Luca Rohleder: Die Berufung für Hochsensible

Untertitel: Die Gratwanderung zwischen Genialität und Zusammenbruch

Das Thema beschäftigt mich schon seit 20 Jahren (> meine Buchbesprechung zu Tepperweins Buch „Vom Beruf zur Berufung“). Ich habe in der Zeit mehr als ein Dutzend Bücher zum Thema Berufung gelesen, sehe mich inzwischen selbst „angekommen“. Um so mehr hat mich das Buch „in Atem gehalten“. Es gehört zu der Sorte Büchern, von der man sich wünscht: „Hätte ich sie schon vor 20 Jahren lesen können, es hätte mir einiges erspart.“

Okay, Pioniere ebnen mühsam anderen den Weg, und wir wünschen uns, dass andere es dann leichter haben. Grundsätzlich kann ich als „Angekommener“ die Inhalte und Phasen zu 100% bestätigen. Wenn der Autor z.B. schreibt: „Sie werden Ihr komplettes Leben im Schlaf regeln können.“ (S. 91), weiß ich genau, was er meint. In der Bibel heißt es dementsprechend: „Den Seinen gibt’s der Herr in Schlaf.“

Mehr noch: Ich sehe meinen eigenen Seelenweg auch in der Rückschau noch einmal neu beleuchtet. Mir ist das eine und andere meiner eigenen „Berufungs-Karriere“ bewusster geworden. Aus diesem Grund empfehle ich auch „Angekommenen“, dieses Buch noch einmal zu lesen. Es hilft, Vergangenes besser zu verstehen. Noch bevor die „Hochsensiblen“ psychologisch und soziologisch erkannt wurden, wusste ich, dass ich einer bin – und mich hat das Thema nicht weiter interessiert. HEUTE fasziniert es mich und macht mich noch selbst-bewusster.

„Hochsensible Personen“ (HSP) machen etwa 15% einer Bevölkerung aus, anscheinend in allen Kulturen. Sie gehören zu den Pionieren, den Trägern der Evolution, aber nicht nur auf der großen Bühne, sondern auch der kleinen Bühne des Alltags. Alle großen Erfinder und Künstler gehören dazu, doch auch alle Helfer-Seelen, die den Alltag anderer verbessern.

Mich hat das „Konzept der 3 Ichs“ einer Hochsensiblen Person be-geistert, die „Dreifaltigkeit unseres Selbst“ [meine Worte]. Der Autor unterscheidet:

  • das Neugeborenen-Ich (die existenziellen Bedürfnisse) [das natürliche Selbst = Körper]]
  • das Höhere-Ich (die Verbindung zum Höheren, das „Höhere Selbst“) [das göttliche Selbst = Seele]
  • das Erwachsenen-Ich (der Verstand) [das kulturelle Selbst = Verstandes-Geist].
  • in […]: Deutungen in meinem „Dreifaltigkeits-Konzept“

Okay, auch das ist „nur ein Konzept“, doch ich bin offen genug, um es als das ein-leuchte-ndere Konzept gegenüber anderen anzunehmen und in ein Großes zu integrieren. Mir gefällt insbesondere die Wertschätzung des Neugeborenen mit seinen elementaren Bedürfnissen (nicht zu verwechseln mit dem „Inneren Kind“).

Die fünf großen Fragen, die das Buch behandelt:

  • Warum bin ich so?
  • Was schlummert in mir?
  • Was muss ich loslassen?
  • Wann habe ich Arbeitsspaß? [und gehe den Weg der Freude]
  • Wie finde ich die Berufung? (mit 5 Phasen)

Für Menschen auf dem Seelenweg gibt es einen wegweisenden und auch irritierenden Spruch:

Wenn du deinen eigenen Weg gehen willst,
dann frage nicht andere nach dem Weg.

Das ist ein Paradox (selbst gehen und um Hilfe bitten) – und der Autor geht damit intelligent um: Der erste Teil des Buches (drei Viertel) hat viele wichtige Empfehlungen mit klaren Themen. Hier geht es vor allem um das LOSLASSEN des Alten, damit Neues Platz hat. Der zweite Teil des Buches (ein Viertel) gibt nur noch grobe Hinweise, Wegweiser, ohne den Weg genau vorzuschreiben. Diese Seiten mit Leben zu füllen, ist die Aufgabe eines jeden auf seinem Seelen-Weg.

Das Thema „Berufung“ ist ein ganz elementares spirituelles Thema. Wir folgen dem „Ruf der Seele“ oder dem „Ruf einer Höheren Welt“. Eine große Falle dabei sind verführerische „esoterische Irrwege“, die der Autor auch benennt und vor der er warnt (nichts gegen die ursprüngliche Esoterik im Sinne von Pythagoras!) Trotz seiner spirituellen Essenz verwendet das Buch eine geerdete Alltagssprache. Das ist für mich ein großes PLUS des Buches und macht es noch einmal besonders wahrhaftig.
Mein vielleicht größtes Kompliment für dieses bahnbrechende Buch:
Es fordert mich heraus, mein Berufungs-Coaching neu zu erfinden!

 

Luca Rohleder: Die Berufung für Hochsensible: Die Gratwanderung zwischen Genialität und Zusammenbruch (Klick)

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