Penney Peirce: Seelenfrequenz

Film und Buch „The Secret“ (Das Geheimnis) von Rhonda Byrne, der Film BLEEP, die Publikationen von Esther und Jerry Hicks zum „Gesetz der Anziehung“ haben viele Menschen wachgerüttelt: Geht es doch darum, dass wir in unsere wahre Kraft kommen, unser Leben selbst in die Hände nehmen, uns selbst zu ermächtigen, unser „Wunschleben“ zu manifestieren.

Viele spirituelle Autoren haben diesen Bewusstseinssprung in den letzen 5 Jahren ausdrücklich zugestimmt! Es ist wirklich ein SPIEGEL dafür, dass wir auf diesem Planeten spirituell reifer werden. Und doch gibt es genügend Autoren, die sagen: „Alles schön und gut, doch da fehlt etwas!“ – Vielleicht sogar etwas ganz Entscheidendes!

Eine solche Autorin ist Penney Peirce, die mit ihrem Buch SEELENFREQUENZ in eine neue Richtung, ja: in eine neue Dimension zeigt.
Das Buch selbst spiegelt wie kein anderes meine eigene Bewusstseins-entwicklung NACH „The Secret“, BLEEP und „The Law of Attraction“ wider. Deswegen bespreche ich es hier mit besonderer Freude:

Die Einheit von Körper – Geist – Seele in der nächsten Dimension

Das Buch beginnt da, wo andere (bestenfalls!) aufhören:
bei der Einheit von Körper, Geist und Seele.

Im ganzen Bewusstseinsfeld um BLEEP, The Secret, The Law of Attraction geht es vor allem um das Mentale, den Willen, die Befreiung von Emotionen, die Schwingungsfrequenz der Anziehung. Es geht kaum um den KÖRPER (nur am Rande: körperliche Gesundheit manifestieren), doch ganz und gar nicht um die SEELE (bestenfalls das „Herz“, unsere „Herzintelligenz“).

Dieses Bewusstseinsfeld BLEIBT in den Dimensionen unseres Alltags gefangen, die physisch-körperliche Dimension und die geistige Dimension. Penney Peirce lädt uns ein, uns für die nächste Dimension zu öffnen:
die Dimension der SEELE. Und erst aus dieser Dimension der Seele heraus ist eine wirkliche Einheit von Körper-Geist-Seele möglich. Das ist doch auch wirklich logisch, oder?

Und genau das ist die EIGENTLICHE Transformation, der EIGENTLICHE Qantensprung (von dem so viele sprechen): das Leben aus der höheren Dimension der Seele!
Sie bringt dies in die schöne Formel (S. 44):

Veränderung + nächste Dimension = Transformation

Transformation, Metamorphose oder Umwandlung
ist etwas völlig anderes. Diese Wörter implizieren eine alchemistische Verwandlung der grundlegenden Natur von etwas, einem Wechsel von einem energetischen Zustand in einen anderen, eine verblüffende Veränderung, die auf wunderbare Weise geschieht, wie durch Magie.
(S. 44)

Transformation in neun Phasen

Ich kann diese Phasen des Transformationsprozesses allesamt nachvollziehen, weil ich sie – auch in diesen Stadien – „am eigenen Leib“ erfahren habe:

  1. Der GEIST verschmilzt mit Körper, Emotionen und Verstand (das Weltbild wird integral).
  2. Die Frequenz des Lebens erhöht sich in jeder Hinsicht und überall (wie Liebe, Großzügigkeit, Freude, Enthusiasmus).
  3. Das persönlich-kollektive Unterbewusstsein leert sich (die verdrängten Blockaden reagieren wie Popcorn auf Hitze, explodieren aus dem Unterbewusstsein in den bewussten Geist, um geheilt zu werden).
  4. Sie ziehen sich zurück, verschanzen sich immer wieder, leisten Widerstand (die ANGST vor grundlegender Veränderung im Leben macht sich immer wieder bemerkbar).
  5. Alte Strukturen brechen zusammen und lösen sich auf (es beginnt der Prozess des bewussten und unbewussten Loslassens von Unstimmigkeiten im Leben).
  6. Sie halten inne, lassen los und entspannen sich in Ihr wahres Selbst (der innere Kontrolleur zieht sich zurück, die SEELE beginnt das Leben zu führen).
  7. Sie tauchen wieder in der Welt auf, wie „Phönix aus der Asche“ (wir erfinden alle Bereiche Ihres Lebens aus der Dimension der Seele heraus NEU).
  8. Die Erfahrung von Beziehung, Familie und Gruppen ändern sich grundsätzlich (wir entwickeln ein völlig neues WIR-Bewusstsein, das ALLES LEBEN auf dem Planeten einschließt).
  9. Erleuchtung ist in jedem Teilchen der Materie begründet (wir erkennen die Schöpfung in ALLEM – „Erleuchtung“ ist keine Gipfelerfahrung mehr, sondern wachsende „Durchlichtung“ im alltäglichen Gewahrsein).

Ein paar Zitate aus dem Buch zum „Einschwingen“:

Sobald Sie sich entscheiden, sich auf die Frequenz Ihrer Seele einzuschwingen, stabilisiert sich ihre persönliche Schwingung auf ihrer „Eigenfrequenz“. (S. 111)

Ihre persönliche Schwingung verbessert sich dramatisch, je mehr Sie die Leitung Ihres Lebens Ihrer Seele überlassen.
(S. 114)

Es war noch nie so einfach, freizukommen. Trotz aller Anstrengungen und Schwierigkeiten denken Sie bitte daran, dass Sie einen Fluss hinunterschwimmen, einem sicheren Ziel entgegen: sich als Ihre Seele zu erkennen. Sie befinden sich in einem Abschnitt des Transformationsprozesses, in dem alte, niedrigfrequentierte Ängste und ungesunde Gefühlsgewohnheiten an die Oberfläche kommen und verschwinden wollen. (S. 165)

Bei der Willenskraft geht es nicht um Widerstand, Gewalt oder Kontrolle, sondern um Entscheidung. Und es gibt grundsätzlich nur zwei Entscheidungen: sich weit, liebevoll und in Verbindung mit den hohen Schwingungen der eigenen Seele fühlen – im wörtlichen Sinne Ihre Seele zu sein – oder sich eng, ängstlich und in die niedrigen Schwingungen des Lebens eingetaucht fühlen – Ihre Seele nicht zu sein. (S. 169)

Wenn Sie aber körperlich, emotional, geistig und spirituell gleichmäßig entwickelt sind, dann fließen die Welten rhythmisch durch sie hindurch, und Sie haben den größeren Nutzen davon. (S. 177)

Der magische Wendepunkt im Transformationsprozess geschieht, wenn Sie aufhören, Ihre Aufmerksamkeit auf die äußere Welt mit all ihrer hektischen Geschäftigkeit und ihrem Durcheinander zu richten, und ihre volle Aufmerksamkeit darauf umlenken, wie Ihre Seele alles neu erschaffen mag. (S. 194)

Das Ego will einen voll ausgearbeiteten, strategischen Plan in zehn klar definierten Schritten, die in einer Woche umsetzbar sind. Doch wenn wir das Ego nicht auf  „Pause“ stellen, kann die Magie der Seele nicht geschehen. (S. 199)

Es ist eines der best gehüteten Geheimnisse im Leben: Wenn Sie denken, Sie fallen in die Leere, dann kehren Sie in Wirklichkeit zu sich selbst zurück. (S. 200)

Haben Sie sich einmal mit Ihrer Eigenfrequenz angefüllt, stellen Sie sich als einen Ton vor und sehen vor dem geistigen Auge, wie Sie „Ihre Stimmgabel anschlagen“ und das Kräuseln Ihrer Eigenfrequenz durch sich strahlen lassen und heraus durch das Feld um sich herum. Geben Sie der Welt aus freien Stücken.
(S. 201)

Beziehungen beschleunigen Ihren Transformationsprozess. … Alle Beziehungen, auch solche, die schwierig scheinen, sind Geschenke Ihrer Seele, um Ihnen zu helfen, Blockaden, Talente und neue Richtigen zu finden, die Sie alleine vielleicht nie entdeckt hätten. … Mühsame Beziehungen existieren, um Ihnen zu helfen, sich von ungesunden Gefühlsgewohnheiten zu befreien. (S. 283)

Wenn Seelen eine gemeinsame Resonanz haben, tauchen sie einfach füreinander auf. Verändert sich die Resonanz, verschwinden sie. Beziehungen werden immer wechselseitig erschaffen und aufgelöst. (S. 287)

Je mehr Sie zu Ihrer Seele werden, desto mehr wird Ihr Leben zu Ihrer Bestimmung.  (S. 329)

Wenn Sie also Ihrer Seele dabei helfen, Ihr einziges Problem zu lösen, wird sie alle anderen Probleme für Sie lösen. (S. 330)

Je mehr Menshhen durch den Transformationsprozess gehen, um so einfacher wird es für alle anderen. Ein Leben und Ruhen in Ihrer Eigenfrequenz mag etwas hohl klingen, aber die Erfahrung, Ihre Eigenfrequenz tatsächlich in diesen einheitlichen Ton zu verändern, ist allmächtig, und sie kann Sie in den Zustand des Himmels auf Erden versetzen. (S. 415)

Das Buch ist wissenschaftlich fundiert, ist nicht einfach „Seelen-Philosophie“! Das Buch ist praktisch und als Arbeitsbuch zu verwenden: In jedem Kapitel gibt es Übungen. Jedes Kapitel endet mit der „Botschaft der Eigenfrequenz“, das uns unmittelbar in Seelen-Kommunikation führt.

Mein Fazit: Es wäre nicht im Sinne der Autorin, dieses Buch „marktschreierisch“ zu empfehlen. Das Buch findet seine Leserinnen und Leser! Bist du breit für die Transformation in deine Seele? Hier hast du eine Wegbegleitung.

 

 

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Neale D. Walsch: Wenn alles sich verändert, verändere alles

Ich habe wohl alle Bücher von N. D. Walsch („Gepräche mit Gott“) gelesen. Und doch hat mich sein bis dahin letztes Buch „Wenn alles sich verändert, verändere alles“ (2010) vor zwei Jahren gleich vom Titel her durch und durch energetisiert!

Er war wie eine blitzähnliche Erleuchtung: Nicht OPFER, sondern selbst MOTOR von Veränderungen im Leben zu sein. WOWWWWW!
Nicht warten, bis das Leben einen verändert, sondern (pro-)aktiv ALLES verändern und neu erfinden, was nicht mehr im Fluss ist. Oder in den Worten des Autoren: „Der Trick besteht darin, nicht zu versuchen, der Veränderung auszuweichen, sondern Veränderung zu schaffen. (S. 63)

Ich kaufte mir das Buch SOFORT – und las es NICHT (bis jetzt natürlich!). – Um nicht missverstanden zu werden: Ich brauchte das Buch gar nicht mehr zu lesen, der TITEL war schon die ganze Botschaft, der Seelenimpuls und krempelte mein Leben „transformatorisch“ um.

Gerade diese ganze Debatte um das Jahr 2012 machte mir klar: Wenn du jetzt nicht die Veränderungen in deinem Leben SELBST in die Hand nimmst, dann rauscht das Leben nur noch so an dir vorbei und du kannst ihm nur noch hinterher winken – hast vielleicht noch die Wahl, dies freundlich oder verdrossen zu tun.

Jetzt lebe ich hier – ausgewandert – in den südfranzösischen Cevennen bei Kindern und Enkeln, habe meinen Beruf als „Arbeit der Seele“ neu erfunden und vorläufig Abschied von Frauenbeziehungen genommen: meine Männer-Seele unabhängig von FRAU zu heilen!

Jetzt lese ich das Buch und es kommt mir vor, als ob ich es in den letzten zwei Jahren schon GELEBT hätte! Ich habe das Buch gelebt, ohne es gelesen zu haben. Die VERBINDUNG war da, das Leitmotiv hat mich bis in meine Seele berührt und fortan meine Seele mein Leben führen lassen. Ich bin in den letzten beiden Jahren genau diesen WEG DER SEELE gegangen – und es wundert mich ganz und gar nicht mehr, dass es das Hauptthema des Buches ist, womit ich FAST SCHON bei der Besprechung des Buches wäre.

Okay, hier ist das eine und andere leicht zitiert (S. 6 – 7):

Die Veränderungen in Ihrem Leben werden kein Ende nehmen.
Sollten Sie vorhaben, die Dinge ein Weilchen durchzustehen und abzuwarten, bis sich alles wieder ein wenig beruhigt hat, könnte Ihnen eine Überraschung ins Haus stehen. Da wird sich nichts „beruhigen“. Die Dinge auf diesem Planeten und in Ihrem Leben werden sich jetzt eine ganze Zeit lang im Zustand ständigen Aufruhs befinden. Eigentlich … nun ja, ich kann’s Ihnen ja auch gleich sagen … eigentlich für immer.
Veränderung ist das, was ist – und daran lässt sich überhaupt nichts ändern …

Verändern lässt sich jedoch die Art und Weise,
in der Sie mit Veränderung umgehen, und die
Art und Weise, in der Sie von der Veränderung
verändert werden.

Doch „in Wirklichkeit“ entzieht dieses Buch  sich einer Besprechung durch Zitieren. Der Autor hat recht: Du musst das Buch durchleben, damit die Worte LEBEN haben und nicht LEERE FORMELN sind. Nehmen wir einen solchen Satz: „Durch dieses Werden haucht das Leben dem Leben selbst Leben ein.“ (S. 211) Du musst schon jede Seite bis 211 gelesen haben, um die spirituelle REVOLUTION in diesem Satz zu erkennen. Es gibt nicht nur das SEIN, sondern auch das WERDEN. Nicht das SEIN, sondern das WERDEN macht das Leben aus, macht es lebendig.

Und doch gibt es neben diesem ganzen „Unzitierbaren“ (weil aus dem Zusammenhang gerissen: Unverständlichen) Dinge, die mich in diesem Buch besonders faszinieren und – denke ich – an Besprechung „herüberkommen“ könnten:

Walsch entwickelt zum ersten Mal (wenn ich es richtig sehe) ein eigenes KONZEPT, vor allen Dingen ein Konzept über DAS SYSTEM DER SEELE. Die Seele – als Individuation des Göttlichen in uns –  ist nicht nur das SEIN, sondern auch und gerade das WERDEN, das Erschaffen und Wiedererschaffen des SELBST. Es ist das tiefste spirituelle System der Seele, das ich kenne.

Er lehrt uns DURCH MEDITATION die wichtigste Verpflichtung im Leben „gegenüber Ihrer Seele, bei Ihrer Seele zu sein, Ihrer Seele zu begegnen, Ihrer Seele zuzuhören, auf sie zu hören und mit Ihrer Seele zu interagieren.“ (S. 310)
Das ist der 2. Teil des Buches.

Der 1. Teil erfindet – sag ich mal: – das Mentaltraning neu: Es behandelt „die Mechanismen des Geistes“ (im Sinne von MIND). Und auch da ist bei Walsch viel Verblüffendes zu lesen! Es geht um (3 verschiedene) REALITÄTEN. Es geht um (3 verschiedene) WAHRHEITEN. Es geht um (2 verschiedene Arten von) DATEN.

Unsere Vorstellung von Ursache und Wirkung ist viel zu kurz gegriffen. Es ist eine ganze Kausalitätsabfolge von Ereignissen, Daten, Wahrheiten, Gedanken, Emotionen, ERFAHRUNGEN. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Seele steuert mit SEIN, Perspektive, Wahrnehmung, Glaubensvorstellungen und Verhalten IHREN Beitrag dazu bei, dass die Kausalitätsabfolge ein Kreis, eine Lebensspirale wird.

Ich sagte ja schon: Ich habe das Buch schon gelebt, ohne es gelesen zu haben. So ist für mich ein sehr wichtiger Begriff der der Seelenfrequenz geworden. Hier regt das Buch mich/uns an, unser Konzept der Seelenfrequenz zu überdenken (S. 320):

Die Schwingung der Seele ist so langsam, dass Sie sie nicht sehen können.
Nun weiß ich, dass das genau das Gegenteil von allem ist, was man Ihnen je erzählt hat. Man hat Ihnen gesagt, dass Sie Ihre „Schwingungen erhöhen“ sollen, und dass es bei der Erleuchtung um ein „Anheben und Erhöhen der Berwusstseinsebene“ geht. Doch es geht um ein Absenken, um eine Verlangsamung Iher Schwingungsfrequenz bis zur Frequenz des Unsichtbaren. Es geht darum, näher an den Urklang heran zu kommen.“

Mir leuchtet das sofort ein! Auch in meiner von mir entwickelten „Schwingungs- und Seelen-Meditation“ geht es um Verlangsamung der Frequenz. Das ist eigentlich das ganze Geheimnis der Meditation.

Noch eine kurze Lesung aus dem Buch:


 

Mein Fazit: Das Buch ist ein großartiges Konzept zur Integration von Körper, Geist und Seele und ein Handbuch, sich aktiv im Veränderungsprozess des Lebens (genannt Schöpfung oder Evolution) zu beteiligen.

Kurz: Pflichtlektüre für Lebensberater und Life-Coaches!

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50 Buchbesprechungen oder

MEINE Yofi-Geschichte


Vorgestern habe ich erst registriert, dass ich hier im Buch-Blog bereits 49 Bücher besprochen hatte, wusste aber noch nicht, welches die 50. „Jubiläums-Besprechung“ sein würde. Einige standen zur Auswahl.

 

Gestern hatte ich „Opa-Mika-Tag“. Mika ist mein Enkel (viereinhalb Jahre). Seine Mutter Gisa und jüngere Schwester Anouk sind schon „unterwegs“. Mika darf heute ausschlafen. Wir werden den Tag zusammen verbringen. Während Mika noch schläft, nehme ich endlich das Buch in die Hände, das ich schon lange lesen will: Yofi oder Die Kunst des Verzeihens. Der Verlag hatte es mir vor 3 Monaten schon zur Besprechung zugeschickt. „Verzeihen können“ würde ein Hauptthema des nächsten Impuls-Briefes „Berufung & Heilung“ sein. Vielleicht passt es ja. Ich ahne noch gar nicht, wer die Hauptakteure im Buch sind … und wie es mich mitten ins Herz treffen würde.

Mika lässt mich 2 Stunden lesen, bevor er aufwacht. Die zwei Stunden reichen längst, dass mich das Buch fesselte und ich weiss: DAS ist meine nächste Buchbesprechung! Während Opa auf das Wachwerden seines Enkels wartet, liest er ein Buch, wie Opa MERU seinem Enkel YOFI die wichtigsten Lektionen lehrt, wie er ein zufriedenes Leben führen kann.

Am Abend habe ich das Buch zu Ende gelesen! Es ist über Nacht zum Spitzenreiter meiner Lieblingsbücher aufgestiegen (ein echter Shooting Star) – vielleicht gleich neben „Der Prophet“ von Khalil Gibran. Nicht nur, weil es eine Opa-Enkel-Geschichte ist, sondern weil es auch das Thema „Berufung und Heilung“ in seinen wesentlichen Aspekten „fabelhaft“ auf den Punkt bringt.

Wie es mir an diesem Tag mit Mika ging? Ein wundervoller Tag! Ich habe zum ersten Mal erlebt, wie er mit einem anderen Menschen Französisch spricht: bei einem Besuch bei seiner deutschen Oma Renate (meine erste Frau, Mutter unseres Sohnes Arne) mit seinem französischen Opa Charles …, den er liebevoll BAPU nennt.

>> Bitte auch unbedingt die Buchbesprechung selbst lesen!

Nr. 50: YOFI oder Die Kunst des Verzeihens

Die Verlagswerbung verspricht: „Der Kleine Prinz ist als Nashorn wiedergeboren worden.“ Für MICH ist das eine maßlose UNTER-Treibung. „Der Kleine Prinz“ ist zweifellos ein Klassiker an „spiritueller Fabel“. Doch YOFI geht mir noch viel mehr ans Herz. (Okay, es zeugt nicht gerade von hoher spiritueller Reife von mir, solche Bücher ÜBERHAUPT zu vergleichen.)

Es ist über Nacht mein Lieblingsbuch geworden. Es ist ein Meisterwerk an Lebensweisheit für Menschen zwischen 8 und 80. Ich könnte es tausendfach verschenken!

Die Geschichte ist kurz erzählt: Yofi ist ein Nashornbulle „in den besten Jahren“ – aber mit seinem Leben ganz und gar nicht zufrieden. Schon wieder koch in ihm der Zorn gegen seinen „Erzrivalen“ Antros – sie waren früher beste Freunde -, da taucht plötzlich sein Großvater aus dem Nichts auf und bietet Yofi an, ihn auf dem Weg zur Erfüllung seines Kindheitstraums beiseite zu stehen. Nach einigen Überwindungen willigt Yofi ein (seine Frau Sara ist begeistert und unterstützt sein Vorhaben, auch wenn er einige Zeit weg sein würde: „Endlich!“). Auf dieser Reise lernt Yofi von seinem Großvater die wichtigsten Lektionen des Lebens: Meditation, den Großen Kampf und Selbstverzeihung.

Der wichtigste Tag des Lebens

Eine Leseprobe, die exemplarisch für das GANZE Buch stehen kann (S. 44 – 46):

In der ersten Nacht der Reise träumte Yofi, dass ein riesiges Maul das Meer aus schlürfte. Als er aufwachte, stand der Alte vor ihm – zur Sonne gedreht, mit geschlossenen Augen.
„Was machst du da?“
Meru strahlte, als hätte er diese Frage erwartet. „Ich bereite mich vor.“
„Auf was?“
„Auf den wichtigsten Tag meines Lebens.“
Yofi glaubte, sich verhört zu haben.
„Und wann kommt dieser Tag?“
„Er ist bereits da: heute.“

Yofi hatte einen Moment lang den Eindruck, Meru mache sich über ihn lustig. Aber der Großvater verzog keine Miene.

„Heute ist der wichtigste Tag deines Lebens?“
„Deines ebenso.“
„Nett, dass ich das auch erfahre“, knurrte Yofi. „Und woher weißt du das so genau?“
Meru antwortete ungerührt: „Von Großvater Sasa.“

„Das wird ja immer besser. Dein Großvater kannte mich doch gar nicht! Bestimmt ist er schon lange tot. Trotzdem will er gewusst haben, wie wichtig der heutige Tag für mich ist?“
„Er war eben sehr weise. Jedenfalls gegen Ende seines Lebens.“

Der hat sie nicht mehr alle.

Yofi hatte schon öfter mit Alten gesprochen. Aber keiner war so schrullig gewesen.
„Da bin ich aber gespannt auf heute.“
„Ich auch“, sagte der Großvater.

Obwohl es ihm absurd vorkam, wartete der Enkel den ganzen Tag darauf, dass etwas Außergewöhnliches passierte. Am Abend fühlte sich bestätigt – und war enttäuscht.

Der Alte ist ein Spinner.

„Das ging wohl daneben“, sagte Yofi, als sie sich schlafen legten.
„Was meinst du?“
„Dein Blabla vom wichtigsten Tag meines Lebens.
„Wieso? Es hat doch alles fabelhaft geklappt.“

Er ist sogar ein ziemlich großer Spinner.

Am nächsten Morgen gab sich Meru wieder der Sonne hin.
Am besten, ich schweige darüber, dachte Yofi und fraß leckeres Gras, als wäre nichts.
„Es ist immer wieder eine Wohltat, gut vorbereitet zu sein“, sagte Meru.

Er will es nicht anders.

„Nur um sicher zu gehen, dass ich alles richtig verstanden habe: Du hast also bemerkt, dass dein Großvater sich um ein Tag verrechnet hat.“
„Gestern war gestern der wichtigste Tag. Heute ist es heute“, antwortete Meru.
„Und morgen dann schon wieder“, platzte Yofi heraus.
„Morgen ist morgen der wichtigste Tag, genau. Du lernst schnell.“

Yofi hörte auf zu kauen.
„Dann ist also jeder Tag der wichtigste in deinem Leben?“, fragte er höhnisch.
„So kann man es sehen. Aber heute interessiert mich nur heute.“
„Und über morgen denkst du erst gar nicht nach.“
„Wie kann ich über etwas nachdenken das noch vor mir liegt?“, fragte Meru grinsend.

Yofi setzte gerade zu einer gehässigen Antwort an. „Keine Sorge“, kam der Alte ihn zuvor. „Ich weiß was du meinst: Mit morgen beschäftige ich mich ausführlich, wenn es soweit ist.“

Ein paar Lebensweisheiten aus dem Buch:

  • Jeder „kommt mit einem Lebenstraum auf die Welt: einem Herzenswunsch, der größer ist als alles andere. Das ist der Wunsch, den sich jeder erfüllen möchte, ganz gleich, was das Leben sonst bringt.“ (S. 35 f.)
  • „Mein lieber Enkel, Du musst dich nicht auf den Tag vorbereiten. … Nach meiner Erfahrung hört man die innere Stimme bei der Besinnung wesentlich klarer – die Stimme, die den eigenen Weg weist.“ (S. 57)
  • Meru: „Ich hatte etwas Wesentliches vergessen: Nicht ich bin der große Lehrer, sondern das Leben. Ich kann dir bestenfalls zeigen, wie man ihm zuhört.“ (S. 62)
  • „Du warst krank? Was hat dir gefehlt? – Mein Lebenstraum hat mir gefehlt. … Dort, wo früher der Traum war, hatte ich inzwischen eine große Wunde.“ (S. 82)
  • „Du kannst den Großen Kampf antreten. – Den Großen Kampf? – Das ist die wichtigste Schlacht deines Lebens: der Kampf um deine wahre Bestimmung.“ (S. 86)
  • „Der Große Kampf ist eine heilige Angelegenheit. … Man hört auf, sich selbst zu bekriegen.“ (S. 87)
  • „Ich glaube, das bleibt das Geheimnis des Lebens. Man kann sich seine Herzenswünsche nicht aussuchen. Das Leben wählt sie. Das ist sein Geschenk an uns.“ (S. 99)

Hörst du überhaupt zu?

Yofi schreckte zusammen. Es war das erste Mal, dass der Großvater laut geworden war.
„Du  musst niemals zulassen, dass dich jemand verletzt. Du musst auch nie wieder mit Antros reden. Du darfst sein Feind bleiben. Wenn du willst: lebenslang.“
„Ich dachte, ich soll ihm vergeben …?“
„Verzeihen heißt: aufhören, sein eigenes Herz zu verletzen. Mehr nicht.“
„Aber …“
„Kein aber! Dein Atem kann dich heilen. Antros muss davon überhaupt nichts erfahren. So lange du aber auf Tobsucht und Jähzorn beharrst, so lange freuen sich die Traumschlürfer.“
Merus Augen funkelten in der Dunkelheit. (S. 106)

Und noch zwei kleine Lesungen von mir aus dem Buch:

Mein Fazit: Wer nach dieser Buchbesprechung noch nicht motiviert ist, das Buch umgehend zu lesen, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Okay: Wer das Buch nicht umgehend liest, dessen Leben ist nicht unbedingt verwirkt. MERU würde sagen: Alles zu seiner Zeit!

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Hier noch die Leseprobe aus dem Tigerbaum Verlag

Ruediger Dahlke: Das Schatten-Prinzip

„Die Aussöhnung mit dem eigenen Schattenreich ist das höchste und tiefste Ziel zugleich, das sich ein Mensch stecken kann“ (S. 11) – mit diesen Worten beginnt Ruediger Dahlke sein Buch „Das Schatten-Prinzip“. Und an anderer Stelle heißt es: „Schatten ist damit der eigentliche Schlüssel zum Leben, obwohl er meist für das Finster, Böse diffamiert wird.“ (S. 13)

Das sind Worte eines medizinisch gebildeten Erfolgsautoren – Ruediger Dahlke ist Arzt und Psychiater-, der mit seinem Buch eines der größten Lebensthemen (und Krank-heitsverursacher) jetzt in allen Facetten durchlichtet.

Was haben wir davon, uns mit dem „Schatten-REICH“
zu konfrontieren?

Ja, es führt uns an die Schätze unseres Lebens. Durch das Bergen dieser Schätze aus der Unterwelt können wir unseren größten Reichtum erfahren. Ruediger Dahlke erinnert daran: „In der Mythologie ist nicht zufällig PLUTO gleichzeitig der Herr der Unterwelt und der Herr des Reichtums und der Schätze.“ (S. 29)

Was ist denn überhaupt „Schatten“ und „Schatten-Arbeit“?

Schatten ist definitiv das, was wir an uns nicht erkennen, unser blinder Fleck sozusagen. Schatten sind die Dämonen in uns, klassisch der TEUFEL, modern der „innere Schweinehund“, die Seiten in uns, vor der wir uns selbst am meisten fürchten und deshalb ins Dunkle abgespalten sind, so dass wir für sie regelrecht blind sind.

Wir sehen unsere eigenen „Macken“ nicht und projizieren sie auf andere. Wir sagen oft, dass wir „über unseren Schatten“ springen müssen. Ja, die Entwicklungssprünge unserer Seele sind eigentlich alles „Über-den-Schatten-Sprünge“. Doch, um über unsere Schatten springen zu können, müssen wir sie erst erkennen. Das ist „Schatten-Arbeit“.

Und wenn wir uns verweigern?

Unsere Seele ist zwar recht geduldig, am Ende doch gnadenlos in ihrer Forderung nach Entwicklung, der Realisierung ihres Lebensplans.

„Wo wir uns nicht freiwillig mit dem Schatten beschäftigen, wird er sich mit uns aus seine Art beschäftigen. Das ist keine Drohung, sondern Gewissheit und Hoffnung zugleich.“ (S. 35)

Und weiter: „Sehr einfach gesagt, müssen wir unsere Vergangenheit aufräumen, bevor wir heil und vollständig in der Gegenwart ankommen können.“ (S. 36)

Diese Schatten-Arbeit kann keine Meditation ersetzen. Meditation führt uns nicht in die dunkle Nacht der Seele. Es ist eher umgekehrt: Wenn tiefe Stille-Meditation nicht funktionieren will, dann quatscht es unentwegt aus dem Schattenreich dazwischen.
Beides gehört auf dem Weg der Seele zusammen: Meditation UND Schatten-Arbeit.

Wie zum Teufel arbeitet man denn mit dem Schatten?!

Das richtige Parkett für gegenseitige Schatten-Arbeit ist eine Partnerschaft. Mehr noch: Eine Partnerschaft wird erst dann zu einer authentischen Seelenpartnerschaft, wenn sich die Partner bewusste Sparing-Partner im Schattenboxen sind. Denn niemand konfrontiert einen mit seinen Schattenanteilen so intim wie ein Partner. Hier können Seelen-Partner wirklich „zusammen wachsen“ (um doppelten Sinne!)

Schatten-Arbeit alleine zu bewältigen ist nicht einfach. Das ist, also ob ein Blinder sich selbst führt. Aber es ist mit etwas Distanz zu sich selbst möglich! (Und DABEI kann Meditation sehr hilfreich sein, sich aus einer „neutralen Position“ aus betrachten zu können.) Rüdiger Dahlke stellt eine verblüffend einfache Methode vor, wenn man sie denn macht:

Das Spiel mit den Fürwörtern (S. 68 ff):

Ich stelle in meiner ganzen Emotionalität fest: „Sie betrügt mich!“

Für den Schatten spielt es überhaupt keine Rolle, was Tatsache ist, sondern ausschließlich meine Emotionalität, mich als Betrogener zu fühlen. (Was „Betrug“ dann auch immer heißen mag.) An meinen Schatten komme ich heran, wenn ich jetzt 4 Aussagen emotions- und gedankenlos formuliere:

1. Sie betrügt mich.
2. Ich betrüge sie.
3. Ich betrüge mich selbst.
4. Sie betrügt sich selbst.

Und dann suche ich schriftlich nach Hinweisen für die einzelnen Sätze.
Und dann werde ich beim Betrachten meines Schatten-Arbeits-Blattes
feststellen MÜSSEN:

  • Es gibt x Punkte, wo ich ihr vorwerfe, dass sie mich betrügt.
  • Es gibt eben so viele Punkte, wo ich SIE betrüge.
  • Es gibt eben so viele Punkte, wo ICH mich selbst betrüge.
    (Kurz: Nur ein „Betrüger“ kann eine „Betrügerin“ anziehen)
  • Es gibt eben so viele Punkte, wo SIE sich selbst betrügt.
    (Kurz: Nur wer im Selbstbetrug lebt, kann andere betrügen.)

BETRUG kann dabei einfach heißen: Sich selbst nicht treu sein.
Es hat in den seltensten Fällen etwas mit „Seitensprung“ zu tun.

Bitte diese einfache Technik NUR EIN MAL ausprobieren!
Eine dramatische Erleuchtung winkt!

Mein Fazit: Das Buch von Rüdiger Dahlke stellt das „Schatten-Prinzip“ und seine Arbeit damit sehr umfassend dar. Es ist ein lebensbegleitendes Handbuch, dass sich erst richtig erschließt, wenn man ein eigenes Schatten-Tagebuch führt, aktiv mit der beiliegenden CD arbeitet und die empfohlenen Spielfilmen  auf sich wirken lässt. Ja, ein Buch, das in JEDE Lebens-Bibliothek gehört. Ich scheue mich nicht zu sagen: Pflichtlektüre für Lebensberater (Life-Coachs) und Lichtarbeiter.

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Duane Elgin: Das lebende Universum

EIN Kennzeichen des neuen Zeitalters ist es, dass wir den Kosmos als LEBENDIG wahrnehmen. Mir fällt ein Buch in die Hände mit dem Titel: „Das lebendige Universum. Woher wir kommen. Wohin wir gehen.“ Der Autor ist mir nicht fremd. Ich habe von ihm schon „Ein Versprechen für die Zukunft“ gelesen.
Das Buch ist unscheinbar, der Verlag auch, doch es hat es in sich! Wir suchen ja nach der Versöhnung von Wissenschaft und Spiritualität. Für mein Verständnis hat das Buch dazu einen neuen Schlüssel gefunden!

Wir brauchen ein „großes Erwachen“. Dazu gehört nicht nur, dass wir den Mut haben, mit einem klaren Blick auf den Schlamassel zu sehen, den wir Menschen auf dem Planeten angerichtet haben. Genau so wichtig ist es, eine Zukunftsvision zu entwickeln, die unsere Kräfte frei setzen kann.

Die grundlegendste Herausforderung für die Menschheit ist möglicherweise, über die Not hinaus zu sehen und Zukunftsperspektiven mit großartigen Chancen zu visualisieren. In einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung setzen wir das um, für was wir uns halten. Die Archetypen und Geschichten, die wir uns selbst vorhalten, verhalten sich wie Lichtstrahlen, die uns in die Zukunft lenken. (S. 18)

Das Buch von Duane Elgin durchzieht drei Fragen an die Menschheit:

  • Wo stehen wir?
  • Wer sind wir?
  • Wohin gehen wir?

Wo stehen wir?

Wir sind mehr als nur biologische Wesen. Wir haben einen kosmischen Bezug. Und da macht es einen gewaltigen Unterschied aus, ob wir glauben, in einem toten oder lebendigen Universum zu leben:

  • Ist das Universum gleichgültig oder uns freundlich gesonnen?
  • Geraten wir als Menschheit im Universum in Vergessenheit oder bleiben wir in Erinnerung?
  • Sollen wir uns abgrenzen oder zusammentun?
  • Was ist unser Lebensstil: Konsumverhalten oder bewusste Schlichtheit?
  • Sind wir voneinander getrennt oder miteinander verbunden?
  • Wer und was sind wir in einem toten und einem lebenden Universum?

Duane Elgin stellt sechs gut belegte wissenschaftliche Erkenntnisse dar, die die Lebendigkeit des Universums nahe legen (ohne es BEWEISEN zu wollen):

  1. Das Universum ist eine EINHEIT.
  2. Das Universum schwimmt in einem Meer von Hintergrundenergie („Nullpunktenergie“), wird energetisch durchflutet.
  3. Das Universum erneuert (regeneriert) sich ständig.
  4. Es existiert auf allen ebenen des Universums BEWUSSTHEIT (auch die Quantenwelt ist eine Welt der bewussten Wahl).
  5. Überall herrscht Entscheidungsfreiheit. Das Universum ist eine „kollektive Improvisation“ (S. 66)
  6. Das Universum hat die Fähigkeit, sich selbst zu reproduzieren. (Das Mutteruniversum gebiert Tochteruniversen.)

Zusammenfassend: „Da das Universum offensichtlich jedes Schlüsselkriterium für ‚Lebendigkeit‘ erfüllt, lassen gegenwärtige Forschungsergebnisse die Schlussfolgerung zu, dass das Universum ein Lebenssystem ist.“ (S. 68) Wir sind nicht allein. Wir sind Teil eines lebenden Körpers, eines frei fließenden Organismus.

Wer sind wir?

In diesem Kapitel legt Duane Elgin klar, dass alle Weltreligionen (in ihrem mystischen Kern) das Universum nie anders gesehen haben als lebendig. Verblüffend finde ich dabei die zitierte Aussagen von Meister Eckhart:

Gott erschafft das gesamte Universum völlig und gänzlich jetzt in der Gegenwart. Alles, was Gott erschaffen hat … erschafft Gott jetzt auf einen Schlag. (S. 76)

Oder die Lehre Buddhas,

dass jeder durch Meditation und spirituelle Nachforschungen aus dem Schlaf der Unkenntnis erwachen kann, um das Wesen des Universums und damit sein eigenes Wesen unmittelbar zu erkennen. (S. 82)

Oder ein Mystiker unserer Tage, Alan Watts:

Der Anfang des Universums ist jetzt, denn alles entsteht in diesem Augenblick, und das Ende des Universums ist jetzt, denn alles vergeht in diesem Augenblick. (S. 84)

Beide Kapitel fasst Duane Elgin mit atemberaubenden Sätzen wieder zusammen:

Trotz der großen Vielfältigkeit und historischen Unterschiede der Menschheit – wenn die Weisheitstraditionen der Welt die empirisch erfassten Tiefen der Existenz durchdringen – tritt ein generelles Verständnis zu Tage, das auch den Erkenntnissen der Wissenschaft entspricht. Dieses Verständnis ist absolut verblüffend: Wir leben in einem lebendigen Universum, das sich von Augenblick zu Augenblick als vereintes Ganzes zeigt. Das Universum ist eine lebende Einheit, die ständig von dem Durchfluss enormer Energiemassen erhalten wird, und das in einem unsagbar riesigen und äußerst lebendigen Prozess der unglaublichen Präzision und Kraft. Wir sind Wesen, die vom Universum genauso bewohnt werden, wie Wesen sind, wie das Universum bewohnen. Die Einheit der Existenz ist keine Erfahrung, die zu erschaffen ist, sondern ein sich ständig manifestierender Zustand, der nur darauf wartet, von uns erkannt und ins Bewusstsein gerufen zu werden. Die „Macht des Jetzt“ kommt durch die Tatsache, dass das  ganze Universum als ein extrem präziser Fluss im Jetzt auftritt. Wenn wir uns im Jetzt befinden, reizen wir auf der Welle der fortwährenden Schöpfung. Jeder Moment ist eine brandneue Bildung des Universums, die nahtlos und makellos aufsteigt. (S. 91)

Gott, was für eine Wahrheit! Hier treffen sich Spiritualität und Wissenschaft im Atem des JETZT. Hier liegt der SCHLÜSSEL für eine INTEGRATION.

Duane Elgin „beschreibt“ folgende Eigenschaften des „Mutteruniversums“:

  • Überall gegenwärtig.
  • Nicht einschränkend.
  • Absolut unparteiisch.
  • Ultimativ unbegreiflich.
  • Bedingungslose Liebe.
  • Zutiefst schöpferisch. (S. 99 – 100)

Tiefsinnig ist sein Verständnis unseres Seelenkörpers:

  • Die Seele ist ein Körper aus Licht („… das physische Licht, das die Außenwelt erhellt, (ist) nur eine blasse Reflexion ihrer tieferen, nichtphysischen Ausstrahlung.“ – S. 109).
  • Die Seele ist ein Körper aus Musik („Brahman manifestiert alles, ob groß oder klein, im Universum in Form von Schwingungen“ – S. 113 / „Um die Musik unseres Lebens zu spielen, müssen wir geübte Musiker unserer Seele werden …“ – S. 114).
  • Die Seele ist ein Körper aus Liebe („… wahre Liebe ist in Wahrheit dasselbe wie Bewusstsein. Beides ist identisch“ – S. 116)
  • Die Seele ist ein Körper aus Wissen („Das Wesen der Seele ist das Wissen an sich. Wenn wir in unserem Seelenwissen ruhen, gibt es keine Distanz zwischen dem Wissenden und dem, der weiß.“ – S. 118).

Wohin gehen wir?

Die Erkenntnis, dass wir dem ENDE oder einer WENDE entgegen steuern, findet bei Duane Elgin eine schöne Ausdrucksweise:

Wenn das Universum damit beschäftigt ist, die Entwicklung selbstorganisierter Systeme auf jeder Ebene zu fördern, wie passt dann unsere Reise des Erwachens mit dem evolutionären Bestreben der Natur zusammen? Wenn wir gegen die Natur ankämpfen, kämpfen wir gegen uns selbst an, und unsere Entwicklungsreise wird ein Trip der Entfremdung und Frustration werden. Wenn wir mit dem Kosmos zusammenarbeiten, dienen wir unseren tiefsten Potenzialen, und unsere Reise wird befriedigend und lehrreich werden. …

Während wir erwachen, wacht der Kosmos auch auf. (S. 131)

Und jetzt kommt es (für mich die zentralen Sätze des Buches):

Zwei bemerkenswerte Dynamiken sind am Werk. Die erste Dynamik wird oft „die Geschichte des Universums“ genannt und handelt davon, wie das Universum sich mit der Zeit entwickelt hat. Die Geschichte des Universums stellt die Menschheit als Nachfolger eines riesigen Stammbaums der Schöpfungsgeschichte dar, der sich über die vergangenen 14 Milliarden Jahre erstreckt. Die zweite Dynamik ist das, was ich das „Große Erwachen“ nenne, und sie handelt davon, wie die Menschheit fortlaufend in das Wunder des Universums als neue Schöpfung eines jeden Augenblicks erwacht. Während die Geschichte des Universums eine erstaunliche Erzählung über die „horizontale“ zeitliche Entwicklung liefert, fügt das Erwachen in ein lebendiges Universum eine weitere Dimension hinzu: die „vertikale“ zeitliche Entstehung des Kosmos. Die Geschichte des Universums konzentriert sich auf die Evolution des Universums über einen Zeitraum hinweg, während sich das lebendige Universum darauf konzentriert, dass das Universum in der Zeit erschaffen wird. …
Unser Erwachen zu einem neuen Verständnis vom Universum in seiner horizontalen und seiner vertikalen Seite bedeutet eine erstaunliche und außergewöhnliche neue Vorstellung davon und wir als Spezies uns befinden. (S. 135, 136)

Duane Elgin räumt ein, dass wir uns von der Natur abgespalten und uns von ihr entfernt haben. Das sei aber kein Frevel, keine Sünde („Trennung“), sondern notwendig gewesen.

Statt eines evolutionären Umwegs war unsere fortschreitende Abspaltung von der Natur für unseren Lernprozess und die Kreis als Spezies notwendig. Doch unser Lernprozess ist erst zur Hälfte vollendet. Wir gehen zu unserer Prüfung über, die uns herausfordert, die Richtung zu ändern und uns mit dem lebendigen Universum und der ewigen Lebendigkeit in unserem Inneren wieder zu verbinden. S. 144)

Die Wissenschaft … entdeckt das Wunder eines lebendigen Universums. Das Heilige kehrt in die Welt zurück. (S. 148)

Wie wir uns auf die Heimreise vorbereiten

Duane Elgin stellt uns, die Menschheit, vor sechs Aufgaben:

  1. Unsere Geschichte vom Erwachen gemeinsam umsetzen
  2. Reflexion und Versöhnung kultivieren
  3. Einfach und umweltschützend leben
  4. Neue Arten von Gemeinschaft schaffen
  5. Medienbewusste Bürger dieser Erde werden
  6. Unsere wahren Begabungen in die Welt einbringen (S. 163 – 189)

Dabei wird die Seele der entscheidende Evolutionsfaktor sein:

Die kommenden Jahrzehnte werden die Seele unserer Spezies offenbaren und die Chance auf den Übergang von einer großen Flugbahn des Lernens und der Entwicklung in die nächste bieten. (S. 165)

Wenn wir diese vier Archetypen (das sind Seelen-Bilder, J.S.) kombiniert, lässt suich das Zukunftsversprechen so zusammen fassen: Die Menschheit befindet sich auf einer heroischen Reise des Erwachens in die erstaunliche Realität, dass wir Wesen mit einer Verbundenheit zu und Teilnahme am Kosmos sind, die gerade lernen, wie man in einem lebendigen Universum lebt. (S. 169)

Wenn diejenigen, die gelitten haben, ihre Geschichten in der Öffentlichkeit darlegen können und authentisch angehört werden, wird die Heilung der Seele der Menschheit echt sein. (S. 173 f.)

Ephemerisierung bedeutet die gleichzeitige Entwicklung des Inneren und des Äußeren, des Bewusstseins und der Materie. Der ephemere Fortschritt verleugnet zwar nicht die materielle Seite des Lebens, doch er braucht eine neue Beziehung, bei der sich die materiellen und nichtmateriellen Aspekte des Lebens gemeinsam weiterentwickeln. (S. 177)

Wir erkennen die Bedeutung unseres Lebens an der Größe unserer Seele statt an der Größe unseres Hauses, Autos oder Sparkontos. (S. 178)

Wahre Gaben sind die Dinge, die vom Herzen und der Seele kommen – Aktivitäten, die uns leicht fallen, die wir automatisch meistern und die uns und anderen Freude machen. (S. 187)

Unser Körper ist ein biologisch abbaubares Mittel, damit wir lernen, dass wir feinstoffliche Wesen aus Licht, Liebe, Musik und Wissen sind ( = Seelenwesen, J.S.) (S. 188)

Mein Fazit: Ich habe in noch keinem Buch die „Schnittstelle“ der Verbindung zwischen Wissenschaft und Spiritualität gelesen wie in diesem: das Kreuzen der horizontalen Dimensionen der Wissenschaft mit der vertikalen Dimension der Spiritualität. WOWWW!

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Arthur Schult: Astrosophie (2 Bände)

Das Buch ist erstmals 1971 zwei Jahre nach seinem Tod erschienen und setzt Zeichen für eine neu verstandene Astrologie. Arthur Schult (1893 – 1969) gibt ihr deshalb auch den neuen Namen: Astrosophie. Es ist ein Lehrbuch gar nicht so sehr im wissenschaftlichen Sinne, sondern eine Hilfe für Seelenkunde.

Der westliche Mensch ist auf dem Weg zu einem geweiterten, umfassenden, kosmischen Bewusstsein, vollzieht einen neuen Durchbruch in die Sphären des Überbewusstseins. (S. 9)

Er stellt die Astrosophie in die Tradition von: Pythagoras, Herklit, Platon, Plotin, Hildegard von Bingen, Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Dante, Leonardo da Vinci, Melanchton, Paracelsus, Kepler, Goethe und Novalis (S. 9). Oder – an anderen Stellen genannt: Meister Eckhart, C.G. Jung. Und ich denke, das mit Bedacht.

Diesen verschiedenen Schichten in Mensch und Welt, jeder Ebene des Daseins wollen wir gewähren, was ihr zukommt. Der physischen Ebene gehört die materielle Welt an, der ätherischen Ebene die Welt der Lebenskräfte, der Astralebene die Seelenwelt, der Mentalebene das reichte Gedanken, der supramentalen Welt dagegen gehören wir selbst an mit unserem kosmischen und überkosmischen Bewusstsein. Aus einem geistig-übersinnlichen Schauen, aus dem ins Kosmische geweitete Überbewusstsein des Menschen ist alle echte Astrologie und Astrosophie zuletzt entstand. (S. 10 f.)

Von der „Wiedergeburt einer echten Sternenweisheit“ schreibt er:

Astrosophie als kosmische Symbolwissenschaft kann heute in lebendiger Weise dazu helfen, das rationale Begriffsdenken umzuwandeln in ein zeitgemäßes imaginativ-bildhaftes Denken, mit dem wir die Bildersprache, die großen heiligen Zeichen, die überall im Mikro- und Makrokosmos gelten, neu verstehen lernen. Die neue Geburt einer solchen Kosmosophie, welche aus Mensch, Kosmos und Gott wieder in lebendigem Zusammenhang erleben lässt, wird die Wissenschaft zur Anerkennung der geistigen Natur des Menschen führen und kann auf diese Weise zu einer wichtigen Brücke zwischen Wissenschaft und Religion werden. (S.14)

Bei der Astrosophie geht es um „die Beziehung zwischen Gestirnskonstellation, Charakterveranlagung und Schicksal des Menschen.“ (S. 35)

Arthur Schult zitiert K. O. Schmidt (den er als einen „Mystiker der Gegenwart“ bezeichnet) zustimmend: „Als lebendiger Organismus erscheint der Kosmos uns heute, von schöpferischen Kräften durchpulst, vom Geist des Lebens geleitet. (S. 21 f.). Oder Novalis: „Der Stoff der Stoffe ist Kraft; die Kraft der Kräfte ist Leben;  das Leben des Lebens ist Seele; die Seele der Seelen ist Geist; der Geist der Geister ist Gott.“ (S. 23) Oder Plotin: „Du kannst das Unendliche nur erfassen mit einer Fähigkeit deiner Seele, dioe höher ist als der Verstand, indem du in einen Zustand übergehst, der jenseits deiner vergänglichen Sinne liegt, in welchem das Allsein dir unmittelbar bewusst wird. Es ist ein kosmisches Bewusstsein …“ (S. 23). Ode nicht zuletzt Meister Eckhart: „Seelengrund und Gottesgrund sind eins.“ (S. 23)

Nicht zuletzt zitiert Arthur Schuld den Astronomen an den Sternwarten Hamburg und Nürnberg Dr. Wilheln Hartmann:

Für mich ist diese kosmische Impulslehre kein „Glaube“ mehr, keine „Annahme“, sondern in ihren Grundzügen ein an tausend Beispielen bewiesenes Wissen. Es mag sein, daß einige Voraussetzungen später durch andere ersetzt werden müssen, daß einige weitergehende Schlüsse falsch sind, der Schluß jedoch, zu welchem diese Grundzüge führen, nämlich, daß wir Menschen dauernd kosmische Impulse empfangen, die unser Handeln, Fühlen und Denken beeinflussen, ist für mich eine unerschütterliche Tatsache.“ (S. 30)

Ich will ein paar Thesen von Arthur Schulz herausstellen, die für mich essentiell sind:

Es gibt eine höhere Seelen-Dimension (die 5. – und mehr – Dimension):

Die dreidimensionale physische Welt erwies sich uns dabei als Spezialfall einer höher dimensionierten Wirklichkeit, als die Hülle eines feineren tierischen Organismus, der seinerseits von einem noch feineren seelisch-astralen Gebilde umgriffen wird, das eingebettete ist in eine geistige Kraftsphäre. Das gilt sowohl für den Menschen wie für das All, für den Micro- wie für den Makrokosmos, für die atomaren Kleinwelten die für die makrokosmischen Sternsysteme. (S. 32)

Es gibt KEINE kausale und direkte Ursache der Sterne am Himmel auf unseren Charakter. Die Sterne symbolisieren und machen wirkende kosmische Krafte nur als Projektionsfläche (ähnlich der Ziffer einer Uhr) sichtbar:

… die Gestirnenkonstellation am Himmel (ist) das große Zifferblatt der Weltenuhr, auf dem ich ablesen kann, was für schöpferische Kräfte in jedem Augenblick im Kosmos wirksam sind; keineswegs aber sind die Gestirne selber die kausale Ursache für diese Kräfte. (S. 35 f.)

Astrologie ist keine Wissenschaft, sondern eine Weisheitslehre:

Bei der echten Astrologie, mit der wir uns alleine befassen, handelt es sich also um eine mythisch-symbolische Denkform, die eine tiefere Schicht der Wirklichkeit erfasst als das kausal-naturwissenschaftliche Denken. (S. 36)

Erst jetzt berühren wir jene geistige Sphäre, der die wahre Astrologie entstammt, für die ich die Bezeichnung „Astrosophie“, „Sternenweisheit“ gewählt habe. (S. 37)

Wir brauchen eine neue Astrologie, die nicht nur eine Sonnen-, sondern auch eine Mond-Astrologie ist.

Die westliche Astrologie hat im Gegensatz zur indischen Astrologie die karmisch-kosmisch-astralen Zusammenhänge aus den Augen verloren und wirkt oberflächlich im Vergelich zur indischen. (S. 39 f.)

Die Konstellation der Sterne bestimmen nicht unser Leben. Wir sind keine „Opfer der Sterne“. Sie sind unsere „Wegweiser“ wie der Polarstern für die Seefahrer:

Der Weise beherrscht seine Sterne. (S. 43)

Weil der Mensch mit seinem Gottesfunken, seinem Über-Ich, den Kosmos überragt, darf ihm die Astrologie und das Horoskop auch nie zur Lebenskrücke werden. Nie darf er sich abhängig machen in seinen Lebensentscheidungen von horoskopischen Stellungen. Wir wollen auf unserem Lebensweg stets der eigenen Intuition, unserem freien und innersten Empfinden folgen, der Stimme der Stille, die in unserem Herzen spricht, wenn wir nur recht zu lauschen verstehen. (S. 44)

Es gibt Ur-Prinzipien, die ALLES erschaffen haben. Diese Ur-Kräfte können auf allen Ebenen erkannt werden. Sie machen das „senkrechte“ Weltbild (der 5. Dimension) gegenüber dem „waagerechten“ (der 4 Raum-Zeit-Dimensionen) aus:

Die schöpferische Urkraft Gottes manifestiert sich in diesen sieben Prinzipien, die zusammen, aber auch voneinander getrennt, im Universum alles gestalten. Alles, was existiert, ob Weltkörper, Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen oder höhere Geistwesen, wurde und wird von diesen Kräften geschaffen. (S. 161)

Das Wassermann-Zeitalter erschließt uns die Lebendigkeit des Kosmos. Sein „Regent“ URANUS symbolisiert die Kraft der kosmischen Transformation:

Uranus ist der Planet der Intuition, des kosmischen Bewusstseins. er erschließt uns das Gebiet der Kosmosophie und Astrologie. (S. 171)

Wir leben in einer beseelten Welt. Sogar in unserem „Kalenderjahr“ finden wir Zyklen unserer Menschenseele:

Das Jahr ist im astrologischen Sinne keine abstrakte Zeitspanne, sondern ein großer, geistlebender Organismus, der alle Bereiche der Natur und des Menschen durchdringt. (S. 259)

Die Symbole der uns bekannten Tierkreiszeichen sind also Hieroglyphen für die 12 Monate des Sonnenkreilaufs und für die jahreszeitlichen Erlebnisse der Menschenseele in Bezug auf das Verhältnis Sonne-Erde. (S. 279)

Das Geburtshoroskop enthält unseren Seelenplan. Im „Lesen und Deuten“ unseres Geburtshoroskops verstehen wir immer mehr die Absicht unserer Seele:

Das „Horoskoplesen“ ist also ein „Auralesen“, die Interpretation der in der Aura enthaltenen und in diese hinein gewobenen karmischen Ursachen, der guten und bösen, die als Hilfs- oder Leidensquellen zeitgebunden in Erscheinung treten. Die Stellung der Gestirne in den Horoskophäusern verrät uns ihren besonderen Einflussbereich in den aurischen Kräftefeldern seines Odkörpers. Und so ist das Horoskop im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiegel der Seele (S. 467 f.)

Die griechische Bezeichnung für das Geburtsbild lautet „Thema“. Damit ist klar ausgedrückt, daß das Horoskop dem Menschen das Thema des Lebens, die Problemstellung, die ihm zugedachte Lebensrolle zeigt, daß aber die Lösung des Problems, das „Wie“ des Spiels, seiner Freiheit überlassen bleibt. … Die Freiheit beginnt dort, so der Mensch lebendig sein Horoskop entwickelt. (S. 473 f.)

Die Dimension der Seele steht senkrecht gegenüber der waagerechten Dimension der Raumzeit (hier am Beispiel Gnade und Gerechtigkeit):

Die Ebene von Liebe und Gnade kreuzt senkrecht die Ebene von Gesetz und Gerechtigkeit. … Begnadigung heißt im juristischen Bereich, aus höherer Sphäre heraus aufhebend eingreifen in den Gesetzeszwang. Gnade und Gerechtigkeit stehen senkrecht zueinander. …
Beide Richtungen, Senkrechte und Waagerechte, zusammen erst bilden das Kreuz und sin in unserer Welt von grundlegender Wichtigkeit. (S. 471)

Den äußeren Aspekten der Seele korrespondieren mit den inneren.

Wie sagte doch Paracelsus? „Es ist nicht der Saturn über die, sondern der Saturn in dir, der dich peinigt!“ Lernen wir also unsere noch niedrigeren saturnischen Charaktereigenschaften beherrschen, so haben wir auch unseren Geburts-Saturn unter Kontrolle. (S. 475)

Es geht nicht darum, die Astrologie anzubeten, sondern unsere Seele zu verehren.

Götze des heutigen Menschen ist die Wissenschaft. Das Denken ist nur die Tür zur mentalen Ebene. Die Pforte zur supramentalen Ebene dagegen heißt Glaube und Geisterleuchtung, Vertrauen und Liebe. …
Dieser Weg zur Gotteinigung, zur unio mystica, ist im Horoskop verankert. Denn es ist ein ganz persönlicher Weg, verschieden nach Veranlagung und Schicksal bei jedem Menschen. Alles astrologische Weistum, jede recht verstandene Horoskopdeutung soll nur Mittel sein zur wahren Selbst- und Schicksalserkenntnis auf dem Weg zu jedem höchsten Ziele der Gotteinigung. (S. 477)

Mein Fazit: Wenn man von dem Astrologischen als Seelenkunde fasziniert ist, der herkömmlichen Astrologie aber skeptisch gegenüber steht, dem sind diese beiden Bände der ASTROSOPHIE wärmstens ans Herz gelegt. Es hat mir geholfen, hier keine Irrwege zu gehen.

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Thomas Berry: Das Wilde und das Heilige

Thomas Berry (1914 – 2009) ist einer der Hauptvertreter der „Tiefenökologie“. Dies ist eine spirituelle, ganzheitliche Umwelt- und Naturphilosophie, die ein Leben im Einklang mit der Natur anstrebt. Das Buch „The Great Work“ erschien 1999 in Amerika und ist das geistige Erbe von Thomas Berry. Endlich ist es jetzt 2011 auch auf deutsch erschienen!

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Ich habe beim Lesen das Gefühl gehabt, die „Bibel der Erde“ zu lesen. Es geht nicht nur inhaltlich um das HEILIGE – beim Lesen erfasst es einen auch. Wenn wir durch DAS GROSSE WERK überleben, dann wird der Geist des Buches seinen Beitrag dazu geleistet haben.

Vielleicht das wertvollste Erbe, das wir künftigen Generationen mitgeben können, ist ein gewisser Sinn für die große, vor ihnen liegende Herausforderung, das menschliche Projekt von verwüstender Ausbeutung in ein wohltätiges Miteinander zu verwandeln. (S. 18)

Wir sollten hier feststellen, dass das große Werk eines Volkes das Werk all seiner Menschen ist. Niemand ist ausgenommen. Jeder von uns hat seinen individuellen Lebensrahmen und seine Verpflichtungen. Aber durch diese Beschränkungen hindurch hat jeder Mensch aufgrund seiner persönlichen Leistungen teil am großen Gesamtwerk. Die persönliche Arbeit bedarf einer Anbindung an das Große Werk. (S. 21)

Die Verwirklichung des Großen Werkes ist das Ziel nicht nur der menschlichen Gesellschaft, sondern des ganzen Planeten Erde. Ja, über die Erde hinaus. Es ist das Große Werk des Universums selbst. (S. 194)

Was für eine Perspektive! Es geht nicht nur um den Einzelnen, seinen Berufung in diesen Umbruchszeiten zu finden. Es geht um das „Projekt Menschheit“. Und es ist nicht nur wichtig für unseren Planeten Erde. Es ist der Kosmos selbst, der am Werk und am Wirken ist. Das ist doch HEILIG, oder?

Was ist denn das „Wilde“?

Um die Rolle des Menschen im Funktionszusammenhang der Erde zu verstehen, müssen wir die Spontanitäten erkennen, die sich in jeder Existenzform der natürlichen Welt wiederfinden lassen – Spontanitäten, die wir mit dem Wilden assoziieren, d.h. mit dem, was der menschlichen Verfügungsgewalt entzogen ist. Wir missverstehen unsere Rolle, wenn wir annehmen, unsere historische Mission bestünde darin, den Planeten zu „zivilisierten“ oder zu „domestizieren“, als ob Wildheit etwas Destruktives anstatt die ultimative schöpferische Seinsform jeglichen Wesens wäre. Wir sind nicht hier, um zu kontrollieren. Wir sind hier, um mit der größeren Erdgemeinschaft eine Ganzheit zu bilden. Die Gemeinschaft selbst und jedes seiner Mitglieder hat letztlich eine Dimension der Wildheit, eine kreative Spontanität als tiefste Realität und tiefstes Mysterium. (S. 55)

Wildheit können wir als Wurzel jeglicher authentischen Spontanität jedes Wesens ansehen. (S. 57)

Der Verlust der Seele

Wie können wir die existentielle Krise der Menschheit und des Planeten verstehen?

Die der Erde zugefügte Gewalt liegt jenseits des Akzeptablen. Sie kann nur als Konsequenz einer schweren kulturellen Fehlorientierung angesehen werden. Der Wandel, der vom Ökologen gefordert wird, besteht in einer drastischen Reduktion der Ausplünderung durch das kommerziell-industrielle Wirtschaftssystem. (S. 112)

Die entscheidende Frage hat letztlich mit der Seele der Zukunft zu tun, wie sie ihren Ausdruck im einzigartigen Lebenssystem des Planeten Erde ihren Ausdruck findet. Viel ist über die physikalischen und biologischen Überlebensmöglichkeit nachgedacht worden, aber nur ziemlich wenig über die Seele der Zukunft. Wir befassen uns hier vor allem mit der Seele als den formenden Geist-Prinzip innerhalb jedes Lebensprozesses. (S. 118)

„Störung der biologischen Integrität des Planeten“ lautet die Anklage, die gegen die Ökonomie der Ausbeutung vorzutragen ist. Nur eine Wiederherstellung der biologischen Integrität des Planeten mit seinen verschiedenen Bioregionen kann das ganzheitliche Überleben der erde in Zukunft sichern. Unsere primäre Aufgabe muss in der Wiederaufrichtung der organischen Ökonomie des gesamten Planeten bestehen. Alle werden gebraucht. (S. 149)

Den Menschen neu erfinden

Das ist für mich eines der aufregendsten Kapitel!

Die historische Mission unserer Zeit besteht darin, den Menschen neu zu erfinden – auf der Ebene seiner Art, unter kritischer Reflexion, innerhalb der Gemeinschaft der Lebenssysteme, im Kontext einer zeitlichen Entwicklung, vor dem Hintergrund der Geschichte sowie unter Aufnahme unserer Traum-Erfahrungen. …
Wir müssen den Menschen auf der Ebene seiner Art neu erfinden, da die Aufgaben, die vor uns liegen, über die Kompetenzen unserer gegenwärtigen kulturellen Traditionen, sowohl individuell als auch kollektiv, hinausgehen. Wir brauchen etwas, das unsere heutigen Tradition überschreitet und uns den grundlegendsten Aspekt des Menschseins wiederbringt: uns selbst zu formen. (S. 159)

In solcher Zeit bedürfen wir einen neuen Offenbarungserscheinung, einer Erfahrung, durch welche das menschliche Bewusstsein zum Erlebnis der heiligen und majestätischen Größe der Erde erwacht. Solches Erwachen kennzeichnet unsere menschliche Teilhabe am Traum der Erde, der in seiner Fülle nicht nur alle kulturellen Ausdrucksformen auf der Erde durchwaltet, sondern bereits in den Tiefen unserer genetischen Codierung angelegt ist. Dadurch funktioniert die Erde in einer Tiefenstruktur, die sich unserem bewussten Denken entzieht. Wir können lediglich für das empfänglich sein, was sich uns von selbst enthüllt. Wahrscheinlich haben wir seit uralten schamanischen Zeiten nicht mehr im Traume der Erde mitschwingen können, aber in ihm liegt unsere Hoffnung für unsere Zukunft und die der gesamten Erdgemeinschaft. (S. 164)

Wenn der Mensch der Mikrokosmos ist, dann ist der Kosmos ein Makro-Anthropos. (S. 174)

Thomas Berry spricht von der vierfachen Weisheit und ihren Traditionen:

  • Die Weisheit der indigenen Völker.
  • Die Weisheit der Frauen.
  • Die Weisheit der klassischen Kulturen.
  • Die Weisheit der Wissenschaften.

Es ist augenscheinlich evident, dass keine dieser Traditionen in unserer heutigen Situation ausreicht. Wir brauchen sie alle. Jede von ihnen hat ihre eigenen spezifischen Errungenschaften, Begrenzungen, Fehlorientierungen und leistet ihren eigenen Beitrag zu einer integralen Weisheitstradition, die im beginnenden 21. Jahrhundert Gestalt anzunehmen scheint. …
Zum ersten Mal beginnen wir auch einzusehen, dass das menschliche Projekt der Sorge und Führung von Frauen und Männern in gleicher Weise bedarf. (S. 194)

Und das Heilige?

Es ist das, wozu die Wissenschaft keinen Zugang hat: die GNADE.

Auch heute am Beginn des 21. Jahrhunderts erfahren wir einen Augenblick der Gnade, allerdings einen, dem in seiner Bedeutung kein vorangegangenr an die Seite gestellt werden kann. (S. 196)

Wir erleben nun einen Augenblick von Bedeutungsschwere, der weit über das hinausgeht, was sich irgendjemand von uns vorstellen kann. Es kann festgestellt werden, dass sich die Grundlagen einer neuen historischen Epoche, der ökozoischen Ära, in jedem Bereich menschliche Aktivitäten ausgebildet haben. Die mystische Vision hat stattgefunden. Der fehlgeleitete Traum von einem technologisch-industriellen Paradies oder ersetzt durch einen anderen, eher lebensförderlichen Traum von einem Dasein des Menschen zum Wohle der Erde innerhalb einer sich stets erneuernden, organischen Erdgemeinschaft. (S. 199)

Mein Fazit: Thomas Berry hilft uns nicht nur, uns auf der Erde heimisch zu fühlen, sondern im Kosmos. „Der Mensch ist die Menschheit.“ Dieses geflügelte Wort von Schiller/Goethe wird bei Thomas Berry zur greifbaren Vision des „Großen Werkes“.

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Matthew Fox: Die verborgene Spiritualität des Mannes

Ich schätze, dass ich mich in der deutschsprachigen Männerliteratur ganz gut auskenne (angefangen bei Volker Elis Pilgrim, viel Sam Keen). Und deswegen erlaube ich mir das Urteil, dass das Buch von Matthew Fox das ist, das am tiefsten geht: Nachdem die Frauen in den letzten 20 Jahren in ihrer weiblichen Spiritualität uns Männer um „Lichtjahre“ abgehängt haben, präsentiert uns Matthew Fox jetzt den HEILIGEN MANN! Mit diesem Buch kommen wir endlich wieder wieder in Augenhöhe mit der Göttlichen Weiblichkeit.

Matthew Fox gehört schon lange zu meinen Lieblingsautoren. Mich haben vor allem seine „Schöpfgungsspiritualität“ (Kreuz 1993) und „Revolution der Arbeit“ (Kösel 1996). Jüngst fasziniert mich sein mit Rupert Sheldrake herausgegebenes Buch „Die Seele ist ein Feld“.
Und jetzt dieses spirituelle Männerbuch!

Viele Autoren versuchen dem „neuen Mann“ über männliche Archetypen zu Leibe zu rücken. So auch Matthew Fox. Die Besprechung von 10 männlichen Archetypen machen den I. Teil des Buches aus:

  1. Vater Himmel – der Kosmos lebt! (der kosmische Alchemist)
  2. Der Grüne Mann (der Schamane)
  3. Ikarus und Dädalus (die Tragik gestörter Vater-Sohn-Kommunikation)
  4. Jäger und Sammler (der Ernährer der Gemeinschaft)
  5. Spirituelle Krieger (die keine Soldaten sind, sondern machtvolle Mitschöpfer)
  6. Männliche Sexualität, Göttliche Sexualität (der Liebende)
  7. Unsere kosmischen und tierischen Körper (der Tempelpriester)
  8. Der Blaue Mann (der meditierende Mystiker, Künstler und Prophet)
  9. Erdvater: Das väterliche Herz (der präsente und liebevolle Vater)
  10. Großvater Himmel: Das großväterliche Herz (der mit allem „versöhnte“ Weise)

Das Buch ist an Weisheiten dermaßen dicht, dass es sich fast verbietet, daraus zu zitieren. Man kann dabei gar nicht anders, als Worte aus dem Zusammenhang zu reißen. Das ganze Buch ist EIN Zusammenhang. Es ist nicht leicht zu lesen, keine leicht verdauliche Kost. Es hat weder den Charakter eines „Manifestes“ noch den eines Ratgebers. Es lädt uns Männer auf eine Heldenreise in BEWUSSTHEIT und SEELENGRÖSSE ein, auch durch die „dunkle Nacht der Seele“ gegen männlich-gewaltsame Aggression, Beschämung und Scham zu unserer Heiligkeit zu erwachen.

„Es ist an der Zeit, dass Männer spirituell erwachsen werden.“ (S. 15) Es ist gut, wenn wir unsere Frauen „vergöttern“. Doch es ist für eine spirituelle Partnerschaft ebenso wichtig, in unsere Größe als Heilige zu kommen, das den WAHREN MANN ausmacht.

Die Vermählung des Männlichen und Weiblichen, die „Heilige Hochzeit“, ist Thema des II. Teils des Buches. Vielleicht haben wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Chance ohne Überbetonung des einen (Matriarchat) oder des anderen (Patriarchat) eine absolut gleichberechtigte Kooperation des Weiblichen und Männlichen herbei zu führen, um eine wahrhaft MENSCHLICHE Gesellschaft aufzubauen.

Für viele Männer ist ihre männliche Spiritualität etwas „Verborgenes“; sie bleibt ungesehen und unerkannt. Doch wenn wir die männliche Spiritualität auf angemessene Weise ehren und anerkennen, verlieren wir jede Furcht vor dem Weiblichen und können hoffentlich alle spirituellen, sozialen, persönlichen Merkmale (frei von Vorurteilen den Geschlechtern gegenüber) in Form eines gesunden Gleichgewichts in uns vereinigen.
Natürlich vollzieht sich dieser Prozess in jedem von uns anders, was unsere wunderbare Vielfalt zu erklären hilft. Aber wenn diese Hochzeit nicht auf irgendeine Weise stattfindet, geraten wir entweder als Individuen oder als Gemeinschaften in Schwierigkeiten, Tatsächlich steckt unsere ganze Spezies in der Klemme, wenn wir diese heiligen Hochzeiten nicht feiern.
(S. 266)

Die Heilige Hochzeit ist die von „Vater Himmel und Mutter Erde“, von „Grünem Mann“ und der „Schwarzen Modanna“, von Yin und Yang als Hochzeit des Gleichgewichts und der Harmonie.
Matthew Fox weist in diesem zweiten Teil darauf hin, dass das kommende Zeitalter auch andere Hochzeiten von scheinbar Widersprüchlichem feinern wird und als „das ultimative heilige Ehebündnis: Geist und Seele“ (S. 319 f)

Ich kann für dieses Buch nur dadurch werben, dass ich jetzt zwei längere Zitate aus der „Schlussfolgerung“ (S. 321 – 341) zitiere, um dem Leser, der Leserin eine Möglichkeit zu geben, mit der Quintessenz des Buches in Resonanz zu kommen:

Was ist ein echter Mann?

Echte Männer befassen sich mit ihrer eigenen verwundeten Männlichkeit, mit den männlichen Themen der Scham und der Aggression. Sie verinnerlichen die in diesem Buch genannten Archetypen und fragen: Wie läuft es bei mir? Welcher dieser Archetypen spricht mich am meisten an? Wo bin ich am stärksten? Wo mangelt es mir noch am meisten? Die große Heilung besteht darin, wieder dazuzugehören. Auf diese Weise wird die Scham in die Flucht geschlagen und mit ihr auch ein großer Teil des Zorns und der Frustration: wieder zum Universum zu gehören (Vater Himmel); zur Erde und ihren vielen Geschöpfen (der Gründe Mann); zur Gemeinschaft (Jäger und Sammler); zu einem Stamm mutiger Menschen, die die Erde sowie Frauen und Kinder beschützen (spiritueller Krieger); aktiv zuhören und kommunizierend zu den eigenen Söhnen und Töchtern (Ikarus und Dädalus); zu unserer eigenen göttlichen und freudvollen Sexualität (der Liebende); zu unserem heiligen und wunderbaren Körper (der Tempel); zu unserer Fähigkeit zu erweitertem Bewusstsein (der Blaue Mann); zu unserem väterlichen Selbst (Erdvater) und zu unseren Ältesten und zum großväterlichen Selbst (Großvater Himmel). All das lässt die Entwicklung von Männern und der Männlichkeit Realität werden. Dadurch werden Scham, Zorn und fehlgeleitete Aggression in die Flucht geschlagen, was zu einem inneren Frieden führt, der auch auf unsere Institutionen, unsere Politik und unsere Religion projiziert wird. (S. 339)

Was ist ein Heiliger?

Männer müssen das Mitgefühl in ihr Herz, in ihrer Arbeit, in Beziehungen, in das Bürgerrecht, in Politik, Wirtschaft, in die Geschäftswelt und in die Religion hineinbringen. Wenn wir das tun, werden wir schließlich die Essenz der Lehren des Buddhas, Jesu, Mohammeds und anderer leben. Jene, die sich diese Lehren zu Herzen genommen und im täglichen Leben umgesetzt haben, bezeichnen wir als „Heilige“. Sie sind viel zu selten. „Heiliger“ ist der wahre Name für „Held“ wie in dem Wort „Heldenreise“. Ein Heiliger ist ein Mensch, der sein volles Selbst lebt. Dabei ist er uns gar nicht so fern; die Reise des Heiligen hat ihre Höhen und Tiefen, und auch er ist nicht vollkommen unschuldig oder von Zorn, Scham, Aggressionen oder „Sünde“ unberührt. Er ist jemand, der sein Herz vollständig in jener Reise einbringt, die wir das „Leben“ nennen und den nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere lebt. Ein heiliger hat Großherzigkeit und Seelengröße geschmeckt und verbreitet diese. Ein Heiliger bringt seine Seele selbst inmitten von Leid und Enttäuschung zum Wachsen. Er schwingt sich hoch auf und weiß, dass die Begeisterung des Höhenflugs dennoch in der Gemeinschaft und dem Irischen verwurzelt bleiben muss. Ein Heiliger ringt mit allen in diesem Buch erwähnten Archetypen und vergisst dabei keinen einzigen von ihnen. Wie einst Jakob ringt auch eher mit den Engeln, um verwundet zu erwachen, aber zugleich auch Besuch vom Einen Heiligen und unseren Ahnen zu erhalten – jenen heiligen Ringern, die diesen Kampf vor uns geführt haben. Ein Heiliger gibt sich nicht mit Geringfügigkeit oder einer kleinen Seele zufrieden, sondern engagiert sich für die Erweiterung des Universums, der wahren Energie von Vater Himmel, um seinem sich erweiternden Herzen und seiner wachsenden Seele gerecht zu werden.

Die Heilige Männlichkeit hat sich erhoben und ist jetzt zur Rückkehr bereit. Vieles in unserem Leben und in unserer Kultur – einschließlich der Katastrophen, die uns täglich ins Gesicht starren – weist darauf hin, dass wir uns an einem Scheitel- oder Wendepunkt befinden. Sind wir bereit dafür, können wir die verzerrte Männlichkeit loslassen, um die Heilige Männlichkeit einzuladen? Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Aber unsere Ahnen sind es. Sie und die Schöpfung selbst feuern uns dazu an, die richtige Entscheidung zu treffen. Echte Männer zu sein – für selbst, für unsere Kinder und für zukünftige Generationen.
(S. 341)

Mein Fazit: Das Buch von Matthew Fox ist Programm und Landkarte unserer Heldenreise. Zu unserer Größe als Wahre Männer zu erwachen heißt auch, zur Größe (und Tiefe) dieses Buches zu erwachen. Es hebt unsere „verborgene“ Männerbewegung auf ein höheres Niveau und wird sie hoffentlich auch bald im Außen kraftvoll in Erscheinung treten lasse.

Oh, das heutige Veröffentlichungsdatum 3. Mai ist mein Geburtstag als Großvater! Mein Enkel Mika ist vor 4 Jahren auf die Welt gekommen. Das möge ein Zeichen sein! Ich möchte diese Buchbesprechung gerne ihm – heute zu seinem Geburtstag – widmen.

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Sheldrake / Fox: Die Seele ist ein Feld

Der Biologe und Autor Rupert Sheldrake wurde durch seine These der „morpho-genetischen Felder“ bekannt: Felder sorgen dafür, dass sich im Prozess des Lebens bestimmten FORMEN ausbilden. Die FORMEN (wie z.B. eines Eichenbaums) wachsen in das primäre (und unsichtbare) Feld des Eichen- baums.
Matthew Fox war (bis zum Ordens-Ausschluss durch den Vatikan) Dominikaner und ist Theologe. Er war einer der ersten, der die christliche Religion wieder auf ihre mystische Wurzeln zurückgeführt hat.
„Heute müssen wir die Religionen mehr denn je auf ihr Wesen zurück führen – und das ist nicht die Religion, sondern die Spiritualität.“ (S. 14) „Ein Mystiker ist jemand, für den nicht einmal ein Atemzug etwas Selbstverständliches ist – besonders ein Atemzug nicht.“ (S. 9)

Dieses Buch „Die Seele ist ein Feld“ (1996 – deutsch 1999) ist ein Dialog zwischen diesen beiden Giganten der aktuellen Naturwissenschaft (Sheldrake) und mystischen Spiritualität (Fox). Was dabei heraus kommt, ist ein Buch von atemberaubender Tiefe. Leider existiert es nur noch antiquarisch. Es scheint mir das erste Buch nach der „Entseelung der Psyche“ durch die moderne Psychologie zu sein, das wieder an dem Verständnis der Seele durch das Altertum und die Mystiker ansetzt und uns zu einem tiefen Verstehen der Seele führt.

Das Buch hat sieben spannende Themen:

  1. Lebendige Natur und schöpferische Spiritualität
  2. Gnade und Lobpreis
  3. Die Seele – ein weites Feld
  4. Das Gebet – ein kreativer prozess
  5. Die Finsternis – das große Mysterium
  6. Morphogenetische Resonanz und Ritual
  7. Die Wiederbelebung von Bildung und Erziehung

Im Vorwort heißt es:

Wir sind beide daran interessiert, die Grenzen der institutionalisierten Wissenschaft und einer mechanisch gewordenen Religion zu überschreiten, und wir glauben, dass beim Anbruch eines neuen Jahrtausends eine neue Sehweise erforderlich ist, die Naturwissenschaft, Spiritualität und einen Sinn für das Heilige zusammenbringt. Auf deren Trennung ist unsere gegenwärtige Krise, geprägt von Umweltzerstörung, Verzweiflung und Ohnmacht, zurückzuführen. Wie sonst lässt sich die Hoffnung auf ein neues Sinngefühl wecken, wenn nicht durch das Zusammenkommen jener beiden mächtigen Traditionen, die im 17. Jahrhundert voneinander getrennt wurden? Wir brauchen eine neue Kosmologie, die unser Herz ebenso wie unseren Verstand anspricht. (S. 7)

1. Lebendige Natur und schöpferische Spiritualität

Die Autoren wehren sich gegen die Vorstellung, die Welt, in der wir leben, sei ein mechanisches, seelenloses Universum, sondern vertritt die Auffassung, es ist ein lebendiger Kosmos. Das mechanische Universum ist seelenlos und sinnlos, d.h. ohne jeden Sinn und Zweck. Der lebendige Kosmos ist vor allem BESEELT.

Die Frage, was die Seele sei, hat mich lange beschäftigt. Vor mehreren Jahren habe ich ein Buch des Philosophen Charles Fair gelesen, der erklärt hat, wenn eine Zivilisation nicht mehr wisse, was Seele bedeutet, sei sie am Ende. …
Wenn wir zu neuen Bilder der Seele gelangen können, starten wir eine Zivilisation. Als ich mich auf die Suche nach der Seele begabt, ging ich zu den Mystiker zurück. … Die Mystiker befassen sich mit Bildern. Auf diese Weise rettet man die Sprache – man kehrt zur Erfahrung zurück. In der Mystik geht es daher darum, seine Erfahrung zu vertrauen. Und Erfahrung am nächsten komme nicht Worte, sondern Bilder. (Fox, S. 42)

Jesus hat einmal von einem Säen auf einem Feld gesprochen. Und Meister Eckhart hat einmal wie du, Robert, geredet, als er erklärte: „Die Seele ist ein Feld.“ (Fox, S. 42)

Sheldrake weist darauf hin, „dass (in der Wissenschaft) der moderne Begriff des Feldes den alten Begriff der Seele abgelöst hat“ (S. 44). JETZT kann der wissenschaftliche Begriff des Feldes wieder auf den alten Begriff der Seele zurück geführt werden – so können sich Wissenschaft und Spiritualität im Begriff der SEELE wieder finden.

2. Gnade und Lobpreis

GNADE hat etwas mit GOTT zu tun. Wenn Gott tot ist, dann ist das Leben auch gnadenlos. Die Wiederentdeckung der Spiritualität öffnet uns auch wieder für die GNADE.

Wir sind vor allem Anfang geliebt worden. Das ist Gnade, das ist bedingungslose Liebe. Schöpfung ist Gnade. Und sie kam nicht von uns. Jemand anderes hat den Tisch für uns gedeckt.
Und dann gibt es einen Zusammenhang zwischen Gnade und Dankbarkeit. … Dankbarkeit ist auf komplexe Weise mit Gnade verbunden. Meister Eckhart hat gesagt: „Wenn das einzige Gebet, das du in deinem ganzen Leben sprichst, ‚ich danke dir‘ lautet, dann würde das genügen.“ Gnadenbewusst zu sein heißt, dankbar zu sein. (Fox, S. 61)

Wenn wir weiterhin die Gnade verlieren, können wir in eine Gnadenlosigkeit fallen, was ein anderes Wort für Sünde sein mag. Rabbi Heschel definiert Sünde als „die Weigerung des Menschen zu werden, der er ist.“ Wir sind da, um begnadet und voller Gnaden und Instrumente der Gnade füreinander zu sein. (Fox S. 65)
Wir besitzen die Fähigkeit, aus der Gnade heraus zu fallen, und das traditionelle Wort dafür heißt Sünde. Wir sind die Spezies, die sündigt. (Fox, S. 67)

Lobpreisen ist doch nichts anderes als eine Reaktion, eine Äußerung, ein Ausdruck der inwendigen Freude, die man nicht unterdrücken kann. … Das Gegenteil von Lobpreisen wäre das Fluchen oder der Zynismus. (Fox, S. 68)

Wenn wir wieder begnadet leben, dann haben wir eine ganz andere Wahrnehmung der Natur, des Lebens, der Schönheit um uns herum. Wir nehmen die Welt wieder mit unserem Herzen war und erfreuen uns am Leben in all seinen Ausdrucksformen. Wir werden selbst zu Lebenskünstlern, die das SCHÖNE lobpreisen und kreieren.

3. Die Seele – ein weites Feld

Ich habe gerade zu diesem Abschnitt ein ausführliches EXZERPT erstellt, auf das ich an dieser Stelle verweisen möchte.

4. Das Gebet – ein kreativer Prozess

Gibt es unter dieser Sichtweise auch eine neue Art zu beten? Was bedeutet ein GEBET überhaupt? Gebet muss mehr sein als die „Bitte um Wunscherfüllung“, „Bestellung beim Universum“.

Beim Gebet geht es darum, dass man das, was man will, in einen höheren Kontext stellt. Gebete beginnen mit der Anrufung höherer Mächte, zum Beispiel: „Vater unser, der du bist im Himmel“, „Ave Maria“, Komm, Heiliger Geist, erwecke unsere Seelen“. In allen Traditionen beginnen Gebete mit Anrufungen.
In Bitt- und Fürbitten … richtet man sich bei dem, worum man bittet, bewusst nach dem höheren Zeck: „Dein Wille geschehe.“
(Sheldrake, S. 114 f.)

Das Gebet ist im Grunde eine radikale Reaktion auf das Leben. Es ist unsere Urreaktion auf das Leben. Es gibt eigentlich nur zwei Reaktionen. Die eine ist unser „Ja“, die andere unser „Nein“. Unsere radikale Reaktion auf das Leben besteht in der Dialektik von „Ja“ und „Nein“, und daher ist das Gebet sowohl unsere Mystik – unser „Ja“ – also auch unsere Prophetie – unser „Nein“. (Fox, S. 118)

Wenn ich es interpretieren darf: Das mystische JA erkennt in ALLEM das GÖTTLICHE und kann dazu nur JA sagen. Das prophetische NEIN erkennt unsere Schwächen (letztlich Sünden) und sagt „lauthals“ NEIN zum Bösen und wird zum Prophet des GUTEN. Im Gebet sagen wir JA („Dein Wille geschehe!“) wie auch NEIN zum Bösen und erbitten das Gute.

5. Die Finsternis – das große Mysterium

Mich selbst hat dieses Kapitel am meisten berührt und mir eine völlig neue Sichtweise der DUNKELHEIT, SCHWARZ, FINSTERNIS gegeben. Hier einige Kostproben der Sichtweise von Dunkelheit:

Das Zentrum der Pupille ist schwarz, und zwar, weil das Augeninnere schwarz ist. Du kannst Licht sehen, weil das, was Licht empfängt, finster ist. (Sheldrake, S. 137)

Wie sich herausgestellt hat, macht diese „fehlende Masse“ oder dunkle Materie neunundneunzig Prozent der Materie im Universum aus. Der Kosmos ist anscheinend auf dunkler Materie begründet, aber niemand weiß, was das für eine Substanz ist. (Sheldrake, S. 142)

Der Schöpfergott, der Erlösergott ist aktiv, und die Ergebnisse sind sichtbar. Aber die Gottheit, von der alle Dinge ihren Ausgang nehmen, ist zutiefst dunkel. Sie ist „eine nichtaktive, höhere Dunkelheit, die nie einen Namen haben wird und nie einen Namen bekommen wird.“ Sie ist das große Mysterium. (Fox, S. 143)

Stille verhält sich zu schall wie Finsternis zu Licht. (Fox, S. 144)

Falls wir uns in einer Art von Nichts befinden, unterscheidet sich mein Nichts vermutlich durch nichts von deinem Nichts und vermutlich auch nicht vom Nichts des Hundes, einer Katze oder einer Schlange – da gehen die Unterscheidungen und Grenzen verloren. …
Mystiker sind vielleicht die Menschen, die gesehen und verstanden haben, daß die Wirklichkeit, die wir erleben, auf der Dunkelheit beruht. (Sheldrake, S. 152)

Wir assoziieren mit Dunkelheit und SCHWARZ immer noch das Böse. Dabei ist der Urgrund allen Seins die Dunkelheit. Wenn Gott als erstes sprach: Es werde Licht!, dann war vorher Dunkelheit. Als Gott sprach „ES werde LICHT“, hat er sich selbst erschaffen! Finsternis ist nicht Gott (die EINS), sondern DIE GOTTHEIT (die NULL, das NICHTS). – Achtung! Das steht nicht im Buch, das ist jetzt MEINE Interpretation. Aber vielleicht wird deutlich, warum mich dieses Kapitel ERLEUCHTET hat!

6. Morphogenetische Resonanz und Ritual

Wir sprechen sehr gerne von GESETZEN, seinen es physikalische, biologische, geistige oder spirituelle Gesetze. Rupert Sheldrake ist dafür bekannt, dass er die Gesetzmäßigkeit der Welt in Frage stellt. Das, was wir als „ewige Gesetze“ verstehen, sind für ihn eher „evolutionäre Gewohnheiten“:

Im Prinzip besagt die Idee der morphischen Resonanz, daß die Regelung in der Natur eher Gewohnheiten als Gesetze sind und daß sie nicht von Anfang an für alle Zeit fixiert waren. (Sheldrake, S. 168)

Ich will hier nicht tief einsteigen. Durch solche morphischen Felder entwickelt die Natur nach Sheldrake ihr eigenes Gedächtnis. Ob diese morphischen Felder unsere Sicht der Gesetzmäßigkeiten ablösen wird, ist zweitrangig. Morphische Felder existieren (z.B. in Archetypen oder der der „Gemeinschaft der Heiligen“) und haben einen großen Einfluss auf die Evolution. Wichtig ist: Auch RITUALE sind morphische Felder und es gilt diese Felder durch RITUALE weiter zu nähren!

Unter dem Aspekt der morphischen Resonanz sind Rituale absolut sinnvoll. … All jene, die das Ritual bereits praktizieren, bilden eine unsichtbare Gemeinschaft, eine überzeitliche rituelle Gemeinschaft. (Sheldrake, S. 171 f.)

Das morphische Feld, die Gemeinschaft der Heiligen, die Ahnen und die zukunft – all diese Kräfte kommen an einem Ort zusammen, wenn wir das Ritual auf die richtige Weise miteinander vollziehen. Man könnte sogar sagen, daß dabei viele morphische Felder angezapft werden: die unserer Vorfahren, die der Engel, die unserer Jugend und sogar die der Zukunft. Mir scheint, daß es bei der Erziehung, die im Ritual stattfindet, um die neue Kosmologie geht. (Fox, S. 172)

Wenn unsere Seele ein FELD ist, dann gehören RITUALE zum Nähren dieses Feldes.

7. Die Wiederbelebung von Bildung und Erziehung

Wir brauchen für eine neue Zukunft auch eine neue Erziehung und Bildung.

Der Zusammenbruch, den wir um uns herum erleben, auch der der Erziehung, ist potenziell zugleich auch ein Durchbruch. Ich meine, wir sollten dem viel mehr Aufmerksamkeit widmen. Es liegt eine echte Chance darin, in den Schulen eine umfassende Definition von Lernen einzubringen, die den Körper und den ganzen Geist einbezieht. (Fox, S. 209)

 

Mein Fazit: Das Buch öffnet ein ganz neues „Feld“, in dem sich Wissenschaft und Spiritualität „wieder vereinigen“ können! Es ist das FELD DER SEELE.
Für mich ist es die Geburtsurkunde einer neuen Kosmologie der Welten-Seele.


Mein Exzerpt: Die Seele ist ein Feld (6 Seiten)

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