Heinz & Aude Klein: Ihr seid Götter

Untertitel: Die Suche nach Unsterblichkeit

Die Bücher von Heinz Klein gehen immer an die Grenze des Denkbaren – und darüber hinaus.
Dieses Buch bespricht das größte Tabu des Menschseins: unsere Unsterblichkeit. Es geht dabei nicht um die Unsterblichkeit der Seele, sondern wirklich um die körperliche Unsterblichkeit. Dafür hat Heinz Klein als Experte des Taoismus (er hat das Tao Te King von Laotse neu ins Deutsche übersetzt) einen „neuen“ Ansatz, zumindest für unser westliches Denken: die Alchemie des Tao Te King (in China gilt Laotse als Urvater der Alchemie), das „Tao Te King“ – etwas grob formuliert – als Rezeptbuch für Unsterblichkeit.

Innere Alchemie (Laotse) und innere Auferstehung (Jesus)

Wir verbinden mit dem Begriff der Alchemie die Umwandlung von unedlem in edles Metall, also Blei in Gold. Natürlich kann man diese Transmutation auch allegorisch verstehen. Doch die Alchemie in China hatte nie die Herstellung von Gold zum Ziel, sondern die Unsterblichkeit des Menschen, die Verwandlung des unedlen Menschen  in den edlen Menschen, den göttlichen Menschen. Gut, auch in China wurde in den alchemischen Laboren nach der „Unsterblichkeitspille“ dafür gesucht. Doch das Ziel Laotses ist die „innere Alchemie“, die innere Umwandlung des Menschen.

Mit diesem „Ansatz“ bekommt auch die Auferstehung von Jesus einen neuen Sinn. Was wäre, wenn auch Jesus bereits als „Sohn Gottes“ diese körperliche Unsterblichkeit erreich hätte?

„Wenn ihr nicht wiedergeboren werdet aus Wasser und Geist“, sagt die Bibel, „dann werdet ihr verrecken wie die Hunde“ führt Gurdjief den Satz zu Ende. Wiedergeboren heißt dann in anderen Worten ausgedrückt: aus dem vorhandenen Material des sterblichen Menschen mit Hilfe der inneren Alchemie einen Menschen mit einer unsterblichen Struktur zu machen. (S. 12)

In dieser Sicht ist Jesus nicht unser „Erlöser“, sondern der Wegweiser zur inneren Erlösung. Nur diese Selbsterlösung (der direkter Weg) kann zu dieser inneren Umwandlung führen und keine Fremderlösung (der indirekte Weg). Jesus steht dann für den direkten Weg der Selbsterlösung, Paulus (und die Kirche) für den indirekten Weg der „Fremderlösung“ mit all ihren Manipulationsstrategien.

Die Seele und der mystische Weg

Wir erleben eine „Renaissance der Seele“, weil wir uns von dem religiösen Bild der Seele befreien und zu einem tieferen Sinn der Seele vorstoßen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass der mystische Weg der Seele immer bedeutungsvoller wird. Immerhin: Die Vorstellung der Seele lehrt uns, wieder in Kategorien der Unsterblichkeit und Ewigkeit zu denken.

Auch hier ist das Verständnis des Taoismus von der Seele (p’o-Äther und hun-Äther) wegweisend, die Unterscheidung zwischen einerseits irdischer, sterblicher und andererseits unsterblicher Seele. Wobei es in der Tradition des Taoismus keine „an sich“ unsterbliche Seele gibt, sondern diese unsterbliche Seele erst erschaffen werden muss.

Die Idee, dass der Mensch von Geburt an eine unsterbliche Seele besitzt, war in den traditionellen Kulturen unbekannt und ist erst mit dem Christentum verbreitet worden. Eine unsterbliche „Seele“, besser gesagt ein Unsterblichkeitsleib musste erst noch geschaffen werden. (S. 31)

Noch einmal, weil es so wichtig ist: Die Seele ist in diesem Verständnis nicht „an sich“ unsterblich. Das Reich der Seele (das Reich der Mystik) ist immer noch ein Reich der Dualität, in dem es einen Anfang und ein Ende gibt. Die Seele (als duales Energiefeld des Alls) ist nicht das Medium der Ewigkeit.

Ist uns nämlich der Durchbruch durch diese seelische Sphäre, die unser Sosein aufrecht erhält, einmal gelungen, dann ist die Begegnung mit dem, was wir sein könnten, so überwältigend, dass wir bereit sind, alles Angelernte abzulegen und der wiedererkannten „Urform“ in uns zuzustreben. (S. 62)

Wohlgemerkt: „Durchbruch durch… “ heißt ja die Sphäre JENSEITS der „seelischen Sphäre“. Und das ist die Sphäre des GEISTES. Diese „Urform“ ist die nonduale Einheit.

„Diejenigen, die aus der Einheit herausfallen und nur die Dualität erleben, werden sterblich. Jene, die in der Einheit bleiben oder wieder in sie zurückkehren, sind unsterblich. (S. 46)

Körper – Geist – Seele

Das Buch der beiden Autoren räumt mit den beiden größte Missverständnissen und Verwirrungen unseres westlichen Denkens auf:

  • dass Körper und Geist zwei völlig unterschiedliche Substanzen seien,
  • dass die Seele das Prinzip der Unsterblichkeit sei

Das Ergebnis (in meinen Worten): Der GEIST ist das Nonduale – jenseits von Seele und Energie. Durch das „Erinnern“ an die Nondualität der GEISTES formen wir einen unsterblichen Seelenleib und einen unsterblichen Körper.

Das sind nur zwei Sätze, die unser westliches Denken erschütternd wachrütteln könnten. GEIST in seiner pollosen Nondualität ist keine Energie. Auf der Suche und der Sucht nach der absoluten Energie sind wir auf dem Irrweg.

Ein anderer Irrweg westlicher Esoterik ist es, das körperlose Jenseits (das Reich der Toten und ihre Wesenheiten) als „höhere Welt“, als den „Ort der Wandlung und Transformation“ zu sehen. Wirkliche Transformation und Wandlung braucht alle VIER ELEMENTE, also auch das Element ERDE. Der Ort der Wandlung ist unser zunächst sterblicher Körper. Der Urquell des GEISTES kann diesen Körper in einen göttlichen, unsterblichen neu strukturieren und verwandeln. Es beginnt mit einer einzigen Zelle (vornehmlich Herzzellen).

Der degenerierte Mensch wurde ausgetauscht gegen einen neuen Menschen, der aus Bausteinen der Urmaterie besteht. (S.53)

Wohlgemerkt: einer Urmaterie als Kristallisation des EWIGEN GEISTES.
Das Jenseitige ist eher eine „Müllhalde und Wiederaufbereitungsanlage für alle im Diesseits nicht gelösten Probleme“ (S. 63) – Hammer zum Wachrütteln, oder? Das ist ein Ort von „Fäulnis- und Gärungsprozessen“ (S. 65) und sollten uns nicht weiter beeinflussen.

Wenn der Verwesungsprozess in den vier Ebenen des Körpers noch zu Lebzeiten abgeschlossen wird, so kann das befreite Urwesen zeitig sein Gewand anziehen. Der Körper, so lässt sich zusammenfassend sagen, ist das notwendige Laboratorium der inneren Alchemie. Ohne ihn bleibt alles Imitation. Die Seele ist das ursprüngliche Gewand des geschaffenen Geistwesens. Die Seele ist weiblich und gleicht dem Wasser, sie erwartet ihren Bräutigam, das Feuer. Aus dieser Vereinigung entsteht das unsterbliche Leben, die Manifestation des ersten Menschen im Geist, durch den Geist und für den Geist. (S. 66)

Die Alchemie beschreibt in allegorischer Spreache die Vereinigung von Körper und Geist. (S. 88)

Die Alchemie in Le Monteil

Besonders schön und erhellend ist dieses Buchkapitel. Die beiden Autoren, das Ehepaar Klein, sitzen in ihrem französischen Wohnsitz Le Monteil mit Laotse, Julius Evola und Henk Leene zu einem Gespräch zusammen, um das Geheimnis der Unsterblichkeit weiter zu entschlüsseln. Spannende Themen werden in der Runde besprochen wie auch die Transformation der „Siebenfältigkeit“ (unserer Planeten, Metalle usw.), letztlich unserem schicksalhaften Gefangensein in der archetypischen Astrologie, durch die befreiende Achtheit der Oktave.

Der Körper ist Geist und der Geist ist Körper geworden.
Nur so kann der Tod überwunden werden. (S. 137)

Die Unsterblichen leben mitten unter uns. (S. 138)

Nachgedanke

Dies ist ausdrücklich mein Nach-Denken nach dem Lesen des Buches. Es ist im Buch nahe liegend, doch als vielleicht zu spekulativ nicht ausgesprochen. Wenn Unsterblichkeit eines göttlichen Menschen eine wirklich KÖRPERLICHE Unsterblichkeit meint, dann hinterlässt dieses Wesen bei seiner Auferstehung keinen Leichnam. Der Körper wird nicht verlassen, sonder transformiert. Es ist einfach WEG – und wir müssen uns jetzt korrekter ausdrücken: für unsere irdischen Augen verschwunden, unsichtbar geworden. Wir wissen es von Laotse, von Jesus, von Pythagoras und anderen, dass sie plötzlich verschwunden sind (ohne einen Leichnam oder Grab zu hinterlassen). Und was ist, wenn sie bereits diese unsterblichen, göttlichen Menschen sind, die unter uns weilen, ohne dass sie für unsere irdischen Augen sichtbar wären? Diese Wesen würden unter uns weilen und nur für die Augen des Herzens und der Seele Auserwählter wahrnehmbar sein. So würde sich erklären, dass manchen Menschen JESUS wie ein lebendes Wesen sehr nahe ist, den Hauch seines Atems spüren (oder Laotse z.B. dem Autor Heinz Klein).

Mein Fazit: Das Buch ist eine Herausforderung für die Grenzen des Denkbaren. Das hier von mir Referierte ist dabei nur „die Spitze des Eisbergs“. Es löst auf verblüffende Weise und in sich stimmig viele der großen Fragen des Menschseins, unsere Göttlichkeit.

Nicht nur Laotse, sondern auch Jesus als im GEISTE Auferstandener erstrahlen in neuem Licht … vielleicht als erste Unsterbliche, die als die gesuchten, neuen, göttlichen Menschen nach wie vor unter uns weilen.
Was für eine wundervolle Perspektive!

Ich empfehle das Buch jedem als erstes zu lesen, der sich in das Gedankengut von Heinz Klein einlesen möchte. Es ist in gewissem Sinne das zusammenfassende Ergebnis seines Schaffens, die anderen Bücher dienen dann zur Vertiefung dieser Essenz.

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>> Zum Autor Heinz Klein
und zu anderen hier besprochenen Büchern des Autors.

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Amarque / Markert (Hg.): Was ist Liebe?

Untertitel: Eine integrale Anthropologie über die Facetten der Liebe

Das Buch als „integrale Anthologie“ von 14 Autor(inn)en ist nicht romantisch (das Wunder des Verliebtseins ist kein Thema), es ist nicht geil (Wunder und Verwirrung der Sexualität ist kein Thema), es ist nicht politisch (Patriarchat und Geschlechterkrieg ist kein Thema), das Buch ist philosophisch, wie es Männer zuwege bringen, wenn sie über Liebe philosophieren. Halt! Unter den 14 Autoren sind zwei Frauen dabei (Elvira Greiner und Christina Kessler), deren Beiträge noch am ehesten das Herz berühren. Ja, das Buch hat etwas von dieser „blutleeren Abstraktion der Philosophie“. Es ist in einer sehr konzeptionellen  Sprache formuliert.

Mich hat auch der Beitrag von Papst Benedikt „Deus Caritas est“ über die Liebe Gottes verblüfft und ist sehr lesenswert! – Auch sehr nachdenkenswert, wenn der ehemalige  „Chefinquisitor“ der katholischen Kirche über die göttliche Liebe philosophiert … Es sind die Größen integraler Spiritualität vertreten: Ken Wilber, Andrew Cohen und Genpo Merzel Roshi – Michael Habecker und Tom Amarque nicht zu vergessen.

Einige „Perlen der Liebe“ aus dem Buch
(nicht alle Autoren zitiert):

Erich Fromm:

Welches sind die notwendigen Schritte, um die Kunst (des Liebens – JS) zu erlernen? Man kann den Lernprozess in zwei Teile aufteilen: Man muss einerseits die Theorie und andererseits die Praxis beherrschen. … Aber abgesehen von Theorie und Praxis muss noch ein dritter Faktor gegeben sein, wenn wir Meister in einer Kunst werden wollen: Die Meisterschaft in dieser Kunst muss uns mehr als alles andere am Herzen liegen; nichts auf der Welt darf uns wichiger sein als diese Kunst. (S. 12 f.)

Papst Benedikt XVI.:

Ja, es gibt Vereinigung des Menschen mit Gott – der Urtraum des Menschen mit Gott – aber diese Vereinigung ist nicht Verschmelzen, Untergehen im namenlosen Ozean des Göttlichen, sondern ist Einheit, die Liebe schafft, in der beide – Gott und Mensch – sie selbst bleiben und doch ganz eins werden. ( S. 26)

Elvira Greiner:

Gleichzeitig bin ich auch die Beschenkte: Was die Menschen, mit denen wir arbeiten, mir geben, das ist der größte Lohn, die wertvollste Motivation: Sie geben ein lebendiges Zeugnis dafür, was wirklich zählt – und das ist letztlich immer nur die Liebe. (S. 63)

Christine Kessler:

Selbst unbewegt, ist sie die große Bewegerin – Auflösung, Leerheit, Formwerdung und Form in sich und durch sich vereinend, Zustand und Prozess zugleich. Liebe ist die implizite Ordnung, die den Kosmos organisiert und erhält und gleichzeitig die Dynamik, die ihn bewegt. Sie ist der kosmische Rhythmus, den das gesamte Universum tanzt, der Rhythmus des Werdens, des Loslassens und Neu-Entstehens. Die ist Kommunikation in ihrer reinsten Form: Kommunion. (S. 107)

Deshalb glaube ich an die Liebe, und nur an die Liebe. Mehr brauche ich nicht zu glauben, denn in ihr ist alles enthalten, was dem Leben dient. Liebe ist Leben, und ich glaube an das Leben. Aus diesem Grund ist amo ergo sum eine Liebesphilosophie, eine Lebensphilosophie, eine Lebenshaltung. Mein Credo. (S. 112)

Tom Amarque:

Die Frage Was ist Liebe? ist wahrscheinlich die wichtigste unterscheidbare Frage, die es überhaupt gibt. … Mit jedem Versuch, eine Antwort auf die Frage Was ist Liebe? zu  finden, gehen wir einen Schritt auf uns selbst zu und erkennen uns ein klein wenig mehr. Und doch werden wir diese Frage niemals endgültig beantworten können. (S. 150)

Ich liebe dann, wenn ich mich selbst für jemanden verändere, um mehr leben und zum Wohle des anderen handeln zu können. Ich liebe dann, wenn ich in bestimmten Situationen, in denen ich dazu neige, nicht mehr zu lieben, meine inneren Prozesse unterbreche, neu ausrichte und mehr liebe. Und ich möchte diese Neigung, den Prozess des Liebens zu unterbrechen, nun „Ego“ nennen. … Und es wird mehr als ersichtlich, dass der eigene Tod, nämlich meines Egos, zum Referenzwert für die tatsächliche Liebe wird. (S. 158)

Hardy Fürch:

Denn eigentlich ist es nicht möglich, über Liebe zu schreiben, schon gar nicht über die Liebe – es sei denn, man ist Dichter. (S. 162)

Integrale Liebe, die die spirituelle Dimension mit umfasst, wird so von der Liebe zur LIEBE. Das bedeutet für mich darüber hinaus auch, dass eine spirituelle Liebe zwischen Menschen immer den transpersonalen Kern des Menschen meint. Dass sich Seele mit Seele, Atman mit Atman verbindet. (S. 170)

Wie es aussieht, kommen wir auf dem so genannten spirituellen Weg nicht um eine ganz normale, vollständige Individuation herum. Ein „gesundes Ego“ ist zwar immer auch ein Hindernis, weil es zu Kontraktionen und Selbstbezogenheit neigt, aber gleichzeitig ist es die sicherste Basis für weiteres Wachstum. (S. 172)

Das Sich-getrennt-Fühlen ist ein „göttliches Spiel“, in dem der Eine den Einen sucht. Und das Glück, in der Tiefe des Wesens einander zu finden und zu erkennen, gehört zu den ergreifendsten und heiligsten Momenten des Lebens. (S. 185)

Denn ein „Wir-Feld“ würde wahrscheinlich desto kraftvoller ausstrahlen, je mehr Liebe bzw LIEBE dort gelebt wird. Das schon alleine wäre aus meiner Sicht ein guter Grund, ein polyamorischers Experiment im Sinne eines „Höheren Wir“ zu wagen. (S. 190)

Michael Habecker:

Die Kartographie der Liebe … in diesem Sinne ist ein Ausdruck von Liebe. (S. 243)

Gibt es etwas in dir, was nicht kommt und geht, sondern einfach nur IST und LIEBT? (S. 258) – Schau auf die geschaffene Welt, und wie alles mit allem zusammen hängt. Ist dies nicht alleine schon ein Liebesbeweis? Das gleiche Wasser, welches uns erfrischt, hat schon unzähligen Lebewesen als Nahrung gedient, ebenso wie die Luft, die wir nur deshalb einatmen können, weil andere Wesen sie ausatmen. Das ist die liebende Ökologie allen Seins! (S. 268)

Dem Leben mit allen seinen Gegebenheiten zu begegnen und dabei das Herz offen zu halten, als der Ort, den die meisten Menschen als Lokalisation ihrer Liebe bezeichnen, ist die ultimative Liebespraxis. (S. 270)

Auf einmal war aus einem abstrakten Schildkröten-Es ein Du geworden, ein lebendiges Wesen. … Schuildkrötenkommunikation. … Gute Reise, liebe Schildkröte, du hast mich viel über die Liebe gelehrt, und danke für deinen Besuch bei uns. (S. 272 f.)

Ken Wilber:

Liebe auf diesen frühen Entwicklungsstufen ist Teil eines Spiels um den Mangel. … Dies ist die Ursache für die unzähligen Dramen, die sich abspielen, wenn jemand das Gefühl hat, dass seine Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Dieses Spiel ist quasi endlos, denn es ist das Wesen einer Liebe aus Mangel heraus.
Doch die Entwicklung kann weiter gehen, hin zu den Entwicklungsstufen …, wo es nicht länger um Mangelbedürfnisse, sondern um Seinsbedürfnisse geht. Erst hier kann Liebe wirklich in ihrer wahren Natur gesehen und erkannt werden, und das bedeutet in Fülle und Überfluss. einheit und höhere Verbindungen werden jetzt aus einem Erleben von Überfluss und Überströmen angestrebt. (S. 279)

Andrew Cohen

Die Erfahrung der absoluten Liebe als unendliches, zeitloses Sein ist die Entdeckung der Natur Gottes im Zustand der Ruhe. Doch wie ich erfahren habe, ist Gott auch Eros, der kreative Impuls. Beim ursprünglichen Übergang von der Zeitlosigkeit zur Zeit, vom Sein zum Werden, vom Nichts zum Etwas veränderte sich die Manifestation und der Ausdruck der unendlichen Natur des Absoluten dramatisch. Wenn Sein die Natur Gottes in Ruhe ist, so ist Werden die Natur Gottes in Aktion – Gott als Eros oder das Verlangen, in Zeit und Form zu existieren. (S. 293)

Die Liebe Gottes, die direkt aus dem Grund des Seins kommt, ist die Quelle dessen, was gewöhnlich „bedingungslose Liebe“ genannt wird. … Es ist die spirituelle Quelle aller wirklichen Heilung, von Individuen und der gesamten Welt gleichermaßen. Die Liebe Gottes als Eros hat jedoch eine andere Qualität. … Es ist eine Naturgewalt, ein vertikaler Impuls im Bewusstsein, der neue Ideen, neue Erfindungen und neue Welten schöpft. Es bringt ununterbrochen neue Potenziale hervor. Unser Verständnis dessen, was absolute Liebe ist, muss immer beide Dimensionen des ultimativen Paradoxes beinhalten. (S. 294)

Genpo Merzel Roshi:

Ich liege jenseits des Persönlichen und des Unpersönlichen. Ich bin die Identität des Relativen und des Absoluten. Ich bin Big Heart. Ich bin wahre Liebe, die bedingte Liebe wie auch  bedingungslose Liebe, bedingungslose Offenherzigkeit, das Große Herz. (S. 305)

Mein Fazit: Unter dem Strich ist das Buch „sehr gut“, weil es den Stand integraler Philosophie über Liebe „sehr gut“ widerspiegelt. So treten auch Schwachstellen auf. Evolutionär gesehen steckt die integrale Philosophie ja erst in den Kinderschuhen. Und das Buch zeigt gut auf, dass das Thema der LIEBE – im Gegensatz zu GEIST – nicht gerade ihre Stärke ist, dass hier noch starker Entwicklungsbedarf besteht. Ich wünsche der integralen Philosophie und Spiritualität einen „Urknall der Liebe“. Das Buch ist ein erste große Schwerpunktverschiebung von GEIST auf LIEBE, wenn auch noch sehr konzeptionell.

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Tom Amarque: Was wir wurden, wer wir sind …

und was wir werden können.
Eine kleine Geschichte der Bewusstseinsevolution

In seinem Nachwort weist der Autor in aller Bescheidenheit darauf hin, dass das Buch weder einen philosophischen noch wissenschaftlichen Anspruch hat. Die Evolution des menschlichen Bewusstseins ist sicher auf 190 Seiten kaum einzufangen. „Ich gebe mich nicht der Illusion hin, auch nur ansatzweise erfolgreich darin gewesen zu sein“ (S. 199). Er möchte sein Buch als erzählte Geschichte verstanden wissen. Eine schamanische Geschichte am Feuer oder eine Gute-Nacht-Geschichte für Erwachsene. Der Leser möge über den Wert für sich selbst entscheiden. Ich finde diese Geschichte der Bewusstseins-Evolution sehr gelungen und möchte sie gerne weiter empfehlen.

Die kurze, nein „kleine Geschichte“ beginnt nicht bei „Adam und Eva“, sondern da, wo die Wissenschaft sich der Evolution bewusst wird. In meinen Worten: Es war eine Art „Urknall des menschlichen Geistes“: HEGEL und SCHELLING deckten im Historizismus die Evolution des Geistes in der Geschichte der Menschheit auf, LAMARCK und DARWIN erkannten die biologische Evolution, MARX und ENGELS zeigten in der Entwicklung der Klassengesellschaften eine soziale Evolution auf, die erst in Zukunft eine wirklich menschliche Gesellschaft hervorbringen würde.

Wir im Kosmos – Die Entstehung des modernen Bewusstseins

Was für eine großartiges neues Weltbild entfaltete sich da – und mit ihr die „erste Aufklärung“. Der alte Mythos der Prämoderne von der zyklischen, ewigen Wiederkehr wird durchbrochen. Kosmische, biologische, kulturelle und soziale Evolution bekommen einen Zeitpfeil: Es gibt eine Entwicklung vom Niedrigen zum Höheren.

Je besser wir die Evolution verstehen, um so besser können wir mit ihr „mitgehen“ oder – um ein populäres Bild zu gebrauchen – „auf der Welle der Evolution surfen“ und die Kräfte, die unsere Existenz ohnehin gestalten, zu unserem Nutzen einsetzen. (S. 18)

Alles ist noch auf das Außen gerichtet, auf den Kosmos und Mikrokosmos, wie der sich den Teleskopen und Mikroskopen zeigt. Doch brüchig wird dieses Weltbild da, wo es sich immer mehr in seinen Pathologien zeigt. Doch dieses rationale, männlich orientierte Weltbild wird auch in Zukunft noch wichtig sein:

Sollten wir jemals die ökologischen Probleme der heutigen Zeit in den Griff bekommen, dann werden es moderne Bewusstseinsstrukturen sein, die dies bewerkstelligen. Weder traditionelle noch postmoderne Bewusstseinsstrukturen beabsichtigen dies, noch sind sie dazu in der Lage. (S. 63)

Das „moderne Selbst“, das Zusammenwirken von Denken, Fühlen und Handeln dieser Weltsicht, tendiert dazu, in der ES-Sprache zu sprechen. Alles IST, wie es erscheint. Wie ich etwas wahrnehme ist 1:1 so, wie „es ist“.

In dieser Welt ist auch der egoistische Wille zu Hause.  „Der moderne Wille zeigt auf die externe Welt und auf die persönliche Kraft, Ziele zu erreichen.“ (S. 71) In der Leiustungswelt von Gewinnern und Verlierern macht der „starke Wille“ zum Gewinner. In dieser modernen Welt steht das DENKEN und die VERNUNFT im Mittelpunkt: „Ich denke, also bin ich.“

Der Kosmos in uns – Die Entstehung des postmodernen Bewusstseins.

Die scheinbar „absoluten Wahrheiten“ der modernen Weltsicht mussten nach Einstein oder den Quantenphysikern „relativiert“ werden. „Alles ist relativ“ wurde zum Slogan der Post-Moderne. Auch die Wahrnehmung ist nicht objektiv, sondern „kostruiert“. Wir sehen die Welt nicht wie sie IST, sondern wie sie uns ERSCHEINT. Wir drücken uns in der Sprache relativer aus. „Mir scheint dies so und so …“

Mit der Psychoanalyse Freuds oder auch Jungs beginnt die „zweite Aufklärung“, die Aufklärung unserer Subjektivität und Innerlichkeit. Aus der Ego-Kultur wird eine WIR-Kultur, das Weibliche erobert sich Terrain vom Männlichen zurück. Mansche sehen in der Postmoderne schon das Zeitalter der Frau. Während in der Moderne der Mythos EROS als Gott stehen kann, ist es für die Postmoderne der Mythos von PSYCHE (das griechische Wort für Seele).

Der Feminismus ist mehr als alles andere das Symbol und das Kernthema der Postmoderne, und dies vor allem auch deshalb, weil es darum geht, das Weibliche gesellschaftlich zurückzuerobern und zu integrieren. (S. 106)

Kennzeichnend für die Postmoderne ist auch das „neu erwachte Interesse an der Spiritualität“ (S. 113 ff). Das postmoderne Selbst interessiert sich für Spiritualität oder Entwicklungspsychologie. Doch in dieser mehr weiblichen Spiritualität des Loslassens, Geschenenlassens, des Nicht-Tun, des SEIN liegt auch „das grüne Dilemma“ (S. 129):

Es ist die Unfähigkeit, aufgrund von sozialen Konventionen und der Ablehnung von Hierarchien Entscheidungen zu treffen, die das eigene psychische Wachstum betreffen. Der soziale Dialog kann nicht in handlungsrelevante Entscheidungen im Hinblick auf die Evolution der Psyche überführt werden.

Mit der Hinwendung auf seine Innerlichkeit wird dem postmodernen Selbst seine Neurosen und Störungen bewusst. Es beginnt, an sich zu arbeiten, „Schattenarbeit“ zu leisten. War die Domäne des modernen Menschen das DENKEN, so ist das GEFÜHL die Domäne des postmodernen Menschen. Das Wohlgefühl auf dem Weg wird selbst zum Ziel.

Das postmoderne Selbst beginnt, diesen Kontakt zum inneren Daimon (Seelenführer – JS), zu dieser starken Quelle von Inspiration, Kreativität und Glück herzustellen, denn es hat erkannt, dass in ihm das eigentliche transformative Potenzial liegt. (S. 142)

Der evolutionäre Zugewinn gegenüber dem modernen Bewusstsein liegt darin, dass das postmoderne Bewusstsein bestrebt ist, all das zu erreichen, wonvon auch das moderne Bewusstseins träumt, aber ohne seelischen Schaden davonzutragen. (S. 144)

Wille und Welt – Die Entstehung des evolutionären Bewusstseins

Diese „post-post-moderne“ Bewusstseinsstruktur nennt der Autor – zwar wie andere Autoren – „integral“, doch das Entscheidende das andere Bewusstsein, sondern die andere dominierende Domaine im Selbst. War es im modernen Menschen der Verstand, im postmodernen Menschen die Gefühle, so ist es im post-postmodernen Menschen der WILLE. Das „evolutionäre Selbst“ greift bewusst und willentlich in die Evolution auf allen Ebenen ein.

Dieses tiefe Verständnis des Wesens der psychischen Evolution, die über die Anwendung der materiellen und sozialen Evolution hinausgeht, nenne ich die dritte Aufklärung. (S. 154)

Mythologisch übernimmt die Tochter von EROS und PSYCHE das Sagen: VOLUPTAS.

Bleiben wir aber bei der römischen Form, Voluptas, so wird noch ein anderer Aspekt dieser Gottheit deutlich, und das ist der freudige Wille. (S. 157)

Vielmehr, als alle vorherigen Stufen zu integrieren, strebt das evolutionäre Bewusstsein aktiv der nächsten Entwicklungsstufe seiner selbst zu. Genau das macht es zum evolutionären Bewusstsein. (S. 160)

Frei von allen Ängsten, Aggressionen und Depressionen begreifen wir dann den Wesensgrund unserer Existenz, nämlich Freude, und können uns damit endlich vom kultureell-fundamentalistischen Buddha-Trauma befreien, nämlich dem Glauben, dass alles Leid ist. Existenz ist reine Freude, Existenz ist Wollen-Können, und dieses Wollen ist immer mehr evolutionär ausgerichtet. Dieser lebensfreudige Wille bejaht die Evolution in jeder Facette des Seins und kann sozial alle Menschen in ihrem eigenen Fortschritt unterstützen, wie er für sich selbst stets höhere Stufen der Selbstentwicklung anstrebt. Genau dies ist das Kennzeichen der evolutionären Bewusstseinsstufe. (S. 169)

Noch einen schönen Satz zum Pendant des Willens, nämlich der Liebe:

Wenn es auch der evolutionäre Wille ist, der die Liebe lenkt, so ist es doch die Liebe, die transzendiert. (S. 178)

Und als Schlussatz: „Kosmos, Psyche und Evolution. Dies ist die Dreifaltigkeit der Existenz, wie wir sie derzeit begreifen können.“ (S. 197) Und weiter: „Wir sind erst in der Halbzeit der Evolution. Und wir alle blicken voller Spannung in die Zukunft.“

Mein Fazit: Der Wert des Buches liegt in seiner Kürze, im Verschaffen eines Überblicks als Orientierungshilfe für den großen roten Faden der Evolution unseres menschlichen Bewusstseins und wie dieses Bewusstsein unsere Realität von der Prämoderne (im archaischen Bewusstsein), der Moderne (dem männlich- wissenschaftlich orientierten Bewusstsein), der Postmoderne (dem weiblich orientierten Bewusstsein der Innerlichkeit) und dem evolutionären Bewusstsein der Zukunft, in dem die Menschheit bewusst über ihren evolutionären Willen zum „Agenten der Evolution“ wird. Es kann keine bessere Vision für die Zukunft der Menschheit geben, als die Evolution schöpfungsgerecht – sagen wir „im Einklang mit Gottes Wille“ – fortzusetzen. Hier ist die Roadmap, die wir immer mehr verfeinern können und müssen.

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Frederic Lionel: Das Vermächtnis des Pythagoras

Ich bin mir bewusst, dass ich hier wieder ein Buch besprechen, das 25 Jahre alt (1990) und längst vergriffen ist. Als ich mich vor einigen Jahren sehr intensiv mit der Zahlenmystik beschäftigt hatte, führte kein Weg an Pythagoras vorbei. Auch mit meiner Nähe zur „archetypischen Astrologie“ ist für mich die Harmonie des Kosmos (wie es auch Keppler vertreten hat) fundamental. Ich kenne kein Buch, das Pythagoras dermaßen tiefsinnig würdigt. Und diesen Bogbeitrag verstehe ich als vor allem als Würdigung dieses wertvollen Buches von Frederic Lionel.

1. Die Zahl und der Rhythmus des Lebens

Da das Leben sich in einer rhythmischen Aufeinanderfolge von Impulsen offenbart, ist die Erkenntnis der Gesetze seines Rhythmus die Erkenntnis der Gesetze des Lebens. Jede Aufeinanderfolge von Impulsen kann als Frequenz in Zahlen ausgedrückt werden, und so führt die von Pythagoras erdachte Zahlenmystik zu einer wesentlichen Bewusstseinserweiterung.
Die Entdeckung der rhythmischen Beziehungen, die im Kosmos, ein griechisches Wort für Ordnung und Harmonie, walten, enthüllen die Geheimnisse der offenbarten Welt. (S. 15)

Der Gesang der Sphären ist eine von Pythagoras geprägte Metapher, die das im Universum pulsierende Leben mit einer unhörbaren Symphonie, die den Menschen mit einbezieht, vergleicht. (S. 20)

Pythagoras verglich die überweltliche Ordnung, ihren Rhythmus und ihre Harmonie mit der erhabenen Liebe, Widerhall des göttlichen Wortes, den der Mensch dank seiner Vernunft als übersinnliche Wirklichkeit erfassen kann. Somit muß die Mysterienwissenschaft der Zahlen, der Figuren und der Sterne als eine Meditation gesehen werden. (S. 21)

Die pharaonische Kultur, das griechische Mysterium, die christliche Offenbarung haben unsere Zivilisation erblühen lassen. (S. 23)

2. Die Notwendigkeitsgesetze

Drei Notwendigkeitsgesetze sind besonders zu beachten. Das Gesetz der Analogie oder der Gleichartigkeit, das Gesetz der Umkehrung, auch Magie der Umkehrung genannt, und das Gesetz der Verschmelzung. … Wenn „n“ die Länge der Saite und „1/n“ die Schwingungsfrequenz des Klanges ist, den sie hervorruft, so bilden Saite und Klang ein Binom, eine Zwei-Einheit. (S. 27)
Der Rhythmus bildet das aktive Bindeglied, welches die Weiterentwicklung beider Aspekte ermöglicht, so zum Beispiel die Melodie. Die Formel (n+1) : n kennzeichnet diesen Vorgang. Selbstverständlich kann man nur Elemente verschmelzen, die eine Beziehung zueinander haben. … Die Harmonie ist stets und auf allen Ebenen der Sinneswelt der Ausdruck einfacher Beziehungen. (S. 28)

Eine von der Natur bevorzugte Beziehung ist der „Goldene Schnitt“, der von Paccioli „göttliche Beziehung“ genannt wurde.
Eines ist gewiss: Zahlen, Oberflächen und Volumen bilden eine Triade, die die geometrische Schöpfung des Universums veranschaulicht. (S. 30)

Die Gesetze der Natur gehorchen nicht äußeren Kräften, sondern inneren. Diese bekunden eine innenwohnende, „immanente“ Ordnung“, welche die transzendentale Ordnung widerspiegelt. (S. 37)

3. Das Sternenpentagon und sein Mysterium

Die Zahlenmystik spiegelt die sichtbaren und unsichtbaren Beziehungen wider, die alles mit allem einen. Sie verbildlicht die transzendentale Wirklichkeit, die dem erwachten Menschen eine Vision der Ewigkeit erschließt. Da er bewußt vitale Krafte leiten kann, vermag der „erwachte“ Mensch auf der von ihm gewählten Ebene harmonisch zu wirken. Allerdings muß er den Rhythmus seiner Seele mit dem Rhythmus der Weltseele in Einklang bringen, denn in einer gigantischen Sistole und Diastole pulsiert ohne Unterlass das kosmische All. (S. 41)

Pythagoras lehrte, daß jede Zahl drei Aspekte versinnbildlicht: dan archetypischen, den symbolischen und den wissenschaftlichen. … Eine Zahl im pythagoräischen Sinne ist keine mathematische Größe und dient nicht dem Zählen. Seien wir bewusst, daß „Eins“ keine Zahl ist. (S. 41 f.)

Die Zahlenmystik ist keineswegs eine Numerologie. In ihrem Sinne ist die Zahl Übermittlerin einer Botschaft. Sie vermag das Erwachen zum Wesentlichen hervorzurufen, weil die Vision der Architektur des Universums überwältigt und das Erwachen fördert. Dementsprechend wurde die archetypische Zahl göttlich genannt, da sie die Wurzel der symbolischen und wissenschaftlichen Zahl war. (S. 45)

Auf der Ebene der Geometrie bezeugt analog das Sternenpentagramm – der fünfzackige Stern – die Bedeutung einfacher Beziehungen. Er soll symbolisch das irdische Spiegelbild der Vollkommenheit des Makrokosmos sein sowie auch seiner Harmonie, seiner Ordnung und deren schöpferische Kraft. In dieser Hinsicht versinnbildlicht das Sternenpentagramm auf der Ebene des Makrokosmos die Gesundheit, also den Einklang der menschlichen Seele und der Weltenseele. (S. 46)

Gott schöpft als Geometer, sagten wir. Somit ist die Geometrie die Wurzel der Philosophie, welche wiederum die Wurzel der Mathematik darstellt. … Die Wurzel ist ein Element der Wandlung … (S. 50 f.)

Ich denke die bisherigen Zitate zu den Kapiteln geben schon einen Hinweis darauf, welche Tiefen dieses Buch erschließt. Ich will es jetzt nicht kapitelweise weiter zitieren, sondern nur noch auf einige besondere Aspekte hinweisen:

Der Autor weist darauf hin, dass Pythagoras „in Ägypten in die Geheimnisse der heiligen Astrologie eingeweiht (wurde). Platon entwickelte sie später.“ (S. 83)

Von Geheimnis umgeben, als Wissenschaft der Wissenschaften angesehen, sollte die heilige Astrologie nicht der Vorhersage der Zukunft dienen, sondern dazu verhelfen, ein lichtes Morgen vorzubereiten, das der transzendentalen Ordnung entspräche, um das göttliche Gesetz jenseits des Anscheins der Phänomene der Welt zu erkennen. (S. 89)

Schon Pythagoras kannte den großen kosmischen Rhythmus über 25.150 Jahre, die er das „große kosmische Jahr“ (S. 90) nannte. Wir kennen es als das „Platonische Jahr“.

Wahrlich überrascht hat mich der Zusammenhang zwischen Pythagoras, Platon, dem mystischen Jesus, den Essener und Gnostikern. Viele spekulieren, dass Jesus in den Zeiten seines „Verschwindens“ vielleicht in Indien gewesen ist, um vom Buddhismus geprägt zu werden. Frederic Lionel weist dagegen darauf hin, dass es auch Gemeinschaften im Geiste Pythagoras und Platons („Mysterienschulen“) gab, in denen Jesus gelernt haben könnte – möglicherweise sogar in Galiläa selbst.

Wenn man aufhört, das Opfer der Duallität zu sein, öffnet man sich dem Licht des Geistes, dem Christus-Licht, das vielleicht vom Stern versinnbildlicht wird, der die drei Könige zur Krippe des göttlichen Kindes leitete. (S. 102)

Das Buch endet mit den „zehn Botschaften der fundamentalen Zahlen“ (S. 115 – 119) – in ihrem Wesen auf die Gleichung zusammengebracht: 1 + 2 + 3 + 4 = 10

Wenn man dem Leben vertraut, ohne eine logische Erklärung des „Warum“ zu suchen, beschreitet man den ganzen Weg, der vom stolzen, egozentrischen Intellekt zur geistigen Reife und somit vom mentalen Zweifel zum übermentalen Verständnis führt. (S. 125)

Fazit: Wer ein wirklich ernsthaftes Interesse an Pythagoras als einen großen Weisheitslehrer der Menschheit hat, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Bücher, die Pythagoras wirklich zu würdigen wissen, sind sehr dünn gesät. Es gibt „Gott sei Dank“ noch einige gebrauchte Exemplare des Buches von Frederic Lionel bei Amazon:

Bestell-Link: Das Vermächtnis des Pythagoras

Lutz von Werder: Lehrbuch der philosophischen Lebenskunst

für das 21. Jahrhundert

Das Buch ist nicht einfach ein dröges Lehrbuch, eine Pflichtlektüre für Philosophie-Studenten, nein, das Buch ist eine Anleitung für jeden Menschen, der einen Verstand hat und mit Vernunft begabt ist, selbst zu denken. Was war noch der aufklärerische Aufruf Kants: „Hab Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Oder: „Selbstdenken heißt, auf keines Meisters Worte zu hören.“ Und das ist dringender denn je. Nie zuvor gab es so perfekte Manipulations-Instrumente wie heute im „digitalen Informatins-Kapitalismus“: „Wir ertrinken in der Informationsflut und dürsten nach Weisheit.“

Praktische Philosophie als Lebenskunst

Mich hat das Buch angesteckt, dazu animiert, ein philosophisches Tagebuch in der Form eines Blogs zu schreiben. Es hat mich nicht nur angeregt, selbst zu denken, sondern auch KRITISCH zu denken. Die Seele der Mystik ist das JA!-Sagen, die Seele der Philosophie ist das NEIN!-Sagen, die KRITIK. Das Buch hat mich an vielen Stellen selbst zur Kritik herausgefordert. So ist es für mich nahezu unverständlich, dass Lutz von Werder von „philosophischem Selbstmanagement“ statt von philosophischer Selbstbildung spricht. Wie dem auch sei, ein großartiges Lehrbuch zum „Selberdenken“.

Die große Frage, die das Buch stellt und zu beantworten sucht, lautet:

Wie kann das Individuum, das Ich, in Zukunft seine Autonomie behaupten und Lebenskunst entwickeln? (S. 11)

Praktische Philosophie entfaltet sich heute als Ethik, Selbsterkenntnis, Weltbildanalyse, sokratische Hebammenkunst, Hermeneutik, Dialogik und geistige Übung. Sie setzt sich ab von Esoterik, Psychoboom und Totalitarismus. Ihr Anspruch der Ich-Rettung ist keineswegs bescheiden. Allerdings fehlt der praktischen Philosophie und der philosophischen Lebenskunst für das 21. Jahrhundert bisher ein gründliches Lehrbuch. Diese Lücke versucht dieses Buch zu schließen. (S. 12)

Teil A: Grundlagen praktischer Philosophie und Lebenskunst (S. 17 – 109)

1. Dreh- und Angelpunkt des Buches ist das Selberdenken: „Praktische Philosophie muss zum Selberdenken anregen.“ (S. 23)

Die Philosophen haben die Welt zur Genüge totalitär interpretiert, es kommt darauf an, dass das Ich selber denkt. (S. 23)

2. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die „Vermittlung von praktischer Philosophie und Lebenswelt“ (S. 26 ff) Niemand kann ohne Philosophie leben, sie ist den meisten unbewusst.

Durch die Bewusstmachung unserer unbewussten Lebensphilosophie können wir im Selbstdenken als Lebenskunst erheblich voran kommen. (S. 27)

3. Das ICH ist der Ausgangspunkt praktischer Philosophie.

Das Ich kann sich für seine Rettung nur auf sich selbst besinnen, auf das Prinzip „Selbst-Sein“. Zu dieser Rattung braucht das Ich praktische Philosophie. (S. 35)

Die Fragen zur eigenen Lebensphilosophie (S. 71)

Kosmologie:

  • Wie entstand das Weltall?
  • Welche Zukunft hat der Kosmos?
  • Wie erklären Sie sich die Evolution?

Metaphysik:

  • Was ist Gott?
  • Wie verhält sich die Schöpfung zu Gott?
  • Wie erklärt sich das Böse?
  • Warum gibt es den Tod?

Erkenntnistheorie:

  • Was ist Wahrheit?
  • Was ist zweifelsfrei sicher?
  • Wie sind Ihre Glaubenssätze entstanden?

Ethik:

  • Welches sind Ihre Werte?
  • Was sollen Sie tun?
  • Was ist das Ziel Ihres Lebens?

Anthropologie

  • Was ist der Mensch?
  • Wie ist er entstanden?
  • Was ist seine Zukunft?

Teil A zeigt, wie man Philosophieren lernt, die praktische Philosophie in Umrissen, die Abgrenzung von anderen Disziplinen und Strömungen, die berufliche Möglichkeit des praktischen Philosophen und „wie die praktische Philosophie laufen lernt“.

Teil B: Praktische Philosophie und Lebenskunst des 19. und 20. Jahrhunderts (S. 112 – 559)

Teil B ist der Kern des Buches und bespricht insgesamt 43 Philosophen der „Vormoderne, Moderne und Postmoderne“ – gemessen an Ausschwitz. Jeder Philosoph wird befragt und gemessen an dem, 1. wie er das ICH erklärt, 2. was er zur Überwindung von Befindelichkeitsstörungen zu sagen hat und 3. was er zur Transzendenz zu sagen hat.

Die Philosophen werden nach den Weltanschauungs-Typen eingeordnet:

  • Die Nihilisten verachtet die Welt. Sie halten sie für Schwindel. Alles ist für sie Täuschung.
  • Der Zyniker vertritt eine Mischung aus Nihilismus und Skepsis.
  • Der Dogmatiker weiß sich im Besitz der Erkenntnis der Objektivität und der bestimmenden Gesetze. Der Dogmatiker kennt nur die Autorität des Dogmas an.
  • Die Humanisten stellen den Menschen in den Mittepunkt.
  • Der Agnostiker oder Skeptiker weiß, daß er über die Dinge und die Welt nichts Sicheres wissen kann.
  • Die Mystiker streben über die Welt hinaus, um die „unio mystica“ zu erreichen.

Jedem Philosophen wird ein bestimmter Kernsatz zugeordnet, wie beispielsweise

  • Marx Stirner (1806 – 1956): Als Einziger dem Nichts trotzen
  • T. W. Adorno (1903 – 1969): Im Zerfall des Kapitalismus sich behaupten
  • A. Watts (1915 – 1974): Das weibliche Nichts suchen
  • S. de Beauvoir (1908 – 1989): Das weibliche Ich stärken
  • R. Steiner (1861 – 1925): Höhere Welten erkennen
  • M. Buber (1878 – 1965): Philosophische Dialoge führen

Die durch praktische Philosophie auzulösenden Befindlichkeitsstörungen sind:

  • Aggressivität
  • Alkoholmissbrauch
  • Angst
  • Depression
  • Eheprobleme
  • Frigidität
  • Frustration
  • Kommunikationsstörungen
  • Konzentrationsmängel
  • Krebs
  • Nervosität
  • Perfektionismus
  • Phobien
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen
  • Schüchternheit
  • Stress
  • Süchte
  • Überempfindlichkeit
  • Vereinsamung
  • Versagungen
  • Negative Vorstellungen
  • Willensschwäche

Dieser Teil ist gespickt mit Übungen und bestimmten Analyse-Modellen und Methoden.

Teil C: Philosophisches Selbstmanagement für das 21. Jahrhundert (S. 561 – 598)

Das neue Paradigma der Philosophie im 21. Jahrhundert könnte das philosophische Selbstmanagement werden. (S. 563)

Mit anderen Worten, dass jeder erwachte Mensch auch ein Philosoph ist – mit der „Entwicklung einer eigenen Weltanschauung als Kern der eigenen Lebensphilosophie“ (S. 577). Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei die Standordbestimmung zwischen Lebensverneinung (Nihilismus) und Lebensbejahung (Mystik).

Dabei können die großen Themen der über das Ich hinaus gehende Transzendenz geklärt werden:

  • das Wir
  • der Staat
  • die Gesellschaft
  • die Natur
  • die Evolution
  • das Nichts
  • das EINE

Als „Settings für das philosophische Selbstmanagement“ (S. 597 f.) empfiehlt Lutz von Werder:

  • die Selbstanwendung männlicher und weiblicher Ich im Alltag
  • die philosophische Beratung
  • die philosophische Gruppenarbeit
  • philosophische Cafés
  • die Ausbildung zum praktischen Philosophen

Mein Fazit: Wir waren als Kinder schon Philosophen und sollten es als reif gewordene Erwachsene erst recht sein. „Selbst-Bildung“ ist eine Art praktische Lebensphilosophie, ein bewusstes Wählen eines Weltbildes, die bewusste Gestaltung unseres Lebens. Unsere historische Aufgabe ist es, das bestehende Weltsystem zu transformieren in eine wirklich humane Gesellschaft. Und diese Transformation zum „wahren Menschen“ beginnt bei jedem einzelnen. Das Buch gehört in die Bibliothek eines jeden Menschen, der sich der Manipulation entziehen will, um selbst zu denken.

Bestellung bei AMAZON: Lehrbuch der philosophischen Lebenskunst für das 21. Jahrhundert

Zohar / Marshall: SQ – Spirituelle Intelligenz

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Das Buch ist meine 100. Buchbesprechung am 25. März 2015,
auch wenn ich das Eintragedatum (2. Februar) etwas vorgezogen habe,
da ich es an diesem Tage tatsächlich wieder gelesen hatte.

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IQ als Intelligenz-Quotient und EQ (Daniel Goleman) als emotionale Intelligenz wird jetzt erweitert durch SQ als Spirituelle Intelligenz.
„Der SQ ist das notwendige Fundament dafür, dass sowohl IQ als auch EQ wirkungsvoll funktionieren. Es handelt sich um unsere höchste Intelligenz.“ (S. 11 f.) Er ist „letztlich die integrierende Kraft für alle unsere Inteligenzien. Er macht uns zu den vollständigen – verstandesmäßigen, emotionalen und spirituellen – Lebewesen, die wir sind.“ (S. 13) „Es verschafft dem Selbst ein aktives, vereinheitlichendes, Sinn gebendes Zentrum.“ (S. 15)

Spirituelle Intelligenz ist nicht der Ausdruck einer Religion, religiöser Glaubenssysteme oder religiöser Gefühle, sondern „ist die Intelligenz der Seele„. (S. 17) „Der SQ ist unser Gewissen.“ (S. 22) „Unsere spirituelle Intelligenz verankert uns im Kosmos; das Leben hat Sinn und Zweck im unfassenden Zusammenhang des kosmischen Evolutionsprozesses.“ (S. 102)

Die Krise unserer Zeit ist eine Sinnkrise

Unsere hoch gezüchteter mentaler IQ, unser überbetontes rationales, lineares Denken hat als Folge „die spirituelle Wüste“ (S. 31): „Die heutige Kultur ist spirituell abgestumpft“ (S. 32). Bei dem Großteil unserer Leiden, selbst bei den chronischen, handelt es sich um „Sinnkrankheiten“ (S. 38)

Krebs, Herzkrankheiten, Alzheimer und andere Formen der Demenz, denen möglicherweise Depression, Erschöpfung, Alkoholismus oder Drogenmissbrauch vorausgegangen sind, zeugen davon, dass die Krise der Sinnlosigkeit bis in die Zellen unseres Körpers vorgedrungen ist. (S. 38)
In der Folge suchen wir viel zu oft Sinn in überspannten oder randständigen Aktivitäten wie Materialismus, Promiskuität, zielloser Rebellion, Gewalt, Drogenmissbrauch oder New-Age-Okkultismus. (S. 35)

Wir können kauf auf vergangene, wirklich spirituelle Tradition in gelebter, kultureller Gemeinschaft zurück greifen, sondern:

Jeder von uns muss „sein Lied singen“ Wir alle müssen mit Hilfe unserer verborgendsten Ressourcen und durch den Einsatz unserer spirituellen Intelligenz einen Zugang zur tiefsten Schicht unseres wahren Selbst finden und aus der Quelle der einzigartigen „Musik“ schöpfen, die jeder Mensch hervorzubringen vermag. (S. 44)

Anzeichen für einen hoch entwickelten SQ

Die Autorin nennt folgende Anzeichen (S. 24):

  • die Gabe, flexibel (aktiv und spontan anpassungsfähig) zu sein;
  • ein hohes Maß an Selbstbewusstsein;
  • eine Fähigkeit, sich Leid auszusetzen und es zu nutzen;
  • eine Fähigkeit, sich Schmerz auszusetzen und ihn zu überwinden;
  • die Eigenschaft, sich von Visionen und Werten inspirieren zu lassen;
  • ein Widerwille, jemanden unnötig Schaden zuzufügen;
  • eine Neigung, Zusammenhänge zwischen verschiedenartigen Dingen zu erkennen („holistisch“ zu sein);
  • eine ausgeprägte Neigung Fragen zu stellen wie „Warum?“ oder: „Was wäre, wenn?“ sowie nach grundlegenden Antworten zu suchen;
  • das zu sein, was die Psychologen „feldunabhängig“ nennen – die Begabung zu besitzen, gegen Konventionen anzuarbeiten. (S. 24)

Der Lotos des Selbst

Gemäß 6 Lotusblättern entwickelt die Autorin 6 Persönlichkeits-Typen (und bezieht sich dabei auf C.G. Jung und Myers-Briggs), bringt sie auch mit den Planeten und den Chakren zusammen:

  1. die konventionelle Persönlichkeit (Saturn)
  2. die soziale Persönlichkeit (Venus)
  3. die forschende Persönlichkeit (Merkur)
  4. die künstlerische Persönlichkeit (Mond)
  5. die realistische Persönlichkeit (Mars)
  6. die unternehmerische Persönlichkeit (Jupiter)

Tatsächlich werden wir sehen, dass die Neigung, Wesenszüge aus unterschiedlichen Kategorien (die den Lotusblütenblättern entsprechen) an den Tag zu legen, ein Zeichen für persönliche Reife und einen hohen SQ ist. Ein sehr unreifer Mensch hat möglicherweise nur einen einzigen Ich-Stil (ein einziges Lotosblütenblatt) entwickelt, während ein zur Gänze erleuchtetr (spirituell hochintelligenter) Mensch in sehr ausgewogenem Maße Eigenschaften aller sechs Persönlichkeitstypen aufweisen würde. (S. 145)

Als Kultur werden wir verrückt. Warum? Die These dieses Buches lautet, dass die Gründe dafür vor allem spirituelle sind, dass sich unsere persönliche und kollektive seelische Instabilität aus der besonderen Erscheinungsform der Entfremdung ergibt, die mit der Entfremdung vom Zentrum zusammen hängt – Entfremdung von Sinn, Wert, Ziel und Vision, Entfremdung von den Wurzeln und Gründen unseres Menschseins. (S. 189)

Spirituelle Heilung

Wir sind spirituell krank, wenn wir zersplittert sind. Die Seele kann uns heilen, wenn wir uns dem Kanal öffnen (S. 203)

Spirituelle Gesundheit ist ein Zustand der zentrierten Ganzheit. Spirituelle Intelligenz ist das Mittel, mit dessen Hilfe wir von einem Zustand zu einem anderen gelangen können; das Mittel, mit dessen Hilfe wir uns selbst heilen können. (S. 204)

Sechs Wege zu höherer spiritueller Intelligenz

Jeder dieser Pfade kann in einer bestimmten Lebensphase von Bedeutung sein. Ich fasse diese Pfade zusammen:

  • Der erste Weg ist der Weg der PFLICHT (Saturn)
  • Der zweite Weg ist der Weg des NÄHRENS (Venus)
  • Der dritte Weg ist der Weg des WISSENS (Merkur)
  • Der vierte Weg ist der Weg der persönlichen TRANSFORMATION (Mond)
  • Der fünfte Weg ist der Weg der BRUDERSCHAFT (Mars)
  • Der sechste Weg ist der Weg der dienenden FÜHRUNG (Jupiter)

Die Autoren fassen sieben Schritte zu höherer spirituellen Intelligenz zusammen (S. 286 – 289):

  • Machen Sie sich bewusst, wo sie jetzt sind.
  • Entwickeln Sie ein starkes Gefühl, dass Sie etwas ändern möchten.
  • Denken Sie darüber nach, was Ihr Zentrum ist und worin Ihre tiefste Motivation besteht.
  • Entdecken Sie Hindernisse und räumen Sie sie aus dem Weg.
  • Erkunden Sie viele Möglichkeiten, wie man vorankommen kann.
  • Legen Sie sich auf einen Weg fest.
  • Bleiben Sie sich der Tatsache bewusst, daß es viele Wege gibt.

Mein Fazit: Wenn wir traditionell von Körper, Geist und Seele sprechen, dann ist es an der Zeit, auch ihre unterschiedliche Form der Intelligenzien wahrzunehmen, „Spirituelle Intelligenz“ als Intelligenz der Seele. Das Buch empfiehlt sich selbst als das erste, das diese Thematik in seinem Wesen ausbreitet: „SQ ist eine Fähigkeit, so alt wie die Menschheit, doch der Begriff wird in diesem Buch erstmals vollständig entwickelt.“ (S. 19) Als „höchste Form“ unserer menschlichen Intelligenz ist es sicher nicht das letzte Wort zum Thema, sondern erst einmal eine Absteckung des Themenfeldes und wird in diesem Sinne immer der Klassiker sein. „Die Vorstellung, dass das Gehirn zu einer dritten Art von Denken befähigt ist und dass es von daher eine dritte Intelligenz gibt, die orginär mit Sinn zusammenhängt, ist radikal neu. (S. 100)

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