Iris M. Hesse: Heilende Seelensprache

Untertitel: 31 Lebensweisheiten von Naturbuddas


Das Büchlein hat sofort mein Herz erobert!

Es behandelt 31 Lebensweisheiten aus der Seelen-Perspektive von Tieren, Pflanzen und Steinen, die die Autorin „Naturbuddas“ nennt. Die Haupt-„Menschenflüsterer“ als Tier-Seelen sind vor allem die Hündin Ava, das Schulpferd Don Paco, der Kater Noxi von Sirius und die argentinische Criollostute Frederica. Weiter teilen ihre Seelenweisheiten mit uns eine Schnecke, ein Kranich, Fledermäuse, ein Raabe, ein Silberreiher und eine Libelle. Nicht zu vergessen die Botschaften von Urvater Eiche und von Steinwesen.

Das Büchlein erinnert gleich im ProLOGischen daran: „Das Wort Tier – Englisch animal, Lateinisch anima – bedeutet Seele.“ (S. 6) und wenn ich noch ergänzen darf: „Anima“ ist nach C.G. Jung das Weibliche unserer Seele in uns im Gegenpol zu „animus“, dem Männlichen unserer Seele.

Es ist so ein weises und liebevoll gestaltetes Büchlein, das es mich in seiner Art gleich an den „Kleinen Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erinnert. Die Menschenflüsterer in diesem Büchlein „Heilende Seelensprache“ sind keine Wesen von einem anderen Stern (mit Ausnahme vielleicht der Kater „Noxi von Sirius“), es sind Tierseelen, die jedem Kind tagtäglich begegnen können.

Wer je sein Leben mit einem Haustier geteilt hat, der weiß um ihre heilsame Kraft – besonders als Verkörperung von bedingungsloser Liebe. Und das gilt für Menschen jeden Alters: vom Schulkind bis zum vereinsamten alten Menschen. Jedes Kind sollte einen Seelengefährten als Haustier haben. Tierseelen sind Seelenführer, „Naturbuddas“, die uns viel über die Weisheit des Lebens erzählen können, wenn wir ihnen denn lauschen und ihre Sprache verstehen können.

Das Büchlein der Autorin hilft uns dabei, uns in die Seele von Tieren zu versetzen und ihre „heilende Seelensprache“ zu verstehen. Ich will dazu nur ein (gekürztes) Beispiel aus dem Büchlein geben:

Ava über Absichtslosigkeit

Ihr Menschenwesen auf unendlichem Selbstoptimierungskurs,
to-do-Listen und sonstigen Vorhaben.
Ich möchte Euch heute aus meiner Sicht über ein Leben
ohne Absicht erzählen, ohne konkrete Ziele.
Das Sein an sich erleben.
Euch Zweibeinern fällt das heutzutage besonders schwer:
eine Zeit ohne konkreten Plan.
Vielen gelingt das erst durch eine Krankheit,
eine Form der Zwangsauszeit.
Euer Leib streikt dann,
wenn Ihr lange einfach funktioniert und den Träger,
das Kleid eurer Seele, versessen habt.
Jenen, die dank uns Fellnasenseelen wieder in die Natur zurückkehren
und dem Himmel beim Regnen zusehen,
wird ein Hauch dieser Absichtslosigkeit zuteil.

Diese Momente gilt es wohlwollend auszuweiten,
täglich ein paar Sekunden beim Gassi gehen wäre ein Anfang.
Ein paar Augenblicke um eins mit Euch zu sein und,
wenn Ihr uns ab und zu anlächelt, dann sind wir ganz bei Euch –
völlig absichtslos übrigens.
EURE AVA (S. 21 / 23)

Das Büchlein entzieht sich eigentlich einer angemessenen Besprechung. Es will gelesen werden, es will in seine Weisheit selbst geborgen werden. Es gehört zu den Büchern, die wir hundertmal lesen können und noch beim hundertsten Mal wieder etwas Neues entdecken und erkennen. Also keine Zurückhaltung Kindern gegenüber bei dem Gedanken: Versteht mein Kind das alles? Tut es wohl nicht und braucht es auch nicht.

Jeder „Ratgeber“ oder gar philosophisches Buch verblasst neben diesem wundervollen Werk. Es hat etwas von Magie und Mystik, die eine Besprechung nicht transportieren, sondern nur selbst erfahren werden kann. Die Sprache der Autorin selbst ist elfenhaft, die in ihrer Schönheit selbst berührt. Kindern vorgelesen, werden die Sätze zu tiefen Gesprächen einladen. Doch wie gesagt: Es spricht unser aller Kinderseele in jedem Alter an, erweckt sie vielleicht sogar wieder. „Heilende Seelensprache“ ist ein Geschenkbüchlein in der allertiefsten Bedeutung eines Geschenks, des Präsents, des Präsenz, des achtsamen Lebens mit seiner Seele und allen Seelenwesen im Hier und Jetzt.

 

Heilende Seelensprache: 31 Lebensweisheiten von Naturbuddhas

Travis Christofferson: Paradigmenwechsel

Untertitel: Das neue Verständnis von Krebs nach hundert Jahren Forschung

Wie die Rückkehr der Theorie über den Stoffwechsel der Tumore vielversprechende Wege zur Heilung aufzeigt

Das Buch beschreibt den sich anbahnenden Paradigmenwandel in der Krebstherapie. Die entscheidende Frage ist: Was ist die erste Ursache von Krebs und wie kann verhindert werden, dass Krebs entsteht und unkontrolliert wuchert. Der Autor – kein Mediziner, sondern Fachautor – sieht den Paradigmenwandel von der Vorstellung einer genetischen Mutation (die noch dominierende Schulmedizin) hin zu der Erkenntnis, dass die Ursache in einer Stoffwechselerkrankung liegt (vorwiegend von der Naturheilmedizin vertreten). Die Tatsache, dass der Autor kein Mediziner ist, tut dem Buch gut. Es schafft einen Überblick über 100 Jahre Krebsforschung und ist relativ leicht verständlich geschrieben.

Das Buch stellt eindringlich die Frage:

Ist es vorstellbar, dass Krebs gar keine genetische Krankheit ist? Könnte es sein, dass wir drauf und dran sind, den „Krieg gegen den Krebs“ zu verlieren, weil die Forscher einem grundverkehrten wissenschaftlichen Paradigma huldigen und Krebs keine Krankheit ist, die durch beschädigte DNS verursacht wird, sondern vielmehr durch einen beeinträchtigten Stoffwechsel? (S. 11 f.)

Der Autor greift auf Studien des Biochemikers Otto Warburg (1883 – 1970) zurück, der die Veränderung des Krebsstoffwechsel vom aeroben (Sauerstoff) zum anaeroben Gluckose-Stoffwechsel erkannte und dafür 1931 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Des weiteren sind es die Forschungen zur Epigenetik (Bruce Lipton), die der Krebstherapie ganz neue Ansätze geliefert hat: deformierte Krebsgene sind nicht die Ursache, sondern eine (epigenetische) Wirkung des Entartungsprozesses einer gesunden in eine kranke Zelle (womit eine neue Embryogense beginnt).

Diese neue Sichtweise, das neue Paradigma eröffnet ein ganz neues Wirkungsfeld für eine Krebs-Therapie, insbesondere für die Selbstverantwortung und Selbstheilung des Patienten.

Wichtig dafür ist:

  • Stoffwechselprozesse zu verstehen, insbesondere das Umschalten des aeroben (Sauerstoff) in den anaeroben (Zucker) Stoffwechsel;
  • die Mechanismen der Epigenetik zu verstehen, um die „Krebsgene“ wieder in gesunde Gene zurückschalten zu können;
  • durch „ketogene Ernährungstherapie“ (das Buch gibt Hinweise dazu im Anhang A) den Heilungsprozess auf natürliche Weise in Selbstverantwortung zu fördern.

Das Buch ist in keiner Weise engstirnig, sondern diskutiert sogar die Rolle von Krebs in der Evolution des Menschen. Manche Gesellschaftskritiker sehen den Krebs sogar gesellschaftlich: Wir lebten in einer wuchernden Krebsgesellschaft als Krebs an Mutter Natur. Der Autor bringt es auf den Punkt: „Krebs ist das Rätsel aller Rätsel.“ (S. 237)

Doch es gibt eine neue Hoffnung und die kann dieses Buch vermitteln.

Die Stoffwechseltheorie beleuchtet die Verwundbarkeit des Krebses und verdeutlicht seine Archillesferse. …
Die gesunden Zellen in unserem Körper sind entschlossene Überlebenskünstler. Sie überleben den toxischen Schlamm, der meist mit der Chemotherapie verbunden ist, und lassen sich nicht unterkriegen, während viele Krebszellen absterben. Gesunde Zellen können sich umstellen und zur Ketose übergehen, während Krebszellen nichts anderes übrigbleibt, als in ihrer Inflexibilität zu schmoren.  (S. 239)

Mein Fazit: Ich möchte dieses Buch unbedingt empfehlen: für die Krebs-Prophylaxe (die jeder achten sollte), nach einer akuten Krebs-Diagnose (um einen klaren Kopf zu bewahren) und für die Krebs-Nachsorge. Das Buch kann die Angst verringern, dass der Krebs jederzeit wieder ausbrechen könnte. Es macht aus dem Paradigma des hilflosen Wartens ein Paradigma des aktiven Handelns für die eigene Gesundheit.

Das Buch ist einleuchtend, erfrischend, mut-machend.

Ich will noch darauf hinweisen, dass die deutsche Krebsforschung in Dresden (Prof. Manfred von Ardenne) schon vor 50 Jahren auf die Erkenntnisse von Otto Warburg zurückgegriffen und eine Sauerstoff-Mehrschritt-Krebstherapie entwickelt hat. Die neuere Epigenetik und Keto-Ernährung sind sicher eine gute Ergänzung.

Travis Christofferson:  Paradigmenwandel: Das neue Verständnis von Krebs nach 100 Jahren Forschung

Hunter Beaumont: Auf die Seele schauen

Untertitel: Spirituelle Psychotherapie

Dieses Buch ist in meinen Augen ein Durchbruch in der Psychotherapie. Gängige Bücher zur Psychotherapie sprechen die Psyche als „Apparat“ nur recht oberflächlich an. Dieses Buch jedoch geht in die Tiefe der SEELE, eher in der Tradition von C. G Jung. Auf dieser Ebene, in dieser Dimension gibt es jedoch keine Psycho-„Analyse“ mehr. Die Seele lässt sich nicht „analysieren“. Ihre Reichweite geht weit über den analytischen Verstand hinaus. Wir können – mit einem geschulten Blick – nur auf die Seele „schauen“ – voller Verzückung, Staunen und Ehrfurcht.

Und dazu regt das Buch an! Die Seele ist die LIEBE und auf der Ebene der Seele gibt es nichts Böses und keinen Hass. Das Buch ist eine Einladung, das Mystische in sich zu entdecken und zu erwecken. So bekämpft „spirituelle Psychotherapie“ nichts, sondern erinnert an die Liebe und hilft, auf allen Ebenen liebesfähiger zu werden. Hass ist eine Tatsache, die auch in Kontemplation „angeschaut“ werden kann.

Im letzten Teil stellt die Autor auch die Frage: Wer schaut die Seele an? – Die Seele kann beides sein und damit eine Dualität überwinden: Die Seele kann das Anschauende und das Angeschaute gleichzeitig sein.

Das Buch ist eine Sammlung von 11 Vorträgen des Autoren zu 11 Kapiteln zusammengefasst. Jeder Teil ist in sich geschlossen wie „Die Heilung der Wunde im Weiblichen“, „Die Paarbeziehung als religiöser Vollzug“, „Selbstheilung: Hoffnung oder Illusion“, „Trauerfolgen“, „Wenn die Toten zu reden anfangen“.

Das Buch ist auch nichts „Abgeschlossenes“, sondern eher „Impulse der Seele“. In den Worten des Autors:

„Bei der Überarbeitung des Textes ist mir auch klar geworden, was fehlt. Es gibt keine Information darüber, wie die Arbeit mit der Seele passiert. Das ist Absicht, denn der Weg, den ich kenne, geht nur mit Begleitung in Selbsterforschungsgruppen. Begleitung und Gesellschaft sind unentbehrlich. Das Zweite das mir aufgefallen ist: Die Gedanken sind oft nicht zu Ende gedacht. Das ist keine Absicht. Es zeigt nur meine Grenzen. Ich habe es so weit gebracht, wie ich kann, und mit dieser Veröffentlichung übergebe ich die weitere Entwicklung an Sie, die Leser.“ (S. 11)

Hunter Beaumont ist ein spiritueller Praktiker, der unseren Blick schulen kann, auf die reichhaltigen Phänomene der Seele zu schauen, um sie besser zu verstehen und anzunehmen.


Hier der Amazon-Link zum Buch:

H. Beaumont: Auf die Seele schauen

Ledergerber/Bieri: Was geht New Age die Christen an?

Untertitel: Brücken zum gegenseitigen Verständnis

Es passt ganz gut, dass diese Buchbesprechung meine erste im Jahr 2019 ist, denn dies ist ein wirklich außergewöhnliches Buch, das hier den Platz 1 wirklich verdient hat.

Es hat mich sehr begeistert, obwohl es schon 1988 veröffentlicht wurde. Im gewissen Sinne ist es top-aktuell, als ob es inhaltlich die 30 Jahre digitale Revolution schadlos überstanden hätte.

Zwar hat das „New Age“ sich längst atomisiert, nichts was heute noch in dieses Etikett passen würde, doch die Hauptaussagen sind für die neue Esoterik und die neue Spiritualität noch immer ins Herz treffend. Es ist und bleibt ein wohlwollender Klassiker der Auseinandersetzung eines fortschreitenden Christentums mit der Esoterik. Klassiker haben alles längst auf den Punkt gebracht; sie zu lesen erspart viele Irrungen und Wirrungen.

Das New-Age war eine Art Urknall einer neuen Spiritualität mit durchaus sehr zentralen Begriffen wie „Ganzheit“, „Organismus“, „Transformation“, „Spiritualität“, „Bewusstsein“ und „Gott“. Diese Begriffe werden sicher nie ihre Aktualität verlieren. Die Autoren kritisieren würdigend und wohlwollend diese zentralen New-Age-Begriffe aus christlich-mystischer Sicht. Kurz: Es ist zwar gut, dass die Esoterik die feistoffliche Welt der Engel, Naturwesen, Heilige, verstorbenen Seelen so intensiv thematisiert, es darf aber nicht mit dem eigentlichen „Reich Gottes“ verwechselt werden. Hier führt an Jesus Christus kein Weg vorbei. Die Erneuerer der Esoteriker (Teilhard de Chardin, David Spangler und George Trevelyan) thematisieren doch intensiv den Kosmischen Christus, und hier ist ein esoterisches Christentum essentiell angelegt.

Andererseits aber weisen Sie nach, wie diese esoterischen Impulse zur Erneuerung des Christentums beitragen können. Denn letztlich müsste auch die Christen wissen, dass es Jesus um einen „Neuen Himmel und eine Neue Erde“ ging. In dieser Vision „Ich mache alles neu!“ könnten sich ein fortschrittsorientiertes Christentum und eine offene Esoterik treffen, Frieden schließen und an einem Strang ziehen.

Nachdem sich die Rauchschwaden-Nebel der digitalen Revolution aufgelöst haben, bringt das Buch den Stand des Dialogs von 1988 gut auf den Punkt. Wir könnten hier ansetzen, um wieder zum Wesentlichen zurückzufinden.

Link zu Restexemplaren bei Amazon:
Was geht New Age die Christen an?. Brücken zum gegenseitigen Verständnis

Wanitschek / Vigl: Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden

Untertitel: Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt

Cannabis (auf gut Deutsch: Hanf) erfährt ein überraschendes Comeback. Durch die Wegzüchtung des Rauschanteils (THC) in Hanfpflanzen ermöglicht es dieser Art von Hanf mit einem hohen CBD-Anteil  in immer mehr Ländern legalisiert zu werden. So lassen sich grob drei Arten von Hanf unterscheiden:

  • Nutzhanf (als Nahrungsmittel, zur Herstellung von Kleidung, Papier usw.),
  • medizinischer Hanf (CBD, unter 1 % THC) und
  • Hanf als Rausch-Mittel (THC deutlich über 2%, ist aber kein Rausch-Gift)

Die Autoren vermeiden in ihrem Buch geschickt alle kontroversen ideologischen, politischen und ökologischen Themen und konzentrieren sich als Heilpraktiker voll und ganz auf die medizinische Wirkung von Hanf. Warum es zum Verbot von Cannabis kam und der Trend zur Entkriminalisierung und Legalisierung von Hanf auch in Deutschland (das Gesetz „Cannabis als Medizin“) wird am Anfang nur kurz abgehandelt, und dann geht es gleich zur Sache:

Das Endocannabinoid-System als Wirksystem

Die Entdeckung dieses körpereigenen Systems ist sicher ähnlich bedeutsam wie seinerzeit die Entdeckung des Hormonsystems. Dessen Hauptfunktion ist es, über sein Rezeptoren-System für die innere Balance („Homöostase“) aller Körperzellen zu sorgen. Der Körper produziert selbst ein Anandamid (ananda = Glückseligkeit im Sanskrit), das dem Pflanzen-THC verwandt ist. Das hat die leicht nachvollziehbare Konsequenz: THC wird vom Körper als wesensverwandter Stoff leicht aufgenommen und ist für ihn kein Gift. Unser Körper muss in der Urzeit seiner Entstehung (Biogenese) eine Art symbiotische Beziehung zu Hanf eingegangen sein, wenn die Cannabiole selbst schon ein Teil unseres Körpersystem geworden sind.

Die Autoren stellen dar, wie man das körpereigene Endocannabioid-System pflegen kann. So kann ein Meditierender, der auch besondere Gesundheitsregeln beachtet, in einen hohen, glückseligen  Bewusstseinszustand kommen, ohne diese Wirkung über Hanf oder andere Pflanzen zu induzieren.

Die Autoren stellen dann sehr ausführlich die beiden Hauptwirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) dar, auch in ihrem Zusammenspiel mit mit Hunderten von anderen Cannabinoiden, Flavonoiden (Farbstoffe) und Terpenen (Duftstoffe), dem sogennanten „Entrourage-Effekt“.

Unsere Gesundheit und die Heilung aus Krankheiten hängt in großem Maße von dem Funktionieren dieses Endocannabinoid-Systems ab. Ein Mangel an Cannabinoiden kann eine unerkannte Ursache für Krankheiten sein. Das ist der Grund, warum gezielt eingesetztes Cannabis so verblüffend viele Krankheiten heilen kann, weil ein innerer Mangel beseitigt und eine Balance für die Gesundheit wiederhergestellt wird. Diese Zusammenhänge werden mehr und mehr erkannt. Natürlich ist Cannabis kein Wundermittel, wie die Autoren gleich zu Beginn schreiben, doch ein Heilmittel, das in Zukunft sicher noch mehr von sich Reden machen wird.

Im zweiten Teil des Buches besprechen die Autoren die sinnvolle Anwendung von medizinisch eingesetztem Cannabis für allerlei Beschwerden von Akne über Krebs und Schlafstörungen bis Übergewicht.

Ich sehe in dem Buch eine wertvolle Hilfe, Cannabis zu entkriminalisieren und seinen Gebrauch zu normalisieren. Ich selbst kam mir schon richtig subversiv vor, als ich meine Nahrung mit Hanfproteinen und Hanfsamen zu Müsli und Salat ergänzt habe.

Es wird Zeit, Hanf wirklich wiederzuentdecken und in das Alltagsleben zu Gesundheit und Heilung sinnvoll einzusetzen. So kann es wieder zur Volksmedizin aus der Natur werden. Die Autoren weisen auch auf die wichtige Funktion des THC für Heilungsprozesse hin. Doch eine Teillegalisierung über den CBD-Hanf und seinen freien Anbau ist schon einmal ein erster Schritt.


 

Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden: Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt. Hanf und ätherische Öle wirkungsvoll … Gesundheit. (KLICK)

Wernard Bruining: Hanf heilt

Untertitel: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin

Es ist das erste Buch, das ich über Hanf lese – ich habe in meinem Leben bisher auch noch keinen Kontakt zu Cannabis gehabt (der wissenschaftliche Name von Hanf). Nur ist in meinem neuen Domizil in der Schweiz im Keller eine Indoor-Hanfplantage – und das ganz legal! Hier wird medizinischer Hanf frei angebaut, was mich zuerst irritiert und dann erst recht neugierig gemacht hat.

Das Buch ist für mich eine Offenbarung! Und das, nachdem ich vor einigen Tagen noch das Buch „Manifest für Erde und Mensch“ von Pierre Rabhi besprochen habe – und dieses Buch mir gleich die Antwort gibt: die Lösung eines großen Teil der Weltprobleme kann durch Hanf geschehen, indem die Menschheit vom Erdöl wieder zurück zum Hanf findet. Ich war mir nicht bewusst, was für eine zentrale Rolle Hanf für die Menschheit früher spielte bis mit dem Hanfverbot 1937 in den USA diese regelrechte Symbiose zwischen Mensch und Hanf durch Erdöl brutal aufgebrochen wurde. Hätten die Mächtigen (von Wirtschaft, Politik und Religion) den Hanf nicht kriminalisiert und verteufelt, gäbe es die Menschheitsprobleme von heute wohl nicht!  Wir müssen quasi nur zum „goldenen Hanf-Zeitalter“ zurück! – Das klingt jetzt sicher alles nach „Hanf-Verschwörung“ vor 80 Jahren. Doch die jetzt zu wissen, gehört zur Offenbarung des Buches und dem Ende meiner eigenen Verdummung.

Mit dem Buch „Hanf heilt“  bin ich gleich an der Quelle bei dem Niederländischen Hanf-Pionier Wernard Bruining, von dem sogar der Begriff des medizinischen Cannabis kommt. Das Buch ist sehr entspannt geschrieben und extrem gut zu lesen. Wie jemand, der sein halbes Leben um die Legalisierung von Hanf gekämpft hat und nun weiß: Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Wir Menschen können auf Hanf als Nutzpflanze, als medizinisches Heilmittel oder als Genussmittel gar nicht mehr verzichten: der letzte Strohhalm unserer Menschheit. Nun wird das Hanf-Verbot immer mehr gelockert, ein Staat nach dem anderen kommt im eigenen Interesse zur Besinnung (für mich ist überraschenderweise Israel einer der Pioniere). Verantwortliche Politiker haben erkannt: Jetzt ist Wendezeit oder nie wieder.

Doch Wernard Bruining geht es gar nicht so sehr um die große Politik: Er setzt auf jeden einzelnen Menschen, sein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen. Der Hauptteil des Buches (gute Dreiviertel) sind „Fallstudien“ von Menschen, die das medizinische Hanföl genommen haben, um sich von allen möglichen Beschwerden wieder zu befreien. Das Buch ist voller medizinischer Wunder, dokumentiert und gut bebildert. Damit wirklich wieder zur Volksmedizin wird, enthält das Buch auch eine Anleitung, Hanföl für den medizinischen Eigengebrauch selbst herzustellen. 

Ich erklärte, dass ein Teil der Philosophie des medizinischen Cannabis darauf beruht, dass die Menschen lernen, sich selbst zu helfen und sich nicht passiv und abhängig zu halten. (S. 171)

Das Buch ist kein akademisches Buch, kein medizinisches Buch, kein politisches Buch. Es ist so locker und farbenfroh geschriebenen, dass es selbst Jugendliche gerne lesen werden. Es ist aufklärerisch, hilfreich und nie mit erhobenem Zeigefinger, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Der Autor verweist auf die Wahlfreiheit des Menschen vor Gott, warum nicht auch vor unseren Regierungen? Gott hat uns frei geschaffen, die Regierungen brauchen dagegen Schafe, die sie gängeln können. Wie brachte es  Friedrich Schiller so schön auf den Punkt: 

„Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ 

Ein besseres Buch, Cannabis wieder zur Volksmedizin zu machen, kann ich mir kaum vorstellen. „Hanf heilt“ meint aber noch weit mehr und schließt unsere Mutter Erde mit ein.


 

Hanf heilt: Die Wiederentdeckung einer uralten Volksmedizin (KLICK)

Pierre Rabhi: Manifest für Mensch und Erde

Untertitel: Für einen Aufstand des Gewissens

Pierre Rabhi (geboren 1938) ist ein in Frankreich bekannter „Öko-Agrar-Rebell“, Begründer der ökologischen Landwirtschaft in Frankreich. Er kam als Emigrant („Flüchtling“) mit dem Algerienkrieg 1954 aus der algerischen Wüste nach Paris, um später im Süden Frankreichs als Landwirt eine ökologische Landwirtschaft zu erproben und bekannt zu machen. Er „exportiert“ sein Landwirtschafts-Modell „Oasen an allen Orten“ an die armen Bauern in der „Dritten Welt“. 2007 gründete er die „Bewegung für die Erde und den Humanismus“ (mit einem Kolibri als Symbol).

Mich hat es schon überrascht, dass das Vorwort zu diesem Manifest vom ehem. Umweltminister Frankreichs, Nicolas Hulot, formuliert wurde (hier in Deutschland sicher undenkbar). Er schreibt:

„Es kommt auf jeden Einzelnen an. Ohne die Werte der Nüchternheit und des Maßhaltens, ohne Verantwortungsbewusstsein, ohne eine Revolution des Geistes; kurz: ohne die innere Verwandlung des Einzelnen wird die Verwandlung der Welt scheitern. …
Ich glaube wie Pierre, dass der „Aufstand“ des individuellen Gewissens gegen alles, was dem Leben fremd ist und die Lebenswelt zerstört, eine notwendige Bedingung dafür ist, dass die Menschheit dem Schlimmsten entgeht und gleichzeitig die Grundlagen für eine neue Zeit mit einem besseren Leben legt.“ (S. 7)

Die Erde krankt an der Menschheit

Der Planet gehört uns nicht, wir gehören ihm. Wir vergehen, er bleibt. (S. 13)

Der außer Rand und Band geratene Mensch („immer mehr!“) wird die Erde niemals zerstören können. Er zerstört nur sich selbst, doch reißt er viele Arten mit sich, zerstört selbstsüchtig die Natur mit seiner EGO-Kultur. Die Geisteskrankheit, Ignoranz und Zynismus des Menschen bestehlt darin, die Erde nicht als Nährerin allen Lebens, als „Große Mutter“ zu versteht, sondern als „Lagerstätten von Ressourcen“ (S. 43), die er hemmungslos ausbeuten darf. Dazu gibt er sich selbst das Recht! Diese Entfremdung von Mutter Erde, von der Natur, der Schöpfung ist es, das den Menschen in den Wahnsinn der Selbstzerstörung treibt.

Denn die Erde, das Wasser, die tierische und pflanzliche Vielfalt sind keine Ressourcenstätten, sondern stellen ein Gemeingut dar, welches das Leben und Überleben von uns allen garantiert. Dringend muss dieses Gemeingut von jeglicher Finanzspekulation befreit werden, die es verschleudert und den Geldverdienen überlässt. (S. 42)

Pierre bringt vieles auch sprachlich schön auf den Punkt, als Beispiel: Was für uns früher noch eine „Speise“ war (wie sprachen gar von „Götterspeise“), ist inzwischen schon zum „Fraß“ geworden (ein zutreffendes Wort!): Müll, den wir uns tagtäglich „einverleiben“ und so unseren Leib vermüllen (wie außen, so innen).

Die Erde erblüht am Menschen 

Die Frage ist, warum die Erde dieses „missratene Geschöpf Mensch“ nicht einfach beseitigt, den KREBS MENSCHHEIT einfach operativ rausschneidet. Eine solche „Rache Gaias“ (James Lovelock) würde doch viele ihrer Kreaturen vor diesem Monster Menschheit retten.

Doch Mutter Erde, GAIA, ist eine liebende Mutter, sie ist keine Rachegöttin. Ihre ganze Hoffnung auch auf ihre eigene Bewusstwerdung lag in den Menschen, der Krone aller ihrer Kreaturen. Sollte sie es vernichten, dann wäre es ihr eigen „Fleisch und Blut“. Eine liebende Mutter würde dies nie übers Herz bringen, ist ihr Kind auch noch so im Wahn der Omnipotenz. Sie gibt uns immer und immer wieder die Chance der Besinnung. Und Pierrs Manifest ist eine solche eindringliche Besinnung.

Die Menschheit muss zum wahren Humanismus wiederfinden, ein Humanismus, der im Punkt OMEGA (Teilhard de Chardin) auf den Menschen als „Gottmenschen“ (wie Buddha, Jesus, Mohamed und andere) ausgerichtet ist. Das ist auch der Plan von Mutter Erde. Dieser wahre Humanismus ist ein Teil ihrer Seele als Erdenmutter. Ihre Seele kann uns nicht aufgeben; es wäre ein Stück Selbstaufgabe! 

Das ist eine der Kernbotschaften von Pierre: Ein wahrer Humanismus entfremdet uns nicht, sondern verbindet uns immer mehr mit Mutter Erde, weil wir so unserer Berufung „wahrer Mensch zu werden“ in ihrem Sinne gerecht werden.

Das ist die immer wiederkehrende Botschaft: Es liegt in jedem einzelnen, es liegt in DEINER Verantwortung, „wahrer Mensch“ zu werden. Nichts anderes ist DEINE Lebensaufgabe.

„Die Sinfonie der Erde“

Das Buch von Pierre wiederholt sicher viele Anklagen an die Menschheit (Genügsamkeit statt „immer mehr!“ usw.), doch es ist wichtig, dass wir uns auch nicht in Selbstanklagen weiter zustören. Was mir an diesem Manifest am meisten ans Herz geht: Pierre hat sich als Mensch mit Mutter Erde längst „versöhnt“. Sein „Aufstand des Gewissens“ kommt nicht aus Selbstanklage, sondern aus Liebe: Liebe zur Erde, zur Natur, zur Schöpfung. Sein Gewissen erwacht aus einer tiefen Verzauberung an der Schönheit und Harmonie der Schöpfung.

Ehe die Welt verändert wird – muss sie nicht vielmehr wiederverzaubert werden? Sollten wir sie nicht vielmehr lieben und bewundern, um so die Energie zu finden, uns um sie zu kümmern? Es ist diese tiefe Liebe zu dem, was ich die „Sinfonie der Erde“ nenne, die mich unabhängig von alarmierenden Befunden über gegenwärtige und zukünftige Katastrophen dazu veranlasst, an der Umsetzung von Lösungen zu arbeiten. (S. 57)

Das Buch gehört im Grunde zur Pflichtlektüre der höheren Klassen unserer Schulen, denn unsere Jugend kann nichts Wichtigeres lernen als das, wozu das Manifest aufruft. Sie sind die letzten Zerstörer der Menschheit oder die ersten Erbauer einer neuen Menschheit im Einklang mit der Erde. Und es IST leider so dramatisch, wie es kling.

Es ist gar nicht einmal so schlimm, dass dies wahrscheinlich reine Illusion ist (ich hoffe, es ist in Frankreich anders!). Schlimmer noch ist, dass man es sich nicht einmal „vorstellen“ kann, dass unser Bildungssystem solche gesellschaftlichen Impulse aufnimmt und sich verantwortlich für die Zukunft der Menschheit fühlt. Das „Humankapital“ hat unsere Pädagogik, unsere Bildungseinrichtungen, unsere Kinder und Jugend längst im Griff des seelenlosen Mythos „immer mehr!“. Und wenn eine Gesellschaft ihre Seele verloren hat, dann ist sie verloren. Doch im Sinne des Manifestes: Die Seele der Erdmutter und unsere Seele mögen wieder EINS werden!

 

Pierre Rabhi: Manifest für Mensch und Erde: Für einen Aufstand der Gewissen (Klick)

Deepak Chopra / Rudolph E. Tanzi: Superbrain

Untertitel: Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst

Heute ist Tag des Buches und dies die 250. Buchbesprechung in meinem Buch-Blog. Ja, das passt gut zusammen, zumal dies ein ganz außergewöhnliches Buch ist. 

Deepak Chopra gilt in Amerika ja schon als „Kaiser der Seele“ (Times), sein Buch Heilung (> meine Buchbesprechung) wird diesem Titel auch gerecht. Doch in diesem Buch ist gar keine Rede von Seele. Es geht wieder um Bewusstsein. Während das Buch Heilung die Beziehung zwischen Seele und Körper behandelt, geht es in diesem Buch um die Beziehung zwischen Geist und Körper, genauer: Geist und Gehirn. Beide Bücher („Heilung“ und „Superbrain“) sind bahnbrechend – und sicher wird irgendwann auch eine Integration beider Bücher – eine umfassende Integration von Körper – Geist und Seele auf dem heutigen wissenschaftlichen Niveau geben.

Im deutschsprachigen Raum war es ja vor allem Vera Birkenbihl, die nicht müde wurde dafür zu plädieren, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden. Sie hätte an diesem Buch ihre helle Freude gehabt! 

Deepak Chopra hat sich in Rudolph E. Tanzi einen Ko-Autoren ausgesucht, der Neurowissenschaftler ist und spezielle Forschung im Bereich der Heilung von Alzheimer unternommen hat. Und dieses Buch ist wieder ein grandioses Beispiel dafür, was dabei heraus kommt, wenn Wissenschaft und Spiritualität zusammenarbeiten.

Das Buch entfaltet große Visionen, was mit unserem Gehirn alles erreichbar ist, wenn ein erwachter GEIST es führt. Genau das ist SUPERBRAIN: ein von einem hohen Bewusstsein geführtes Gehirn. Das Alltagsgehirn dagegen kommandiert das Alltagsbewusstsein. Alte, eingefahrene Gehirnstrukturen (neuronale Vernetzungen) schaffen bestimmte, verzerrte Wahrnehmen und reduzieren durch Feedbackschleifen die Handlungsfähigkeit immer weiter. Ein Teufelskreis, an dessen Ende Krankheit und Alterungsprozesse stehen, was gar nicht notwendig wäre, wenn wir nicht Opfer längst widerlegter Mythen über das Gehirn wären.

Das Buch zeigt, wie wir uns aus diesem Teufelskreis wieder befreien können. Es wiederlegt wissenschaftlich all diese reduktionistischen Mythen über das Gehirn. Alleine aus diesem Grund lohnt sich das Lesen schon: Die Mythen über Bord zu werfen und unserem Gehirn eine Chance zu geben, uns mit seinem ganzen Potenzial zu einem langen Leben zu begleiten.

Was mir an dem Buch auch sehr gefallen hat: Es begrenzt sich nicht. Es fragt nach der „Höchsten Vision eines Superbrains“. Es sind nicht nur die ungewöhnlichen Menschen, die zeigen, wozu das Gehirn in der Lage ist. Mehr noch: Können wir das Gehirn so nähren und leiten, dass es uns zu einem unsterblichen Körper begleitet? Diese Frage hat natürlich eine riesige Auswirkung. Menschen sind nach der Vorstellung der Antike ja sterbliche Götter. Was, wenn wir nicht nur in unserer Seele, sondern sogar in unserem Körper eines Tages unsterblich sind? Diese Frage aufzuwerfen ist absolut legitim – wie wir damit eines Tages umgehen, steht auf einem anderen Blatt. Doch die Autoren wiesen klar darauf hin: Es gibt keine Grenzen für das Dream-Team GEIST und SUPERBRAIN.

 

Mann kann zu den großen Visionen des Buches stehen, wie man will. Eines ist klar: Wir haben das Potenzial unseres Gehirns noch lange nicht ausgeschöpft. Wichtig jedoch ist, sich aus den Mustern des Alltagsgehins zu befreien und seinem Gehirn die Möglichkeit zu eröffnen, zu einem wirklichen Superbrain zu werden. Das Buch hat viele, alltägliche Themen, um hier den Schalter umzulegen: Gedächtnisverlust, Depression, Übergewicht, Angststörungen, persönliche Krisen – doch auch positive Herausforderungen: zu seiner Stärke finden, Selbstheilung, langes Leben, sich von einer höheren Führung leiten lassen, im Leben ein allgemeines Wohlbefinden und Zufriedenheit zu erreichen.

Das Buch ist ein Wälzer von knapp 480 Seiten, immer leicht verständlich geschrieben. Man kann es nicht an einem Wochenende lesen. Es ist eher ein Super-Handbuch als Gebrauchsanweisung für unser Super-Gehirn.

Super-Brain: Angewandte Neurowissenschaften gegen Alzheimer, Depression, Übergewicht und Angst (Klick)

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen

Untertitel: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen

Bücher von Ruediger Dahlke sind richtungsweisend und gesellschaftsverändernd. Er ist der „Papst“ des Fastens und der veganen Ernährung. Mich selbst haben auch seine Bücher zu den „Lebensprinzipien“ stark beeinflusst. Man kann zur (Horoskop-) Astrologie stehen wie man will, doch dahinter stecken Urprinzipien und archetypische Urbilder (ich nenne es „Heilige Astrologie“), mit denen sich jeder auseinandersetzen sollte, wenn er seine Seele verstehen will. Dahlke, von Hause aus Mediziner („Integrale Medizin“), ist für mich auch der „Guru“ einer wahrhaften Seelen-Psychologie, die die Seele wieder im ursprünglichen Sinne versteht (Stichwort: Pythagoras).

Auch das hier besprochene Buch ist ein solches richtungsweisendes Buch mit dem Potential der Gesellschaftsveränderung. Es war ursprünglich als Männerbuch gedacht, trugt den Titel „Aggression als Chance“ (2003) und widmet sich einem der größten Probleme (wenn nicht DAS größte) unserer Gesellschaft: dem „unerlösten Mars-Prinzip“. Das ist natürlich schon die Diagnose. Die Erscheinung ist vielfältig:

  • Weltweite Kriege, Zuspitzung im „Terrorismus“
  • Glaubenskriege
  • Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit
  • Aggression im Alltag, von der Straße bis zur Familie
  • Schuldzuweisungen in Politik und Religion
  • Autoaggression von Selbstverbrennung bis Autoimunerkrankungen

Das Buch hat zwei Teile:

Teil 1 fragt nach dem Urprinzip der Aggression, des Männlichen und Mars als dessen archetypisches Urbild (und Pluto als Urbild für weibliche Aggression)

Teil 2 behandelt die Krankheitsbilder und Lernaufgaben aus einer fehlgeleiteten und unerlösten Aggressivität.

Der Autor geht den gängigen Aggressionstheorien nach und kommt zu dem Schluss:

Wir haben lediglich die Wahl, ob wir die unerlöste brutale Aggressionsvariante leben oder die entwickeltere, erlöstere. Die Wahl, ob wir uns überhaupt mit dem Aggressions- oder Marsprinzip beschäftigen, haben wir dagegen nicht. (S. 55)

Das Aggressionsthema ist ganz offensichtlich ein Männerthema, doch wenn der Autor vom „Marsprinzip“ spricht, dann ist damit nicht der Mann gemeint, sondern das männliche Prinzip in jedem Menschen, natürlich meistens bei Männern ausgeprägt. Doch man muss grundsätzlich aufpassen, dies nicht zu verwechseln. Ich möchte dazu ein längeres Zitat einfügen, weil es zentral und bedeutsam ist:

Bei der Beantwortung der Frage „Wie männlich ist Aggression?“ empfehlen sich zwei Schritte. Zum einen ginge es darum, die Wertung aufzuheben und zu erkennen, dass alles und eben auch Aggression zwei Seiten hat: die der mutigen und positiv eingeschätzten Selbstverwirklichung und die der negativ erlebten zerstörerischen Gewalt. Zum anderen löst die Erkenntnis der Urprinzipien und ihre Akzeptanz das Problem. Wer sehen kann, dass die marische Aggression archetypisch mehr dem Männlichen entspricht und die (…) plutonische Aggression mehr dem weiblichen, wer bei beiden schließlich noch zwischen mehr oder weniger erlösten Ebenen unterschieden lernt, kann sich von dem unergiebigen Hickhack bei der Geschlechterfrage lösen. Eine „männliche“ Frau kann also auch einmal zerstörerisch und aggressiv auftreten als ein sehr „weiblicher“ Mann. (S. 90 f.)

Wann ist Mann ein Mann?

Die Liedermacherin Ina Deter sprühte es auf jede Wand: „Neue Männer braucht das Land!“ Und Herbert Grönemeyer widmete der Jahrhundertfrage den Song: „Wann ist Mann ein Mann?“

Der „neue Mann“ macht sich – noch etwas unsicher – auf den Weg. Er entsteht nicht wie Phönix aus der Asche. Es ist eher eine Heldenreise. Doch diese „neuen Männer“ (weder Machos noch Softies) sind einem Hohn der „ganzen Kerle“ ausgesetzt. In diesem Kapitel (S. 98 – 104) geht der Autor extrem sarkastisch und entlavend mit den abfälligen Bemerkung der „neuen Männer“ durch seine Geschlechtsgenossen um. Eine Kostprobe:

Im Socken- und Unterhosenwechsler wird jede Form von Hygiene heruntergeputzt, der richtige Mann hat eben zum Himmel zu stinken, wobei dies in der Regel sein einziger Bezug zu dieser Region bleibt. (S. 103)

Autoaggressionskrankheiten

Aggressionen finden nicht „da draußen“ statt, sondern letztlich nur in uns selbst. So wie die Kriege in uns toben, so kann der Friede auch nur in uns selbst herbeigeführt werden.

Wenn wir mit dem Aggressionsprinzip nicht zurecht kommen, wird es immer auf uns zurückfallen, und letztlich können wir überhaupt nur gegen uns selbst kämpfen. (S. 14)

Während der erste Zeil des Buchs die Aggression als Lebensprinzip erklärt und verständlich macht, geht es im zweiten Teil darum, ihre fehlgeleitete Energie in Krankheit und Lernaufgaben zu erkennen. Es ist ja auch der Haupttitel des Buches: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen. Der Autor konzentriert sich hierbei auf folgende Themen-Felder:

  • Infektiionen
  • Allergien
  • Autoaggressionskrankheiten wie Rheuma, Fibromyalgie und Krebs
  • Zähne und Gebiss
  • Hyperaktivität bei Kindern

Ich will hier ein eindrucksvolles Beispiel geben, wie der Autor dies am Beispiel Krebs behandelt:

Krebs könnte man als eine Art Intifada im eigenen Körper verstehen, als einen Bürgerkrieg von gut getarnten und vom Abwehrsystem nicht zu identifizierenden Zellen, die jede Solidarität mit dem eigenen Körperland aufgegeben haben und nur noch für die eigenen Ziele kämpfen und wachsen. … (S. 113)
In gewissem Sinne könnte man hier sogar von einer Art heiligem Krieg (gegen den Krebs, JS) sprechen, den schließlich geht es ums Ganze und darum, heil und ganz zu werden. … (S. 115)
Der Patient sollte sich seinen Lebensbereich erkämpfen – anstelle der Körperzelle, die sich auf den Weg macht und das Körperreich erobert. Der Patient könnte zu seinen Ursprüngen  zurückkommen und seinen ursprünglichen Lebenssinn wiederfinden – anstelle der Körperzelle, die sich bei Krebs zurück zu ursprünglichen (embryonalen) Mustern entwickelt. (S. 267)

Typisch Dahlke ist der Hinweis und Bewusstmachung auf Worte aus dem „Kriegsarsenal“: Es ist kaum zu glauben, mit welch kriegerischen Worten unsere Alltagssprache durchsetzt ist.

Das Buch gehört zu den großen Werken von Ruediger Dahlte und wird sicher noch eine lange Zeit aktuell und wegweisend sein. Wer immer ein Thema mit fehlgeleiteter und krankmachender Aggressivität hat, wer immer von einem unerlösten Mars-Prinzip geleitet wird (sicher die Mehrheit der Männer als Täter wie Opfer), der findet in diesem Buch die prinzipiellen Erklärungen und heilsamen Antworten. Es ist sehr verständlich geschrieben, nimmt kein Blatt vor den Mund, ist mutig und ehrlich.

Das Buch enthält auch eine eingetütete CD mit zwei Meditationen „Ärger und Wut loslassen“ – mit einer Gesamtspieldauer von ca. 70 Minuten. Nicht zu vergessen: Dieses Kombipack hat einen wirklich „unschlagbaren“ Preis!

Ruediger Dahlke: Wenn wir gegen uns selbst kämpfen: Die seelischen Muster hinter Infektionen, Allergien, Hyperaktivität bis zu Impfproblemen – Mit CD „Wut und Ärger“ (Klick)

 


Nachtrag

Um nicht missverstanden zu werden: Meine „Bedenken“ gelten nur einem einzigen Punkt – ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich da selbst eine „Schatten-Macke“ habe. Doch ich will dies offen darstellen – als MEIN Problem und nicht als Kritik am Buch.

Der heilige Krieg gegen das Ego?

Ich tue mir wirklich sehr schwer, irgendeine Form von „heiligen Krieg“ anzunehmen und will dies hier etwas thematisieren.

Die Darstellung von Krebs als eine Art „Bürgerkrieg“ im eigenen Körper, auch das plutonische der Krebszelllen, hat mir gefallen! Für mein Verständnis ist es gerade noch grenzwertig, hier vom „heiligem Krieg“ zu sprechen – auch wenn es wirklich um „Heilung“ geht. Es geht im „Kampf gegen Krebs“ um Leben und Tod. Es ist sicher leicht als „Kriegsverhältnisse“ zwischen gesunden Zellen und „kranken“ Zellen zu deuten. Und jeder Betroffene hat sicher das Gefühl, in einem Kriegszustand zu leben, einem Krieg, den er möglicherweise gar nicht gewinnen kann.

Ich habe hier einige Bücher zum Krebs besprochen. Da ist ein ehemaliger Soldat (Uwe Kapfer, „Krebs go home!“), der auf seine Krankheit einen „militärischen Blick“ hat (> meine Buchbesprechung). Selbst er führt als ehemaliger Soldat keinen Vernichtungsfeldzug gegen seinen Krebs, sondern führt Friedens-Verhandlungen: Selbstheilung geschieht durch Versöhnung.  Der Autor Andreas Moritz geht noch einen Schritt weiter und sieht im Krebs gar keine Krankheit (Titel seines Buches, > meine Besprechung), sondern gar ein Überlebens-Mechanismus des Körpers. Es ist also durchaus fraglich, selbst bei Krebs von einem „heiligen Krieg“ zu sprechen. Was wäre, wenn Krebs ein Ausdruck des Mangels an Selbstliebe wäre? Lässt sich das durch einen „heiligen Krieg“ beheben?

Rüdiger Dahlke sieht in allen Religionen den „heiligen Krieg“ letztlich als Krieg gegen das Ego. Sein Buch endet mit den Worten:

Schließlich folgt das große Retreat, der Tod, mit der Chance der großen Bewusstheit für die Seele und der Erkenntnis, worum es im Leben wirklich gegangen wäre. Diese Erfahrung ließe sich auch schon vorziehen und wird mit Worten wie Erleuchtung, Befreiung, Nirvana, Samadhi oder Himmelreich Gottes umschrieben – letztlich bezeichnen diese Ausdrücke immer dasselbe: den Sieg über das Ego im heiligen Krieg. (S. 373 f.)

Die große Frage ist nur: Wer führt denn diesen „heiligen Krieg“ gegen das Ego? Die Antwort kann doch eigentlich nur sein: die Seele. Die Seele bestraft das Ego im heiligen Krieg für sein pubertäres Verhalten. Für mein Verständnis ist die Seele aber keine „kriegführende Partei“ oder eine strafende Instanz. Die andere Antwort wäre: der Körper. Der Körper wehrt sich gegen das Ego. Dann wären die Krebszellen aber selbst die Partisanen des Körpers gegen das Ego, um ihn zu Vernunft zu bringen, ihn aufzuwecken. Was wäre also, wenn Krebs der „heilige Krieg der Körper-Seele“ gegen das selbstsüchtige Ego wäre? Es ist nicht mehr als ein Gedankenspiel. Sinn macht auch das am Ende nicht. Was bleibt dann noch von „heiligen Kriegen“?

Danielle MacKinnon: Die geheimen Verträge der Seele

Untertitel: Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen

Gleich vorweg: Der deutsche Untertitel des Buches ist völlig daneben (er war der Grund, weshalb ich das Buch überhaupt lesen wollte). Es geht im Buch nicht um Ahnen, das Lösen von karmischen Verstrickungen; ganz im Gegenteil: Es geht der Autorin ausdrücklich um „Lebenszeit-Seelenverträge“ – und keine Seelenverträge mit Verstorbenen oder Tieren. Also Verträge, die die Seele mit sich selbst innerhalb der aktuellen Lebenszeit und für diese Lebensspanne eingegangen ist.

TROTZDEM: Wenn wir von diesem Maketing-Missgriff des deutschen Verlages absehen können: Das Buch ist großartig! Es gehört zu den besten Büchern, die ich über die Arbeit von der Seele mit der Seele kenne. Vieles erinnert in dem Buch an bekannte Therapiekonzepte (wie Schattenarbeit oder Glaubenssätze), doch es sind nicht nur andere Begriffe („Seelenvertrag“, „mentale Samen“, „ungute Emotionen“ …) für bekannte Konzepte. Es schließt solche Konzepte ein und geht tiefer bis auf den Grund der Lektionen, die die Seele in dieser Inkarnation lernen will und muss. Der Seelenweg ist immer ein Heilungsweg – für sich selbst und den Planeten. Der heilige Heilungsweg des Buches ist ein energetischer, körperlicher, emotionaler, mentaler und seelischer, der auch durch die „dunkle Nacht der Seele“ führt.

Wenn wir an die Reinkarnation und Wiedergeburt glauben, dann gehört dazu auch das Konzept, dass die Seele für die aktuelle Inkarnation, die jetzige Lebenszeit sich bestimmte Lebensaufgaben und Ziele des Erwachens gestellt hat und sich dafür Lektionen selbst auferlegt hat. Diese Aufgaben als Herausforderungen zeigen sich in „Seelenverträgen“ (als Ausbildungsverträge der Seele mit sich selbst sozusagen), die es zu lösen gilt, von der es sich zu lösen gilt. Wenn wir dieses Bewusstsein haben, dass unsere Seele sozusagen Lehr-Meister und Lehrling zugleich ist, Meister und Schüler, dann finden wir einen guten Zugang zum Buch und seiner wirklichen Tiefe. Das Buch raubt uns die letzte Illusion, dass da irgendein Ritter kommt, uns zu retten, irgendein Erlöser, uns zu erlösen, irgendein Heiler, uns zu heilen, sondern all das unsere eigene Seelenaufgabe ist, damit unsere Seele wachsen und erwachen kann. Es ist ein Arbeitsbuch deiner Seele als Meisterin – für deine Seele als Schüler – in einer vertraglichen Verbundenheit.

Doch das Buch arbeitet auch mit geistigen Helfern, das „Spirituelle Geleit“, wie die Autorin es nennt. Diese Geistigen Helfer sind beispielsweise „Arkasha-Archivare“, die helfen, die Arkasha umzuschreiben. „Wie du deine Arkasha-Archivare bittest, deine Arkasha umzuschreiben“ wäre wahrscheinlich ein passenderer und ehrlicher Untertitel des Buches, doch wahrscheinlich marketingmäßig nicht so prickelnd.

Es geht im Buch im Grunde auch nicht um „Geheimverträge“, sondern selbst erstellte Inkarnations-Verträge, deren wir uns nicht mehr bewusst sind, weil wir sie vergessen haben. Doch irgendwann auf unserem Seelenweg führt an der Lösung unserer Seelenaufgaben (im Begriff der Autorin: „Seelenverträge“) kein Weg mehr vorbei. Diese Verträge sind sozusagen „verklausuliert“, so dass wir ihre Botschaft erst erkennen müssen. Alles, was „im Himmel“ an Lebensaufgaben von der Seele beabsichtigt ist, finden seine speziellen Erfahrungen und Verkörperungen in den ersten Lebensjahren, um sie dann im Laufe des Lebens durch die Arbeit mit der Seele erfüllen zu können. Das Buch ist kein „Crashkurs“, im Grunde kann man mit dem Buch ein ganzes Leben arbeiten. Doch es lohnt sich. Für mich „erste Wahl“ auf dem Seelenweg. 

 

Die geheimen Verträge der Seele: Wie wir unheilsame Verbindungen zu unseren Ahnen lösen (Klick)

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