Travis Christofferson: Paradigmenwechsel

Untertitel: Das neue Verständnis von Krebs nach hundert Jahren Forschung Wie die Rückkehr der Theorie über den Stoffwechsel der Tumore vielversprechende Wege zur Heilung aufzeigt Das Buch beschreibt den sich anbahnenden Paradigmenwandel in der Krebstherapie. Die entscheidende Frage ist: Was ist die erste Ursache von Krebs und wie kann verhindert werden, dass Krebs entsteht und unkontrolliert wuchert. Der Autor –

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Travis Christofferson: Paradigmenwechsel

Untertitel: Das neue Verständnis von Krebs nach hundert Jahren Forschung

Wie die Rückkehr der Theorie über den Stoffwechsel der Tumore vielversprechende Wege zur Heilung aufzeigt

Das Buch beschreibt den sich anbahnenden Paradigmenwandel in der Krebstherapie. Die entscheidende Frage ist: Was ist die erste Ursache von Krebs und wie kann verhindert werden, dass Krebs entsteht und unkontrolliert wuchert. Der Autor – kein Mediziner, sondern Fachautor – sieht den Paradigmenwandel von der Vorstellung einer genetischen Mutation (die noch dominierende Schulmedizin) hin zu der Erkenntnis, dass die Ursache in einer Stoffwechselerkrankung liegt (vorwiegend von der Naturheilmedizin vertreten). Die Tatsache, dass der Autor kein Mediziner ist, tut dem Buch gut. Es schafft einen Überblick über 100 Jahre Krebsforschung und ist relativ leicht verständlich geschrieben.

Das Buch stellt eindringlich die Frage:

Ist es vorstellbar, dass Krebs gar keine genetische Krankheit ist? Könnte es sein, dass wir drauf und dran sind, den „Krieg gegen den Krebs“ zu verlieren, weil die Forscher einem grundverkehrten wissenschaftlichen Paradigma huldigen und Krebs keine Krankheit ist, die durch beschädigte DNS verursacht wird, sondern vielmehr durch einen beeinträchtigten Stoffwechsel? (S. 11 f.)

Der Autor greift auf Studien des Biochemikers Otto Warburg (1883 – 1970) zurück, der die Veränderung des Krebsstoffwechsel vom aeroben (Sauerstoff) zum anaeroben Gluckose-Stoffwechsel erkannte und dafür 1931 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Des weiteren sind es die Forschungen zur Epigenetik (Bruce Lipton), die der Krebstherapie ganz neue Ansätze geliefert hat: deformierte Krebsgene sind nicht die Ursache, sondern eine (epigenetische) Wirkung des Entartungsprozesses einer gesunden in eine kranke Zelle (womit eine neue Embryogense beginnt).

Diese neue Sichtweise, das neue Paradigma eröffnet ein ganz neues Wirkungsfeld für eine Krebs-Therapie, insbesondere für die Selbstverantwortung und Selbstheilung des Patienten.

Wichtig dafür ist:

  • Stoffwechselprozesse zu verstehen, insbesondere das Umschalten des aeroben (Sauerstoff) in den anaeroben (Zucker) Stoffwechsel;
  • die Mechanismen der Epigenetik zu verstehen, um die „Krebsgene“ wieder in gesunde Gene zurückschalten zu können;
  • durch „ketogene Ernährungstherapie“ (das Buch gibt Hinweise dazu im Anhang A) den Heilungsprozess auf natürliche Weise in Selbstverantwortung zu fördern.

Das Buch ist in keiner Weise engstirnig, sondern diskutiert sogar die Rolle von Krebs in der Evolution des Menschen. Manche Gesellschaftskritiker sehen den Krebs sogar gesellschaftlich: Wir lebten in einer wuchernden Krebsgesellschaft als Krebs an Mutter Natur. Der Autor bringt es auf den Punkt: „Krebs ist das Rätsel aller Rätsel.“ (S. 237)

Doch es gibt eine neue Hoffnung und die kann dieses Buch vermitteln.

Die Stoffwechseltheorie beleuchtet die Verwundbarkeit des Krebses und verdeutlicht seine Archillesferse. …
Die gesunden Zellen in unserem Körper sind entschlossene Überlebenskünstler. Sie überleben den toxischen Schlamm, der meist mit der Chemotherapie verbunden ist, und lassen sich nicht unterkriegen, während viele Krebszellen absterben. Gesunde Zellen können sich umstellen und zur Ketose übergehen, während Krebszellen nichts anderes übrigbleibt, als in ihrer Inflexibilität zu schmoren.  (S. 239)

Mein Fazit: Ich möchte dieses Buch unbedingt empfehlen: für die Krebs-Prophylaxe (die jeder achten sollte), nach einer akuten Krebs-Diagnose (um einen klaren Kopf zu bewahren) und für die Krebs-Nachsorge. Das Buch kann die Angst verringern, dass der Krebs jederzeit wieder ausbrechen könnte. Es macht aus dem Paradigma des hilflosen Wartens ein Paradigma des aktiven Handelns für die eigene Gesundheit.

Das Buch ist einleuchtend, erfrischend, mut-machend.

Ich will noch darauf hinweisen, dass die deutsche Krebsforschung in Dresden (Prof. Manfred von Ardenne) schon vor 50 Jahren auf die Erkenntnisse von Otto Warburg zurückgegriffen und eine Sauerstoff-Mehrschritt-Krebstherapie entwickelt hat. Die neuere Epigenetik und Keto-Ernährung sind sicher eine gute Ergänzung.

Travis Christofferson:  Paradigmenwandel: Das neue Verständnis von Krebs nach 100 Jahren Forschung

Ervin Laszlo: Was ist Realität?

Untertitel: Neue Karte von Kosmos und Bewusstsein

Der Autor Ervin Laszlo ist ein Wissenschaftler und geht streng wissenschaftlich vor. Bereits das Vorgängerbuch „Unsterbliches Bewusstsein“ hat empirische Fakten gesammelt, die beweisen, dass ein Bewusstsein jenseits des Gehirns wissenschaftlich nahezu bewiesen ist. („Nahezu“, weil es nahezu niemals 100%ige Beweise gibt, wie Karl Raimund Popper 100% bewiesen hat …) Das Buch sollte als empirische Grundlage von „Was ist Realität?“ im Zweifelsfall herangezogen werden. (> Meine Buchbesprechung)

Wer noch im alten Sinne behauptet „Ich bin Realist!“, den wird dieses Buch schockieren und sein Weltbild komplett erschüttern.

Das neue Buch von Laszlo „Was ist Realität?“ setzt nun als Grundprinzip voraus, dass das Bewusstsein das PRIMAT ist und die Materie das „Epiphänomen“ der Energie und Materie als „gefallenes Licht“ sieht. Doch wie ist der Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Materie/Energie nun wissenschaftlich zu erklären? Hier entfaltet Laszlo etwas, das er „Die Neue Karte“ nennt, eine „Paradigmen-Verschiebung“. Er geht davon aus: Alles ist Energie, alles ist Schwingung.

Das kommt uns doch aus der „esoterischen Szene“ bekannt vor! Das ist also nicht das Neue. Zu den 7 Grundprinzipien des Lebens gehörte nach Thot Hermes Trismegistos (ca. 3.000 v. Chr.): Alles ist Schwingung. Also ist dies eine Erkenntnis von über 5.000 Jahren. Ein anderes hermetisches Grundprinzip lautet: „Alles ist GEIST“; eine andere Formulierung für das Primat des Bewusstseins, also auch schon 5.000 Jahre alt!

Teil 1 – Die neue Karte

NEU ist, dass ein Wissenschaftlicher jetzt auch diese esoterischen Grundprinzipien nach wissenschaftlichen Kriterien erklärt. Das Buch „Unsterbliches Bewusstsein“ liefert die empirische Grundlage, dieses Buch „Was ist Realität?“ darüber hinaus den theoretischen Überbau.

„Die fundamentale Realität ist nicht Materie, sondern Energie, und die Naturgesetze sind keine Regeln für mechanische Interaktionen, sondern „Anweisungen“ oder „Algorithmen“, die Energiemuster verschlüsseln.“ (S. 39)

Diese in der Wissenschaft „neue Karte“ (Paradigmen-Verschiebung) bedarf sicher auch neuer Begriffe und die liefert Laszlo.  Bewusstsein und Materie sind also nur Schwingungen unterschiedlicher Art. Diesen Schwingungen wohnt eine Intelligenz inne:

Demnach stellen weder Bewusstsein noch Materie die Basisrealität dar, sondern. Die Basisrealität ist die Intelligenz, welche die Schwingungscluster, die als objektähnliche und bewusstseinsähnliche Phänomene auftreten, koordiniert. (S. 44)
„Objektive“ physikalische Phänomene und „subjektive“ geistige Phänomene unterscheiden sich nur phämomenologisch, nicht aber kategorisch voneinander.“ (S. 69)

Weiter mit der Neubewertung des Lebens:

Im Universen entstanden komplexe objektähnliche Cluster, und zu ihnen gehören auch jene, die wir als lebendige lebendige System bezeichnen. Die komplexeren unter diesen oszillierten über eine weite Frequenzbandbreite hinweg und umfassen sowohl hochfrequente objektähnliche wieder niederfrequente bewusstseinsähnliche Cluster. (S. 44 f.)

Und noch ein weiteres Zitat im Zusammenhang mit der Quantenwelt:

Das Quantenvakuum stellt die Tiefendimension des Kosmos dar: die In-Formationsquelle der Cluster, welche sich innerhalb der Dimension des erregten Zustands manifestieren. Je näher die Cluster der Tiefendimension kommen, desto mehr sind sie von der Intelligenz in-formiert, die dem Kosmos innewohnt. (S. 47)

An solche Terminologie müssen wir uns im neuen Paradigma gewöhnen.

Folgender Satz ist für mich auch ein wesentlicher Teil des „neues Paradigmas“:

Wahrscheinlich müssen wir die Idee aufgeben, dass Raum und Zeit die Grundelemente der Realität sind. Raum und Zeit sind offenbar einem Urgrund purer Geometrie (Hervorhebung JS) entsprungen – einer Tiefendimension, die nicht IN der Raumzeit liegt, sondern die Raumzeit IN-FORMIERT. (S. 52)

So wird die „Heilige Geometrie“ mitsamt der Zahlenmystik ein Teil des neuen Paradigmas. Diese Integration erfreut mein Herz ganz besonders!

Laslow plädiert auch für den alten Begriff des Äthers (auf Pythagoras zurückgreifend), um der tiefsten Schwingungsebene einen Namen zu geben.

Bei der Klärung des Bewusstseins weist er darauf in:

So etwas wie Farbe oder Klang gibt es im Universum ebenso wenig wie Materie. (S. 68)

Mit anderen: wenn wir das ABSOLUTE des Bewusstseins „verstehen“ wollen, müssen wir diese In-Formatiertheit des Gehirns von alledem lösen, was das Gehirn als relative „Deutung“ (wie Ton und Farbe) dazutut.

In dem Kapitel EXISTENZ hat mich gleich die Einleitung gefallen, Laszlos Interpretation der berühmten Worte von René Descartes „Copgito ergo sum.“

Wenn ich denke und verstehe, dann bin ich bewusst – und wenn ich bewusst bin, dann existiere ich, und zwar als Teil des Kosmos. … Doch wir können noch weiter gehen und behaupten: Ich existiere, solange ich bewusst bin.“ (S. 73)

Aus alledem entsteht auch eine neue „Karte der Existenz“:

Das Realitätsverständnis, welches sich im 21. Jahrhundert Bahn bricht, greift altes Wissen auf und „erkennt“ dies gleichsam „wieder“ und „an“. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Überlieferung mit ihrer Sicht auf das Wesen der Existenz richtiglag. Existenz in der Welt ist weder Linear noch endlich, sondern zyklisch und kontinuierlich. (S. 89)
Wenn der Körper eines Individuums stirbt, dann hört es nicht zu existieren auf, sondern wechselt lediglich von dem multifrequentierten in den reduzierten niederfrequenten Schwingungsmodus.“ (ebenda)

Teil 2 – Erkundung der neuen Karte

Im zweiten Teil (S. 103 – 228) sind es 15 herausragende Geistesgrößen (von einer Schamanin und Mystikerin einschließlich seinem Sohn Alexander), die aus ihrer Sicht die „Neue Karte der Realität“ in kleinen „Referaten“ beleuchten. Dazu gehören so namhafte Wissenschaftler wie Nassim Haramein, Allan Combs, Jean Hauston, Gary Zukav (um nur die zu nennen, die mir bekannt sind). Nicht zu vergessen die lobpreisenden Worte für die neue Karte von bekannten Menschen wie Dr. Jane Goodall, Hazel Handerson, Doktor Larry Dossey oder Dr. Eben Alexander. Vorwort und Einleitung zum Buch haben Deepak Chopra und Stanislav Grof geschrieben. Kurz: Die weltweiten Bewusstseins-Pioniere des „neuen Paradigma“ applaudieren! (Ken Wilber fehlt mir in der Runde, keine Ahnung.)

Hier erfüllt Ervin Laszlo die 3. Voraussetzung eines neuen Paradigmas: die Diskussion und Akzeptanz in der Gemeinschaft der Bewusstseins-Pioniere.

Teil 3 – Der Sinn

Dieser Teil als Schlussfolgerung ist der aufregendste. Die (angeblich) wertfreie materialistische Wissenschaft fragt zwar nach dem Zweck, nicht aber nach dem Sinn des Ganzen.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Grundkonstanten des Uni-/Multi-Versums dermaßen kohärent, dass die Vermutung nahe liegt,

… dass alle Parameter des Universums mit allen anderen Parametern fein abgestimmt sind und alle zusammen mit den übergreifenden Dimensionen kohärent sind. (S. 236)

Und die lassen den „Zufall“ nicht mehr gelten. Die notwendige Entwicklung läuft aber auf den „Selbstmord“ des physikalischen (!) Universums hinaus (Stichwort: „Wärmetod“, Entropie), selbst wenn es noch Milliarden von Jahren dauern sollte. Der Tod kann aber nicht der Zweck des Lebens sein. Was für einen SINN steckt hinter dem Tod des Universums?

Mit jedem Tod legt das universelle Bewusstsein (der GEIST) eine Hülle ab, um für die nächste Bewusstseinsstufe sich eine noch komplexere körperliche Hülle eines noch komplexeren Universums zu schaffen. Für ein ewiges Bewusstsein sind selbst 20 Milliarden Jahre der Entstehung und dem Tod eines Universums nur ein Aus- und Einatmen.

Dieser Zyklus beginnt immer wieder von vorne, doch währenddessen steigt das entwickelte Bewusstsein zu immer höheren Existenzformen auf und schwingt tiefer und tiefer, bis es mit der Intelligenz des kosmischen Grundzustandes im Einklang ist. Auf dem Höhepunkt dieser Evolution erlischt das manifeste Universum, und das entwickelte Bewusstsein wird mit der Intelligenz eins. Das ist dann die letzte und alleinige Realität des Kosmos. (S. 247)

Mein Fazit:

Ich habe in letzter Zeit in meinem Blog einige Werke zu Pater Teilhard de Chardin besprochen. Auch wenn Ervin Laszlo nicht vom „Punkt Omega“ und vom „Kosmischen Christus“ direkt spricht. ist sein Buch für mich eine wunderbare Bestätigung von Teilhard de Chardin – mit anderen Worten und auf der Höhe der postmodernen Wissenschaft. Das lässt mein Herz wirklich höher schlagen!

Und doch stellt sich mir nach dem Lesen des Buches die Frage „Und was ist die Seele?“ Die Frage wird nicht direkt behandelt, doch es gibt Anknüpfungspunkte. Was wäre, wenn Laszlos „Akasha-Feld“ ein anderes Wort für die Seele des Universums ist?! Ein neues Paradigma regt immer dazu an weiterzudenken, es in seiner Tragfähigkeit weiter zu erkunden.

Kurz: Wer sich in seinem Bewusstsein in diesen Feldern bewegt, für den ist dieses Buch Pflicht. Hier bekommt die Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität eine neue, tragende Säule.

Der Link zu AMAZON:

Was ist Realität? Die Neue Karte von Kosmos und Bewusstsein

Heinrich Elijah Benedikt: Die Kabbala – Band 1

Untertitel: Als jüdisch-christlicher Einweihungsweg
Farbe, Zahl, Ton und Wort

Die Kabbala gilt als Mystik des Judentums. Ich selbst habe keinen Bezug zum Judentum. Warum sollte mich das Buch faszinieren? Mein Lieblingsphilosoph aus der Antike ist Pythagoras. Außer den „Goldenen Versen“ gibt es wohl keine authentischen Texte mehr von ihm. Vieles seiner „Zahlenmystik“ ist verschollen. Es hat mich aber die Aussage eines Autoren aufmerksam gemacht, Phythagoras sei der erste Kabbalist! Das war mich sofort verständlich und erlaubte mir einen neuen Zugang auch zu diesem Buch.

Nun aber zu dem Buch selbst, dem ersten von zwei Bänden: Thema des 2. Bandes ist der Lebensbaum selbst. Der erste Band umfasst die Themen: Farbe, Zahl, Ton und Wort

Unter Mystik verstehen wir sicher die ERFAHRUNG DER EINHEIT. Und doch ist das EINE ja nicht EINS geblieben, sondern hat sich differenziert. Und genau diese Differenzierung des EINEN in die VIELE hat eine Struktur, die durch Farbe, Zahl, Ton und Wort abgebildet werden kann, unterschiedlich in den einzelnen Sphären oder in seiner globalen (holistischen) Ganzheit. Es ist eine Differenzierung der EINS als Zahl und Form, des weißen Lichtes in seine Spektralfarben, des OM (Aum) als Urton in die Shärenklänge.

Kabbala ist eine sehr komplexe Mystik, eine sehr alte Mystik mit Wurzeln in Babylon, Ägypten und der Antike – vergleichbar mit den indischen Veden.

Der Autor zitiert die legendäre Gestalt Thot-Hermes (wahrscheinlich ein Zeitgenosse Abrahams): „Horchet in euch selbst und blickt in die Unendlichkeit des Raumes und der Zeit. Von da erklingen der Gesang der Sterne, die Sprache der Zahlen und die Harmonie der Sphären. Was tun die Sterne? Was sagen die Zahlen? Was offenbaren die Sphären? Oh ihr Seelen, sie sagen, sie singen, sie
offenbaren euer Schicksal.“ Das waren die Fragen der alten Wissenschaften, die sich noch als HEILIG verstanden haben, als Offenbarung des Göttlichen.
Diesen spirituellen Zugang braucht das Buch allerdings! Es behandelt Farbe, Zahl, Ton und Wort in ihrer spirituellen Tiefe, in Zahlenmystik, heiliger Geometrie, der Lehre der Harmonie nicht nur in der Musik, der harmonischen Schwingungen allgemein.

Für mich hat das Buch die Tiefe und Breite eines Lehrbuches. Nur noch einzelne Begriffe aus dem Judentum wie Azilut (Licht | die kausale Welt), Beriah (Luft | GEIST), Jezirah (Wasser | SEELE), Assia (der physische Leib) erinnern an die jüdische Tradition der Kabbala. Das Buch braucht aber kein Verständnis des Judentums. Fakt aber ist, dass keine andere als die jüdische Mystik die Kabbala bewahrt und dem modernen Menschen zugänglich gemacht hat.
Das Buch ist für mich eine wertvolle Brücke zur Neuverbindung von Wissenschaft und Spiritualität in der heutigen Zeit.

Mann kann zu all dem stehen wie man will: Das Buch ist fundamental. Für das große Projekt der Wiederverbindung von Wissenschaft und Spiritualität führt kein Weg an diesem Buch vorbei.

Der Link zum Buch bei AMAZON:
Die Kabbala als jüdisch-christlicher Einweihungsweg Farbe, Zahl, Ton und Wort: Bd.1: Farbe, Zahl, Ton und Wort

Hunter Beaumont: Auf die Seele schauen

Untertitel: Spirituelle Psychotherapie

Dieses Buch ist in meinen Augen ein Durchbruch in der Psychotherapie. Gängige Bücher zur Psychotherapie sprechen die Psyche als „Apparat“ nur recht oberflächlich an. Dieses Buch jedoch geht in die Tiefe der SEELE, eher in der Tradition von C. G Jung. Auf dieser Ebene, in dieser Dimension gibt es jedoch keine Psycho-„Analyse“ mehr. Die Seele lässt sich nicht „analysieren“. Ihre Reichweite geht weit über den analytischen Verstand hinaus. Wir können – mit einem geschulten Blick – nur auf die Seele „schauen“ – voller Verzückung, Staunen und Ehrfurcht.

Und dazu regt das Buch an! Die Seele ist die LIEBE und auf der Ebene der Seele gibt es nichts Böses und keinen Hass. Das Buch ist eine Einladung, das Mystische in sich zu entdecken und zu erwecken. So bekämpft „spirituelle Psychotherapie“ nichts, sondern erinnert an die Liebe und hilft, auf allen Ebenen liebesfähiger zu werden. Hass ist eine Tatsache, die auch in Kontemplation „angeschaut“ werden kann.

Im letzten Teil stellt die Autor auch die Frage: Wer schaut die Seele an? – Die Seele kann beides sein und damit eine Dualität überwinden: Die Seele kann das Anschauende und das Angeschaute gleichzeitig sein.

Das Buch ist eine Sammlung von 11 Vorträgen des Autoren zu 11 Kapiteln zusammengefasst. Jeder Teil ist in sich geschlossen wie „Die Heilung der Wunde im Weiblichen“, „Die Paarbeziehung als religiöser Vollzug“, „Selbstheilung: Hoffnung oder Illusion“, „Trauerfolgen“, „Wenn die Toten zu reden anfangen“.

Das Buch ist auch nichts „Abgeschlossenes“, sondern eher „Impulse der Seele“. In den Worten des Autors:

„Bei der Überarbeitung des Textes ist mir auch klar geworden, was fehlt. Es gibt keine Information darüber, wie die Arbeit mit der Seele passiert. Das ist Absicht, denn der Weg, den ich kenne, geht nur mit Begleitung in Selbsterforschungsgruppen. Begleitung und Gesellschaft sind unentbehrlich. Das Zweite das mir aufgefallen ist: Die Gedanken sind oft nicht zu Ende gedacht. Das ist keine Absicht. Es zeigt nur meine Grenzen. Ich habe es so weit gebracht, wie ich kann, und mit dieser Veröffentlichung übergebe ich die weitere Entwicklung an Sie, die Leser.“ (S. 11)

Hunter Beaumont ist ein spiritueller Praktiker, der unseren Blick schulen kann, auf die reichhaltigen Phänomene der Seele zu schauen, um sie besser zu verstehen und anzunehmen.


Hier der Amazon-Link zum Buch:

H. Beaumont: Auf die Seele schauen

E.T.M Romasanta: Befreie dein Licht

Das Buch der Autorin ist ein ganz außergewöhnliches Buch, das weit über einen „Ratgeber“ hinausgeht, wie die Autorin es selbst anbietet. Sie spricht ja auch selbst von einem „Leitsystem“.

Das ganze Büchlein (112 Seiten) ist im Grunde eine einzige Übung: Wie du deine Seele aus der 5. Dimension in die vier irdischen Dimensionen „installierst“. Ja, man kann es als „Installationsanleitung“ verstehen.  Gewiss: vor der letzten, finalen Übung, die „drei Achsen des Bewusstseins“ in der Zeit zu installieren, gibt es 18 Vorübungen, um die einzelnen Energiekörper zu harmonisieren und auszurichten.

Die Autorin ist energetische Heilerin und arbeitet mit dem Konzept der für sie sichtbaren Energiekörper: dem physischen Körper, dem ätherischen Körper, dem astralen Körper, dem mentalen Körper (der bis in die Geistige Welt reicht) und den alles umspannenden Seelenkörper.

Sie sind das Ausdrucksmittel der Seele, ihre Fahrzeuge und Werkzeuge. Sie dienen dem Aufbau der physischen Inkarnation; sie sorgen dafür, dass bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten wirksam werden und sie nehmen Informationen auf, die der Seele bei ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung helfen. (S. 13)

Ihre Begrifflichkeit ist dabei bewusst für die Praxis weich und nicht für ein Theorie-System scharf ausformuliert: nur gerade so viel, wie die praktischen Übungen es bedürfen. Bei den 18 Vorübungen ist es sicher so, dass bei den Lesern bereits Vieles geübt ist und hier für den Praktizierenden nur als „Erinnerung“ und Aktivierung in den Zusammenhang gebracht wird.

Die finale Übung ist dermaßen EINLEUCHTEND, dass sie gleich in die Praxis umgesetzt werden will (wie ich es selbst erprobt habe). Du bist mit deinem Seelenkörper irdisch verwurzelt (1. Achse), in voller Achtsamkeit (2. Achse) und eingebettet in die Evolution deines Bewusstseins (3. Achse) – und das in unseren Raum-Zeit-Dimensionen verankert. GENIAL!

Zusammenfassend schreibt die Autorin (S. 107):

Wir haben einen festen Stand, einen klaren Blick und ein bewusstes Selbst.

Der Nutzen für den Leser:

Die Energiekörper sind relativ unabhängige Körper mit ihren eigenen Schwingungsfeldern. Ud diese sind in der Regel alles andere als harmonisch und kohärent. Selbst wenn man – je nach bisheriger Praxis und Bewusstsein – nicht gleich zur finalen Übung vordringt, so können durch die einzelnen Schritte die einzelnen Körper bereits in Kohärenz gebracht werden.

Erinnern wir uns: Wenn das diffuse Licht einer Glühlampe in Kohärenz kommt, wird das Licht zum Laserlicht gebündelt. Genau das meint die Autorin mit „Befreie dein Licht“: die Ordnung im Chaos durch Kohärenz schaffen – und das „recht einfach und pragmatisch“ mit ihrer erprobten „Toolbox“:

Die innere Gleichschaltung ist der Schlüssel zu den Fähigkeiten unseres Geistes.

Du willst einfache und wirkmächtige spirituelle Praxis? Hier ist sie.

 


 

E.T.M. Romasanta:

Befreie dein Licht (Klick mich)

 

Rupert Sheldrake: Die Wiederentdeckung der Spiritualität

Untertitel: 7 Praktiken im Fokus der Wissenschaft

Es gibt ein merkwürdiges Phänomen, an dem der Autor ansetzt: Obwohl wir in einer säkularisierten Welt leben und die Welt-Religionen immer mehr Mitglieder verlieren, gibt es eine wachsende Spiritualität jenseits der Religionen. Gab es mit der Aufklärung eine „Krise des Glaubens“, so gibt es heute eine „Krise des Unglaubens“ (S. 29) Diese „Neue Spiritualität“ wie Meditation oder Yoga erfüllt „ein Bedürfnis, das der Atheismus nicht befriedigen kann“. (S. 28)

Rupert Sheldrake ist ganz sicher einer der bekanntesten spirituellen Wissenschaftler der heutigen Zeit. Er geht mit diesem Buch einen einfachen Weg, indem er sieben spirituelle Praktiken und ihre durch die wissenschaftliche Forschung bewiesene Wirksamkeit darstellt. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass dies nicht alle Praktiken sind und er in einem weiteren Buch weitere spirituelle Praktiken und ihre wissenschaftliche Beleg darstellen wird.

Die sieben Praktiken sind: 1. Meditation, 2. Dankbarkeit, 3. Kontakt mit der „mehr-als-menschlichen Welt“, 4. Beziehung zu Pflanzen, 5. Rituale, 6.. Gesang, Sprechgesang und die Macht der Musik und 7. Pilgerreisen.

Bei den sieben handelt es sich um eine begrenzte Auswahl, und ich beabsichtige, weitere Formen spiritueller Praxis in einem anderen Buch zu besprechen. (S. 32)

Dabei sprach er die Hoffnung aus, „weitere Gebräuche wie das Gebet, das Fasten, das Begehen von Fest- und Feiertagen sowie den Gebrauch von Psychodelika behandeln zu können“ (S. 257)

Ich schreibe dieses Buch, weil ich glaube, dass es in unserem säkularen Zeitalter – unabhängig von der Glaubensrichtig – einen großen Bedarf gibt, die Praktiken wiederzuentdecken. (S. 22)

Beeindruckend ist, wie persönlich dieses Buch ist. Es ist wahrscheinlich das persönlichste seiner Bücher. Es macht selbst kein Hel daraus, dass er ein gläubiger Christ ist und erzählt vieles über seine eigenen spirituellen Praktiken, nicht nur im Vorwort, sondern innerhalb jeder einzelnen Kapitel. Jedes Kapitel endet mit nur zwei Empfehlungen, diese grundlegenden Praktiken in das eigene Leben zu integrieren.

Der Atheismus ist ein läuterndes Feuer, in dem religiöse Heuchelei, Korruption, Trägheit und Falschheit verbrennen. Aber mit der Politik der verbrannten Erde kann er in vielen Menschen das Gefühl hinterlassen, spirituell zu verhungern und zu verdursten oder auf sich selbst gestellt zu sein. (S. 252)

Mich hat das Buch sehr berührt! Vieles hatte ich selbst schon „ausprobiert“, andere mache ich kontinuierlich schon länger. Mir wurde dies richtig bewusst. Ich hatte Lust, sie wieder konsequenter auszuüben. Beim „Pilgern“ hatte ich richtig Lust, bald auf eine Pilgerreise zu gehen, zumal ich gerne wandere.

Das Buch ist direkt zu einem meiner spirituellen Lieblings-Bücher geworden. Es geht nicht um „heilige Sprüche“, sondern um PRAXIS und TUN. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ Ja, das Buch ist eine gute und motivierende Anregung, die eigenen spirituellen Praktiken zu überdenken und bewusster und konsequenter durchzuführen. Das Buch füllt eine Leere.  So kann das eigene Leben zu einer Pilgerreise werden. Das Buch ist ein ausgezeichneter Reiseführer, das eigene Leben zu „heiligen“, also ganz und heil zu machen.


 

Die Wiederentdeckung der Spiritualität: 7 Praktiken im Fokus der Wissenschaft (KLICK)

Ledergerber/Bieri: Was geht New Age die Christen an?

Untertitel: Brücken zum gegenseitigen Verständnis

Es passt ganz gut, dass diese Buchbesprechung meine erste im Jahr 2019 ist, denn dies ist ein wirklich außergewöhnliches Buch, das hier den Platz 1 wirklich verdient hat.

Es hat mich sehr begeistert, obwohl es schon 1988 veröffentlicht wurde. Im gewissen Sinne ist es top-aktuell, als ob es inhaltlich die 30 Jahre digitale Revolution schadlos überstanden hätte.

Zwar hat das „New Age“ sich längst atomisiert, nichts was heute noch in dieses Etikett passen würde, doch die Hauptaussagen sind für die neue Esoterik und die neue Spiritualität noch immer ins Herz treffend. Es ist und bleibt ein wohlwollender Klassiker der Auseinandersetzung eines fortschreitenden Christentums mit der Esoterik. Klassiker haben alles längst auf den Punkt gebracht; sie zu lesen erspart viele Irrungen und Wirrungen.

Das New-Age war eine Art Urknall einer neuen Spiritualität mit durchaus sehr zentralen Begriffen wie „Ganzheit“, „Organismus“, „Transformation“, „Spiritualität“, „Bewusstsein“ und „Gott“. Diese Begriffe werden sicher nie ihre Aktualität verlieren. Die Autoren kritisieren würdigend und wohlwollend diese zentralen New-Age-Begriffe aus christlich-mystischer Sicht. Kurz: Es ist zwar gut, dass die Esoterik die feistoffliche Welt der Engel, Naturwesen, Heilige, verstorbenen Seelen so intensiv thematisiert, es darf aber nicht mit dem eigentlichen „Reich Gottes“ verwechselt werden. Hier führt an Jesus Christus kein Weg vorbei. Die Erneuerer der Esoteriker (Teilhard de Chardin, David Spangler und George Trevelyan) thematisieren doch intensiv den Kosmischen Christus, und hier ist ein esoterisches Christentum essentiell angelegt.

Andererseits aber weisen Sie nach, wie diese esoterischen Impulse zur Erneuerung des Christentums beitragen können. Denn letztlich müsste auch die Christen wissen, dass es Jesus um einen „Neuen Himmel und eine Neue Erde“ ging. In dieser Vision „Ich mache alles neu!“ könnten sich ein fortschrittsorientiertes Christentum und eine offene Esoterik treffen, Frieden schließen und an einem Strang ziehen.

Nachdem sich die Rauchschwaden-Nebel der digitalen Revolution aufgelöst haben, bringt das Buch den Stand des Dialogs von 1988 gut auf den Punkt. Wir könnten hier ansetzen, um wieder zum Wesentlichen zurückzufinden.

Link zu Restexemplaren bei Amazon:
Was geht New Age die Christen an?. Brücken zum gegenseitigen Verständnis

Pierre Teilhard de Chardin: Sinn und Ziel der Evolution

Untertitel: Ausgewählte Texte, bearbeitet und herausgegeben von Peter Gotthard Bieri

Das Buch von Peter Gotthard Bieri ist ein ganz besonderes in der Bibliothek von und über Teilhard de Chardin. Der Herausgeber hat den  5. Band „Die Zukunft des Menschen“ von Teilhards Werken beim Verlag Walter neu redigiert und auch neu übersetzt, um die Essenz der Kosmogenese von Teilhard de Chardin herauszuarbeiten. Von den 23 Artikeln des Sammelbandes wurden sieben ausgesondert (zu Themen wie Atombombe, Frieden, Menschenrechte, Demokratie) und auch die anderen 16 Artikel auf das Wesentliche gekürzt. Der Herausgeber schreibt dazu selbst: „Meine Arbeiten kann man mit dem Zurückscheiden eines Rosenstocks vergleichen; seine 23 Haupttriebe habe ich auf 16 reduziert, diese noch stark gestutzt und viele Seitentriebe entfernt – alles nach bestem Wissen und Gewissen und in der Hoffnung, dass der Busch, der im tiefsten Grund wurzelt und dessen Zweige bis in höchste Höhen reicht, neu erblühen möge!“ (S.8)

In meinen Augen ist das Projekt mehr als gelungen! Nach dem Lesen dieses Buches hatte ich den Eindruck, den GEIST von Teilhards Evolutionstheorie und Kosmogenese erst richtig zu verstehen.

Der Autor weist im Anhang (S. 185f.) in sieben Punkten auf die Schwierigkeit der Sprache Teilhards hin, nicht nur im Deutschen, sondern auch im Französischen. „1. Teilhard pflegt einen intuitiven und doch intellektuellen Stil. Außerdem sind naturwissenschaftliche, philosophische, poetische und theologische Aussagen ineinander verwoben.“ (S. 185) Viele Begriffe sind von ihm neu erschaffen. Dann verwendet Teilhard manche Begriffe über die Zeit selbst unterschiedlich. Manche Textstellen sind in der Bedeutung wirklich „dunkel“ (okkult, als bewusste Verschlei­erung gegenüber der klerikalen Zensur). Die Übersetzung ins Deutsche bringt weitere Schwierigkeiten. Da die offizielle Werk­ausgabe von Theologen übersetzt wurde, wird die theologische Sprache im Deutschen noch verstärkt. Es hat sich allgemein durchgesetzt, vom „Kosmischen Christus“ zu sprechen. In der Werkausgabe heißt es noch „Christus Universalis“. Der Autor hat sogar noch im Anhang eine vergleichende Liste zentraler Begriffe aufgeführt: a) die offizielle deutsche Übersetzung, b) die französische Urfassung, c) die in dem Buch verwendeten Bezeichnungen (S. 189 – 192). So übersetzt Peter G. Biere den Begriff der Noosphäre beispielsweise auch mit dem sehr modernen Begriff des Bewusstseinsfeldes.

Der Super-Organismus MENSCHHEIT

Für die Evolutionsbiologie scheint die Evolution des Menschen als zoologisches Phänomen längst beendet zu sein. Teilhard sieht aber über die körperliche Evolution auch die seelischen und geistigen Entwicklung des Menschen, die ganz und gar nicht zum Stillstand gekommen ist.

Das Wesen, das aufgerufen ist, den endgültigen Akt zu setzen, in den die totale Kraft der irdischen Evolution eingehen und in dem sie zur Blüte gelangen wird, muss eine vereinte Menschheit sein, in der sich das volle Bewusstsein jedes Individuums mit dem Bewusstsein aller anderen Menschen verbindet. Das ‚opus humanum‘ ist etwas ganz anderes als ein Akt höherer Sittlichkeit; es ist ein lebendiger Organismus. (S. 18)

Dieser lebende Organismus MENSCHHEIT ist der mystische Leib Christi:

Die Zeit naht, da viele Menschen ihre Kraft und ihren Frieden in der gesicherten Aussicht suchen werden, dass alle Bemühungen der Welt dazu dienen, den Leib Christi zu vollenden, dessen Liebe alles beseelt und neu erschafft. Denn von der Tiefe der Materie bis zu den Gipfeln des Geistes gibt es nur eine Evolution. Das ist der neue Glaube an Jesus Christus, das Zentrum der Schöpfung. (S. 19)

Diese Vision des Kosmischen Christus geht weit über die Lehren des Christentums hinaus. Und Teilhard de Chardin erwartete einen neuen Glauben, ein neues Christentum.

Die Entwicklung dieses Super-Organismus MENSCHHEIT vollzieht sich nach den Gesetzen der Evolution über Gemeinschaftsbildung zu Glaubensgemeinschaften. Wenn dieser Super-Organismus der „Leib Christi“ ist dann vollzieht sich diese „Christogegese“ in der Form christlicher Glaubens-Gemeinschaften.

So erweist sich die Gemeinschaftsbildung der Erde als Werkzeug der vollständigen Menschwerdung. Da das Einswerden sich unter dem Einfluss des Geistes der Evolution verinnerlicht, kann es physisch nur eine Wirkung haben: nämlich uns immer mehr zu personalisieren – und sogar (durch das Erreichen eines höchsten Zentrums universeller Konvergenz) zu ‚vergöttlichen‘. (S. 64 f.)

Eine ganz andere Einführung in das Werk Teilhard de Chardins

Das Anliegen des Herausgebers Peter Gotthard Bieri war es, die Übersetzung so zu „paraphrasieren“, dass Teilhard für ein breiteres Publikum verständlich wird, ohne dass das Verstehen abflacht – im Gegenteil: Es geht nicht um Buchstaben-Exegese, sondern um eien neuen Zugang zum GEIST von Teilhard de Chardin. Das ist in meinen Augen dem Herausgeber (und Neuübersetzer) wirklich gelungen. Im Grunde wäre es nach diesem Beispiel sinnvoll, auch andere Werkausgaben Teilhards neu zu redigieren, neu zu übersetzen und an den aktuellen Zeitgeist anzupassen. Es wäre zu wünschen, wenn dieses Buch zu einer neuen Welle der Rezeption und Diskussion um Teilhard de Chardin führen würde, wie der Autor sagt: „… in der Hoffnung, dass der Busch, der im tiefsten Grund wurzelt und dessen Zweige bis in höchste Höhen reicht, neu erblühen möge!“  Teilhard ist vor allem mit seiner positiven Vision der Entwicklung der Menschheit im Kosmos aktueller denn je.



Pierre Teilhard de Chardin – Sinn und Ziel der Evolution: Ausgewählte Texte (Klick)

Wanitschek / Vigl: Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden

Untertitel: Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt

Cannabis (auf gut Deutsch: Hanf) erfährt ein überraschendes Comeback. Durch die Wegzüchtung des Rauschanteils (THC) in Hanfpflanzen ermöglicht es dieser Art von Hanf mit einem hohen CBD-Anteil  in immer mehr Ländern legalisiert zu werden. So lassen sich grob drei Arten von Hanf unterscheiden:

  • Nutzhanf (als Nahrungsmittel, zur Herstellung von Kleidung, Papier usw.),
  • medizinischer Hanf (CBD, unter 1 % THC) und
  • Hanf als Rausch-Mittel (THC deutlich über 2%, ist aber kein Rausch-Gift)

Die Autoren vermeiden in ihrem Buch geschickt alle kontroversen ideologischen, politischen und ökologischen Themen und konzentrieren sich als Heilpraktiker voll und ganz auf die medizinische Wirkung von Hanf. Warum es zum Verbot von Cannabis kam und der Trend zur Entkriminalisierung und Legalisierung von Hanf auch in Deutschland (das Gesetz „Cannabis als Medizin“) wird am Anfang nur kurz abgehandelt, und dann geht es gleich zur Sache:

Das Endocannabinoid-System als Wirksystem

Die Entdeckung dieses körpereigenen Systems ist sicher ähnlich bedeutsam wie seinerzeit die Entdeckung des Hormonsystems. Dessen Hauptfunktion ist es, über sein Rezeptoren-System für die innere Balance („Homöostase“) aller Körperzellen zu sorgen. Der Körper produziert selbst ein Anandamid (ananda = Glückseligkeit im Sanskrit), das dem Pflanzen-THC verwandt ist. Das hat die leicht nachvollziehbare Konsequenz: THC wird vom Körper als wesensverwandter Stoff leicht aufgenommen und ist für ihn kein Gift. Unser Körper muss in der Urzeit seiner Entstehung (Biogenese) eine Art symbiotische Beziehung zu Hanf eingegangen sein, wenn die Cannabiole selbst schon ein Teil unseres Körpersystem geworden sind.

Die Autoren stellen dar, wie man das körpereigene Endocannabioid-System pflegen kann. So kann ein Meditierender, der auch besondere Gesundheitsregeln beachtet, in einen hohen, glückseligen  Bewusstseinszustand kommen, ohne diese Wirkung über Hanf oder andere Pflanzen zu induzieren.

Die Autoren stellen dann sehr ausführlich die beiden Hauptwirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) dar, auch in ihrem Zusammenspiel mit mit Hunderten von anderen Cannabinoiden, Flavonoiden (Farbstoffe) und Terpenen (Duftstoffe), dem sogennanten „Entrourage-Effekt“.

Unsere Gesundheit und die Heilung aus Krankheiten hängt in großem Maße von dem Funktionieren dieses Endocannabinoid-Systems ab. Ein Mangel an Cannabinoiden kann eine unerkannte Ursache für Krankheiten sein. Das ist der Grund, warum gezielt eingesetztes Cannabis so verblüffend viele Krankheiten heilen kann, weil ein innerer Mangel beseitigt und eine Balance für die Gesundheit wiederhergestellt wird. Diese Zusammenhänge werden mehr und mehr erkannt. Natürlich ist Cannabis kein Wundermittel, wie die Autoren gleich zu Beginn schreiben, doch ein Heilmittel, das in Zukunft sicher noch mehr von sich Reden machen wird.

Im zweiten Teil des Buches besprechen die Autoren die sinnvolle Anwendung von medizinisch eingesetztem Cannabis für allerlei Beschwerden von Akne über Krebs und Schlafstörungen bis Übergewicht.

Ich sehe in dem Buch eine wertvolle Hilfe, Cannabis zu entkriminalisieren und seinen Gebrauch zu normalisieren. Ich selbst kam mir schon richtig subversiv vor, als ich meine Nahrung mit Hanfproteinen und Hanfsamen zu Müsli und Salat ergänzt habe.

Es wird Zeit, Hanf wirklich wiederzuentdecken und in das Alltagsleben zu Gesundheit und Heilung sinnvoll einzusetzen. So kann es wieder zur Volksmedizin aus der Natur werden. Die Autoren weisen auch auf die wichtige Funktion des THC für Heilungsprozesse hin. Doch eine Teillegalisierung über den CBD-Hanf und seinen freien Anbau ist schon einmal ein erster Schritt.


 

Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden: Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt. Hanf und ätherische Öle wirkungsvoll … Gesundheit. (KLICK)

Wernard Bruining: Hanf heilt

Untertitel: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin

Es ist das erste Buch, das ich über Hanf lese – ich habe in meinem Leben bisher auch noch keinen Kontakt zu Cannabis gehabt (der wissenschaftliche Name von Hanf). Nur ist in meinem neuen Domizil in der Schweiz im Keller eine Indoor-Hanfplantage – und das ganz legal! Hier wird medizinischer Hanf frei angebaut, was mich zuerst irritiert und dann erst recht neugierig gemacht hat.

Das Buch ist für mich eine Offenbarung! Und das, nachdem ich vor einigen Tagen noch das Buch „Manifest für Erde und Mensch“ von Pierre Rabhi besprochen habe – und dieses Buch mir gleich die Antwort gibt: die Lösung eines großen Teil der Weltprobleme kann durch Hanf geschehen, indem die Menschheit vom Erdöl wieder zurück zum Hanf findet. Ich war mir nicht bewusst, was für eine zentrale Rolle Hanf für die Menschheit früher spielte bis mit dem Hanfverbot 1937 in den USA diese regelrechte Symbiose zwischen Mensch und Hanf durch Erdöl brutal aufgebrochen wurde. Hätten die Mächtigen (von Wirtschaft, Politik und Religion) den Hanf nicht kriminalisiert und verteufelt, gäbe es die Menschheitsprobleme von heute wohl nicht!  Wir müssen quasi nur zum „goldenen Hanf-Zeitalter“ zurück! – Das klingt jetzt sicher alles nach „Hanf-Verschwörung“ vor 80 Jahren. Doch die jetzt zu wissen, gehört zur Offenbarung des Buches und dem Ende meiner eigenen Verdummung.

Mit dem Buch „Hanf heilt“  bin ich gleich an der Quelle bei dem Niederländischen Hanf-Pionier Wernard Bruining, von dem sogar der Begriff des medizinischen Cannabis kommt. Das Buch ist sehr entspannt geschrieben und extrem gut zu lesen. Wie jemand, der sein halbes Leben um die Legalisierung von Hanf gekämpft hat und nun weiß: Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Wir Menschen können auf Hanf als Nutzpflanze, als medizinisches Heilmittel oder als Genussmittel gar nicht mehr verzichten: der letzte Strohhalm unserer Menschheit. Nun wird das Hanf-Verbot immer mehr gelockert, ein Staat nach dem anderen kommt im eigenen Interesse zur Besinnung (für mich ist überraschenderweise Israel einer der Pioniere). Verantwortliche Politiker haben erkannt: Jetzt ist Wendezeit oder nie wieder.

Doch Wernard Bruining geht es gar nicht so sehr um die große Politik: Er setzt auf jeden einzelnen Menschen, sein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen. Der Hauptteil des Buches (gute Dreiviertel) sind „Fallstudien“ von Menschen, die das medizinische Hanföl genommen haben, um sich von allen möglichen Beschwerden wieder zu befreien. Das Buch ist voller medizinischer Wunder, dokumentiert und gut bebildert. Damit wirklich wieder zur Volksmedizin wird, enthält das Buch auch eine Anleitung, Hanföl für den medizinischen Eigengebrauch selbst herzustellen. 

Ich erklärte, dass ein Teil der Philosophie des medizinischen Cannabis darauf beruht, dass die Menschen lernen, sich selbst zu helfen und sich nicht passiv und abhängig zu halten. (S. 171)

Das Buch ist kein akademisches Buch, kein medizinisches Buch, kein politisches Buch. Es ist so locker und farbenfroh geschriebenen, dass es selbst Jugendliche gerne lesen werden. Es ist aufklärerisch, hilfreich und nie mit erhobenem Zeigefinger, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Der Autor verweist auf die Wahlfreiheit des Menschen vor Gott, warum nicht auch vor unseren Regierungen? Gott hat uns frei geschaffen, die Regierungen brauchen dagegen Schafe, die sie gängeln können. Wie brachte es  Friedrich Schiller so schön auf den Punkt: 

„Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ 

Ein besseres Buch, Cannabis wieder zur Volksmedizin zu machen, kann ich mir kaum vorstellen. „Hanf heilt“ meint aber noch weit mehr und schließt unsere Mutter Erde mit ein.


 

Hanf heilt: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin (KLICK)

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