Wanitschek / Vigl: Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden

Untertitel: Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt

Cannabis (auf gut Deutsch: Hanf) erfährt ein überraschendes Comeback. Durch die Wegzüchtung des Rauschanteils (THC) in Hanfpflanzen ermöglicht es dieser Art von Hanf mit einem hohen CBD-Anteil  in immer mehr Ländern legalisiert zu werden. So lassen sich grob drei Arten von Hanf unterscheiden:

  • Nutzhanf (als Nahrungsmittel, zur Herstellung von Kleidung, Papier usw.),
  • medizinischer Hanf (CBD, unter 1 % THC) und
  • Hanf als Rausch-Mittel (THC deutlich über 2%, ist aber kein Rausch-Gift)

Die Autoren vermeiden in ihrem Buch geschickt alle kontroversen ideologischen, politischen und ökologischen Themen und konzentrieren sich als Heilpraktiker voll und ganz auf die medizinische Wirkung von Hanf. Warum es zum Verbot von Cannabis kam und der Trend zur Entkriminalisierung und Legalisierung von Hanf auch in Deutschland (das Gesetz „Cannabis als Medizin“) wird am Anfang nur kurz abgehandelt, und dann geht es gleich zur Sache:

Das Endocannabinoid-System als Wirksystem

Die Entdeckung dieses körpereigenen Systems ist sicher ähnlich bedeutsam wie seinerzeit die Entdeckung des Hormonsystems. Dessen Hauptfunktion ist es, über sein Rezeptoren-System für die innere Balance („Homöostase“) aller Körperzellen zu sorgen. Der Körper produziert selbst ein Anandamid (ananda = Glückseligkeit im Sanskrit), das dem Pflanzen-THC verwandt ist. Das hat die leicht nachvollziehbare Konsequenz: THC wird vom Körper als wesensverwandter Stoff leicht aufgenommen und ist für ihn kein Gift. Unser Körper muss in der Urzeit seiner Entstehung (Biogenese) eine Art symbiotische Beziehung zu Hanf eingegangen sein, wenn die Cannabiole selbst schon ein Teil unseres Körpersystem geworden sind.

Die Autoren stellen dar, wie man das körpereigene Endocannabioid-System pflegen kann. So kann ein Meditierender, der auch besondere Gesundheitsregeln beachtet, in einen hohen, glückseligen  Bewusstseinszustand kommen, ohne diese Wirkung über Hanf oder andere Pflanzen zu induzieren.

Die Autoren stellen dann sehr ausführlich die beiden Hauptwirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) dar, auch in ihrem Zusammenspiel mit mit Hunderten von anderen Cannabinoiden, Flavonoiden (Farbstoffe) und Terpenen (Duftstoffe), dem sogennanten „Entrourage-Effekt“.

Unsere Gesundheit und die Heilung aus Krankheiten hängt in großem Maße von dem Funktionieren dieses Endocannabinoid-Systems ab. Ein Mangel an Cannabinoiden kann eine unerkannte Ursache für Krankheiten sein. Das ist der Grund, warum gezielt eingesetztes Cannabis so verblüffend viele Krankheiten heilen kann, weil ein innerer Mangel beseitigt und eine Balance für die Gesundheit wiederhergestellt wird. Diese Zusammenhänge werden mehr und mehr erkannt. Natürlich ist Cannabis kein Wundermittel, wie die Autoren gleich zu Beginn schreiben, doch ein Heilmittel, das in Zukunft sicher noch mehr von sich Reden machen wird.

Im zweiten Teil des Buches besprechen die Autoren die sinnvolle Anwendung von medizinisch eingesetztem Cannabis für allerlei Beschwerden von Akne über Krebs und Schlafstörungen bis Übergewicht.

Ich sehe in dem Buch eine wertvolle Hilfe, Cannabis zu entkriminalisieren und seinen Gebrauch zu normalisieren. Ich selbst kam mir schon richtig subversiv vor, als ich meine Nahrung mit Hanfproteinen und Hanfsamen zu Müsli und Salat ergänzt habe.

Es wird Zeit, Hanf wirklich wiederzuentdecken und in das Alltagsleben zu Gesundheit und Heilung sinnvoll einzusetzen. So kann es wieder zur Volksmedizin aus der Natur werden. Die Autoren weisen auch auf die wichtige Funktion des THC für Heilungsprozesse hin. Doch eine Teillegalisierung über den CBD-Hanf und seinen freien Anbau ist schon einmal ein erster Schritt.


 

Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden: Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt. Hanf und ätherische Öle wirkungsvoll … Gesundheit. (KLICK)

Wernard Bruining: Hanf heilt

Untertitel: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin

Es ist das erste Buch, das ich über Hanf lese – ich habe in meinem Leben bisher auch noch keinen Kontakt zu Cannabis gehabt (der wissenschaftliche Name von Hanf). Nur ist in meinem neuen Domizil in der Schweiz im Keller eine Indoor-Hanfplantage – und das ganz legal! Hier wird medizinischer Hanf frei angebaut, was mich zuerst irritiert und dann erst recht neugierig gemacht hat.

Das Buch ist für mich eine Offenbarung! Und das, nachdem ich vor einigen Tagen noch das Buch „Manifest für Erde und Mensch“ von Pierre Rabhi besprochen habe – und dieses Buch mir gleich die Antwort gibt: die Lösung eines großen Teil der Weltprobleme kann durch Hanf geschehen, indem die Menschheit vom Erdöl wieder zurück zum Hanf findet. Ich war mir nicht bewusst, was für eine zentrale Rolle Hanf für die Menschheit früher spielte bis mit dem Hanfverbot 1937 in den USA diese regelrechte Symbiose zwischen Mensch und Hanf durch Erdöl brutal aufgebrochen wurde. Hätten die Mächtigen (von Wirtschaft, Politik und Religion) den Hanf nicht kriminalisiert und verteufelt, gäbe es die Menschheitsprobleme von heute wohl nicht!  Wir müssen quasi nur zum „goldenen Hanf-Zeitalter“ zurück! – Das klingt jetzt sicher alles nach „Hanf-Verschwörung“ vor 80 Jahren. Doch die jetzt zu wissen, gehört zur Offenbarung des Buches und dem Ende meiner eigenen Verdummung.

Mit dem Buch „Hanf heilt“  bin ich gleich an der Quelle bei dem Niederländischen Hanf-Pionier Wernard Bruining, von dem sogar der Begriff des medizinischen Cannabis kommt. Das Buch ist sehr entspannt geschrieben und extrem gut zu lesen. Wie jemand, der sein halbes Leben um die Legalisierung von Hanf gekämpft hat und nun weiß: Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Wir Menschen können auf Hanf als Nutzpflanze, als medizinisches Heilmittel oder als Genussmittel gar nicht mehr verzichten: der letzte Strohhalm unserer Menschheit. Nun wird das Hanf-Verbot immer mehr gelockert, ein Staat nach dem anderen kommt im eigenen Interesse zur Besinnung (für mich ist überraschenderweise Israel einer der Pioniere). Verantwortliche Politiker haben erkannt: Jetzt ist Wendezeit oder nie wieder.

Doch Wernard Bruining geht es gar nicht so sehr um die große Politik: Er setzt auf jeden einzelnen Menschen, sein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen. Der Hauptteil des Buches (gute Dreiviertel) sind „Fallstudien“ von Menschen, die das medizinische Hanföl genommen haben, um sich von allen möglichen Beschwerden wieder zu befreien. Das Buch ist voller medizinischer Wunder, dokumentiert und gut bebildert. Damit wirklich wieder zur Volksmedizin wird, enthält das Buch auch eine Anleitung, Hanföl für den medizinischen Eigengebrauch selbst herzustellen. 

Ich erklärte, dass ein Teil der Philosophie des medizinischen Cannabis darauf beruht, dass die Menschen lernen, sich selbst zu helfen und sich nicht passiv und abhängig zu halten. (S. 171)

Das Buch ist kein akademisches Buch, kein medizinisches Buch, kein politisches Buch. Es ist so locker und farbenfroh geschriebenen, dass es selbst Jugendliche gerne lesen werden. Es ist aufklärerisch, hilfreich und nie mit erhobenem Zeigefinger, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Der Autor verweist auf die Wahlfreiheit des Menschen vor Gott, warum nicht auch vor unseren Regierungen? Gott hat uns frei geschaffen, die Regierungen brauchen dagegen Schafe, die sie gängeln können. Wie brachte es  Friedrich Schiller so schön auf den Punkt: 

„Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ 

Ein besseres Buch, Cannabis wieder zur Volksmedizin zu machen, kann ich mir kaum vorstellen. „Hanf heilt“ meint aber noch weit mehr und schließt unsere Mutter Erde mit ein.


 

Hanf heilt: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin (KLICK)

Pierre Rabhi: Manifest für Mensch und Erde

Untertitel: Für einen Aufstand des Gewissens

Pierre Rabhi (geboren 1938) ist ein in Frankreich bekannter „Öko-Agrar-Rebell“, Begründer der ökologischen Landwirtschaft in Frankreich. Er kam als Emigrant („Flüchtling“) mit dem Algerienkrieg 1954 aus der algerischen Wüste nach Paris, um später im Süden Frankreichs als Landwirt eine ökologische Landwirtschaft zu erproben und bekannt zu machen. Er „exportiert“ sein Landwirtschafts-Modell „Oasen an allen Orten“ an die armen Bauern in der „Dritten Welt“. 2007 gründete er die „Bewegung für die Erde und den Humanismus“ (mit einem Kolibri als Symbol).

Mich hat es schon überrascht, dass das Vorwort zu diesem Manifest vom ehem. Umweltminister Frankreichs, Nicolas Hulot, formuliert wurde (hier in Deutschland sicher undenkbar). Er schreibt:

„Es kommt auf jeden Einzelnen an. Ohne die Werte der Nüchternheit und des Maßhaltens, ohne Verantwortungsbewusstsein, ohne eine Revolution des Geistes; kurz: ohne die innere Verwandlung des Einzelnen wird die Verwandlung der Welt scheitern. …
Ich glaube wie Pierre, dass der „Aufstand“ des individuellen Gewissens gegen alles, was dem Leben fremd ist und die Lebenswelt zerstört, eine notwendige Bedingung dafür ist, dass die Menschheit dem Schlimmsten entgeht und gleichzeitig die Grundlagen für eine neue Zeit mit einem besseren Leben legt.“ (S. 7)

Die Erde krankt an der Menschheit

Der Planet gehört uns nicht, wir gehören ihm. Wir vergehen, er bleibt. (S. 13)

Der außer Rand und Band geratene Mensch („immer mehr!“) wird die Erde niemals zerstören können. Er zerstört nur sich selbst, doch reißt er viele Arten mit sich, zerstört selbstsüchtig die Natur mit seiner EGO-Kultur. Die Geisteskrankheit, Ignoranz und Zynismus des Menschen bestehlt darin, die Erde nicht als Nährerin allen Lebens, als „Große Mutter“ zu versteht, sondern als „Lagerstätten von Ressourcen“ (S. 43), die er hemmungslos ausbeuten darf. Dazu gibt er sich selbst das Recht! Diese Entfremdung von Mutter Erde, von der Natur, der Schöpfung ist es, das den Menschen in den Wahnsinn der Selbstzerstörung treibt.

Denn die Erde, das Wasser, die tierische und pflanzliche Vielfalt sind keine Ressourcenstätten, sondern stellen ein Gemeingut dar, welches das Leben und Überleben von uns allen garantiert. Dringend muss dieses Gemeingut von jeglicher Finanzspekulation befreit werden, die es verschleudert und den Geldverdienen überlässt. (S. 42)

Pierre bringt vieles auch sprachlich schön auf den Punkt, als Beispiel: Was für uns früher noch eine „Speise“ war (wie sprachen gar von „Götterspeise“), ist inzwischen schon zum „Fraß“ geworden (ein zutreffendes Wort!): Müll, den wir uns tagtäglich „einverleiben“ und so unseren Leib vermüllen (wie außen, so innen).

Die Erde erblüht am Menschen 

Die Frage ist, warum die Erde dieses „missratene Geschöpf Mensch“ nicht einfach beseitigt, den KREBS MENSCHHEIT einfach operativ rausschneidet. Eine solche „Rache Gaias“ (James Lovelock) würde doch viele ihrer Kreaturen vor diesem Monster Menschheit retten.

Doch Mutter Erde, GAIA, ist eine liebende Mutter, sie ist keine Rachegöttin. Ihre ganze Hoffnung auch auf ihre eigene Bewusstwerdung lag in den Menschen, der Krone aller ihrer Kreaturen. Sollte sie es vernichten, dann wäre es ihr eigen „Fleisch und Blut“. Eine liebende Mutter würde dies nie übers Herz bringen, ist ihr Kind auch noch so im Wahn der Omnipotenz. Sie gibt uns immer und immer wieder die Chance der Besinnung. Und Pierrs Manifest ist eine solche eindringliche Besinnung.

Die Menschheit muss zum wahren Humanismus wiederfinden, ein Humanismus, der im Punkt OMEGA (Teilhard de Chardin) auf den Menschen als „Gottmenschen“ (wie Buddha, Jesus, Mohamed und andere) ausgerichtet ist. Das ist auch der Plan von Mutter Erde. Dieser wahre Humanismus ist ein Teil ihrer Seele als Erdenmutter. Ihre Seele kann uns nicht aufgeben; es wäre ein Stück Selbstaufgabe! 

Das ist eine der Kernbotschaften von Pierre: Ein wahrer Humanismus entfremdet uns nicht, sondern verbindet uns immer mehr mit Mutter Erde, weil wir so unserer Berufung „wahrer Mensch zu werden“ in ihrem Sinne gerecht werden.

Das ist die immer wiederkehrende Botschaft: Es liegt in jedem einzelnen, es liegt in DEINER Verantwortung, „wahrer Mensch“ zu werden. Nichts anderes ist DEINE Lebensaufgabe.

„Die Sinfonie der Erde“

Das Buch von Pierre wiederholt sicher viele Anklagen an die Menschheit (Genügsamkeit statt „immer mehr!“ usw.), doch es ist wichtig, dass wir uns auch nicht in Selbstanklagen weiter zustören. Was mir an diesem Manifest am meisten ans Herz geht: Pierre hat sich als Mensch mit Mutter Erde längst „versöhnt“. Sein „Aufstand des Gewissens“ kommt nicht aus Selbstanklage, sondern aus Liebe: Liebe zur Erde, zur Natur, zur Schöpfung. Sein Gewissen erwacht aus einer tiefen Verzauberung an der Schönheit und Harmonie der Schöpfung.

Ehe die Welt verändert wird – muss sie nicht vielmehr wiederverzaubert werden? Sollten wir sie nicht vielmehr lieben und bewundern, um so die Energie zu finden, uns um sie zu kümmern? Es ist diese tiefe Liebe zu dem, was ich die „Sinfonie der Erde“ nenne, die mich unabhängig von alarmierenden Befunden über gegenwärtige und zukünftige Katastrophen dazu veranlasst, an der Umsetzung von Lösungen zu arbeiten. (S. 57)

Das Buch gehört im Grunde zur Pflichtlektüre der höheren Klassen unserer Schulen, denn unsere Jugend kann nichts Wichtigeres lernen als das, wozu das Manifest aufruft. Sie sind die letzten Zerstörer der Menschheit oder die ersten Erbauer einer neuen Menschheit im Einklang mit der Erde. Und es IST leider so dramatisch, wie es kling.

Es ist gar nicht einmal so schlimm, dass dies wahrscheinlich reine Illusion ist (ich hoffe, es ist in Frankreich anders!). Schlimmer noch ist, dass man es sich nicht einmal „vorstellen“ kann, dass unser Bildungssystem solche gesellschaftlichen Impulse aufnimmt und sich verantwortlich für die Zukunft der Menschheit fühlt. Das „Humankapital“ hat unsere Pädagogik, unsere Bildungseinrichtungen, unsere Kinder und Jugend längst im Griff des seelenlosen Mythos „immer mehr!“. Und wenn eine Gesellschaft ihre Seele verloren hat, dann ist sie verloren. Doch im Sinne des Manifestes: Die Seele der Erdmutter und unsere Seele mögen wieder EINS werden!

 

Pierre Rabhi: Manifest für Mensch und Erde: Für einen Aufstand der Gewissen (Klick)

Deepak Chopra / Rudolph E. Tanzi: Superbrain

Untertitel: Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst

Heute ist Tag des Buches und dies die 250. Buchbesprechung in meinem Buch-Blog. Ja, das passt gut zusammen, zumal dies ein ganz außergewöhnliches Buch ist. 

Deepak Chopra gilt in Amerika ja schon als „Kaiser der Seele“ (Times), sein Buch Heilung (> meine Buchbesprechung) wird diesem Titel auch gerecht. Doch in diesem Buch ist gar keine Rede von Seele. Es geht wieder um Bewusstsein. Während das Buch Heilung die Beziehung zwischen Seele und Körper behandelt, geht es in diesem Buch um die Beziehung zwischen Geist und Körper, genauer: Geist und Gehirn. Beide Bücher („Heilung“ und „Superbrain“) sind bahnbrechend – und sicher wird irgendwann auch eine Integration beider Bücher – eine umfassende Integration von Körper – Geist und Seele auf dem heutigen wissenschaftlichen Niveau geben.

Im deutschsprachigen Raum war es ja vor allem Vera Birkenbihl, die nicht müde wurde dafür zu plädieren, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden. Sie hätte an diesem Buch ihre helle Freude gehabt! 

Deepak Chopra hat sich in Rudolph E. Tanzi einen Ko-Autoren ausgesucht, der Neurowissenschaftler ist und spezielle Forschung im Bereich der Heilung von Alzheimer unternommen hat. Und dieses Buch ist wieder ein grandioses Beispiel dafür, was dabei heraus kommt, wenn Wissenschaft und Spiritualität zusammenarbeiten.

Das Buch entfaltet große Visionen, was mit unserem Gehirn alles erreichbar ist, wenn ein erwachter GEIST es führt. Genau das ist SUPERBRAIN: ein von einem hohen Bewusstsein geführtes Gehirn. Das Alltagsgehirn dagegen kommandiert das Alltagsbewusstsein. Alte, eingefahrene Gehirnstrukturen (neuronale Vernetzungen) schaffen bestimmte, verzerrte Wahrnehmen und reduzieren durch Feedbackschleifen die Handlungsfähigkeit immer weiter. Ein Teufelskreis, an dessen Ende Krankheit und Alterungsprozesse stehen, was gar nicht notwendig wäre, wenn wir nicht Opfer längst widerlegter Mythen über das Gehirn wären.

Das Buch zeigt, wie wir uns aus diesem Teufelskreis wieder befreien können. Es wiederlegt wissenschaftlich all diese reduktionistischen Mythen über das Gehirn. Alleine aus diesem Grund lohnt sich das Lesen schon: Die Mythen über Bord zu werfen und unserem Gehirn eine Chance zu geben, uns mit seinem ganzen Potenzial zu einem langen Leben zu begleiten.

Was mir an dem Buch auch sehr gefallen hat: Es begrenzt sich nicht. Es fragt nach der „Höchsten Vision eines Superbrains“. Es sind nicht nur die ungewöhnlichen Menschen, die zeigen, wozu das Gehirn in der Lage ist. Mehr noch: Können wir das Gehirn so nähren und leiten, dass es uns zu einem unsterblichen Körper begleitet? Diese Frage hat natürlich eine riesige Auswirkung. Menschen sind nach der Vorstellung der Antike ja sterbliche Götter. Was, wenn wir nicht nur in unserer Seele, sondern sogar in unserem Körper eines Tages unsterblich sind? Diese Frage aufzuwerfen ist absolut legitim – wie wir damit eines Tages umgehen, steht auf einem anderen Blatt. Doch die Autoren wiesen klar darauf hin: Es gibt keine Grenzen für das Dream-Team GEIST und SUPERBRAIN.

 

Mann kann zu den großen Visionen des Buches stehen, wie man will. Eines ist klar: Wir haben das Potenzial unseres Gehirns noch lange nicht ausgeschöpft. Wichtig jedoch ist, sich aus den Mustern des Alltagsgehins zu befreien und seinem Gehirn die Möglichkeit zu eröffnen, zu einem wirklichen Superbrain zu werden. Das Buch hat viele, alltägliche Themen, um hier den Schalter umzulegen: Gedächtnisverlust, Depression, Übergewicht, Angststörungen, persönliche Krisen – doch auch positive Herausforderungen: zu seiner Stärke finden, Selbstheilung, langes Leben, sich von einer höheren Führung leiten lassen, im Leben ein allgemeines Wohlbefinden und Zufriedenheit zu erreichen.

Das Buch ist ein Wälzer von knapp 480 Seiten, immer leicht verständlich geschrieben. Man kann es nicht an einem Wochenende lesen. Es ist eher ein Super-Handbuch als Gebrauchsanweisung für unser Super-Gehirn.

Super-Brain: Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst (Klick)

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen

Untertitel: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen

Bücher von Ruediger Dahlke sind richtungsweisend und gesellschaftsverändernd. Er ist der „Papst“ des Fastens und der veganen Ernährung. Mich selbst haben auch seine Bücher zu den „Lebensprinzipien“ stark beeinflusst. Man kann zur (Horoskop-) Astrologie stehen wie man will, doch dahinter stecken Urprinzipien und archetypische Urbilder (ich nenne es „Heilige Astrologie“), mit denen sich jeder auseinandersetzen sollte, wenn er seine Seele verstehen will. Dahlke, von Hause aus Mediziner („Integrale Medizin“), ist für mich auch der „Guru“ einer wahrhaften Seelen-Psychologie, die die Seele wieder im ursprünglichen Sinne versteht (Stichwort: Pythagoras).

Auch das hier besprochene Buch ist ein solches richtungsweisendes Buch mit dem Potential der Gesellschaftsveränderung. Es war ursprünglich als Männerbuch gedacht, trugt den Titel „Aggression als Chance“ (2003) und widmet sich einem der größten Probleme (wenn nicht DAS größte) unserer Gesellschaft: dem „unerlösten Mars-Prinzip“. Das ist natürlich schon die Diagnose. Die Erscheinung ist vielfältig:

  • Weltweite Kriege, Zuspitzung im „Terrorismus“
  • Glaubenskriege
  • Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit
  • Aggression im Alltag, von der Straße bis zur Familie
  • Schuldzuweisungen in Politik und Religion
  • Autoaggression von Selbstverbrennung bis Autoimunerkrankungen

Das Buch hat zwei Teile:

Teil 1 fragt nach dem Urprinzip der Aggression, des Männlichen und Mars als dessen archetypisches Urbild (und Pluto als Urbild für weibliche Aggression)

Teil 2 behandelt die Krankheitsbilder und Lernaufgaben aus einer fehlgeleiteten und unerlösten Aggressivität.

Der Autor geht den gängigen Aggressionstheorien nach und kommt zu dem Schluss:

Wir haben lediglich die Wahl, ob wir die unerlöste brutale Aggressionsvariante leben oder die entwickeltere, erlöstere. Die Wahl, ob wir uns überhaupt mit dem Aggressions- oder Marsprinzip beschäftigen, haben wir dagegen nicht. (S. 55)

Das Aggressionsthema ist ganz offensichtlich ein Männerthema, doch wenn der Autor vom „Marsprinzip“ spricht, dann ist damit nicht der Mann gemeint, sondern das männliche Prinzip in jedem Menschen, natürlich meistens bei Männern ausgeprägt. Doch man muss grundsätzlich aufpassen, dies nicht zu verwechseln. Ich möchte dazu ein längeres Zitat einfügen, weil es zentral und bedeutsam ist:

Bei der Beantwortung der Frage „Wie männlich ist Aggression?“ empfehlen sich zwei Schritte. Zum einen ginge es darum, die Wertung aufzuheben und zu erkennen, dass alles und eben auch Aggression zwei Seiten hat: die der mutigen und positiv eingeschätzten Selbstverwirklichung und die der negativ erlebten zerstörerischen Gewalt. Zum anderen löst die Erkenntnis der Urprinzipien und ihre Akzeptanz das Problem. Wer sehen kann, dass die marische Aggression archetypisch mehr dem Männlichen entspricht und die (…) plutonische Aggression mehr dem weiblichen, wer bei beiden schließlich noch zwischen mehr oder weniger erlösten Ebenen unterschieden lernt, kann sich von dem unergiebigen Hickhack bei der Geschlechterfrage lösen. Eine „männliche“ Frau kann also auch einmal zerstörerisch und aggressiv auftreten als ein sehr „weiblicher“ Mann. (S. 90 f.)

Wann ist Mann ein Mann?

Die Liedermacherin Ina Deter sprühte es auf jede Wand: „Neue Männer braucht das Land!“ Und Herbert Grönemeyer widmete der Jahrhundertfrage den Song: „Wann ist Mann ein Mann?“

Der „neue Mann“ macht sich – noch etwas unsicher – auf den Weg. Er entsteht nicht wie Phönix aus der Asche. Es ist eher eine Heldenreise. Doch diese „neuen Männer“ (weder Machos noch Softies) sind einem Hohn der „ganzen Kerle“ ausgesetzt. In diesem Kapitel (S. 98 – 104) geht der Autor extrem sarkastisch und entlavend mit den abfälligen Bemerkung der „neuen Männer“ durch seine Geschlechtsgenossen um. Eine Kostprobe:

Im Socken- und Unterhosenwechsler wird jede Form von Hygiene heruntergeputzt, der richtige Mann hat eben zum Himmel zu stinken, wobei dies in der Regel sein einziger Bezug zu dieser Region bleibt. (S. 103)

Autoaggressionskrankheiten

Aggressionen finden nicht „da draußen“ statt, sondern letztlich nur in uns selbst. So wie die Kriege in uns toben, so kann der Friede auch nur in uns selbst herbeigeführt werden.

Wenn wir mit dem Aggressionsprinzip nicht zurecht kommen, wird es immer auf uns zurückfallen, und letztlich können wir überhaupt nur gegen uns selbst kämpfen. (S. 14)

Während der erste Zeil des Buchs die Aggression als Lebensprinzip erklärt und verständlich macht, geht es im zweiten Teil darum, ihre fehlgeleitete Energie in Krankheit und Lernaufgaben zu erkennen. Es ist ja auch der Haupttitel des Buches: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen. Der Autor konzentriert sich hierbei auf folgende Themen-Felder:

  • Infektiionen
  • Allergien
  • Autoaggressionskrankheiten wie Rheuma, Fibromyalgie und Krebs
  • Zähne und Gebiss
  • Hyperaktivität bei Kindern

Ich will hier ein eindrucksvolles Beispiel geben, wie der Autor dies am Beispiel Krebs behandelt:

Krebs könnte man als eine Art Intifada im eigenen Körper verstehen, als einen Bürgerkrieg von gut getarnten und vom Abwehrsystem nicht zu identifizierenden Zellen, die jede Solidarität mit dem eigenen Körperland aufgegeben haben und nur noch für die eigenen Ziele kämpfen und wachsen. … (S. 113)
In gewissem Sinne könnte man hier sogar von einer Art heiligem Krieg (gegen den Krebs, JS) sprechen, den schließlich geht es ums Ganze und darum, heil und ganz zu werden. … (S. 115)
Der Patient sollte sich seinen Lebensbereich erkämpfen – anstelle der Körperzelle, die sich auf den Weg macht und das Körperreich erobert. Der Patient könnte zu seinen Ursprüngen  zurückkommen und seinen ursprünglichen Lebenssinn wiederfinden – anstelle der Körperzelle, die sich bei Krebs zurück zu ursprünglichen (embryonalen) Mustern entwickelt. (S. 267)

Typisch Dahlke ist der Hinweis und Bewusstmachung auf Worte aus dem „Kriegsarsenal“: Es ist kaum zu glauben, mit welch kriegerischen Worten unsere Alltagssprache durchsetzt ist.

Das Buch gehört zu den großen Werken von Ruediger Dahlte und wird sicher noch eine lange Zeit aktuell und wegweisend sein. Wer immer ein Thema mit fehlgeleiteter und krankmachender Aggressivität hat, wer immer von einem unerlösten Mars-Prinzip geleitet wird (sicher die Mehrheit der Männer als Täter wie Opfer), der findet in diesem Buch die prinzipiellen Erklärungen und heilsamen Antworten. Es ist sehr verständlich geschrieben, nimmt kein Blatt vor den Mund, ist mutig und ehrlich.

Das Buch enthält auch eine eingetütete CD mit zwei Meditationen „Ärger und Wut loslassen“ – mit einer Gesamtspieldauer von ca. 70 Minuten. Nicht zu vergessen: Dieses Kombipack hat einen wirklich „unschlagbaren“ Preis!

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen – Mit CD „Wut und Ärger“ (Klick)

 


Nachtrag

Um nicht missverstanden zu werden: Meine „Bedenken“ gelten nur einem einzigen Punkt – ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich da selbst eine „Schatten-Macke“ habe. Doch ich will dies offen darstellen – als MEIN Problem und nicht als Kritik am Buch.

Der heilige Krieg gegen das Ego?

Ich tue mir wirklich sehr schwer, irgendeine Form von „heiligen Krieg“ anzunehmen und will dies hier etwas thematisieren.

Die Darstellung von Krebs als eine Art „Bürgerkrieg“ im eigenen Körper, auch das plutonische der Krebszelllen, hat mir gefallen! Für mein Verständnis ist es gerade noch grenzwertig, hier vom „heiligem Krieg“ zu sprechen – auch wenn es wirklich um „Heilung“ geht. Es geht im „Kampf gegen Krebs“ um Leben und Tod. Es ist sicher leicht als „Kriegsverhältnisse“ zwischen gesunden Zellen und „kranken“ Zellen zu deuten. Und jeder Betroffene hat sicher das Gefühl, in einem Kriegszustand zu leben, einem Krieg, den er möglicherweise gar nicht gewinnen kann.

Ich habe hier einige Bücher zum Krebs besprochen. Da ist ein ehemaliger Soldat (Uwe Kapfer, „Krebs go home!“), der auf seine Krankheit einen „militärischen Blick“ hat (> meine Buchbesprechung). Selbst er führt als ehemaliger Soldat keinen Vernichtungsfeldzug gegen seinen Krebs, sondern führt Friedens-Verhandlungen: Selbstheilung geschieht durch Versöhnung.  Der Autor Andreas Moritz geht noch einen Schritt weiter und sieht im Krebs gar keine Krankheit (Titel seines Buches, > meine Besprechung), sondern gar ein Überlebens-Mechanismus des Körpers. Es ist also durchaus fraglich, selbst bei Krebs von einem „heiligen Krieg“ zu sprechen. Was wäre, wenn Krebs ein Ausdruck des Mangels an Selbstliebe wäre? Lässt sich das durch einen „heiligen Krieg“ beheben?

Rüdiger Dahlke sieht in allen Religionen den „heiligen Krieg“ letztlich als Krieg gegen das Ego. Sein Buch endet mit den Worten:

Schließlich folgt das große Retreat, der Tod, mit der Chance der großen Bewusstheit für die Seele und der Erkenntnis, worum es im Leben wirklich gegangen wäre. Diese Erfahrung ließe sich auch schon vorziehen und wird mit Worten wie Erleuchtung, Befreiung, Nirvana, Samadhi oder Himmelreich Gottes umschrieben – letztlich bezeichnen diese Ausdrücke immer dasselbe: den Sieg über das Ego im heiligen Krieg. (S. 373 f.)

Die große Frage ist nur: Wer führt denn diesen „heiligen Krieg“ gegen das Ego? Die Antwort kann doch eigentlich nur sein: die Seele. Die Seele bestraft das Ego im heiligen Krieg für sein pubertäres Verhalten. Für mein Verständnis ist die Seele aber keine „kriegführende Partei“ oder eine strafende Instanz. Die andere Antwort wäre: der Körper. Der Körper wehrt sich gegen das Ego. Dann wären die Krebszellen aber selbst die Partisanen des Körpers gegen das Ego, um ihn zu Vernunft zu bringen, ihn aufzuwecken. Was wäre also, wenn Krebs der „heilige Krieg der Körper-Seele“ gegen das selbstsüchtige Ego wäre? Es ist nicht mehr als ein Gedankenspiel. Sinn macht auch das am Ende nicht. Was bleibt dann noch von „heiligen Kriegen“?

Danielle MacKinnon: Die geheimen Verträge der Seele

Untertitel: Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen

Gleich vorweg: Der deutsche Untertitel des Buches ist völlig daneben (er war der Grund, weshalb ich das Buch überhaupt lesen wollte). Es geht im Buch nicht um Ahnen, das Lösen von karmischen Verstrickungen; ganz im Gegenteil: Es geht der Autorin ausdrücklich um „Lebenszeit-Seelenverträge“ – und keine Seelenverträge mit Verstorbenen oder Tieren. Also Verträge, die die Seele mit sich selbst innerhalb der aktuellen Lebenszeit und für diese Lebensspanne eingegangen ist.

TROTZDEM: Wenn wir von diesem Maketing-Missgriff des deutschen Verlages absehen können: Das Buch ist großartig! Es gehört zu den besten Büchern, die ich über die Arbeit von der Seele mit der Seele kenne. Vieles erinnert in dem Buch an bekannte Therapiekonzepte (wie Schattenarbeit oder Glaubenssätze), doch es sind nicht nur andere Begriffe („Seelenvertrag“, „mentale Samen“, „ungute Emotionen“ …) für bekannte Konzepte. Es schließt solche Konzepte ein und geht tiefer bis auf den Grund der Lektionen, die die Seele in dieser Inkarnation lernen will und muss. Der Seelenweg ist immer ein Heilungsweg – für sich selbst und den Planeten. Der heilige Heilungsweg des Buches ist ein energetischer, körperlicher, emotionaler, mentaler und seelischer, der auch durch die „dunkle Nacht der Seele“ führt.

Wenn wir an die Reinkarnation und Wiedergeburt glauben, dann gehört dazu auch das Konzept, dass die Seele für die aktuelle Inkarnation, die jetzige Lebenszeit sich bestimmte Lebensaufgaben und Ziele des Erwachens gestellt hat und sich dafür Lektionen selbst auferlegt hat. Diese Aufgaben als Herausforderungen zeigen sich in „Seelenverträgen“ (als Ausbildungsverträge der Seele mit sich selbst sozusagen), die es zu lösen gilt, von der es sich zu lösen gilt. Wenn wir dieses Bewusstsein haben, dass unsere Seele sozusagen Lehr-Meister und Lehrling zugleich ist, Meister und Schüler, dann finden wir einen guten Zugang zum Buch und seiner wirklichen Tiefe. Das Buch raubt uns die letzte Illusion, dass da irgendein Ritter kommt, uns zu retten, irgendein Erlöser, uns zu erlösen, irgendein Heiler, uns zu heilen, sondern all das unsere eigene Seelenaufgabe ist, damit unsere Seele wachsen und erwachen kann. Es ist ein Arbeitsbuch deiner Seele als Meisterin – für deine Seele als Schüler – in einer vertraglichen Verbundenheit.

Doch das Buch arbeitet auch mit geistigen Helfern, das „Spirituelle Geleit“, wie die Autorin es nennt. Diese Geistigen Helfer sind beispielsweise „Arkasha-Archivare“, die helfen, die Arkasha umzuschreiben. „Wie du deine Arkasha-Archivare bittest, deine Arkasha umzuschreiben“ wäre wahrscheinlich ein passenderer und ehrlicher Untertitel des Buches, doch wahrscheinlich marketingmäßig nicht so prickelnd.

Es geht im Buch im Grunde auch nicht um „Geheimverträge“, sondern selbst erstellte Inkarnations-Verträge, deren wir uns nicht mehr bewusst sind, weil wir sie vergessen haben. Doch irgendwann auf unserem Seelenweg führt an der Lösung unserer Seelenaufgaben (im Begriff der Autorin: „Seelenverträge“) kein Weg mehr vorbei. Diese Verträge sind sozusagen „verklausuliert“, so dass wir ihre Botschaft erst erkennen müssen. Alles, was „im Himmel“ an Lebensaufgaben von der Seele beabsichtigt ist, finden seine speziellen Erfahrungen und Verkörperungen in den ersten Lebensjahren, um sie dann im Laufe des Lebens durch die Arbeit mit der Seele erfüllen zu können. Das Buch ist kein „Crashkurs“, im Grunde kann man mit dem Buch ein ganzes Leben arbeiten. Doch es lohnt sich. Für mich „erste Wahl“ auf dem Seelenweg. 

 

Die geheimen Verträge der Seele: Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen (Klick)

Bettina Hielscher: Wach auf!

Untertitel: Lebe dein Leben. Sei authentisch. Sei glücklich.

Das Buch versteht sich als „Wegweiser zu einem Leben im Einklang mit sich selbst“. Ja, ich kann dem Versprechen des Buches nur zustimmen: Das Buch ersetzt ein ganzes Bücherregal von Selbsthilfebüchern. Es ist spürbar, dass das Buch aus einem reichen Erfahrungsschatz der Autorin auf dem Weg von Selbsthass und Depressivität hin zu Selbstliebe und Glück geschrieben ist.

„Eigentlich“ können wir alles haben. Doch dieses HABEN und seine Komfortzonen machen nicht wirklich glücklich! Wir werden heute viel leichter depressiv, gerade weil wir alles haben können, doch unsere Seele trotzdem verhungert. Vielen Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern geht es so, der Selbstzweifel über den Sinn des Lebens setzt heute viel früher ein, als erst in der Mitte des Lebens. Und das ist gut so! Das Herz lässt sich nicht mehr mit Halbheiten zufriedenstellen. Es verlangt gebieterisch nach dem vollherzigen Leben, dem EIGENEN Leben, kein nachgeahmtes. Viele Menschen scheitern heute an diesen Idealvorstellungen der Medien, wie man als „glücklicher Mensch“ zu leben hat. Das Herz fühl diese Fallen der Tausende von Pseudowegen, der Irrwege im Labyrinth des Materiellen. Doch es gibt nur EINEN Weg, der wirklich glücklich macht. Das ist der eigene Seelenweg, die eigene Seelenreise.

Es gibt eine „falsche Suche nach dem Glück“ (Kapitel 1 des Buches), bei dem das kurzfristige  Pseudoglück im Außen gesucht wird („Spaßgesellschaft“). Das kann zur Sucht verschiedenster Art werden, in dem viele festhängen. Doch es gibt einen inneren Glückskompass: „Gehe den Weg, der dich glücklich macht“ (Kapitel 5 des Buches). Dieser Weg ist einzigartig und originell. Es gibt dafür keine Vorlagen, auch die Autorin hütet sich davor, diesen Weg „vorzuschreiben“. Der Kompass ist das ganz natürliche innere Glücksempfinden. Wir FÜHLEN es, wenn wir im Einklang mit unserem Seelenweg sind, uns nicht selbst missbrauchen und unserer Seele Gewalt antun. Auf diese innere Stimme müssen wir zu hören LERNEN. Dafür braucht es Ruhe und Stille, die Entwicklung der Intuition, der Selbsterkenntnis.

Das Paradoxe an der Reise ist, dass wir bei uns selbst ankommen. Das Ziel der Reise bist du selbst. Das Buch „Wach auf!“ bietet Hilfe, allen Ballast loszulassen, allen äußeren Verführungen zu widerstehen, um da anzukommen, wo wir authentisch und glücklich mit uns selbst leben können, wo wir so leben, wie wir von unserer Seele gemeint sind. Emotionale Zufriedenheit mit sich selbst und geistige Freiheit (Kapitel 2) schaffen die entscheidenden Voraussetzungen. Die Achtsamkeit der inneren Stimme, den echten Glücksgefühlen gegenüber widmet sich das 3. Kapitel des Buches: „Finde dich selbst“. Die längste Reise deines Lebens, die zu dir und mit dir selbst, bedarf Vorbereitungen, um sie unbeirrt durchstehen zu können (das 4. Kapitel).

Das Buch ist ein regelrechtes „Lebenstraining“ vom fremd- zum selbstbestimmten Leben, um so ganz aus dem Herzen zu leben. Ich empfehle unbedingt, neben dem Lesen des Buches ein Tagebuch zu führen. Es hat viele, viele Fragen zur Selbsterkenntnis, die du dir am besten selbst durch Tagebuchschreiben beantwortest. Dein Tagebuch kann zum Buch deines Lebens werden, das dein Aufwachen begleitet.

Unbedingt herauszuheben ist der umfangreiche Service zum Buch selbst. Angefangen von von einem sehr umfangreichen BONUS als Downloadbereich, der ständig aktualisiert wird, Blog, Podcast, Facebook-Gruppe und Life-Coaching. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Internetseite zum Buch zu besuchen (Bild anklicken):

 

Bettina Hielscher: Wach auf! Lebe dein Leben. Sei authentisch. Sei glücklich.: Ein Wegweiser zu einem Leben im Einklang mit sich selbst (Klick)

Matthias Beck: Krebs

Untertitel: Körper, Geist und Seele einer Krankheit

Im Grunde ahnt es jeder: Jede Krankheit ist einzigartig und der Weg der Heilung genau so unvergleichbar und individuell. Doch „Einzigartigkeit“ ist natürlich ein riesiges Problem für eine naturwissenschaftliche Medizin. Hier zählt Vergleichbares, Normierbares, Statistik, allgemein gültige Therapie-Methoden. Die naturwissenschaftliche Medizin kennt bei Krebs bekanntlich nur 3 Therapien: Operation, Bestrahlung, Medikamente („Chemo-Therapie“).

Lange Zeit schien Krebs nahezu ausschließlich durch einen genetischen Defekt verursacht zu sein, genetisch determiniert. Das Aufkommen der Epigenetik hat die deterministische Sicht der Genetik auch in der Sicht und Behandlung von Krebs „über den Haufen geworfen“. Diese recht respektlosen Worte passen zum dramatischen „Paradigmenwechsel“ in der Genetik. Epigenetik hat inzwischen über 1,5 Millionen Faktoren unterschieden, die Einfluss auf das Abschalten und Aktivieren der Gene nehmen können. Gott sei Dank! War es doch beängstigend, dass wir 99% gleiche Gene wie Affen und sogar noch 95% gleiche Gene wie Mäuse haben. Da muss es doch noch etwas ganz anderes geben, als nur die Gene! Die Epigenetik öffnet uns die Welt des „ganz anderen“ als Menschen jenseits der Genetik. Die Epigenetik hat so auch das Verständnis von Krebs als Geisel der Menschheit grundlegend verändert: Epigenetik erweitert das Verständnis für die Ursachen der Krankheit Krebs, ermöglicht aber auch dem Patienten, den eigenen Beitrag zur Heilung aktiv mitzugestalten, einen grundsätzlich neuen Weg im Leben einzuschlagen.

Wir brauchen eine personalisierte Medizin   

Um nicht missverstanden zu werden: Der Autor Univ.-Prof., Dr. med., Dr. theol. Matthias Beck wirft nun die naturwissenschaftliche Krebs-Therapie keinesfalls „über den Haufen“, sondern erweitert die Sichtweise der Krankheit und ihrer Heilung weit über das Naturwissenschaftlich-Medizinische hinaus. Er macht mit der Forderung ernst, die Disziplinen müssen bei der Bekämpfung von Krebs zusammenarbeiten. Denn Krebs ist letztlich immer eine Krankheit von Körper, Geist und Seele – also bedarf auch der Heilungsprozess immer auch die Beachtung aller drei Dimensionen: Körper, Geist und Seele. Und so ist im Heilungsprozess nicht nur die Naturwissenschaft gefordert, sondern auch die Geisteswissenschaft wir Psychoonkologie, ja auch die Philosophie und die Theologie, wenn es um die Seele geht. Hier ist allerdings auch der Patient in hohem Maße selbst gefordert, sich auf den Weg der Heilung bis zur Heilung seiner Geist-Seele zu machen.Das Wichtigste des Weges der Heilung kann ihm letztlich niemand abnehmen.

Teil 1: Krebs – Naturwissenschaft und Philosophie im Dialog

Krebs ist mehr als eine persönliche Krankheit oder eine Zivilisationskrankheit. KREBS ist DAS Symptom für fehlgesteuertes Leben, für Lebensverweigerung. 

Auch Krebszellen sind lebendige Zellen, aber sie leben an der Ordnung des Gesamtorganismus vorbei. (S. 13)

Lebt nicht auch die Menschheit an der Ordnung der Schöpfung vorbei? KREBS als Symptom kann alles in Frage stellen … bis zu der Frage hin, ob die Menschheit sich zum Krebsgeschwür auf Mutter Erde entwickelt hat. (So weit geht der Autor nicht!)

Doch der Autor diskutiert in diesem Teil des Phänomen des Lebens, um diese „krankhafte“ Trennung zwischen LEIB und SEELE endlich in unserem Denken zu überwinden, auch die Trennung zwischen Natur- , Geisteswissenschaft und an der Seele orientierte Philosophie und Theologie:

Zur Beantwortung derartiger Fragen müssen Erkenntnisse der Medizin, Psychologie, Philosophie, Theologie, Spiritualität integrativ zusammengebracht werden. (S. 18)

Der Autor beschreibt die Seele als das Lebensprinzip bei Aristoteles und vor allem bei Thomas von Aquin, in dessen Theologie Körper, Geist und Seele noch eine Einheit waren:

Die Seele formt also in dieser Philosophie den Körper zum Leib. Nur in der Einheit von (Geist-) Seele und Leib kann der Mensch (sich) erkennen. Damit ist jeder Leib-Seele-Dualismus ausgeschlossen. (S. 29) …
Während in der Sichtweise des Thomas von Aquin die Seele noch als innerste Mitte des Menschen mit Vernunft, Verstand, Gefühl, Emotion, Intuition und den Blick auf Absolutes umfasste, beschreibt der Seelenbegriff Freuds und jeder der nachfolgenden Psychologie nur noch die Welt der Gefühle, des Erlebens und Verhaltens. (S. 32)

Unsere „moderne“ Psychologie ist sozusagen seelenlos geworden., hat ihre steuernde Mitte verloren. So wird die Krankheit des Denkens und unseres ganzen medizinischen Systems zur Krankheit der Seele in der Lebensverweigerung von Krebs. Krebs als unsterbliche Zelle erinnert darin nur noch an die Unsterblichkeit der Seele, ihre Ausrichtung auf Höheres als eine endliche Zeitspanne zwischen Leben und Tod.

Teil 2: Die Bedeutung von Geist und Seele bei Krebserkrankungen

Im zweiten Teil geht der Autor an das Wesen der Krebserkrankung als

  • Desintegration und Zerstreuung statt Integration
  • Isolation statt Kommunikation auch mit der eigenen Seele
  • Außensteuerung statt Selbsterkenntnis
  • mangelnde Abgrenzung statt Eigenstand

Genau genommen findet der Mensch nicht in sich selbst seinen Eigenstand, sondern in seinem Seelengrund. Je mehr er dort ankommt, desto mehr ist er bei sich. (S. 78)

Teil 3: Die Spirituelle Dimension des Menschen

Auch wenn das Buch eine klare theologische Ausrichtung hat, so ist es nicht auf eine bestimmte Religion orientiert, sondern allgemeiner auf Spiritualität, die persönliche Antwort jedes einzelnen auf die GOTTESFRAGE.

Auch wenn der Begriff der Spiritualität sehr vieldeutig geworden ist:

Es soll nur so viel angemerkt werden, dass Spiritualität … etwas mit der Ausrichtung des Menschen auf die Dimension des zugrunde liegenden Seins zu tun hat: sei dies eine kosmische Dimension, die Dimension der Natur, das Leerwerden des Menschen in asiatischen Meditationsmethoden oder der Bezug zu einem personalen Gott wie im Judentum, Christentum, Islam. Spiritualität hat also – wie der Begriff sagt – mit Geist zu tun, mit menschlichem und „göttlichem“. (S. 83)

Es ist dabei wichtig, ein Gefühl für „Unstimmigkeit im Leben“ zu bekommen. „Entscheidend ist, wie der Mensch von der Unstimmigkeit zur Stimmigkeit findet.“ (S. 90) Diese Unstimmigkeit kann bis zur „Verfinsterung der Seele“ (S. 92) gehen. Um diese Zerstreuung durch „finstere, dubiose Kräfte“ zu überwinden, gilt es sich einzustimmen auf die „innere Wahrheitsstimme“, die göttlichen Antriebe im Menschen.

Auf dieser Ebene geht es darum, dass der Mensch seine tiefste Wahrheit, Berufung und Identität findet und nicht an ihr vorbei lebt. (S. 96)

Krebs kann ein Weckruf zur Wende im Leben sein, doch die Krankheit ist nicht völlig zu enträtseln, und das Buch macht keine Heilsversprechen.

So ist nicht jedes Leiden und jede Krankheit ein Indiz für das Herausfallen aus der innersten Mitte und nicht jeder, der mit seiner Wahrheitsstimme im Einklang lebt, ist immer gesund und leidfrei. (S. 115)
Die offenen Fragen wollten nicht beantwortet werden, es sollte auch nicht der Eindruck erweckt werden, dass man Spiritualität oder christlichen Glauben instrumentalisieren kann, um gesund zu werden. (S. 122)

Letztlich geht es um „eine größere Resillienz, also eine bessere Widerstandskraft gegen die Herausforderungen der Zeit“ (S. 122). Ja, und das leistet das Buch!

Weit mehr als nur ein Buch über Krebs, ein Buch über das LEBEN

Der Autor schreibt selbst im Vorwort: Das Buch „ist aber kein Ratgeber, den denen gibt es genug.“ (S. 7) Das Buch steht über allen Ratgebern zum Krebs, ordnet sie quasi ein … und es geht viel tiefer – bis an das Wesentliche im Leben. Es ist an keiner Stelle ein trockenes Fachbuch, auch wenn es einen sehr ausführlichen Anhang zur fachlichen Vertiefung hat. Das Buch liest sich für einen Laien leicht. Ich kann es nicht nur Menschen empfehlen, die direkt oder indirekt als Angehörige von Krebs betroffen sind oder sich ernsthaft um eine Krebs-Prophylaxe bemühen. Das Buch ist empfehlenswert für Fachkräfte wie Seelsorger, die Krebs-Patienten begleiten. Das Buch ist sogar eine wunderbare Einführung in die theologisch orientierte Philosophie des Lebens am konkreten Beispiel der Krankheit Krebs. Jeder, der sich ernsthaft Gedanken über das Leben macht, über den Zusammenhang von Körper, Geist und Seele, kann das Buch mit großem Gewinn lesen.

 

Matthias Beck: Krebs: Körper, Geist und Seele einer Krankheit (Klick)

Paul Ferrini: Weckruf der Seele

Untertitel: Wie wir selbsterschaffenes Leid erkennen, transformieren und heilen


Das neue Buch von Paul Ferrini ist wieder ein „Weckruf“, sich nicht in den Strukturen des Ego zu verheddern, sich nicht selbst zu täuschen, sondern den Weg zur Befreiung aus Leid und Schmerz konsequent weiter zu verfolgen. Ein großes Thema des Buches ist es, sinnvoll mit Schmerz und Leid umzugehen. Weder das Identifizieren mit dem Leiden in einer Opfermentalität noch das Ignorieren des Leidens in Gefühlskälte und Ego-Aktionismus können uns aus dem Leiden befreien.

Oft sind wir blind für die eigenen Unzulänglichkeiten. Da kann die Seele mit ihrer Unruhe zu einem „Weckruf“ werden.  In diesem Buch von Paul Ferrini steht die SEELE im Mittelpunkt der Gedanken.

Die Seele ist geduldig, doch wenn wir ihre Signale nicht hören, kann sie immer „unruhiger“ werden, immer mehr auf Lösungen hindrängen – bis es beim Nichtbeachten des Weckrufs der Seele zu einem Erdbeben im Leben kommen kann. „Aber wenn du zu lange im Gefängnis sitzt, wird deine Seele vielleicht unruhig. Und ein Gefängnis ist kein passender Ort für eine unruhige Seele.“ (S. 60)

Wenn Schmerz wirklich ein Weckruf ist, dann ist unser Schmerz nicht länger nötig, sobald wir aufwachen. Wenn die Botschaft gehört wurde, kann der Überbringer nach Hause gehen. Und es ist immer eine Botschaft der Liebe. Liebe dich selbst, und liebe deinen Nächsten, und all das wird vorbei sein. Krieg und Hunger werden ein Ende haben. Schwerter werden zu Pflugscharen. (S. 21)

Es ist vor allem wichtig, auf die Wachstumsbedürfnisse der Seele zu achten:

Freiwillige Veränderung in Kooperation mit dem Wachstumsbedürfnis unserer Seele kann ohne Kollateralschäden vonstattengehen. Aber unfreiwillige Veränderungen – Veränderungen, die passieren, nachdem wir uns wiederholt geweigert haben, dem Weckruf unserer Seele zu folgen – können unser Leben in seinen Grundfesten erschüttern. (S. 61)

Es geht immer und immer wieder darum, seine Lektionen zu lernen.

Auf welchem Weg du dich auch befindest, es gibt keinen Ersatz für die spirituelle Praxis. Uns spirituelle Praxis erfordert ein hohes Maß an Geduld und Disziplin. Es bedeutet, täglich präsent zu sein, auch wenn es schwer oder unbequem wird. (S. 22)

Ein großes Thema des Buches ist es, sich bewusst zu sein, dass nicht von Gott die Hölle erschaffen wurde, sondern dass jeder sie sich selbst erschafft.

Die meisten Scharlatane, die in der Verkleidung eines spirituellen Lehrers daherkommen, versprechen dir den Himmel und schicken dich zur Hölle. (S. 37)

Nur musst du die Verantwortung selbst übernehmen, dass du dich blenden und in die Hölle hast schicken lassen. Denn am Ende betrügt jeder nur sich selbst.

Gott hat dir einen freien Willen gegeben. Dieses wunderbare Geschenk ließ dir die Wahl, ob du im Himmel oder in der Hölle leben willst. (S. 98)

Das Buch ist wieder typisch Ferrini: Es liest sich sanft wie eine Meditation. Als Leser fühlst du dich nicht angeklagt, sondern nur erinnert und wie von liebevollen Eltern ans Licht geführt. Es ist durchaus nicht einlullend, warnt vor „spiritueller Arroganz“, spricht klare Worte.

Viele Hinweise, deinen Weg zu gehen, auch mit Verzweiflung umzugehen, mit Groll dem Göttlichen gegenüber. Es bedarf keiner Reparatur. Du bist von Grund auf Gut und ein Kind Gottes. Es gilt nur den ganzen Müll beiseite zu räumen, um deine wahre Natur wieder leuchten zu lassen. „Du brauchst Gott nicht, um heil zu werden. Alles, was du brauchst, ist die Erinnerung an deine Unschuld.“ (S. 107)

Am Ende geht es um das bedingungslose Vertrauen in den Fluss des Lebens, aber auch um den Respekt vor ihm als Naturgewalt. Auch wenn ein Fluss gefährlich und Übermut unangebracht sein kann, der Fluss ist es, der uns ans Ziel der Reise trägt.

Es gibt auf dieser Reise keine Rezepte: „Ich vertraue darauf, dass du den Weg findest, der für dich funktioniert.“ (S. 168) Außer zwei Tipps:

  • Erstens: Senke deine Erwartungen
  • Zweitens: Sei dankbar für das, was du hast (S. 184)

 

Weckruf der Seele: Wie wir selbsterschaffenes Leid erkennen, transformieren und heilen (Klick)

 

Uwe Böschemeyer: Gottestleuchten

Untertitel: Begegnungen mit dem unbewussten Gott in unserer Seele

Der Autor ist Psychotherapeut und arbeitet mit seinen Klienten mit geführten Imaginationsreisen in die Seele. Die Entdeckung, die er dabei gemacht hat, ist faszinierend: Alle seine Klienten – ob im religiösen Sinne gläubig, ob spirituell oder agnostisch – haben im Inneren Bilder, die eindeutig Symbole auf den „unbewussten Gott“ (Victor Frankl) in uns verweisen.

Auch in diesem Buch geht es um den Sinn des Lebens. Alles Leiden kommt daher, dass wir keine Antwort auf diese Frage gefunden haben. Denn nur die Antwort nach dem Sinn gibt dem Leben Halt. Es gibt das Göttliche in uns. Es ist meist unbewusst, kann aber bewusst gemacht werden! Die Grundthese des Buches ist: Die Beziehung zu Gott und dem Göttlichen kann man nicht machen, sondern sich dafür nur öffnen.

Der Autor und Therapeut hat solche Imaginationsreisen in die „Mitte der Seele“ als einen universellen Weg gefunden, das Göttliche in sich zu erfahren und über „ausgebildete Bilder“ bewusst zu machen. Es ist sozusagen der „mystische Weg für jeden“.

Der Autor nennt dies „Wertimaginationen“ und weist ausdrücklich darauf hin, dass dies kein neuer „Heilsweg“ ist oder eine therapeutische Technik, sondern ein „jedem Menschen möglicher Zugang zur geistigen Basis seines eigenen Lebens und damit zum Grund des Seins.“ (S. 23)

Der unbewusste Geist ist die Basis des bewussten Geistes, mehr als das: er ist die Basis menschlichen Daseins überhaupt. Er ist Dreh- und Angelpunkt des Frankl’schen Menschenbildes. Es ist die „Mitte“ der Seele. er ist zugleich der Grund, die Mitte und das Ziel der Weltimagination. (S. 25)

Alle Klienten haben „innere Verbündete“, die oft als männlich und weibliche Verbündete die Menschen auf ihre innere Seelenreise begleiten. Diese Reisen führen sie zu Seelenqualitäten wie dem verborgenen Lachen, der neuen Freiheit, der Mitte der Seele, zum Sinn des Lebens, zur Unverletzbarkeit, zum Ort der bedingungslosen Liebe, zum Lebenstraum, zum Tor der Transparenz, zum Urvertrauen. Dabei begegnen einem persönliche Gestalten wie Engel und andere Vertraute. Das Göttliche wird persönlich erfahrbar. Es sind „personifizierte, reale Gefühlskräfte, die darauf warten, endlich wirken zu dürfen. Sie sind nur darauf aus, sich mit unserem Bewusstsein zu verbinden.“ (S. 124)

Viele spirituelle Bilder zeigen, dass alles Leben trotz seiner unüberschaubaren Vielfalt zusammengehört und eine belebte Einheit und Ganzheit, ein Netzwerk bildet. (S. 127)

Es ist dabei durchaus nicht alles Licht. „Nach dem Studium mehrerer Tausend Wertimaginationen, in denen das Licht eine besondere Rolle einnahm, habe ich die Überzeugung gewonnen, dass im Unbewussten die Dunkelheit zwar quantitativ überwiegt, qualitativ jedoch das Licht stärker ist als sie, jedenfalls für den, der es sucht und sich nach ihm ausrichtet. … Das Dunkle im Leben drängt sich von selbst auf – das Helle muss man suchen … Die dunklen Kräfte kommen ungerufen – für die ‚guten Mächte‘ muss ich mich öffnen.“ (S. 129)

Und wer sich öffnet, der kann das „Gottesleuchten“ erleben! Ein wirklich sehr beeindruckendes Buch, das einen die „Geist-Seele“ in sich erleben lässt: der unbewusste Geist, der sich in den Symbolen der Seele erfahrbar macht.

 

Gottesleuchten: Begegnungen mit dem unbewussten Gott in unserer Seele (Klick)

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