Wernard Bruining: Hanf heilt

Untertitel: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin

Es ist das erste Buch, das ich über Hanf lese – ich habe in meinem Leben bisher auch noch keinen Kontakt zu Cannabis gehabt (der wissenschaftliche Name von Hanf). Nur ist in meinem neuen Domizil in der Schweiz im Keller eine Indoor-Hanfplantage – und das ganz legal! Hier wird medizinischer Hanf frei angebaut, was mich zuerst irritiert und dann erst recht neugierig gemacht hat.

Das Buch ist für mich eine Offenbarung! Und das, nachdem ich vor einigen Tagen noch das Buch „Manifest für Erde und Mensch“ von Pierre Rabhi besprochen habe – und dieses Buch mir gleich die Antwort gibt: die Lösung eines großen Teil der Weltprobleme kann durch Hanf geschehen, indem die Menschheit vom Erdöl wieder zurück zum Hanf findet. Ich war mir nicht bewusst, was für eine zentrale Rolle Hanf für die Menschheit früher spielte bis mit dem Hanfverbot 1937 in den USA diese regelrechte Symbiose zwischen Mensch und Hanf durch Erdöl brutal aufgebrochen wurde. Hätten die Mächtigen (von Wirtschaft, Politik und Religion) den Hanf nicht kriminalisiert und verteufelt, gäbe es die Menschheitsprobleme von heute wohl nicht!  Wir müssen quasi nur zum „goldenen Hanf-Zeitalter“ zurück! – Das klingt jetzt sicher alles nach „Hanf-Verschwörung“ vor 80 Jahren. Doch die jetzt zu wissen, gehört zur Offenbarung des Buches und dem Ende meiner eigenen Verdummung.

Mit dem Buch „Hanf heilt“  bin ich gleich an der Quelle bei dem Niederländischen Hanf-Pionier Wernard Bruining, von dem sogar der Begriff des medizinischen Cannabis kommt. Das Buch ist sehr entspannt geschrieben und extrem gut zu lesen. Wie jemand, der sein halbes Leben um die Legalisierung von Hanf gekämpft hat und nun weiß: Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Wir Menschen können auf Hanf als Nutzpflanze, als medizinisches Heilmittel oder als Genussmittel gar nicht mehr verzichten: der letzte Strohhalm unserer Menschheit. Nun wird das Hanf-Verbot immer mehr gelockert, ein Staat nach dem anderen kommt im eigenen Interesse zur Besinnung (für mich ist überraschenderweise Israel einer der Pioniere). Verantwortliche Politiker haben erkannt: Jetzt ist Wendezeit oder nie wieder.

Doch Wernard Bruining geht es gar nicht so sehr um die große Politik: Er setzt auf jeden einzelnen Menschen, sein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen. Der Hauptteil des Buches (gute Dreiviertel) sind „Fallstudien“ von Menschen, die das medizinische Hanföl genommen haben, um sich von allen möglichen Beschwerden wieder zu befreien. Das Buch ist voller medizinischer Wunder, dokumentiert und gut bebildert. Damit wirklich wieder zur Volksmedizin wird, enthält das Buch auch eine Anleitung, Hanföl für den medizinischen Eigengebrauch selbst herzustellen. 

Ich erklärte, dass ein Teil der Philosophie des medizinischen Cannabis darauf beruht, dass die Menschen lernen, sich selbst zu helfen und sich nicht passiv und abhängig zu halten. (S. 171)

Das Buch ist kein akademisches Buch, kein medizinisches Buch, kein politisches Buch. Es ist so locker und farbenfroh geschriebenen, dass es selbst Jugendliche gerne lesen werden. Es ist aufklärerisch, hilfreich und nie mit erhobenem Zeigefinger, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Der Autor verweist auf die Wahlfreiheit des Menschen vor Gott, warum nicht auch vor unseren Regierungen? Gott hat uns frei geschaffen, die Regierungen brauchen dagegen Schafe, die sie gängeln können. Wie brachte es  Friedrich Schiller so schön auf den Punkt: 

„Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ 

Ein besseres Buch, Cannabis wieder zur Volksmedizin zu machen, kann ich mir kaum vorstellen. „Hanf heilt“ meint aber noch weit mehr und schließt unsere Mutter Erde mit ein.


 

Hanf heilt: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin (KLICK)

Pierre Rabhi: Manifest für Mensch und Erde

Untertitel: Für einen Aufstand des Gewissens

Pierre Rabhi (geboren 1938) ist ein in Frankreich bekannter „Öko-Agrar-Rebell“, Begründer der ökologischen Landwirtschaft in Frankreich. Er kam als Emigrant („Flüchtling“) mit dem Algerienkrieg 1954 aus der algerischen Wüste nach Paris, um später im Süden Frankreichs als Landwirt eine ökologische Landwirtschaft zu erproben und bekannt zu machen. Er „exportiert“ sein Landwirtschafts-Modell „Oasen an allen Orten“ an die armen Bauern in der „Dritten Welt“. 2007 gründete er die „Bewegung für die Erde und den Humanismus“ (mit einem Kolibri als Symbol).

Mich hat es schon überrascht, dass das Vorwort zu diesem Manifest vom ehem. Umweltminister Frankreichs, Nicolas Hulot, formuliert wurde (hier in Deutschland sicher undenkbar). Er schreibt:

„Es kommt auf jeden Einzelnen an. Ohne die Werte der Nüchternheit und des Maßhaltens, ohne Verantwortungsbewusstsein, ohne eine Revolution des Geistes; kurz: ohne die innere Verwandlung des Einzelnen wird die Verwandlung der Welt scheitern. …
Ich glaube wie Pierre, dass der „Aufstand“ des individuellen Gewissens gegen alles, was dem Leben fremd ist und die Lebenswelt zerstört, eine notwendige Bedingung dafür ist, dass die Menschheit dem Schlimmsten entgeht und gleichzeitig die Grundlagen für eine neue Zeit mit einem besseren Leben legt.“ (S. 7)

Die Erde krankt an der Menschheit

Der Planet gehört uns nicht, wir gehören ihm. Wir vergehen, er bleibt. (S. 13)

Der außer Rand und Band geratene Mensch („immer mehr!“) wird die Erde niemals zerstören können. Er zerstört nur sich selbst, doch reißt er viele Arten mit sich, zerstört selbstsüchtig die Natur mit seiner EGO-Kultur. Die Geisteskrankheit, Ignoranz und Zynismus des Menschen bestehlt darin, die Erde nicht als Nährerin allen Lebens, als „Große Mutter“ zu versteht, sondern als „Lagerstätten von Ressourcen“ (S. 43), die er hemmungslos ausbeuten darf. Dazu gibt er sich selbst das Recht! Diese Entfremdung von Mutter Erde, von der Natur, der Schöpfung ist es, das den Menschen in den Wahnsinn der Selbstzerstörung treibt.

Denn die Erde, das Wasser, die tierische und pflanzliche Vielfalt sind keine Ressourcenstätten, sondern stellen ein Gemeingut dar, welches das Leben und Überleben von uns allen garantiert. Dringend muss dieses Gemeingut von jeglicher Finanzspekulation befreit werden, die es verschleudert und den Geldverdienen überlässt. (S. 42)

Pierre bringt vieles auch sprachlich schön auf den Punkt, als Beispiel: Was für uns früher noch eine „Speise“ war (wie sprachen gar von „Götterspeise“), ist inzwischen schon zum „Fraß“ geworden (ein zutreffendes Wort!): Müll, den wir uns tagtäglich „einverleiben“ und so unseren Leib vermüllen (wie außen, so innen).

Die Erde erblüht am Menschen 

Die Frage ist, warum die Erde dieses „missratene Geschöpf Mensch“ nicht einfach beseitigt, den KREBS MENSCHHEIT einfach operativ rausschneidet. Eine solche „Rache Gaias“ (James Lovelock) würde doch viele ihrer Kreaturen vor diesem Monster Menschheit retten.

Doch Mutter Erde, GAIA, ist eine liebende Mutter, sie ist keine Rachegöttin. Ihre ganze Hoffnung auch auf ihre eigene Bewusstwerdung lag in den Menschen, der Krone aller ihrer Kreaturen. Sollte sie es vernichten, dann wäre es ihr eigen „Fleisch und Blut“. Eine liebende Mutter würde dies nie übers Herz bringen, ist ihr Kind auch noch so im Wahn der Omnipotenz. Sie gibt uns immer und immer wieder die Chance der Besinnung. Und Pierrs Manifest ist eine solche eindringliche Besinnung.

Die Menschheit muss zum wahren Humanismus wiederfinden, ein Humanismus, der im Punkt OMEGA (Teilhard de Chardin) auf den Menschen als „Gottmenschen“ (wie Buddha, Jesus, Mohamed und andere) ausgerichtet ist. Das ist auch der Plan von Mutter Erde. Dieser wahre Humanismus ist ein Teil ihrer Seele als Erdenmutter. Ihre Seele kann uns nicht aufgeben; es wäre ein Stück Selbstaufgabe! 

Das ist eine der Kernbotschaften von Pierre: Ein wahrer Humanismus entfremdet uns nicht, sondern verbindet uns immer mehr mit Mutter Erde, weil wir so unserer Berufung „wahrer Mensch zu werden“ in ihrem Sinne gerecht werden.

Das ist die immer wiederkehrende Botschaft: Es liegt in jedem einzelnen, es liegt in DEINER Verantwortung, „wahrer Mensch“ zu werden. Nichts anderes ist DEINE Lebensaufgabe.

„Die Sinfonie der Erde“

Das Buch von Pierre wiederholt sicher viele Anklagen an die Menschheit (Genügsamkeit statt „immer mehr!“ usw.), doch es ist wichtig, dass wir uns auch nicht in Selbstanklagen weiter zustören. Was mir an diesem Manifest am meisten ans Herz geht: Pierre hat sich als Mensch mit Mutter Erde längst „versöhnt“. Sein „Aufstand des Gewissens“ kommt nicht aus Selbstanklage, sondern aus Liebe: Liebe zur Erde, zur Natur, zur Schöpfung. Sein Gewissen erwacht aus einer tiefen Verzauberung an der Schönheit und Harmonie der Schöpfung.

Ehe die Welt verändert wird – muss sie nicht vielmehr wiederverzaubert werden? Sollten wir sie nicht vielmehr lieben und bewundern, um so die Energie zu finden, uns um sie zu kümmern? Es ist diese tiefe Liebe zu dem, was ich die „Sinfonie der Erde“ nenne, die mich unabhängig von alarmierenden Befunden über gegenwärtige und zukünftige Katastrophen dazu veranlasst, an der Umsetzung von Lösungen zu arbeiten. (S. 57)

Das Buch gehört im Grunde zur Pflichtlektüre der höheren Klassen unserer Schulen, denn unsere Jugend kann nichts Wichtigeres lernen als das, wozu das Manifest aufruft. Sie sind die letzten Zerstörer der Menschheit oder die ersten Erbauer einer neuen Menschheit im Einklang mit der Erde. Und es IST leider so dramatisch, wie es kling.

Es ist gar nicht einmal so schlimm, dass dies wahrscheinlich reine Illusion ist (ich hoffe, es ist in Frankreich anders!). Schlimmer noch ist, dass man es sich nicht einmal „vorstellen“ kann, dass unser Bildungssystem solche gesellschaftlichen Impulse aufnimmt und sich verantwortlich für die Zukunft der Menschheit fühlt. Das „Humankapital“ hat unsere Pädagogik, unsere Bildungseinrichtungen, unsere Kinder und Jugend längst im Griff des seelenlosen Mythos „immer mehr!“. Und wenn eine Gesellschaft ihre Seele verloren hat, dann ist sie verloren. Doch im Sinne des Manifestes: Die Seele der Erdmutter und unsere Seele mögen wieder EINS werden!

 

Pierre Rabhi: Manifest für Mensch und Erde: Für einen Aufstand der Gewissen (Klick)

Dalai Lama: Seid Rebellen des Friedens

Der neue Appell des Dalai Lama an die Welt – mit Sofia Stril-Rever

Dieser Appell des Dalai Lama ist vor allem ein Appell an die Jugend, an die zur Jahrtausendwende Geborenen.

Am Horizont wird eine neue Seite im Buch der Menschheit aufgeschlagen, und ihr, meine lieben jungen Freunde, beginnt darauf die Geschichte eines neuen Jahrhunderts zu schreiben, die vielleicht die schönste und glücklichste der Menschheit wird. (S. 23)

Sein Appell ist durchaus dramatisch und eindringlich:

Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert des Friedens sein – oder das Ende der Menschheit bringen. Jugendliche der Welt, ich appelliere an euch, die erste friedliche Generation auf einer brüderlichen Erde zu sein. Baut eine Weltbürgerschaft auf! Und lasst das keine Utopie, sondern ein strategisches Ziel sein.“  (S. 24)
Schließlich seid ihr die letzte Generation, die sich mit der Gefahr konfrontiert sieht, dass das Leben von der Erde verschwindet, und damit seid ihr zugleich die Letzten, um etwas dagegen zu tun. Nach euch ist es zu spät. (S. 44)

Die Revolution des Mitgefühls und der Seele

Der Dalai Lama spricht von einer Revolution, doch einer friedlichen Revolution, einer Revolution des Mitgefühls und der Seele für alle lebendigen und beseelten Wesen (dazu gehören auch die Pflanzen, die Flüsse, die Meere). Er weiß dabei auch um die entscheidende Rolle der Frauen und Mütter:

Junge Frauen, ich appelliere an euch, die Mütter der Revolution des Mitgefühls zu sein, die dieses Jahrhundert so dringend braucht. … Junge Frauen dieses Jahrhunderts, seid die Pionierinnen der größtmöglichen aller Revolutionen! (S. 39 / 41)

Das Scheitern der Religionen

Wie schon in seinem ersten Appell „Ethik ist wichtiger als Religion“ (> meine Buchbesprechung) geht der Dalai Lama sehr kritisch mit den Religionen der Welt um:

Keine hat es geschafft, dass wir zu besseren Menschen werden, keine hat für das Entstehen einer besseren Welt gesorgt. deshalb habe ich keine Scheu zu sagen, dass wir heutzutage über die Religionen hinausdenken müssen. Ohne Religion kann man auskommen. Aber ohne Liebe und Mitgefühl? Nein. (S. 43)

Kriminelle Produktionsmethoden (S. 45)

Die Kritik des Dalai Lama an den Herrschenden der Welt nimmt kein Blatt vor den Mund und knüpft an die Französische Revolution im Geiste von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ an, ergänzt durch einen vierten Punkt, Gerechtigkeit (S. 29). Er bezeichnet sich in diesem Sinne nicht nur als Schüler von Buddha, sondern auch als „Schüler von Karl Marx“ (S, 32 f.)

Was also die Verteilung von Reichtümern und das Prinzip der Brüderlichkeit angeht, bin ich Marxist.“ (S. 33)

Seine Schlussworte in dem kleinen Büchlein:

Bewahrt euch den Enthusiasmus und den Optimismus eurer Jugend, um zu einer gerechten  und glücklichen Zukunft aufzubrechen. Die Revolution des Mitgefühls ist im Gang, und ihr, meine jungen Freunde, verkörpert sie. (S. 64)

Bei den Urvölkern wurde der Rat der „Alten“ noch befolgt. Die Alten waren immer die Weisen. Und wenn man den Dalai Lama liest oder hört, klingt diese „Weisheit des Alters“ immer ganz besonders durch. Wenn unsere Welt einen Ältestenrat der weisesten Menschen hätte, dann wäre der Dalai Lama wahrscheinlich und zu Recht der Vorsitzende. Wir müssen uns dabei bewusst sein, was er leibhaftig in seinem über 80-jährigen Leben alles auf unserem Planeten wirklich als Zeitzeuge erlebt hat. Zur Weisheit des Alters gehört es auch, die Jugend nicht zu verurteilen, sondern besondere Hoffnung in die Jugend zu legen. Das Buch ist ein solch eindringliches Manifest an die Jugend. Zur Weisheit des Alters gehört es auch, mit wenigen und einfachen Worten etwas auf den Punkt zu bringen, was andere nicht einmal in ganzen Büchern schaffen. Das ist auch das Lesenswerte dieses Appells: Es kommt auf den Punkt!

Der Dalai Lama hat auch einen ganz besonderen Bezug zu Europa und dem Ende des kalten Krieges in Europa, speziell einen besonderen Bezug zu Frankreich und Deutschland. Für ihn ist Europa ein Vorbild und Modell für die friedlicher Vereinigung der Länder und Völker in der Neuen Welt. Wir Europäer haben eine ganz besondere Verantwortung, dass die Vision des Dalai Lama aus dem Herzen Europas in die ganze Welt getragen wird – wie einst die Französische Revolution das Fanal für die Neue Zeit wurde – nur in unserem Falle ist es eine weltweite friedliche Revolution wie einst Fall der Berliner Mauer.

Auch wenn der Dalai Lama sein „Manifest für den Frieden“ (so sollte es gelesen werden) als Zweiundachtzigjähriger fast schon wie sein geistiges Vermächtnis formuliert (Das Ende meines und der Beginn eures Lebens kreuzen sich– S. 23), wünsche ich ihm und der Neuen Welt, dass er auch das Freie Tibet noch erleben darf.

Mein Appell: Macht diese Buchbesprechung und das Buch bekannt und verschenkt es auch.

Der neue Appell des Dalai Lama an die Welt: Seid Rebellen des Friedens (Klick)

Michail Gorbatschow: Kommt endlich zur Vernunft –

NIE WIEDER KRIEG

Das Kleine Büchlein ist aus einer Reihe, herausgegeben von und in Gesprächen mit Franz Alt „Appelle an die Welt“. Franz Alt stellt ihn im Vorwort Gorbatschow als „großen Versöhner aus Moskau“ vor. Gerade jetzt, wo die Säbel von Trump und Putin wieder um Syrien rasseln, manche schon eine Atmosphäre ähnlich der Kuba-Krise sehen, wird dieser Appell Gorbatschows um so aktueller. Es tituliert sein Vorwort: „Wir sind EINE Menschheit“.

Auf die Frage von Franz Alt. „Für mich sind Sie der größte Visionär des 20. Jahrhunderts für eine bessere Welt. Sind Sie persönlich enttäuscht über die Rückschläge, die wir heute weltweit sehen?“, antwortet Gorbatschow  “ … Mein Werk ist nicht tot. Deshalb gibt es auch keine persönliche Enttäuschung.“ (S. 17).

Es geht ja nicht darum, den historischen Verdienst Gorbatschows zum Ende des Kalten Krieges noch einmal zu würdigen. Wir verlieren in den täglichen Nachrichten leicht den ganzen Zusammenhang der politischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

Was bei dieser großen Einschätzung der Weltlage aus der Sicht Gorbatschows interessant ist, dass die Russen sich immer als Europäer verstanden haben.

Ich persönlich glaube daran, dass wir auf das Projekt Groß-Europa unbedingt zurückkommen werden. Dass wir letztendlich alle in einem gemeinsamen  europäischen Haus leben werden. (S. 33)

Gorbatschow beschwört die alte Freundschaft zwischen Deutschland und Russland: „Ziehen die Russen und die Deutschen an einem Strang, profitieren beide davon. Und alle anderen Europäer ebenfalls.“ (S. 42) Es kann dabei nicht um eine Machtpolitik gehen mit einer neuen Achse, sondern um

ein Jahrhundert der moralischen Reinigung und der geistigen Genesung der Menschheit, ihrer allumfassenden Renaissance.“ (S. 46)

Das Buch ist mehr als eine Perspektive eines „alten Freundes“ des deutschen Volkes aus der Sicht von Moskau. Es hat mich nicht weniger ergriffen als das Büchlein von Franz Alt mit Dalai Lama aus der gleichen Reihe!

 

Michail Gorbatschow: Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg!: Ein Appell von Michail Gorbatschow an die Welt (Klick)

 

Thomas Schmid: Europa ist tot, es lebe Europa!

Untertitel: Eine Weltmacht muss sich neu erfinden

 

Ich fühle mich schon lange mehr als Europäer denn als Deutscher, lebe mehr in Südfrankreich als in Deutschland. Deshalb hat mich das Buch vom Titel her sehr angesprochen. [Aktuell finde ich die neue Europa-Initiative des französischen Präsidenten Macron gut – und die Zustimmung der neuen Deutschen Regierung, Europa eine höhere Priorität einzuordnen, auch dringlich. Ich hätte mir – ehrlich gesagt und ohne SPD-ler zu sein – Martin Schulz deswegen in der neuen Regierung gewünscht, sogar als „Europa-Außenminister“.]

Natürlich haben mich auch die aktuellen Ereignisse in Europa „betroffen“ gemacht: die Krise um Griechenland, Brexit, Flüchtlingskrise, die Haltung der osteuropäischen EU-Länder, die (anti-europäische) Großmachtpolitik Putins und Trumps. Europa kann auf all das mal wieder nur re-agieren. Europa ist eine Weltmacht, verhält sich aber nicht so.

Das Buch ist sehr kenntnis- und geistreich geschrieben, doch es hinterlässt bei mir ein gemischtes Gefühl. Ich habe viele Zusammenhänge besser verstanden, verstehe sogar die Briten und Osteuropäer besser, den Interessenskonflikt zwischen Frankreich und Deutschland. – Ich weiß aber nicht einmal, ob ich das Buch richtig verstanden habe. Denn Titel und Untertitel passen für mein Verständnis gar nicht recht zum Buchinhalt. Der Titel hat etwas Aufrüttelndes, der Inhalt nicht, ist eher seelenlos „durchrationalisiert“.

Der Autor schreibt doch selbst:

Die Europäische Union täte gut daran, in dieser Spur zu bleiben (Hervorhebung JS): Teilung der Macht, verschiedene Gravitationszentren und Gemeinschaftshandeln nur dort, wo es … zwingend geboten oder … eindeutig von Vorteil ist. (S. 223)

Das waren die Stärken Europas (sie werden gut herausgestellt). Wieso ist das tot und warum muss sich Europa neu erfinden? An anderer Stelle (S. 206) schreibt der Autor selbst, wie problematisch es ist, etwas „neu erfinden zu wollen“. Kapiere ich einfach nicht.

Ich fühle mich als Leser zwar gut informiert – Zusammenhänge sind klarer geworden. Doch ich fühle mich von dem Buch gar nicht wirklich als europäischer Bürger angesprochen, der Intellekt mit Mühe noch, in der Seele überhaupt nicht. Das Buch ist mir eher ein „Sekten-Buch für Intellektuelle“ (um den Sektenbegriff des Autors S. 111 zu verwenden). Es scheint mir eher ein Buch für das Selbstverständnis einer Medien- und Politelite zu sein. Ich gehöre nicht dazu. Das Buch geht über meinen Kopf. TROTZDEM: ein aufklärerisches Buch über Europa, das notwendig ist und gut tut, weil Europa in der Öffentlichkeit fast immer noch ein Tabu-Thema ist. Ich bin heilfroh (…), dass ich es gelesen habe.

Thomas Schmid:  Europa ist tot, es lebe Europa!: Eine Weltmacht muss sich neu erfinden

 

Rüdiger Dahlke und Christoph Hornik: Die 4 Seiten der Medaille

Untertitel: Eine einfache Methode, um unsere wahre Mitte zu finden


Gleich vorweg: Das Buch ist ein reines Praxisbuch zur Selbsterforschung, eine Methode, sich aus der Schwarz-Weiß-Polarität und -Dualität zu befreien. Es ist nicht ganz voraussetzungslos. Hilfreich ist, „Die Schicksalsgesetze“ und „Schatten-Prinzip“ von Ruediger Dahlke zu kennen bzw. mit dieser Thematik vertraut zu sein. Das Buch führt zwar noch kurz in die „Grundlagen der Spielregeln des Lebens“ ein (1. Teil) – für Kenner eine kurze Wiederholung bzw. Zusammenfassung von Vertrautem – doch im Wesentlichen ist es ein Führer für die ernsthafte Selbsterforschung und Überwindung von Energieblockaden durch festgefahrene emotionale und mentale Muster.

2. Teil: Warum hat die Medaille jetzt 4 Seiten?

Dass alles seine 2 Seiten hat, ist ja sprichwörtlich. Diese Schwarz-Weiß-Sichtweise greift für einen tiefgreifenden Heilungsprozess aber zu kurz. Das, worunter wir leiden (Seite 1) hat nicht nur einen erwünschten Gegenpol (Seite 2). Auch unsere Wünsche und Sehnsüchte (also: Seite 2) haben ihre Schattenseiten (Seite 3). Hier verbirgt sich der wirkliche, nämlich noch unbewusste Schatten. Doch in diesem Prozess ist es im 4. Schritt sogar möglich, auch dem ursprünglichen Leiden (also Seite 1) eine positive Seite (die Seite 4) abzugewinnen. Erst wenn alle 4 Aspekte berücksichtigt sind, finden wir in unsere MITTE und damit zur Gelassenheit.

Wir können nicht nur in Opposition zu jemandem stehen, sondern auch mit ihm über Kreuz sein.  Durch den direkten Gegenpol werden Schattenthemen meist sofort deutlich, aber das, womit wir über Kreuz sind, enthüllt noch mehr und manchmal tiefere Schattenaspekte. (S. 41)
Das Spiel mit der Opposition haben wir oft im Schatten-Prinzip  geübt, die dritte und vierte Seite der Medaille, die nun ebenfalls einbezogen und gewürdigt werden, erleichtern es, klarer zu sehen und schließlich in die Mitte zu gelangen. (S. 42)

3. Teil: Mit den vier Seiten der Medaille arbeiten

Dieser Hauptteil erläutert – noch recht abstrakt – den vierstufigen Prozess:

  • Das Thema benennen und die emotionale Ladung einschätzen
  • Die vier Seiten aufschlüsseln und im Tetragramm (4 Quadranten-Tabelle mit 4 Feldern im Kreuz) darstellen
  • Durch Symbole die Botschaft der Seele in den einzelnen Feldern wahrnehmen und den SINN des Ganzen wahrnehmen
  • Das Erkannte körperlich und energetisch integrieren.

Beim Aufbau und Weg durch das Tetragramm beziehen Sie die inneren Bilderwelten und den intuitiven Zugang ein sowie die Gefühlsebene. … Wenn der Weg durch das Tetragramm erfolgreich abgeschlossen ist, erfolgt automatisch die Integration auf physischer und feinstofflicher Ebene. Somit wirkt die Methode ganzheitlich und nachhaltig. (S. 56)

4. Teil: Praktische Beispiele zu 12 Stressfeldern

Dieser 4. Teil (ab S. 57) umfasst die Hälfte des Buches, legt also großen Wert auf anschauliche Fallbeispiele aus 12 typischen beruflichen und privaten Stressfeldern, die ich hier gerne aufführe:

  • Desinteresse – Interesse
  • Rücksichtslosigkeit – Rücksichtsnahme
  • Launenhaftigkeit – Ausgeglichenheit
  • Egoismus – Selbstlosigkeit
  • Unordnung – Ordnung
  • Lustlosigkeit – Lust
  • Misstrauen (Eifersucht) – Vertrauen
  • Maßlosigkeit – Bescheidenheit
  • Härte/Strenge – Weichheit/Milde
  • Ohnmacht – Macht
  • Abseits stehen – Zugehörig sein
  • Festhalten – Loslassen

Wer hier ein emotionales Stressthema erkennt, was einen immer wieder aus der Mitte bringt, dem ist dieses Buch auf jeden Fall empfohlen. Und wer ein berufliches oder privates Stressthema hat, der mag sich fragen, ob er das Thema in diesem Polaritäten vielleicht wiederfindet. Das kann ja schon der erste Schritt der Erkenntnis sein!

Dieser gnadenvolle Prozess bedarf der Zeit der Besinnung und Übung, ja!, doch er ist so genial, dass es eine praktische „Kurzzeit-Selbsthilfe“ ist. Ein aktuelles Thema kann somit in ein bis zwei Stunden erlöst sein. Das Buch führt durch den Ausgleich der Spannungspole zu einem inneren Frieden und emotionaler Gelassenheit – und damit zur bewussten Selbstentwicklung.



Ruediger Dahlke und Christoph Hornik:  Die 4 Seiten der Medaille: Eine einfache Methode, um unsere wahre Mitte zu finden (Klick mich)

 

DALAI LAMA: Ethik ist wichtiger als Religion

Das Buch von Dalai Lama ist zu seinem 80. Geburtstag im Juli 2015 in allen Weltsprachen gleichzeitig erschienen. Dieser wohl bekannteste „Flüchtling“ auf der Welt lebt seit 56 Jahren (gemessen an seinem 80. Geburtstag) im Exil in Indien. Ich habe das Büchlein jetzt erst entdeckt, doch es hat mich so berührt, dass ich nach einer kreativen Pause von 5 Monaten meinen Buchblog mit diesem Buch wieder fortsetzen möchte.

Das 56-seitige Büchlein (ideal zum Verschenken, unter 5 Euro) ist zusammen mit dem bekannten Fernsehjournalist und Bestsellerautor Franz Alt herausgekommen. Franz Alt hat das Vorwort geschrieben, der Appell von Dalai Lama für eine säkulare Ethik und Frieden folgt mit 6 Seiten. Den inhaltlich größten Teil macht ein Interview zwischen dem Dalai Lama und Franz Alt über den Appell seiner Heiligkeit aus. „Die Dalai-Lama-Story. Geschichte eines bewegten Lebens“ mit den Lebensdaten des Dalai Lama runden das Büchlein ab. Es ist sehr beeindruckend und bewegend in seinen einfachen Worten und hat etwas von einem ethischen Manifest wie auch einer heiligen Schrift. Es ist alles so einfach und klar, wie es nur die Wahrheit sein kann – und gleichzeitig erschütternd, wie verblendet die Menschheit heute auf der anderen Seite noch ist.

Ich will aus dem Büchlein nicht viel zitieren, wie es sonst so meine Art ist. Es hat kein Wort zu viel und keines zu wenig. Es ist in sich geschlossen und herausgerissene Zitate können kaum eine Ahnung von der Tiefe des Buches vermitteln.

Mir ist die Rolle Tibets nie so bewusst geworden, wie beim Lesen des Büchleins.

Der Dalai Lama schreibst selbst, an Mahatma Gandhi erinnernd:

Diese Strategie der Gewaltfreiheit und der Erfurcht vor allem Leben ist das Geschenk Tibets an die Welt. (S. 14)

Und Franz Alt schreibt über die Rolle Tibets:

Auf dem Dach der Welt spielt sich ein für uns fast unvorstellbarer geistiger Kampf zwischen dem religiösesten Volk der Welt und der zurzeit materialistischsten Ideologie auf unserem Planeten ab (der chinesischen Kommunismus, Anm. JS). Der Ausgang dieses Ringens wird für die Zukunft der ganzen Welt entscheidend sein. (S. 49)

Das Buch ist eine einfache Verbindung zwischen Politik, Ethik, Wissenschaft, Spiritualität und Religion, eine Einheit, die wir schon lange wieder suchen. (Ich würde sagen: wie sie in unserem Kulturraum noch in Pythagoras verkörpert war und danach verloren ging.)

Es ist politisch: „Der Irak-Krieg, den Georg W. Bush 2003 begann, war ein Desaster. Dieser Konflikt ist bis heute nicht gelöst und hat viele Menschen das Leben gekostet.“ (aus dem Appell, S. 13) Der Dalai Lama kritisiert auch die Deutschen und Franzosen als große Waffenexporteure.

Es ist ethisch: Wir wissen besser als früher, „dass Ethik, Mitgefühl und soziales Verhalten uns angeboren sind, aber Religion uns anerzogen ist.“ (S. 25)

Es ist wissenschaftlich: „Ethik ist die Wissenschaft vom Glück.“ (S. 36)

Es ist spirituell: „Wesentlicher als Religion ist unsere elementare menschliche Spiritualität.“ (S. 15)

Es ist trans-religiös: „Es ist vielmehr höchste Zeit, für unser Verständnis von Spiritualität und Ethik in der globalisierten Welt einen neuen Weg jenseits der Religionen zu eröffnen.“ (S. 35)

Für mein Bewusstsein ist das Büchlein in der neuen Trump-Zeit wichtiger geworden denn je. Vielleicht ist Trump, der Hardliner nach Nixon und G.W. Bush, die Herausforderung, die unsere Welt braucht, um sich mit einer neuen Geisteshaltung gegen die Dämonen der Welt zu erheben, damit wir uns endlich als eine Menschheitsfamilie erkennen und Frieden im inneren und äußeren schließen können.

Ich wünsche diesem Büchlein eine weite Verbreitung für alle Menschen guten Willens – jenseits aller religiösen und ideologischen Grenzen. Ich habe einen großen Respekt davor, dass es im Red Bull Media House erschienen ist. Das ist auch schon grenzüberschreitend. Möge es zu UNSERER STIMME werden.

Das Büchlein gehört in jede Schule – und nicht nur in den Ethik-Unterricht.


 
Weiterführende Links:

Die offizielle Seite des Dalai Lama (englisch)
Die Seite von Franz Alt  (Sonnenseite)
Die Seite der Deutschen Tibethilfe
Die Seite der Deutschen Tibethilfe zum Buch
Die Seite des Verlages Benevento



Der Appell des Dalai Lama an die Welt: Ethik ist wichtiger als Religion (Klick)

Uwe Kapfer: KREBS GO HOME

Untertitel: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele


Der Titel wird dem Buch eigentlich gar nicht richtig gerecht. Er signalisiert vom Verlag „verkaufstechnisch“, dass es sich um ein Krebsheilbuch handelt. Der Untertitel „Friedensverhandlungen“ trifft den Inhalt viel genauer. Denn der Autor selbst hat, bevor er sich vom Krebs als Krankheit verabschiedet hat, schon lange vor dem WORT „Krebs“ verabschiedet und verwendet ihn möglichst nicht. K-R-E-B-S definiert er einfach um in „Kein Risiko, sondern Eine Besondere Situation“. Und seinen eigenen Nierentumor hat der den Kosename gegeben: „Lucky“ (der Glückliche). Denn, was ist unsere erste Assoziation, wenn wir an das Wort „Krebs“ denken? Genau: BEKÄMPFEN! – und genau von dieser Denke verabschiedet sich das Buch.

Wer schon etwas bewusster ist, der stellt sich die Frage: Soll ich meinen Krebs bekämpfen oder lieben? (Liebet eure Feinde!) Das Buch gibt die Antwort.

Der Autor Uwe Kapfer war selbst bei der Bundeswehr Berufssoldat in höchster Laufbahn und hat sich selbst von dem „Kriegshandwerk“ 31.12.2001 verabschiedet („ehrenhafte Entlassung“) und ist ins Zivilleben übergewechselt. Er weiß, dass Kriegführen nur zu Leid und Elend führt, am Ende im besten Falle zu faulen Kompromissen. Im Krieg gibt es immer (mindestens) ZWEI Parteien, für den Frieden braucht es nur EINEN. Frieden schaffen wir nur in uns selbst – und das gilt auch für einen „Weckruf Krebs“. Er ist kein Feind, sondern Teil unseres Körpers. „FRIEDE sei mit dir!“ Das gilt auch und gerade im Umgang mit dem eigenen Tumor („Geschwulzt“).

Mein Weg ist ab heute der Weg des Friedens. (S. 58)

Wenn Krieg herrscht, so meine Erfahrung, regiert immer das Ego. (S. 88)
Mehr und mehr sah ich meine Diagnose nicht als Kriegsaufforderung, sondern als eine Einladung für einen liebevollen Weg. Dieser Gedanke gewann zunehmend an Kraft und Raum. (S. 94)

Die Verhandlungspartner

Der Autorsetzt an dem Havard-Konzept der friedlichen Konfliktlösung an (S. 97 – 107):

  • Sachlich bleiben und nicht persönlich werden!
  • Konzentrierung auf die wahren Interessen aller!
  • Entscheidungsalternativen (Plan B) parat haben!
  • Kein Gemauschel, sondern objektive Entscheidungs-Kriterien.

Es dauert einige Zeit, bis alle Verhandlungs-Partner und Verbündete (! – es sind ja keine Gegner) bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen:

  • Der Körper als der wirklich leidtragende. Die Mehrheit der Körperzellen sind ja gesund und wollen Heilung, schreien um Hilfe.
  • Lucky, der Tumor selbst, der ja auch kein wonnevolles Leben führt, Ausgeburt von Angst und Psycho-Schatten ist.
  • Der Geist (im Sinne von Verstand), der nüchtern und realistisch analysiert (wenn er auch weitgehend in der Vergangenheit und Zukunft zu Hause ist, doch auch das gehört dazu.
  • Das EGO, der problematischste Partner, der ängstliche Kontrollfreak, der die obigen Partner unter Kontrolle zu haben scheint.
  • Das innere Kind (ihm ist das Buch gewidmet), das als verletztes Kind den Schutzpanzer EGO erst ermöglicht hat. Mit seiner Heilung kommen die anderen Partner so richtig ins Spiel:
  • Der Herz als das Zentrum der Lebenskraft, der Liebe und des Friedens.
  • Die Seele als das göttliche Vertrauenszentrum.

Immer dabei ist auch das „Ich-Selbst“ (ohne benannt worden zu sein), der als Koordinator und Moderator alle Parteien zusammen bringt.

Es hat etwas von sehr tiefsinniger und praktischer Lebensphilosophie, ohne als solches ausgegeben zu sein. Es ist so schön differenziert, wie ich es kaum in einem Philosophiebuch gelesen haben (S. 109 – 1179 Ich nehme mich seitdem viel differenzierter wahr.

Es ist sehr erkenntnisreich, wie unterschiedlich sich dann die Sichtweise der einzelnen Verbündeten im Laufe der Verhandlungen verändern, von Statements, Bedürfnissen und Interessen, Taktiken, im Dialog selbst bis hin zu einstimmigen (!) Entscheidungen.

Die Wende im Leben

Am Ende will ich den Autor noch mehr selbst zu Wort kommen lassen:

Rückblickend würde ich sogar sagen, so paradox es auch klingen mag, dass der Tumor, Lucky, fast schon ein Glücksfall für mich war. Führte ich vorher ein Dasein als Funktionierer, Perfektionierer, immer auf der Suche nach Anerkennung, bin ich heute ein Finder auf dem Weg zu mir und zu meinem Herzen. Meine Lebensqualität hat sich verändert, wurde bereichert um eine größere Bandbreite an gelebten Emotionen. Mein Leben findet mehr im Hier und Jetzt statt, mehr als jemals zuvor – und all das verdanke ich Lucky. (S. 217)

Eine zentrale Erkenntnis des Autoren ist:

Jede Krebserkrankung ist so individuell wie der Mensch, der die Diagnose erhält. (S. 217)

Und um diesen Gedanken fortzusetzen: Jede Heilung ist so individuell wie der Mensch selbst. Auch wenn der Autor sich selbst nicht als Ratgeber verstehen will, so ist der doch ein Wegweiser:

Suchen Sie keinen Guru oder den allwissenden Problemlöser, suchen Sie den Weg zu sich selbst und machen Sie sich auf diesen Weg. Alle Antworten sind in Ihnen. (S. 218)

r-pfeil-reMein Fazit: Obwohl das Buch ein Sachbuch ist, ist es sehr spannend und lebendig geschrieben, fast schon wie ein Krimi zu lesen: Wie geht des jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte? Wie verhalten sich die die unterschiedlichen Charaktere (Teilnehmer der Verhandlung)? Und ich verrate das Ergebnis bewusst nicht.
Das Buch ist auch der Schulmedizin gegenüber nicht „feindlich“ gesonnen, das würde dem Wesen des Buches völlig widersprechen. Es gibt keine Feinde, nur Kooperationspartner, die man selbstbewusst einsetzt.
Das Buch ist ein richtiges Paradebeispiel für das große Thema: Mentaltraining und Heilung. Der Autor ist in seinem „2. Leben“ nach der Bundeswehr Seminarleiter, für den Mentaltraining zum Grundhandwerk gehört. Er ist sehr kreativ in der Entwicklung von wirksamen Übungen, 19 insgesamt.
Das Buch ist weit über den Kreis Krebsbetroffener empfehlenswert. Es ist ein Buch mit viel und klar strukturierter, zielorientierter männlicher Energie, eingebettet in weiblicher Energie des Loslassens, Akzeptierens, Vergebens, der Herzenergie. Es ist ein Tanz männlicher und weiblicher Energie, und das braucht es in JEDEM Heilungsprozess. Vom Krebs betroffene Männer werden zu diesem Buch einen guten Zugang haben, weil der „generalstabsmäßige Umgang“ mit einem Problem typisch Mann ist. Und genau das bietet das Buch. Ich wünsche diesen Männern, dass das Buch sie irgendwie erreicht. Bei Frauen, deren weibliche Energie zu dominant ist, werden durch das Buch auch ihre inneren männlichen Energien genährt finden. Das ist auch für Frauen sehr heilsam auf dem Heilungsweg.
Empfehlen möchte ich das Buch gerade auch denjenigen, die ANGST vor Krebs haben. Das Buch kann die Angst handhabbar reduzieren. Und wenn dann doch die DIAGNOSE Krebs ereilt, ist man mit dem Buch und gleich dem ersten Kapitel gut gewappnet.

Neben Glück und Liebe ist sicher FRIEDEN ein großer Faktor für die Zukunft der Menschheit. Für mich ist dieses Buch ein exemplarisches Friedensbuch für die Zukunft der Menschheit; ja, so weit würde ich in meinem Lobpreis des Buches gehen! 

Es ist unsere ganz eigene Entscheidung, ob wir im Frieden mit uns selbst leben wollen oder im Kriegszustand. (S. 15)


Bei Amazon kaufen untder dem Link: Krebs go home: Friedensverhandlungen mit Körper, Geist und Seele (Klick)

 


 

Das Interview zum Buch von Veit Lindau mit dem Autor Uwe Kapfer:

Theodor Dierk Petzold: Gesundheit ist ansteckend

Untertitel: Praxisbuch Salutogenese

Er revolutionäres Buch, das auf leisen Sohlen kommt!

In der Wissenschaft nennt man es: „Paradigmenwechsel“ – wenn sich ein Weltbild plötzlich dramatisch verändert.  Der wahrscheinlich bekannteste Paradigmenwechsel in der Weltanschauung der Menschheit ist der: „die Erde ist der Mittelpunkt“ ZU „die Sonne ist im Mittelpunkt“.

In diesem Buch geht es um den Paradigmenwechsel: „die Krankheit ist der Mittelpunkt“ ZU „die Gesundheit ist der Mittelpunkt“, ein Paradigmenwechsel, der wohl für die Evolution der Menschheit noch grundlegender ist. Weiterlesen

Joubert / Dregger: Ökodörfer weltweit

Untertitel: Lokale Lösungen für globale Probleme

Kaum ein Buch hat mir in den letzte Jahren einen solchen Mut und eine solche Hoffnung gemacht wie dieses. Gerade jetzt, wo wieder Hass geschürt wird, Kriege sich ausbreiten, Völkerwanderung, der Frieden wieder brüchiger denn je ist. Ich habe (aus der Ferne) die alternative Experimente um Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels seit der Baumhütte bis Tamera in Portugal mitverfolgt. Inzwischen lebe ich selbst in einem kleinen Bergdorf in den südfranzösischen Cevennen mit dem Ansatz einer Permakultur. Doch ich wusste nicht, dass die Bewegung der Ökodörfer bereits dermaßen vorangeschritten ist.

Das Buch ist zum 20. Jahrestag des Global Ecovillage Networks (GEN), der inzwischen „schätzungsweise 10.000 Gemeinden in mehr als 100 Ländern“ (S. 21) angehören. Es  ist weit mehr als eine „Jubiäumsschrift“. 23 dieser Ökodörfer stellen sich auf jeweils ca. 6 Seiten kurz und knapp vor – und jede Vorstellung enthält eigene Weisheiten aus den Erfahrungen des Aufbaus. Da ist kein Ökodorf eine Kopie eines anderen, nichts „geklont“, sondern alles in seiner Vielfalt und seiner Lösung für globale Probleme einzigartig.

„Netzwerk“ heißt auch Internet, und es zeigt sich in diesem globalen Netzwerk in seiner ganzen Stärke. Es gibt sogar eine „Bibliothek er Lösungen“ , in der gefundene Lösungen für die anderen eingetragen werden und zugegriffen werden kann. Oder eine „Gaia Education“ mit einem großen Curriculum (bis hin zu einer 2-jährigen Master-Ausbildung) für nachhaltiges Wirtschaften für Verantwortliche auf dem ganzen Planeten.

Die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (S. 8 – 11)

Die kulturelle Dimension der Weltsicht, Wert und Verantwortung:

  1. Holistische Weltsicht
  2. Rückverbindung zur Natur und Sinnesöffnung
  3. Erweckung und Transformation des Bewusstseins
  4. Persönliche und planetare Gesundheit
  5. Sozial engagierte Spiritualität

Die ökologische Dimension

  1. Ökologisch bauen und sanieren
  2. Regionale Selbstversorgung
  3. Angemessene Technologie: Wasser
  4. Angemessene Technologie: Energie
  5. Integratives ökologisches Design

Die soziale Dimension

  1. Aufbau von Gemeinschaft, Wertschätzung und Vielfalt
  2. Kommunikation, Unterstützung und Konfliktlösung
  3. Entfaltung des individuellen Potenzials
  4. Das Leben zelebrieren: Kunst und Kreativität
  5. Lokale, regionale und globale Vernetzung

Die ökonomische Dimension

  1. Wandel der globalen Ökonomie zur Nachhaltigkeit
  2. Zukunftsfähige Lebensweisen
  3. Lokale Wirtschaft
  4. Alternative Banken und Währungen
  5. Juristische und finanzielle Projektplanung

Mein Fazit: Das Buch ist farbig gestaltet und sehr schön aufbereitet. Es sind praktische Zukunfts-Visionen einer geheilten Vergangenheit. Ich würde mir wünschen, dass alle jungen Menschen dieses Buch in die Hände bekommen, um zu wissen, dass es eine Alternative gibt, das jeder auf diesem Planeten gebraucht wird und es auf jeden ankommt. Es ist die STILLE IM ZENTRUM des Umbruchs auf dieser Welt. Der Jugend gehört die Zukunft und jeder sollte wissen, wo diese Hoffnung auf eine NEUE ERDE bereits keimt und aufwächst. Das Buch bietet so viele Anregungen (und auch Adressen!) zu den weltweiten Initiativen, das es jeden anspornt, da anzupacken, wo er gerade ist. Es gibt so viele phantastische Abenteuer von Jules Verne bis zu den Star Wars. Dieses Buch berichtet von einem ganz anderen Abenteuer der Menschheit, von Menschen, die aufbrechen, sich und diesen Planeten zu heilen. Einst wird dieses kleine Buch ausgewachsen sein zu einem großen Buch der NEUEN ERDE.

Die Parole kann nur lauten: Lesen! Verschenken! Mitmachen!

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