Neal D. Walsch: Die Essenz

Untertitel: Die 25 Botschaften aus den „Gesprächen mit Gott“


Ich habe den ersten Band von „Gespräche mit Gott“ schon gelesen, da war der zweite Band (auf Deutsch) noch gar nicht erschienen. Inzwischen habe fast alle Bücher dieser 9-teiligen Reihe gelesen. Und ich sage gleich: Ja, diese ESSENZ aus 444 Seiten ist mehr als die Summe aller Teile und ein krönender „Abschluss“ – hätte ich fast geschrieben. Doch da hat mich der Autor Neal D. Walsch schon mehrfach eines Besseren belehrt. Gerade am Anfang waren immer wieder Sätze zu lesen wie: Jetzt ist alles gesagt und geschrieben. Mehr Bücher brauchst du nicht mehr zu lesen. … Den Rest kennt jeder seiner Fans: Tausende weitere Seiten folgten. Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass dieser Band jetzt der „krönende Abschluss“ ist. Vielleicht ist er ja wieder der Anfang eines neuen Buch-Zyklus. Wie dem auch sei:

Die Essenz

Trotz der 444 Seiten ist das Buch eine meisterhafte Konzentration auf die wesentlichen Botschaften aus „GmG“, genau genommen 25 Botschaften (im 2. Kapitel auf 5 Ein-Drittel Seiten essentiell zusammen gefasst). Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Jedes Wort kraftvoll wie in Stein gemeißelt. Was immer „am Anfang“ gewesen sein mag. DAS WORT gehört mit dazu: Manifestationen mögen anfänglich ein Wirbel von Gedanken-Energie sein. Im WORT wird daraus eine in Erscheinung tretende Manifestation.
Diese Qualität hat das Buch. Wenn es NEUER WORTE eines jetzt richtig verstandenen Gottes bedarf, hier stehen sie, hier sind sie zu lesen, hier ist das Programm für eine ganz neue Kulturgeschichte der Menschheit, einem Evolutionssprung für das Paradies auf Erden.

Einem aufmerksamen Leser der bisherigen Botschaften ist alles „irgendwie vertraut“, und doch gibt es wieder so viele schöne Formulierungen – wie

Was jetzt auf Erden gebraucht wird, ist eine Bürgerrechtsbewegung für die Seele. (S. 36)

Das Buch ist ein leidenschaftlicher Aufruf, all diese „zum Himmel schreienden Missstände“ zu beheben. Es ist aber keinesfalls eine Anklage, sondern ein Appell, das Leben wirklich zu ändern. Wir sind eine Generation, die eine NEUE ERDE hervor bringen können. Jedes Kapitel enthält Anwendungen für den Alltag. Jede Woche eine Botschaft studieren (sich ihrer Wahrheit zu erinnern) und in den Alltag umsetzen – wer sollte uns als Botschafter der NEUEN ERDE aufhalten können? Wir brauchen eine so kraftvolle „Bürgerrechtsbewegung für die Seele“, ein Heldenepos, wie es seinerzeit die frühen Christen und Gnostiker geschrieben haben. Es ist Zeit, dass dieses „Christliche Zentrum“ in unseren Seelen erwacht und zu einem unaufhaltsamen Lebensstrom werde.

Ich bin als langjähriger Leser der GmG für dieses Buch sehr dankbar und weiß erst jetzt, dass ich es bisher vermisst habe! Gut, dass es in die Existenz getreten ist.

Mein Fazit: Ob es als „Neues Evangelium“ ein „Heiliges Buch“ ist? Ich glaube, das entscheidet jeder für sich selbst. Und wahrscheinlich ist jede Etikettierung „heilig“ bereits ein Schritt in die „falsche“ Richtung. Denn wo das Heilige angenommen wird, da wird auch das Sündige verfolgt. Keine „heiligen Bücher“ mehr … und keine „heiligen Kriege“ mehr. Lassen wir uns von niemand anderem etwas „vor-schreiben“ außer von unserer Seele.

DIE ESSENZ ist ein Seelenbuch – das Buch unserer Seele als Menschheit. 

Jeder hat sicher einen anderen Zugang zum Buch und nutzt es auf seine Weise. Ich habe mich entschieden, es als „göttliches Selbstgespräch“ (das Göttliche im Gespräch mit sich selbst) zu lesen, in dem ich selbst ein Teil des Gespräches bin. 

 

Theodor Dierk Petzold: Gesundheit ist ansteckend

Untertitel: Praxisbuch Salutogenese

Er revolutionäres Buch, das auf leisen Sohlen kommt!

In der Wissenschaft nennt man es: „Paradigmenwechsel“ – wenn sich ein Weltbild plötzlich dramatisch verändert.  Der wahrscheinlich bekannteste Paradigmenwechsel in der Weltanschauung der Menschheit ist der: „die Erde ist der Mittelpunkt“ ZU „die Sonne ist im Mittelpunkt“.

In diesem Buch geht es um den Paradigmenwechsel: „die Krankheit ist der Mittelpunkt“ ZU „die Gesundheit ist der Mittelpunkt“, ein Paradigmenwechsel, der wohl für die Evolution der Menschheit noch grundlegender ist. Weiterlesen

Amarque / Markert (Hg.): Was ist Liebe?

Untertitel: Eine integrale Anthropologie über die Facetten der Liebe

Das Buch als „integrale Anthologie“ von 14 Autor(inn)en ist nicht romantisch (das Wunder des Verliebtseins ist kein Thema), es ist nicht geil (Wunder und Verwirrung der Sexualität ist kein Thema), es ist nicht politisch (Patriarchat und Geschlechterkrieg ist kein Thema), das Buch ist philosophisch, wie es Männer zuwege bringen, wenn sie über Liebe philosophieren. Halt! Unter den 14 Autoren sind zwei Frauen dabei (Elvira Greiner und Christina Kessler), deren Beiträge noch am ehesten das Herz berühren. Ja, das Buch hat etwas von dieser „blutleeren Abstraktion der Philosophie“. Es ist in einer sehr konzeptionellen  Sprache formuliert.

Mich hat auch der Beitrag von Papst Benedikt „Deus Caritas est“ über die Liebe Gottes verblüfft und ist sehr lesenswert! – Auch sehr nachdenkenswert, wenn der ehemalige  „Chefinquisitor“ der katholischen Kirche über die göttliche Liebe philosophiert … Es sind die Größen integraler Spiritualität vertreten: Ken Wilber, Andrew Cohen und Genpo Merzel Roshi – Michael Habecker und Tom Amarque nicht zu vergessen.

Einige „Perlen der Liebe“ aus dem Buch
(nicht alle Autoren zitiert):

Erich Fromm:

Welches sind die notwendigen Schritte, um die Kunst (des Liebens – JS) zu erlernen? Man kann den Lernprozess in zwei Teile aufteilen: Man muss einerseits die Theorie und andererseits die Praxis beherrschen. … Aber abgesehen von Theorie und Praxis muss noch ein dritter Faktor gegeben sein, wenn wir Meister in einer Kunst werden wollen: Die Meisterschaft in dieser Kunst muss uns mehr als alles andere am Herzen liegen; nichts auf der Welt darf uns wichiger sein als diese Kunst. (S. 12 f.)

Papst Benedikt XVI.:

Ja, es gibt Vereinigung des Menschen mit Gott – der Urtraum des Menschen mit Gott – aber diese Vereinigung ist nicht Verschmelzen, Untergehen im namenlosen Ozean des Göttlichen, sondern ist Einheit, die Liebe schafft, in der beide – Gott und Mensch – sie selbst bleiben und doch ganz eins werden. ( S. 26)

Elvira Greiner:

Gleichzeitig bin ich auch die Beschenkte: Was die Menschen, mit denen wir arbeiten, mir geben, das ist der größte Lohn, die wertvollste Motivation: Sie geben ein lebendiges Zeugnis dafür, was wirklich zählt – und das ist letztlich immer nur die Liebe. (S. 63)

Christine Kessler:

Selbst unbewegt, ist sie die große Bewegerin – Auflösung, Leerheit, Formwerdung und Form in sich und durch sich vereinend, Zustand und Prozess zugleich. Liebe ist die implizite Ordnung, die den Kosmos organisiert und erhält und gleichzeitig die Dynamik, die ihn bewegt. Sie ist der kosmische Rhythmus, den das gesamte Universum tanzt, der Rhythmus des Werdens, des Loslassens und Neu-Entstehens. Die ist Kommunikation in ihrer reinsten Form: Kommunion. (S. 107)

Deshalb glaube ich an die Liebe, und nur an die Liebe. Mehr brauche ich nicht zu glauben, denn in ihr ist alles enthalten, was dem Leben dient. Liebe ist Leben, und ich glaube an das Leben. Aus diesem Grund ist amo ergo sum eine Liebesphilosophie, eine Lebensphilosophie, eine Lebenshaltung. Mein Credo. (S. 112)

Tom Amarque:

Die Frage Was ist Liebe? ist wahrscheinlich die wichtigste unterscheidbare Frage, die es überhaupt gibt. … Mit jedem Versuch, eine Antwort auf die Frage Was ist Liebe? zu  finden, gehen wir einen Schritt auf uns selbst zu und erkennen uns ein klein wenig mehr. Und doch werden wir diese Frage niemals endgültig beantworten können. (S. 150)

Ich liebe dann, wenn ich mich selbst für jemanden verändere, um mehr leben und zum Wohle des anderen handeln zu können. Ich liebe dann, wenn ich in bestimmten Situationen, in denen ich dazu neige, nicht mehr zu lieben, meine inneren Prozesse unterbreche, neu ausrichte und mehr liebe. Und ich möchte diese Neigung, den Prozess des Liebens zu unterbrechen, nun „Ego“ nennen. … Und es wird mehr als ersichtlich, dass der eigene Tod, nämlich meines Egos, zum Referenzwert für die tatsächliche Liebe wird. (S. 158)

Hardy Fürch:

Denn eigentlich ist es nicht möglich, über Liebe zu schreiben, schon gar nicht über die Liebe – es sei denn, man ist Dichter. (S. 162)

Integrale Liebe, die die spirituelle Dimension mit umfasst, wird so von der Liebe zur LIEBE. Das bedeutet für mich darüber hinaus auch, dass eine spirituelle Liebe zwischen Menschen immer den transpersonalen Kern des Menschen meint. Dass sich Seele mit Seele, Atman mit Atman verbindet. (S. 170)

Wie es aussieht, kommen wir auf dem so genannten spirituellen Weg nicht um eine ganz normale, vollständige Individuation herum. Ein „gesundes Ego“ ist zwar immer auch ein Hindernis, weil es zu Kontraktionen und Selbstbezogenheit neigt, aber gleichzeitig ist es die sicherste Basis für weiteres Wachstum. (S. 172)

Das Sich-getrennt-Fühlen ist ein „göttliches Spiel“, in dem der Eine den Einen sucht. Und das Glück, in der Tiefe des Wesens einander zu finden und zu erkennen, gehört zu den ergreifendsten und heiligsten Momenten des Lebens. (S. 185)

Denn ein „Wir-Feld“ würde wahrscheinlich desto kraftvoller ausstrahlen, je mehr Liebe bzw LIEBE dort gelebt wird. Das schon alleine wäre aus meiner Sicht ein guter Grund, ein polyamorischers Experiment im Sinne eines „Höheren Wir“ zu wagen. (S. 190)

Michael Habecker:

Die Kartographie der Liebe … in diesem Sinne ist ein Ausdruck von Liebe. (S. 243)

Gibt es etwas in dir, was nicht kommt und geht, sondern einfach nur IST und LIEBT? (S. 258) – Schau auf die geschaffene Welt, und wie alles mit allem zusammen hängt. Ist dies nicht alleine schon ein Liebesbeweis? Das gleiche Wasser, welches uns erfrischt, hat schon unzähligen Lebewesen als Nahrung gedient, ebenso wie die Luft, die wir nur deshalb einatmen können, weil andere Wesen sie ausatmen. Das ist die liebende Ökologie allen Seins! (S. 268)

Dem Leben mit allen seinen Gegebenheiten zu begegnen und dabei das Herz offen zu halten, als der Ort, den die meisten Menschen als Lokalisation ihrer Liebe bezeichnen, ist die ultimative Liebespraxis. (S. 270)

Auf einmal war aus einem abstrakten Schildkröten-Es ein Du geworden, ein lebendiges Wesen. … Schuildkrötenkommunikation. … Gute Reise, liebe Schildkröte, du hast mich viel über die Liebe gelehrt, und danke für deinen Besuch bei uns. (S. 272 f.)

Ken Wilber:

Liebe auf diesen frühen Entwicklungsstufen ist Teil eines Spiels um den Mangel. … Dies ist die Ursache für die unzähligen Dramen, die sich abspielen, wenn jemand das Gefühl hat, dass seine Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Dieses Spiel ist quasi endlos, denn es ist das Wesen einer Liebe aus Mangel heraus.
Doch die Entwicklung kann weiter gehen, hin zu den Entwicklungsstufen …, wo es nicht länger um Mangelbedürfnisse, sondern um Seinsbedürfnisse geht. Erst hier kann Liebe wirklich in ihrer wahren Natur gesehen und erkannt werden, und das bedeutet in Fülle und Überfluss. einheit und höhere Verbindungen werden jetzt aus einem Erleben von Überfluss und Überströmen angestrebt. (S. 279)

Andrew Cohen

Die Erfahrung der absoluten Liebe als unendliches, zeitloses Sein ist die Entdeckung der Natur Gottes im Zustand der Ruhe. Doch wie ich erfahren habe, ist Gott auch Eros, der kreative Impuls. Beim ursprünglichen Übergang von der Zeitlosigkeit zur Zeit, vom Sein zum Werden, vom Nichts zum Etwas veränderte sich die Manifestation und der Ausdruck der unendlichen Natur des Absoluten dramatisch. Wenn Sein die Natur Gottes in Ruhe ist, so ist Werden die Natur Gottes in Aktion – Gott als Eros oder das Verlangen, in Zeit und Form zu existieren. (S. 293)

Die Liebe Gottes, die direkt aus dem Grund des Seins kommt, ist die Quelle dessen, was gewöhnlich „bedingungslose Liebe“ genannt wird. … Es ist die spirituelle Quelle aller wirklichen Heilung, von Individuen und der gesamten Welt gleichermaßen. Die Liebe Gottes als Eros hat jedoch eine andere Qualität. … Es ist eine Naturgewalt, ein vertikaler Impuls im Bewusstsein, der neue Ideen, neue Erfindungen und neue Welten schöpft. Es bringt ununterbrochen neue Potenziale hervor. Unser Verständnis dessen, was absolute Liebe ist, muss immer beide Dimensionen des ultimativen Paradoxes beinhalten. (S. 294)

Genpo Merzel Roshi:

Ich liege jenseits des Persönlichen und des Unpersönlichen. Ich bin die Identität des Relativen und des Absoluten. Ich bin Big Heart. Ich bin wahre Liebe, die bedingte Liebe wie auch  bedingungslose Liebe, bedingungslose Offenherzigkeit, das Große Herz. (S. 305)

Mein Fazit: Unter dem Strich ist das Buch „sehr gut“, weil es den Stand integraler Philosophie über Liebe „sehr gut“ widerspiegelt. So treten auch Schwachstellen auf. Evolutionär gesehen steckt die integrale Philosophie ja erst in den Kinderschuhen. Und das Buch zeigt gut auf, dass das Thema der LIEBE – im Gegensatz zu GEIST – nicht gerade ihre Stärke ist, dass hier noch starker Entwicklungsbedarf besteht. Ich wünsche der integralen Philosophie und Spiritualität einen „Urknall der Liebe“. Das Buch ist ein erste große Schwerpunktverschiebung von GEIST auf LIEBE, wenn auch noch sehr konzeptionell.

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Tom Amarque: Was wir wurden, wer wir sind …

und was wir werden können.
Eine kleine Geschichte der Bewusstseinsevolution

In seinem Nachwort weist der Autor in aller Bescheidenheit darauf hin, dass das Buch weder einen philosophischen noch wissenschaftlichen Anspruch hat. Die Evolution des menschlichen Bewusstseins ist sicher auf 190 Seiten kaum einzufangen. „Ich gebe mich nicht der Illusion hin, auch nur ansatzweise erfolgreich darin gewesen zu sein“ (S. 199). Er möchte sein Buch als erzählte Geschichte verstanden wissen. Eine schamanische Geschichte am Feuer oder eine Gute-Nacht-Geschichte für Erwachsene. Der Leser möge über den Wert für sich selbst entscheiden. Ich finde diese Geschichte der Bewusstseins-Evolution sehr gelungen und möchte sie gerne weiter empfehlen.

Die kurze, nein „kleine Geschichte“ beginnt nicht bei „Adam und Eva“, sondern da, wo die Wissenschaft sich der Evolution bewusst wird. In meinen Worten: Es war eine Art „Urknall des menschlichen Geistes“: HEGEL und SCHELLING deckten im Historizismus die Evolution des Geistes in der Geschichte der Menschheit auf, LAMARCK und DARWIN erkannten die biologische Evolution, MARX und ENGELS zeigten in der Entwicklung der Klassengesellschaften eine soziale Evolution auf, die erst in Zukunft eine wirklich menschliche Gesellschaft hervorbringen würde.

Wir im Kosmos – Die Entstehung des modernen Bewusstseins

Was für eine großartiges neues Weltbild entfaltete sich da – und mit ihr die „erste Aufklärung“. Der alte Mythos der Prämoderne von der zyklischen, ewigen Wiederkehr wird durchbrochen. Kosmische, biologische, kulturelle und soziale Evolution bekommen einen Zeitpfeil: Es gibt eine Entwicklung vom Niedrigen zum Höheren.

Je besser wir die Evolution verstehen, um so besser können wir mit ihr „mitgehen“ oder – um ein populäres Bild zu gebrauchen – „auf der Welle der Evolution surfen“ und die Kräfte, die unsere Existenz ohnehin gestalten, zu unserem Nutzen einsetzen. (S. 18)

Alles ist noch auf das Außen gerichtet, auf den Kosmos und Mikrokosmos, wie der sich den Teleskopen und Mikroskopen zeigt. Doch brüchig wird dieses Weltbild da, wo es sich immer mehr in seinen Pathologien zeigt. Doch dieses rationale, männlich orientierte Weltbild wird auch in Zukunft noch wichtig sein:

Sollten wir jemals die ökologischen Probleme der heutigen Zeit in den Griff bekommen, dann werden es moderne Bewusstseinsstrukturen sein, die dies bewerkstelligen. Weder traditionelle noch postmoderne Bewusstseinsstrukturen beabsichtigen dies, noch sind sie dazu in der Lage. (S. 63)

Das „moderne Selbst“, das Zusammenwirken von Denken, Fühlen und Handeln dieser Weltsicht, tendiert dazu, in der ES-Sprache zu sprechen. Alles IST, wie es erscheint. Wie ich etwas wahrnehme ist 1:1 so, wie „es ist“.

In dieser Welt ist auch der egoistische Wille zu Hause.  „Der moderne Wille zeigt auf die externe Welt und auf die persönliche Kraft, Ziele zu erreichen.“ (S. 71) In der Leiustungswelt von Gewinnern und Verlierern macht der „starke Wille“ zum Gewinner. In dieser modernen Welt steht das DENKEN und die VERNUNFT im Mittelpunkt: „Ich denke, also bin ich.“

Der Kosmos in uns – Die Entstehung des postmodernen Bewusstseins.

Die scheinbar „absoluten Wahrheiten“ der modernen Weltsicht mussten nach Einstein oder den Quantenphysikern „relativiert“ werden. „Alles ist relativ“ wurde zum Slogan der Post-Moderne. Auch die Wahrnehmung ist nicht objektiv, sondern „kostruiert“. Wir sehen die Welt nicht wie sie IST, sondern wie sie uns ERSCHEINT. Wir drücken uns in der Sprache relativer aus. „Mir scheint dies so und so …“

Mit der Psychoanalyse Freuds oder auch Jungs beginnt die „zweite Aufklärung“, die Aufklärung unserer Subjektivität und Innerlichkeit. Aus der Ego-Kultur wird eine WIR-Kultur, das Weibliche erobert sich Terrain vom Männlichen zurück. Mansche sehen in der Postmoderne schon das Zeitalter der Frau. Während in der Moderne der Mythos EROS als Gott stehen kann, ist es für die Postmoderne der Mythos von PSYCHE (das griechische Wort für Seele).

Der Feminismus ist mehr als alles andere das Symbol und das Kernthema der Postmoderne, und dies vor allem auch deshalb, weil es darum geht, das Weibliche gesellschaftlich zurückzuerobern und zu integrieren. (S. 106)

Kennzeichnend für die Postmoderne ist auch das „neu erwachte Interesse an der Spiritualität“ (S. 113 ff). Das postmoderne Selbst interessiert sich für Spiritualität oder Entwicklungspsychologie. Doch in dieser mehr weiblichen Spiritualität des Loslassens, Geschenenlassens, des Nicht-Tun, des SEIN liegt auch „das grüne Dilemma“ (S. 129):

Es ist die Unfähigkeit, aufgrund von sozialen Konventionen und der Ablehnung von Hierarchien Entscheidungen zu treffen, die das eigene psychische Wachstum betreffen. Der soziale Dialog kann nicht in handlungsrelevante Entscheidungen im Hinblick auf die Evolution der Psyche überführt werden.

Mit der Hinwendung auf seine Innerlichkeit wird dem postmodernen Selbst seine Neurosen und Störungen bewusst. Es beginnt, an sich zu arbeiten, „Schattenarbeit“ zu leisten. War die Domäne des modernen Menschen das DENKEN, so ist das GEFÜHL die Domäne des postmodernen Menschen. Das Wohlgefühl auf dem Weg wird selbst zum Ziel.

Das postmoderne Selbst beginnt, diesen Kontakt zum inneren Daimon (Seelenführer – JS), zu dieser starken Quelle von Inspiration, Kreativität und Glück herzustellen, denn es hat erkannt, dass in ihm das eigentliche transformative Potenzial liegt. (S. 142)

Der evolutionäre Zugewinn gegenüber dem modernen Bewusstsein liegt darin, dass das postmoderne Bewusstsein bestrebt ist, all das zu erreichen, wonvon auch das moderne Bewusstseins träumt, aber ohne seelischen Schaden davonzutragen. (S. 144)

Wille und Welt – Die Entstehung des evolutionären Bewusstseins

Diese „post-post-moderne“ Bewusstseinsstruktur nennt der Autor – zwar wie andere Autoren – „integral“, doch das Entscheidende das andere Bewusstsein, sondern die andere dominierende Domaine im Selbst. War es im modernen Menschen der Verstand, im postmodernen Menschen die Gefühle, so ist es im post-postmodernen Menschen der WILLE. Das „evolutionäre Selbst“ greift bewusst und willentlich in die Evolution auf allen Ebenen ein.

Dieses tiefe Verständnis des Wesens der psychischen Evolution, die über die Anwendung der materiellen und sozialen Evolution hinausgeht, nenne ich die dritte Aufklärung. (S. 154)

Mythologisch übernimmt die Tochter von EROS und PSYCHE das Sagen: VOLUPTAS.

Bleiben wir aber bei der römischen Form, Voluptas, so wird noch ein anderer Aspekt dieser Gottheit deutlich, und das ist der freudige Wille. (S. 157)

Vielmehr, als alle vorherigen Stufen zu integrieren, strebt das evolutionäre Bewusstsein aktiv der nächsten Entwicklungsstufe seiner selbst zu. Genau das macht es zum evolutionären Bewusstsein. (S. 160)

Frei von allen Ängsten, Aggressionen und Depressionen begreifen wir dann den Wesensgrund unserer Existenz, nämlich Freude, und können uns damit endlich vom kultureell-fundamentalistischen Buddha-Trauma befreien, nämlich dem Glauben, dass alles Leid ist. Existenz ist reine Freude, Existenz ist Wollen-Können, und dieses Wollen ist immer mehr evolutionär ausgerichtet. Dieser lebensfreudige Wille bejaht die Evolution in jeder Facette des Seins und kann sozial alle Menschen in ihrem eigenen Fortschritt unterstützen, wie er für sich selbst stets höhere Stufen der Selbstentwicklung anstrebt. Genau dies ist das Kennzeichen der evolutionären Bewusstseinsstufe. (S. 169)

Noch einen schönen Satz zum Pendant des Willens, nämlich der Liebe:

Wenn es auch der evolutionäre Wille ist, der die Liebe lenkt, so ist es doch die Liebe, die transzendiert. (S. 178)

Und als Schlussatz: „Kosmos, Psyche und Evolution. Dies ist die Dreifaltigkeit der Existenz, wie wir sie derzeit begreifen können.“ (S. 197) Und weiter: „Wir sind erst in der Halbzeit der Evolution. Und wir alle blicken voller Spannung in die Zukunft.“

Mein Fazit: Der Wert des Buches liegt in seiner Kürze, im Verschaffen eines Überblicks als Orientierungshilfe für den großen roten Faden der Evolution unseres menschlichen Bewusstseins und wie dieses Bewusstsein unsere Realität von der Prämoderne (im archaischen Bewusstsein), der Moderne (dem männlich- wissenschaftlich orientierten Bewusstsein), der Postmoderne (dem weiblich orientierten Bewusstsein der Innerlichkeit) und dem evolutionären Bewusstsein der Zukunft, in dem die Menschheit bewusst über ihren evolutionären Willen zum „Agenten der Evolution“ wird. Es kann keine bessere Vision für die Zukunft der Menschheit geben, als die Evolution schöpfungsgerecht – sagen wir „im Einklang mit Gottes Wille“ – fortzusetzen. Hier ist die Roadmap, die wir immer mehr verfeinern können und müssen.

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Tom Amarque: Der Wille

Untertitel: Ein Handbuch zur Steuerung der Evolution

Das Buch ist phänomenal! Es hat bei mir blitzartig einen neuen Horizont eröffnet: den Horizont des Willens, des willentlichen, bewussten Handelns, des bewussten Trägers der Evolution. Dabei gilt das Hauptaugenmerk des Buches dem „spirituellen Willen“, thematisiert kaum den EGO-Willen. Denn gerade beim „spirituellen Willen“ herrscht enorm viel Verwirrung: „Herr, DEIN Wille geschehe, nicht meiner.“
Was aber ist dieser „göttliche Wille“? „Was will Gott?“, um die Frage gemäß einem Buchtitel von Neal D. Walsch zu formulieren (dessen Antwort: NICHTS).

Denken – Fühlen – willentliches Handeln
(Kognition – Emotion – Volition)

Jeder kennt die Dreiteilung von Körper, Geist und Seele. Unser Körper scheint dabei der „niedrigste Teil“ zu sein. Doch machen wir uns bewusst: Die körperlosen Wesen der astralen Welt des Jenseits (seien es auch „aufgestiegene Meister“) können in die Evolution und Schöpfung nicht ein-greifen (sie haben sozusagen keine Hände zum Greifen), können keine Werkzeuge der Schöpfung sein (sich höchstens Unserer durch psychische Einflussnahme bedienen). Unser Körper ist es, der uns ermöglicht, zu HANDELN, Werkzeug der Schöpfung in dieser Evolution zu sein. Die Kraft unseres Körpers zum Handeln ist der WILLE. Veränderung bedarf des Willens. Wir sind durch unseren Willen „Träger der Evolution“.

Der Wille in der Evolution

Der Autor weist darauf hin, dass diese Entwicklungs-Kraft seit PLATO den Namen Eros trägt. Es ist die männliche Kraft der Liebe, die sich im Sextrieb ausdrückt. Die weibliche Kraft der Liebe nannte PLATO Agape. Diese männliche Entwicklungs-Kraft war in der Evolution der Menschheit bisher unbewusst. Moderne Autoren nennen sie allgemeiner „Lebenskraft“, um ein sexuelles Missveständnis zu vermeiden. In dieser unbewussten Form wird der evolutionäre Wille zum Ego-Willen männlichen Machtstrebens.
Doch wir sind heute dabei,  die Evolution zu verstehen, selbst bewusste Träger der Evolution zu werden, unseren Beitrag zur Schöpfung zu leisten. Unser Ego-Wille transformiert sich zum „göttlichen Willen“, wird mehr und mehr EINS mit dem „göttlichen Willen“. Der Autor unterscheidet 3 Entwicklungsstufen des spirituellen Willens:

Wille 1: die Einheit von Zielen, Flow und Verhalten

In der ersten Stufe ist Wille nicht einfach nur ein Wunsch, sondern eine Kraft, die sich um verändernden Verhalten zeigt. Die gesetzten Ziele werden „im Flow“ erreicht. Der Daimon (die innere Stimme, der Seelenführer nach Sokrates und Platon) beginnt die Lebensführung zu übernehmen. Seine BERUFUNG und Bestimmung zu leben ist der entscheidende Wendepunkt von Ego- zum spirituellen Willen. Das Leben erhält eine neue Intensität in Leidenschaft und Passion. Aus dem Leiden des Ego wird Freude und Ekstase des spirituellen, des wahren Menschen.

Das Einzige, was das Individuum tun muss, um sein wahres Selbst zu erkennen, ist, seinen schöpferischen Daimonen zu folgen und zu beobachten, was geschieht. Das wahre Selbst ist stets das Ziel des wahren Willens. (S. 104)

Das weibliche Pendant des Willens ist die LIEBE. „Nur durch Selbstliebe ist Wille 1 schließlich möglich.“ (S. 107) Das PAAR von WILLE und LIEBE zeigt sich darin, Widestände zu überwinden:

„Wie auch Wille zeigt sich Liebe in der Überwindung von Widerständen. Liebe (und auch Wille) zeigt sich nicht in der Abwesenheit von Widerständen. (S. 106)

Liebe ist eine Willensentscheidung, mit dem Partner auftauchende Probleme der Liebe gemeinsam zu lösen.

Wille 2: die Einheit von Sinn, Mühelosigkeit und Verhalten

Mit dem Wille 2 als nächster Entwicklungsstufe werden nun alle Lebensbereiche dem „Daimon“ (dem Seelenführer) unterstellt. „Er sorgt dafür, dass alle Handlungen zum rechten Zeitpunkt geschehen. So stellt er sicher, dass sich alle Bereiche des Lebens harmonisch weiterentwickeln.“ (S. 122)

Hier sieht man wieder die Umrisse dessen, warum und inwiefern Wille die große Generalisierung spirituellen Handelns ist. Denn Wille ist nichts anderes als praktische Spiritualität, die Umsetzung und Förderung der Evolution aller. (S. 121)

Zu den Eigenschaften von Wille 2 gehören:

  • Mühelosigkeit, mühelose Konzentration
  • Gelassenheit
  • Schaffung neuer Realität
  • das „wahre Selbst“
  • Klarheit des Denkens
  • Übernahme der Verantwortung für alles
  • Authentizität der Emotionen
  • müheloses Handeln
  • spontane Kommunikation (Freiheit von Schatten-Projektionen)
  • FREIHEIT statt Determinismus und Abhängigkeit

Wahrer Wille ist der einzige Moment, der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft verbindet, der Funke Leben, der uns unseren Weg weist. Für den Menschen ist der Wille daher nichts anderes als die Möglichkeit, sich selbst zu finden und wieder zu verlieren. Liebe erscheint dann als nichts anderes, als sich dem Transzendenten zu öffnen. Doch es ist die Liebe, die dem Willen untersteht und nicht umgekehrt, denn eine Liebe, die sich den Willen untertan gemacht hat, verliert sich. Ihr fehlt es an Richtung und Kraft. (S. 147)

Wille 3: Einheit von nondualer Kognition, nondualer Emotion und nondualer Konzentration

Spätestens jetzt tritt der Wille aus der (monokausalen) Kette von Ursache und Wirkung und erkennt, dass es eine Komplexität von Ursachen für eine Wirkung gibt. Jeder Willens-Akt erhält auch höhere Impulse. „In diesem Sinne wollen wir formulieren, dass Wille 3 immer komplexer Natur ist. Er ist es in dem Sinne, dass nicht alle Ursachen des Willens im Selbst liegt.“ (S. 153) Wir treten ein in den GROSSEN WILLEN:

Mit Wille 2 emergiert die erste VISION des Großen Willens, unscharf noch, doch deutlich genug, um das Wesen des Großen Willens zu erkennen. Worin besteht diese Vision? Der Große Wille ist die Vision um die Wandlung aller Phänomene, grenzenlos, ohne Anfang, ohne Ende. Es ist das Vorwärtsstreben und ewige Pulsieren von allem Existierenden und allem Bewusstsein in der Spirale des Lebens und Entwicklung. Der Große Wille ist nondual in seiner Natur. (S. 156)

Der Große Wille ist die nicht-dualistische Einheit von Geburt und Zerstörung, von Leben und Tod. … Dort ist alles gleichermaßen Schöpfung und Zerstörung. Das Eine kann nicht ohne das Nicht-Eine gedacht werden. (S. 157)

Dieser ‚Nullpunkt‘, diese Indifferenz hält das Potenzial der Differenzierung in sich und damit die Schöpfung der Welt. (S. 163)

Wir können das Numinose erfahren (wollen). Hier kommt der Daimon ins Spiel: Wie erwähnt, ist das wesentliche Charakteristikum daimonischen Handelns der Zustand des Nicht-Tuns während des Tuns, also die von allen Bindungen befreite Ekstase des Handelns. In diesem Nicht-Tun öffnen wir uns dem Kosmos, dem GEIST, und können mit ihm verschmelzen. (S. 175)

Wille 3, der Große Wille, wirkt immer als die nonduale Einheit von Selbst und Kosmos. Dabei gilt: Wirklich ist immer das, was wirklich gemacht wird. Das bezieht sich gleichermaßen auf die Selbst-Kenntnis sowie auf die Beobachtung der Wirklichkeit. Der Große Wille umspannt alles und erweckt alles. Er ist das Bewusstsein über die Schöpfung der Welt. (S. 178)

Mein Fazit: Die neue Spiritualität ist sehr weiblich (und das ist sehr befreiend!). Doch es wird das „Loslassen“, das „Geschehen lassen“, das „Nichts-tun“, das SEIN, die weibliche Seite des Tanzes etwas überbetont. Mit dem WILLEN wird wieder der männliche Aspekt des Tanzes betont, doch WILLE in spiritueller Reife, nicht der Ego-Wille zur Macht, sondern der spirituelle Wille zur Bewahrung und Entwicklung der Schöpfung. Das willentlich gesteuerte HANDELN ist es, das unsere Welt verändert, auch im spirituellen Sinne. Hierzu hat der Autor die Landkarte für die „Steuerung der Evolution“ erstellt.

Es geht in diesem Entwicklungsstadium der Spiritualität nicht um ein Zurück zu männlichen Werten, sondern um den Tanz und die „Verpaarung“ von WILLE und LIEBE.

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Ruediger Dahlke: Die Schicksalsgesetze

Untertitel: Spielregeln für’s Leben

Das Buch spannt einen Bogen von über 4.000 Jahren. So lange liegt es zurück, dass von der Sagengestalt > Hermes Trismegistos die sieben Gesetze oder Prinzipien des Lebens „in Stein gemeißelt“ wurden.  Seitdem finden wir immer wieder unterschiedliche Versuche, „die Spielregeln des Lebens“ als Lebensgesetze zu formulieren.
Die Reihe um Buch und Film „The Secret“ von Rhonda Byrne haben weltweit gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, in der immer chaotischer werdenden Welt irgendeine Ordnung und Struktur zu finden. Das „Gesetz der Resonanz“ ist (als eines von mehreren) längst in aller Munde.

Das Buch von Ruediger Dahlke ist seine Antwort auf diese Suche. Er knüpft dabei auch bewusst an das „Urprinzipiensystem der hermetischen Philosophie“ (S. 309 ff.) an.

Ruediger Dahlke schreibt selbst in der Einführung:

Die Zeit scheint endlich reif, die Gesetze des Lebens im großen Stil zu verbreiten. Geheim waren sie nie, auch wenn damit kokettiert wurde. Sie hielten sich lediglich vor der breiten Mehrheit in aller Öffentlichkeit geheim, wie die Formeln der Quantenphysik, die Partituren klassischer Physik oder auch der alte ägyptische Einweihungsweg auf den Tarotkarten es bis heute tun. Die allermeisten Menschen hatten einfach keine Resonanz zu den Gesetzen. (S. 11)

Was gehört also heute dazu, sein Schicksal meistern zu können?

Ich bin schon etwas überrascht, dass ich in dem Buch keine Antwort auf die Frage finde, was überhaupt „Schicksal“ ist. Nur so weit: „Es ist noch nie gelungen, das Schicksal zu betrügen.“ (S. 40) Oder: „Die bisherigen Versuche der Mehrheit, die Schicksalsgesetze zu ignorieren, ist offensichtlich aussichtslos und bringt auf allen Ebenen Nachteile.“ (S. 41)

Das Buch ist sehr, sehr dich, enthält viele, meist auch farbige Illustrationen. Es greift auf die großen Weisheitslehrer zurück, Hermes Trismegistos, Phytagoras, Sokrates, Platon, Paracelsus und schließt den Kreis mit neuen Erkenntnissen der Wissenschaft wie den morphogenetischen Feldern. Kein anderes Buch, das die Thematik dermaßen umfassend behandelt.

Die großen Themen des Buches:
7 Gesetze und 12 Urprinzipien

  • Es ist bei den „Schicksals-Gesetzen“ oder „geistigen Gesetzen“ nicht nur auf ihre „Vollzähligkeit“ zu achten, sondern auch auf ihre Hierarchie.
  • Das höchste Gesetz, „das Gesetz der EINHEIT“ (alles ist EINS) ist eigentlich kein Gesetz, weil es in diesem „Einheitsbewusstsein“ keine Gesetze gibt. Das Einheitsbewusstsein befreit uns umgekehrt von jedem Gesetz.
  • „Auf die Einheit als höchste Sphäre … folgt die Polarität und ihr Gesetz der Gegensetze oder der Zweiheit.“ (S. 21)
  • Einer Reflexion dieser ewigen geistigen Gesetzen mit Naturgesetzen bis hin zu sozialen, ethischen Gesetzen wird Raum gegeben.
  • Das Gesetz der Polarität (Yin – Yang) auf allen Ebenen des Seins führt letztlich im ethischen Bereich auch über die Reflexion von Gut und Böse: „Nehmen wir die Wertung heraus, entpuppt sich das Gute als das Bewusste, das Böse als das Unbewusste.“ (S. 65)
  • Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo Schatten ist, da ist Projektion, Wertung und Abwertung, bis hin zur Verfolgung von „Sündenböcken“. Die geistigen Gesetze fordern uns auf, unsere Projektionen zurück zu nehmen und unsere Schatten zu durchlichten.
  • „Unter den Gesetzen der polaren Welt folgt das Resonanzgesetz an zweiter Stelle und gleich auf das der Polarität. Allerdings braucht es das Wissen um ersteres, um mit letzterem sinnvoll und auf Dauer erfolgreich umzugehen. … Dieses Gesetz besagt, dass wir nur wahrnehmen, wozu wir Resonanz haben, und auch nur in Kontakt kommen, womit wir in Resonanz sind.“ (S. 101)
  • Die Welt wird zum Spiegel: Wir nehmen nur das wahr, wozu wir in Resonanz sind. Die „äußere Welt“, die wir sehen, spiegelt unser Inneres. Wenn sich unsere Welt im Äußeren verändern soll, müssen wir unsere Resonanzschwingungen im Inneren verändern.
  • Wenn die Welt, wie wir sie wahrnehmen, von unserer Subjektivität abhängig ist, dann stellt sich die Frage: „Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit“? Unsere vordergründige Wahrnehmung ist Illusion, Täuschung. Doch da gibt es noch eine „Wirklichkeit hinter unserer Wirklichkeit“. „Wir sehen also nicht die Wirklichkeit, sondern interpretieren … unsere Vorstellung davon in die Welt hinein.“ (S. 156)
  • Zum Weg der Erkenntnis: Der Wirklichkeit kann man sich auf männlich-diobolische (analytische) oder weiblich-symbolische (synthetische) Weise nähern. (S. 163)
  • Wenn unser Inneres, also unser Bewusstsein (und Glaube) für die Wahrnehmung des Äußeren verantwortlich ist, dann hat es auch die Macht, das Innere (Gesundheit) und Äußere selbst zu beeinflussen und zu verändern.
  • Alles war irgendwann neu. Doch alles ist als Samen im Anfang bereits enthalten. Das Gesetz des Anfangs ist ein wichtiges Lebensgesetz, doch den Gesetzen der Polarität und Resonanz nachgeordnet. (S. 197 ff)
  • Das Gesetz der Kausalität ist für unsere Alltagswahrnehmung plausibel, doch es wird der Wirklichkeit nicht gerecht und muss um das Gesetz der Synchronzität (S. 211 ff) zumindest erweitert, wenn nicht gar ersetzt werden. Das nur bedingt zutreffende „Gesetz der Kausalität“ und damit auch das Denken in einer linearen Zeitlinie hat unser altes Weltbild wahrscheinlich am meisten erschüttert!
  • Das Pars-pro-Toto-Gesetz (S. 218 ff) behandelt das Verhältnis des Ganzen zum Teil und ist mit dem „Gesetz des Anfangs“ verwandt. „Der wichtigste unter den Teilen ist der erste oder Beginn, in dem schon alles liegt.“ (S. 219)
  • Das Gesetz der Analogie (oder Mikrokosmos gleich Makrokosmos)
    (S. 227 ff) hat „atemberaubende“ Konsequenzen: Wenn die „mittlere Welt des Menschen“ eine Welt des Lebens, des Geistes, der Seele ist, dann auch der Mikrokosmos und Makrokosmos. Die Erde ist ein lebendes Wesen, der Kosmos lebendig und bewusst.
  • Das Gesetz der archetypischen Ur-Bilder, der morphogenetischen Felder (S. 248 ff) greif die alte These von Platon wieder auf, dass hinter allem zuerst die IDEE ist. „Unsere Welt wird offenbar von Bildern und Mustern bestimmt, die Felder aufbauen und darüber erheblichen Einfluss gewinnen …“
    (S. 251) „Auch Sheldrake geht davon aus, dass am Anfang immer ein Bild oder Muster des fertigen Wesens oder Ablaufs ist, dem die Entwicklung lediglich (nach)folgt. Das Muster liefert sozusagen den Rahmen, in den sich Energie und Materie ergießen.“ (S. 252)
  • Rituale bauen morphische Felder auf, in die sich eine neue Wirklichkeit ergießen kann. Um eine neue Wirklichkeit zu schaffen, sind Rituale die erste Wahl.
  • Das senkrechte Denken geht in die Tiefe der Deutung und Bedeutung und bleibt nicht an der nur beschreibenden Oberfläche des waagerechten Denkens. „Das Denken der Wissenschaft ist kausal und analytisch, wohingegen das der spirituellen Philosophie analog ist und sich symbolischer Bilder bedient.“
    (S. 300)
  • Die 12 Urprinzipien (symbolisiert in den 12 Tierkreiszeichen) entfalten sich aus der hermetischen Philosophie (die 1, die 2, die 3, die 4, die vielen). Hier hat das kausale Denken der „Alltags-Astrologie“ aber nicht zu suchen. „Die Sterne“ nehmen keinen kausalen Einfluss auf unser Leben. Die Sternenbilder und ihre Bewegung sind nur analoge Bilder der (platonischen) Urprinzipien und ihrer Dynamik.
  • Das Buch schließt damit ab, die Gesetze und Urprinzipien auf das Thema der LIEBE anzuwenden. (S. 342)

Mein Fazit: Wer einmal von der ganzen Thematik der „Spielregeln des Lebens“ angesteckt ist (sei es über das Gesetz der Resonanz oder das Gesetz der Anziehung“), für den sollte das Buch von Dahlke Pflichtlektüre sein. Es fördert den kritischen Verstand gegen die Verabsolutierung eines der Gesetze und unterstützt das holistische Wahrnehmen des GANZEN. Es greift weit über unser logisches Denken hinaus („Gesetze“ verführen ja dazu) und öffnet weit den Horizont des Analogen, Bildhaften, Archetypischen. Es ist eine Einführung in die waagerechte (wissenschaftliche) wie senkrechte (analoge) Weltanschauung.

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Zur Vertiefung empfehle ich:

In diesem Buch werden die nur kurz angesprochenen
12 Urprinzipien ausführlich besprochen.

Das Buch beginnt mit einer starken Einführung
in das senkrechte Denken.

>> Meine Buchbesprechung dazu

 

Die Anwendung der Gesetze und Urprinzipien
auf das Thema der Liebe wird mit „Mythos Erotik“
ein ganzes Buch gewidmet.

>> Meine Buchbesprechung dazu

Ken Wilber: Integrale Vision

Ken Wilber gilt als einer der größten Philosophen der heutigen Zeit, vielleicht ist er der visionärste. Seine Leistung besteht daran, die großen Supermächte unseres menschlichen Denkens wieder zusammen zu bringen: Philosophie, Wissenschaft und Religion. Es ist natürlich überaus anspruchsvoll. Doch Ken Wilber ist nicht nur ein theoretisierender Philosoph, ihm ist auch wichtig, dass die integrale Philosophie das praktische Leben erreicht.

Seine bisher veröffentlichten Bücher sind regalfüllend. Sein letztes ist die Anwendung der integralen Philosophie auf die Spiritualität, seine „Integrale Spiritualität“. Hier meine
>> Buchbesprechung dazu.

Es ist eine Tradition bei Ken Wilber, parallel zu Grundlagenwerken auch kurze Einführungen zu veröffentlichen. So ist das hier besprochene Buch „Integrale Vision“ eine kurze Einführung in sein aktuelles Hauptwerk „Integrale Spiritualiltät“.
Das macht die Sache nicht unbedingt leichter. Es ist ein echtes Konzentrat jahrzehntelangen Forschens und will wirklich erarbeitet werden. Doch es lohnt sich. Wir bekommen eine Ahnung über die Komplexität unseres Daseins in der Welt.Es ist nicht mehr und nicht weniger als eine Landkarte mit Anleitung für die Abenteuerreise des Lebens in eine neue Epoche der Menschheit.

Ich will das Buch so besprechen, dass ich die Fragen aufführe, die das Buch verspricht zu beantworten (die Fragen sind dem Buch selbst entnommen):

  • Wie kann ich im 21. Jahrhundert (durch die Stürme des Lebens) navigieren?
  • Wie kann unsere Leben und das, was wir wahrnehmen, Sinn für uns machen?
  • Wie wäre es, wenn ich eine umfassende Landkarte von mir selbst und der schönen neuen Welt besäße, in der ich lebe?
  • Welches sind die wesentlichen Aspekte meines eigenen Wahrnehmungsfeldes in diesem Augenblick?
  • Wie können wir diese Hauptbestandteile unseres Lebens durch eine einfache Führung selbst erfahren?
  • Was sind die verbindenden Muster aller Bestandteile unseres Lebens?
  • In wiefern ist die integrale Philosophie die wahrscheinlich erste umfassende Weltphilosophie?
  • Warum ist die Religion (wo es doch um das EINE GÖTTLICHE geht), in dieser Welt eine solche komplexe, verwirrende Kraft, welche die Geister spaltet?
  • Wie kann etwas, das auf der einen Seite so viel Liebe und Leben lehrt, auf der anderen Seite Ursache für so viel Tod und Zerstörung sein?
  • Wie kann die integrale Philosophie zum Wegweiser im praktischen Leben werden?

Ein erwachender, weiser Mensch ist keine seltsame Ausnahmeerscheinung, alleine in einer Höhle in Indien lebend oder in Tibet auf einem Berggipfel thronend. Der erwachte Weise – oder einfach der erwachte Mensch – ist in Wirklichkeit die Natur unseres eigenen Bewusstseins in seinen tiefsten Formen und höchsten Wellen, selbst hier und jetzt. Das zu erkennen und zu verwirklichen, ist Ziel der integralen Lebenspraxis. (S. 165)

Mein Fazit: In unserer Konsumgesellschaft gibt es viele Wegwerftheorien, Eintagsfliegen. Dies ist die integrale Philosophie und Lebenspraxis sicher nicht. Wenn wir uns nicht ständig im Kreise drehen, sondern ernsthaft einen Beitrag zur Entwicklung der Menschheit leisten wollen, dann ist die integrale Landkarte eine unschätzbare Hilfe. Wir können uns aus verstrickten Einseitigkeiten lösen und zum NEUEN MENSCHEN werden, der zu einem Evolutionsfaktor für diesen Quantensprung der Menschheit werden kann. Es ist eine Landkarte für ein ganzes Jahrhundert, dem Beginn des 21. Jahrtausends.

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Ken Wilber: Integrale Spiritualität

Untertitel der deutschen Ausgabe: Spirituelle Intelligenz rettet die Welt.
Original-Untertitel: A Startling New role for Religion in the Modern and Postmodern World

Wir sind auf dem Weg zu einem neuen Menschen, einer neuen Menschheit, der eigentlichen Menschwerdung des Menschen. Und nach der allumfassenden Zersplitterung und Trennung durch die Moderne und Postmoderne führt die integrale Epoche alles wieder zusammen, die neue Epoche der großen Umarmung von Allem.

Wilber schreibt dazu: „Ein neuer Tag ist angebrochen, ein neuer Morgen dämmert, ein neuer Mann, eine neue Frau zeigen sich am Horizont. Der neue Mensch ist integral, und das gilt auch für seine Spiritualität.“ (S. 9)

Wiber ist DER Philosoph der heutigen Zeit, der den Mut hat, eine „integrale Theorie von allem“ aus der Bewusstseinsforschung heraus zu wagen. Er steht in der ganzen Tradition der Denker/Philosophen, die das Göttliche vor allem als Bewusstheit, den GEIST betrachten.

Dazu gehörten Werke von Wilber, die jedes für sich bereits einen Meilenstein ausmachten:

  • Eine Synthese östlicher und westlicher Psychologie („Das Spektrum des Bewusstseins“, „Psychologie der Befreiung“, „Integrale Psychologie“)
  • Der Mensch auf dem Weg vom animalischen zum kosmischen Bewusstsein („Wege zum Selbst“)
  • Der Mensch aus transpersonaler Sicht auf der Suche nach Transzendenz („Das Atman Projekt“; „Der glaubende Mensch“)
  • „Die Halbzeit der Evolution“ von der ursprünglichen Vergangenheit bis zu ihrer integralen Zukunft („Eros, Kosmos, Logos“, „Eine kurze Geschichte des Kosmos“)
  • Wissenschaft und Forschung auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Weltverständnis („Das holographische Weltbild“, „Die drei Augen der Erkenntnis“, „Das Wahre, Schöne, Gute“, „Naturwissenschaft und Religion“)
  • Kritik des Pluralismus („Meister, Gurus, Menschenfänger“, „Boomeritis“)

Mit diesem Werk „Integrale Spiritualität“ gelingt es Wilber, den integralen Ansatz auf Religion und Spiritualität zu übertragen. Es ist sozusagen „die Probe auf’s Exempel“ seines „integralen Ansatzes“. Er stellt die revolutionäre Rolle der Religion/Spiritualität als „Förderband“ für die Evolution der Menschheit, ihrem Erwachen heraus.

Wenn aber die Religion ihr Versprechen einlöst, die Bestrebung der Menschheit zu sein, die GEIST erlaubt, durch sie zu sprechen, und GEIST sich zu seiner eigenen Manifestation tatsächlich entfaltet, dann wird Religion zum Förderband für die Menschheit, das diese von den kindlichen Schöpfungen des GEISTes zu den jugendlichen Schöpfungen des GEISTes zu erwachsenen Schöpfungen des GEISTes bringt … und weiter bis zum großen Morgen der kontinuierlichen Entfaltung des GEISTes. So sollte die große Rolle der Religion in der modernen und postmodernen Welt mit Sicherheit aussehen. (S. 276)

Gewiss kein seichtes Buch über das Göttliche, sondern ein philosophisches im besten Sonne des Wortes. HEGEL mag ein Vorfahr sein und SRI AUROBINDO und PIAGET und GEBSER und eine Menge der großen Denker der Menschheit mehr.

Die „integrale Spiritualität“ von Wilber ist aber nicht nur eine Integration in Philosophie und Religion, sondern etwas gänzlich NEUES.

  • Von der Wahrnehmung zur Perspektive. Zuerst ist die Perspektive,
    dann die (immer an eine Perspektive gebundene) Wahrnehmung. Das führt bei ihm zur „Post-Metaphysik“
  • Von der Subjektivität zur Intersubjektivität. Jede Subjektivität ist kulturell eingebettet und damit ein Teil der Intersubjektivität.
  • Das Spirituelle/Mystische ist nicht die höchste Stufe des Bewusstseins,
    sondern eine eigenständige Entwicklungslinie. Auf jeder Bewusstseins-Stufe sind Erleuchtungserlebnisse möglich, die allerdings dann gemäß der Bewusstseinsstufe interpretiert werden. So gibt es neben den Zahlreichen Arten der Intelligenz (Entwicklungslinien) auch eine spirituelle Intelligenz.
  • Es gibt bestimmte Bewusstseins-Zustände, die nicht mit Bewusstseinsstufen zu verwechseln sind. Dazu gehören das Grobstoffliche, das Subtile, das Kausale, das Nonduale. Es sind Zustands-Stufen im Gegensetz zu Struktur-Stufen.
  • Struktur-Stufen und Zustands-Stufen sind verbunden im „Wilber-Combs-Raster“. Dies führt zu einem völlig neuen Verständnis von „Erleuchtung“.
    „ERLEUCHTUNG  ist die Verwirklichung von Einssein mit allen Zuständen und allen Stufen, die sich bis zu diesem Punkt entwickelt haben …“ (S. 137)
  • Es gibt auch „spirituelle Störungen“ (Pathologien), von denen Wilber exemplarisch den „Boomeritis-Buddhismus“ bespricht: einer Egostruktur, die sich als Buddhismus verkleidet, selbsttäuscht, „spiritualisiert“.
  • Zu diesen „spirituellen Pathologien“ gehört auch die Nicht-Heilung des Schattens. Eine reine „Desidentifikation“ befreit nicht vom Schatten, sondern befördert die „unbewusstse Anhaftung“. „Die Desidentifizierung mit einem Selbst, das ich als zu mir gehörig betrachte, ist Transzendenz; die Desidentifi-zierung mit einem verstoßenen Selbst ist doppelte Abspaltung.“ (S. 187)
  • Der GEIST in drei Personen ist ein weiterer großer Beitrag der „Integralen Spiritualität“ von Wilber, eine „theoretische Erleuchtung“. Das Göttliche erscheint als ES (die Schöpfung), als DU (im Dialog) und als ICH (ICH BIN).
  • Nicht zuletzt hat die „Integrale Spiritualität“ auch eine spezielle, integrale Lebenspraxis, die weit mehr ist als Meditation, Kontemplation und Gebet.
    Ich sehe darin die ganze Stärke der integralen Spiritualität von Wilber, die alles in der großen AQAL-Matrix („alle Quadranten, alle Ebenen, alle Linien, alle Zustände, alles Typen“) integriert.

Mein Fazit: Es gibt Bücher, an denen kein Weg mehr vorbei führt. Es repräsentiert sicher die höchste Form unseres Bewusstseins über eine alles umschließende Spiritualität.

Für mein Verständnis kommt DIE SEELE zu kurz, ein sicher zentraler Begriff der Spiritualität. (Mir scheint, Wilber identifiziert die Seele mit dem Subtilen.)  Die Klärung von GEIST (Spirit) und SEELE als unterschiedliche Aspekte des Göttlichen hätte ich mir gewünscht. Das Buch ist großartig, aber sicher noch nicht das letzte Wort.

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Ervin Laszlo: Zu Hause im Universum

Ervin Laszlo schreibt selbst über das Buch: „ZU HAUSE IM UNIVERSUM ist das Produkt einer über vierzigjährigen Such nach dem Sinn durch Wissenschaft.“ (S. 213) Er ist Systemtheoretiker, aber auch politisch engagiert als Mitglied des Club of Rome und Begründer des Club of Budapest. Er ist einer der ganz Großen der heutigen Zeit. Er hat sich an die „Theorie von allem“ schon in älteren Werken hingearbeitet.
Mit diesem Buch legt er die ausgereifteste Version vor.

Das Buch ist in meinen Augen viel näher an einer „Theorie von allem“ daran, als die Physiker selbst mit ihren GUTs (Grand Unified Theories). Der einzige, dessen Arbeiten man mit denen Ervin Laszlo vergleichen kann, sind die Arbeiten von Kern Wilber zu einer „Ingetraglen Theorie von Allem“ (Integral Theorie of Everything). Ist es nicht nahezu hochstablerisch vermessen, eine solche „Theorie von allem“ vorlegen zu wollen, wenn nicht einmal die Physik zu einer einheitlichen Theorie gefunden hat? – Das Gegenteil ist der Fall! Erst die Befreiung aus dem rein physikalischen Denken ermöglicht die Sicht auf das Ganze. Die Einheit des Ganzen kommt offensichtlich nicht aus der Physik.

Der Schlüssel, eine „Theorie von allem“ zu entwerfen, ist das FELD. Das Feld ist dabei nicht nur ein physikalischer Begriff, sondern auch ein Begriff, um das LEBEN und das BEWUSSTSEIN zu verstehen. Ja, letztlich ist auch die SEELE ein Feld.

Die Grenzen der traditionellen Wissenschaft

Die Wissenschaft hat seit Descartes/Newton nicht nur Geist und Seele aus ihrem Arbeitsgebiet entfernt, sondern auch die Frage nach dem Sinn, die Frage nach dem Warum? Die Aufgabe der Wissenschaft sei es, nur zu beschreiben (beobachten), aber nicht den Sinn zu erklären. Doch diese Selbsteinschränkung muss irgendwann an den Punkt kommen, dass zu viele Fragen unbeantwortet bleiben, weil sie die Tabuzonen berührt.

Laszlo stellt einen Katalog von „Rätseln der heutigen Wissenschaft“ auf, die mit dem gängigen „Paradigma“ offensichtlich nicht zu lösen sind; Rätsel in der Kosmologie, der Quantenphysik, der Biologie und der Bewusstseinsforschung. Alle diese Rätsel scheinen zu lösen zu sein, wenn man ein Medium im „leeren Raum“ annimmt, das Nicola Telsa schon postuliert hat und es „Akasha“, „Lichtäther“ nannte. Er erntete damit nur Spott.

Dieses Medium wird heute im „Quantenvakuum“ mehr und mehr beschreibbar.

Unsere kühne, aber logische Hypothese lautet also: Das Quantenvakuum ist ein holographisches Feld, das sowohl das verbindende Medium als auch das dauernde Gedächtnis des Universums darstellt. (S. 72)

Das A-Feld und die Akasha-Chronik

In einem Vorgängerwerk sprach Laszlo noch vom „Fünften Feld“, das alles vernetzende Feld über die 4 physikalischen Grundkräfte hinaus. Jetzt ist es das A-Feld, auch in Anlehnung an die „Akasha-Cronik“, dem „Äther“, dem gespeicherten Wissen in der indischen Philosophie. Es ist nicht mehr nur das fünfte Feld, sondern das „Feld Null“, das Nullpunktfeld.

Das Akasha-Feld mag eine uralte Überlieferung über zahllose Generationen darstellen, doch das nach ihm benannte A-Feld wäre eine radikale Neuerung in den modernen Wissenschaften. (S. 73)

Der Autor geht dann die Rätsel die Wissenschaften durch (Kosmologie, Quantenphysik, Biologie, Geisteswissenschaften und Bewusstseinsforschung), um zu klären, inwiefern das A-Feld diese Rätsel lösen kann und postuliert unter anderem:

Der Schlüssel ist hier die Erkenntnis, dass das Gehirn keine biomechanische Maschine ist. Es ist vielmehr, ganz ähnlih wie der gesamte Organismus, ein „makroskopisches Quanten-system. …
Ist das Gehirn ein solches Quantensystem, dann empfängt und sendet es qiasi augenblicklich Informationen – genauer gesagt „In-Formationen“ -, indem es sich in das Feld einschaltet, das sowohl Quanten als auch Galaxien, Organismen und das ganze Netzwerk des Lebens verbindet. Dieses A-Feld vernetzt die Gehirne und den Geist der Menschheit – es ist unser gemeinsamer Informationspool. Es ist Carl Jungs kollektiv Unbewusste, Teilhard de Chardins Noospäre, das Quantenfeld von Wissenschaftlern wie Erwin Schrödinger, David Bohm und Henry Stapp.“ (S. 134)

Für die Kosmologie erklärt dieses A-Feld die faszinierende Feinabstimmung unseres Universums. Dieses A-Feld ist von den Vorgänger-Universen „in-formiert“, so dass mit dem „Urknall“ ein ganzes „kosmisch-genetisches Erbe“ mitbekommen hat – im A-Feld in-formiert:

Alle Universen, die je existiert haben und je existieren werden, müssen aus dem Quantenvakuum erwachsen und wieder darin zurückkehren. (S. 140)

Das A-Feld kann auch vieles in der lebenden Welt erklären. Es erklärt das Holo-Feld des Lebens, das alles Leben ein „umfassendes Hologramm des Gesamtorganismus“ (S. 141) ist. So wäre zu erklären, dass „das Universum ein hoch integriertes kohärenten System, ganz ähnlich einem lebenden Organismus“ (S. 144) ist. Der Lebens-Code von anderen kosmischen Orten kann über das A-Feld auch das werdende Leben auf der Erde in-formiert haben.

Aus alledem ergibt sich eine

Neue Vision der Wirklichkeit

Das in-formierte Universum ist ein Universum, in dem das A-Feld ein reales und bedeutendes Element darstellt. Dank dieses Feldes ist dieses Universum von unfassbarer Kohärenz. Alles, was sich an einem Ort ereignet, geschieht auch an anderen Orten. Nichts ist „lokal“, nichts ist auf den Ort beschränkt, wo es sich zuträgt. Alles ist global, in der Tat kosmisch, denn die Erinnerung aller Dinge erstreckt sich über alle Orte und Zeiten. Dies ist das Konzept des in-formierten Universums, die Weltanschauung, die die Wissenschaft und Gesellschaft der kommenden Jahrzehnte prägen wird. (S. 147)

Die Antwort des Autors auf die „vielleicht größte der ‚großen Fragen‘: Woher kommt das Universum?“ (S. 153)  lautet:

Da dies (die Serie der Multiversen im „Vor-Raum des Metaversums“ – JS) kaum ein glücklicher Zufall gewesen sein kann, müssen wir also zugeben, dass es einen ursprünglichen schöpferischen Akt gegeben haben muss: die „Konstruktion“ des Metaversums“ (S. 158)

Also, ein göttliches „Wesen“ als „Konstrukteur“. Und was ist die Bestimmung des Universums? „Wenn wir diese Frage betrachten, müssen wir erkennen, dass wir nach der Bestimmung, nicht dem Schicksal des Universums fragen.“ (S. 162)

Ganz ähnlich wie das Quant die freie Wahl unter erlaubten Möglichkeiten hat, bis eine Wechselwirkung seine Wellenfunktion auflöst, wird der Kosmos keinen bestimmten Endzustand einnehmen, bevor er tatsächlich dieses Ende erreicht. (S. 163)

Ist also das Erreichen eines physikalisch-biologischen-psychologischen Universums der tiefere Sinn der Evolution, vielleicht gar der Sinn der Existenz des Metaversums?  Möglicherweise, vielleicht sogar wahrscheinlich, doch die endgültige Antwort bleibt der Wissenschaft verschlossen, ebenso wie sie jedem anderen rationalen Zugang diesseits von mystischer Eingebung und prophetischer Erkenntnis verschlossen ist. (S. 165)

Die nächste große Frage, die Laszlo behandelt: „Gibt es Leben anderswo im Universum?“
Seine Antwort:

Im in-formierten Universum ist die Existenz von Leben und fortgeschrittenen Zivilisationen bei weitem wahrscheinlicher als in einem nicht in-formierten Universum. Über das A-Feld informiert und erleichtert Leben an einem Ort der Evolution die Evolution von Leben an anderen Orten, so dass die Evolution niemals bei null anfangen muss. …
Das Leben auf der Erde ist keiner biologischer, sondern einer informationellen Saat entsprungen. (S. 171)

Für unsere Evolution als Menschen und jeden einzelnen ist es wichtig „ein Gespür für das A-Feld zu bekommen“ (S. 173) Das könnte dazu führen, dass wir „mit intuitiver Sicherheit Lösungen finden, die schon bewährt und bewiesen sind – wenn auch anderswo in unserer Galaxie“ (ebenda).

Die vielleicht letzte der großen Fragen ist die Frage „nach dem wahren Gesicht der Wirklichkeit“ (S. 177)

Die Antwort auf diese uralte Frage ist heute relativ einfach. Die primäre Realität ist das Quantenvakuum, das energie- und informationserfüllte Plenum, das unserem Universum und allen anderen Universen innerhalb es Metaversums zugrunde liegt. …
Die physische Welt ist demnach eine Reflexion der Energievibrationen, die aus einer subtileren Welt zu uns gelangen, die wiederum Reflexionen eines noch subtileren Energiefeldes sind. Die Schöpfung und alle Existenz danach kommt herab und heraus aus dieser Urquelle. (S. 177)

Nach der Beschreibung der wichtigsten Eigenschaften der „primären Wirklichkeit“ (S. 179 f.) folgt der Satz:

Nullpunktenergien, das Gravitationsfeld, elektromagnetische und nukleare Felder, nicht einmal das A-Feld sind jedoch unabhängig. Auch sie nicht nicht die primäre Wirklichkeit: Sie sind Effekte eines fundamentaleren gemeinsamen Mediums. Wir haben keinen Namen für dieses Medium, doch es ist wirklich; und es ist fundamentaler als alles andere in diesem und jedem anderen Universum. (S. 180)

Laszlo diskutiert dann noch menschliches und kosmisches Bewusstsein, das diese „primäre Wirklichkeit“ noch genauer beschreibt:

Das Feld des kosmischen Bewusstseins, das sie (die Suchenden, JS) erfahren, ist eine kosmische Leere, die paradoxerweise zugleich eine essentielle Fülle ist. Obwohl sie nichts konkret Manifestes enthält, ist alles Dasein in ihr potentiell vorhanden. Das Vakuum, das diese Menschen erfahren, ist ein Plenum: Nichts fehlt darin. Es ist die tiefste Quelle des Daseins, die Wiege allen Seins. (S. 195)

Mein Fazit: Ich glaube, wir haben diesen Sprung ins neue Weltbild vollzogen, wenn wir in unserem Bewusstsein „Zuhause“ angekommen sind: Zuhause im Universum. Es ist kein kalter, toter Ort, der uns feindlich gesonnen ist, sondern unser Zuhause. Wir sind keine zufälligen und möglicherweise gar Missbildungen in diesem unendlichen All, sondern Kinder einer allumfassenden Gottheit. Unser altes, inneres und mythisches Wissen darum findet immer mehr auch wissenschaftliche Anerkennung. Die großen Supermächte des menschlichen Denkens, Wissenschaft und Spiritualität, versöhnen sich wieder.

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Lynne McTaggart: Das Nullpunkt-Feld

Untertitel: Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie

Einstein hatte es schon geahnt als er sagte: „Das Feld ist unsere einzige Wirklichkeit.“

Die Autorin, eine britische Wissenschaftsjournalistin, schreibt für den interessierten Laien die Wissenschaftsgeschichte, die dieses Feld immer mehr versteht. Es ist das alles umschließen-de Feld der Verbundenheit, das Feld der Seele und der Liebe, das Quantenfeld, der „Ozean“, von dem die Mystiker immer gesprochen haben, das Meer von Energie, das Feld des Bewusstseins, der „Heilige Geist“, die „Akasha-Chronik“.
Dieser Begriff des Feldes scheint all diese so unterschiedlichen Welten wieder zusammen zu bringen. Es hilft, unser Bild der Welt, unser Bild von Gott, unser Bild vom Menschen in Spiritualität, Wissenschaft und Philosophie wieder zusammen zu fügen. Das GANZE bekommt wieder Herz und Seele.

Wir alle stehen an der Schwelle einer Revolution – einer Revolution, die so verwegen und fundamental ist wie Einsteins Entdeckung der Relativität. Am äußersten Rand der Wissenschaft tauchen neue Ideen auf, die eine Herausforderung für unser gesamtes Weltbild und unsere Definition von uns selbst darstellen. (S. 9)

DAS NULLPUNKT-FELD ist einer der ersten Versuche, die einzelnen Forschungsergebnisse zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. (S. 19)

Das Buch ist spannende geschrieben. Die Menschen, die Wissenschaft machen, sind nicht nur „Beobachter“, sondern selbst Teilnehmer der Geschichte. Alle die Großen in der Wissenschaft haben zur Mystik oder spirituellen Systemen Zuflucht gesucht, um Begriffe für das zu finden, was sie da „beobachteten“.

Worüber die Autorin spricht, ist nicht die „Revolution der Quantenphysik“ – das ist inzwischen eher ein alter Hut. Es geht um den nächsten Schritt: nicht nur die Einheit der Naturwissenschaften zu erreichen (Mathematik, Physik und Biologie), sondern auch Natur- und Geisteswissenschaften (Philosophie) und Spiritualität. Wir leben in EINER Welt, und da wird es Zeit, dass wir auch nur EIN Weltbild haben. Das Buch präsentiert noch nicht die Lösung, erlaubt aber dem interessierten Laien, die neuesten Schritte (Stand 2001) nachzuvollziehen.

Alles im Nichts

Es existiert kein „leerer Raum“. Das NICHTS, das Vakuum, ist „ein Bienenstock voller Aktivität“ (S. 41), ein „Quantenmeer von Licht“ (S. 45), ein „Kessel voller schäumender Energie“ (S. 65). Begriffe wie „Plenum“ (Aristoteles) oder „Äther“ (Maxwell) finden in der Wissenschaft wieder zu neuem Leben. „Das Nullpunkt-Feld“ ist das Feld aller Felder.“ (S. 48) Es ist das MEDIUM für alles, was existent ist. Es hat unvorstellbar viel Energie: „Die Energie in einem einzigen Kubikmeter Raum reicht aus, um alle Ozeane der Welt zum Kochen zu bringen.“ (S. 49) Und es „speichert“ unvorstellbar viele In-Formationen: „Die Wellen des Nullpunkt-Feldes … enthalten stets umfassende Informationen über die Form von allem, was existiert.“ (S. 53).

Wenn man von jedem Ort des Universums aus Energie aus dem Nullpunkt-Feld zapfen könnte, dann würde man keinen Treibstoff mehr mit sich führen müssen, sondern könnte einfach in den Raum segeln und bei Bedarf das Nullpunkt-Feld anzapfen – einer Art universaler Windkraft. (S. 67)

Was das Nullpunkt-Feld alles erklären könnte

Es ist hier nur in herausgepickten Stichworten anzudeuten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), womit diese Erkenntnisse in anderen Teilbereichen der Wissenschaft in Verbindung stehen, einschließlich den Wissenschaften unseres Bewusstseins:

  • Auch die Schwerkraft scheint manipulierbar zu sein,
    da sie eine Funktion des Nullpunkt-Feldes ist.
  • Psychokinese, Levitation
  • Licht, das die Körperzellen selbst hervorbringen, „Biophotonen-Emission“ (Popp)
  • morphische Felder und morphische Resonanz (Sheldrake)
  • biologische Rhythmen
  • Kommunikation zwischen Zellen; „Wenn wir krank sind, schwingen unsere Wellen nicht mehr synchron.“ (S. 91)
  • „Perfekte Kohärenz ist ein optimaler Zustand zwischen Chaos und Ordnung.“
    (S. 89)
  • Homöopathie, Akupunktur
  • Jedes Molekül im Universum hat eine einzigartige Frequenz. (S. 99)
  • „Gedächtnis des Wassers“ (S. 104)
  • Frequenzen können Moleküle bis hin zu Medikamenten ersetzen (S. 111)
  • Mustererkennung des Gehirns (S. 130) „Unser Gehirn spricht … in der Sprache von Wellen-Interferenzen. … Die Welt zu erkennen, bedeutet buchstäblich, sich auf ihrer Wellenlänge zu befinden.“ (S. 133) „In gewisser Weise transformieren wir im Akt der Beobachtung die zeitlose, raumlose Welt von Interferenzmustern in die konkrete Welt von Zeit und Raum …“ (ebenda)
  • „Die Welt wahrzunehmen, bedeutet, sich auf das Nullpunkt-Feld einzustimmen.“
    (S. 144)
  • Der freie Wille: „In jedem Augenblick wählt unser Gehirn zwischen potenziellen Zuständen und macht daraus reale Zustände.“ (S. 147)
  • Bewusstsein ist überall im Körper und „aufs Wesentliche reduziert, kohärentes Licht“ (S. 148) Es ist nicht einmal im Körper, sondern im Feld (David Bohm, Ervin Laszlo). Das Gehirn ist kein Speichermedium, sondern ein Empfangsmedium. „Eine intuitive Erkenntnis könnte einfach eine plötzlich auftretende Kohärenz im Nullpunkt-Feld sein.“ (S. 150)
  • Einsatz in der „Spionage“
  • rückwärts gerichtete Wirkungen (die Zukunft verändert die Vergangenheit)
  • Wir sind nicht nur Beobachter, sondern können Wirklichkeit durch unsere „gerichtete Aufmerksamkeit erzeugen“ (S. 187)  „Es sah so aus, als hätten wir die Fähigkeit, unsere eigenen Kohärenz in unsere Umwelt auszustrahlen. Durch einen simplen Akt des Wünschens konnten wir Ordnung erzeugen. Darin drückt sich eine fast unvorstellbare Macht aus.“ (S. 187 f.)
  • Wir können die Informationen eines anderen Menschen „aus dem Nullpunkt-Feld so (aufnehmen), als seinen es unsere eigenen.“ (S. 208)
  • Wir sind nicht voneinander getrennt: „Unser natürlicher Daseinszustand ist eine Beziehung – ein Tango -, ein Zustand permanenter gegenseitiger Beeinflussung.“ (S. 210)
  • „Wo endet das Individuum, und wo beginnt es? Wenn alles, was geschieht, eine Wechselwirkung ist, und Gedanken ein gemeinschaftlicher Prozess sind, brauchen wir vielleicht eine starke Gemeinschaft guter Absichten, um in der Welt gut zu funktionieren.“ (S. 211)
  • „Doch es gab keinen Zweifel, dass wir alle auf einer bestimmten Ebene unseres Bewusstseins Zugang zu sämtlichen Informationen über alles in der Welt hatten.“ (S. 239)
  • „Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen zu einem ausgedehnten HIER UND JETZT.“ (S. 258) „In gewissem Sinne sind wir Zeit und Raum. Wenn wir durch den Akt der Wahrnehmung Energie ins Bewusstsein bringen, schaffen wir getrennte Objekte, die durch ein messbares Kontinuum im Raum existieren. Indem wir Zeit und Raum schaffen, erzeugen wir unser eigenes Getrenntsein.“
    (S. 259)

Zukunftsmusik

Die menschliche Absicht als Kohärenz des Bewusstseins sollte nach alledem ein außerordentlich potente Heilkraft sein (S. 264 ff.) – mit einem verblüffenden Ergebnis:

Bei Elisabeth Targs Studie schien es im Grunde keinen Unterschied zu machen, welche Methode eingesetzt wurde, solange die Teilnehmer (die Heiler, JS) sich auf die Absicht konzentrierten, einen Patienten zu heilen. (S. 283)
Nicht sie selbst hatten geheilt, sondern sie hatten gebeten: „Möge diese Person bitte geheilt werden.“ (S. 284)

Das Buch endet mit dem „Nullpunkt-Zeitalter“. Hier geht es in die Welt des Sciencefiction, was alles denkbar ist: Levitation, „endlose Versorgung mit Etwas aus dem Nichts“ (S. 316), Raumschiffe zehnmal schneller als die Lichtgeschwindigkeit (S. 319), Wurmlöcher als „kosmische Untergrundbahnen“ (S. 320)

Doch bis dahin braucht es eine einheitliche Physik, die auch die Quantenphysik entmythologisiert:

… wenn die Väter der Quantentheorie die klassische Physik mit dem Nullpunkt-Feld in Verbindung gebracht hätten, dann wären die Ergebnisse für die wissenschaftliche Gemeinschaft sehr viel befriedigender gewesen, als sie vielen nicht zu beantwortenden Fragen der Quantenphysik tatsächlich der Fall war. Manche Physiker glauben, dass die Quantentheorie eines Tages durch eine modifizierte klassische Theorie, die das Nullpunkt-Feld berücksichtigt, ersetzt werden könnte. Die Arbeit dieser Wissenschaftler könnte dazu führen, dass man das Wort „Quanten“ aus der Quantenphysik streicht und stattdessen eine einheitliche Physik entwickelt, die für die Welt im Großen wie im Kleinen gilt. (S. 324 f.)

Zusammenfassung:

Die Kommunikation der Welt vollzieht sich nicht im sichtbaren Reich von Newton, sondern in der subatomaren Welt des Werner Heisenberg.
Zellen und DNA kommunizieren über Frequenzen miteinander.
Das Gehirn registriert und speichert seine Bilder von der Welt in Form pulsierender Wellen.
Das Universum wird von einer Substruktur untermauert, die im Grunde genommen ein Speichermedium für alles ist und die Voraussetzung dafür schafft, dass alles mit allem kommunizieren kann.
Die Menschen sind nicht von der Umgebung zu trennen. Das lebendige Bewusstsein ist keine isolierte Einheit. Es erhöht die Ordnung im Rest der Welt. Das Bewusstsein menschlicher Wesen hat unglaubliche Kräfte zum Inhalt, die uns befähigen, uns selbst und die Welt zu heilen – die Dinge gewissermaßen so zu gestalten, wie wir sie haben wollen. (S. 325 f.)

Weiter noch:

Die kommende wissenschaftliche Revolution kündigt das Ende jeder Art von Dualismus an. Weit davon entfernt, Gott zu zerstören, liefert die Wissenschaft erstmals einen Beweis für seine Existenz – indem sie demonstriert, dass es dort draußen ein höheres kollektives Bewusstsein gibt. Wir brauchen jetzt keine zwei Wahrheiten mehr, die Wahrheit der Wissenschaft und die Wahrheit der Religion. Eine einheitliche Vision der Welt reicht aus. …
Wir haben viel mehr Macht, als wir selber glauben, uns selbst, unsere Mitmenschen und unsere Gemeinschaften zu heilen.
(S. 328)

Mein Fazit: Wenn wir als wissenschaftlich interessierte Laien einigermaßen auf der Höhe der Zeit sein wollen, dann ist dieses Buch eine wirkliche Hilfe.

Auch die (verwirrenden) Erkenntnisse der Quantenphysik sind inzwischen ein Jahrhundert alt. „Das Nullpunkt-Feld“ geht den entscheidenden Schritt über die Quantenphysik hinaus:
das NICHTS als Potenzial für ALLES. Es ist wichtig, dieses FELD nicht nur physikalisch zu verstehen, sondern auch spirituell: die alles umfassende VERBUNDNHEIT.

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