Karl Schmitz-Moormann: Pierre Teilhard de Chardin

Untertitel: Evolution – die Schöpfung Gottes

Der Autor des Buches Karl Schmitz-Moormann (1928 – 1996) gehörte zusammen mit seiner Frau zu den führenden Teilhard-Spezialisten in der Welt. Sie haben auch Reisen nach China unternommen, um das umfangreiche und weit verbreitete Werk von Teilhard erst einmal für die Forschung zu archivierenund im Französischen und Deutschen herauszugeben (über 7.000 Briefe und viele Tagebücher). Sie haben an der Herausgabe der Gesammelten Werke von Teilhard de Chardin im Französischen Original mitgewirkt und viele Werke ins Deutsche übertragen. Dieses Buch ist sozusagen das geistige Erbe von Karl Schmitz-Moormann zu Teilhard de Chardin, es erschien in seinem Todesjahr 1996.

Der Autor fokussiert sich in diesem Werk weniger auf das Leben Teilhard, als vielmehr seinen fundamentalen Beitrag zu einer christlich-spirituellen Evolutions-Lehre.

Das Buch ist unter keinem Zensurdruck entstanden. Der Autor selbst hat den Bann über die Werke Teilhards durchbrochen und einen großen Beitrag zu deren Veröffentlichung beigetragen. Teilhards Werke sind Zeit seines Lebens (bis 1955) zum Druck vom Jesuiten-Orden und Rom nicht zugelassen worden. Das Buch von Karl Schmitz-Moormann hat hier eine Offenheit und Tiefe, die ich bei Teilhard in seinen bekannten Werken (wie „Der Mensch im Kosmos“) so gar nicht gelesen habe. Mir kommt das Buch vor wie eine konzentrierte Einführung in das wirklich revolutionäre Wesen der Werke von Teilhard de Chardin. (Was das Buch etwas schwerer zu lesen macht: Die Literaturverweise beziehen sich meistens – übersetzt – auf die Originalbände in französischer Sprache. Es ist nicht leicht, die Zitate in den später erschienenen deutschsprachigen Werken nachzulesen.)

Zitate aus dem Buch:

Der Autor macht keinen Hehl daraus, dass die mystischen Erfahrungen von Teilhard seinen Erkenntnissen voraus gegangen sind:

Wenn es richtig ist, dass nur ein Mystiker ein kreativer Theologe sein kann, dann waren die mystischen Erfahrungen der Urgrund, aus dem die Theologie Teilhards erwuchs, und man darf vielleicht mit Recht sagen, daß er sein ganzes Leben lang darum gerungen hat, diese mystische Erfahrung, in der Christus als das Herz der werdenden Welt aufleuchtete, als das Zentrum, zu dem alles werthafte Sein hinstrebt, als der mystische Leib, in dem alles seinen Weg zu Gott findet, in einer christozentrischen Theologie zur Assage zu bringen. (S. 15)

Die zwei Welten, die Teilhard verbunden hat, Glauben und Wissen:

Entweder lebte man in zwei Welten: der Welt des Glaubens und der wirklichen Welt der wissenschaftlichen Erfahrung, oder aber man musste versuchen, die erfahrene Welt als die Schöpfung zu begreifen, die wir im Glauben bekennen. Teilhard ist rückhaltlos diesen zweiten Weg gegangen, er hat die Welt ernst genommen als die Wirklichkeit, die uns aufgegeben ist und in der die Menschen ihren Weg zu Gott als dem Schöpfer dieser Welt finden müssen. (S. 22)

Die Entfaltung der Seele aus der Materie als Kraft der Konzentration:

Teilhard lässt kein Zweifel daran, daß dies nicht nur eine Metapher ist: „Die Seele ist auf allen ihren Stufen, der atomaren, der vegetativen, der sensitiven und der vernünftigen, aus dieser fortschreitenden Konzentration des anfänglichen Staubs entstanden. Die Beseelung ist der Vereinigung proportional.“ Allerdings darf man nicht dem materialistischen Reduktionismus verfallen, der glaubt, weil man einen Aspekt des Werdens der Seele kennt, nämlich die Vereinigung materieller Elemente, würde damit die Seele umfassend beschrieben. (S. 35 f.)

Das Entfaltete erklärt den Anfang:

Dabei geht Teilhard von der Grundhypothese seines Denkansatzes aus, daß nämlich nicht die Anfänge die Erklärung für das Gewordene zu liefern vermögen, daß vielmehr das Gewordene ein Verstehen der Anfänge ermöglicht. Mit anderen Worten, nicht der Urknall, der Big Bang, ist der Schlüssel zum Verständnis des Universums, der Evolution, sondern der zuletzt gewordene Mensch. (S. 44 f.)

Vom SEIN zum WERDEN:

Damit Gott personal existiert, braucht er ein Gegenüber. Gott muss die Welt schaffen, um ein Gegenüber zu gewinnen, das ihn in seiner Personalität konstituiert. Es ist evident, daß damit die Transzendenz Gottes, seine Unabhängigkeit von der Schöpfung und die Freiheit des Schöpfungshandelns in Frage gestellt wird. … Teilhards Vision des sich in der liebenden Vereinigunbg der drei göttlichen Personen trinitarisch darstellenden Gottes transzendiert die Welt, die aus seinem freien SChöpfertum heraus sich auf den langen Weg des Werdens begeben hat. (S. 57 ff.)

Johannes Hemleben: Teilhard de Chardin

Das Buch ist erstmals 1966 in den rororo-Bild-Monographien erschienen, 11 Jahre nach dem Tod von Teilhard de Chardin. Es ist längst nur noch antiquarisch für ca. 1,- € zu beziehen, der Biograph Johannes Hemleben selbst ist bereits 1984 verstorben (*1899).

Heute würde man den ersten Zugang zu einem großen Menschen über Wikipedia suchen und finden, der > Beitrag zu Teilhard de Chardin in der Wikipedia ist auch sehr gelungen (so weit ich es beurteilen kann). Warum dieses Büchlein überhaupt noch besprechen?

Ich möchte es im Sinne einer Hommage an Johannes Hemleben verstehen! Gerade bei so außergewöhnlichen Menschen, ja einem Mystiker  wie Teilhard de Chardin kann eine Biographie nicht besser werden als das Bewusstsein des Biographen es erlaubt. Und die Biographie ist Johannes Hemleben wirklich gelungen. Ähnlich wie Teilhard hat der Biograph eine naturwissenschaftliche und eine theologische Ausbildung. Er ist selbst Pfarrer in einer anthroposiphisch orientierten Christusgemeinschaft, die auf der Suche nach dem wahren, dem kosmischen CHRISTUS sind. Teilhard de Chardin und Johannes Hemleben sind geistig Verwandte.

Das Buch zeigt größtes Verständnis für den Zwiespalt Teilhards zwischen seiner großen Vision der Versöhnung zwischen materialistischer Evolutionstheorie und christlicher Lehre einerseits und  die Ablehnung seiner Arbeit von Rom und seinem Jesuiten-Orden. Teilhard wird möglichst von Paris fern gehalten und ist in einer „freiwilligen Verbannung“ als wahrscheinlich einer größten Weltreisenden vor der Epoche der Flugreisen (davon alleine 20 Jahre in China). Der „Kadavergehorsam“ gegenüber seinem Ordens ist stärker als sein Freiheitsdrang als Wissenschaftler und Mystiker. Diesen inneren Konflikt stellt der Biograph Johannes Memleben sehr einfühlsam dar. Manchmal kommt einem als Leser der Bild-Monographie das Grauen und Heulen. Teilhard hatte wohl das Potenzial einer Reformation des Christentums eines Martin Luther. Nur hatte Martin Luther einen Guttenberg als Drucker, während Teilhards Werke verboten blieben und nur als „Raubdrucke“ unter der Hand gelesen werden konnten.

Johannes Hemleben war wohl der erste große Biograph Teilhard de Chardins im deutschsprachigen Raum und hat sich große Verdienste erworben, das theologisch-spirituelle Werk und den Menschen Teilhard in unseren Herzen weiterleben zu lassen. DANKE.

Deepak Chopra / Rudolph E. Tanzi: Superbrain

Untertitel: Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst

Heute ist Tag des Buches und dies die 250. Buchbesprechung in meinem Buch-Blog. Ja, das passt gut zusammen, zumal dies ein ganz außergewöhnliches Buch ist. 

Deepak Chopra gilt in Amerika ja schon als „Kaiser der Seele“ (Times), sein Buch Heilung (> meine Buchbesprechung) wird diesem Titel auch gerecht. Doch in diesem Buch ist gar keine Rede von Seele. Es geht wieder um Bewusstsein. Während das Buch Heilung die Beziehung zwischen Seele und Körper behandelt, geht es in diesem Buch um die Beziehung zwischen Geist und Körper, genauer: Geist und Gehirn. Beide Bücher („Heilung“ und „Superbrain“) sind bahnbrechend – und sicher wird irgendwann auch eine Integration beider Bücher – eine umfassende Integration von Körper – Geist und Seele auf dem heutigen wissenschaftlichen Niveau geben.

Im deutschsprachigen Raum war es ja vor allem Vera Birkenbihl, die nicht müde wurde dafür zu plädieren, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden. Sie hätte an diesem Buch ihre helle Freude gehabt! 

Deepak Chopra hat sich in Rudolph E. Tanzi einen Ko-Autoren ausgesucht, der Neurowissenschaftler ist und spezielle Forschung im Bereich der Heilung von Alzheimer unternommen hat. Und dieses Buch ist wieder ein grandioses Beispiel dafür, was dabei heraus kommt, wenn Wissenschaft und Spiritualität zusammenarbeiten.

Das Buch entfaltet große Visionen, was mit unserem Gehirn alles erreichbar ist, wenn ein erwachter GEIST es führt. Genau das ist SUPERBRAIN: ein von einem hohen Bewusstsein geführtes Gehirn. Das Alltagsgehirn dagegen kommandiert das Alltagsbewusstsein. Alte, eingefahrene Gehirnstrukturen (neuronale Vernetzungen) schaffen bestimmte, verzerrte Wahrnehmen und reduzieren durch Feedbackschleifen die Handlungsfähigkeit immer weiter. Ein Teufelskreis, an dessen Ende Krankheit und Alterungsprozesse stehen, was gar nicht notwendig wäre, wenn wir nicht Opfer längst widerlegter Mythen über das Gehirn wären.

Das Buch zeigt, wie wir uns aus diesem Teufelskreis wieder befreien können. Es wiederlegt wissenschaftlich all diese reduktionistischen Mythen über das Gehirn. Alleine aus diesem Grund lohnt sich das Lesen schon: Die Mythen über Bord zu werfen und unserem Gehirn eine Chance zu geben, uns mit seinem ganzen Potenzial zu einem langen Leben zu begleiten.

Was mir an dem Buch auch sehr gefallen hat: Es begrenzt sich nicht. Es fragt nach der „Höchsten Vision eines Superbrains“. Es sind nicht nur die ungewöhnlichen Menschen, die zeigen, wozu das Gehirn in der Lage ist. Mehr noch: Können wir das Gehirn so nähren und leiten, dass es uns zu einem unsterblichen Körper begleitet? Diese Frage hat natürlich eine riesige Auswirkung. Menschen sind nach der Vorstellung der Antike ja sterbliche Götter. Was, wenn wir nicht nur in unserer Seele, sondern sogar in unserem Körper eines Tages unsterblich sind? Diese Frage aufzuwerfen ist absolut legitim – wie wir damit eines Tages umgehen, steht auf einem anderen Blatt. Doch die Autoren wiesen klar darauf hin: Es gibt keine Grenzen für das Dream-Team GEIST und SUPERBRAIN.

 

Mann kann zu den großen Visionen des Buches stehen, wie man will. Eines ist klar: Wir haben das Potenzial unseres Gehirns noch lange nicht ausgeschöpft. Wichtig jedoch ist, sich aus den Mustern des Alltagsgehins zu befreien und seinem Gehirn die Möglichkeit zu eröffnen, zu einem wirklichen Superbrain zu werden. Das Buch hat viele, alltägliche Themen, um hier den Schalter umzulegen: Gedächtnisverlust, Depression, Übergewicht, Angststörungen, persönliche Krisen – doch auch positive Herausforderungen: zu seiner Stärke finden, Selbstheilung, langes Leben, sich von einer höheren Führung leiten lassen, im Leben ein allgemeines Wohlbefinden und Zufriedenheit zu erreichen.

Das Buch ist ein Wälzer von knapp 480 Seiten, immer leicht verständlich geschrieben. Man kann es nicht an einem Wochenende lesen. Es ist eher ein Super-Handbuch als Gebrauchsanweisung für unser Super-Gehirn.

Super-Brain: Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst (Klick)

Manfred Ehmer: Gaia – Portrait einer Göttin

Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit mit Begeisterung gelesen – aber irgendwie war die Rezension noch nicht dran, in den letzten Tagen war es dann doch ganz hoch gerutscht als „das Nächste“. Heute früh habe ich es noch einmal quergelesen, um es mir wieder ganz präsent zu machen. Dann wird mir bewusst, dass heute Tag der Erde ist. Na, einen besseren Tag hätte das Buch sich für die Besprechung gar nicht aussuchen können!

Das Buch hat im Grunde zwei Teile: Teil 1 geht der Namensgebung der Erde als Gottheit in den verschiedenen alten Kulturen nach, Teil 2 (ab S. 98) geht den spirituellen Naturwissenschaftlern nach, die der uralten Hochzeit von  „Himmel und Erde“ wissenschaftlich aufbereiten.

Der Autor mahnt eindringlich:

Heutzutage besteht die einzige Rettung für das Abendland in einem Globalen Bewusstseinswandel, in der Gewinnung eines kosmischen Bewusstseins, das Geist und Natur, Himmel und Erde wieder zur Einheit verbindet. Gegenwärtig, wo die Wende zum kosmischen Bewusstsein in vollem Gange ist, besinnt man sich immer mehr auf die uralten Traditionen ökologischen Denkens, die uns von den Naturvölkern und den Hochkulturen des Fernen Ostens überliefert sind. (S. 97)

Alle alten Kulturen der Menschheit verehrten „Vater Himmel“ und „Mutter Erde“. Das Kultbild der Großen Muttergöttin, der Magna Mater, ist in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit nahezu 30.000 Jahre zurück zu erkennen (in diesem Alter ist die berühmte „Venus von Willendorf„).

Noch bis in unsere jüngere Geschichte des klassischen Altertums waren der Himmelsgott Uranos der Erdgöttin Gaia gleichgestellt. Doch indem Zeus in Griechenland zum Vater aller Götter erhoben wurde, Jupiter, Juni, Mars und Apollo in Rom zu den Hauptgöttern, begannen die Vater-Religionen und die Verdrängung, Entmachtung und Verbannung der Erdgöttin. Diesen für die Menschheit verheerenden Kurs wieder zu korrigieren, ist ein Anliegen des Buches:

Die Göttlichkeit der Erde gilt es also wiederzuentdecken, und dazu mag auch dieses vorliegende Buch beitragen, das sich als ein Portrait der Göttin Gaia versteht. (S. 11)

Oder an anderer Stelle:

In dem Maße, in dem das jahrtausendealte Patriarchat zerfällt, wird eine neue Spiritualität der Erde sich Bahn brechen. Die Erde spricht! Sie mahnt die heutigen Menschen, umzukehren und abzulassen von dem sinnlosen – letzten Endes selbstzerstörerischen – Raubbau an der Natur. Die Natur muss wieder jene höhere Weihe erhalten, die ihr als geistig wirkender Organismus zukommt. (S. 20)

Das Buch geht Mutter Erde und der Erdgöttin in den verschiedenen Traditionen nach:

  • Der Magna Mater (Große Mutter) der Jungsteinzeit (vor ca. 20.000 Jahren)
  • Die altindische, vedische Frühzeit verehrte als Erdmutter die Göttin Bhu oder Bhudevi, auch Prithivi
  • Die Hymnen von Orpheus und Homer an die Allmutter Erde
  • Uranos und Gaia in der Theogonie (Gottwerdung) Hesidos; bei ihm war Chaos die eigentliche Urgöttin als Urstoff allen Lebens; aus Chaos gingen Gaia und Uranos hervor, Rhea als Tochter von Uranos und Gaia. Bei Orpheus, Homer und Hesidos ist die materialistische Urreligion Europas noch zu erkennen.
  • Demeter war bei den Griechen auch Ausdruck der „Großen Mutter“, wobei Demeter weniger für den PLANETEN Erde als die fruchtbare Erde (Humus), als ELEMENT Erde gesehen wurde. (S. 46)
  • In der altrömischen Religion war Terra Mater eine weitere Erscheinungsform von Mutter Erde
  • Bei den Phrygiern (Kleinasien, Türkei) war es die Göttin Kybele, die als Mutter Erde verehrt wurde. Der heilige Stier (!) war ihr Kulttier. Die dunkle Seite der Erdgöttin als Verschlingende, Zerstörende, Tötende kommt bei Kybele wohl am deutlichsten in unserem Kulturraum heraus. Sie erinnert an die indische Kali-Yug oder die aztekische Erdgöttin Coatlicue. (S. 55)
  • Nerthus – die Erdgöttin der Germanen
  • Ostara ist eine alte Frühjahrs und Fruchtbarkeitsgöttin der Gemanen, die zwar relativ unbekannt ist, doch dem Deutschen Ostern den Namen gegeben hat. Ostara ist auch die Lichtbringerin, an die die Osterfeuer noch erinnern.
  • Die keltische Brighid (oder Brigitte) war die Weltenmutter und Hüterin der Erde (die keltische Isis), ursprünglich Brigantia. 
  • Ukko und Akka in der altfinnischen Mythologie als Götterpaar.
  • Natura – die Erdgöttin des MIttelalters

Bei allen Erdgöttinnen ist eine Polarität von Lebens- und Fruchtbarkeits-Göttin einerseits und Todes- und Unterweltsgöttin andererseits zu erkennen. Ihr Reich ist Geburt und Tod. doch anders als bei den männlichen Kriegsgöttern, war die Erdmutter immer eine Friedensgöttin.  

Im alten China war die Geomantie viel weiter verbreitet als im Westen, Strahlung und Kräfte der Erde: Kraftlinien, Gittermuster, tellurische Kraftorte (aus der Erde hervorgehend). Geomantie war einst eine Heilige Erdwissenschaft wie die Heilige Astrologie eine Wissenschaft des Himmels.

Spirituelle Naturwissenschaft

Der Autor benennt und bespricht folgende Größen und Theorien:

  • Leonardo da Vinci
  • Johannes Kepler
  • Goethe (Die Frage ist: „Goethe oder Newton?“ S. 112)
  • Jakob Lorber („Schreibknecht des Herrn“)
  • Theosophie, der Kreis um Madame Blavatzki
  • Rudolf Steiner
  • Chakrensystem der Erde
  • Tiefenökologie als universale Vernetzungswissenschaft
  • Die Gaia-Hypothese (Ludwig Klages, Jim Lovelock und Lynn Margulis)

Gaia Sophia – das Selbst der Erde

Das ist sozusagen die „Abschluss-Hymne“ des Buches an Mutter Erde (S. 134):

Unter Gaia Sophia verstehen wir das höhere Selbst der Erde – ausgeflossen aus der ewigen himmlischen Sophia. Sie ist die ökologische Sophia, die aus der Wesensmitte zu uns spricht: Impulsgeberin eines neuen Weltzeitalters, die allein die Wiederverzauberung der Welt, eine Wiedervereinigung und Versöhnung von Männlichem und Weiblichem, Intellekt und Intuition, Logik und Mythos, Wissenschaft und Mystik zustandebringen kann. Gaia Sophia wirkt gegenwärtig im Ätherleib der Erde, und ihr Impuls zielt ab auf die Begründung echter Harmonie von Mensch, erde und Kosmos.

Das Buch ist mit diesem umfassenden Inhalt keineswegs ein Wälzer von 1.000 Seiten, sondern hat gerademal 150 Seiten. Es ist überaus konzentriert auf die Essenz, dafür um so überzeugender. Man hat in der Bibel die Rückkehr des „verlorenen Sohns“ gefeiert. Das Buch feiert die „Rückkehr der verlorenen Mutter“. Natürlich hat uns Mutter Erde nie verlassen, wir haben sie nur aus dem Bewusstsein verloren.

Es macht Hoffnung für die Zukunft der Menschheit, dass sich unser Bewusstsein wieder für die ganze Wahrheit öffnet: Gott ist ein Paar, Vater und Mutter. Erst mit der „Wiedergeburt“ von Mutter Erde nehmen wir vom Göttlichen auch die Allumfassende Liebe wieder wahr. Der Autor weist auch darauf hin, dass auch die Seele der Erde reinkarnieren kann. Die „Renaissance“ von Mutter Erde möglicherweise auch eine ganz junge Göttin, eine Neue Erde hervorbringt. Das Buch ist – im wahrsten Sinne des Wortes – eine blaue Perle. Wie lange wird es dauern, bis dies das Wissen aller Menschen wird?

 

Manfred Ehmer: Gaia: Portrait einer Göttin (Klick)

Michail Gorbatschow: Kommt endlich zur Vernunft –

NIE WIEDER KRIEG

Das Kleine Büchlein ist aus einer Reihe, herausgegeben von und in Gesprächen mit Franz Alt „Appelle an die Welt“. Franz Alt stellt ihn im Vorwort Gorbatschow als „großen Versöhner aus Moskau“ vor. Gerade jetzt, wo die Säbel von Trump und Putin wieder um Syrien rasseln, manche schon eine Atmosphäre ähnlich der Kuba-Krise sehen, wird dieser Appell Gorbatschows um so aktueller. Es tituliert sein Vorwort: „Wir sind EINE Menschheit“.

Auf die Frage von Franz Alt. „Für mich sind Sie der größte Visionär des 20. Jahrhunderts für eine bessere Welt. Sind Sie persönlich enttäuscht über die Rückschläge, die wir heute weltweit sehen?“, antwortet Gorbatschow  “ … Mein Werk ist nicht tot. Deshalb gibt es auch keine persönliche Enttäuschung.“ (S. 17).

Es geht ja nicht darum, den historischen Verdienst Gorbatschows zum Ende des Kalten Krieges noch einmal zu würdigen. Wir verlieren in den täglichen Nachrichten leicht den ganzen Zusammenhang der politischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

Was bei dieser großen Einschätzung der Weltlage aus der Sicht Gorbatschows interessant ist, dass die Russen sich immer als Europäer verstanden haben.

Ich persönlich glaube daran, dass wir auf das Projekt Groß-Europa unbedingt zurückkommen werden. Dass wir letztendlich alle in einem gemeinsamen  europäischen Haus leben werden. (S. 33)

Gorbatschow beschwört die alte Freundschaft zwischen Deutschland und Russland: „Ziehen die Russen und die Deutschen an einem Strang, profitieren beide davon. Und alle anderen Europäer ebenfalls.“ (S. 42) Es kann dabei nicht um eine Machtpolitik gehen mit einer neuen Achse, sondern um

ein Jahrhundert der moralischen Reinigung und der geistigen Genesung der Menschheit, ihrer allumfassenden Renaissance.“ (S. 46)

Das Buch ist mehr als eine Perspektive eines „alten Freundes“ des deutschen Volkes aus der Sicht von Moskau. Es hat mich nicht weniger ergriffen als das Büchlein von Franz Alt mit Dalai Lama aus der gleichen Reihe!

 

Michail Gorbatschow: Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg!: Ein Appell von Michail Gorbatschow an die Welt (Klick)

 

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen

Untertitel: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen

Bücher von Ruediger Dahlke sind richtungsweisend und gesellschaftsverändernd. Er ist der „Papst“ des Fastens und der veganen Ernährung. Mich selbst haben auch seine Bücher zu den „Lebensprinzipien“ stark beeinflusst. Man kann zur (Horoskop-) Astrologie stehen wie man will, doch dahinter stecken Urprinzipien und archetypische Urbilder (ich nenne es „Heilige Astrologie“), mit denen sich jeder auseinandersetzen sollte, wenn er seine Seele verstehen will. Dahlke, von Hause aus Mediziner („Integrale Medizin“), ist für mich auch der „Guru“ einer wahrhaften Seelen-Psychologie, die die Seele wieder im ursprünglichen Sinne versteht (Stichwort: Pythagoras).

Auch das hier besprochene Buch ist ein solches richtungsweisendes Buch mit dem Potential der Gesellschaftsveränderung. Es war ursprünglich als Männerbuch gedacht, trugt den Titel „Aggression als Chance“ (2003) und widmet sich einem der größten Probleme (wenn nicht DAS größte) unserer Gesellschaft: dem „unerlösten Mars-Prinzip“. Das ist natürlich schon die Diagnose. Die Erscheinung ist vielfältig:

  • Weltweite Kriege, Zuspitzung im „Terrorismus“
  • Glaubenskriege
  • Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit
  • Aggression im Alltag, von der Straße bis zur Familie
  • Schuldzuweisungen in Politik und Religion
  • Autoaggression von Selbstverbrennung bis Autoimunerkrankungen

Das Buch hat zwei Teile:

Teil 1 fragt nach dem Urprinzip der Aggression, des Männlichen und Mars als dessen archetypisches Urbild (und Pluto als Urbild für weibliche Aggression)

Teil 2 behandelt die Krankheitsbilder und Lernaufgaben aus einer fehlgeleiteten und unerlösten Aggressivität.

Der Autor geht den gängigen Aggressionstheorien nach und kommt zu dem Schluss:

Wir haben lediglich die Wahl, ob wir die unerlöste brutale Aggressionsvariante leben oder die entwickeltere, erlöstere. Die Wahl, ob wir uns überhaupt mit dem Aggressions- oder Marsprinzip beschäftigen, haben wir dagegen nicht. (S. 55)

Das Aggressionsthema ist ganz offensichtlich ein Männerthema, doch wenn der Autor vom „Marsprinzip“ spricht, dann ist damit nicht der Mann gemeint, sondern das männliche Prinzip in jedem Menschen, natürlich meistens bei Männern ausgeprägt. Doch man muss grundsätzlich aufpassen, dies nicht zu verwechseln. Ich möchte dazu ein längeres Zitat einfügen, weil es zentral und bedeutsam ist:

Bei der Beantwortung der Frage „Wie männlich ist Aggression?“ empfehlen sich zwei Schritte. Zum einen ginge es darum, die Wertung aufzuheben und zu erkennen, dass alles und eben auch Aggression zwei Seiten hat: die der mutigen und positiv eingeschätzten Selbstverwirklichung und die der negativ erlebten zerstörerischen Gewalt. Zum anderen löst die Erkenntnis der Urprinzipien und ihre Akzeptanz das Problem. Wer sehen kann, dass die marische Aggression archetypisch mehr dem Männlichen entspricht und die (…) plutonische Aggression mehr dem weiblichen, wer bei beiden schließlich noch zwischen mehr oder weniger erlösten Ebenen unterschieden lernt, kann sich von dem unergiebigen Hickhack bei der Geschlechterfrage lösen. Eine „männliche“ Frau kann also auch einmal zerstörerisch und aggressiv auftreten als ein sehr „weiblicher“ Mann. (S. 90 f.)

Wann ist Mann ein Mann?

Die Liedermacherin Ina Deter sprühte es auf jede Wand: „Neue Männer braucht das Land!“ Und Herbert Grönemeyer widmete der Jahrhundertfrage den Song: „Wann ist Mann ein Mann?“

Der „neue Mann“ macht sich – noch etwas unsicher – auf den Weg. Er entsteht nicht wie Phönix aus der Asche. Es ist eher eine Heldenreise. Doch diese „neuen Männer“ (weder Machos noch Softies) sind einem Hohn der „ganzen Kerle“ ausgesetzt. In diesem Kapitel (S. 98 – 104) geht der Autor extrem sarkastisch und entlavend mit den abfälligen Bemerkung der „neuen Männer“ durch seine Geschlechtsgenossen um. Eine Kostprobe:

Im Socken- und Unterhosenwechsler wird jede Form von Hygiene heruntergeputzt, der richtige Mann hat eben zum Himmel zu stinken, wobei dies in der Regel sein einziger Bezug zu dieser Region bleibt. (S. 103)

Autoaggressionskrankheiten

Aggressionen finden nicht „da draußen“ statt, sondern letztlich nur in uns selbst. So wie die Kriege in uns toben, so kann der Friede auch nur in uns selbst herbeigeführt werden.

Wenn wir mit dem Aggressionsprinzip nicht zurecht kommen, wird es immer auf uns zurückfallen, und letztlich können wir überhaupt nur gegen uns selbst kämpfen. (S. 14)

Während der erste Zeil des Buchs die Aggression als Lebensprinzip erklärt und verständlich macht, geht es im zweiten Teil darum, ihre fehlgeleitete Energie in Krankheit und Lernaufgaben zu erkennen. Es ist ja auch der Haupttitel des Buches: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen. Der Autor konzentriert sich hierbei auf folgende Themen-Felder:

  • Infektiionen
  • Allergien
  • Autoaggressionskrankheiten wie Rheuma, Fibromyalgie und Krebs
  • Zähne und Gebiss
  • Hyperaktivität bei Kindern

Ich will hier ein eindrucksvolles Beispiel geben, wie der Autor dies am Beispiel Krebs behandelt:

Krebs könnte man als eine Art Intifada im eigenen Körper verstehen, als einen Bürgerkrieg von gut getarnten und vom Abwehrsystem nicht zu identifizierenden Zellen, die jede Solidarität mit dem eigenen Körperland aufgegeben haben und nur noch für die eigenen Ziele kämpfen und wachsen. … (S. 113)
In gewissem Sinne könnte man hier sogar von einer Art heiligem Krieg (gegen den Krebs, JS) sprechen, den schließlich geht es ums Ganze und darum, heil und ganz zu werden. … (S. 115)
Der Patient sollte sich seinen Lebensbereich erkämpfen – anstelle der Körperzelle, die sich auf den Weg macht und das Körperreich erobert. Der Patient könnte zu seinen Ursprüngen  zurückkommen und seinen ursprünglichen Lebenssinn wiederfinden – anstelle der Körperzelle, die sich bei Krebs zurück zu ursprünglichen (embryonalen) Mustern entwickelt. (S. 267)

Typisch Dahlke ist der Hinweis und Bewusstmachung auf Worte aus dem „Kriegsarsenal“: Es ist kaum zu glauben, mit welch kriegerischen Worten unsere Alltagssprache durchsetzt ist.

Das Buch gehört zu den großen Werken von Ruediger Dahlte und wird sicher noch eine lange Zeit aktuell und wegweisend sein. Wer immer ein Thema mit fehlgeleiteter und krankmachender Aggressivität hat, wer immer von einem unerlösten Mars-Prinzip geleitet wird (sicher die Mehrheit der Männer als Täter wie Opfer), der findet in diesem Buch die prinzipiellen Erklärungen und heilsamen Antworten. Es ist sehr verständlich geschrieben, nimmt kein Blatt vor den Mund, ist mutig und ehrlich.

Das Buch enthält auch eine eingetütete CD mit zwei Meditationen „Ärger und Wut loslassen“ – mit einer Gesamtspieldauer von ca. 70 Minuten. Nicht zu vergessen: Dieses Kombipack hat einen wirklich „unschlagbaren“ Preis!

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen – Mit CD „Wut und Ärger“ (Klick)

 


Nachtrag

Um nicht missverstanden zu werden: Meine „Bedenken“ gelten nur einem einzigen Punkt – ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich da selbst eine „Schatten-Macke“ habe. Doch ich will dies offen darstellen – als MEIN Problem und nicht als Kritik am Buch.

Der heilige Krieg gegen das Ego?

Ich tue mir wirklich sehr schwer, irgendeine Form von „heiligen Krieg“ anzunehmen und will dies hier etwas thematisieren.

Die Darstellung von Krebs als eine Art „Bürgerkrieg“ im eigenen Körper, auch das plutonische der Krebszelllen, hat mir gefallen! Für mein Verständnis ist es gerade noch grenzwertig, hier vom „heiligem Krieg“ zu sprechen – auch wenn es wirklich um „Heilung“ geht. Es geht im „Kampf gegen Krebs“ um Leben und Tod. Es ist sicher leicht als „Kriegsverhältnisse“ zwischen gesunden Zellen und „kranken“ Zellen zu deuten. Und jeder Betroffene hat sicher das Gefühl, in einem Kriegszustand zu leben, einem Krieg, den er möglicherweise gar nicht gewinnen kann.

Ich habe hier einige Bücher zum Krebs besprochen. Da ist ein ehemaliger Soldat (Uwe Kapfer, „Krebs go home!“), der auf seine Krankheit einen „militärischen Blick“ hat (> meine Buchbesprechung). Selbst er führt als ehemaliger Soldat keinen Vernichtungsfeldzug gegen seinen Krebs, sondern führt Friedens-Verhandlungen: Selbstheilung geschieht durch Versöhnung.  Der Autor Andreas Moritz geht noch einen Schritt weiter und sieht im Krebs gar keine Krankheit (Titel seines Buches, > meine Besprechung), sondern gar ein Überlebens-Mechanismus des Körpers. Es ist also durchaus fraglich, selbst bei Krebs von einem „heiligen Krieg“ zu sprechen. Was wäre, wenn Krebs ein Ausdruck des Mangels an Selbstliebe wäre? Lässt sich das durch einen „heiligen Krieg“ beheben?

Rüdiger Dahlke sieht in allen Religionen den „heiligen Krieg“ letztlich als Krieg gegen das Ego. Sein Buch endet mit den Worten:

Schließlich folgt das große Retreat, der Tod, mit der Chance der großen Bewusstheit für die Seele und der Erkenntnis, worum es im Leben wirklich gegangen wäre. Diese Erfahrung ließe sich auch schon vorziehen und wird mit Worten wie Erleuchtung, Befreiung, Nirvana, Samadhi oder Himmelreich Gottes umschrieben – letztlich bezeichnen diese Ausdrücke immer dasselbe: den Sieg über das Ego im heiligen Krieg. (S. 373 f.)

Die große Frage ist nur: Wer führt denn diesen „heiligen Krieg“ gegen das Ego? Die Antwort kann doch eigentlich nur sein: die Seele. Die Seele bestraft das Ego im heiligen Krieg für sein pubertäres Verhalten. Für mein Verständnis ist die Seele aber keine „kriegführende Partei“ oder eine strafende Instanz. Die andere Antwort wäre: der Körper. Der Körper wehrt sich gegen das Ego. Dann wären die Krebszellen aber selbst die Partisanen des Körpers gegen das Ego, um ihn zu Vernunft zu bringen, ihn aufzuwecken. Was wäre also, wenn Krebs der „heilige Krieg der Körper-Seele“ gegen das selbstsüchtige Ego wäre? Es ist nicht mehr als ein Gedankenspiel. Sinn macht auch das am Ende nicht. Was bleibt dann noch von „heiligen Kriegen“?

Doreen Virtue: Mut zur Kreativität

Untertitel: Wecke deine künstlerische Begabung und leben deine Berufung

Der zentrale Begriff des Buches ist Mut. Der erste Satz des Buches gleich in der Einleitung lautet: „Kreativ zu sein, erfordert Mut.“ Alle 17 Kapitel des Buches beginnen mit dem Begriff Mut, sogar die beiden Teile des Buches: Teil I: Der Mut zum kreativen Prozess und Teil II: Der Mut, mit kreativer Arbeit Ihren Lebensunterhalt zu verdienen – und einen Beitrag für die Welt zu leisten.

Das ist auch die ganze Botschaft des Buches: Jeder Mensch ist ein kreatives und schöpferisches Wesen, was den meisten in in unterschiedlichem Maße fehlt, ist der Mut, sich von den Blockaden der Kreativität zu befreien. Kreativität bedarf zwar auch handwerklichen Geschicks und erlernten Könnens, doch im Wesentlichen ist es Intuition und der Mut, der inneren Stimme zu folgen.

Was uns an der Entfaltung unseres kreativen Wesens behindert, ist Angst, Ängste aller Art. Es gibt nur einen Schlüssel, diese Ängste zu überwinden, und das ist Mut. Ja, so einfach ist es im Grunde. Die Autorin geht in ihrem Buch alle möglichen (Ego-gesteuerten) Ängste in den unterschiedlichen Phasen des kreativen Prozesses nach, um den Ausweg aus diesen Ängsten zu weisen.

Der Mut, empfänglich zu sein, hat damit zu tun, die Kontrolle dem wohlwollenden Universum zu überlassen, das eins ist mit Ihrem höheren Selbst. Es bedeutet, nicht der Angst die Kontrolle zu überlassen, sondern der Liebe. (S. 94)

Die Autorin weist im 2. Teil darauf hin: „Marketing ist wahrscheinlich der schwierigste Teil im Leben eines kreativen Menschen.“ (S. 185) Sie gibt Hinweise, diese vielleicht größte Blockade zu überwinden. Viele kreative Werke landen in Schubladen und werden nicht „mit der Welt“ geteilt.

Eine weitere Gefahr ist, ein kreatives Produkt zu „verwässern“, um es „markttauglich“ zu machen, den Bedürfnissen des Marktes anzupassen. Es ist eines der wichtigsten Lektionen des Buches:

Verwässern Sie nie Ihre Vision in dem Versuch, sie kommerziell erfolgreich zu machen. Vertrauen Sie der Reinheit der ursprünglichen Inspiration. (S. 213)

Hier weist die Autorin auf etwas sehr Wichtiges hin: Kreativität erfordert eine Harmonie und ein Zusammenspiel männlicher und weiblicher Energien. Im Schöpfungsprozess selbst dominieren eher weibliche Energien – im Vermarktungsprozess eher männliche Energien. Es ist wichtig, den Vermarktungsprozess selbst auch als einen kreativen Prozess zu sehen und zu gestalten.

Wenn Sie für Fülle und finanzielle Sicherheit gebeten haben, sind die göttlich inspirierten Ideen, die Sie empfangen, Antworten auf Ihre Gebete. Gott legt nicht wie der Heilige Nikolaus einfach ein Bündel Geldscheine vor die Tür. Gott gibt Innen Ideen, mit denen Sie – wenn Sie sie umsetzen – das nötige Geld verdienen werden. Das nennt man gemeinsam mit Gott schöpferisch tätig zu sein. (S. 199)

Eine wichtige Lehre des Buches ist nicht zuletzt, dass man den Erfolg eines kreativen Projektes nicht herbei-affirmieren, herbei-visualisieren oder herbei-beten kann. Irgendwann muss jeder Kreative das Werk im Vertrauen loslassen können:

Was wir nicht kontrollieren können, sind die Entscheidungen anderer Menschen. Aus diesem Grund ist es reine Zeitverschwendung, sich darüber Sorgen zu machen, ob Ihr kreativen Projekt „erfolgreich“ sein wird oder nicht. (S. 219)

Das Buch ist für mich ein umfassendes (spirituelles) Handbuch der Kreativität. (Letztlich sind Spiritualität und Kreativität zwei Seiten einer Medaille.) Es umfasst den ganzen kreativen Prozess: vom ersten Schritt, dem Mut, das eigene kreative Selbst zu leben bis zum Mut, mit seinem Werk einen großen Erfolg zu haben, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und zur Heilung der Welt beizutragen.

Die Autorin Doreen Virtue, eine Bestseller-Autorin, greift dabei auf einen großen Erfahrungsschatz zurück, untermauert dies doch auch mit wissenschaftliche Untersuchungen. Das Buch macht Mut, seiner Berufung zu folgen. Was immer die Berufung im einzelnen und konkreten Falle ist, ihre Quelle ist das kreative Selbst und kraftvolle Kreativität ist der Ausdruck ihres Wachstums. Es ist kein Buch, das man nur einmal liest, sondern ein Handbuch, das einen in alles Phasen des kreativen Prozesses begleiten kann, um einen immer wieder aufzurichten.

 

Doreen Virtue:  Mut zur Kreativität: Wecke deine künstlerische Begabung und lebe deine Berufung (Klick)

Elisabeth Gilbert: BIG MAGIC

Untertitel: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen

(Der deutschsprachige Untertitel ist allerdings Käse; das Original triff es viel besser: Creative Living Beyond Fear – kreatives Leben jenseits der Angst).

Elisabeth Gilbert ist durch ihren Roman „Eat Pray Love“ und die Verfilmung mit Julia Roberts als Autorin weltbekannt geworden. In diesem Buch „Big Magic“ verrät sie die Geheimnisse Ihres Schreibens.

Ein anderes Buch, das ich von ihr gelesen habe, ist das „Ja-Wort“ und wie es am Ende zur Hochzeit zwischen Elisabeth und Filippe kommt. Es ist die Fortsetzungs-Geschichte von „Eat Pray Love“. Es hat mir von der Geschichte und der lockeren und witzigen Sprache im Grunde noch besser gefallen als der Weltbestseller. … Verkaufszahlen sagen noch lange nichts über die Qualität eines Buches aus. Von der Qualität des Buches her hätte das „Ja-Wort“ mindestens solche Verkaufszahlen verdient. Auch ein großes Thema, wie sich zwei Eheunwillige am Ende im „Ja-Wort“ doch für das Heiraten entscheiden.

Doch wenn Elizabeth Gilbert etwas über die Magie des Schreibens und der Kreativität überhaupt schreibt, dann weiß sie, wovon sie spricht. Mich hat das Buch sehr fasziniert, weil ich viele diese beschriebenen „Wunder der Kreativität“ als kreativer Mensch selbst erfahren habe. Das Buch hat mich bestätigt und angeregt, auf meinem Weg weiter zu gehen.

Das vielleicht Wichtigste, das nahezu einem Perspektivenwechsel gleichkommt: Eine kreative Idee (z.B. für ein Buch) ist wie eine eigenständiges Wesen, das sich einen Autor/Künstler „auserwählt“:

Ideen werden von einem einzigen Impuls angetrieben – sich zu manifestieren. Und der einzige Weg für eine Idee, sich in unserer Welt zu manifestieren, besteht in der Zusammenarbeit mit einem Menschen. Nur durch die Anstrengung eines Menschen kann eine Idee aus dem Äther ins Reich des Tatsächlichen geleitet werden. Deshalb umspielen Ideen uns in alle Ewigkeit, immer auf der Suche nach verfügbaren und willigen menschlichen Partnern. (S. 45)
Das ist die Kehrseite des Vertrages mit der Kreativität: Wenn die Inspiration dich unerwartet heimsuchen darf, darf sie dich auch unerwartet wieder verlassen. (S. 60)

Die Kreativität verlässt dich für ein bestimmtes Projekt aus einem einfachen Grund, „… du hast nicht geliefert!“ (S. 71) und wendet sich mit dem Projekt einem anderen zu. (Die Autorin hat dazu selbst ein unglaubliche, magische Geschichte zu erzählen.)

Und jetzt schreibt die Autorin etwas sehr Wichtiges, was sicher nur wirklich kreative  Menschen verstehen (weil sie wissen, dass sie „nur“ ein Kanal sind):

Es gibt keinen Diebstahl; es gibt kein Eigentum; es gibt keine Tragödie; es gibt kein Problem. Wo die Inspiration herkommt, gibt es weder Zeit noch Raum – und auch keinen Wettbewerb, kein Ego, keine Schranken. Es gibt nur die Sturheit der Idee selbst, die nicht aufhören wird zu suchen, bis sie einen gleichermaßen sturen Partner gefunden hat. (Oder mehrere Partner gleichzeitig.) (S. 77)

Große Kunst entsteht nicht aus Leiden, sondern aus Neugier, Freunde und Leichtigkeit. Es ist ein Mythos, dass ein großer Künstler leiden müsse.

Aber zu behaupten, dass niemand jemals Kunst von Wert geschaffen habe, solange er sich dabei nicht in akuter seelischer Not befand, ist nicht nur unwahr, sondern auch irgendwie krank. (S. 236)  Und : „Jeder Künstler, der Alkoholiker ist, ist Künstler trotz, nicht wegen seines Alkoholismus.“ (S. 240)

Als großer Künstler musst du dein Leben auch nicht in jungen Jahren schon verausgaben. Du darfst auch nicht denken, dass deine Kunst dich sofort ernähren und deinen Lebensunterhalt bestreiten muss. Unter diesem Druck erstickst du deine Kreativität schon im Keim. Die Autorin zeigt in ihrem Buch einen ganz anderen Weg auf:

Ich wahrte andere Einkommensquellen, damit ich, wenn meine Inspiration gerade nicht sprudelte, beruhigt sagen konnte: „Keine Sorge, Süße. Lass dir Zeit. Ich bin da, wann immer du so weit bist.“ Ich war immer bereit, hart zu arbeiten, damit meine Kreativität unbeschwert spielen konnte. Auf diese Weise wurde ich zu meiner eigenen Mäzenin; ich wurde meine eigene Frau im Hintergrund. (S. 178)

Ein wichtiger Schatz des Buches noch: Als kreativer Mensch liebst du hoffentlich deine Arbeit (oder meinst du, sie mache dich verrückt?). Doch wie ist es mit deiner kreativen Arbeit: Liebt sie dich? Liebt sie dich wie einen Auserwählten? Bist du ihr Baby? Ja, richtig gelesen: Deine Kreativität ist größer als du – und du bist es, der in diesem kreativen Prozess wächst, dein ganzes Leben lang: „Das Werk will erschaffen werden, und es will von dir erschaffen werden.“ (S. 251) Es muss eine Liebesbeziehung sein, oder es wird nichts daraus.

Ich könnte noch seitenweise aus dem Buch zitieren: Ich liebe es! Doch im Sinne des Buches: Irgendwann ist es gut genug und dann muss es raus, auch als Rezension.  

Für jeden Fan von Elisabeth Gilbert ist dieses Buch schon Pflichtlektüre für den Intellekt, um einen Blick in ihre Werkstatt zu werfen: wie ihre großen und kleinen Werke entstanden sind. (Der Verlag hat deswegen auch die Autorin in einer Neuauflage des Buches mehr in den Mittelpunkt gestellt als den Originaltitel „Große Magie“.)

Doch das Buch ist weit mehr: Es ist ein Schlüssel für kreatives Schreiben und Arbeiten, enthüllt die wichtigsten Schätze dieser „Großen Magie“, der Kooperation des Menschen mit der Schöpfung. Und jeder Mensch ist in seiner Seele ein Künstler. Wer seinem Seelenweg folgen will, der folge seiner kreativen Ader, der befreie sich vom Kommando seines Egos und überlasse sich der Führung seiner Seele, seiner Intuition, seiner Kreativität.

Vielleicht passen folgende Worte der Autorin noch zum Abschluss:

Ich habe mein ganzes Leben schöpferischem Tun gewidmet, und ich verbringe viel Zeit damit, andere ebenfalls zu ermuntern, weil ich glaube, dass ein kreatives Leben das wundervollste Leben ist, das man haben kann. (S. 147)

 

Elisabeth Gilbert:  Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen (Klick)

 

Thomas Schmid: Europa ist tot, es lebe Europa!

Untertitel: Eine Weltmacht muss sich neu erfinden

 

Ich fühle mich schon lange mehr als Europäer denn als Deutscher, lebe mehr in Südfrankreich als in Deutschland. Deshalb hat mich das Buch vom Titel her sehr angesprochen. [Aktuell finde ich die neue Europa-Initiative des französischen Präsidenten Macron gut – und die Zustimmung der neuen Deutschen Regierung, Europa eine höhere Priorität einzuordnen, auch dringlich. Ich hätte mir – ehrlich gesagt und ohne SPD-ler zu sein – Martin Schulz deswegen in der neuen Regierung gewünscht, sogar als „Europa-Außenminister“.]

Natürlich haben mich auch die aktuellen Ereignisse in Europa „betroffen“ gemacht: die Krise um Griechenland, Brexit, Flüchtlingskrise, die Haltung der osteuropäischen EU-Länder, die (anti-europäische) Großmachtpolitik Putins und Trumps. Europa kann auf all das mal wieder nur re-agieren. Europa ist eine Weltmacht, verhält sich aber nicht so.

Das Buch ist sehr kenntnis- und geistreich geschrieben, doch es hinterlässt bei mir ein gemischtes Gefühl. Ich habe viele Zusammenhänge besser verstanden, verstehe sogar die Briten und Osteuropäer besser, den Interessenskonflikt zwischen Frankreich und Deutschland. – Ich weiß aber nicht einmal, ob ich das Buch richtig verstanden habe. Denn Titel und Untertitel passen für mein Verständnis gar nicht recht zum Buchinhalt. Der Titel hat etwas Aufrüttelndes, der Inhalt nicht, ist eher seelenlos „durchrationalisiert“.

Der Autor schreibt doch selbst:

Die Europäische Union täte gut daran, in dieser Spur zu bleiben (Hervorhebung JS): Teilung der Macht, verschiedene Gravitationszentren und Gemeinschaftshandeln nur dort, wo es … zwingend geboten oder … eindeutig von Vorteil ist. (S. 223)

Das waren die Stärken Europas (sie werden gut herausgestellt). Wieso ist das tot und warum muss sich Europa neu erfinden? An anderer Stelle (S. 206) schreibt der Autor selbst, wie problematisch es ist, etwas „neu erfinden zu wollen“. Kapiere ich einfach nicht.

Ich fühle mich als Leser zwar gut informiert – Zusammenhänge sind klarer geworden. Doch ich fühle mich von dem Buch gar nicht wirklich als europäischer Bürger angesprochen, der Intellekt mit Mühe noch, in der Seele überhaupt nicht. Das Buch ist mir eher ein „Sekten-Buch für Intellektuelle“ (um den Sektenbegriff des Autors S. 111 zu verwenden). Es scheint mir eher ein Buch für das Selbstverständnis einer Medien- und Politelite zu sein. Ich gehöre nicht dazu. Das Buch geht über meinen Kopf. TROTZDEM: ein aufklärerisches Buch über Europa, das notwendig ist und gut tut, weil Europa in der Öffentlichkeit fast immer noch ein Tabu-Thema ist. Ich bin heilfroh (…), dass ich es gelesen habe.

Thomas Schmid:  Europa ist tot, es lebe Europa!: Eine Weltmacht muss sich neu erfinden

 

Beise / Schäfer: Deutschland digital

Untertitel: Unsere Antwort auf Silicon Valley

Das Buch ist von zwei Journalisten und Wirtschaftsexperten geschrieben, Wirtschaftsredakteure der Süddeutschen. Das ist ein wirklich eine Stärke, da sie den nötigen Abstand für eine globale Einschätzung haben. Herausgekommen ist ein Buch, das kein Fachwissen voraus setzt, sondern im Grunde die ganze Bevölkerung aufrütteln kann. Es setzt am gesunden Menschenverstand an, um den notwendigen „change auf mind“, den Bewusstseinswandel für das neue digitale Zeitalter durchführen zu können. Okay: Unser Wortschatz wird mit dem Buch auch „upgedatet“: Es gibt Begriffe, die wir für das neue Denken auch neu lernen müssen.

Überrascht hat mich im Buch auch, welch positive Rolle führende deutsche Politiker wie Angela Merkel oder Günter Oettinger und deutsche „Wirtschaftskapitäne“ bei dieser digitalen Veränderungen unseres Lebens schon spielen. Und: Wie viele junge Deutsche bei der ursprünglichen digitalen Revolution aus dem „Silicon Valley“ (südlich von San Francisco / Kalifornien, der Heimat der „Blumenkinder“) mitgemischt haben. Ist es ein Zufall, dass die „Digitale Revolution“ in einem der Zentren der „68er-Revolution“ in ihrer Hippie-Variante gestartet ist?

Das Buch liest sich spannend, große Macher sind interviewt, von denen der Leser über das Buch vielleicht das erste Mal überhaupt etwas hört. Das ist ja die Kunst von Journalisten, persönliche Bezüge durch „Storytelling“ herstellen zu können. Mir ist die Welt durch das Lesen des Buches irgendwie vertrauter und menschlicher geworden.

Ein neues deutsches Wirtschaftswunder?

Ist an dem deutschen Wirtschaftswunder nach dem 2. Weltkrieg (Ludwig Erhard) wieder anzuknüpfen? Oder hat Deutschland (und Europa) den Zug ins digitale Zeitalter schon verpasst? Die Meinung der Autoren: Der Zug des privaten Internets ist bereits abgefahren. Google, Apple, HP, Facebook, Microsoft, Amazon, Uber, Airbnb und wie sie alle heißen, sind da nicht mehr einzuholen. Die erste Etappe hat Silicon Valley gewonnen. Doch was ist wahrscheinlicher? Dass Google das digitale Auto erschafft oder das die deutschen Autobauer ihr Produkt und Produktion digital neu erfinden?  Die Frage ist schon die Antwort. Die Autoren sehen klar die Stärken der deutschen Wirtschaft und des Mittelstandes. Und wenn hier die Digitalisierung als neue Herausforderung verstanden ist, dann kann Deutschland (und Europa) in der zweiten Runde wieder ganz vorne mitspielen: bei der digitalen Fabrik, dem „Internet der Dinge“, dem  „Internet of Everything“.

Die Autoren zitieren den Siemens-Chef Joe Kaeser (S. 34)

„Man muss das Silicon Valley nicht kopieren, aber man muss es kapieren.“

Das Buch will einen Beitrag dazu leisten.

„Disruption“ – Zusammenbruch und Neu-Aufbau

Weltmarktführer brechen zusammen, weil sie den Wandel verschlafen. Was ist aus IBM geworden? Eine kleine „Garagenfirma“ (der Mythos) hat als David (Microsoft) den Riesen Goliath (IBM) geschlagen, eine Mythos, dem wir in der heutigen Zeit heute immer wieder begegnen können: Entweder du erfindest dich für das digitale Zeitalter neu, oder du bist „weg vom Fenster“. 

„Wer sich nicht verändert, der wird verändert.“ Und das bedeutet, sich ständig neu zu erfinden.

Alle fünf Jahre, sagt er (John Chambers von Cisco, JS), habe er seine Firma neu erfunden, aber das reiche nicht mehr, jetzt müsse das alle drei Jahre sein, so schnell ticke das Silicon Valley. (S. 83)

Erfolgsfaktoren dieser neuen Zeit sind (S. 48):

  • Kreativität
  • Innovation
  • Durchsetzungskraft
  • (Förder-) Geld

Drei Wesensmerkmale dieser digitalen Revolution. Sie ist:

  • expotenziell (nicht mehr linear)
  • digital
  • vernetzt

Die große Frage ist: Werden wir es schaffen, uns digital neu zu erfinden?
Die Frage geht nicht nur an „Deutschland“, sondern jeden einzelnen.

Chance oder Fluch?

Die Autoren diskutieren das Thema durchaus ernsthaft. Wird die Maschine einst den Menschen beherrschen? Werden Maschinen die besseren Menschen sein? (S. 210) Es war einst eine kommunistische Vision, dass Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen. Die Digitaliserung macht es möglich!

Die Autoren sind keine bornierten Mahner, sondern halten die digitale Revolution „für etwas Gutes“. Die Autoren diskutieren sogar die alte Frage von Norbert Wiener(1948), was gefährlicher sei, der Computer oder die Atombombe. Nebenbei gemerkt: Kein Mensch der Welt wird diese Revolution aufhalten können. Es ist kein „Teufelszeug“, sondern ein Werkzeug, das so oder so genutzt werden kann. Am besten ist natürlich: Immer mehr Menschen nutzen es in dem Sinne, dass es die Demokratisierung fördert, den flexiblen Umgang mit Arbeit und Arbeitszeit, den wachsenden Wohlstand für alle.

Die digitale Revolution wird wohl mehr „Jobs“ vernichten als neue Jobs schaffen. Es wird „Verlierer“ geben. Es kommt für jeden einzelnen darauf an, sich vorzubereiten, sich ganz persönlich neu zu erfinden.

Das Buch ist für mich grundlegende Aufklärung, und ich denke, dass es nicht schwer ist, für sich selbst die Frage zu stellen: „Was bedeutet das für mich?“ Was verändere ich, um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Eines meiner spirituellen Lieblingsbücher von Neal D. Walsch („Gespräche mit Gott“) heißt: „Wenn alles sich verändert, verändere alles!“  Das gilt nicht nur für die „Nerds“ und „Disrupter“ der digitalen Revolution, sondern auch für die „Spirituellen“. Es war ja schon immer das Problem, dass „die Bösen“ die Oberhand hatten, weil „die Guten“ sich im „Nichts-Tun“ übten (…). Ich finde, es ist eine großartige Zeit, dass „die Guten“ die Chancen der digitalen Revolution verstehen und ihren Beitrag für ihre segensreiche Nutzung leisten.

Ich bin zwar weit über die reine Besprechung des Buches hinaus gegangen, doch es hat mich sehr ernsthaft angeregt, mich auch als „Spiritueller“ neu zu erfinden. DANKE den Autoren dafür.

1 2 3 4 5 28