Rupert Sheldrake: Die Wiederentdeckung der Spiritualität

Untertitel: 7 Praktiken im Fokus der Wissenschaft

Es gibt ein merkwürdiges Phänomen, an dem der Autor ansetzt: Obwohl wir in einer säkularisierten Welt leben und die Welt-Religionen immer mehr Mitglieder verlieren, gibt es eine wachsende Spiritualität jenseits der Religionen. Gab es mit der Aufklärung eine „Krise des Glaubens“, so gibt es heute eine „Krise des Unglaubens“ (S. 29) Diese „Neue Spiritualität“ wie Meditation oder Yoga erfüllt „ein Bedürfnis, das der Atheismus nicht befriedigen kann“. (S. 28)

Rupert Sheldrake ist ganz sicher einer der bekanntesten spirituellen Wissenschaftler der heutigen Zeit. Er geht mit diesem Buch einen einfachen Weg, indem er sieben spirituelle Praktiken und ihre durch die wissenschaftliche Forschung bewiesene Wirksamkeit darstellt. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass dies nicht alle Praktiken sind und er in einem weiteren Buch weitere spirituelle Praktiken und ihre wissenschaftliche Beleg darstellen wird.

Die sieben Praktiken sind: 1. Meditation, 2. Dankbarkeit, 3. Kontakt mit der „mehr-als-menschlichen Welt“, 4. Beziehung zu Pflanzen, 5. Rituale, 6.. Gesang, Sprechgesang und die Macht der Musik und 7. Pilgerreisen.

Bei den sieben handelt es sich um eine begrenzte Auswahl, und ich beabsichtige, weitere Formen spiritueller Praxis in einem anderen Buch zu besprechen. (S. 32)

Dabei sprach er die Hoffnung aus, „weitere Gebräuche wie das Gebet, das Fasten, das Begehen von Fest- und Feiertagen sowie den Gebrauch von Psychodelika behandeln zu können“ (S. 257)

Ich schreibe dieses Buch, weil ich glaube, dass es in unserem säkularen Zeitalter – unabhängig von der Glaubensrichtig – einen großen Bedarf gibt, die Praktiken wiederzuentdecken. (S. 22)

Beeindruckend ist, wie persönlich dieses Buch ist. Es ist wahrscheinlich das persönlichste seiner Bücher. Es macht selbst kein Hel daraus, dass er ein gläubiger Christ ist und erzählt vieles über seine eigenen spirituellen Praktiken, nicht nur im Vorwort, sondern innerhalb jeder einzelnen Kapitel. Jedes Kapitel endet mit nur zwei Empfehlungen, diese grundlegenden Praktiken in das eigene Leben zu integrieren.

Der Atheismus ist ein läuterndes Feuer, in dem religiöse Heuchelei, Korruption, Trägheit und Falschheit verbrennen. Aber mit der Politik der verbrannten Erde kann er in vielen Menschen das Gefühl hinterlassen, spirituell zu verhungern und zu verdursten oder auf sich selbst gestellt zu sein. (S. 252)

Mich hat das Buch sehr berührt! Vieles hatte ich selbst schon „ausprobiert“, andere mache ich kontinuierlich schon länger. Mir wurde dies richtig bewusst. Ich hatte Lust, sie wieder konsequenter auszuüben. Beim „Pilgern“ hatte ich richtig Lust, bald auf eine Pilgerreise zu gehen, zumal ich gerne wandere.

Das Buch ist direkt zu einem meiner spirituellen Lieblings-Bücher geworden. Es geht nicht um „heilige Sprüche“, sondern um PRAXIS und TUN. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ Ja, das Buch ist eine gute und motivierende Anregung, die eigenen spirituellen Praktiken zu überdenken und bewusster und konsequenter durchzuführen. Das Buch füllt eine Leere.  So kann das eigene Leben zu einer Pilgerreise werden. Das Buch ist ein ausgezeichneter Reiseführer, das eigene Leben zu „heiligen“, also ganz und heil zu machen.


 

Die Wiederentdeckung der Spiritualität: 7 Praktiken im Fokus der Wissenschaft (KLICK)

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