seelengefährten.

Günther Schiwy schreibt in der Biographie:

Pierre hat in Marguerite die Frau gefunden, die seine Probleme aus eigener Erfahrung kennt und teilt, mit der er sich aussprechen kann, die ihn bestätigt und beflügelt, die ihn hochschätzt und die bereit ist, ihn auf seinem Weg so nahe zu begleiten, wie es sein ordensgelübde und sein Zölibatsversprechen und ihr gläubiger Respekt davor nur immer erlauben. Daß sie die erste Frau ist, die ihn liebt, steht außer Zweifel. Sie hält ihm auch die Treue, als später andere Frauen sie aus ihrer Vertrauensstellung verdrängen. Teilhard wird es ihr bis an sein Lebensende danken. Er wird nie vergessen, daß er durch sie eigentlich er selbst geworden ist. (Bd. 1, S.  243)

Die beiden Herausgeber des Bandes enden ihrer Hommage an „Marguerite Teillard-Chambon (1880 – 1959) Schriftstellername: Claude Aragonnès“ (S. 15 – 25) mit den Worten:

Wir hoffen, daß die Menschen, die in diesem Leben so nahe waren, im Tode endgültig vereint sind. Wir sind überzeugt, daß sie auch im Andenken der Menschen nicht voneinander getrennt sein werden. Es liegt darin gleichsam ein geheimnisvolles Gesetz unserer Natur, daß sich fast immer in der Nähe eines großen Mannes eine große, ein wenig verschleierte weibliche Gestalt findet; und dieses Gesetz hat sich wiederum bestätigt in Pierre Teilhard de Chardin und Marguerite Teillard-Chambon. (S. 25)

 

Briefe als Tagebuch Pierre Teilhard de Chardins

Das Hauptschrifttum von Pierre Teilhard de Chardin liegt neben vier Büchern und vielen Essays (gesammelt in seinen Werkausgaben in 10 Bänden) sicher in seinen Briefen vor, hauptsächlich an Frauen gerichtet.

Dazu gehört auch das „Tagebuch Pierre Teilhard de Chardins“, das 1969 als „Letters to Two Friends“ im englischen Original  und im Französichen in der Parallel-Ausgabe unter dem Titel „Accomplir l’homme – Letters inédites (1926 – 1952)“ erschien. Die deutsche Ausgabe erschien dann 1971 im Walter-Verlag in zwei Bänden getrennt: „Briefe an eine Marxistin“ und „Briefe an eine Nicht-Christin“.

Diese Briefe wurden so editiert, dass alles Persönliche gestrichen wurde, selbst die Adressatinnen einer strengen Diskretion unterzogen. Solange es noch keine detaillierten Biographien von Teilhard de Chardin vorlagen, hatten diese Editionen und Übersetzungen sicher ihre Berechtigung. Am Ende dieser „unveröffentlichten Briefe“ blieb ein zum sachlichen „Tagebuch vom 24. April 1926 bis 16. Januar 1952“ editierte Version übrig, Auszüge aus Briefen von Teilhard de Chardin an Ida Treat (die Marxistin) und Rhoda de Terra (die Nicht-Christin), beides Amerikanerinnen. Heute ist das „Geheimnis“ um die beiden Adressatinnen längst gelüftet – und es gibt weiter gehende Auszüge aus dem Briefwechsel an diese beiden Frauen.

Mit Ida Treat, einer amerikanischen Geologin und überzeugten Kommunistin, hat Teilhard de Chardin im Laufe von ca. 30 Jahren – gemäß Günther Schiwy – 1929 Briefe gewechselt, im Durchschnitt mehr als wöchentlich einen. Der Band „Briefe an eine Marxistin“ enthält „Tagebuch-Auszüge“ aus 78 Briefen.

Brief an eine Marxistin

So schreibt Pierre Teilhard de Chardin in einem Brief an Ida Treat, die er im Winter 1924/25 kennen gelernt hatte, im Dezember 1933:

Meine großartige Freundin, Du bist gerade abgereist und hast mit Dir einen Teil meiner Pekinger Sonne mitgenommen. Aber mir blieb vor allem eine Kraft und Leichtigkeit für den Lebenskampf, die Du mir mitgeteilt hast. Während dieser drei Wochen habe ich in langen Zügen Deine Gegenwart genossen. Und ich bin tief glücklich, weil ich begriffen habe, daß Du […] für mich die wahre Kampfgenossin geworden bist, mit allem, was eine ähnliche Verbindung haben kann an Reichtum und Tiefe zwischen einem Mann und einer Frau, die sich nur deshalb aufeinander stürzen, um voranzuschreiten. Einer meiner Lebensträume … Mehr denn je werde ich Dich auf dem laufenden halten über das, was mir äußerlich und innerlich geschieht. Gut Glück! Und für immer. Pierre.“
(zitiert nach Günther Schiwy: Eine heimliche Liebe, S. 41)

Im unpersönlichen „Tagebuch“ als Brief an eine Marxistin klingt ein anderer Auszug aus dem Brief vom 21. Dezember 1933 ganz anders:

Etwas, was sehr wichtig sein könnte, nämlich ein Brief aus Frankreich […], scheint darauf hinzuweisen, dass man ernsthaft daran denken soll, mir ein Gespräch mit meinem General in Rom zu vermitteln. Ich werde die Einladung nicht zurück weisen, wenn man positiv die Initiative ergreift. Doch Sie kennen meinen Eindruck: Ich habe Angst, ein solches Gespräch würde schließlich nur definitive Meinungsverschiedenheiten offenbar machen.“ (Brief an eine Marxistin, S. 109)

In einem Brief vom 7. Juli 1933 hatte Pater Teilhard an Ida Treat noch geschrieben, dass er diese relative Ungebundenheit von seinem Ordnen schätzte. Ihm drohte wieder ein Verbot, in Paris aufzutreten:

Je mehr ich an dieses Verbot denke, um so weniger berührt es mich [ich glaube wirklich, es hat mich ernstlich keine Minute lang geärgert.] Ich schätze im Gegenteil die Vorteile, nach vornehin klarer zu sehen und keinerlei Bindungen zu haben, bei denen man mich zu fassen versuchen könnte. … Mir bleibt nur eines zu tun: intensiver als je zuvor das entwickeln, was ich glaube, und mich inniger als je in das Blut hineinmischen, das ich zu verbessern träume. eine Frage der größeren Liebe, nicht der Revolte. Ich weiß nicht, ob das möglich ist. Ich will es aber versuchen. Eines scheint mir klar. Im Einsatz für eine Sache wie diese fürchte ich nichts.“ (Briefe an eine Marxistin, S. 108)

Durch den intensiven Austausch mit Ida Treat war Teilhard de Chardin gezwungen, sich mit dem Kommunismus auseinander zu setzen. Das führte ihn zu der klaren Äußerung:

Meiner Meinung nach ist es mehr und mehr der Kommunismus, der gegenwärtig das wahre menschliche Wachstum repräsentiert und monopolisiert. (Schiwy, Bd. 2, S. 150)

Also nicht das Christentum! So wundert es einen nicht, dass Teilhards Vision der Menschheit am Punkt Omega an die „klassenlose Gesellschaft“ von Karl Marx erinnert.

Briefe an eine Nicht-Christin

Pierre Teilhard de Chardin hat Roda de Terra und ihren Mann Helmut de Terra bei einem Internationalen Geologenkongress 1933 in Washington kennen gelernt, 1935 sind sie zusammen auf einer Indienreise. Roda de Terra, die sich von ihrem Mann im Dezember 1935 scheiden ließ, wird in den letzten 10 Jahren des Lebens von Pater Teilhard dessen wichtigste Begleiterin auf Expeditionsreisen wie auch privat in Amerika. Pater Teilhard starb am Karfreitag 1955 in ihrer Wohnung in New York.

Die hier dokumentierten Briefe Pierrs an Rhoda beginnen am 5. Juni 1938 mit den Worten „Seit meinem letzten Brief …“ (S. 9). Es ist also keinesfalls der erste. Der letzte Brief stammt vom 8. September 1950.

Günther Schwiy: Eine heimliche Liebe

Untertitel: Lucile Swan und Teilhard de Chardin

Günther Schiwy hat sich ein großes Verdienst erworben, Pierre Teilhard de Chardin im deutschsprachigen Raum ein bleibendes Denkmal zu setzen. Dazu gehört herausragend dessen Biographie in 2 Bänden 1981 zu dessem 100. Geburtstag. (> meine Buchbesprechung). 1993 wurden dann aus dem Nachlass von Lucile Swan Dokumente (vor allem aus dem Briefwechsel, aber auch Tagebuchaufzeichnungen) veröffentlicht, die noch einmal ein neues Licht auf das Leben und LIeben Pierre Teilhard de Chardins warfen. Schiwy schreibt über dieses 2005 erschienene Buch: „… dann erfülle ich nur die Pflicht des Biographen gegenüber der historischen Wahrheit, die um viele größer und fasznierender ist, als wir bisher meinten.“ (S. 11 f.)

Diese Briefe sind in diesem Band nicht dokumentiert, es ist kein weiterer Briefband, aus ihnen nur ausführlich zitiert. Der Biograph Günther Schiwy schreibt eine Ergänzung zu seiner Biographie, bei der die Frauen in Teilhards Leben und die Rolle des Weiblichen bei der Entwicklung einer „Religion der Liebe“ im Vordergrund stehen.

Am Anfang waren die Enthüllungen dieser doch überraschend intimen Beziehung noch sensationell, heute macht es Piere Teilhard de Chardin nur um so glaubwürdiger in seiner Suche nach der „Mystik der Liebe“ als Kraft, die die Menschheit zusammen bringt. So schreibt Günther Schiwy:

Der wichtigste Beitrag eines jeden zum Gelingen der globalen Einigung der Menschheit ist die individuelle Erweckung und Intensivierung der zwischenmenschlichen Liebe, die sich nicht auf Ehe und Familie beschränkt, sondern ausstrahlt in die größere Gemeinschaft und letztlich die Einigung der Menschheit möglich macht. (S. 13)

In dem Buch wird deutlich, wie sehr Pierre speziell von Lucile als Frau geprägt wurde. So schickt er Lucile die Kopie seines Essays „Das Herz der Materie“ als

… eine Art von Geschichte meines spirituellen Abenteuers […] Ich frage mich, ob sie Dir gefallen wird – aber ich denke, sie wird.  Jedenfalls sind diese Seiten eine Anstrengung, eine innere Evolution auszudrücken, die tief von Dir geprägt ist. (S. 175)

Und Lucile anwortet:

Der gleiche Geist weht durch dein Briefe, und wie stolz und glücklich war ich, als Du sagtest, wie sehr ich half, Deine Ideen zu klären, sie mit dir durchzusprechen, und so war es UNSERE Arbeit – und Du sagst so freundlich in diesem letzten Brief: ‚die innere Evolution so tief geprägt durch Dich‚. (S. 179)

Lucile war wahrlich nicht die einzige Frau im Leben Teilhard de Chardins, die wichtigsten weiteren: seine Cousine Marguerite Teillard-Chambon, die Feministin Léontine Zanta, die Marxistin Ida Treat und die Geologin Rhoda de Terra, um nur die wichtigsten zu nennen.

Das Buch macht deutlich, wie wichtig Pater Teilhard die Beziehung zu Frauen war, die ihn Sätze schreiben lassen wie:

„Nicht mehr als auf Licht, Sauerstoff oder Vitamine kann der Mann – kein Mann – (mit einer täglich dringlicher werdenden Evidenz) auf das Weibliche verzichten.“ (S. 177) Oder: „Das Lebendigste des Greifbaren ist das Fleisch. Und für den Mann ist das Fleisch die Frau.“ (S. 175)

Hier entflammt bei Teilhard de Chardin eine „Mystik der Liebe“, bei der der Frau eine zentrale Bedeutung zukommt, anders als in der östlichen Mystik, die gänzlich von „Fleisch und Frau“ entmaterialisiert und vergeistigt ist, um es gelinde auszudrücken.

In der Liebe zwischen Lucile und Pierre ging es immer um den „dritten, den höheren Weg“ der Liebe zwischen Mann und Frau, die geistige Vervollkommnung ausgerichtet auf das Dritte: Gott. Das Buch liest sich teilweise wie einen Liebesroman – auch mit weiblichen Rivalinnen, Lucile, Ida und Rhoda, einem Herzinfarkt von Pierre, ein gebrochenes Herz bei Lucile. Eine biographisches Buch kann kaum menschlicher sein als dieses. Pater Teilhard de Chardin sagte von sich selbst: „Ich bin kein Gott.“ … und sicher auch kein Heiliger. Doch ein liebender Mann mit einer großen Vision der Liebe, die er selbst kaum leben konnte.

Günther Schiwy bewertet die Tragik dieser Liebe so:

Die Tragik bestand darin, dass sich Lucile, deren Liebe ungebrochen war, gerade deswegen nicht imstande sah …, auf eine möglichst intensive Teilnahme am Alltagsleben Teilhards, wie sie es jahrelang in Peking erlebt hatte, zu verzichten. Teilhard hatte jedoch einen viel abgehobeneren Begriff von Liebe: einerseits sah er – typisch Mann – vor allem die erotisch-sexuelle Dimension, von der er glaubte, daß sie in seinem Verhältnis zu Lucile in gegenseitigem Einvernehmen keine Rolle mehr spielte, womit er wohl recht hatte; andererseits betonte Teilhard – typisch Zölibatär – vor allem die spirituelle Dimension der partnerschaftlichen Liebe als Realisierung der Gottesliebe, worin er auch wohl … mit Lucile übereinstimmte. Wo, mußte er sich fragen, lag ihr Problem? Weil Teilhard, was Lucile instinktiv spürte, eben doch anders liebte als eine Frau, viel weniger ganzheitlich und „alltäglich“, konnte er im letzten Luciles Unglücklichsein nicht verstehen. (S. 191)

Sandra Tissot: Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit

Untertitel: Wie sich ein Sensibelchen selbstständig machte und seine Lösung für das hochsensible Berufsleben fand

Die Autorin Sandra Tissot hat den Weg zu ihrem persönlichen Glück gefunden. Es ist der Weg von einer hochqualifizierten Betriebswirtin und einem „Sensibelchen“ aus der „unerträglichen Sinnlosigkeit“ des Angestellten-Daseins als Marketingleiterin über den „Befreiungsschlag“ der beruflichen Selbstständigkeit bis zum Meistern der „unternehmerischen Realität“ hin zum persönlichen Glück.

Sie schreibt gleich zu Anfang: „… ich habe die Lösung für MICH gefunden und bin der festen Überzeugung, dass jeder seinen eigenen Weg entdecken und Schritt für Schritt gehen muss.“ (S. 9)

Sie beschreibt diesen Weg so einfühlsam und humorvoll, dass sich das Buch fesselnd liest wie ein Roman. Der allgemeine „Ratgeber“ für Hochsensible steht im Hintergrund, die ganz persönliche Lebensgeschichte ist spannend und humorvoll erzählt. All die Menschen, die ihr begegnen, sind „Typen“ (Caraktere würde man in einem Roman wohl sagen), die einem bekannt vor kommen. Doch sie stellt Besonderheiten ihres eigenen Lebensweges gar nicht so sehr heraus. Ihre zusätzliche Rolle als Mutter ist kaum mehr als erwähnt. Der Name der Tochter bleibt unerwähnt, dafür ihre Rolle als „Mompreneurin“ (Mutter und Selbstständige) gleichzeitig zu sein. Das Typische Ihres persönlichen Weges auch für andere ist deutlich zu erkennen.

Sie beobachtet ihre Lebenssituationen nicht nur scharf, sondern auch sehr erfrischend. Der Leser wird in keine Leidensgeschichte hineingezogen, sondern in einen (typischen) Bewusstseinsprozess, einer jungen Frau, die die Kraft hat, sich selbst zu befreien.

Die vordefinierte Arbeitsatmosphäre, der fremdgesteuerte Leistungsdruck und alle Abhängigkeiten hatten bei meinem sensiblen Wesen zu gesundheitlichen Problemen und letztendlich zur Selbstaufgabe geführt.
Ich passte einfach nicht in diese Arbeitnehmerwelt. So sehr ich mich auch bemühte – ich fühlte mich zu sensibel, zu empfindsam, zu eingeengt, zu fremdbestimmt … (S. 48)

Und dann der Prozess, sich selbstständig zu machen:

Spätestens an dem Tag, in der ich mir meiner eigenen abweisenden Haltung und meiner „inneren Kündigung“ klar geworden bin, gab es kein Zurück mehr. Ich hatte eine Türe geschlossen, um eine neue Türe zu passieren und einen neuen Lebensabschnitt betreten zu können. Ich hatte dafür keinen vorgefertigten Plan.“ (S. 87)

Immer wieder (nahezu auf jeder Seite) findet der Leser Gedanken-Boxen, die das gerade Erzählte mit seinem eigenen Leben als Impuls des Nach-Denkens verbinden kann – wie beispielsweise die Box:

Die Erkenntnis der eigenen Hochsensibilität verändert nicht alles, aber lässt vieles im neuen Licht erscheinen. (S. 105)

Darüber hinaus regt jedes der 22 Kapitel am Ende zum Reflektieren der eigenen Lebenssituation an.

Ich empfehle dieses Buch jedem sensiblen Menschen, der im Angestellten-Dasein kein Glück findet und den berufichen Leidensweg endlich beenden will. Das Buch hilft, den eigenen Weg der beruflichen Befreiung besser zu reflektieren, sich aber auch auf die Stolpersteine der beruflichen Selbstständigkeit vorzubereiten, auf sie gefasst zu sein, um sie dann meistern zu können.

Die berufliche Selbstständigkeit ist kein Sonntagsspaziergang, entspricht den Potenzialen eines HSP doch im besonderen Maße, da er hohe Leistungsansprüche an sich selbst hat, die Interessen seiner Kunden sehr deutlich spürt und Kunden-Projekte so heraussragend erfüllen kann, dass der Kunde glücklich und sie (die HSP) auch stolz auf die eigene Leistung sein kann. Das Buch macht HSPs Mut, den Weg der Selbstständigkeit zu gehen!

Dem vergleichsweise geringen Risiko der Selbstständigkeit steht ein großer Gewinn gegenüber. Hochsensible können aus der beruflichen Selbstständigkeit Lebensfreude generieren und darin ihr ganz individuelles Glück finden und jeden Tag aufs Neue leben. (S. 184 f.)

Sandra hat es geschafft – und es werden immer mehr werden. Und irgendwann wird unsere Arbeitswelt sich so verändert haben, das sie zu einer Quelle des Glücks und der Selbstverwirklichung wird.

Sandra Tissot:
Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit: Wie sich ein Sensibelchen selbstständig machte und seine Lösung für das hochsensible Berufsleben fand (Klick)

Peter Bieri: Wie wäre es, GEBILDET zu sein?

Mit dem EXTRA: „Die Vielfalt des Verstehens“

Ich bespreche dieses Buch, weil Bildung und Selbstbildung mein Thema ist – obwohl das Büchlein mich auf nahezu jeder Seite zum Widerspruch reizt. Ich trenne meinen Widerspruch gegenüber der Buchbesprechung in einer polemischen Replik  (> Mehr). Im A6-Format mit 93 Seiten enthält zwei Essays (Vorträge), das erste Essay (S.7  – 41) trägt den Titel des Büchleins, das zweite den Titel: „Die Vielfalt des Verstehens – über die Sprache der Wissenschaft und die Sprache der Literatur“ (S. 43 – 93). Der Autor versteht den Menschen als „sprechendes Tier“ (S. 17), so macht des Sinn, sein Verständnis über Sprache (also den zweiten Teil) genauer zu verstehen. Tatsächlich hat mich der zweite Teil dem ersten gegenüber versöhnlicher gestimmt.

Der Titel ist schon etwas merk-würdig, irritierend, nahezu provokativ – und so geht es im ganzen Text weiter.

Der Autor unterscheidet erst einmal Ausbildung und Selbstbildung:

Eine Ausbildung durchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu können. Wenn wir uns dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas zu werden – wir streben danach, auf eine bestimmte Art und Weise in der Welt zu sein. (S. 7 f.)

(Selbst-) Bildung unterscheidet der Autor im Folgenden

  • als Weltorientierung
  • als Aufklärung
  • als historisches Bewusstsein
  • als Artikuliertheit
  • als Selbsterkenntnis
  • als Selbstbestimmung
  • als moralische Sensibilität
  • als poetische Erfahrung

Zusammenfassend: Bildung ist Leidenschaft bis zum „heftigen Ekel“ (S. 40) allem gegenüber, was Bildung verhindert.

Die Thesen des Autors sind sehr dicht. Es lässt sich nicht wirklich „zitieren“. Ich will nur zwei (Kern-) Sätze herausgreifen, um einen Geschmack über den besonderen Schreibstil des Autoren zu geben:

Der Gebildete, können wir nun sagen, ist einer, der über seine seelische Gestalt selbst bestimmt, indem er sich nicht an das einmal aufgebaute Selbstbild klammert, sondern einen stetigen Prozess erneuter Selbstbewertung zulässt und die damit verbundene Unsicherheit aushält, das Ganze im Bewusstsein der Kontingenz. Dadurch wird er im emphatischen Sinne ein Subjekt. (S. 33 f.)

Und der letzte Satz des 1. Essays:

Ein wahrhaft Gebildeter scheut sich auch nicht vor Donquichotterien und davor, für lächerlich gehalten zu werden. Denn wie gesagt: Es geht um alles. (S. 41)

Die Vielfalt des Verstehens

Im zweiten Essay geht es in diesem Stil weiter:

Die Sprache verwandelt die Welt als eine Dimension kausaler Kräfte in eine Dimension verständlichen Geschehens. Wir sind von morgens bis abends damit beschäftigt zu verstehen, was um uns und in uns geschieht. Das können wir nur, weil wir sprechende Tiere sind. (S. 45)

Der Autor unterscheidet „Natur verstehen“ (S. 51 – 52) und „Handlungen und ihre Gründe verstehen“ (S. 52 – 58) und schlussfolgert:

Wenn es um Kontrolle, messgenaue Vorhersagen und Machbarkeit geht, brauchenb wir den einen Filter (des Verstehens, JS), wenn wir Vernünftigkeit und Sinn im menschlichen Tun erkennen wollen, den anderen.“ (S. 63)

Bei dem abschließenden Teil über die Sprache der Literatur (S. 63 – 93) geht es um „erzählendes Verstehen“ (S. 64) mit einigen erhellenden Beispielen literarischer Sprachkunst der Genauigkeit. Auch hier noch ein Stil-Beispiel des Autors, was „sprachlicher Schutt“ sei:

„klebrige Sprachgewohnheiten, tradierende Kategorienfehler, verrutschte Bilder, leer laufende logische Partikel, versteckte Widersprüche, unerkannte Redundanzen.“ (S. 68)

Alles klar?