Klaus Schwab: Die vierte industrielle Revolution

Jeder, der sich Gedanken über die Zukunft der Gesellschaft und Menschheit macht, sollte heute über die „Grundlagen“ der vierten industriellen Revolution Bescheid wissen. Es kann einen davor grauen, was da auf uns zukommen kann. „Nie hat es eine Zeit gegeben, die so große Möglichkeiten und zugleich so große Gefahren bereithielt.“ (Klaus Schwab) Es ist auch für einen spirituellen Menschen wichtig, Licht in die Dunkelheit zu bringen, die Potenziale des Neuen im Sinne der Schöpfung zu nutzen. Für mich ist dieses Buch von Klaus Schwab eine wunderbare Einführung auch und gerade für „spirituelle Menschen“, die mehr im Himmel leben und sich mit realen gesellschaftlichen Entwicklung etwas schwer tun. Und deswegen mag ich das Buch sehr, weil es über eine wichtigen Aspekt des Wassermann-Zeitalters aufklärt.

Um kurz die „historische Einordnung“ zu klären (S. 16 – 20): die erste industrielle Revolution war der Bau von Eisenbahnen und die Erfindung der Dampfmaschinen (1760 – 1840), die Ära der mechanischen Produktion. Die zweite industrielle Revolution nutzte Elektrizität und das Fließmand. Die dritte industrielle Revolution ist die Computer- und digitale Revolution (ab der 1960er Jahre). Doch wir sind bereits schon im Übergang zur vierten industriellen Revolution, die auf der digitalen Revolution basiert. Stichworte hierbei sind: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, intelligente Fabriken (On-Demand-Economy), Gensequenzierung, Nanotechnologie, erneuerbare Energien, Quanten-Computer. Die physische, digitale und biologische Sphäre gehen immer mehr in Wechselwirkung.

Wir müssen unsere Wirtschafts- Gesellschafts- und politischen Systeme überdenken, um sie für die Vierte Industrielle Revolution fit zu machen. (S. 20)

Zu den Triebkräften dieser Revolution zählt der Autor:

  • selbstfahrende Kraftfahrzeuge (wie Drohnen)
  • 3D-Druck (wie medizinische Implantate)
  • fortgeschrittene Robotik (eine neue Maschine-Mensch-Schnittstelle)
  • neuartige synthetische Materialen
  • das „Internet der Dinge“ (Geräte kommunizieren miteinander)
  • die Blockchain (Dezentralisierung und Entmächtigung)
  • „Big Data“ (gigantische Datenbanken)
  • Gentechnologie („Editieren von Genen“)
  • synthetische Biologie
  • „Designer-Babys“
  • rasante Weiterentwicklung der Neurowissenschaften

Wohin entwickelt sich der Mensch und WER BIN ICH?

Das alles kann Horrorvorstellungen wachrufen, für die Menschheit aber auch große Chancen bereitstellen. Das Autor weist zurecht darauf hin, dass wir immer verschärfter mit der Frage konfrontiert sind „was es bedeutet, Mensch zu sein“ (S. 41) Die Möglichkeit in Evolution und Schöpfung einzugreifen, „Antischöpfung“ zu bewirken, war noch nie so groß. In der 1. Tabelle (S. 45) des Buches nennt der Autor 20 Trends, die in den nächsten 10 Jahren realisiert sein werden von „10% der Menschen tragen Kleidung, die mit dem Internet verbunden sind“ bis „Ki-Maschinen, die im Vorstand eines Konzerns arbeiten“. Im Anhang (S. 171 – 228) werden 23 „tiefgreifende Veränderungen“ in ihren Chancen und Problemen diskutiert.

Als eine der wichtigsten Auswirkungen nennt der Autor das Empowerment: „die Ermächtigung beziehungsweise Befähigung zur Selbstbestimmung“ (S. 46) nun für einen Großteil der Menschen. Oder die Möglichkeit, „ein längeres, gesünderes und aktiveres Leben zu führen“ (S. 51) „Neue Technologien werden das Wesen der Arbeit in sämtlichen Branchen und Berufen tiefgreifend verändern.“ (S. 57) Das ist zweischneidig. Ca. 50 % der Arbeitsplätze sind durch digitale Automatisierung gefährdet. Die Automatisierung schafft weniger neue Arbeitsplätze als jede frühere industrielle Revolution mit neuen Arbeitsplätzen kompensiert hat. (Tabelle 2, S. 61)

Doch eines ist klar: Gerade die Berufe haben Zukunft, die kreativ sind. Kreativität lässt sich nicht automatisieren. Und Kreativität ist Seele.

In diesem Sinne diskutiert der Autor die jetzt schon abzusehenden Auswirkungen dieser vierten industriellen Revolution bis hin zu Cyberkriegen und einem total entmündigten Bürger. Katastrophe und Chance liegen ganz nahe beieinander, ebenso die Polarisierung von Gut und Böse nicht nur der einzelnen Gesellschaften, sondern des ganzen Globus. Eine Aussicht dieser Entwicklung könnte sein, dass die Menschheit zur egozentrischsten Gesellschaft wird, die es je gab.

Wie es weitergeht
(und warum ich das Buch dringend ans Herz lege):

Der Autor schreibt (S. 156):

Effektiv können wir diese Herausforderungen nur angehen, wenn wir die kollektive Weisheit unserer Herzen, Seelen und unseres Verstandes mobilisieren.

Um diese vierte Industrielle Revolution zu meistern, empfiehlt der Autor, die vier Haupt-Arten der Intelligenz zu kultivieren und zu praktizieren:

  • die praktische (oder kontextuelle) Intelligenz (den Verstand)
  • die emotionale Intelligenz (das Herz)
  • die spirituelle Intelligenz (die Seele)
  • die physische Intelligenz (den Körper)

Ich will den Autor vor allem zur spirituellen Intelligenz zitieren:

Abgeleitet vom lateinischen Verb spirare, atmen, bezieht sich spirituelle Intelligenz auf die fortgesetzte Suche nach Sinn und Zweck. Sie zielt auf die Förderung kreativer Impulse und darauf, Menschen ein neues kollektives und moralisches Bewusstsein auf der Grundlage eines gemeinsamen Schicksals zu vermitteln. (S. 160)
In einer Welt, in der nichts bleibt, wie es ist, wird Vertrauen zu einer der wertvollsten menschlichen Eigenschaften. (S. 161)

Zusammenfassend schreibt der Autor:

Die Vierte Industrielle Revolution kann sich für die Menschheit als Fluch oder Segen erweisen: Sie hat das Potenzial, uns zu roboterisieren und so unsere traditionellen Sinnquellen – Arbeit, Gemeinschaft, Familie, Identität – infrage zu stellen. Sie hat aber auch das Potenzial, die Menschheit auf eine neue kollektive moralische Bewusstseinsstufe zu heben, die auf der Erkenntnis unseres gemeinsamen Schicksals beruht. Es liegt an uns allen sicherzustellen, das Letzteres geschieht. (S. 166)

 

Ich glaube, dass hier vor allen „die Spirituellen“ gefordert sind, „dass Letzteres geschieht“, wenn unsere Stärke tatsächlich in unserer „spirituellen Intelligenz“ liegt.

Es wird – im polarisierenden Wassermann-Zeitalter – immer „Gute und Böse“ geben. Das gesellschaftlich Problem ist, dass „die Guten den Bösen“ das irdische Feld überlassen. Diese Entwicklung stellt die Spirituellen aber auch vor Herausforderungen, an denen sie wachsen können, um mit ihrem Bewusstsein und ihrer Ethik die Menschheit im Sinne der Schöpfung in das „Paradies auf Erden“ führen zu können.

 

 

Klaus Schwab: Die Vierte Industrielle Revolution (Klick)

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