TOBIAS: Wir sind Engel auf Erden

Untertitel: Unsere Reise ins erwachte Bewusstsein

Gechannelt von Geoffrey und Linda Hoppe > MEHR

Wenn ich vorstellen darf: TOBIAS, der aus der Bibel bekannt ist, dem „Buch Tobit“ (700 – 600 v. Chr.), das dann allerdings mit der Reduktion auf die vier Evangelien herausgeworfen wurde. Er ist ein Geistwesen, das zwischen 1997 – 2009 von Geoffrey Hoppe gechannelt wurde.

Dieses Buch ist eine Zusammenfassung seiner Boschaften und auch in der deutschen Ausgabe eine Weltpremiere. „Tobias schickt heute Botschaften auf die Erde, um das zu begleiten, was er als „die größte Evolution des menschlichen Bewusstseins jemals“ bezeichnet hat.“ (S. 11)

Eine neue Genesis

Jedes Zeitalter entwickelt eine neue Genesis, eine neue Schöpfungs-Mythologie, eine neue Kosmologie. Mit jedem Zeitalter verstehen wir das „Wer bin ich?“ und „Wer sind wir?“ immer tiefer – und das Buch liefert eine nahezu vollkommene Antwort auf die Frage. Es ist zweifellos eine solche neue Schöpfungsgeschichte. Es ist eine GESCHICHTE, eine Metapher, fast würde ich sagen: ein Märchen über Engeln für Kinder gebliebene Erwachsene. Es ist die „Genesis der Engel“ – überaus spannend erzählt, ich konnte nicht anders als das Buch „in einem großen Atemzug“ bis zu Ende zu lesen. Ich weiß nicht, ob das Buch schon DIE Neue Kosmologie des Wassermann-Zeitalters ist (für mich sind auch noch einige Fragen offen), doch es ist ein grandioser Entwurf! Aus dieser Perspektive sind wir schon seit Äonen Engel auf Erden mit den vielen Erfahrungen über die Inkarnationen hinaus.

Ich traue keiner Schöpfungsgeschichte mehr, die nicht Gott-Vater-Mutter zum Ausgangspunkt hat. Im Wassermann-Zeitalter ist das Göttliche das Elternpaar.
Das Buch geht tiefer. Dieses Göttliche Elternpaar ist nicht einfach „von Anfang an“ da, sondern hat sich selbst erschaffen in einer alles umfassenden Liebe der gegenseitigen Selbsterkenntnis. Und dann kamen die „Kinder Gottes“, die Engel. Sie bekamen alle Freiheiten ihrer Eltern, alle Erfahrungen in dem Großen Spiel der Schöpfung zu machen.
Die ENGEL als „entlassene Kinder Gottes“ sind die eigentlichen Schöpfer. Ihr Spielplatz ist die Schöpfung, die Evolution. Was für ein grandioses Spiel.

Ich werde die Geschichte hier natürlich nicht nacherzählen. Sie ist berührend! Denn wenn wir sie mit dem Herzen lesen, dann ist es so, also ob wir uns erinnern. Es ist das, was die großen Meister immer „gepredigt“ haben: ERWACHEN ist ERINNERN, wer wir sind. Es gibt kein Zurück in den Urzustand – unsere große Sehnsucht. Doch wir sind schon als Engel ausgezogen, Pioniere der Schöpfung zu sein, Abenteurer. Das ist unsere Leidenschaft. Daran erinnert uns diese „Kosmogenese der Engel“, die lange vor dem Urknall (der großen Feuerwand) beginnt.

Spirit und Seele

SPIRIT ist das Ursprüngliche, das von allen Assoziationen befreite „Gott“, aber auch der „Göttliche Funke“ in uns, der KOKON, der darauf wartet, sich zu entpuppen.

Und so war es, jenseits von Zeit und Raum, dass es diese Sache gab, die man Spirit nennt. es war Einssein. Es war in sich selbst vollendet, vollständig, ganz. Spirit kannte nichts anderes als das eigene Selbst. Es existierte einfach. Es war einfach da. (S. 17)

ALLES hat Spirit, so auch die Sonne. Doch nicht alles hat SEELE.

Aufgrund dieses wunderbaren Vorgangs, sich gegenseitig zu lieben, was letztlich bedeutet, sich selbst und sein Selbst zu lieben, erschufen sie die Kinder Gottes. Das war der großartige Prozess des Gebärens der beseelten Wesen. Denn weißt du, selbst König und Königin, selbst Mutter-Vater-Gott sind keine beseelten Wesen. (S. 21)

Engel sind die beseelten Wesen. Die Sonne hat SPIRIT, aber keine SEELE.

Obwohl sie kein beseeltes Wesen ist, besitzt die Sonne ihre eigene Identität und Persönlichkeit, ihr eigenes Bewusstsein von sich selbst als Sonne. (S. 172)

Jesus war kein Engel – und damit auch kein beseeltes Wesen.

Yeshua war kein beseeltes Wesen. Er war die Manifestation des Bewusstseins einer Gruppe von Menschen, die erkannten, dass die Zeit reif war, die begriffen, dass die göttlichen Energien jedes einzelnen Engels auf Erden bald hereinkommen und sich mit dem betreffenden Menschen vereinen würden. (S. 174)

Das kosmische Drama

Auch wenn es in dieser Engelgeschichte keinen Luzifer, keinen Satan, keinen gefallenen Engel, keinen Teufel gibt (das ist bemerkenswert!), so gibt es doch ein großes Drama: Das ursprünglich expandierende Bewusstsein verlangsamt sich immer mehr und der große Rat der Engel (die Zusammenkunft der Engelorden) sucht eine Lösung, damit diese Energiewelle des expandierernden Bewusstseins nicht in sich selbst kollabiert. Es gibt 33 kosmische Experimente – und der Planet Erde ist eines dieser Experimentierfelder, um dieses kosmische Drama zu überwinden.

Die Erde, die Neue Energie, die Neue Erde

Eine neue Schöpfungsgeschichte erhält natürlich viele Überraschungen bereit. Die für mich größte Überraschung ist Rolle des Planeten Erde. Sie nimmt eine zentrale Rolle ein. Während unsere Astrophysik uns zu einem winzigen Staubkörnchen in einem unendlichen All degradiert – verzweifelt und seelenlos nach Leben suchend, geht die Schöpfungs-Mythologie dieses Buches eine ganz andere Richtung: Die Erde ist nicht nur für unser Sonnensystem, nicht nur für unsere Galaxie einzigartig, sondern für das Spielfeld der Engel im Kosmos überhaupt. Es ist DAS gelungene Experiment für die Erneuerung der Kosmischen Energien als BESEELTE ENERGIEN. Was hier über die Äonen gelernt wurde, steht andere „Erden“ zur Verfügung. Die Erde ist der PROTOTYP für eine neuartige Energie, einer Energie, die auf diesem Planeten erst erschaffen wurde. Eine Energie, die diesen Planeten auch verändern wird – zu dem Juwel, der sie ist.

Meisterschaft der Neuen Energie

Dieses Experiment bedarf auch neuer Meister, Schöpfer der Neuen Energie, die eng mit ihrer körperlichen Existenz verbunden sind. AUFSTIEG ist nicht mehr in ein Jenseits, sondern in ein höheres Bewusstsein in diesem Heiligen Körper.

Du kannst hier auf der Erde bleiben und dich entscheiden – nicht aus Angst, sondern aus Liebe -, 150 Jahre oder 200 Jahre lang zu leben. Das ist absolut möglich, wenn du dich selbst liebst. (S. 214)

[Der Satz hat mich persönlich erschüttert. Als ich 30 Jahre alt war, durchlebte ich meine bis dahin größte Lebenskrise und dachte: Jetzt habe ich die Hälfte meines Lebens schon hinter mir und stehe vor einem Scherbenhaufen. Ich beschloss – halb im Scherz , halb aus tiefer Weisheit – 300 Jahre alt zu werden … So hatte ich nicht mein halbes Leben schon verspielt, sondern erst 10% …]

Die Kernbotschaft des Buches, die ich hier zitieren will. Wenn sie dich anspricht, dann lies das Buch bitte vollständig:

Ich werde mit dabei sein am Beginn einer Ära der Neuen Energie. Ich werde jetzt wieder ein Pionier sein, der lernt, wie man mit der Neuen Energie arbeitet, während die meisten Menschen keinerlei Ahnung haben, was das überhaupt ist. Ich werde lernen, wie man von der Schwingungsebene (von Energie) auf die expansive Ebene geht (wo sich Energie einfach ausdehnt), während ich hier in meinem physischen Körper bin und das auf die intimste Weise erfahre, die möglich ist. Ich werde mich total in mein Selbst verlieben. (S. 216)

Mein Fazit: Ja, wir brauchen eine neue Kosmologie, eine, die unsere Weltanschauung völlig verändert. Dieses Buch repräsentiert in meinen Augen wie kein anderes diese neue Schöpfungs-Mythologie. Sie ist für mich an vielen Stellen überraschend, aber nicht fremd. Sie ist vor allem sehr hoffnungsvoll. Nein, es ist mehr: eine Vision, die größer nicht sein könnte. Hier auf unserem Planeten Erde ein (inszeniertes) kosmisches Drama zu einem Lustspiel, einer Komödie transmutieren zu können. Dieses Buch spricht den Meister in mir an, die NEUE ENERGIE für die NEUE ERDE zu nutzen, um das schon vollendete Werk sich manifestieren zu lassen. WOWWW.

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Bahar Yilmaz: Der Ruf der geistigen Welt

Untertitel: Wie Sie Ihre medialen Fähigkeiten aktivieren und nutzen
Das große Praxisbuch des Channelns

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Buch ist großartig! Ich empfehle es jedem, der sich als „spirituell“ versteht.
Das Buch ist sozusagen eine Landkarte unserer himmlichen Heimat. Wir sind alle bereits Geisteswesen, die irdische Erfahrungen in einem Körper machen. Und da ist es ganz sinnvoll für die spirituelle Orientierung, eine Karte unserer geistigen Heimat zu haben. Vieles, was wir pauschal als „geistige Welt“ bezeichnen, wird in den Buch über die verschiedenen Dimensionen sehr differenziert dargestellt. Wir brauchen eine neue Kosmologie – und das Buch ist sicher ein Teil dessen.

Das Buch ist sehr locker geschrieben, es ist leicht zu lesen. Die Autorin duzt uns Leser, was nicht aufgesetzt, sondern absolut stimmig ist. Mir gefällt besonders, dass sie durchaus kritisch mit „ihrer Channel-Szene“ umgeht. Ich empfehle sogar, nach dem Vorwort gleich das letzte Kapitel (es sind nicht viele Seiten) zu lesen: „Prüfkriterien für ein Channeling“. Es hilft dem kritischen Verstand zu wissen, dass hier Spreu vom Weizen getrennt werden. Er darf die Kriterien auch gleich an das Buch selbst anlegen. Es ist sehr ehrlich und offen. Manchmal gibt die Autorin auch zu: „Ich habe zu einem bestimmten, speziellen Thema keine Ahnung.“

Ansonsten sollte man den kritischen Verstand ablegen (er ist ja mit „Prüfkriterien“ beschäftigt), es nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen lesen. Wenn man sich nicht schockieren lassen will, „was es alles so gibt“, dann sollte man das Buch erst einmal wie ein Sciencefiction lesen. Ich glaube, kaum jemand wird alles gleich beim ersten Lesen annehmen können. Unser Kosmos ist so gefüllt von Wesenheiten, dass es im ersten Moment richtig verwirrend ist. (Und unsere seelenlose Wissenschaft sucht immer noch verzweifelt nach Leben außerhalb der Erde!) Wenn man den  Sciencefiction-Teil dann hinter sich hat, sich einen Überblick verschafft hat, wird man das Buch ein zweites Mal lesen wollen – und dann auch all die 32 Meditatons-Übungen machen (zumindest, die einem aus dem Angebot wichtig sind). Dazu gibt es eine passende Meditations-CD bei der Autorin und ist für Übende sehr zu empfehlen > MEHR).
Ein Großteil des Buches beschäftigt sich darüber hinaus mit der Basis fürs Channeln, also dem Freimachen von Energiebahnen und Reinigungen verschiedener Art, der bewussten Erhöhung von Schwingungsfrequenzen.

Das Buch entmystifiziert das Channeln. Es nimmt ihm jeden Hokuspokus und grenzt sich auch von Pseudo-Canneling ab. Channeling wird zu etwas von jedem alltäglich Erfahrbarem. Es ist eine hochenergetische und heilsame Hilfe aus der geistigen Welt, aber kein Abhängigkeits-Programm. Wer sein Leben durch Channelings entscheiden lassen will, der hat etwas nicht verstanden. Viele Menschen channeln unbewusst: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie channeln, dass sie Energien aus höheren Ebenen weitergeben. Denn das ist ja mit ‚Channeln‘ gemeint.“ (S. 283). Man muss dabei kein „Medium“ für andere sein, wahrscheinlich ist ein solches Setting (Channel-Sitzung als Medium mit anderen) der weitaus geringste Teil des Channelns. Kurz: Das Buch vermittelt auch ein erfrischend neues Verständnis für Canneling überhaupt.

Dann kann es richtig losgehen, der Turbo unserer spirituellen Entwicklung ist eingeschaltet und führt uns zu einem Transformationssprung in unserem Bewusstsein: „Meistens erinnert es uns an unsere eigenen Göttlichkeit, und genau dies sollte ein ‚echtes‘ Channeling ja bewirken, ein Gefühl des All-Eins-Seins, von Erleuchtung und Göttlichkeit. (S. 283 f.)

Die Heilige Hierarchie

Vorweg: „Hierarchie“ bedeutete im Ursprung immer heilig (hieros, gr.), gemeint war die Führung und Herrschaft des Göttlichen über die verschiedenen Ebenen.

Um eine Ahnung über die Bandbreite des Buches zu geben, will ich hier die im Buch angegebenen Hierarchieebenen der 13 bzw. 14 Dimensionen aufführen (die dazugehörige Graphik ist auf S. 165):

  1. Dimension: die Wesenheiten der inneren Erde
  2. Dimension: die Naturgeister wie Feen, Elfen, Kobolde, Zwerge, Devas
  3. Dimension: die Welt der Menschen
  4. Dimension: der nichtmenschlichen und humanoiden Wesenheiten
  5. Dimension: planetare Wesenheiten (meist Lichtwesen)
  6. Dimension: der Rat der Weisen und die Akasha-Chronik
  7. Dimension: die Jenseitswelt der Verstorbenen und Seelenfamilien
  8. Dimension: die Welt der Geistführer und Geisthelfer
  9. Dimension: die Aufgestiegenen Meister, Lichtwesen, Atlantis/Lemuria
  10. Dimension: die Engel
  11. Dimension: die Erzengel, Seraphim
  12. Dimension: Elohjim („Götter“) als Schöpfererngel, „rechte Hand Gottes“
  13. Dimension: Höheres Selbst, Suprabewusstsein, Christus-Bewusstsein, Buddhanatur (alles ist eins mit unterschiedlichen Namen)
  14. „Dimension“: Quelle, Gott, Liebe

Diese Strukturierung existiert in dieser Form natürlich nicht. Es ist nur eine Hilfe für unseren Verstand, sich zu orientieren und zurecht zu finden. Der Begriff der Dimension auch auch nicht mit unsren 4 Dimensionen der Raumzeit zu verwechseln und auch nicht mit dem „Aufstieg in die nächste Dimension“. Wenn wir channeln, sollten wir einfach wissen, in welcher „Hierarchie-Ebene“ wir uns gerade aufhalten. Ich persönlich würde den Begriff „Reich“ vorziehen, also „das Reich der Engel“ usw.

Diese Hierarchien sind auch nicht so misszuverstehen, dass man in seinem Bewusstsein eine Dimension nach der anderen „hochklettern“ müsse. Es ist keine Leiter. Wir können hin- und her springen. Unser Höheres Selbst ist immer bei uns. Engel sind Wesen, die uns unmittelbar umgeben. Jeder hat wahrscheinlich einen Geistführer. Alle Dimensionen sind gleichzeitig präsent.

Zu manchen Dimensionen haben wir Resonanz, zu anderen nicht. Es kommt auf unseren Seelenplan an. Wie alle diese Wesenheiten eine spezielle Aufgabe in der Schöpfung haben, hat jeder einzelne von uns auch eine spezielle Aufgabe. Das Entscheidende ist unsere bewusste Verbindung zu unserem Höheren Selbst („Erleuchtung“) und die Erfüllung unseres Seelenplans. Dafür können die unterschiedlichen Wesen der verschiedenen Dimensionen zu Rate gezogen, um Hilfe und Heilung gebeten werden. Das Buch ist keine Anregung für einen „Channel-Tourismus“ in der Geistigen Welt, um die „Großartigkeit unseres spirituellen EGOs“ zu befriedigen.

EGO und Seele

Das für mich Innovativste im Buch sind die (heiklen) Themen Ego und Seele. Ich hatte hier die meisten AHA!-Erlebnisse und habe hier am meisten für mich gelernt.

Die Autorin nennt das Ego liebevoll den „inneren Wächter“. Ein Wächter schützt. Er ist so etwas wie eine Sicherung und schützt uns davor, von höheren Energien „durchgeknallt“ zu werden.Wenn man seine Aufgabe kennt, kann man mit ihm arbeiten. Er kommt dann auch angemessenen Aufgaben sinnvoll nach.

Das größte Highlight war für die die Unterscheidung von Seele und Höherem Selbst (S. 262). Traditioneller Weise gehen wir von der Unsterblichkeit der Seele aus (Pythagoras). Gleichzeitig entwickelt sich die Seele und kann sogar krank sein. Wie können Seelenanteile verlieren und wieder integrieren (Schamanismus). Wir sprechen auch davon, dass Menschen ihre Seele verloren oder verkauft haben (Faust bei Goethe). Doch all das sind wieder Kennzeichen des Sterblichen (was sich entwickelt, hat einen Anfang und ein Ende). Ich hatte mich damit beholfen, der Seele etwas Sterbliches wie auch Unsterbliches zuzuschreiben. Den unsterblichen Teil der Seele „Höheres Selbst“ zu nennen, ist für mich eine geniale Lösung. Der sterbliche Teil der Seele kann dann gerne in der Evolution des Kosmós (Kosmogenese) aufgehen. Das sind natürlich für unsere Vorstellungen unvorstellbare Zeitspannen, nahezu ewig – aber eben nur „nahezu“. Das uns bekannte Universum hat einen Anfang (13,8 Milliarden Jahre) und wird ein Ende haben, genau so wie seine Seele.

Hochinteressant ist die neue Sichtweise der Seelenanteile. Die individuelle (untrennbare) Seele ist ein hochkomplexes kosmisches Schwingungsfeld mit vielen Schwingungsanteilen. Der Seelenanteil unserer Seelenfamilie ist bekannt. Doch auch z.B. die „Seele des Wassers“ („Wassergeist“) ist ein Teil unserer Seele, weil unser Körper vor allem aus Wasser bestehen (S. 252). Das gilt auch für die anderen Elemente. Andre Seelenanteile können verstorbene Menschen sein, Aufgestiegene Meister, Planetare Wesenheiten, Engel, Elohjim (der Schöpferengel). Jetzt wird klar, wie wichtig Channeln für unseren Seelenweg ist, nämlich bewusst Kontakt zu den Wesen aufnehmen, die Teil unserer Seele sind. Zu ihnen haben wir die stärkste Resonanz, sie lassen sich am leichtesten channeln.

Zu der ganzen Thematik des Seelenfeldes gehört auch, dass wir die Gleichung aufgeben müssen „ein Körper = eine Seele“. Eine Seele ist immer eine Gruppenseele, die in verschiedenen Körpern inkarniert. Das kennen wir ja von vielen Tieren, die nur als Gruppe lebensfähig sind. Deshalb ist das Thema „Seelenfamilie“ auch für uns sehr wichtig.

Ich will in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen, dass die Autorin von zwei neuen Seelentypen spricht: den Hybridseelen und Katalysseelen (S. 235 ff).

Um nicht missverstanden zu werden: Was ich hier aus meiner Sicht referiere, ist nur ein Bruchteil des Reichtums dieses Buches. Wie gesagt, es sollte jeder lesen, der sich „spirituell“ nennt und schauen, wo er mitschwingt (in Resonanz ist) oder Widerstand leistet.

Mein Fazit: Wir sind als Geisteswesen mit der geistigen Welt verbunden. Wir kommen aus dieser Welt und gehen in sie zurück. Unser Leben ist eine Reise durch geistige Welten und dafür ist eine Karte und ein Reiseführer sehr sinnvoll, um das Ziel zu erkennen und auf dem Weg zu bleiben. Es gibt in dem Buch sicher vieles, wozu wir keine „Resonanz“ verspüren. Aber das, was in uns eine starke Resonanz auslöst, ist sehr hilfreich auf unserem Seelenweg, zur Verwirklichung unseres Seelenplans. Im Grunde können wir nicht nicht channeln, wenn wir Channeln richtig versteht als Runter-Transformieren höherer Energien in die irdische Welt. Dafür sind wir da! Das Buch ist ein Grundlagenwerk wie auch Praxishandbuch.

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Interview mit Bahar Yilmaz in Mystica.TV
plus einer Übung auf YouTube
(zusammen 62 Minuten, sehr empfehlenswert!)

Alle drei Videos sind von mir auch
kommentiert. Viel Freunde, ein zauberhaftes Wesen, wirklich sehenswert.

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Nachwort

Wenn ich zu einem Buch ein Nachwort schreibe, liegt dem keine Kritik, sondern eine besondere Wertschätzung zugrunde. Ein Buch ist an meinen Grenzen und ich versuche eine genaue Grenzbestimmung, auch Grenzwerweiterung für mich. Meine vier dicken Themen zu dem Buch sind: 1. Teufel, 2. MARIA Mutter Gottes, 3. der direkte Weg, 4. Channeln als Autor und Künstler

Teufel: In meinem Weltbild gibt es keine Engel ohne Teufel (gefallene, dunkle Engel). Die Autorin geht auf das Thema am Ende durchaus ein und macht nachvollziehbar klar, dass man keine „dunklen, bösen Wesen“ channeln kann. Da passen einfach die Resonanz-Schwingungen nicht. Damit hat das Thema „Teufel und böse Wesen“ in einem Buch über Channeln nichts zu suchen. Ich stimme dem zu! „Besetzungen durch dunkle Wesen“ haben auch mit Channeln nichts zu tun und in einem solchen Buch nichts zu suchen. Worauf ich hinaus will: Die kosmische Karte der Autorin ist die Karte des Channelns (der höheren Wesensheiten, die sich channeln lassen). Es ist nur eine Teilkarte für eine holistische Karte der neuen Kosmologie, die dann auch die Schattenwesen, die „dunklen Mächte“ mit einbeziehen muss.

MARIA: Mir ist erst vor kurzem durch das Buch von Pia Gyger (> meine Besprechung) „Maria –  Tochter der Erde, Königin des Alls“ die Bedeutung von MARIA als Mutter Jesu für die neue Schöpfung bewusst geworden. Es gibt sicher schon Menschen, die Maria vor allem wohl im katholischen Umfeld „channeln“, ihre Botschaft von heute empfangen (wie es bei Pia Gyger sicher der Fall war). MARIA wir in dem Buch der Autorin namentlich gar nicht genannt, ist noch nicht in ihrem Resonanzfeld erschienen.
St. German scheint immer noch die „Hauptfigur“ als Aufgestiegener Meister (neben einigen Erzengeln) zu sein, die bevorzugt gechannelt werden. Ich sehe darin einen gewissen Entwicklungsstand unserer kollektiven menschlichen Seele. Heute geht es vor allem um NEUE ENERGIE, und dafür ist St. German wohl der Meister. Doch ich wage einmal eine „pythagoräische Prognose“: Sicherlich schon bald werden wir für das Schwingungsfeld von MARIA reif sein, und dann wird SIE vor allem gechannelt werden. Schöner Spruch?: Sage mir, wen du channelst und ich sage dir, wer du bist.

Der direkte Weg: Die alten Meisten haben ihre Schüler immer davor gewarnt, sich in der „Jenseitswelt“ zu verirren und zu verwirren. Entscheidend ist der DIREKTE WEG zum Christus-Bewusstsein, zur Buddhanatur. Es bedarf keines Mediums (Mittlers), um bewusst in Verbindung zu seinem Höheren Selbst zu sein. Die Autorin bezeichnet dies als „Königsweg“ (S. 263) oder auch „direkten Draht zu Gott“ (S. 261). Ich sehe das auch so. Der direkte Weg führt unmittelbar zur Offenbarung des Seelenplans. Channeln wird dann eher DANACH spannend, wenn es darum geht, den Seelenauftrag auszuführen. Dann sind wir bewusster Teil der Schöpfung und können, ja müssen uns für die Hilfen öffnen, die wir für unseren Seelenweg brauchen, denn der Seelenweg ist dann kein persönlicher mehr, sondern ein Gruppenweg einschließlich der Kooperatioonspartner der Geistigen Welt. Channeln VOR der „Erleuchtung“ durch den direkten Weg kann aber auch hilfreich im Heilungsprozess sein, um überhaupt einen Zugang zur „eigenen“ Seele zu finden. So gesehen passen für mich „der direkte Weg“ und „das Channeln“ doch wieder zusammen.

Channeln als Autor und Künstler: Die Autorin des Buches weist selbst darauf hin, dass das Channeln bei dieser Menschengruppe anders funktioniert. Bei Musikern und Malern werden die höheren Energien in die Kunstwerke DIREKT transformiert. Sie haben keine höheren Wesen angerufen, da muss niemand um etwas bitten oder Erlaubnis erteilen. Es ist sozusagen der umgekehrt DIREKTE WEG.
Channeln von Kunstwerken ist ihr künstlerische Alltag, ohne sich dessen bewusst sein zu müssen (oder es channeln zu nennen), Sitzungen vorzubereiten und sich in Trance zu versetzen. Ein spiritueller Autor selbst weiß, dass er „wie auf Diktat aus der geistigen Welt“ schreibt. Die Autorin lässt diese Tür des Channelns durchaus offen (sie ist in dieser Hinsicht ja selbst sehr erfahren). Es ist ein spezielles Thema, dem sie sich verständlicherweise hier nicht widmet. Doch wenn wir bedenken, dass diese Gruppe von „Channelern“ als Künstler und Autoren die weitaus größte Gruppe ist, gibt es hier sicher noch einiges zu ent-decken.

Fox / Sheldrake: Engel. Die kosmische Intelligenz

Wir erleben die „Rückkehr der Engel“. Nicht dass die Engel jemals weg gewesen wären. Die Menschheit hat nur durch die materialistische Weltsicht die Resonanz zu ihnen verloren, sie aus den Augen verloren; die säkularisierte Wissenschaft sowieso, doch auch in den Religionen wurden die Engel peinlich (vor allem als dickfleischige Babys dargestellt). Wir haben jetzt wieder ein Resonanzfeld für Engel. Vor allem Künstler nehmen diese Wesen wahr und malen sie.
In diesem Buch geht ein angesehener Theologe (Matthew Fox) und ein bekannter Wissenschaftler (Rupert Sheldrake) dem Phänomen ENGEL nach. Das Ergebnis ist atemberaubend!

Die neue Vereinigung von Wissenschaft und Spiritualität findet auch in der „Lehre von den Engeln“ (Angelologie) einen neuen Treffpunkt. Der Treffpunkt ist eine neue Kosmologie, eine Kosmologie, die den Kosmós als lebendig sieht. Was wäre, wenn all die Sterne, Sternsysteme, Galaxien und Galaxienhaufen lebende Wesen sind, die eine Seele, ein Geist, ein Bewusstsein haben?

Ich will es einmal so auf den Punkt bringen: Während unsere seelenlose Wissenschaft nach Leben außerhalb unseres Planeten mit Radiosignalen sucht und abhorcht (und nichts findet!), kommunizieren immer mehr Menschen direkt mit ihren Schutzengeln, lassen sich von ihrer Intuition leiten. So sind diese Engel die lebenden Wesen, mit denen wir längst kommunizieren. Die Wissenschaft ist für diese Art „exterrestrischer Kommunikation“ völlig blind. Sie hat den heiligen Himmel entzaubert und banale Sciencefiction haben (zum Schaden unserer Kinder) dieses Vakuum gefüllt. Das ist das Thema des Buches! Wir brauchen eine neue, heilige Kosmologie – und dazu gehören auch die Engel.

Die Autoren haben drei Kronzeugen der Angelologie als Mystiker befragt und deren Werke zu den Engeln ausgewertet: Dionysios Areopagia (6. Jh.), Thomas von Aquin (1225-1274) und Hildegard von Bingen (1098-1179). Mystiker konnten Engel wahrnehmen und haben Zeugnis abgegeben. Je mehr wir uns der Mystik wieder öffnen, desto mehr öffnen wir uns auch der Welt der Engel.

Das Wesen der Engel

Das Buch fasst das Wesen der Engel wie folgt zusammen (S. 19- 23):

  • Engel sind machtvoll und Ehrfurcht gebietend.
  • Engel sind verstehende Wesen, Experten im Verstehen.
  • Engel sind Meister der Intuition. „Intuition ist die Straße, auf welcher Engel sich bewegen.“
  • Engel sind Freunde der Propheten und Prophetinnen. Engel leiten Propheten.
  • Engel haben einen starken Willen.
  • Die Weisheit der Engel ist Herzwissen.
  • Engel zeigen sich in Lobpreis und Anbetung. Sie preisen die Schöpfung.
  • Engel machen Menschen glücklich. Denn Glück besteht darin, „etwas zu begreifen, das größer ist als wir selbst. Und Ehrfurcht, Staunen und die Macht der Engel sind von dieser Art. Sie rufen uns auf, selbst größer zu werden.“
  • Engel sind Mittler und Mitarbeiter von uns Menschen zur Verwirklichung der Schöpfung auf der Erde.
  • Engel verkünden göttliche Stille. Sie sind uns in Meditation und Kontemplation besonders nahe.

Manchmal schützen und verteidigen sie uns, manchmal inspirieren sie uns und verkünden uns eine große Botschaft: Sie bringen uns in Bewegung. Manchmal heilen sie uns, und manchmal führen sie uns in andere Bereiche, deren besondere Geheimnisse wir dann zurückbringen sollen. (S. 21)

Die gefallenen, dunklen Engel

Das Buch tabuisiert das Thema dunkle, gefallene Engel, Satan und Teufel nicht. Sie sind selbstverliebt in die eigene Macht und weigern sich zu lobpreisen und zu dienen.

Und schließlich hat die Sünde der gefallenen Engel mit Arroganz und dem Missbrauch von Wissen und Macht zu tun. … Repräsentieren nicht die dunklen Engel die Schattenseite der abendländischen Zivilisation, eine Seite, die die Arroganz und den Missbrauch von Macht und Wissen als normalen Lebensstil akzeptiert hat? (S. 22)

So gesehen sind die dunklen Engel die „Fürsten dieser Welt“. Um uns von dem Bösen zu befreien, sollten wir die hellen Engel, die Lichtwesen, in unserem Bewusstsein befreien, um wieder eine „heilige Erde“ zu schaffen. Das ist die große, die kosmische Botschaft des Buches.

Mein Fazit: Das Buch ist weniger dazu geeignet, persönlichen Kontakt zu Engel aufzunehmen. Dazu gibt es reichlich andere. Nein, in dem Buch geht es darum, das Phänomen ENGEL sowohl auch neuer spiritueller Sicht wie auch aus der Sicht einer neuen, wissenschaftlicher Kosmologie (als Resakralisierung des Himmels) zu begreifen. Und das ist den Autoren vorzüglich gelungen! Es gibt eine neue Angeologie als Lehre von den Engeln, und das Buch ist seine Geburtsurkunde.
Wir erschaffen einen neuen Himmel und eine neue Erde. In diesem „heiligen Projekt“ sind die Engel unsere Verbündeten.

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Hans Cousto: Die Oktave

Untertitel: Das Urgesetz der Harmonie

Seit Pythagoras wissen wir um die Harmonie der „Sphärenklänge“. Doch wie können wir sie wahrnehmen und warum nehmen wir dies als HARMONIE war? Was ist das Geheimnis der Harmonie? Es ist wohl der Autor Hans Cousto, der die mathematische Gesetzmäßigkeit der intuitiv empfundenen Harmonie erkannt hat. Mit dem achten Schritt (Oktave) in der Tonfolge beginnt eine neue Tonreihe der 7 Grundtöne der Tonleiter. Oktaven stehen in einem harmonischen Resonanzverhältnis. Das Geheimnis liegt nun darin, die kosmischen Bewegungen „in hörbare Rhythmen und Klänge wie auch in sichtbare Farben zu transportieren“. (S. 10)

In den für uns Menschen hör- und sehbaren Bereich transportieren heißt oktavieren. Dadurch, dass Oktaven in ihrem Resonanzverhältnis gleich klingen, kann Unhörbares in Hörbares „oktaviert“ werden. Das Oktavgesetz lautet: „Von Oktave zu Oktave verdoppelt oder halbiert such der Frequenzunterschied.“ (S. 29)
Alle Bewegungen des Kosmos (z.B. die Bewegung des Merkur um die Sonne) haben eine bestimmte Schwingungsfrequenz. Der Merkur braucht 87,9690 Tage, um einmal die Sonne zu umkreisen. Durch eine 31-fache Oktavierung erreichnet sich so eine hörbare Frequenz von 214,5 Hertz für den Ton des Planeten Merkur (genaue Berechnung im Buch).

Hier ist Hans Cousto einem großen kosmischen Geheimnis auf die Spur gekommen: Was bisher nur Hellhörige wie Pythagoras wahrnehmen konnten, die Musik des Weltalls, ist nun hörbar gemacht. Mehr noch: „Die Sterne“ klingen wirklich harmonisch. Es gibt musikalische Gesetzmäßigkeiten in dem Verhältnis der kosmischen Töne zueinander. Die kosmischen Bewegungsgesetze sind sozusagen Melodien. Der esoterische Hokuspokus mit „Sphärenharmonie“ ist keiner mehr.

Diese wissenschaftliche Bestätigung der kosmischen Harmonien hat aber noch atemberaubendere Konsequenzen. Pythagoras kannte schon den Zusammenhang und heilte mit Musik und Klängen. Was wäre, wenn man die Wirkstoff-Formel auch in Frequenzen umrechnen könnte und nur noch die „heilende Frequenz“ verabreichen müsste? (Cousto macht solche Berechnungen exemlarisch für Wasserstoff und Drogen wie Hanf oder LSD). Aus der Energie-Medizin könnte eine noch umfassendere Schwingungs-Medizin werden (die angesprochene Phonophorese als Stimmgabel-Therapie) ist ein erster Schritt in diese Richtung. Auch die Förderung des sexuellen Genusses mit bestimmten Frequenzen (Ton und Farbe, ein Schwingungsbett) ist für Cousto noch ein spezielles Anliegen.

Mein Fazit: Wenn man denn eine Ahnung hat, worum es überhaupt geht, dann enthüllt das Buch wirkliche Geheimnisse. Die Welt der Schwingungen und Resonanzen ist sicher ähnlich atemberaubend wie die Quantenwelt.
Wer sich für die tieferen Gesetze des Kosmos, den Gesetzen der Schwingungen interessiert, der findet in den Werken von Cousto den musikalischen und Zahlen-Schlüssel, um diese Geheimnisse zu verstehen. Dieses Buch (2007) ist eine kurze Zusammenfassung und beruht auf dem Grundlagenwerk des Autoren „Die kosmische Oktave“ (1984).

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Hannes Sprado: Der Klang des Weltalls

Untertitel: Wie Planetentön, heilige Klänge und die Musik der Natur heilen können

Es liegt 2.500 Jahre zurück, dass Pythagoras die Sphärenklänge als Harmonie des Kosmos und der Musik gehört hat. Alles nur esoterischer Schwindel? Den Klang der Planeten GEHÖRT?!

Das Buch von Hannes Sprado behandelt umfassend das Thema „Das Universum ist harmonischer Klang“. Nicht nur Pythagoras war so feinsinnig, auch indische Mystiker haben vor Tausenden von Jahren die Klänge der Sterne wahrgenommen und zur Grundlage ihrer Schöpfungsmythologie gemacht. Oder Beethoven? Gerade weil er taub war, war er feinsinnig für Klänge, die wir über unsere Ohren nicht wahrnehmen können.

Der Autor schließt den alten Graben zwischen Wissenschaft und Esoterik über dieses fundamentale Thema. Er führt uns über dieses Thema, die Symphonie der kosmischen Bewegungen, in eine Zeit zurück, in der Wissenschaft und Esoterik noch EINS waren. Und dafür steht PYTHAGORAS im Abendland. „Wissenschaft und Esoterik rücken auf eine Weise zusammen, die vor wenigen Jahrzehnten niemand für möglich gehalten hätte.“ (S. 244) Sein Buch ist populärwissenschaftlich, was ihm aber keinen Abbruch tut – im Gegenteil: Es ist leicht lesbar, an manchen stellen überaus spannend. Es führt in neue Kenntnisse der Kosmologie ein, ist ein Kompendium all der großen Zahlen, die man über das Weltall wissen sollte, um eine Ahnung von den Größenordnungen zu bekommen.

Wo Bewegung ist, da ist auch Energie. Sie und ich, wir rotieren – ohne dass uns dadurch schwindelig würde – mit rund 900 Stundenkilometern um die Erdachse, unser Planet kreist mit mehr als 100.000 Stundenkilometern um die Sonne, unser Sonnensystem mit 800.000 Stundenkilometern um das Zentrum der Milchstraße. (S. 12)

… rund 380.000 Jahre nach dem Urknall begann das Universum zu singen. (S. 17)

Und wo Schwingungen sind, existieren Töne. „Es sind, sagt der Physiker Johann Wilhelm Ritter (1776 – 1810), „also die Himmelsbewegungen nichts anderes als eine fortlaufende mehrstimmige Musik, durch den Verstand – nicht das Ohr – erfassbar. (S. 44)

Der Autor verfolgt diese These „alle Energie ist Schwingung, ist Bewegung, ist Musik“ im Makrokosmos wie im Mirkokosmos: Sterne, Planeten, molekulare Vibrationen:

Man hat die Vibration von Eiweißen gemessen und erkannt, dass sie mit tausend Milliarden Oszillationen und mehr pro Sekunde schwingen. Mit diesen „Klängen“ geben sie Informationen weiter. (S. 85)

Interessant auch ein Gedanke über Parallelwelten oder Multiversen. Der Beobachtungsradius des uns sichtbaren Universums ist durch das Licht und die Lichtgeschwindigkeit begrenzt. Welten, von denen wir kein Licht empfangen können, sind nicht mehr wahrnehmbar. Es gibt sogar die Möglichkeit, dass in anderen Universen auch andere physikalische Gesetze wirken. Doch eines wird überall gleich sein: die Mathematik!

Vielleicht lassen sich Parallelwelten eines Tages durch schlüssige Formeln der Mathematik erklären, denn die würdigen Wahrheiten der Zahlen sind ewig. Sie gelten bis in die kleinsten Winkel des Universums. Keine Frage, das Konzept des Multiversums liegt an der Grenze zwischen Wissenschaft und Esoterik. (S. 102) Die sicherste gemeinsame Kultur wäre zweifellos die Mathematik … (S. 104)

Und das erinnert wieder an PYTHAGORAS: Alles ist Zahl, alles ist harmonische Musik. Der Autor geht noch tiefer in das Thema „Schwingung“ ein:

Nirgendwo ist Stille, nur die Unfähigkeit zu hören. (S. 109) … Eine Schwingung ist die sich ständig wiederholende Bewegung eines Körpers um einen Ruhepunkt. (S. 119) „Schwingung ist das ursprünglichste Leben, das man sich vorstellen kann. (S. 124)

HÖREN KÖNNEN ist das Geheimnis, Schwingungen wahrnehmen. Es ist „das Wissen unserer Ahnen, die schon immer von den Sphärenharmonien wussten, aber noch nicht die geeigneten Hilfsmittel zur exakten Bestimmung besaßen“ (S. 136) Diesen Geheimnis ist der Naturforscher und Esoteriker Hans Cousto mit den Erkenntnissen seiner „kosmischen Oktave“ auf die Spur gekommen.

Aufgrund der universellen Gesetzmäßigkeiten wird es möglich, durch fortgesetzes mathematisches Oktavieren astronomische und musikalische Periodizitäten miteinander zu verbinden und so Mathematik, Musik, Astronomie, ja selbst Farben auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. (S. 137)

Der Autor geht im letzten Teil des Buches auf die Erkenntnisse der indischen Spiritualität ein. NADA ist nicht nur der Urklang, sondern auch das NICHTS. Hier wurden über Mantras oder Meditationen spirituelle Techniken entwickelt, die uns das Einschwingen in die harmonischen universellen Schwingungen ermöglichen. HEILUNG geschieht über Schwingungstherapie (die Klangheilung oder Phonophorese). Alles, was schwingt, hat ein eigenes Schwingungsmuster. Jede Galaxie, jeder Stern, jedes menschliche Wesen hat eine eigene, einzigartige Schwingungsfrequenz, die wieder harmonisiert werden kann.

Mein Fazit: Die Beschäftigung mit dem Kosmos ist faszinierender dann je und man kann sich in der Flut neuer Erkenntnisse verlieren. Es geht schon längst an die Grenzen des Verstehbaren. Mehr denn je stellt sich die Frage: Was hält das alles  zusammen? Der Autor gibt eine Antwort, die die Mystiker vor Jahrtausenden schon wussten: das unendliche Klingen einer göttlichen Symphonie. Der Kosmos ist ein singendes Herz – das wir in seiner Schönheit, einer Harmonie, seiner Musik mit unserem Herzen wahrnehmen können. Das Buch öffnet eine Sichtweise, die uns mit dem Großen und Ganzen versöhnen.

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Pia Gyger: Maria – Tochter der Erde – Königin des Alls. Vision der neuen Schöpfung

Das Buch ist erschütternd, befreiend und bahnbrechend. Ich musste für das Buch erst jahrelang reif werden. ES hatte mich längst gefunden und wartete ein ganzes Jahrzehnt in meinem Bücherregal auf mein Reifwerden. Meine letzte > Buchbesprechung von Frederic Lionel über die Heilige Astrologie öffnete mir dann endlich den Zugang. Darin schreibt er, dass in der Heiligen Astrologie ein kosmischer Zyklus mit dem Sternbild der Jungfrau beginne und macht auch als Beispiel eine Andeutung über die Verkündigung Mariä: „Das Ewigweibliche empfängt und schöpft, und demnach wird dieses Zeichen zum Symbol göttlicher Potenz.“ (S. 70). Ich war wie elektrisiert. Was für Welten hier bei mir zusammen  kommen! Die uralte Heilige Astrologie des Frederic Lionel und die Neuinterpretation der Mairen-Dogmen der katholischen Kirche durch Pia Gyger. Ich selbst bin in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen. Meine Mutter hieß Maria wie auch meine römisch-katholisch getraute Frau. Das Buch ist auch aus persönlichen Grünen für mich sehr heilsam und berührt mich in den Tiefsten meiner Seele.

Das Buch ist erschütternd, weil es jedes Weltbild erschüttern muss. Wir leben – Gott sei Dank – in einem Zeitalter, in der das Weibliche wieder seinen Platz einnimmt. „Am Anfang war die Frau“ (Elisabeth Gould Davis 1986) oder „Rückkehr der Göttin“ aus der feministischen Literatur setzten schon Zeichen. Doch Pia Gyger geht dem Urweiblichen bis in die Festungen des Katholizismus nach und sprengt mit ihrer Interpretation der Marien-Dogmen die wohl stärkste religiöse Trutzburg des Patriarchats. Das Buch ist befreiend, weil es in der Barmherzigkeit der Mutter Maria die Erlösung von allem Bösen erkennt. Es erlöst uns gar von Teufel und Hölle. Das Buch ist bahnbrechend,  weil es für die „Vision der neuen Schöpfung“ selbst den revolutionären Keim des Katholizismus in MARIA erkennt und zur Entfaltung bringen kann. Den tiefen, archetypischen Sinn der MARIA als „Mutter Gottes“ zu erkennen, kann sogar die Errettung des Katholizismus für „die neue Schöpfung“ sein. Was für eine Vision!

Ich bedaure sehr, dass es das Buch nur noch antiquarisch gibt und werde es deswegen etwas ausführlicher besprechen. Zentrale Thesen des Buches:

Haben Sie keine Angst, heilig zu werden, öffnen Sie sich nur der Liebe, die Ihnen angeboten wird. Sie werden die Liebe in die Welt hineintragen. Sie werden „Mutter Gottes“ für die Welt von heute werden. (S. 24 und andere – aus dem Lourdes-Führer)

Marias steht für den Menschen, an dem die größtmögliche Vergöttlichung stattgefunden hat. (S. 98)

Hölle ist die Möglichkeit der selbstgewählten Trennung, des immerwährenden „Ich will nicht dienen.“. (S. 119)

Gott konnte in seiner frei gewählten Selbst-Entäußerung und Ohnmacht nicht handeln. Er konnte nichts tun. (S. 147)

Der Mensch ist erst ein Entwurf seiner selbst. (S. 149)

Das Buch beginnt mit einem im „intuitiven Schreiben“ 1999 entstandenen Text, den sie EINS UND ALLES genannt hat – mit den 6 Teilen und 77 Sätzen:

  • Gott Alles In Allem (13)
  • Christus – Alpha Und Omega (18)
  • Geist, Der Lebendig Macht (7)
  • Maria Und Die Erlöste Schöpfung (16)
  • Leibhaftigkeit Und Partnerschaft (14)
  • Kirche Und Welt (9)

Das Buch entfaltet diese Thesen für eine neue Schöpfung und Erneuerung der Kirche im Geiste Marias.

Die 7 Kapitel des Buches:

  1. MARIA – Leitbild für die Entwicklung menschlichen Potenzials
  2. MARIA – Königin der sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung
  3. MARIA – zärtliche Mutter aller unerlösten Schöpfung
  4. MARIA – Auge, Ohr, Mund, Hand und Herz des Friedens
  5. MARIA – Urbild und Lehrerin neuer Macht
  6. MARIA – Braut des Auferstandenen
  7. MARIA – Wegbereiterin universeller Transformation

1. MARIA – Leitbild für die Entwicklung des menschlichen Potenzials

Das erste Kapitel geht den großen Marian-Dogmen nach und interpretiert sie neu im Sinne des menschlichen Potenzials.

Theotokos (die Gottesgebärerin): Wenn wir das Weibliche (die Verbindung von Sophia und Heiligem Geist) in uns entfalten, dann kann Gott in uns für die neue Schöpfung geboren werden. Wir werden Mitschöpfer des Göttlichen.

Aeiparthenos (die Ewig-Jungfrau): Jungfräulichkeit ist nicht im sexuellen Sinne gemeint, sondern „die radikale Offenheit und Hingabe an das Wirken des Geistes Gottes in uns. In diesem Sinne ist Maria Aeiparthenos, die Ewig-Jungfrau, Urbild und Leitbild des Wesensgehorsams“ (S. 37): Dein Wille geschehe. Es entspricht dem Archetyp Jungfrau als „Symbol für radikale Offenheit dem Göttlichen gegenüber“ (S. 41)

Immaculata-Concepta (die unbefleckt Empfangene): „Unbefleckt“ heißt frei von der Ursünde. Es ist möglich den „Alten Adam und die alte Eva“ in uns abzulegen, um den „neuen Menschen“ anzuziehen (S. 45). Wir sind unserem Wesen nach unschuldig wie die Kinder.

Assumpta (mit Leib und Seele zum Himmel Erhobene): Es ist das große Geheimnis der Auferstehung des Fleisches. So wie Maria „mit Leib und Seele“ auferstanden ist, so liegt dies auch im Potenzial eines jeden Menschen. Auch unser Körper kann unsterblich werden in in einer „auferstandenen“ Sphäre der Seele ewig leben. [In meinem Verständnis: In jedem von uns ist ein „Auferstandener Meister“.]

2. MARIA – Königin der sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung

In diesem Kapitel diskutiert Pia Gyger die Lehren des Buddhismus für ein neues Verständnis von MARIA. Die Autorin selbst ist ZEN-Meisterin. Je mehr wir uns dem Mysterium des Göttlichen in der Sprache nähern, desto paradoxer werden die Sätze (die Koans des Zen-Buddhismus): „In jenen ortlosen Ort in uns, wo alles eins ist, wo es weder Nähe noch Distanz, weder Hier noch Dort, weder Vorher noch Nachher gibt.“ (S. 58) Es geht um das buddhistische Thema des NIRVANA. Hier sieht die Autorin „den markantesten Unterschied zwischen Buddhismus und Christentum“ (S. 63) „Mit der (christlichen, JS) Auferstehung ist eine völlig neue Dimension des Seins gemeint. Eine neue Schöpfung.“ (S. 64) Als fleischlich Auferstandene ist Maria „Königin des Himmels“.

In dieser Sphäre sind auch Engel zu Hause, die „Mittler zwischen Gott und Mensch“ und den Engelsturz das große Thema nicht nur der Bibel. Der Auftrag Gottes an die Engel war, dem Menschen zu dienen. Luzifer widersprach. Er wollte als Engel dem Mensch nicht dienen. Luzifer wurde zum Satan, weil er nicht dienen will. Er ist die Inkarnation des ICH WILL NICHT DIENEN! Das ist die eigentliche Ursünde, die Trennung vom Göttlichen und der Keim des Bösen. Doch „Maria ist nicht nur die Königin der Lichtengel, sie ist auch die Königin der Engel des Widerspruchs“ (S. 76) Sie trägt in sich auch die Erlösung der dunklen Engel, der Schattenreiche der Schöpfung.

In den alten Religionen war die Vermählung des Gottkönigs und der Göttin stets mit sexuellen Orgien verbunden. Maria als „Königin des Alls“ steht nicht für diese Vision der „Heiligen Hochzeit“. Es ist eine mystische Hochzeit. Wenn Maria auch die Königin des Alls ist, dann ist das All uns nicht unfreundlich gesonnen, doch: „Bevor nicht jedes Kind ein Dach über dem Kopf und genügend zu essen hat, sind wir im Kosmos nicht willkommen.“ (S. 84)

3. MARIA – zärtliche Mutter aller unerlösten Schöpfung

Das Göttliche thront nicht außerhalb seiner Schöpfung, sondern wurde die Schöpfung selbst. Es ist der „Abstieg Gottes“, seine „Selbstentäußerung“: „Gottes Abstieg bedeutet, er geht in die Werdewelt ein. Gottes Aufstieg bedeutet, diese Werdewelt entwickelt sich in aufsteigender Linie zu immer komplexeren, mit höherem Bewusstsein versehenen Gestalten. Im Menschen wird Gott in der Materie sich seiner selbst bewusst.“ (S. 97) Und „Maria steht für den Menschen, an dem die größtmögliche Vergöttlichung stattgefunden hat.“ (S. 98) Jesus war als „Gottes Sohn“ auf die Welt gekommen, doch Maria war ein Menschenkind.

„Luzifer steht für die im Geschöpf erwachte Freiheit zur Wahl.“ (S. 107) Es ist die Ursache seiner Verweigerung – im gewissen Sinne sogar der „verlorene Sohn“, der ihm zum „gefallenen Engel“ macht. Gegen das NEIN! der „dunklen Engel“ ist das Göttliche MACHT-LOS. Die Geschöpfe haben die Freiheit des NEIN!, sie sind damit aber auch „dem kosmischen Gesetz der Gerechtigkeit unterworfen. Weder der Vater noch der Sohn kann dieses Gesetz außer Kraft setzen. Da entscheidet sich die Mutter, für ewig in die Hölle zu gehen und mit den Verdammten zu leiden.“ (S. 111) MARIA nimmt alles Leiden auf sich. Väterliche Gerechtigkeit kann die Hölle nicht erlösen, sondern nur mütterliche Barmherzigkeit.

4. MARIA – Auge, Ohr, Mund, Hand und Herz des Friedens

In Maria liegt die „Abkehr von der ewigen Hölle“. Wenn die Schöpfung als Ganzes einer Transformation zustrebt, müssen auch Luzifer und die Hölle erlöst werden, die Schatten der Evolution integriert. Für die Autorin wurde „die Wichtigkeit des Weiblichen bei der Transformation des Dunklen überwältigend“ (S. 118) Dieses Kapitel stellt die 14 Stationen des Kreuzweges Jesu dar und Fürbitten an Maria zu jeder Station.

Dieser Kreuzweg enthält „das Mysterium der Wandlung aller Schöpfung“ (S. 149), unsere Entfaltung zu wahren Lichtwesen nach dem Kreuzweg durch die Hölle.

5. MARIA – Urbild und Lehrerin neuer Macht

Luzifers Macht des Habens ist das „Ich will nicht dienen!“. Marias Seins-Macht liegt in dem DEIN WILLE GESCHEHE.

„Bevor der Mensch zum Göttlichen „ICH BIN“ erwachen kann, musste er sich in einem „egozentrierten Ich“ erfahren und individualisieren.“ (S. 153) Das Göttliche lässt diese egozentristische Entwicklung zu, damit wir zu dem ICH BIN erwachen können und unsere Aufgabe und Verantwortung freiwillig übernehmen. Maria selbst wurde vom Engel befragt, ob sie den Sohn Gottes gebären wolle. Es war das erste GROSSE JA zur Übernahme der göttlichen Berufung, was Pia Gyger „Wesensgehorsam“ nennt:

In allen Zeugnissen von Menschen, die sich auf das große Abenteuer der Gotteserfahrung einlassen, liegt im freiwilligen Ja die Voraussetzung, dass die Initiation in eine neue Seinsweise und der dazu gehörende Prozess der Wandlung beginnen können. Der tiefste Sinn der Jungfräulichkeit hat nichts mit sexueller Enthaltsamkeit zu tun. Jungfräulichkeit meint die radikale Offenheit und Hingabe an das Wirken des Heiligen Geistes in uns. (S. 169)

In jedem die inneren Stimme hören und ihr gehorchen steckt dieser „Wesensgehorsam“. Aus dieser Wesenheit des Weiblichen in Mann und Frau kann auch eine neue Partnerschaft entstehen, eine neue planetare Macht: „die gegenseitige Inspiration von Mann und Frau“ (S. 184)

6. MARIA – Braut des Auferstandenen

Jesus war wie jeder Mann Sohn einer Mutter, ohne dabei ein Muttersöhnchen zu sein. Jesus als Gottessohn repräsentiert die neue Männlichkeit, Maria als Jungfrau, Mutter und Braut die neue Weiblichkeit. Als Menschenfrau BRAUT des Göttlichen zu sein bedeutet letztlich die Hochzeit zwischen Gott und Menschen, Himmel und Erde.

Leben bedeutet Vereinigung von Gegensätzen. Elemente, Atome, Moleküle, Zellen, aber auch Systeme psychisch-geistiger Gegensatzpaare, die konkurrierend nebeneinander existieren, werden durch integrierende Vereinigung auf neue höhere ebene gewandelt. „Hochzeit“ ist das Symbol für diesen Prozess der Vereinigung. (S. 187)
Die Feier der Hochzeit geschieht eben gerade nicht zwischen dem Sohn und der Mutter, wie in alten Mythologien oft dargestellt. Nicht eine Regression in die Ureinheit steht an. Denn nicht die Mutter wird zur Braut, sondern die Frau mit mütterlichen Zügen. (S. 196)

Mit dieser Hochzeit geschieht die „endgültige Auflösung des Dualismus zwischen Schöpfer und Geschöpf“. (S. 196) Die Heilige Hochzeit ist die Überwindung jeglichen Dualismus in unserem Bewusstsein. Wir erwachen zur „Weisheit“ des EINEN jenseits des WISSENS über das Viele. „Weisheit“ heißt im Griechischen SOPHIA und war immer weiblich. Hier beißt sich die Schlange in den Schwanz (das Symbol des EINEN im KREIS). Ist das Ur-Mütterliche das Gebären der Schöpfung, so kehrt es zur Einheit auch als Weiblichkeit wieder zurück. SOPHIA ist die „Personifizierung göttlicher Gegenwart“ (S. 202)

Die jetzt anstehende heilige Hochzeit geschieht in dem Maße, wie Sophia in uns Wohnung nimmt, wenn wir also weise werden. …
Wenn die Samen von „Maria-Sophia-Sponsa“ in uns zu sprießen beginnen, werden wir zu Erkennenden! Nicht mehr verführt durch die Schlange, essen wir vom Baum der Erkenntnis, sondern ermächtigt von Maria, der Mutter aller unerlösten Schöpfung. Durch ihre Hand gereicht wird uns die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zum Segen und zur unerlässlichen Nahrung. (S. 203)

Wir erschaffen – wie von Jesus prophezeit – nicht nur eine neue Erde, sondern auch einen neuen Himmel.

7. MARIA – Wegbereiterin universeller Transformation

Die universelle Transformation ist die „Vergeistigung der Materie“ (S. 212), die „Verklärung des Körpers“ (S. 223). Diese gewaltige Licht-Energie in unserem Körper wird in der indischen Spiritualität KUNDALINI genannt. SHAKTI – die weibliche Gottheit und göttliche Mutter im indischen Tantrismus neben ihrem Gemahl SHIVA verschafft sich in MARIA „unausweichlich als weibliche Dimension Gehör“ (S. 228) vor allem im katholischen Christentum.

Das Heil, in der universellen Transformation zum wahren Menschen zu werden, liegt in unserem physischen Körper, der fleischlichen Auferstehung als Lichtkörper. „Das archetypische Bild der heiligen Hochzeit, Vereinigung von Geist und Materie wird hier aktiviert. Diese Hochzeit geschieht leiblich an uns, sie vollzieht sich im Körper.“ (S. 252)

Mein Fazit: Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der mit den großen religiösen und spirituellen Fragen ringt: Warum lässt Gott das zu? Was ist mit dem Teufel und der Hölle? Wo ist das Weibliche im Katholizismus? Wie kann MARIA die Welt erlösen uns erretten und die gebärende MUTTER einer neuen Erde und eines neuen Himmels werden? Wie kann das Leitbild der MARIA auch unser Bild der FRAU als gleichberechtiger Gefährtin des Heiligen Paares werden?
Das Buch kann alles in ein neues Licht stellen, unsere Wiedergeburt als Lichtwesen.

Sehr lichtvoll sind die illustrierenden Bilder von Susan Herrmann-Csomor zum Buch. Sie hat das in Bildern empfangen, was Pia Gyger als EINS UND ALLES beschreibt. Ihre Bilder illustrieren auch das, was Frederic Lionel im Buch „Heilige Astrologie“ sagt: „Kunst überhaupt ist eine Sprache jenseits von Zeit und Raum.“ (S.99).

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Nachruf zum 14. Juli 2014

Ohne danach gesucht zu haben, las ich bei der Buchbesprechung den >> Nachruf von Sabine Lichtenfels von TAMERA. Hier auch der Link zum >> Kondolenzbuch-online des Lassalle-Hauses.

Tom Amarque: Der Wille

Untertitel: Ein Handbuch zur Steuerung der Evolution

Das Buch ist phänomenal! Es hat bei mir blitzartig einen neuen Horizont eröffnet: den Horizont des Willens, des willentlichen, bewussten Handelns, des bewussten Trägers der Evolution. Dabei gilt das Hauptaugenmerk des Buches dem „spirituellen Willen“, thematisiert kaum den EGO-Willen. Denn gerade beim „spirituellen Willen“ herrscht enorm viel Verwirrung: „Herr, DEIN Wille geschehe, nicht meiner.“
Was aber ist dieser „göttliche Wille“? „Was will Gott?“, um die Frage gemäß einem Buchtitel von Neal D. Walsch zu formulieren (dessen Antwort: NICHTS).

Denken – Fühlen – willentliches Handeln
(Kognition – Emotion – Volition)

Jeder kennt die Dreiteilung von Körper, Geist und Seele. Unser Körper scheint dabei der „niedrigste Teil“ zu sein. Doch machen wir uns bewusst: Die körperlosen Wesen der astralen Welt des Jenseits (seien es auch „aufgestiegene Meister“) können in die Evolution und Schöpfung nicht ein-greifen (sie haben sozusagen keine Hände zum Greifen), können keine Werkzeuge der Schöpfung sein (sich höchstens Unserer durch psychische Einflussnahme bedienen). Unser Körper ist es, der uns ermöglicht, zu HANDELN, Werkzeug der Schöpfung in dieser Evolution zu sein. Die Kraft unseres Körpers zum Handeln ist der WILLE. Veränderung bedarf des Willens. Wir sind durch unseren Willen „Träger der Evolution“.

Der Wille in der Evolution

Der Autor weist darauf hin, dass diese Entwicklungs-Kraft seit PLATO den Namen Eros trägt. Es ist die männliche Kraft der Liebe, die sich im Sextrieb ausdrückt. Die weibliche Kraft der Liebe nannte PLATO Agape. Diese männliche Entwicklungs-Kraft war in der Evolution der Menschheit bisher unbewusst. Moderne Autoren nennen sie allgemeiner „Lebenskraft“, um ein sexuelles Missveständnis zu vermeiden. In dieser unbewussten Form wird der evolutionäre Wille zum Ego-Willen männlichen Machtstrebens.
Doch wir sind heute dabei,  die Evolution zu verstehen, selbst bewusste Träger der Evolution zu werden, unseren Beitrag zur Schöpfung zu leisten. Unser Ego-Wille transformiert sich zum „göttlichen Willen“, wird mehr und mehr EINS mit dem „göttlichen Willen“. Der Autor unterscheidet 3 Entwicklungsstufen des spirituellen Willens:

Wille 1: die Einheit von Zielen, Flow und Verhalten

In der ersten Stufe ist Wille nicht einfach nur ein Wunsch, sondern eine Kraft, die sich um verändernden Verhalten zeigt. Die gesetzten Ziele werden „im Flow“ erreicht. Der Daimon (die innere Stimme, der Seelenführer nach Sokrates und Platon) beginnt die Lebensführung zu übernehmen. Seine BERUFUNG und Bestimmung zu leben ist der entscheidende Wendepunkt von Ego- zum spirituellen Willen. Das Leben erhält eine neue Intensität in Leidenschaft und Passion. Aus dem Leiden des Ego wird Freude und Ekstase des spirituellen, des wahren Menschen.

Das Einzige, was das Individuum tun muss, um sein wahres Selbst zu erkennen, ist, seinen schöpferischen Daimonen zu folgen und zu beobachten, was geschieht. Das wahre Selbst ist stets das Ziel des wahren Willens. (S. 104)

Das weibliche Pendant des Willens ist die LIEBE. „Nur durch Selbstliebe ist Wille 1 schließlich möglich.“ (S. 107) Das PAAR von WILLE und LIEBE zeigt sich darin, Widestände zu überwinden:

„Wie auch Wille zeigt sich Liebe in der Überwindung von Widerständen. Liebe (und auch Wille) zeigt sich nicht in der Abwesenheit von Widerständen. (S. 106)

Liebe ist eine Willensentscheidung, mit dem Partner auftauchende Probleme der Liebe gemeinsam zu lösen.

Wille 2: die Einheit von Sinn, Mühelosigkeit und Verhalten

Mit dem Wille 2 als nächster Entwicklungsstufe werden nun alle Lebensbereiche dem „Daimon“ (dem Seelenführer) unterstellt. „Er sorgt dafür, dass alle Handlungen zum rechten Zeitpunkt geschehen. So stellt er sicher, dass sich alle Bereiche des Lebens harmonisch weiterentwickeln.“ (S. 122)

Hier sieht man wieder die Umrisse dessen, warum und inwiefern Wille die große Generalisierung spirituellen Handelns ist. Denn Wille ist nichts anderes als praktische Spiritualität, die Umsetzung und Förderung der Evolution aller. (S. 121)

Zu den Eigenschaften von Wille 2 gehören:

  • Mühelosigkeit, mühelose Konzentration
  • Gelassenheit
  • Schaffung neuer Realität
  • das „wahre Selbst“
  • Klarheit des Denkens
  • Übernahme der Verantwortung für alles
  • Authentizität der Emotionen
  • müheloses Handeln
  • spontane Kommunikation (Freiheit von Schatten-Projektionen)
  • FREIHEIT statt Determinismus und Abhängigkeit

Wahrer Wille ist der einzige Moment, der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft verbindet, der Funke Leben, der uns unseren Weg weist. Für den Menschen ist der Wille daher nichts anderes als die Möglichkeit, sich selbst zu finden und wieder zu verlieren. Liebe erscheint dann als nichts anderes, als sich dem Transzendenten zu öffnen. Doch es ist die Liebe, die dem Willen untersteht und nicht umgekehrt, denn eine Liebe, die sich den Willen untertan gemacht hat, verliert sich. Ihr fehlt es an Richtung und Kraft. (S. 147)

Wille 3: Einheit von nondualer Kognition, nondualer Emotion und nondualer Konzentration

Spätestens jetzt tritt der Wille aus der (monokausalen) Kette von Ursache und Wirkung und erkennt, dass es eine Komplexität von Ursachen für eine Wirkung gibt. Jeder Willens-Akt erhält auch höhere Impulse. „In diesem Sinne wollen wir formulieren, dass Wille 3 immer komplexer Natur ist. Er ist es in dem Sinne, dass nicht alle Ursachen des Willens im Selbst liegt.“ (S. 153) Wir treten ein in den GROSSEN WILLEN:

Mit Wille 2 emergiert die erste VISION des Großen Willens, unscharf noch, doch deutlich genug, um das Wesen des Großen Willens zu erkennen. Worin besteht diese Vision? Der Große Wille ist die Vision um die Wandlung aller Phänomene, grenzenlos, ohne Anfang, ohne Ende. Es ist das Vorwärtsstreben und ewige Pulsieren von allem Existierenden und allem Bewusstsein in der Spirale des Lebens und Entwicklung. Der Große Wille ist nondual in seiner Natur. (S. 156)

Der Große Wille ist die nicht-dualistische Einheit von Geburt und Zerstörung, von Leben und Tod. … Dort ist alles gleichermaßen Schöpfung und Zerstörung. Das Eine kann nicht ohne das Nicht-Eine gedacht werden. (S. 157)

Dieser ‚Nullpunkt‘, diese Indifferenz hält das Potenzial der Differenzierung in sich und damit die Schöpfung der Welt. (S. 163)

Wir können das Numinose erfahren (wollen). Hier kommt der Daimon ins Spiel: Wie erwähnt, ist das wesentliche Charakteristikum daimonischen Handelns der Zustand des Nicht-Tuns während des Tuns, also die von allen Bindungen befreite Ekstase des Handelns. In diesem Nicht-Tun öffnen wir uns dem Kosmos, dem GEIST, und können mit ihm verschmelzen. (S. 175)

Wille 3, der Große Wille, wirkt immer als die nonduale Einheit von Selbst und Kosmos. Dabei gilt: Wirklich ist immer das, was wirklich gemacht wird. Das bezieht sich gleichermaßen auf die Selbst-Kenntnis sowie auf die Beobachtung der Wirklichkeit. Der Große Wille umspannt alles und erweckt alles. Er ist das Bewusstsein über die Schöpfung der Welt. (S. 178)

Mein Fazit: Die neue Spiritualität ist sehr weiblich (und das ist sehr befreiend!). Doch es wird das „Loslassen“, das „Geschehen lassen“, das „Nichts-tun“, das SEIN, die weibliche Seite des Tanzes etwas überbetont. Mit dem WILLEN wird wieder der männliche Aspekt des Tanzes betont, doch WILLE in spiritueller Reife, nicht der Ego-Wille zur Macht, sondern der spirituelle Wille zur Bewahrung und Entwicklung der Schöpfung. Das willentlich gesteuerte HANDELN ist es, das unsere Welt verändert, auch im spirituellen Sinne. Hierzu hat der Autor die Landkarte für die „Steuerung der Evolution“ erstellt.

Es geht in diesem Entwicklungsstadium der Spiritualität nicht um ein Zurück zu männlichen Werten, sondern um den Tanz und die „Verpaarung“ von WILLE und LIEBE.

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Franz Alt: Jesus – der erste neue Mann

Es ist das erste Buch, dass ich gelesen habe, das mir einen ganz anderen Jesus als den Jesus der Theologen vermittelt hat – vor 15 Jahren. Es war auch das erste Buch, das mir ein ganz anderes Männerbild vermittelt hat. Es war ein Schlüsselbuch, das ich vielleicht heute erst richtig zu würdigen weiß.

Ich möchte mit dieser Buchrezension meiner notwendigen Würdigung und meinen Dank an Franz Alt nachkommen. Für Franz Alt war Jesus „die Leitfigur, mit deren Hilfe wir das Atomzeitalter verlassen und in ein ökologisches Zeitalter finden können.“

Hatte ER ein falsches Menschenbild, oder haben WIR ein falsches Jesus-Bild? Ist Jesus HEUTE unsere große Chance? Brauchten wir erst die große Krise für die große Chance? Wenn wir Menschen wirklich unveränderbar sind, dann müssen wir IHN vergessen. Da wir ihn aber ganz offensichtlich nicht vergessen konnten, bleibt nur, daß WIR ihn nicht begriffen haben. Dann allerdings müssen wir mit Jesus noch einmal ganz von vorne, ganz NEU anfangen. Es geht heute um einen NEUEN Jesus, um ein NEUES Bild von ihm … Den WIRKLICHEN Jesus müssen wir erst noch entdecken. (S. 11 f.)

Das Buch von Franz Alt ist sehr dicht geschrieben, jeder Satz zitierbar. Es fällt mir nicht leicht, etwas ganz besonders herauszuheben, damit die Besprechung die wesentlichen Lehren des Buches erfassen kann. Ich mache es einfach kapitelweise und ausschließlich zitierend:

1. Wer ist Jesus?

Die einfache Botschaft Jesu lautet: Liebe das Leben, indem du die Liebe lebst! Geh deinen eigenen Weg, dann wird alles gut. (S. 22)

Eine Theologie, die sich an Jesus orientiert, ist entweder eine Befreiungstheologie oder gar keine. Nachfolgen heißt: Höre auf deine innere Stimme, achte auf deine Träume, hab‘ Erfurcht vor allem Leben, folge deinem Gewissen. Das Hören auf das Gewissen ist Jesu zentrale Forderung nach „Umkehr des Herzens“. (S. 24 f.)

Jesus wollte und will herrschaftsfreie und gewaltfreie Veränderung – neuer Mensch, neuer Himmel, neue Erde, ALLES neu … (S. 26)

Es kommt sehr darauf an, bei wem ich in die Schule des Lebens gehe – bei Jesus oder bei Pilatus – bei DEM Meister des Lebens oder bei den Vertretern von Macht und Mammon. (S. 26 f.)

2. Wer war Jesus?

Jesus ist der erste ganzheitliche, das heißt seine männlichen und weiblichen Seelenanteile lebende Mann der Geschichte. Sein Leben bedeutet ein neues Kapitel in der Menschheitsgeschichte. …
Weder Buddha noch Mohammes, weder Aristoteles noch Plato begegneten Frauen so ressentimentfrei und spontan selbstverständlich. Buddha ist zweifellos der stärkere Denker. Jesus der tiefer Fühlende (S. 34 f.)

Das Weibliche beschränkt auf Mütterliches ist DAS Problem vieler Männer von heute, die in den Frauen Ersatzmütter statt Partnerinnen und Geliebte sehen. Die Welt ist voller Muttersöhne. Dieser Bewusstseinszustand vieler Männer ist nicht reif und erwachsen, sondern infantil. (S. 35)

Jesus war DER Mensch, wie Gott ihn sich vorstellt, DER exemplarische Mensch, DAS Vorbild, DIE Chance für beglückende Nachfolge. DER Menschensohn heißt: der erste Repräsentant in Gottes neuer Welt. (S. 47)

Jesu Taufe (ist) DIE entscheidende Sekunde der Weltgeschichte. Die Welt ist noch nicht erneuert, aber sie kann durch das neue Gottesbild Jesu und durch den neuen Mann Jesu neu werden. … Jesus … war durch die Liebeserklärung Gottes ein neuer Mensch geworden. Gott ist kein strenger Patriarch und kein „Es“ mehr, sondern „Unser Vater“. (S. 50)

Im Gegensatz zu den Vätern der französischen, russischen oder chinesischen Revolution ist Jesus ein Evolutionär von unten, ein Evolutionär des Bewusstseins, ein Evolutionär der Liebe. … Jesus meinte eine Evolution der Gewaltfreiheit, eine Evolution des Herzens, eine Evolution der Liebe. Seine Evolution steht jetzt auf der Tagesordnung der Weltgeschichte. … Das Verständnis für Jesu Programm ist ein qualitativer Sprung auf dem Weg zu einem höheren menschlichen Bewusstsein. (S. 58)

3. Jesus und die Frauen

Der frauenfeindliche Paulus prägt noch immer das Christentum viel mehr als der frauenfreundliche Jesus. (S. 61)

Bei Jesus gibt es keinen scheelen Blick in Bezug auf Erotik und Sexualität. Die Ehe ist für ihn DIE Lebensform der körperlichen und seelischen Harmonie, der Versöhnung des Männlichen mit dem Weiblichen, DIE Schule der erotisch-geistig-seelischen Umarmung. … Die Liebe zwischen Mann und Frau ist das Abbild der Liebe Gottes zu den Menschen. Jesus ist ein Meister des Eros und der Liebe. (S. 62)

Auch Jesus musste erst lernen, Frauen ernst zu nehmen. Jesus der Lernende, ging in die Schule von Frauen. Er hatte es nötig. … Jesus war nicht von Anfang an vollkommen; er entwickelte sich aber ganzheitlich, zu einem ganzen Mann, weil er bereit war, aus Fehlern zu lernen – auch von Frauen. Jesus Lernbereitschaft gegenüber Frauen ist deshalb so neu und überraschend, weil Männer zu seiner Zeit noch gar keine psychische Beziehung zum Weiblichen hatten. (S. 65)

Das Hören auf Frauen und das Lernen von Frauen … ist die Gesellenprüfung für jeden Mann, der wirklich erwachsen werden und nicht ein Leben lang ein „Muttersöhnchen“ bleiben will. Die feministische Theologie ist DIE Befreiungstheologie in den reichen Ländern. (S. 70)

Nicht Petrus oder Paulus, sondern Maria Magdalena, die „Sünderin“, ist die erste und bedeutendste Nachfolgerin Jesu. In der Schule vor allem dieser Frau wurde Jesus der erste neue Mann. (S. 71)

Nicht der Kampf der Geschlechter, sondern Entwicklung und Partnerschaft zwischen den Geschlechtern sind die neuen Namen für Fortschritt und Liebe. (S. 75)

4. Jesus und die Männer

Aber wir dürfen den ersten wirklich neuen Mann nicht mit einem unmännlichen, weibischen Mann verwechseln. Er hat schließlich ebenso knallhart gesagt: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“  … Jesus hat Familien auseinandergerissen, auch seine eigene. „Die Wahrheit wird euch frei machen“, nicht die Familienbande. (S. 90 f.)

In dieser Situation empfiehlt Jesus uns heutigen Männern:
– Liebe statt schnellen Sex
– Vertrauen statt verdrängter Angst
– Hoffnung statt unreifer Illusion
– Erkenntnis der Liebe statt Bekenntnisse zur Liebe (S. 93)

Männer-Emanzipation ist das große Thema der Zukunft. Feministinnen haben recht, wenn sie uns sagen: Ihr müßt euch selbst befreien. Männerbefreiung heißt in erster Linie: die Seele entdecken und pflegen. Wenn Männer bleiben, was sie heute sind, dann ist das Ende der Menschheit nicht mehr weit. Wenn aber emanzipierte Männer, inspiriert von emanzipierten Frauen, sich auf den Weg der Partnerschaft machen, bauen wir zusammen das auf, wovon Jesus vor 2000 Jahren träumte: die „neue Welt“. (S. 94)

Neue Väter fühlen zusammen mit der Partnerin und sagen es auch: „Wir sind schwanger. Unser Kind erwarten wir zu zweit!“ Immer mehr Kinder gebären neue Väter. … Die Orientierung des Mannes an Jesus, dem neuen Mann, wäre DIE entscheidende Revolution der Weltgeschichte. (S. 97)

5. Jesus und die Kinder

Das Patriarchat ist nicht nur frauenfeindlich, es ist auch kinderfeindlich – oft mit Unterstützung von Frauen, die ihre Kinder zur Anpassung dressieren und vieles von dem, was ihnen ihre Männer antun, ihren Kindern weitergeben. (S. 98)

WERDET WIE DIE KINDER! … Die meisten Eltern wollen aber nicht „werden wie die Kinder“, sondern eher, daß ihre Kinder werden wie sie. (S. 102)

Das Problem der meisten Kinder sind ihre Eltern. Und deren Problem waren wieder IHRE Eltern. Nichts ist so wichtig, wie die Teufelskreise sogenannter Erziehung zu durchbrechen. (S. 105 f.)

Die Maxime einer schöpferischen Erziehung sind: Mein Kind ist nicht mein Eigentum, sondern ein Geschenk; es hat seine eigenen Geheimnisse, die ich zu respektieren habe. Erziehung ist das Gegenteil von Gängelei und Behinderung. Erziehung heißt lieben, helfen, anregen. (S. 111)

„Werden“ wie Kinder heißt auch und ganz wesentlich, sich seiner eigenen Kindheit und Jugendzeit erinnern. (S. 115)

Jesu kinderleichte Theologie meint: Das Kind ist das eigentliche Muster menschlicher Reife. Das lebendige oder tote KIND IN UNS entscheidet über unsere wahre Lebensigkeit, ob wir 18 oder 80 sind. … Das Ziel des Lebens besteht darin, „jung zu sterben – und zwar so spät wie möglich“. Doch viele Menschen werden nie reif, sie werden nur alt. … Deshalb ist alle wirkliche Kindererziehung in erster Linie die Selbsterziehung der Eltern. (S. 116 f.)

6. Jesus und sein mütterlicher Vater

Der neue Mann Jesus hat mit seinem neuen Gottesbild die Theologie der Schuld und der Opfer überwinden und die Menschen von ihrem schlechten Gewissen befreien wollen. (S. 119)

Die meisten Christen stehen auf der vorjesuanischen Bewusstseinsstufe dieses aggressiven Kriegsgottes.
Hanna Wolf: „Das Christentum ist bisher nie wirklich aus dem Schatten des Judentums herausgetreten. …“ (S. 121)

Euer Vater ist barmherzig heißt: Euer Vater ist mütterlich. … Wachst, reift, öffnet euch, sucht, vertraut und liebt mit Herz UND Verstand. Gott liebt uns, wie eine Mutter ihre Kinder liebt: ohne Gegenleistung und innig! Nie ist in der Religionsgeschichte ein schöneres Gottesbild gemalt worden als diese Geistesverwandtschaft des Menschen mit Gott. Wir sind Gottes Geliebte, wie Jesus sein Geliebter war. (S. 124)

Gott braucht uns als Helfer seiner Schöpfung – sonst gäbe es kein echtes Liebesverhältnis Gott – Mensch. „Am Anfang war das Wort“ bedeutet: „Am Anfang ist die Beziehung“ (Martin Buber) (S. 130)

Mit dieser neuen ganzheitlichen Spiritualität hatte der Jude Jesus aufgehört, Jude zu sein – er war „Bürger“ im Reich Gottes geworden. (S. 131)

In jedem von uns wohnt unsere eigene Zielgerichtetheit, die Entelechie. Religiös nennen wir diese in uns wohnende Kraft „Seele“, psychologisch sprechen wir von „psychischer Energie“ und wissenschaftlich von „Entelechie“. (S. 138)

7. Jesus: Angst oder Vertrauen?

Angst ist DIE Krankheit unserer Zeit. (S. 139)
Das Heilmittel heißt Vertrauen. (S. 141 f.)

In Jesus habe ich DEN Aufklärer meiner Angst gefunden. Wir beginnen heute ganz von ferne zu ahnen, was das heißt: Mensch zu werden dadurch, daß wir konsequent unseren EIGENEN Weg gehen: Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. (S. 143)

Selbstvertrauen hängt wesentlich mit Selbstliebe und mit einem gesunden Egoismus zusammen. …
In vielen Wundererzählungen wird die Einheit von Gottvertrauen und Selbstvertrauen oder die Einheit von Religion und Psychotherapie deutlich. (S. 153 f.)

Jesus ist DER Vertreter des Prinzips Hoffnung. Auch das Prinzip Hoffnung meint Jesus … ganzheitlich. Seine Hoffnung wird gespeist von Vertrauen: Urvertrauen, Menschenvertrauen UND Gottvertrauen. Trau dich, ganz zu lieben, dann wirst du richtig leben. (S. 155)

8. Mit Jesus in die neue Zeit

Die wirkliche Wende vom patriarchalisch bestimmten Atomzeitalter in ein neues, ökologisches Zeitalter, den Durchbruch zu einer humanen Zukunft, schaffen wir aber auch mit Jesus nur, wenn die bis jetzt noch verborgenen Intentionen seiner Botschaft erkannt und gelebt werden. Nicht der Jesus des Patriarchats, sondern der neue Jesus, der anima-integrierte Jesus, ist der Prophet des neuen Zeitalters. … Jesus, der erste neue Mann, ist das Modell für den Menschen der Zukunft. (S. 157)

Die Seele ist für Jesus identisch mit dem göttlichen Kern in uns. Wenn sich dieser göttliche Kern in uns entfalten kann, dann wird unser Beruf identisch mit Berufung, dann wird das gesunde Innen heilend nach außen auf die Umwelt wirken, dann wird sich unsere Arbeitsauffassung radikal wandeln, dann wird Arbeit Gottesdienst. Dann ist nicht mehr Geldverdienen der Sinn unseres Tuns, sondern das Dienen. …
Unser Traumberuf als Erfüllung des Wunschtraums ist immer nur der, den wir mit Enthusiasmus ausüben. Im Wort „Enthusiasmus“ steckt das griechische Wort theos = Gott. Unser Wunschtraum ist es also, an der Vergöttlichung der Welt durch unsere Arbeit, durch unseren Dienst, teilzuhaben. (S. 158 f.)

Nur im Tun erfahren wir Gott. (S. 160)

Das Zeitalter der Väter geht zu Ende … Alles drängt nach Geschwisterlichkeit. (S. 163)

Alle Polarität will Einheit. Pole sind nicht identisch, aber Pole gehören zusammen, sie bedingen und ergänzen sich. Mann und Frau sind nicht Gegensatz, sondern humane Ergänzung. Alles, was ist. ist polar. Mann und Frau sind die Pole der Einheit Mensch, die Pole in der Ganzheit. (S. 163)

Die Integration der Elemente des Männlichen, Weiblichen und Kindlichen, die Jesus gelebt hat, antwortet auf all diese bekannten Einseitigkeiten mit einer neuen, weitgehend unbekannten Ganzheitlichkeit – als Konzept für die neuen Menschen des neuen Zeitalters. (S. 171)

Das Motto eines neuen Zeitalters heißt deshalb grundsätzlich: Mehr Ehrfurcht vor ALLEM Leben – auch vor dem ungeborenen. (S. 173)

Die eigene Menschwerdung hat erst begonnen, sonst wären wir nicht so unmenschlich zu uns und nicht so tierfeindlich zu den Tieren. (S. 174)

Damit aus Verstand Vernunft und aus Wissen Weisheit wird, ist eine Aufklärung der Aufklärung die Voraussetzung für ein neues Zeitalter. Deren Motto – orientiert an Jesus – müßte heißen: Habe Mut, dich deines eigenen Gewissens zu bedienen. (S. 178)

Eine neue Liebeskultur, ein neues Verhältnis zwischen Mann und Frau, eine neue Erotik in wirklicher Partnerschaft führt zu höherem Bewusstsein, zur zweiten Halbzeit der Evolution. Diese Selbstveränderung von Mann und Frau führt zur Weltveränderung. Die Konsequenz dessen, was wir von Jesus wissen, heißt: Die Gattung Mensch hat viel mehr vor sich als hinter sich.
Wir werden staunen, wenn wir feststellen, was EINE Frau und EIN Mann, die sich wirklich lieben, ALLES zu bewirken vermögen. (S. 181)

Das Buch von Franz alt ist ein doppelter Klassiker: für das neue Jesus-Bild und das Bild eines neuen Mannes, der das Männliche und Weibliche, das Kindliche in sich integriert hat.
Es ist in meinen Augen immer wieder bedauerlich, dass solche Bücher mit dem Ausverkauf bei einem Verlag nicht mehr zu erwerben sind. So wie dieses Buch mir vor 15 Jahren als Samen seine Wirkung getan hat, so wünsche ich diese Erfahrung allen Suchenden, die Ausschau nach dem neuen Mann, nach einer neuen spirituellen Welt halten. Jesus ist daraus nicht wegzudenken.

Der Bestell-Link bei AMAZON für gebrauchte Exemplare: Jesus – der erste neue Mann.

Deepak Chopra: Der Dritte Jesus

Untertitel: Auf der Suche nach dem kosmischen Christus

Deepak Chopra schreibt dieses Buch bewusst zu einer tiefen, aktuellen Krise des Christentums. Diese Krise ist weitergehend als die Spaltung des Christentums in Orthodoxe, Römisch-Katholische, Evangelische und unzählige Sekten, die sich auf Jesus berufen. Die Krise ist eine moralische Vertrauenskrise, die ideologische Verschärfung der christlichen Rechten im „heiligen Krieg“ gegen die islamischen Fundamentalisten. Der politische Missbrauch der Lehre Jesu in der Frage Abtreibung, Homosexualität, Frauenrechte, Krieg und Frieden ist gerade im Westen eklatant. Schon ist wieder vom „Krieg der Kulturen“ die Rede. Gott bewahre uns vor neuen Kreuzzügen.

Doch da ist noch etwas ganz anderes: Wir erleben eine spirituelle Renaissance, Menschen erwachen, suchen den Weg der Erleuchtung. Buddha gewinnt auch im Westen an Attraktivität. Chopra weist darauf hin, dass unser abendländische Kultur auch einen „Buddha“ des Mitgefühls und der Liebe hervorgebracht hat: Jesus. Er ist auch ein „Erwachter“, ein „Erlöser“, ein spiritueller Meister, ein Mystiker, der ins Gottes-Bewusstsein erwacht ist. Chopra geht es darum, die Lehre Jesu als Weg der Erleuchtung für die heutige Zeit und gerade die abendländische Kultur neu zu verstehen. Wer sollte das Christentum zu seinen mystischen Wurzeln zurück führen, wenn nicht der (in der geistigen Welt) „lebendige Jesus“? Seine Lehre IST radikal und mystisch.

Wie kommt ein in der indischen Spiritualität (Hinduismus, Buddhismus) aufgewachsener spiritueller Lehrer dazu, „uns Christen unseren Jesus“ neu zu interpretieren? Ist das nicht anmaßend? Die Antwort ist eigentlich einfach: Es geht gar nicht anders als die Worte Jesu zu INTERPRETIEREN. Jeder weiß, dass es symbolische Gleichnisse sind, die gedeutet werden wollen. Und da ist der mystische Zugang zu Jesus (der „dritte Jesus“ neben dem historischen und theologischen) der Schlüssel. Viele scheinbare Widersprüche in der Lehre Jesu lösen sich auf, wenn sein Weg als Weg der Erleuchtung interpretiert wird. Er ist nicht der „einzige Sohn Gottes“, sondern ein Mensch, der zum Gottes-Bewusstsein erwacht ist, der mystische Weg, den jeder von uns gehen kann. Und dies ist eigentlich auch nur eine „Wiederentdeckung“ einer christlichen Ur-Strömung von Mystikern, die sich Gnostiker nannten, „Wissende“ im Gegensatz zu Gläubigen. Wer erwacht ist, der weiß und braucht nicht mehr zu glauben.

Ester Teil: Der Dritte Jesus

Im ersten Teil geht es Chopra um „die Erlösung des Erlösers“, Erlösung von religiösen Dogmen und Legendenbildungen. Er wurde „Gottes Sohn“, weil er Gottes-Bewusstsein erlangt hatte, wie jeder es erlangen kann. Doch mehr noch: Jesus predigte auch, dass das Reich Gottes wieder auf die Erde kommen werde – wenn wir denn eine erleuchtete Gesellschaft geschaffen haben.

Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Licht“, was nur ein Mensch im Gottes-Bewusstsein sagen kann. Diesen Weg des Lichtes, der Erleuchtung zeigt Chopra an den neun Wesensmerkmalen des spirituellen Lebens auf:

  1. Meditation
  2. Kontemplation
  3. Offenbarung
  4. Gebete
  5. Gnade
  6. Liebe
  7. Glaube
  8. Erlösung
  9. Einheit

Der Autor bespricht auch die „gnostischen Evangelien“ als „Bereicherung“ der Worte Jesu, nicht aber als als „Alternative“ zu den kanonisierten vier Evangelien. Doch:

Egal welche Version Jesu Sie akzeptieren, immer besteht das Ziel christlichen Lebens darin, das Reich Gottes zu erreichen.
(S. 56)

Dieses Reich ist als Christus-Potenzial in uns, und wir werden es in einem langsamen Prozess auch für die ganze Gesellschaft erreichen.

Zweiter Teil: Das Evangelium der Erleuchtung

Im zweiten Teil interpretiert Chopra die Worte Jesu als „Evangelium der Erleuchtung“. Er unterscheidet 10 Gebiete:

  • Liebe und Gnade
  • Glaube
  • Offenbarung und Erlösung
  • Meditation
  • Kontemplation
  • Gebet
  • Karma – Reifen und Säen
  • Die Welt als Illusion
  • Einssein mit Gott

In zwei Bereichen (Karma und die Welt der Illusion) interpretiert er Worte Jesu aus buddhistischer Sicht. Die Worte Jesu und die Buddhas sind ähnlicher als viele sich bewusst sind. Auch Jesus hat als Mystiker eine „Buddha-Natur“. Und hier spricht Deepak Chopra mahnende Worte an die Christen aus:

Christen wollen das Gefühl haben, dass ihre Religion einzigartig ist, was zweifellos dadurch erreicht wird, dass sie Gottes eingeborenen Sohn für dich reklamieren. Aber gerade dadurch laufen sie auch Gefahr, aus dem großen menschlichen Projekt ausgeschlossen zu bleiben, dass Jahrhunderte vor Christus begann und bis heute fortdauert: Das Projekt besteht darin, die materielle Welt zu transzendieren, um ins Reich der Seele zu gelangen. (S. 76 f.)

Jesus hat dieselbe Erlösung angeboten wie Buddha: das Ende des Leidens und einen Weg zur spirituellen Freiheit, Freude und Nähe zu Gott. In diesem Licht ist der reale Jesus heute genause greifbar wie eh und je, vielleicht sogar noch mehr. (S. 177)

Der Mittelteil, das „Evangelium der Erleuchtung“ ist sicher das Herz des Buches.

Dritter Teil: Jesus zum eigenen Lehrer machen

Der dritte Teil bietet „einen Leitfaden für Suchende“. Dieser Teil ist so gehaltvoll wie der zweite Teil.

Jesus hat einen Weg zur Erleuchtung geöffnet, der auch heute noch gangbar ist. (S. 181)

Chopra weist 15 Schritte zum Gottes-Bewusstsein aus (Lektionen und Übungen) über die Themen

  1. Das Reich Gottes ist mitten unter euch.
  2. Seid in der Welt, aber nicht von der Welt.
  3. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.
  4. Bittet, dann wird euch gegeben.
  5. Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
  6. Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin.
  7. Was ihr sät, das werdet ihr ernten.
  8. Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.
  9. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.
  10. Ihr müsst von neuem geboren werden.
  11. Ihr seid das Licht der Welt.
  12. Sorgt euch also nicht um morgen.
  13. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.
  14. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
  15. Was nützt es einem Menschen, wenn der die ganze Welkt gewinnt, aber seine Seele einbüßt?

Chopra gibt am Anfang immer eine Bedeutung der Lehre und dann eine Übung, um sie umzusetzen.

Die letzten Seiten des Buches sind sehr hilfreich auf dem Weg. Er gibt eine Landkarte, „wie sich der Weg öffnet“, die drei entscheidenden Phasen „der spirituellen Reise zum Gottes-Bewusstsein: der Anfang, die Konflikte und Krisen „auf halber Strecke“ (auch über „spirituelle Stimmungsschwankungen“) und schließlich das Ziel der Reise „wo die Seele niemals stirbt“.

Das letzte Kapitel „Was würde Jesus tun?“ ist durchaus ein Höhepunkt des Buches. Er ruft angesichts der Krise des Christentums auf, den Mut aufzubringen, nach den Lehren Jesu zu leben und zu handeln:

Sie und ich können das Verhalten der religiösen Rechten nicht ändern, aber die passive Reaktion vieler gemäßigter und liberaler Christen, die nur schweigend leiden oder sich abwenden, ist kontraproduktiv.
Persönliches Wachstum erreicht man, indem man so handelt, wie es der eigenen spirituellen Vision entspricht. Wenn Jesus Ihr Vorbild spiritueller Größe ist, dann handeln Sie nach seinen Grundsätzen. (S. 306)

Das Reich Gottes ist das Reich der Seele

Jesus bezeichnet das Reich der Seele als das Reich Gottes, und es war eindeutig seine Absicht, dieses Reich auf der Erde zu errichten. (S. 11)

Ich nehme bei der Jesus-Besprechung von Deepak Chopra noch einen interessanten Aspekt wahr. Die indische Spiritualität ist in gewissen Sinne sehr extrem, fast wär es mir aus den Fingern in die Tastatur geflutscht, von einer „Zwei-Kasten-Spiritualität“ zu sprechen. Im Hindusimus gibt es ja „noch“ die Vielgötterei. Hier geht es ja „noch“ zu wie im griechisch-römischen Pantheon. Das soll nicht den geringsten abwertenden Ton haben. Unsere astrologischen Planeten himmeln ja auch „noch“ griechisch-römische Götter an (Uranus, Saturn, Jupiter usw.). Andererseits ist der Buddhismus bereits so „hochspirituell“, dass er sogar den EINEN Gott ins nonduale NICHTS („Nirwana“) transzendiert. Der Buddhismus ist eine Religion ganz ohne Gott, reine Mystik. Das meine ich mit „zwei Kasten“, was als Begriff natürlich unangemessen ist, doch vielleicht etwas widerspiegelt.

Wie geht nun ein indischer spiritueller Lehrer, aufgewachsen in diesem Hinduismus-Buddhismus-Zwiespalt mit der Lehre Jesu um? Er „entdeckt Neues“, das ihn auch fasziniert. Und hier erkenne ich bei Deepak Chopra die Wahrnehmung der Seele als fundamentalem Bestandteil der Lehre Jesu. Weder im Hinduismus noch im Buddhismus gibt es etwas der „Seele“ als Weltenseele, kosmischer Seele Vergleichbares. Das hat Chopras Denken (wenn ich es richtig sehe) stark beeinflusst. In seinem nächsten großen Werk „Heilung“ (seine Heimat als aryuvedischer Arzt) ist das „Konzept der Seele“ (Seele ist natürlich mehr als ein „Konzept“) integriert: „Körper und Seele in neuer Ganzheit erfahren“. Er ist dem Ruf Jesu, dem Ruf der Seele gefolgt.

Mein Fazit: Es geht sicher vielen Menschen so wie mir, dass ich schon früh mit der Amtskirche gebrochen habe und – bewusst oder unbewusst – den direkten Weg zu Gott gesucht habe. Auf diesem Weg gab es auch viele esoterische Verwirrungen. Doch Deepak Chopra ist auf diesem Weg mir früh ein Weisheitslehrer gewesen, ein „Leuchtturm der authentischen Spiritualität“. Das Buch hat mir Jesus wieder nahe gebracht ähnlich wie die Bücher von Paul Ferrini. Es ist ein Stück innerer Versöhnung mit meinem kindlichen und jugendlichen Glauben. Es ist für mich eine „Wiederentdeckung“ und Neuverstehen von Worten, die ich schon als Kind gehört habe. Die Worte von Jesus sind meine „spirituelle Muttersprache“. Sie wirklich zu verstehen bedarf eines bestimmten Bewusstseinsstandes auf dem geistigen Weg.

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Seiler-Hugova: Sternenkunde integral

Untertitel: Den Sternenhimmel beobachten,
astronomisch und astrologisch deuten, seine Botschaft verstehen.

Die Integration von Spiritualität und Wissenschaft ist ein großes geistiges Abenteuer unserer Zeit. Doch die Integration von Astrologie und Astronomie ist dabei sicher eine ganz besondere Herausforderung. Und das ist dem Autor  auf bewundernswerte und vorbildliche Weise gelungen!
Ich denke, an diesem Buch kommt niemand vorbei, der sich einer  ähnlich großen intellektuellen Herausforderung in der Sternenkunde stellen will.
Es gibt wieder eine Brücke zwischen Astronomie und Astrologie – und mit diesem Buch betreten wir sie. Es ist sogar eine alte Brücke, die es nur wiederzuentdecken gilt.

Die integrale Sichtweise der Sterne

Die „alte Brücke“ ist die der Wegbereiter der modernen Astronomie selbst, Tycho Bahne und Johannes Kepler. Auf diese Begründer der Astronomie beruft sich der Autor:

Dieses Buch soll eine elementar Einführung in die Sternenwelt vermitteln. … Mit meiner integralen Sternenkunde möchte ich eine Fähigkeit aufgreifen, wie sie noch von Tycho Bahne (1546 – 1601)  und Johannes Kepler (1571 – 1630) vertreten wurde. Zwar waren sie beide Astronomen, die die neuere Wissenschaft von den Sternen revolutioniert haben, doch sie selbst lebten gleichzeitig in astrologischen und göttlichen Zusammenhängen. (S. 9)

„Integrale Sternenkunde hat das Anliegen, alle Aspekte der Sternenwelt unter einer ganzheitlichen Sicht zu zeigen.“ (S. 13)

  • Die Sicht der Erscheinungen, der Phänomene. Das ist der Blick in den Nachhimmel selbst – mit allen Sinnen, das „Sich-beeindrucken-Lassen“ von der Sternenwelt. (Der Autor selbst hat ein Gerät zur Himmelsbeobachtung anfertigen lassen, sein „Tycho-Bahne-Astrolabium“.)
    „Mit dem Leib die Sterne wahrzunehmen heißt, sich den Energien dieser ‚Astrowelt‘ hinzugeben, sie aufzunehmen, sie sinnlich zu ‚verdauen‘.“ (S. 14)
  • Die Sicht der inneren mythischen Bilder des Kosmos (Astrologie).
    Das ist die mythische Welt der Seele der Astrologie. „Es st die älteste Psychologie.“ (S. 14)
    „Diese Bewusstseinsschicht der Astrologie ist noch irrational. Hier gilt das Gesetz der Analogien, des mythischen Bewusstseins, noch nicht des rationalen Bewusstseins.“ (S. 14)
  • Die Sicht des mentalen, rationalen Bewusstseins (Astronomie).
    Es ist die „objektive“, „distanzierte“ Sicht.
    „Der Mensch verschwindet aus dieser Welt. Er wäre auch nur ein Störfaktor. … Die rationale Astronomie ist zwar beeindruckend …, doch dort, wo Astronomie totalitär wird und nur diese rationale Bewusstseinsschicht zulässt, verhindert sie uns den Zugang zu einem ganzheitlichen spirituellen Erfassen der Sternenwelt. (S. 15)

Aus dieser integralen Sicht ergibt sich (gemäß der integralen Weltsicht nach Jan Gebser) die Astrosophie, die ganzheitliche Sicht des Himmels als Weisheitslehre.

Ein paar Lichtblitze aus dem Buch:

Die alchemische Trinität und ihre Bedeutung:

So kennen wir grundsätzlich drei verschiedene Himmelser-scheinungen: die Fixsternbilder, die Planeten und die Sternschnuppen bzw. Kometen. Die Fixsterne bilden den uralten perfekten Leib des Himmels. Die Planeten sind die Seele der Sternenwelt in ständig veränderten Konstellationen. Die Sternschnuppen und Kometen geben dem Himmel und der Erde geistige Impulse. Leib, Seele und Geist ist die trinitäre Gestaltung des Sternenhimmels. (S. 26)

Der Autor verweist danach auf Paracelsus und die alchemische Trinität Sal-Merkur-Sulphur von Kosmos und Mensch: Sal ist der Leib (Sternenbilder), Merkur ist die Seele (Planeten) und Sulphur der Geist (Kometen, Sternschnuppen).

Ein integrales Horoskop:

Das Buch setzt an der hermetischen Astrologie an und unterscheidet die siderische, tropische und heleozentrische Astrologioe und Astronomie. Der bekannten unterscheidung zwischen geozentrischem und heleozentrischem Weltbild widersetzte sich schon Tycho Bahne. Er schuf das tychonische System:

Sonne und Mond bewegen sich um die Erde; gleichzeitig bewegen sie sich um die Sonne, als Zentrum, auch die Planeten … Dieses sowohl geo- als auch heliozentrische Weltbild ist in seinem Ansatz bereits ein integrales System. …
(Daraus ergibt sich eine Art) Astrologie, die in verschiedenen Dimensionen forscht, das heißt seelisch (geozentrisch) und geistig (heleozentrisch). (S. 119)

So bekommt man ein integrales Horoskop: siderisch und tropisch. Die Frage der Richtigkeit der Systeme stellt sich nicht. Es gilt nur ein „Sowohl-als-auch“. Im 20. Jahrhundert haben … Willi Sucher und Robert Powell das hermetische Horoskop entwickelt, das sowohl geozentrisch (innen) wie auch heleozentrisch (außen) ist. Tycho Brahe hatte dieses geo- wie auch heleozentrische System seinerzeit gewissermaßen entdeckt. Das hermetische Horoskop … zeigt das Schaubild der Seele (geozentrisch) und der Individualität (heleozentrisch). (S. 138)

„Der Weg zum Paradies geht durch die Hölle.“

Es braucht der Mensch zur Trinität zusätzlich diese vierte böse Kraft, die es bewusst zu machen gilt, um ein Ganzes, ein Selbst zu bilden. Dieser Gang durch die Hölle, die ja dem modernen Menschen schon im Leben nicht erspart bleibt, ist die Voraussetzung der Läuterung im Fegefeuer, die dann erst zur Ganzwerdung des Selbst führt. Die von C. G. Jung geförderte Quaternität, diese vierte luzifersche Dimension, ist oft auch als das weiblich Ergänzende gesehen und in der Geliebten Beatrice als Anima, als Führerin zum paradiesischen Selbst gesehen wird, zeigt die Möglichkeit der Ganzwerdung des Menschen. (S. 179)

Engel als Sternwesen

Die Planeten sind Synonyme dieser Erzengel. Schon die Bibel spricht von den Engeln als Sternwesen. Die astronomischen Sterne sind die physischen Leiber der Engelwesen. (S. 195)

Die Zwölf und die Sieben

Die Zahl Zwölf ist die Grundzahl des Raums. Was im Raum Gestalt gewinnt, ist dieser Zahl unterworfen; was hingegen in der Zeit verläuft, richtet sich nach der Zahl Sieben. (S. 204)

Mein Fazit: Zur Würdigung des Buches gehört es, die reichhaltig farbige Bebilderung besondere hervorzuheben. Es ist selbst sehr sinnlich, greift auf viele mythologische Bilder zurück, weist farbige Zeichnungen des Autoren vom Sternenhimmel auf. Es ist nicht nur anschaulich, sondern auch sehr authentisch. Ich möchte nicht wissen, wie viele Hobby-Astrologen die einfachsten Sternenbilder am Himmel nicht erkennen können. Nicht zuletzt – und das gehört auch zu einer integralen Sicht auf den Himmel – sind auch die Engel in dieser Astrosophie im Sinne der Anthroposophie nach Rudolf Steiner integriert.

Ein Buch, das alle Hochachtung aus anthroposophischer und integraler Sicht verdient!

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