Johannes Hemleben: Teilhard de Chardin

Das Buch ist erstmals 1966 in den rororo-Bild-Monographien erschienen, 11 Jahre nach dem Tod von Teilhard de Chardin. Es ist längst nur noch antiquarisch für ca. 1,- € zu beziehen, der Biograph Johannes Hemleben selbst ist bereits 1984 verstorben (*1899).

Heute würde man den ersten Zugang zu einem großen Menschen über Wikipedia suchen und finden, der > Beitrag zu Teilhard de Chardin in der Wikipedia ist auch sehr gelungen (so weit ich es beurteilen kann). Warum dieses Büchlein überhaupt noch besprechen?

Ich möchte es im Sinne einer Hommage an Johannes Hemleben verstehen! Gerade bei so außergewöhnlichen Menschen, ja einem Mystiker  wie Teilhard de Chardin kann eine Biographie nicht besser werden als das Bewusstsein des Biographen es erlaubt. Und die Biographie ist Johannes Hemleben wirklich gelungen. Ähnlich wie Teilhard hat der Biograph eine naturwissenschaftliche und eine theologische Ausbildung. Er ist selbst Pfarrer in einer anthroposiphisch orientierten Christusgemeinschaft, die auf der Suche nach dem wahren, dem kosmischen CHRISTUS sind. Teilhard de Chardin und Johannes Hemleben sind geistig Verwandte.

Das Buch zeigt größtes Verständnis für den Zwiespalt Teilhards zwischen seiner großen Vision der Versöhnung zwischen materialistischer Evolutionstheorie und christlicher Lehre einerseits und  die Ablehnung seiner Arbeit von Rom und seinem Jesuiten-Orden. Teilhard wird möglichst von Paris fern gehalten und ist in einer „freiwilligen Verbannung“ als wahrscheinlich einer größten Weltreisenden vor der Epoche der Flugreisen (davon alleine 20 Jahre in China). Der „Kadavergehorsam“ gegenüber seinem Ordens ist stärker als sein Freiheitsdrang als Wissenschaftler und Mystiker. Diesen inneren Konflikt stellt der Biograph Johannes Memleben sehr einfühlsam dar. Manchmal kommt einem als Leser der Bild-Monographie das Grauen und Heulen. Teilhard hatte wohl das Potenzial einer Reformation des Christentums eines Martin Luther. Nur hatte Martin Luther einen Guttenberg als Drucker, während Teilhards Werke verboten blieben und nur als „Raubdrucke“ unter der Hand gelesen werden konnten.

Johannes Hemleben war wohl der erste große Biograph Teilhard de Chardins im deutschsprachigen Raum und hat sich große Verdienste erworben, das theologisch-spirituelle Werk und den Menschen Teilhard in unseren Herzen weiterleben zu lassen. DANKE.

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