Fritjof Capra: „Das Neue Denken“

Aufbruch zum Neuen Bewusstsein

Untertitel: Das Entstehen eines ganzheitlichen Weltbildes im Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und Mystik. 

In diesem Buch geht Capra seinen vielen Begegnungen mit führenden Personen einer neuen gesell­schaftlichen Bewegung nach, Gespräche, die seine beiden Weltbestseller „Das Tao der Physik“ und „Wendezeit“ begleitet haben.

In diesem Buch reflektiert er sozusagen sich selbst als „subjektiver Faktor“, ein Thema, das er bisher herausgelassen hatte. Das Buch gibt „Wendezeit“ zweifellos noch eine ganz besondere persönliche und gesellschaftliche Tiefe.

„Am Ende (nach zweieinhalb Jahren Niederschrift der „Wendezeit“, JS) war ich zutiefst befriedigt. Aufbauend auf der Hilfe, Inspiration und dem Rat bemerkenswerter Frauen und Männer war es mir gelungen, in einem einzigen Band einen historischen Überblick über das alte Paradigma von Naturwissenschaft und Gesellschaft zu präsentieren, sowie eine umfassende Kritik seiner begrifflichen Grenzen und eine Synthese der aufkommenden neuen Sicht der Wirklichkeit zu formulieren.“ (S. 335)

Zu den Begegnungen gehören: Heisenberg, Alan Watts, Krishnamurti, Geoffrey Chew, David Bohm, Gregory Batson, Stanislav Grof und Ronald D. Laing, Carl Simonton, Margaret Lock, Manfred Porkert, E. F. Schumacher, Germaine Greer, Carolyn Merchant, Adriane Rich, Charlene Spretnak, Hazel Handerson, Indira Ghandi.

Fritjof Copra hat seine „Wendezeit“ nicht nur im Kontakt zu führenden Kräften in den einzelnen Bereichen der gesellschaftlichen Bewegungen in Amerika entwickelt, sondern diese auch inspiriert. Auffallend deutlich ist sein intensiver Kontakt zu Führerinnen der Frauenbewegung.

„Blicke ich heute auf die Zeit zurück, dann zeigt sich, daß ich während der vergangenen fünf­zehn Jahre beharrlich ein einziges Thema verfolgt habe – den gegenwärtigen fundamen­talen Wandel der Weltanschauung in unserer Wissenschaft und Gesellschaft, die Entfaltung einer neuen Sicht der Wirklichkeit sowie die gesellschaftlichen Implikationen dieses kulturellen Wandels.“ (S. 8)

Capra bekennt offen seine Sympathie der weltweiten grünen Bewegung gegenüber, zu dessen „Chefideologe“ er – mit allem Respekt! – geworden ist.

„Die weltweit Grüne Bewegung ist das eindrucksvollste Zeichen entsprechender politischen Aktivität in den achtziger Jahren, die man vielleicht einmal das Jahrzehnt der Grünen Politik bezeichnen wird.“ (S. 10)

 

Die weitgehend marxistisch orientierte europäische Studentenbewegung war nicht imstande, während der sechziger Jahre ihre Visionen in die Wirklichkeit umzusetzen. Doch wurden ihre sozialen Themen während des drauf folgenden Jahrzehnts, in dem viele ihrer Anhänger einen tiefgreifenden persönlichen Wandel erlebten, weiter in der Öffentlichkeit diskutiert. Unter dem Einfluß der beiden Hauptbewegungen der siebziger Jahre, der feministischen und der ökolo­gi­schen Bewegung, erweiterten diese Angehörigen der Neuen Linken ihren Horizont, ohne ihr gesellschaftliches Bewusstsein zu verlieren, und am Ende der siebziger Jahre begannen sie, sich den neugebildeten europäischen Grünen Parteien anzuschließen.“ (S. 23)


Dieses klare politische Statement von Fritjof Capra ist wichtig, weil es für ihn auch eine Zäsur gegenüber der „New-Age-Esoterik“ bedeutete. Seine „Wendezeit“ ist auch eine politische. Er wird das New Age kritisieren, weil es zumindest in Kalifornien unpolitisch geblieben ist. Der „Para­dig­men­­wechsel“ von Fritjof Capra war konsequent bis in die Politik hinein. Er hat sich offen zur Politik der Grünen bekannt und  schrieb zu Charlene Spretnaks Buch „Die Grünen“ (1984) ein sehr ausführliches Vorwort für die weitgehende Überarbeitung des amerikanischen Originals für den deutschsprachigen Raum.

 

 

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